LaCie Bolt³ und 6big mit Thunderbolt 3 im Test

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lacie 6big logoDie schnelle Anbindung von externem Speicher spielt zunehmend eine wichtigere Rolle. Immer mehr und mehr Daten werden gewonnen, sei es im Videobereich oder in anderen Segmenten wie der Fotografie. Möglichst viel Speicher schnell extern anzubinden ist aber keine allzu triviale Aufgabe, selbst in Zeiten von USB 3.1 und Thunderbolt 3, denn nicht immer limitiert die Bandbreite der Schnittstelle, sondern oftmals die verbauten Datenträger, die gar nicht die Leistung abrufen können, die USB 3.1 Gen2 oder Thunderbolt 3 zur Verfügung stellen. Wir haben uns zwei externe Speicher von LaCie angeschaut, die Thunderbolt 3 ausnutzen wollen und dabei zwei unterschiedliche Anwendungsbereiche bedienen.

LaCie ist eine Marke von Seagate und gehört mit dem Aufkommen der 1. Thunderbolt-Generation zu den wichtigsten Unterstützern dieser Technologie. War dies anfangs sicherlich ein Risiko, denn die 1. Generation von Thunderbolt wurde ausschließlich von Apple-MacBooks angeboten, hat sich Thunderbolt spätestens mit dem Wechsel auf die 3. Generation zu einem allgemeinen Standard entwickelt, der inzwischen von vielerlei Hardware in Form von Notebooks, Komplettsystemen und Mainboards angeboten wird.

Thunderbolt 3 beschreibt dabei zunächst einmal nur die Schnittstelle, die auf eine theoretische Bandbreite von 40 GBit/s kommt. Auf Seiten der Protokolle gesprochen wird von PCI-Express-3.0 in vier Lanes, DisplayPort 1.2, HDMI 2.0 und USB 3.1 Gen 2. Über Adapter können letztendlich aber auch Audio-Signale übertragen werden. Thunderbolt 3 ist also nur die Übertragungstechnologie, die mit der 3. Generation neben der Verdopplung der Geschwindigkeit auch ein neues Steckerformat erhalten hat: USB Typ-C. Dies soll Thunderbolt 3 dazu verhelfen ein universeller Standard zu werden, zumal damit auch die USB-3.1-Hardware mit eingebunden wird, die ebenfalls auf den Typ-C-Stecker setzt.

Thunderbolt 3 ermöglicht es außerdem bis zu sieben Geräte hintereinander zu hängen. Dies geschieht via Daisy Chain und damit dies möglich ist, muss externe Thunderbolt-3-Hardware einen weiteren Anschluss zur Verfügung stellen, damit weitere Geräte dahinter angeschlossen werden können. In Thunderbolt 3 zudem integriert ist das USB Power Delivery, womit bis zu 100 W an elektrischer Leistung übertragen werden können. Möglich ist dies über Kupferkabel mit einer Länge von bis zu 3 m. Die reine Datenübertragung ist über optische Kabel bis zu einer Länge von 60 m möglich. Im Vergleich zu USB 3.1 Gen 2 bietet Thunderbolt 3 die vierfache Bitrate (10 vs. 40 GBit/s).

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Kommen wir nun zum ersten externen Speicher auf Basis von Thunderbolt 3 von LaCie, den wir uns genauer anschauen wollen. Beim LaCie Bolt³ handelt es sich um eine kompakte Variante, die aber nicht ohne externe Stromversorgung auskommt und damit nicht wirklich für den mobilen Einsatz gedacht ist. Zwei M.2-SSDs sollen für die nötige Leistung sorgen, denn der LaCie Bolt³ soll nicht möglichst viel Speicherplatz anbieten, sondern hier konzentriert man sich vor allem auf die Geschwindigkeit.

