Drobo 5D3 im Test - für Kreativ-Profis mit Thunderbolt 3

Veröffentlicht am: von

drobo 5d3 teaserDas neue Drobo 5D3 ist die neueste Inkarnation der bekannten externen Speicherlösungen des amerikanischen Herstellers. Gab es bislang USB Typ-C, Thunderbolt 2 oder zwei RJ45-Ports, befinden sich auf der Rückseite nun zwei Thunderbolt-3-Schnittstellen, die das DAS DaisyChain-fähig machen, allerdings mit einer Einschränkung daherkommen. Unser Test zeigt aber, dass Kreativ-Profis auf ihre Kosten kommen.

Speicherlösungen von Drobo stellten wir in den letzten Jahren häufiger auf den Prüfstand. Es gab die beiden Netzwerk-Lösungen Drobo 5N und Drobo 5N2 sowie die Typ-C-Lösung Drobo 5C. Bekannt sind die Lösungen von Drobo aber schon deutlich länger. Nach einigen turbulenten Jahren geht es nun seit einiger Zeit, unter neuer Führung, kontinuierlich voran. Gefehlt hat im Portfolio zuletzt eine Lösung für das aktuelle Thunderbolt-3-Protokoll. Diese Lücke wird vom Drobo 5D3 geschlossen, das dank zweier Schnittstellen in eine Daisy Chain eingebunden werden kann. Ebenso steht auch ein USB-Typ-C-Anschluss bereit, hinter dem sich allerdings das betagte 3.0-Protokoll verbirgt. Gleichzeitig kann dank fünf Bays eine stattliche Speicherkapazität angebunden werden, die in Kombination mit dem BeyondRAID-System flexibler als bei anderen Lösungen nutzbar sein soll.

» zur Galerie

Eines haben alle Drobo-Systeme gemeinsam: Im Schnäppchen-Segment sind sie nicht verortet. Das gilt auch für unseren jüngsten Testkandidaten, der in der Regel mit rund 650 Euro zu Buche schlägt, aktuell aber für 580 Euro verfügbar ist. Sollen dann noch fünf passende, normal dimensionierte HDDs, wie die Seagate IronWolf mit 4 TB verbaut werden, wird die 1.000-Euro-Marke mühelos durchbrochen. Gleichzeitig fällt auf, dass gegenüber der reinen USB-C-Version Drobo 5C ein stattlicher Aufpreis bezahlt werden muss.

Technische Daten
Hersteller Drobo
Modell Drobo 5D3
Speicher fünf 3,5"-Festplatten (plus 1x mSATA als Cache)
Anschlüsse Vorne: - , Hinten: 2x Thunderbolt 3, 1x USB 3.0 Typ C
Maße (HxBxT) 185 mm x 150 mm x 262 mm
Gewicht 3,9 Kg
Besonderheiten BeyondRAID, , Laptop-Charge via TB3 (15 Watt), dimmbare LEDs,
werkzeugloser HDD-Wechsel, integrierter Pufferakku
Preis ca. 580 Euro

Design-technisch bleibt sich Drobo treu. Auf den ersten Blick ist es nicht möglich, das Drobo 5D3 von seinen Schwester-Modellen zu unterscheiden – schlecht ist das aber keinesfalls.

Drobo setzt auf die bekannte Kombination aus matten und glänzenden Oberflächen. Während das eigentliche Gehäuse mattschwarz ist, setzt Drobo auf eine Front aus Glossy-Kunststoff. Letztere sieht schick aus, ist aber naturgemäß anfällig gegenüber Fingerabdrücken und Kratzern. Letzteres kann man bei unserem Testmuster schon recht gut erkennen. Auf der rechten Seite der Abdeckung scheinen im Betrieb die LEDs durch, sodass der Zustand der Festplatten jederzeit ersichtlich ist. Auf der Unterseite gibt es darüber hinaus zehn blaue LEDs, die als Füllstandanzeige des DAS dienen.

 

» zur Galerie

Das Herzstück unseres Testkandidaten ist sein kompaktes Gehäuse aus Stahlblech, das mit 150,3 x 185,4 x 262,3 mm auf jedem Schreibtisch ein Plätzchen finden sollte. Der recht massive Aufbau hat seine Vorteile, denn die Schwingungen der Festplatten werden so besser gedämpft, als es beispielsweise bei einer leichten Aluminium-Konstruktion der Fall wäre. Die Verarbeitungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben. 

