PNY XLR8 CS3030 im Test: günstige Alternative?

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img 4201 100pxWährend die Leistungsspitze der SSDs im Grunde seit Jahren von den gleichen Herstellern beherrscht wird, scharren im Verfolgerfeld immer mehr Konkurrenten mit den Hufen. Teilweise werden dabei gute Leistungen geboten, die sogar nahe an die Platzhirsche heranreichen; andere Hersteller wiederum wollen zunehmend über den Preis bei der Kundschaft punkten. PNY schickt sich mit der neuen XLR8 CS3030 an, eine günstige Alternative zu sein. Wie gut das klappt, werden wir dabei in unserem Testparcours ermitteln.

Beachtet man den Trend der Mainboard-Hersteller oder auch hier im Forum, zeigt sich immer öfters, dass mehrere (m2-)SSDs für Zusammensteller oder Aufrüster stets attraktiver werden. Dabei bietet sich gerne an, eine schnelle NVMe-SSD als Systemlaufwerk zu verwenden und eine größere, langsamere - aber eben auch günstigere SSD für alles andere. Dennoch sind gerade NVMe-Laufwerke meist deutlich teurer als ihre SATA-Konkurrenten und das nicht nur was die QLC-Vertreter angeht. Mit der XLR8 CS3030 bietet der amerikanische Hardwarehersteller PNY nun eine Alternative, die mit weniger als 150 Euro für die 1 TB fassende Version schon in einen Bereich vorrückt, den man ansonsten für eine Samsung 860 EVO (SATA) zahlt - dabei allerdings Lese- und Schreibraten von 3.500 MB/s bzw. 3.000 MB/s verspricht.

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Ein wichtiger Faktor neben Geschwindigkeit und Preis eines Datenspeichers ist und bleibt natürlich die Verlässlichkeit. Konnten wir dazu schon zuletzt positiv festhalten, dass die Hersteller lange Garantien mit großen Schreiblasten angeben, kann auch die PNY diesbezüglich punkten.

PNY XLR8 CS3030 1 TB
Preis (UVP)$ 159,99
ProduktseitePNY CS3030
FormfaktorM.2 2280
InterfacePCIe NVMe 3.0 x4
ProtokollNVMe 1.3
Firmware---
Kapazität Testmuster (lt. Hersteller)1 TB
Kapazität (formatiert, laut Windows)931 GB
Verfügbare Kapazitäten250 GB
500 GB
1 TB
2 TB
Cache1 GB (bei Version mit 1 TB)
ControllerPhison PS5012-E12, 8 Kanäle
Chipart3D TLC
Max. Lesen (lt. Hersteller)3.500 MB/s
Max. Schreiben (lt. Hersteller)3.000 MB/s
Herstellergarantie5 Jahre
TBWbis zu 3,12 PB



Betrachten wir die technischen Daten der PNY XLR8 CS3030 im Detail, fällt uns sofort der Phison E12 ins Auge, den wir zuletzt bereits beispielsweise bei der Seagate FireCuda 510 (zum Test) im Testsystem begrüßen durften. Auch das blaue PCB kommt uns direkt bekannt vor, wenn wir beide SSDs vergleichen.

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Wenig überraschend sind die meisten NVME-SSDs mit Phison E12 ähnlich aufgebaut und die Unterschiede sind eher im Detail (sprich: der Firmware) zu finden. Daher erwarten wir in den Benchmarks zumeist ähnliche Ergebnisse oder zumindest vergleichbares Verhalten, wenngleich schon die zum Teil recht unterschiedliche TBW-Angaben der Hersteller auf eigene Optimierungen hinweisen. Hier kann die CS3030 vom Start weg überzeugen, offenbar scheint hier PNY sehr überzeugt von der SSD zu sein. Neben fünf Jahren wird die XLR8 CS3030 mit einer maximalen Schreiblast von je nach Kapazität bis zu 3.115 TB angegeben. In unserem vorliegenden Testmuster mit 1 TB Kapazität werden 1.665 TB angegeben, was selbst die diesbezüglich zuletzt schon sehr gute Seagate FireCuda 510 übertrumpft.

Maximale Schreiblast


Modell

120 - 128 GB240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - 4.000 GB4.000 GB
PNY XLR8 CS3030
380 TB
800 TB
1,67 PB
3,12 PB
-
Seagate FireCuda 510
---1,3 PB
2,6 PB
-
Intel Optane SSD 905P--8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750-200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus--300 TB
600 TB
1,2 TB
-
Samsung SSD 860 EVO-150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 TB
Samsung 970 PRO
--600 TB
1,2 TB
--
Corsair MP510-400 TB
800 TB
1,7 TB
3,12 TB
-
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Mit Beginn des Jahres 2019 kam ein neues, leicht verändertes Testsystem zum Einsatz. Einschränkungen bezüglich der Vergleichbarkeit mit älteren Tests sind somit nicht auszuschließen, dürften sich allerdings in einem sehr engen Rahmen bewegen. Stärkere Auswirkung könnten hingegen die verschiedenen Updates in Bezug auf Meltdown und Spectre haben.

Wie langjährigen Lesern sicherlich aufgefallen sein dürfte, müssen wir aktuell auf den hauseigenen SSDStressTest verzichten, der bisher die Werte zur temperaturabhängigen Speicherperformance und der Cache-Performance erhoben hat. Dies müssen wir leider aufgrund einer Inkompatibilität in Kauf nehmen, wir arbeiten aber an einer Lösung des Problems.

Die genutzte Hardware im Einzelnen:

Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming
Intel Core i7-8700K
2x 8 GB Teamgroup UD4-3000 DDR4-3000
Zotac GeForce GTX 1070 AMP!
Samsung SSD EVO 970 500GB (Systemlaufwerk)
Enermax Saberay

Die verwendete Software im Einzelnen:

Microsoft Windows 10 Home (Build 1809)
AS SSD Benchmark 2.0.6821.41776
Futuremark PCMark 8 v2.0.228
CrystalDiskMark 6.0.2
Iometer 1.1.0

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Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

138.23 XX


132.67 XX


105.75 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

263.58 XX


258.94 XX


176.48 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

342.26 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

330.52 XX


313.51 XX


271.45 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

494.71 XX


457.81 XX


382.65 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

416.73 XX


267.28 XX


MB/s
Mehr ist besser

Hat uns die Seagate FireCuda im iometer zunächst negativ überrascht, lässt uns die PNY CS3030 zunächst mit einem besseren Gefühl zurück. Wie bereits erwähnt, würden wir schließlich sehr ähnliche Benchmarkwerte erwarten, doch die PNY gibt insgesamt ein besseres Bild ab. So ist sie zwar nicht in jedem Test schneller, doch die großen negativen Ausreißer scheint sie sich nicht zu leisten. Gleichzeitig kann sie etwa bei den sequentiellen Durchläufen im oberen Drittel mitspielen.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

117.56 XX


114.58 XX


101.69 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

350.34 XX


314.94 XX


303.32 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

306.54 XX


295.28 XX


275.83 XX