Die technischen Daten der LaCie Bolt³
Modell: LaCie Bolt³
Straßenpreis: 2.299 Euro
Technische Daten
Abmessungen: 115 x 203 x 25 mm
Gewicht: 785 g
Gehäuse: Aluminiumgehäuse
Schnittstellen: 2x Thunderbolt 3
Speicherkapazität: 2 TB
verbaute SSDs: 2x M.2 PCI-Express-SSD
Daisy Chain: Ja

externe Stromversorgung:

Ja
Lüfter: Ja

Die Speicherkapazität des LaCie Bolt³ beläuft sich auf 2 TB. Dies setzt sich aus zwei M.2-SSDs mit jeweils 1 TB zusammen. Die beiden SSDs sind in einem RAID0 zusammengeschaltet, da es sich um ein Software-RAID handelt, kann der Nutzer darauf aber auch ein RAID1 betreiben. LaCie sieht den Bolt³ aber eher für hohe Geschwindigkeiten vor und empfiehlt daher den Einsatz im RAID0. Der Preis für diesen vermeintlich sehr schnellen externen Speicher liegt bei 2.299 Euro.

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LaCie verpackt die Bolt³ in ein Aluminium-Gehäuse mit den Abmessungen von 115 x 203 x 25 mm. Das Gewicht liegt bei 785 g. Beide Fakten würden noch dafür sprechen, diese Hardware auch mobil in den Einsatz zu bringen. Allerdings ist ein externes Netzteil notwendig. Zudem ermöglicht LaCie das Aufstellen der Bolt³ über einen Ständer, wenngleich es auch möglich ist das Gehäuse einfach auf den Tisch zu legen. Im Ständer gehalten wird der Bolt³ über Magnete. Auf den Bildern ebenfalls zu sehen sind die Öffnungen auf der Rückseite des Gehäuses, die der Kühlung dienen. LaCie verbaut auch einen kleinen Lüfter, der bei Bedarf und damit längerer Last für etwas Frischluft sorgt.

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Hinter einer Klappe verbergen sich die Anschlüsse des externen Speichers. Dort zu finden sind die beiden Thunderbolt-3-Anschlüsse, sodass der Aufbau einer Daisy Chain möglich ist. Daneben ist noch der Anschluss für das externe Netzteil zu sehen.

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Um die LaCie Bolt³ an der richtigen Seite in den Ständer zu stellen, ist eine kleine Nase vorhanden, welche die Richtung vorgibt. Die Magneten sind durchaus stark, so dass selbst ein Aufstellen auf der Ecke nicht sonderlich kompliziert ist, da sich beide Komponenten sehr stark anziehen. Der Standfuß ist sicherlich nur dann notwendig, wenn der LaCie Bolt³ ein Highlight auf dem Schreibtisch sein soll. Aus rein praktischer Sicht macht er keinen Sinn.

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Neben dem Laufwerk selbst, dem dazugehörigen Netzteil und den üblichen Beigaben wie ein Handbuch liefert LaCie auch das dazugehörige Thunderbolt-3-Kabel mit. Dieses weist eine Länge von 30 cm auf und eignet sich daher nur, wenn der LaCie Bolt³ direkt neben der Rechenhardware betrieben wird.

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Thunderbolt 3 ist vor allem dann im stationären Einsatz interessant, wenn über ein Kabel nicht nur sämtliche Hardware angeschlossen werden kann, sondern auch der Akku geladen werden soll. Per USB Power Delivery ist dies möglich und schließt man den LaCie Bolt³ samt Netzteil an ein MacBook an, wird der Akku hier auch geladen.

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LaCie integriert auch ein praktisches Kabelmanagement. Wird die Klappe auf der Rückseite geschlossen, schauen nur noch die Kabel aus dem Gehäuse und die Stecker können nicht mehr so leicht aus dem Anschluss gezogen werden.


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Wird der LaCie Bolt³ in macOS genutzt, zeigt sich auch gleich das Software-RAID. Die beiden M.2-SSDs sind per PCI-Express angebunden und können daher als RAID0 und RAID1 angebunden werden. Im Auslieferungszustand ist die Bolt³ als RAID0 konfiguriert.

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Eine der ersten Leistungsmessungen ist der AJA System Test. Hier liefert die LaCie Bolt³ in einem definierten Testszenario eine Schreibrate von 510 MB/s und eine Leserate von 1.325 MB/s. Damit erreicht der Speicher hier noch nicht die maximale Leistung.

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Der Blackmagic Disk Speed Test schaut sich an, wie hoch die Übertragungsrate ist und zeigt dann an, welche Videoformate sich darüber bearbeiten ließen. Die beiden Tachos wiederum zeigen auch die Übertragungsraten selbst an. Für das Schreiben von Daten kommen wir hier auf 863 MB/s, beim Lesen sind es über 2.000 MB/s.

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Zufälliges und sequentielles Lesen und Schreiben von Daten unterschiedlicher Größe misst der QuickBench. Hier sehen wir bereits bei kleinen Dateien eine Übertragungsrate von bis zu 1.921 MB/s.

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Werden die Dateien größer, können Dateien mit rund 1.000 MB/s geschrieben und mit 2.260 MB/s gelesen werden. Damit liegen wir hier schon höher, als es der Blackmagic Disk Speed Test anzeigen kann.

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Bei noch größeren Dateien steigt die Datenrate für das Lesen von Dateien auf fast 2.600 MB/s an. Diesen Wert haben wir bei externen Speichern bisher noch nicht gesehen und damit wird der LaCie Bolt³ auch zu einem echten Ersatz für internen Speicher, denn große Unterschiede wird man hier nicht mehr feststellen.

Thunderbolt 3 beim neuen MacBook unterschiedlich schnell

Das neue MacBook Pro mit Touch Bar verfügt sowohl beim 13- als auch beim 15-Zoll-Modell über vier Typ-C-Anschlüsse die auch allesamt Thunderbolt 3 unterstützen. Im Falle des 13-Zoll-Modells sind die beiden Anschlüsse auf der rechten Seite aber langsamer angebunden. Thunderbolt 3 kann theoretisch 40 GBit/s erreichen. Bei den MacBook Pros versprechen alle Anschlüsse auch durchgängig 10 GBit/s für USB 3.1 Gen 2. Dahingehend soll es keine Einschränkungen geben.

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Wir haben dazu auch einige Messungen mit dem Bolt 3 gemacht. Wir haben die Festplatte einmal an den linken und einmal an den rechten Anschlüssen verwendet und einige Werte aufgezeichnet. Auf der linken Seite haben wir auch die linken Anschlüsse verwendet, auf der rechten Seite eben die rechten Anschlüsse.

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Als zweites haben wir uns auch noch einen externen Speicher angeschaut, der etwas mehr Fokus auf die Gesamtkapazität legt, dabei aber auch schnell sein soll. LaCie bietet hier verschiedene Modelle mit Thunderbolt 3 an: Die von uns getestete 6big und die 12big. Die LaCie 6big ist mit Kapazitäten von 24 TB, 36 TB, 48 TB und 60 TB ab einem Preis von 2.899 Euro erhältlich. Die LaCie 12big ist als 48 TB-, 72 TB-, 96 TB- und 120 TB-Version kostet ab 6.199 Euro.

Die technischen Daten der LaCie 6big
Modell: LaCie 6big
Straßenpreis: 2.780 Euro
Technische Daten
Abmessungen: 161 x 225 x 237 mm
Gewicht: 16,4 kg
Gehäuse: Aluminiumgehäuse
Schnittstellen: 2x Thunderbolt 3
1x USB 3.1 Gen2
Speicherkapazität: 24 TB
verbaute SSDs: 6x 6 TB HDD
Daisy Chain: Ja

externe Stromversorgung:

Ja
Lüfter: Ja

Bestückt werden können das 12big und 6big mit 12 bzw. 6 Festplatten aus dem Hause Seagate. Je nachdem welche Modelle hier also zum Einsatz kommen, beläuft sich die Gesamtspeicherkapazität demnach auf 120 bzw. 60 TB. Abhängig davon, in welchem RAID-Verbund diese Festplatten betrieben werden – unterstützt werden RAID0, RAID1, RAID5 und RAID6 – erreichen die Speichersysteme Datenübertragungsraten von 2.600 MB/s im Falle des 12big oder 1.400 MB/s im Falle des 6big. Auch hier soll es also möglich sein, Videodaten wie ProRes 422 (HQ), ProRes 4444 XQ sowie unkomprimierte 10-bit und 12-bit HD-Videos zu bearbeiten.

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Mit einem mobilen Speicher hat das LaCie 6big natürlich nichts mehr zu tun. Die Abmessungen von 161 x 225 x 237 mm sprechen natürlich als erstes dagegen, das Gewicht von über 16 kg sind der zweite Grund, warum man dieses RAID-System nicht durch die Gegend tragen möchte. LaCie ist aber durchaus bewusst, dass es Anwender gibt, die auch einen solchen Speicher unterwegs benötigen – meist natürlich für Videoproduktionen. Daher sieht LaCie als optionales Zubehör mit einem Hersteller für Outdoor-Transportsysteme auch ein solches vor, in welchem das LaCie 6big untergebracht werden kann.

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Das komplette Gehäuse des LaCie 6big ist aus Aluminium – die darunterliegende Rahmenstruktur besteht ebenfalls aus Metall. Dies macht natürlich einen Großteil des Gewichtes aus. Aber auch die sechs 3,5-Zoll-HDDs kommen auf ein gewisses Gewicht. Die Blenden an der Front machen einen modularen Eindruck, entfernen bzw. öffnen lassen sich aber nur die sechs Einschübe für die Festplatten. Neben dem Hauptschalter auf der Rückseite besitzt das RAID-System auch noch einen Knopf auf der Vorderseite, der sich hinter der blauen Halbkugel verbirgt.

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Auf der Rückseite ist der besagte Hauptschalter zu sehen. Darunter befinden sich zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse – über einen wird das LaCie 6big an das System angebunden, der zweite steht für weitere Thunderbolt-Hardware zur Verfügung. Darunter befindet sich auch noch ein USB-3.1-Anschluss, der allerdings nicht offiziell zum Betrieb des 6big geeignet ist, sondern eine Art Wartungszugang ermöglicht. Gesichert werden kann das System über den Kensington-Anschluss. Da das Netzteil intern verbaut ist, verwendet LaCie einen üblichen Kaltgerätestecker.

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Im Inneren des Gehäuses arbeiten zwei 120-mm-Lüfter, die sich redundant um die Kühlung kümmern. Fällt einer der Lüfter aus, kann der zweite die Kühlung übernehmen. Per Software warnt das Programm von LaCie vor einem Ausfall.

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Im Inneren des LaCie 6big sind natürlich Festplatten aus dem Hause Seagate verbaut. Die Enterprise Capacity 3.5 HDD v5 haben in diesem Fall eine Kapazität von 6 TB, sind aber auch in Modellen mit 8 TB erhältlich. Inzwischen hat Seagate eine neue Generation vorgestellt, die pro Platte auf 12 TB kommt.

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Die Festplatten können ohne Werkzeug aus dem 6big entfernt werden, um sie aus dem Einbaurahmen zu bekommen, ist dann aber schon mindestens ein Schraubendreher notwendig. Einen eventuellen Effekt zeigen sowohl die Software, als auch die LEDs auf der Front des Gehäuses an.

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Wirft man einen Blick in das Innere des Gehäuses, so werden hier die beiden Lüfter sichtbar. Zudem sind hinten die Platinen zu erkennen, auf denen wiederum der SATA-Anschluss sitzt. Die Festplatten werden einfach nur auf diese Platinen geschoben und die SATA-Verbindung wird hergestellt.

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Im Lieferumfang des LaCie 6big befinden sich neben dem Netzteilkabel auch die Datenkabel. Entscheidend ist dabei das Thunderbolt-3-Kabel, welches eine Länge von 1,5 m aufweist. Damit kann das RAID-System auch unter dem Tisch platziert werden und dennoch reicht das Kabel bis auf die Schreibtischplatte – wenn auch knapp. Weiterhin vorhanden sind USB-3.1-Kabel, sowohl mit Typ-C auf beiden Seiten, wie auch mit dem Typ-A-Anschluss.

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Im laufenden Betrieb leuchtet der Ein/Ausschalter hellblau auf. Blaue LEDs sind nicht immer sonderlich beliebt, passen aber ganz gut zum Aluminiumsilber des Gehäuses. Ein beständiges Leuchten zeigt die Betriebsbereitschaft an, ein Blinken den Zugriff auf das System. Leuchtet die LED rot, liegt ein Fehler vor. Ein blinkendes Rot zeigt eine Warnung an, die dann per Software ausgelesen werden sollte.

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Bei einem seitlichen Blick auf das LaCie 6big werden die LEDs sichtbar, die pro Laufwerk den Status anzeigen. Dabei wird der gleiche Farbcode wie bei der Haupt-LED verwendet.


Aufgrund der Komplexität eines solchen RAID-Systems und des Anwendungsbereiches unterstützt LaCie das 6big über den RAID Manager, der nun in einer 2. Version vorliegt. Auch diesen haben wir uns etwas genauer angeschaut.

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Zunächst einmal zeigt der RAID Manager v2 alle wichtigen Systeminformationen und ermöglicht auch gleich ein Firmware-Update. Dabei gilt zu beachten, dass ein RAID 6big gleich drei Firmware-Versionen besitzt: RAID-Firmware, System-Firmware und USB-Firmware. In den Benachrichtigungen wird der aktuelle Systemstatus angezeigt und auf Probleme oder Fehler hingewiesen.

In den Einstellungen lassen sich dann noch einige Optionen einsehen, wie beispielsweise die Priorisierung von Prozessen. Plant man beispielsweise den Rebuild des RAID, kann dieser priorisiert werden. Wichtigster Bestandteil ist aber die Verwaltung des RAID selbst. Dabei zeigt die Software zunächst einmal an, wie viele Festplatten verbaut und betriebsbereit sind. Das LaCie 6big muss dabei nicht als ein RAID betrieben werden, sondern es ist auch möglich mehrere Arrays zu erstellen. Dabei kann der Nutzer festlegen, welche Festplatten zu welchem Array hinzugefügt werden sollen.

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Für ein RAID0 und ein RAID1 sind mindestens zwei Festplatten notwendig. Für ein RAID5 mindestens drei, für ein RAID6 mindestens vier. Interessant wird es natürlich ab einem RAID5 und RAID10 mit mindestens vier und sechs Festplatten und neben der Spiegelung können auch Paritäten festgelegt werden. Die Software zeigt dann auch gleich an, welche Kapazität zur Verfügung stehen wird. Im Festplattendienstprogramm von macOS wird das Laufwerk anders als beim Bolt³ als einzelnes Laufwerk angezeigt, da es sich beim 6big um ein Hardware-RAID handelt.


Kommen wir nun aber zur Leistung des LaCie 6big.

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Der Aja System Test kommt auf 867 MB/s für das Lesen und 684 MB/s für das Schreiben von Daten. Die externe Lösung Bolt³ konnte mit 1.325 MB/s Lesen.

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Der Blackmagic Disk Speed Test wird in diesem Fall ebenfalls hinsichtlich der Anzeige nicht überlastet und kommt auf 880 MB/s für das Schreiben und 692 MB/s für das Lesen von Daten. Diese Werte reichen aber noch immer aus, um das Bearbeiten von sämtlichen Videodateien möglich zu machen.

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Der QuickBench geht hier etwas ins Detail und zeigt zunächt einmal solche mit einer Größe von 4 bis 1.024 kB an. Hier erreicht das LaCie 6big eine Leserate von 1.475 MB/s – für ein RAID-System mit sechs Festplatten ein ordentlicher Wert. Etwas niedriger sind natürlich die Werte für zufällige Schreib- und Lesevorgänge.

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Werden die Dateien größer, dann steigen auch die Übertragungsraten deutlich an. So kommt das LaCie 6big auf 2.372 MB/s beim Lesen für Dateien bis zu einer Größe von 10 MB. Schreibvorgänge erreichen immerhin 1.580 MB/s.

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Für Dateien von 10 bis 100 MB ändern sich die Werte nicht mehr maßgeblich und hier kommt das LaCie big auf 2.424 MB/s für das Lesen und 1.077 MB/s für das Schreiben von Daten.

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Mit diesen Werte ist beispielsweise ein Videoschnitt problemlos möglich. Wir haben beispielsweise eine Final-Cut-Pro-X-Bibliothek auf einem LaCie 6big verwendet und konnten keinerlei Probleme bei der Verwendung sämtlicher Daten darauf erkennen. Selbst 4K-Material ließ sich verarbeiten und es konnten Proxy-Dateien erstellt werden. Die Thunderbolt-3-Schnittstelle stellt hier keinerlei Flaschenhals dar und eben so wird das LaCie 6big in der Praxis auch häufig verwendet.


Mit den beiden externen Speicherlösungen Bolt³ und 6big bedient LaCie zwei höchst unterschiedliche Anwendungungsbereiche. Bei beiden Lösungen geht es darum, die schnellstmögliche Übertragungsrate zu erreichen und dazu stellt Thunderbolt 3 die richtige Schnittstelle bereit. USB 3.1 Gen 2 wäre mit 10 GB/s mit beiden RAID-Systemen überfordert. In den Messungen wird selbst Thunderbolt 3 mit seinen theoretischen 40 GBit/s immhin bis zur Hälfte ausgelastet – Overhead noch nicht eingerechnet.

Thunderbolt 3 stellt also eine sinnvolle Weiterentwicklung dar. Der Bedarf nach solch schnellen Schnittstellen ist auch für externe Hardware durchaus vorhanden. Natürlich wird nicht jeder Privatanwender eine Datenübertragung von 2.600 MB/s benötigen. Profis, die tagtägliche gewaltige Datenmengen verarbeiten müssen oder aber direkt auf dem RAID-System bestimmte Arbeiten ausführen wollen, wollen auch keinerlei Beschränkungen durch die externe Anbindung sehen. Thunderbolt 3 bildet die entsprechende Grundlage.

Thunderbolt-3-Hardware ist im professionellen Bereich ein teurer Spaß. Das gilt auch für die von uns getesten DAS und daran hat nun auch die 3. Generation des Standards wenig geändert.

LaCie Bolt³

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Mit der LaCie Bolt³ bringt der Hersteller eine der derzeit wohl schnellsten externen Speicherlösungen auf den Markt. Wir messen Datendaten von 2.600 MB/s für das Lesen von Daten und 1.150 MB/s für das Schreiben von Daten. Damit dürfte im Einsatz kaum noch ein Unterschied zwischen dem internen und externen Speicher auszumachen sein, wenngleich Apple mit seinen eigenen SSDs inzwischen auf bis zu 3.100 MB/s kommt. Hinsichtlich der Leistung gibt es an der Bolt³ also wenig auszusetzen.