Das Front-Element wird magnetisch gehalten und kann mit einem einfachen Handgriff entfernt werden. Auf der Rückseite hat Drobo vermerkt, welchen HDD-Zustand die einzelnen Farbcodes signalisieren. Gleichzeitig wird deutlich, dass Drobo auf eine klassische Schubladen-Lösung verzichtet. Die HDDs werden einfach direkt in das DAS geschoben und rasten merklich ein. Über einen kleinen Hebel kann jede einzelne Festplatte wieder ausgeworfen werden. Das ist extrem einfach, hat aber den Nachteil, dass die Festplatten nicht separat entkoppelt werden. Durch die massive Konstruktion des Gehäuses werden Schwingungen recht gut vermieden. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass das 5D3 auf einer recht massiven Unterlage steht.

Eine Besonderheit ist auf der Unterseite unseres Testkandidaten zu finden. Wie bereits in der Vergangenheit ermöglicht es Drobo auch bei seiner neuen Thunderbolt-Lösung den Einbau einer mSATA-SSD, die als SSD-Cache fungiert. Der Einbau erfolgt werkzeuglos auf der Unterseite der Box.

» zur Galerie

Die Rückseite des Drobo 5D3 fällt vergleichsweise unspektakulär aus. Hinter einer Wabenstruktur verbaut der Hersteller einen 120-mm-Lüfter, der dafür sorgt, dass die Festplatten stets mit genügend Frischluft versorgt werden.

Am unteren Rand verbaut Drobo drei Anschlüsse. Bei zweien handelt es sich um die Thunderbolt-3-Anschlüsse mit Typ-C-Stecker. Entsprechend kann das DAS problemlos in eine Daisy-Chain eingebunden werden. Praktisch ist das gerade vor dem Hintergrund, dass sich Thunderbolt 3 dazu eignet, auch noch Bild- und Netzwerk-Signale zu transportieren und gleichzeitig auch noch genügend Strom liefert, damit ein Notebook geladen werden kann. Zusätzlich gibt es einen dritten Typ-C-Port, der für den USB-Einsatz vorgesehen ist. Abgerundet wird das Anschluss-Portfolio vom Stecker für das Netzteil, denn das wird extern ausgeführt und liefert xxx Watt.

» zur Galerie

Gerade im Zusammenhang mit den Thunderbolt-Schnittstellen kommt es aber auch zur größten Einschränkung des Drobo 5D3. Thunderbolt 3 kann nämlich aktuell nur im Zusammenhang mit einem Mac genutzt werden. Wer ein Windows-Rechner nutzt, muss sich mit der USB-Schnittstelle begnügen, kann dann aber auch gleich zum deutlich günstigeren Drobo 5C greifen.

Eine weitere Besonderheit befindet sich im Inneren der Box: Dank einer integrierten Batterie können die Festplatten im Fall eines Stromausfalls noch sicher herunterfahren.

 


Drobo BeyondRAID – das bessere System?

Das Herzstück alle Systeme von Drobo, egal ob NAS oder DAS ist das Beyond-RAID-System. Mit diesem versucht sich der Hersteller die Nachteile der klassischen RAID-Lösungen zu umgehen. Sprich: Es soll deutlich mehr Flexibilität für den Kunden geboten werden, während gleichzeitig eine enorm einfache Handhabung realisiert werden soll. 

Bei normalen RAID-Arrays, egal ob RAID 0, RAID 1 oder RAID 5 ist folgende Tatsache quasi Gesetz: Es sollten ausschließlich gleiche Festplatten zum Einsatz kommen, zumindest sollte aber die Kapazität übereinstimmen. Bei BoyondRAID ist das anders: Hier können verschiedenste Festplatten zusammen betrieben werden, ohne dass es zu Problemen kommt. In unserem Test verwendeten wir beispielsweise Festplatten, die zusammen 5,5 TB bieten (2 TB + 2 TB + 1 TB + 500 GB). Alle HDDs wurden korrekt erkannt, die nutzbare Größe lag am Ende bei 3 TB.  

» zur Galerie

Der Kapazitätsunterschied rührt daher, dass BeyondRAID ganz ähnlich einem RAID5 arbeitet. Die Daten werden „reihum“ auf den verschiedenen HDDs verteilt, zusätzlich werden Paritätsdaten hinterlegt, sodass die Daten trotz einer defekten Festplatte rekonstruiert werden können. Zusätzlich wird auch noch ein gewisser Speicherplatz vorgehalten, der benötigt wird, wenn eine Festplatte ausgetauscht wird. Ganz pauschal gesagt: Es wird immer der Platz der größten Festplatte für Paritätsdaten vorgehalten, geht also „verloren“. Bei unserem Setup fehlen passenderweise 2 TB, die zum Schutz verwendet werden.

Wer auf eine zusätzlichen Absicherung Wert legt, kann eine auch doppelte Disk-Redundanz wählen, kann dann aber verständlicherweise weniger Speicherplatz nutzen – dann arbeitet BeyondRAID ähnlich einem RAID 6. Insgesamt gibt es bei Drobos Ansatz aber sieben verschiedene Modi, deren Nutzung ganz davon abhängt, was aktuell für Festplatten genutzt werden. 

Für Nutzer, die vorab wissen möchten, welche Kapazität am Ende zur Verfügung steht: Drobo bietet auf seiner Webseite einen Kapazitäts-Rechner an

» zur Galerie

Das System von Drobo hat in der Praxis zwei große Vorteile: Wer noch einige Festplatten besitzt, kann einfach das 5D3 kaufen und loslegen, indem er die vorhandenen HDDs weiternutzt. Einen noch größeren Vorteil kann Beyond-RAID aber dann ausspielen, wenn das bereitstehende Volumen nicht mehr ausreicht: Es kann einfach eine bzw. die kleinste Festplatte entfernt werden und zusätzlich ein größeres Modell installiert werden. Das System startet automatisch mit der Wiederherstellung und schon nach einer vergleichsweise kurzen Zeit ist das System wieder einsatzbereit und bietet zusätzlich mehr Speicherplatz. Viel einfacher kann es nicht sein, den Speicherplatz in einem Multi-HDD-Array zu erweitern.

Wo Licht, da bekanntlich auch Schatten. So auch bei Drobos System-Ansatz. Es handelt sich um ein proprietäres System, man ist also auf Drobo als Anbieter angewiesen.

Das Drobo Dashboard im Überblick

Das Handling erfolgt über das Drobo Dashboard, eine Software, die für Windows und MacOS zur Verfügung steht. Eine Lösung für Linux gibt es beispielsweise nicht. Bei einem DAS ist eine solche Lösung sicherlich weniger ungewöhnlich als bei den NAS-Lösungen des Herstellers. 

» zur Galerie

Die Software ist übersichtlich gestaltet und bietet Zugriff auf alle wichtigen Funktionen. Neben der eigentlichen Konfiguration kann die Hardware auf diesem Wege auch überwacht werden. Im Fall eines Problems wird der Nutzer über Pop-up-Nachrichten informiert. Gleichzeitig gibt es auch die Möglichkeit die LEDs zu konfigurieren und beispielsweise etwas dunkler zu schalten.


Leistungsmessungen

Für unsere Leistungsmessungen setzten wir auf vier verschiedene dimensionierte Festplatten von Toshiba und Samsung. Die Kapazität lag zwischen 500 GB und 2 TB. Bei den genutzten HDDs handelt es sich nicht mehr um die aktuellsten Festplatten, was sich natürlich auf die Leistung auswirkt, sodass die von uns ermittelten Werte natürlich nur als grobe Richtwerte angesehen werden können.

Die Leistung ermitteltem wir in zwei Szenarien. Zunächst wurden 10 GB an kleinen Daten übertragen, später eine 10 GB große Datei.

 

Leistungsmessung – kleine Dateien

MB/s
Mehr ist besser

Leistungsmessung – große Daten

MB/s
Mehr ist besser

Gerade beim Transfer von großen Datenmengen kann sich die Leistung sehen lassen, der mSATA-Cache hat dann allerdings keinen allzu großen Einfluss. Anders sieht es aus, wenn viele kleine Dateien verschoben werden. Dann kann unser Testgerät mit verbautem Cache mit recht konstanten Datenraten aufwarten und eine ordentliche Schippe drauflegen. Wer also mit einem Drobo 5D3 liebäugelt, sollte direkt das Cache-Upgrade mit einplanen.

Das Drobo 5D3 eignet sich damit für Anwender, die auf riesige Datenmengen einigermaßen flott zugreifen müssen, denen die Gigabit-Limitierung im Netzwerk aber zu langsam ist. So kann die Drobo-Lösung ihre Vorteile ausspielen, wenn mit FullHD-Videos gearbeitet wird oder sehr umfangreiche Fotoshootings schnell abgelegt werden müssen. Wer hingegen mit 4K-Videos arbeitet, kann an seine Grenzen kommen - große SSD-Setups sind aber noch einmal deutlich teurer. Mit modernen, schnelleren Festplatten ist aber in jedem Fall noch eine moderate Leistungssteigerung zu erwarten.

Gleichzeitig kann die Leistung, die Thunderbolt 3 maximal zur Verfügung stellt, nicht ansatzweise ausgenutzt werden. Gerade bei TB3 wird der Puffer aber benötigt, denn im Falle einer Daisy-Chain-Konfiguration müssen sich die Daten des 5D3 die Leitung mit verschiedensten „Konkurrenten“ teilen.

