Intel Optane SSD 905P: Die Leistungsspitze für Enthusiasten

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intel optane905p 00Seit etwas mehr als einem Jahr herrscht in fast allen Benchmarks das gewohnte Bild: in einem breiten Teilnehmerfeld drängen sich die SATA-SSDs unterhalb der NVMe-Geschwister, während einsam über allem die Intel Optane SSD 900P ihre Kreise zieht. Mit ihrem 3D-XPoint-Speicher konnte sie damals in nahezu allen Tests deutliche Abstände zur Konkurrenz erzielen und auch bis heute halten. Bis heute deswegen, weil nun mit der Intel Optane SSD 905P der Nachfolger aus eigenem Haus noch eine Schippe drauflegen soll.

Dass Intel-Laufwerke selten zur klassischen Consumer-Hardware gehören, war bereits beim Test der Optane 900P offensichtlich und wird nun auch mit der 905P ein weiteres Mal unterstrichen. Schon beim Auspacken aus dem stylischen Karton mit seinem samtenen Inlay macht Intel deutlich, dass die Optane etwas Besonderes ist. Ein massiver Kühlkörper im vertrauten 2,5-Zoll-Formfaktor liegt wohl gebettet über dem nötigen Zubehör. Lässt man sich nun vielleicht kurzfristig dazu verleiten, davon auszugehen, dass es sich hierbei um eine normale SATA-SSD handelt, die eben ein aufwendigeres Design erhalten hat, liegt man weit daneben. Denn der breite Anschluss erinnert nur kurz an SATA, handelt es sich dabei doch schließlich um einen U2-Port, der mittels des beiliegenden Kabels per SATA-Stromadapter seine Energie erhält und durch den üblicheren M.2-NVMe-Port an den PC angeschlossen wird.

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Diesen Aufbau bot Intel bereits bei der direkten Vorgängerin an, wobei es ebenso bei 900P als auch 905P eine Version als eigenständige PCIe-Erweiterungskarte gibt, wie wir sie letztes Jahr noch durch den Luxx-Testparcours schickten. Darüber hinaus bietet Intel eine Variante mit 380 GB im M22110-Format für den M2-Port an.

Intel Optane SSD 905P 480 GB
Preis (UVP)599 Euro
Produktseite
Formfaktor2,5 Zoll
InterfacePCIe NVMe 3,0 x4
ProtokollNVMe 1.3
Firmware---
Kapazität Testmuster (lt. Hersteller)480 GB
Kapazität (formatiert, laut Windows)447 GB
Verfügbare Kapazitäten380 GB
480 GB
960 GB
1,5 TB
DRAM-Cache
ControllerIntel SLL3D, 7 Kanäle
Chipart3D XPoint
Max. Lesen (lt. Hersteller)2.600 MB/s
Max. Schreiben (lt. Hersteller)2.200 MB/s
Herstellergarantie5 Jahre
TBW8,76 PB
LieferumfangSSD, M.2-Verbindungskabel, Betriebsanleitung

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar



Die enge Verwandtschaft zur Optane 900P ist auch bei einem genaueren Blick nicht von der Hand zu weisen. Wie schon letztes Jahr bestückt Intel sein Flaggschiff wieder mit 3D XPoint Speicher und verspricht damit einen vielfachen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber NAND-Speichermodulen. Ebenso bleibt bei der Optane 905P auch der verwendete Intel EAU01D76 SLL3D Speichercontroller identisch und auch die fünf Jahre Garantie finden sich wieder. Erfreulich dabei: mit mehr als 8,7 PB wurde die TBW deutlich erhöht. 

Dennoch soll die 905P natürlich ihre Vorgängerin auch in Sachen Performance überholen. Intel selbst verspricht sich den Geschwindigkeitszuwachs aus einer verbesserten Firmware, sodass die nominellen Transferraten  um 100 MB/s lesend und 200 MB/s schreibend erhöht wurden.

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Konnte zuletzt noch die TeamGroup Delta RGB aus der Masse an SSDs optisch herausstechen, muss man die Intel Optane sicherlich ebenso als anschaulichen Leckerbissen bezeichnen. Ohne RGB-Feature überzeugt der schwarze, aus Aluminium gefertigte Heatspreader als edles und hochwertiges Gehäuse für Speicherchips. Für User, denen das Aussehen ihres PCs wichtig ist, dürfte dieser Blickfang auch ganz recht sein, denn durch das recht kurze und steife Adapterkabel vom M2-Port des Mainboards zum Laufwerk, müssen sicherlich zum Teil Kompromisse beim Aufbau gemacht werden. Im verwendeten Corsair Saberay beispielsweise kann das Laufwerk nicht in den 2,5-Zoll-Schächten montiert werden, da die Länge des beiliegenden Kabels nicht ausreicht. Dieses muss also entweder verlängert oder die SSD eben woanders montiert werden. Allerdings sprechen wir hier von einem Malus, den man sicher bereit ist, einzugehen.

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Unser Testmodell kommt mit einer Speicherkapazität von 480 GB, insgesamt bietet Intel bei der aktuellen Inkarnation der Optane 905P Speichergrößen von 380 GB bis 1,5 TB an, abhängig vom gewählten Formfaktor. Beeindruckend dabei ist bei allen Modellen die maximale Schreiblast, die von Intel angegeben wird. Über 27 Petabyte bei der größten Ausbaustufe sind ein Vielfaches dessen, was wir sonst aus unserem Ranking kennen. 

Maximale Schreiblast (TBW)

Modell 120 - 128 GB240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - 4.000 GB4.000 GB
Intel Optane SSD 905P--8,76PB17,52 PB27,37 PB
Western Digital WD Black SN750-200 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus--300 TB
600 TB
1,2 PB-
Samsung SSD 860 EVO-150 TB300 TB600 TB1,2 PB2,4 PB
Samsung 970 PRO--600 TB1,2 PB--
Intel Optane SSD 900P-5,11 PB8,76 PB---
Corsair MP510-400 TB800 TB1,7 PB3,12 PB-

Mit Beginn des Jahres kam ein neues, leicht verändertes Testsystem zum Einsatz. Einschränkungen bezüglich der Vergleichbarkeit mit älteren Tests sind somit nicht auszuschließen, dürften sich allerdings in einem sehr engen Rahmen bewegen. Stärkere Auswirkung könnten hingegen die verschiedenen Updates in Bezug auf Meltdown und Spectre haben.

Wie langjährigen Lesern sicherlich aufgefallen sein dürfte, müssen wir aktuell auf den hauseigenen SSDStressTest verzichten, der bisher die Werte zur temperaturabhängigen Speicherperformance und der Cache-Performance erhoben hat. Dies müssen wir leider aufgrund einer Inkompatibilität in Kauf nehmen, wir arbeiten aber an einer Lösung des Problems.

Die genutzte Hardware im Einzelnen:

Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming
Intel Core i7-8700K
2x 8 GB Teamgroup UD4-3000 DDR4-3000
Zotac GeForce GTX 1070 AMP!
Samsung SSD EVO 970 500GB (Systemlaufwerk)
Enermax Saberay

Die verwendete Software im Einzelnen:

Microsoft Windows 10 Home (Build 1809) AS SSD Benchmark 2.0.6821.41776
Futuremark PCMark 8 v2.0.228
CrystalDiskMark 6.0.2

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Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

138.23 XX


132.67 XX


105.75 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

263.58 XX


258.94 XX


176.48 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

342.26 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

330.52 XX


313.51 XX


271.45 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

416.73 XX


267.28 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

494.71 XX


457.81 XX


382.65 XX


MB/s
Mehr ist besser

Die Iometer-Benchmarks wirken zunächst enttäuschend, wenn auch natürlich auf einem sehr hohen Niveau. Doch scheinen dem x die vornehmlich geringen Unterschiede in der Software eher egal zu sein - die Unterschiede zur 900P sind allesamt im Rahmen der Messgenauigkeit zu sehen und bestätigen die damaligen Messergebnisse. Dennoch muss natürlich erwähnt werden, dass die Ergebnisse zum Teil auf einem beeindruckenden Niveau sind und ihresgleichen suchen.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

117.56 XX


114.58 XX


101.69 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

350.34 XX


314.94 XX


303.32 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

306.54 XX


295.28 XX


275.83 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)