Gewohnt hochwertig ist auch die Verpackung des schnellen Speichers. LaCie verwendet ein ein Aluminium-Gehäuse und einen ebenfalls aus Aluminium gefertigten Ständer, der das Gehäuse des Speichers per Magneten hält. Damit sieht der Bolt³ auf dem Schreibtisch sicherlich ganz schick aus. Für die meisten Käufer aber dürfte die Funktion vor der Optik und dem Design stehen. Wer sich für die Bolt³ entscheidet, bekommt also für externe Speicherlösungen extrem hohe Datenübertragungsraten, ist allerdings auch auf 2 TB beschränkt. Theoretisch ist es auch möglich aus dem RAID0 ein RAID1 zu machen, dann bekommt man auch eine gewisse Absicherung für seine Daten zurück, hat dann aber nur noch 1 TB an Speicher zur Verfügung. Neben der Einschränkung hinsichtlich der Kapazität gibt es auch noch einen weiteren Haken an der LaCie Bolt³: Sie kostet 2.299 Euro und ist damit wirklich nur für denjenigen Käufer etwas, der den Datendurchsatz auch benötigt.

Positive Aspekte der LaCie Bolt³:

Negative Aspekte der LaCie Bolt³:

LaCie 6big

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Wer etwas mehr Wert auf die zur Verfügung stehende Speicherkapazität legt, ist bei der big-Serie von LaCie nicht ganz falsch. Wir haben uns das 6big mit 24 TB angeschaut, welches bereits 2.840 Euro kostet und dabei nur den Einstieg darstellt. Wer möchte kann auch eine Kapazität von bis zu 60 TB bekommen, zahlt dann aber auch 7.400 Euro. Noch eine Schippe drauf legt LaCie mit der 12big-Serie, die auf bis zu 96 TB kommt, dann aber auch über 10.000 Euro kostet.

Die Speicher der big-Serie zeichnen sich aber nicht nur durch ihre Kapazität aus, sondern erreichen trotz des Einsatzes klassischer Festplatten-Technik auch durchaus respektable Übertragungsraten. Mit bis zu 2.400 MB/s konnten wir die Daten in einem RAID5 lesen und bis zu 1.077 MB/s auch schreiben. Je nach RAID-Konfiguration können diese Werte natürlich variieren. Mit einem RAID5 ist aber ein gewisser Kompromiss aus Geschwindigkeit und Sicherheit der Daten gegeben. Wer möchte kann über die Software bequem auch eine andere Konfiguration wählen.

Neben der Leistung sind auch beim 6big die Stärken bei der Verarbeitung zu suchen. Steht das Gehäuse erst einmal an seinem Platz, sind die 16 kg aber auch nicht so ohne weiteres zu bewegen. Das Gehäuse aus Aluminium macht einen sehr hochwertigen Eindruck, alles ist an seinem Platz und nichts wackelt. Dies gilt auch für die Einschübe für die Festplatten. Sowohl das Herausziehen wie auch das Hineinschieben übertragen dem Nutzer das Gefühl, dass die Festplatte auch richtig sitzt. Ein paar Fragezeichen können für die Optik sicherlich bei den blauen LEDs gemacht werden, die zudem auch noch sehr hell sind. Das LaCie 6big sollte aber nicht auf Kopfhöhe aufgestellt werden, denn die sechs Festplatten sorgen im Betrieb für eine gehörige Lautstärke – die Lüfter hingegen sind kaum zu hören.

Auf den Preis sind wir bereits eingegangen, wer mehrere Terabyte aber auch möglichst schnell angebunden nutzen möchte, der kommt um eine Lösung wie das LaCie 6big nicht herum. Echte Alternativen gibt es nur im DAS-Bereich. Auchein NAS, auch mit 10-Gigabit-Ethernet, kann bei diesen Übertragungsraten nicht mithalten.

Positive Aspekte des LaCie 6big:

Negative Aspekte des LaCie 6big:

Preise und Verfügbarkeit
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