Stromverbrauch und Lautstärke

Drobo setzt auf der Rückseite seiner DAS-Box einen 120-mm-Lüfter ein. Der arbeitet vergleichsweise leise, sodass von ihm im Betrieb nichts zu hören ist. Anders sieht es bei den Festplatten aus. Die machen durchaus auf sich aufmerksam, auch wenn das stabile Gehäuse viele Schwingungen abfangen kann. Wer das 5D3 auf dem Schreibtisch betreiben möchte, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass es auf einer möglichst stabilen Unterlage steht.

 

Lautstärke

36.4XX


41.2XX


dB(A)
weniger ist besser

Keine Besonderheiten gibt es hinsichtlich des Stromverbrauchs. Im Idle-Zustand werden etwas mehr als 30 Watt benötigt, bei Zugriffen sind es rund 10 Watt mehr.

Stromverbrauch

31.4XX


43.6XX


Watt
weniger ist besser


Mit dem Drobo 5D3 rundet der Speicherspezialist sein aktuelles Portfolio gekonnt ab, bietet aber ein Produkt an, das auf eine sehr spezielle Zielgruppe zugeschnitten ist: Kreativ-Profis, die mit dem Mac arbeiten, riesige Datenmengen vorhalten und recht flott zugreifen müssen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, den eigenen Mac durch TimeMachine-Support zu sichern.

Am eigentlichen Prinzip hält Drobo fest, was sicherlich kein Fehler ist. Das Gehäuse der DAS-Lösung für fünf Laufwerke ist optisch ansprechend, nicht allzu groß und hervorragend verarbeitet. Hinter der magnetischen Abdeckung können die maximal fünf Laufwerke bequem und ohne Werkzeug oder Schubladen direkt in das Gehäuse geschoben werden. Dabei werden sie allerdings nicht entkoppelt. Dank der recht massiven Gehäuse-Konstruktion kommt es aber nicht zu ungebetenen Schwingungen. Auf der Rückseite sorgt ein 120-mm-Lüfter dafür, dass die Festplatten nie zu warm werden. Die Lautstärke-Entwicklung des Lüfters hält sich gleichzeitig in Grenzen. Am Ende hängt die Geräuschentwicklung aber auch ein Stück weit von den eingesetzten Festplatten ab, denn sie sind teils deutlich wahrnehmbar.

Das gilt auch für die Leistung, die sich in unserem Test durchaus sehen lassen kann. Dank der Thunderbolt-3-Schnittstelle, die maximal 40 Gbps bereitstellt, kommt es keinesfalls zu Engpässen bei der Anbindung. Dank zweier Schnittstellen kann das Drobo 5D3 in eine Daisy-Chain eingebunden werden. Darüber hinaus gibt es auch noch einen USB-Typ-C-Schnittstelle. Womit wir auch beim größten Problem von Drobos aktuellstem DAS wären. Aktuell funktioniert Thunderbolt 3 nur bei Mac-Lösungen. Vor dem Hintergrund, dass Drobo vornehmlich Kreativ-Profis ansprechen möchte, kann noch ein Auge zugedrückt werden, es wäre aber dennoch wünschenswert, wenn Windows-Support zeitnah folgen würde.

 

» zur Galerie

Keine Kritik können wir am BeyondRAID-System anbringen. Das System ist deutlich flexibler als normale RAID-Lösungen. Davon profitieren zunächst einmal in erster Linie Nutzer, die bestehende Festplatten weiternutzen möchten. Später ist es dann besonders einfach, den vorhanden Speicherplatz zu erweitern: Die kleinste Festplatte wird aus dem Array entfernt und gegen ein größeres Modell ersetzt. Den Rest erledigt die Drobo-Lösung von allein. Der Nutzer muss sich keine weiteren Gedanken machen. Der Nachteil an dieser Lösung ist proprietäre Ansatz, den Drobo verfolgt. Die zur Bedienung benötigte Software ist übersichtlich und bietet alle relevanten Einstellmöglichkeiten.

Der von Drobo aufgerufene Preis hat es allerdings in sich, denn aktuell müssten rund 600 Euro für das 5-Bay-DAS eingeplant werden. Wer allerdings zur Zielgruppe gehört und seine Speicherlösung in eine bestehende Daisy-Chain auf Thunderbolt-3-Basis einfügen möchte, macht damit keinesfalls etwas falsch.

Positive Aspekte des Drobo 5D3:

Negative Aspekte des Drobo 5D3: