T-Force Vulcan SSD im Test: schneller ohne RGB

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vorschau img 5407Anfang des Jahres hatten wir mit der T-Force Delta RGB einen leuchtenden Versuch des Speicherspezialisten TeamGroup in unserem Testparcours. Mit ihrem RGB-Feature und einem generell ansprechenden Design konnte sie sich vorrangig optisch von der Masse der 2,5-Zoll-SSDs absetzen. Die neue T-Force Vulcan verzichtet hingegen auf LEDs, das edle schwarze Gehäuse wird nur von silbernen Schriftzügen ergänzt. Ob uns nun auch die Performance zu gefallen weiß, klären wir in unserem Test.

Dass mittlerweile gerade High-End-Hardware mit RGB-Features daherkommt, kennen wir zwischenzeitlich aus fast allen Bereichen. Lediglich bei den Speichermedien herrschte bis vor kurzem noch das gewohnte Bild klassischen Designs. Mit dem Test der T-Force Delta RGB zu Beginn des Jahres brach diese Tradition zunächst ein wenig, ehe uns nun wieder eine SSD aus dem Hause TeamGroup erreichte: die T-Force Vulcan. Zwar lässt sich bekanntlich über Geschmack (nicht) streiten, doch kann ausgerechnet hier das Design zumindest in den Augen des Autors überzeugen: Der sich hochwertig anfühlende, angeraute Kunststoff wird durch klare Linien des silbernen Designs gerahmt und vom Vulkan-Schriftzug ergänzt. Beim Einbau in unser Testsystem konnte das Laufwerk also optisch schon einmal gefallen, ehe sich wie schon bei der Delta RGB ein Nachteil schnell offenbarte: selbst in einem für RGB prädestinierten Gehäuse wie dem Enermax Saberay kommt eine stylische SSD nur bedingt zur Geltung. Besser dafür geeignet sind Gehäuse wie das be quiet! Pure Base 500, das auch immerhin einen Montageplatz für die SSD sichtbar bereitstellt.

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Doch wir wollen natürlich fair bleiben: Mussten wir bei der Delta RGB feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, erhoffen wir uns beim Schwestermodell vor allem eine bessere Performance. Dabei zeigte sich zudem zuletzt oft deutlich, dass das genutzte SATA-Interface bei vielen Solid State Drives zum Flaschenhals geworden ist. Eine entsprechende Performance kann daher bereits als Standard angesehen werden. Die Unterschiede stecken daher zunehmend im Detail, was vermutlich auch ein Grund für vergleichsweise auffallende Designs ist.

Vom Datenblatt her weiß die Vulcan bezüglich Leistungsdaten in jedem Fall zu gefallen.

 
Herstellerangaben der T-Force Vulcan
Modell TeamGroup T-Force Vulcan SSD
Controller Silicon Motion SM2258, 4 Kanäle
NAND 32 Layer, 3D-NAND TLC (Micron)
Kapazitäten 250 GB, 500 GB, 1000 GB (2000 GB findet sich bereits in manchen Datenblättern)
sequentielle Lese/Schreibrate 250 GB: 560 / 500 MB/s
500 GB: 560 / 510 MB/s
1000 GB: 560 / 510 MB/s
Total Bytes Written (TBW) 250 GB: >60TB
500 GB: >120TB
1000 GB: >240TB
MTBF 1.000.000 h
Arbeitstemperatur 0 bis 70 °C
Preis 61 Euro (Stand: 22.10.19)

Durch die populäre RGB-Funktion bei TeamGroup ist der optische Aspekt wie bereits erwähnt ein augenfälliges Merkmal geworden - selbst bei den Solid State Drives. Doch gerade die Vulcan kann mit ihrem schlichten Design durchaus überzeugen, insgesamt wirkt das Gehäuse ziemlich edel und hochwertig gestaltet. Doch natürlich sind die inneren Werte entscheidend. Das Datenblatt von TeamGroup bleibt hier auch eher bescheiden: die 32-Layer-Micron-Chips werden von einem Silicon-Motion-SM2258-Speichercontroller befeuert. Dazu gesellen sich lediglich drei Jahre Garantie und (im Falle der 500-GB-Version) 120 TB an maximaler Schreiblast. Mittlerweile sind wir aber teils deutlich höhere Werte von anderen Herstellern gewöhnt. Natürlich sei fairerweise erwähnt, dass mit den 120 TB geschriebenen Daten (die man auch erst einmal erreichen muss), die SSD keineswegs defekt sein muss.

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Nachdem wir die T-Force Vulcan natürlich anschließend in unser Test-System einbauen, entdecken wir schnell einen weiteren Malus der SSD: offenbar hat TeamGroup aus Kostengründen auf einen Temperatursensor verzichtet. Natürlich ließe sich nun prima darüber diskutieren, ob ein Temperatursensor in einer 2,5-Zoll-SATA-SSD unbedingt notwendig ist, schließlich konnten wir selbst bei der T-Force Delta RGB kein temperaturbedingtes Drosseln feststellen. Zum Vergleich: Eine Crucial MX500 mit demselben Controller ist ähnlich teuer, bietet dabei aber nicht nur einen Temperatursensor, sondern auch höhere TBW-Angaben und einen DRAM-Cache.

Eine Besonderheit konnten wir bei unserem Benchmark-Parcours feststellen. So zeigte sich eine reproduzierbare Fehlerquelle mit der aktuellen Version von AS SSD. In den Kopierbenchmarks wollte uns der Benchmark stets Werte über dem theoretischen Limit des SATA-Interfaces verkaufen. Haben wir anfangs noch an einen Fehler der SSD oder unseres Test-Systems gedacht, zeigte allerdings ein Wechsel zum älteren AS SSD Benchmark 1.7.4739.38088 Abhilfe. Die damit ermittelten Werte klingen weitaus realistischer, wobei wir dennoch darauf hinweisen wollen, diese Benchmarks mit Bedacht zu lesen, selbst wenn das Gesamtbild mit den anderen Tests zusammen relativ stimmig ist. Nach Rücksprache mit TeamGroup, die den Fehler nicht nachvollziehen konnten, wurde unser Test-Sample gegen ein anderes Exemplar getauscht, das allerdings exakt dasselbe Verhalten zeigte.

Da eine SSD zumindest außerhalb unseres Testsystems wohl nur äußerst selten mit Benchmark-Programmen genutzt wird, kann dieser Fehler auch einfach ignoriert werden. 

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Maximale Schreiblast

Modell

120 - 128 GB240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - 4.000 GB4.000 GB
TeamGroup Vulcan SSD 
60 TB
120 TB
240 TB
Kingston KC2000
150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
Seagate FireCuda 510
---1,3 PB
2,6 PB
-
Intel Optane SSD 905P--8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750-200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus--300 TB
600 TB
1,2 TB
-
Samsung SSD 860 EVO-150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 TB
Samsung 970 PRO
--600 TB
1,2 TB
--
Corsair MP510-400 TB
800 TB
1,7 TB
3,12 TB
-

Mit Beginn des Jahres 2019 kam ein neues, leicht verändertes Testsystem zum Einsatz. Einschränkungen bezüglich der Vergleichbarkeit mit älteren Tests sind somit nicht auszuschließen, dürften sich allerdings in einem sehr engen Rahmen bewegen. Stärkere Auswirkung könnten hingegen die verschiedenen Updates in Bezug auf Meltdown und Spectre haben.

Wie aufmerksamen Lesern sicherlich aufgefallen sein dürfte, können wir seit kurzem den hauseigenen SSDStressTest wieder verwenden, der die Werte zur temperaturabhängigen Speicherperformance und der Cache-Performance ermittelt. Da allerdings die T-Force wie bereits erwähnt keinen Temperatursensor hat, müssen wir schon wieder auf diese beiden Tests verzichten.

Die genutzte Hardware im Einzelnen:

Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming (Test)
Intel Core i7-8700K
2x 8 GB Teamgroup UD4-3000 DDR4-3000
Zotac GeForce GTX 1070 AMP!
Samsung SSD EVO 970 500GB (Systemlaufwerk)
Enermax Saberay (Test)

Die verwendete Software im Einzelnen:

Microsoft Windows 10 Home (Build 1903)
AS SSD Benchmark 2.0.6485.17676
AS SSD Benchmark 1.7.4739.38088
Iometer 1.1.0
Futuremark PCMark 8 v2.0.228
CrystalDiskMark 5.1.2
ATTO Disk Benchmark v3.05
SSDStressTest

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Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

117.56 XX


114.58 XX


101.69 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

342.26 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

529.66 XX


524.76 XX


464.37 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

502.37 XX


415.83 XX


342.41 XX


MB/s
Mehr ist besser

Im Iometer-Benchmark zeigt sich ein insgesamt gemischtes Bild: Während in den anspruchsvollen 4K-Anfragen die T-Force Vulcan kaum mithalten kann und zumeist im letzten Viertel unserer Vergleichslisten landet, können die sequenziellen Werte durchaus überzeugen. Hier kann die TeamGroup sogar Werte nahe der Samsung 860 EVO erzielen, die durchaus als Referenz für SATA-SSDs gesehen werden kann.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

Wie bereits in den Detailerläuterungen zur T-Force Vulcan erwähnt, hatten wir mit der aktuellen Version von AS SSD offensichtliche Messfehler zu beklagen. Daher wurden die Werte mit einer älteren Version ermittelt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

117.56 XX


114.58 XX


101.69 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

350.34 XX


314.94 XX


303.32 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

306.54 XX


295.28 XX


275.83 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

529.66 XX


524.76 XX


464.37 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)