Toshiba TR200 SSD mit 3D-BiCS-Speicher im Test

Veröffentlicht am: von

teaserDie Toshiba TR200 verzichtet erstmals auf den OCZ-Namenszusatz und soll ein attraktives Paket für den Einstiegsmarkt sein. Dazu setzt Toshiba auf den neusten 3D-TLC-Speicher, der den Namen "BiCS Flash" trägt. Als Produkt für den Einstiegsmarkt steht bei der Toshiba TR200 das Preis-/Leistungsverhältnis an wichtigster Stelle – doch auch beim Stromverbrauch soll die TR200 punkten können. Wie sich Toshibas Neuling gegen die Konkurrenz schlägt untersuchen wir in diesem Artikel.

Nachdem Toshiba durch den Kauf von OCZ seine Position im Endkundenmarkt deutlich stärken konnte, sieht man nun offenbar den Zeitpunkt gekommen, sich vom Label OCZ zumindest teilweise wieder zu trennen. So verzichtet Toshiba bei der TR200 auf die drei bekannten Buchstaben, ganz verschwinden soll die Marke OCZ aber vorerst nicht: Mainstream- und High-End-SSDs sollen weiter unter dem bekannten Brand laufen. So besteht das Produkt-Lineup nun aus der Toshiba TR200, der OCZ VX500 und dem OCZ RD400.

» zur Galerie

Als Controller verrichtet in der TR200 ein Modell von Toshiba seine Arbeit, welches den Namen TC58NC1010 trägt. Geht man nach der Namensgebung, handelt es sich dabei um eine Weiterentwicklung des Toshiba-TC58NC1000-Controllers, den wir auf der Trion/TR150  gefunden haben. Den hauseigenen BiCS-Speicher verkauft Toshiba schon länger, bisher allerdings nur in Zusammenhang mit Laufwerken für den OEM-Markt. Die Toshiba TR200 ist das erste Produkt für den Retail-Markt, welches Toshiba mit BiCS-Speicher ausgestattet hat. Ob es Toshiba mit diesem Rezept zu einer Empfehlung schafft werden die Benchmarks auf den folgenden Seiten klären.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Toshiba TR200
UVP 80,90 Euro (240 GB)
144,90 Euro (480 GB)
269 Euro (960 GB)
Homepage www.toshiba.de
Technische Daten  
Formfaktor 2,5 Zoll
Interface SATA
Protokoll AHCI
Firmware SBFA12.0
Kapazität (lt. Hersteller) 960 GB
Kapazität (formatiert) 894 GiB
Verfügbare Kapazitäten 240, 480, 960 GB
Cache -
Controller Toshiba TC58NC1010
Chipart TLC 3D NAND (Toshiba)
Lesen (lt. Hersteller) 555 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 540 MB/s
   
Herstellergarantie Drei Jahre

Auch wenn die Toshiba TR200 kein OCZ mehr in Namen trägt – ganz verschwunden ist die Marke auch von diesem Laufwerk nicht, denn auf dem Gehäuseaufkleber befindet sich noch das bekannte OCZ-Logo.

» zur Galerie

Das Innere der Toshiba TR200 ist weitgehend unspektakulär. Auf der Vorderseite befinden sich der Controller und vier Speicherbausteine, auf der Rückseite vier weitere. Was fehlt ist ein externer DRAM-Cache.

» zur Galerie

Die meisten Controller verwenden hier ein LPDDR3-Modul um Verwaltungsdaten zwischenzuspeichern und so eine höhere Performance zu erreichen, doch ist auch der Verzicht auf einen zusätzlichen Cache keine Neuheit: Bereits der inzwischen praktisch nicht mehr erhältliche SandForce-Controller hat auf ein Design ohne externen Cache gesetzt.

» zur Galerie

Die Toshiba TR200 kommt mit einer dreijährigen Garantie. Die Garantie endet vorzeitig, sollte die vom Hersteller spezifizierte Schreiblast (TBW) überschritten werden. Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der TBW-Werte verschiedener SATA-SSDs.

Maximale Schreiblast (TBW)
Kapazität / GB120-128240-275480-525960-1.0002.000
Samsung 750 EVO 35 TB 70 TB 100 TB - -
Toshiba TR200 - 60 TB 120 TB 240 TB -
Samsung 850 EVO - 75 TB 150 TB 150 TB 300 TB
Crucial MX300 - 80 TB 160 TB 360 TB 400 TB
Samsung 960 EVO - 100 TB 200 TB 400 TB -
Western Digital Blue - 100 TB 200 TB 400 TB -
Intel SSD 600p 72 TB 144 TB 288 TB 576 TB -
ADATA SX8000 80 TB 160 TB 320 TB 640 TB -
Samsung 960 PRO - - 400 TB 800 TB 1,2 PB
Zotac Sonix SSD - - 698 TB - -
Corsair MP500 175 TB 349 TB 698 TB - -

Die praktische Relevanz des TBW-Werts ist allerdings eher gering, denn zum Einen erreicht man diesen Wert selbst als Power-User kaum, zum Anderen ist davon auszugehen, dass der Speicher ein Vielfaches der spezifizierten Schreibvorgänge aushält. Den Herstellern geht es beim TBW-Wert vor allem darum, den Einsatz in Servern und Enterprise-Umgebungen einzuschränken.

Wie bei praktisch jedem Laufwerk gehört auch bei der Toshiba TR200 ein Pseudo-SLC-Cache zur Ausstattung. Ein Teil des Speichers wird mit nur einem statt drei Bits programmiert, was die Performance kurzfristig steigert. Wie groß der Einfluss des SLC-Caches ist, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich das Laufwerk verhält, wenn dieser Cache voll ist. Denn dann ist der Controller gezwungen, die ankommenden Daten direkt in den langsameren TLC-Speicher zu schreiben.

Am einfachsten lässt sich der SLC-Cache untersuchen, wenn das Laufwerk sequenziell mit Daten gefüllt wird. Ist der Cache voll, bricht die Performance ein.

de TOSHIBA TR200 0.csv 500

Nach diesem Test ist der SLC-Cache der Toshiba TR200 ungefähr 14 GB groß. Danach bricht die Geschwindigkeit ein, weil die Zellen direkt mit drei statt nur mit einem Bit programmiert werden müssen.


asrock-z97-extreme6

Hardware

Software

Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke an einem SATA-6 Gb/s-Port des Z97-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep, sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert. Außerdem wurde LPM (Link Power Management) deaktiviert.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

138.23 XX


132.67 XX


105.75 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

263.58 XX


258.94 XX


176.48 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

342.26 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

330.52 XX


313.51 XX


271.45 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

494.71 XX


457.81 XX


382.65 XX


MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

416.07 XX


267.28 XX


MB/s
Mehr ist besser

Als Laufwerk für Ein- und Umsteiger kann man keine High-End-Performance erwarten, entsprechend platziert sich die Toshiba TR200 auch.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

117.56 XX


114.58 XX


101.69 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

350.34 XX


314.94 XX


303.32 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

306.54 XX


295.28 XX


275.83 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

529.66 XX


524.76 XX


464.37 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

502.37 XX


415.83 XX


342.41 XX


MB/s
Mehr ist besser

Beim Lesen von kleinen Blöcken schneidet die Toshiba TR200 im AS SSD Benchmark deutlich besser ab.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Iso

380.51 XX


350.69 XX


180.22 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

278.61 XX


188.19 XX


MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel