Seagate IronWolf ST14000VN0008 mit 14 TB im Test

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seagate ironwolf 14tb reviewteaser

Nachdem seit kurzem erste Festplatten mit eine Kapazität von 14 TB von Western Digital und Toshiba auf dem Markt sind, hat nun auch Seagate nachgezogen und mit der IronWolf 14 TB sowie entsprechenden Modellen der Barracuda Pro, IronWolf Pro und SkyHawk-Serie gleich die ersten Modelle für den Consumer-Markt veröffentlicht. Die IronWolf 14 TB setzt wie schon das 12-TB-Modell acht Platter im üblichen CMR-Verfahren ein, kann aber durch den Einsatz von TDMR (Two-Dimensional-Magnetic-Recording) die Speicherdichte noch etwas steigern. Ob die IronWolf 14 TB an die Qualitäten der letzten Serien von Seagate anknüpfen kann, haben wir uns einmal näher angeschaut.

Die Jagd nach immer größeren Festplattengrößen geht unvermindert weiter. Getrieben wird sie primär von dem Platzbedarf von IT-Unternehmen, denn irgendwo müssen die stetig steigenden Datenmengen ja gespeichert werden, die - so schön abstrakt formuliert - heute einfach nur "in die Cloud geschoben werden". Eine neue Festplattengeneration mit 50% gesteigerter Kapazität bedeutet für ein Rechenzentrum, dass in das gleiche Rack bei ungefähr gleichem Energie-, Kühl- und Platzbedarf plötzlich 50% mehr Daten passen. Diese Entwicklungen und Technologien finden dann auch ihren Weg in andere Bereiche. Der Markt für Desktop-Festplatten ist hingegen dank der Entwicklung der SSDs rückläufig, was aktuell auch zu Abbau von entsprechenden Produktionskapazitäten in diesem Bereich führt. Im Notebookbereich werden mittlerweile auch im Billigsegment hauptsächlich (mittlerweile entsprechend günstige) SSDs statt den bislang günstigeren Festplatten verbaut. Und der kleine Boom von NAS-Systemen für Heimanwender der letzten Jahre trägt sicher dazu bei, dass in Desktop-Systemen kaum noch größere Festplatten-Kapazitäten verbaut werden, sondern wenn Platzbedarf besteht, stattdessen vermehrt ein NAS samt den als NAS-Modelle deklarierten Festplattenvarianten gekauft werden.

Verglichen mit den älteren 3,5-Zoll-Festplatten beispielsweise der 4-TB-Generation wurden die Kapazitätssteigerungen in zwei Bereichen erreicht, nämlich in der Erhöhung der Speicherdichte der Platter ("Magnetscheiben") und der Anzahl der verbauten Platter, denn das zur Verfügung stehende physische Volumen einer 3,5-Zoll-Festplatte ist über die Jahre schließlich nahezu unverändert geblieben. Die Anzahl der Platter konnte man bei den klassichen luftgefüllten Festplatten ungefähr bis auf sechs Stück erhöhen, bevor dann mit dem Einsatz einer Helium-Füllung in diesem Bereich der Durchbruch gelang und die Anzahl der Platter bis auf neun Stück (Toshiba MG07ACA14TE) gesteigert werden konnte. Bei der Platterkapazität hatte Seagate zuletzt bei den hauseigenen 12-TB-Modellen einen Wert von 1,5 TB pro Platter erreicht. Mit der Einführung von TDMR konnte jetzt die Platterkapazität auf 1,75 TB gesteigert werden. TDMR oder "Two-Dimensional-Magnetic-Recording" bezeichnet die Technologie, dass mehrere Leseköpfe parallel eingesetzt werden, um eine Datenspur zu lesen. Die Kombination der gelesenen Daten mehrerer sehr(!) dicht nebeneinander liegenden Leseköpfe ermöglicht die Gewinnung eines besseren Nutzdatensignals als bei der herkömmlichen Auslesung einer Spur durch einen einzigen Kopf. Das Signal der einzelnen Spur ist klarer, was es im Gegenzug ermöglicht, die Spuren auf dem Platter noch etwas dichter zusammenzulegen. Das kann entsprechend für eine Steigerung der Gesamtkapazität genutzt werden.

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TDMR ist jetzt das wesentliche und auch wohl letzte Verfahren vor "HAMR", das seit vielen Jahren übliche "konventionelle" Perpendicular-Magnet-Recording-Verfahren (CMR) noch etwas zu steigern, ohne auf Shingled-Magnetic-Recording (SMR) mit seinen Nachteilen zurückzugreifen. Die nächste Stufe wird dann wohl HAMR, also "Heat/Energy Assisted Magnetic Recording". Mit herkömmlichen Verfahren soll sich wohl die Datendichte auf den Plattern nicht weiter steigern lassen, weil dann einzelne Bits bzw. magnetisierte Bereiche "von alleine" kippen könnten. Die Lösung bei HAMR ist jetzt, ein magnetisch deutlich stabileres bzw. härteres Material für die Platterbeschichtung zu nehmen, um die Strukturen weiter verkleinern zu können. Um dieses magnetisch "härtere" Material beschreiben zu können, ist auf dem Schreibkopf ein stark fokussierter Laser angebracht, welcher den zu beschreibenden Platterbereich für einige Nanosekunden stark erhitzt, was dann erst das "Beschreiben", also die gewünschte Magnetisierung ermöglicht. HAMR ist jetzt seit vielen Jahren in der Entwicklung, aber zumindest Seagate hat vor einigen Monaten berichtet, dass die Technik einsatzbereit sei und sie bereits etliche Tausend Stück an HAMR-Festplatten im Testbetrieb hätten. Und auch wenn hier ein "Laser" zum Einsatz kommt und manch User vermutlich gleich zusammenzuckt: Die HAMR-Platten sollen sich von ihren konventionellen Vorgängern weder bei Wärmeentwicklung noch Strombedarf signifikant unterscheiden. 2019 dürfte also spannend werden und vielleicht schon das erste 20-TB-Modell bringen.

Bei Festplatten ist üblicherweise der Faktor "Preis pro Terabyte" interessant, den wir allerdings bei der IronWolf 14 TB jetzt vor Marktstart noch nicht bewerten können. Die Ironwolf 12 TB liegt aktuell bei ca. 390 Euro, die eher im profesionellen Umfeld angesiedelte Toshiba MG07ACA14TE hingegen bei knapp 600 Euro. Zu vermuten wird sein, dass sich die IronWolf 14TB im Bereich 450 bis 480 Euro einordnen wird, aber das ist momentan reine Spekulation.

Update: Die UVP der IronWolf 14TB wird von Seagate mit $529.99. In unserem Preisvergleich wird die ST14000VN0008 zum Marktstart aktuell mit 520 Euro gelistet.

Kommen wir auf der nächsten Seite zur Seagate IronWolf mit 14 TB.

Technische Daten
Hersteller Seagate

Serie

IronWolf
14 TB
Modellnummer ST14000VN0008
Homepage www.seagate.com
Preis ca. 520 Euro
Formfaktor 3,5 Zoll
Kapazität 14 TB (8 Platter)
Speicherverfahren konventionelles PMR (CMR) mit TDMR
Schnittstelle SATA 6 Gb/s
Sektorgröße 512e
Umdrehungsgeschwindigkeit 7.200 U/min
Cache-Größe 256 MB
Leistungsaufnahme (Idle/Aktiv) 5,3 W / 7,9 W
Bitfehlerrate (UBER) 1 per 10^15
Workload (pro Jahr) / 24x7-Freigabe 180 TB, ja
Einsatzgebiet NAS-/Storagesysteme (bis 8 HDDs)
Herstellergarantie 3 Jahre
Besonderheiten

Helium-Füllung
RV-Sensoren
IronWolf Health Management

Kommen wir auf der nächsten Seite zur Seagate IronWolf 14 TB.


Seagate aktuelles Festplattenportfolio unter dem Oberbegriff "Guardian" umfasst aktuell weiterhin die bekannten Hauptserien IronWolf, Barracuda und SkyHawk. Die IronWolf-Modelle sind die speziell für den Einsatz in NAS-Systemen optimierte Versionen. Sie sind in einer normalen Variante und in einer Pro-Variante erhältlich. Die teurere Pro-Variante ist etwas mehr für den professionellen Einsatz optimiert, d.h für Storagesysteme mit mehr als acht (und bis zu 16) Laufwerken und höherer Belastung. Daneben bringen die IronWolf Pro neben einer etwas längerer Herstellergarantie auch Seagates Rescue-Service innerhalb der ersten zwei Jahre ab Kauf mit.

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Die normalen IronWolf sind für den Ensatz in kleineren NAS-Systemen mit bis zu acht Laufwerken vorgesehen, also dem klassischen Heim-NAS zuhause. Mit der neuen ST14000VN0008 wird die IronWolf-Serie nun um das neunte Modell erweitert und deckt damit den Bereich von 1 bis 14 TB ab. Der IronWolf 14 TB ist wie auch allen anderen IronWolf-Modellen gemein, dass sie mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 7.200 U/min arbeitet. Auch eine fortgeschrittene 2-Ebenen-Auswuchtung wurde vorgenommen, um die Vibrationen im Betrieb zu minimieren. Ebenfalls bringen alle IronWolf eine für NAS-Anwendungen optmierte Firmware mit, welche bei Seagate die Bezeichnung AgileArray trägt und für optimale Geschwindigkeit und Sicherheit sorgen soll.

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Im Inneren der IronWolf 14 TB kommt wie bei anderen Seagate-Modellen mit 10 TB oder mehr ein Design mit Helium als Füllgas zum Einsatz. Äußerlich unterscheidet sich die neue IronWolf 14 TB von den bisherigen "Helium-Modellen" von Seagate wie z.B. der IronWolf Pro 12TB , der SkyHawk 10TB oder auch der Exos X12. Das eloxierte Aluminium-Gehäuse dieser Modelle wies einheitlich ein typisches und recht kantiges "Monoblock-Design" auf. Die IronWolf 14TB besteht nun aus zwei unterschiedlichen, miteinander verschweißten Gehäuseteilen: den eloxierten Aluminium-Deckel und die mit einer schwarzen Beschichtung versehene Bodenwanne, was insgesamt zusammen mit den abgerundeten Ecken fast einen leichten Retrolook erkennen lässt. Warum Seagate die Konstruktion des Gehäuses im Vergleich zu den Vorgängerserien überarbeitet hat, wissen wir nicht, aber es dürfte davon auszugehen sein, dass Stabilität und Dichtigkeit eher verbessert wurden. Letzteres ist insbesondere aufgrund der Helium-Füllung, die für den Betrieb zwingend benötigt wird, ein Thema, was aber laut den Herstellern unisono gar kein Thema sein soll.

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Im Gehäuse befinden sich insgesamt acht Platter mit konventionellem PMR-Aufzeichnungsverfahren (CMR), womit sich die IronWolf 14 TB im Prinzip nicht von dem 12-TB-Vorgängermodell unterscheidet. Wie eingangs erwähnt, setzt Seagate hier aber erstmalig das TDMR-Verfahren ein, um mit Einsatz von mehreren bzw. parallelen Leseköpfen die Leseleistung zu steigern, was wiederum in eine erhöhte Speicherdichte auf den Plattern umgesetzt werden konnte. Interessanterweise konnte Seagate bei dem jetzt "neuen" Gehäuse trotz der verbauten acht Platter wieder Platz für die mittleren der seitlichen Schraubenlöcher finden, die bei den bisherigen Helium-Modellen vermutlich platzbedingt wegrationalisiert werden mussten.

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Die IronWolf 14 TB verfügt über einen 256 MB großen Multisegment-Cache für Seagates Multi-Tier-Caching-Technologie. Unser Testmodell verfügt wie andere IronWolf-Modelle ab 4 TB über noch einige zusätzliche Features. Bei ihnen sind sogenannte Rotational-Vibration-Sensoren verbaut, deren Informationen genutzt werden, um den Betrieb im räumlich engen Verbund mit anderen Festplatten zu optimieren. Mit diesen "RV"-Sensoren kann die Festplatte die vorhandenen Schwingungen analysieren, die z.B. durch andere direkt neben ihr befindlichen Laufwerke oder Lüfter auf sie übertragen werden. Die Steuerungselektronik der IronWolf nutzt dann diese Informationen der Sensoren, um die beiden Aktuatoren, welche den Schreib-Lese-Kopf an die gewünschte Position auf den Plattern bringen, entsprechend "korrigiert" anzusteuern, damit beispielsweise die gewünschten Spuren möglichst präzise angefahren werden können. Neben dem primären Aktuator, welcher die Positionierung des gesamten Arms übernimmt, ist noch ein Mikro-Aktuator an der Spitze des Arms verbaut, welcher eine Feinpositionierung des Schreib-Lese-Kopfes übernimmt. Diese AcuTrack-Technologie ist bei Seagates Top-Modellen ebenfalls Standard.

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Ein weiteres Features, über das auch die ST14000VN0008 verfügt, ist das IronWolf Health Management. Darunter verbirgt sich eine interne Überwachung des Gesundheitszustandes der IronWolf-Festplatte, welche in Sachen Umfang und auch Transparenz über das bekannte S.M.A.R.T.-System hinausgehen soll. IronWolf Health-Management (IHM) soll dabei deutlich mehr interne Parameter überwachen, bis zu 200 anstelle der ca. 20 Parameter des S.M.A.R.T.-Systems. Dabei wird auch die Historie, also die Veränderung von Parametern über die Zeit ausgewertet sein. Und im Gegensatz zu S.M.A.R.T. übernimmt IHM auch die Interpretation der Daten, d.h. es kann per entsprechendem Code dem User eine Empfehlung zur Handlung gegeben werden, auch zur Prävention. Insbesondere kann vor zu hohen Temperaturen, mechanischen Schocks und Vibrationen gewarnt werden. Neben Synology haben mittlerweile auch andere NAS-Hersteller eine Unterstützung für IHM in ihre Systeme eingebaut. Ein defekte Festplatte selbst ist zwar in der Regel nicht zu retten, aber Vorwarnzeit und Warnungen können helfen, zumindest die Daten zu retten.

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Die IronWolf 14 TB ist als NAS-Festplatte für den Dauerbetrieb ausgelegt. Sie verfügt über ein Workload-Rating von 180 TB/Jahr, was im vorgesehenen Anwendungsbereich mehr als ausreichend ist. Eine IronWolf Pro hat mit 300 TB/Jahr hier einen höheren Wert im Datenblatt vermerkt, aber im Vergleich dazu hat eine Desktop-HDD wie z.B. eine Seagate Barracuda 8 TB nur ein Workload-Rating von 55 TB/Jahr, also weniger als ein Drittel. Dieses Workload-Rating besagt im Prinzip, dass bei Einhaltung dieser Arbeitslast (Lese- und Schreibvorgänge) keine negativen Einflüsse auf die Haltbarkeit bzw. Zuverlässigkeit zu erwarten sind. Oder anders gesagt: Eine Seagate Barracuda 8 TB lässt sich natürlich auch mit 180 TB an transferierten Daten pro Jahr nutzen, allerdings ist dann die Chance auf einen Ausfall bei dieser Barracuda zumindest statistisch höher als bei einer IronWolf, IronWolf Pro oder gar einer Exos X. Die Eignung für eine höhere Last wird durch unterschiedliche Maßnahmen verwendet, angefangen hin von anderen Komponenten bis hin zu engeren Toleranzen bei der Produktion.

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Die "Rate nicht korrigierbarer Lesefehler" liegt bei der ST14000VN0008 bei weniger als einem Sektor pro 10^15 gelesenen Bits, wie bei anderen höherkapazitiven Seagate-Festplatten von IronWolf- oder höherwertigen Serien auch. Die tatsächliche Häufigkeit sollte in der Praxis noch ein gutes Stück niedriger liegen. Interessant an den modernen Laufwerken mit Helium-Füllung ist die deutlich geringere Leistungsaufnahme im Vergleich zu luftgefüllten Festplatten oder anderen klassischen Server-Festplatten. Die Leistungsaufnahme im Idle soll bei der IronWolf 14 TB jetzt bei 5,3 Watt und unter Last bei 7,9 Watt liegen. Gegenüber dem 12-TB-Modell ist das eine minimale Steigerung um 0,3 bzw. 0,1 Watt.


Leistungsmessung

Um die Performance der Festplatten zu bestimmen, haben wir diese an unser Testsystem angeschlossen und die Benchmarks CrystalDiskMark und HD Tune Pro ausgeführt. Im Testsystem kam ein Intel Core i7-6700K auf einem Asus Z170-Deluxe zum Einsatz.

Seagate IronWolf 14 TB - ST14000NV0008

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Im CrystalDiskMark erreicht die ST14000VN008 mit knapp 266 MB/s im sequentiellen Lesen und 263 MB/s im Schreiben hohe Spitzenwerte, welche noch etwas über den Werten der Seagate Exos X12 bzw. gute 10 MB/s über den Raten einer IronWolf Pro 12 TB liegen. Der Performancezuwachs ist vorhanden, aber natürlich auch geringer, als er bei der nominal um 16,6 % gesteigerte Platterkapazität zu erwarten gewesen wäre. Aber neben der Datendichte der Platter werden noch etliche Faktoren eine Rolle spielen, die wir nicht kennen.

Auch mit knapp 3,5 MB/s im Lese-Test mit 4 kB großen Datenblöcken, mittlerer Queue-Größe und acht parallelen Threads erreicht die IronWolf 14 TB einen hohen Wert, wie auch bei einem einzelnen Thread mit 4K-Zugriffen und großer Queue. Die Performance in beiden Szenarien ist fast identisch, woraus sich auf ein effizientes Laufwerks- bzw. Cache-Management schließen lässt. Im Gegensatz zur zuletzt getesteten Exos X12 hat die IronWolf 14 TB als NAS-HDD ihre Stärken beim Lesen der Daten, wohingegen die Exos X12 als Hyperscale-Storage-HDD fast umgekehrt beim Schreiben die bessere Performance zeigt. Bei einzelnen 4-kB-Zugriffen ohne Queue ist die Performance beim Lesen ebenfalls vergleichsweise gut, fällt aber beim Schreiben etwas im Vergleich zu den von uns getesteten 12-TB-Modellen ab.

Weiterhin schafft es die Seagate IronWolf 14 TB, beim CrystalDiskMark in allen Disziplinen die Toshiba MG07ACA14TE zu schlagen, wenn auch teilweise sehr knapp.

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Mit HD Tune Pro lässt sich gut die Performance über die gesamte Festplatte visualisieren, denn bei Festplatten ist die erreichbare Transfergeschwindigkeit von der Position der gespeicherten Daten auf den Magnetplatten abhängig, d.h. die höchste Geschwindigkeit ist üblicherweise auf den äußeren Spuren der Platter zu erreichen. Wobei man sich heutzutage diesem Zusammenhang zwischen "vermeintlicher Position" und Geschwindigkeit nicht mehr immer sicher sein kann, da bei modernen HDDs in der Praxis auch das Cachemanagement und schnelle Zwischenspeicherbereiche (Media Cache) Einfluss haben kann.

Bei der ST14000VN0008 liegt diese laut HD Tune Pro wie schon bei CrystalDiskMark in Spitzenwerten bei 268 MB/s bei einem Mittelwert von über 250 MB/s im äußeren Bereich. Im Innenbereich, also dem obersten Teil ihres Fassungsvermögens, ist sie dann auf das bereits bekannte Level von ca. 120 MB/s abgefallen. Insgesamt ergibt sich eine durchschnittliche Geschwindigkeit von ca. 204 MB/s. Mit diesem Wert liegt die IronWolf 14 TB gleichauf mit der Exos X12, aber gute 5 MB/s über der IronWolf Pro 12 TB.

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Beim Schreiben sieht die Situation annähernd identisch aus: Im Außenbereich werden über 260 MB/s erreicht, welche zum Innenbereich hin auf 120 MB/s abfallen.

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Als weiteren Benchmark haben wir ATTO Disk Benchmark verwendet, welcher die Datenübertragungsraten in Abhängigkeit von der Blockgröße der Daten ermittelt. Mit den Standardeinstellungen (Queue Depth 4) erreicht die ST14000VN0008 ab einer Blockgröße von 8 kB ihre maximale Datenübertragungsrate von knapp 267 MB/s beim Lesen und ca. 263 MB/s beim Schreiben.


Leistungsaufnahme

Die Leistungsaufnahme von Storage-Systemen ist insbesondere für die Nutzung im Heimbereich ein relevanter Faktor, gerade dann, wenn 24/7-Betrieb gefragt ist. Im professionellen Einsatz im Rechenzentrum stehen wohl primär Performance und Zuverlässigkeit der Festplatten im Vordergrund, aber ein geringerer Energieverbrauch wird sicher auch gerne genommen, da dadurch Kosten und Kühlungsbedarf reduziert werden.

Die Hersteller geben zwar in den Datenblättern Werte zur Leistungsaufnahme im Idle und unter Last an, aber das Ermitteln von eigenen Messwerten kann nie schaden. Wir haben auf eine Selbstbaulösung zurückgegriffen und ein SATA-Stromkabel modifiziert. Mit in der 5V- und 12V-Zuleitung eingeschleiften Shunts und speziellen Stromrichtungsverstärker-ICs haben wir die Stromwerte in Spannungssignale umgewandelt, welche wir mit einem digitalen Speicheroszilloskop aufgenommen haben. Die einfachere Variante mit zwei eingeschleiften Multimetern bringt in manchen Betriebsbereichen durchaus brauchbare Ergebnisse, aber mit ca. 10K bis 32K Messwerten über den Zeitraum von einer Sekunde und anschließender Mittelwertbildung sollten wir mit unserer Lösung auf Basis eines Oszilloskops die zeitweise sehr stark schwankende Strom- und somit auch Leistungsaufnahme besser beurteilen können.

Stromverbrauch

Leistungsaufnahme idle

Watt
Weniger ist besser

Die IronWolf 14 TB als modernster Vertreter der Helium-Generation zeigt eine angenehm niedrige Leistungsaufnahme, wie sie bei diesem Typ Festplatten im Vergleich zu den klassischen luftgefüllten Modellen auch zu erwarten ist. Im Idle liegt die ST14000VN0008 mit einem Wert von 5,4 Watt gleich auf mit den heliumgefüllten Vergleichsmodellen von Seagate und Toshiba. Wobei gerade bei den HDDs von Seagate die Leistungsaufnahme im Idle vom aktiven Energiesparprofil abhängt. Mit PowerChoice hat Seagate in seine HDDs ein Stromsparfeature integriert, welches abhängig von der Zeit im Idle verschiedene Energiesparstufen anfährt, d.h. verschiedene Teile der Elektronik wie CPU und Servos herunterfährt. Der Standby, also der Spindown der Platter, wäre dann noch eine weitere, letzte Stufe. Die 5,4 Watt sind ein Mix aus einem guten Dutzend Messpunkten, wobei der Fokus auf einer kurzen bis mittleren Idle-Zeit liegt. Die Werte liegen hier ja nach Idle-Stufe zwischen 6 Watt und bis hinunter auf knapp unter 4 Watt bei sehr langer Idle-Zeit. Mit unseren gemessenen 5,4 Watt liegen wir zumindest dich am Datenblatt-Wert von 5,3 Watt dran.

Stromverbrauch

Leistungsaufnahme Schreiben

Watt
Weniger ist besser

Bei sequentiellen Schreibzugriffen liegt die IronWolf 14 TB mit 8,4 Watt leicht über den Werten der (heliumgefüllten)  Vergleichsfestplatten. An die 6,5 Watt der Toshiba MG07ACA14TE kommt die ST14000VN0008 bei weitem nicht heran.

Stromverbrauch

Leistungsaufnahme zufälliges Lesen

Watt
Weniger ist besser

Bei Random-Read-Zugriffen bleibt das Bild ungefähr gleich, wobei die Seagate IronWolf 14 TB hier fast gleichauf mit der Exos X12 liegt, mit etwas Rückstand auf die weiteren hauseigenen Modelle und etwas mehr Rückstand auf die Toshiba 14 TB.

Stromverbrauch

Leistungsaufnahme sequentielles Lesen

Watt
Weniger ist besser

Beim sequentiellen Lesen verbrauchen die Laufwerke wieder etwas mehr Strom als beim zufälligen Lesen, aber das Gesamtbild bleibt gleich: Die Toshiba benötigt mit 6,7 Watt die geringste Leistungsaufnahme, wohingegen die ST14000VN0008 mit 8,9 Watt am oberen Ende der Helium-Modelle liegt.

Stromverbrauch

max. Leistungsaufnahme

Watt
Weniger ist besser

Recht interessant ist die maximale Leistungsaufnahme der Laufwerke, welche kurzzeitig beim Hochfahren der Festplatte entsteht. Dieser Wert ist wirklich ein Spitzenwert, der nur für wenige Sekundenbruchteile anliegt, aber er zeigt, dass ein paralleler Start eines Festplatten-Arrays durchaus auch ein kritisches Thema für die Stromversorgung des Systems werden kann. Daher starten bereits viele NAS-Modelle für Heim-User ihre Festplatten nicht gleichzeitig sondern der Reihe nach. In dieser Disziplin liegt die IronWolf 14 TB mit 20,5 Watt als maximaler Leistung beim Starten ziemlich genau im Mittelfeld und sollte somit unproblematisch sein.

Als Fazit zur Leistungsaufnahme bleibt zu sagen, dass die Seagate IronWolf 14 TB zwar keine neuen Bestwerte setzen kann und sich auch der Toshiba MG07ACA14TE geschlagen geben muss, aber insgesamt doch vergleichsweise energieeffizient auf einem Niveau arbeitet, mit dem auch die bislang von uns getesteten Helium-Modelle von Seagate überzeugen konnten.

 

Lautstärke

Kommen wir noch zum Thema Lautstärke, was immer so ein spezielles Thema für sich ist. Wie beim letzten Festplattentest schon erwähnt, hängt die tatsächliche Lautstärke vom Einbau bzw. der Lagerung der HDD ab. Idealerweise werden die Schwingungen am Übergang zum Gehäuse komplett eleminiert, bei gleichzeitiger kompletter Fixierung der Festplatte. Ist dies nicht gegeben und die HDD liegt frei auf einer Tischplatte oder relativ wenig fixiert in einem Plastik-Einbaurahmen im Gehäuse, dann kommt es darauf an, wie die Charakteristik der Festplatte mit ihrer Umgebung "wechselwirkt", Stichwort Resonanz im worst case.

Für diesen Test haben wir die IronWolf 14 TB einmal in einen der schraubenlosen Einschubrahmen des Markengehäuses unseres Testsystems gesteckt und dort in 5 cm Abstand zur Frontseite die Lautstärke gemessen. Als Vergleichsfestplatten konnten wir noch die Toshiba MG07ACA14TE aus dem letzten Test und eine Seagate SkyHawk 10 TB als Vertreter für Seagates erste Generation von 10-TB-Helium-HDDs verwenden.

Lautstaerke im Idle

db(A)
Weniger ist besser

Das "Grundrauschen" des Test-PCs mit abgesteckten Lüftern betrug ohne Festplatte 35,8 db(A). Alle drei Festplatten lagen mit Werten von 36,7 bis 37 db(A) sehr dicht beieiander. Der subjektive Eindruck bestätigt, dass das reine Laufgeräusch bei allen sehr dezent ist.

Lautstaerke Random-Zugriffe

db(A)
Weniger ist besser

Das zweite Szenario war der Random-Access-Test von HD Tune Pro, da dieser akustisch besonders "deutlich" zu Werke geht. Auch hier bestätigen die Messwerte das subjektive Empfinden. Das Zugriffsgeräusch bei Seagates 10-TB-Modell ist zwar für sich deutlich hörbar, aber noch am leisesten. Die IronWolf 14 TB ist wenig bzw. nur etwas lauter, wird aber von der Toshiba MG07ACA14TE noch einmal deutlich übertroffen.

Gerade bei den IronWolf als NAS-Festplatten kommt es dann darauf an, wie "gut" das NAS-Gehäuse mit den Schwingungen der Festplatten umgeht. Bei dem einen oder anderen Hersteller wird ja zuletzt immer mehr Plastik in den Consumer-NAS-Gehäusen verbaut, was dazu führt, dass es mit der gesamten Geräusch-Emission des NAS eher in die falsche Richtung geht.


Eigentlich gibt es zu der Seagate IronWolf 14 TB nicht viel zu sagen, was wir nicht bereits zu den direkten Vorgängermodellen gesagt haben. Aus User-Sicht dürfte entscheidend sein, dass die ST14000VN0008 jetzt mit 14 TB endlich eine neue Kapazitätsstufe im Heim- bzw. NAS-Bereich bietet.

In Bezug auf Performance, Ausstattung, Leistungsaufnahme und Lautstärke steht sie den IronWolf-Modellen mit 10 oder 12 TB in nichts nach. Die Performance mit bis zu 265 MB/s bei sequentiellen Datenübertragungen reicht knapp für die aktuelle Spitzenposition unter den von uns getesteten Festplatten, aber auch die weiteren Benchmarkergebnisse sind dank 7.200 U/min und 256 MB Multi-Tier-Cache vergleichsweise gut.

In Sachen Ausstattung ist die IronWolf 14 TB auf den Einsatz in NAS-Systemen zugeschnitten. Dafür verfügt sie über eine angepasste Firmware, RV-Sensoren für den reibungslosen Betrieb im Verbund von bis zu acht Laufwerken, ein hohes Workload-Rating von 180 TB/Jahr und Extra-Features wie das IronWolf Health Management für eine verbesserte Diagnostik. Mit drei Jahren Garantie ist sie ebenfalls solide aufgestellt, wobei hier für längere Garantiefristen, Seagates Rescue Plan und eine etwas höhere Belastungsfähigkeit Seagate noch die Pro-Version der IronWolf im Portfolio hat.

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Bei der Leistungsaufnahme zeigt die IronWolf 14TB insgesamt niedrige Werte, wobei aufgrund der hohen Anzahl von acht Plattern zusammen mit den komplexeren Leseköpfen die ST14000VN0008 etwas mehr Strom als ihre kleineren Schwestermodelle benötigt. Einzig die Toshiba MG07ACA14TE, welche aber in einer anderen Preisliga spielt, hat bei dem Stromverbrauch einen signifikanten Vorsprung auf die IronWolf 14 TB. Bezüglich der Lautstärke ist die ST14000VN0008 auf dem akustischen Level der Markenkollegen mit 10 oder 12 TB einzuordnen, wobei sie tendezniell minimal lauter zu sein scheint.

Eine preisliche Einordnung können wir erst nach Marktstart vornehmen, aber zuletzt waren die Spitzenmodelle der IronWolf-Serie kurz nach Release im Bereich von max. 450 Euro zu finden.

Update: Die ersten Marktpreise der IronWolf 14TB liegen bei ca. 520 Euro, also auf Niveau der UVP ($529.99), werden aber vermutlich wir üblich bald etwas absinken.

Geht man davon aus, dass die aktuelle Gesetzmäßigkeit, dass nämlich neue und größere HDD-Modelle von Serie zu Serie bzw. Jahr zu Jahr immer in der gleichen Preisregion starten, dann sollte das auch für die IronWolf 14 TB gelten. In der 14-TB-Liga sieht die Konkurrenzsituation aktuell noch sehr übersichtlich aus. Die Western Digital Ultrastar DC HC530 14TB ist noch nicht lieferbar und die Toshiba MG07ACA14TE liegt mit ca. 600 Euro in einer anderen Preisliga als Seagates Consumer-HDD.

EH seagate ironwolf 14tb 500px

Positive Aspekte der Seagate IronWolf 14 TB (ST14000VN0008):

Negative Aspekte der Seagate IronWolf 14 TB (ST14000VN0008) :

 

Preise und Verfügbarkeit
14000GB Seagate IronWolf NAS ST14000VN0008 256MB 3.5" (8.9cm) SATA 6Gb/s
379,71 Euro 407,41 Euro Nicht verfügbar