Samsung SSD 950 PRO mit 3D V-NAND und NVMe im Test

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teaserDie PCI-Express-SSDs Samsung XP941 und zuletzt die Samsung SM951 haben aufgrund ihrer beeindruckenden Performance bereits hohe Wellen geschlagen und großes Interesse, vor allem bei Enthusiasten, geweckt. Mit der 950 PRO geht Samsung nun den nächsten logischen Schritt und bringt endlich eine Endkundenversion einer schnellen PCI-Express-SSD auf den Markt. Dabei wird in jeder Hinsicht geklotzt, die Samsung SSD 950 PRO setzt nicht nur auf den modernsten Flashspeicher in Form von 3D V-NAND, sondern unterstützt auch den aktuellen NVMe-Standard. Samsungs direkter Konkurrent ist natürlich die Intel SSD 750 Series, bei der es sich ebenfalls um eine PCI-Express-SSD nach NVMe-Standard handelt. Wie sich Samsung gegen Intel behaupten kann und wie die 950 PRO im Vergleich zu aktuellen High-End-SATA-SSDs abschneidet, untersuchen wir in diesem Artikel.

Bereits der Samsung XP941 und der SM951 hätten wir gerne einen Award für exzellente Performance verliehen, doch haben wir darauf verzichtet, da beide SSDs offiziell gar nicht für den Endkundenmarkt vorgesehen waren. Die Samsung SSD 950 PRO ist nun das erste Modell mit PCI-Express-Interface, welches offiziell an Endkunden vertrieben wird und damit auch mit dem vollen Herstellersupport inklusive Garantieleistungen kommt.

Samsungs erste M.2-SSD für den Retail-Markt: Die 950 PRO.

Technologisch befindet sich die Samsung SSD 950 PRO auf dem neusten Stand. Als Speicher kommt Samsungs selbst entwickelter 3D V-NAND zum Einsatz, den wir bereits ausführlich vorgestellt haben. Während klassische Speicherzellen einen planaren, also zweidimensionalen Aufbau besitzen, werden bei 3D-Speicher die Zellen zusätzlich in der Höhe gestapelt. Auch ist der Aufbau der Zellen an sich anders, sodass 3D- im Gegensatz zu 2D-Speicher schneller, langlebiger und kompakter ist. Die Samsung SSD 950 PRO setzt außerdem nicht mehr auf das in die Jahre gekommene AHCI-, sondern auf das für Flashspeicher optimierte NVMe-Protokoll. Damit ist die Samsung SSD 950 PRO nach der Intel SSD 750 Series die zweite Consumer-SSD, die auf den neuen Standard setzt.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Samsung SSD 950 PRO 256 GB / 512 GB
Straßenpreis 256 GB: 219,99 Euro (UVP)
512 GB: 379,99 Euro (UVP)
Homepage www.samsung.com
Technische Daten  
Formfaktor M.2 (PCIe 3.0 x4)
Protokoll NVMe
Firmware 1B0QBXX7
Abmessungen 80,15 x 22,15 x 2,38 mm
Kapazität (lt. Hersteller) 256, 512 GB
Kapazität (formatiert) 238, 477 GiB
Verfügbare Kapazitäten 128, 256, 512 GB, 1 TB
Cache

512MB (LPDDR3)

Controller Samsung UBX
Chipart 3D V-NAND
Lesen (lt. Hersteller) 2.200 bis 2.500 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 900 bis 1.500 MB/s
   
Herstellergarantie Fünf Jahre

Die AHCI-Spezifikation geht auf das Jahr 2004 zurück und wurde damals für mechanische Datenträger mit entsprechend hohen Latenzen und niedrigen Datenübertragungsraten ausgelegt. Als die ersten SSDs auf den Markt kamen, mussten diese natürlich AHCI-kompatibel sein, ansonsten hätte man sie nur mit erheblichen Schwierigkeiten oder Einschränkungen verwenden können. Der Preis der Kompatibilität in Verbindung mit der für SSDs eigentlich viel zu langsamen SATA-Schnittstelle ist eine Performance, die im Vergleich zu Festplatten zwar beeindruckend, aber weit unter den Möglichkeiten von Flashspeicher liegt.

Die beiden getesteten Laufwerke: Samsung SSD 950 PRO mit 256 und 512 GB.

NVMe wurde von Anfang an mit einem Blick auf nichtflüchtigen Speicher entwickelt und auf hohe Parallelität und kurze Latenzen optimiert. Statt einer einzigen Queue mit maximal 32 Befehlen wie bei AHCI kann es nun bis zu 65.536 Queues mit jeweils 65.536 Befehlen geben. Auch entfällt das bei AHCI notwendige Threadlocking und der Befehlssatz wurden angepasst, sodass insbesondere die Effizienz bei kleinen 4K-Datenblöcken deutlich erhöht wurde. Windows unterstützt ab Version 8.1 nativ NVMe, für Windows 7 hat Microsoft inzwischen einen passenden Treiber via Hotfix nachgereicht.

Der Treiber von Microsoft steht häufig in der Kritik, da er zu einer sehr niedrigen Performance führt. Grund dafür ist, dass der Treiber das Laufwerk häufig zwingt, den Schreibcache auszuschalten. Damit gehen bei einem Stromausfall zwar keine Daten mehr verloren, allerdings bricht gleichzeitig auch die Schreibleistung extrem ein. Hierfür gibt es zwei Lösungen: Entweder aktiviert man im Gerätemanager in den Einstellungen des Laufwerks die Option „Von Windows veranlasstes Leeren des Geräteschreibcaches deaktivieren“ oder installiert den Treiber des Herstellers. Samsung liefert für die 950 PRO einen eigenen NVMe-Treiber, der uns für diesen Test in einer Beta-Version zur Verfügung stand und nicht die Performanceprobleme des Microsoft-Treibers besitzt.

Ohne Aufkleber werden die Komponenten der Samsung SSD 950 PRO sichtbar.

Neben der Unterstützung des Betriebssystems ist auch eine mainboardseitige Unterstützung für das Booten von NVMe-Laufwerken notwendig, genauer gesagt benötigt man ein UEFI mit NVMe-Unterstützung. Systeme mit einem X99-Chipsatz (oder neuer) sollten eine bedingungslose Unterstützung für NVMe haben. Bei älteren Plattformen ist es unterschiedlich, generell lässt sich sagen: Je älter die Plattform, desto unwahrscheinlicher ist die Unterstützung von NVMe. Ältere Plattformen bieten auch nicht immer die nötige Anbindung in Form von PCIe 3.0, sondern unterstützen lediglich PCIe 2.0. Dies kann zu starken Performanceverlusten führen, denn die maximale Bandbreite für vier PCIe-Lanes der zweiten Generation beträgt, abzüglich Overhead, ca. 1.600 MB/s. Eine Anbindung der SSD an die Southbridge kann sich ebenfalls negativ auf die Performance auswirken. Im Zweifelsfall sollte man das Handbuch des Mainboards konsultieren, um einen Anschluss zu finden, der direkt mit der CPU verbunden ist.

Im Folgenden haben wir verschiedene Kombinationen von Betriebssystem und Mainboard durchprobiert und dabei folgende Erfahrungen gemacht: Windows 10 konnte sofort und ohne weitere Konfiguration auf der Samsung 950 PRO installiert werden, sowohl auf dem ASRock Z97 Extreme6 Mainboard unseres Testsystems als auch auf einem ASUS P8Z77-V Mainboard. Auch das Booten von der SSD war mit beiden Systemen anstandslos möglich.

Die Samsung SSD 950 PRO lässt sich auch mit einer Adapterplatine betreiben.

Bei Windows 7 wird es deutlich komplizierter: Wie bereits erwähnt unterstützt Windows 7 im Auslieferungszustand keine NVMe-Laufwerke. Die Samsung SSD 950 PRO wird also während des Setups nicht gefunden, womit keine Installation möglich ist. Der Versuch, den Samsung-Treiber zu laden, wurde mit einer Fehlermeldung quittiert – der Treiber lässt sich ohnehin nur mithilfe einer mitgelieferten Batch-Datei installieren, andernfalls verweigert Windows auch im laufenden Betrieb die Installation. Microsoft liefert unter dem KB-Artikel 2990941 nicht nur anfangs erwähnten Hotfix für Windows 7, sondern auch eine Anleitung, wie man ein NVMe-kompatibles Installationsmedium erstellen kann. Das ganze Verfahren ist sehr zeitintensiv, nicht zuletzt da zuerst einige zusätzliche Werkzeuge installiert werden müssen.

Der Lohn der Mühe ist eine ISO-Datei, die man nun auf eine DVD brennen oder einen USB-Stick kopieren kann, wobei für die zweite Option ein weiteres Tool von Microsoft benötigt wird. Um Windows 7 von einem USB-Stick im UEFI-Modus installieren zu können, ist allerdings noch ein weiterer Schritt notwendig, nämlich das Kopieren des UEFI-Bootloaders auf den USB-Stick: Zuerst öffnet man z.B. mit 7-Zip das Archiv install.wim, welches sich in der ISO-Datei befindet und wechselt in den Ordner 1\Windows\Boot\EFI. Von dort kopiert man die Datei bootmgfw.efi in den Ordner efi\boot auf dem USB-Stick und benennt sie in bootx64.efi um. Den boot-Ordner muss man gegebenenfalls erstellen, sollte er nicht schon existieren.

Leider nicht im Lieferumfang: Eine Adapterplatine mit Kühlkörper.

Während die Konfiguration des CSM (Compatibility Support Module) im Setup des Mainboards bei Windows 10 keine Rolle gespielt hat, war es bei Windows 7 notwendig, dieses zu deaktivieren. Andernfalls war es zwar möglich, Windows 7 zu installieren, mit aktiviertem CSM konnte die Installation dann allerdings nicht gebootet werden. Auch hier haben sich sowohl die Z97- als auch die Z77-Plattform identisch verhalten. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Kompatibilität der Samsung SSD 950 PRO sehr viel größer ist als noch bei der Samsung SM951. In Verbindung mit Windows 10 sollte man auf allen halbwegs aktuellen Plattformen keinerlei Probleme erfahren.


Ein weiteres Thema ist die Wärmeentwicklung: Hinter der von Samsung beworbenen Funktion Dynamic Thermal Guard verbirgt sich nichts weiter als eine Drosselung der Performance, sobald eine bestimmte Temperaturgrenze überschritten wird. Dies schützt das Laufwerk vor Schäden durch thermische Überlastung. Die Funktionsweise des Überhitzungsschutzes scheint bei der 950 PRO im Gegensatz zur SM951 leicht verändert worden zu sein. So liegt die Temperaturschwelle um einige Grad niedriger, denn bei der SM951 lag die von uns gemessene Spitzentemperatur noch bei 82 °C, die 950 PRO erreicht maximal 75 °C. Der im Datenblatt angegebene Temperaturbereich während des Betriebs liegt zwischen 0 °C und 70 °C.

de 950pro no cooling 500

Die möglichen Performancestufen scheinen außerdem feiner ausdifferenziert zu sein. Bei der SM951 schwankte die Performance nur zwischen 100 % und ca. 5 % der Ausgangsleistung. Der Algorithmus der Samsung 950 PRO erlaubt hier offenbar mehr Zustände, so sinkt die Performance bereits vor dem Erreichen der maximalen Temperatur und fällt im gedrosselten Zustand nicht unter 60% der Ausgangsleistung, erreicht aber nach den kurzen Phasen der Abkühlung auch nicht mehr 100%, sondern maximal 70%.

de 950pro with cooling 500

In einem weiteren Test haben wir die Samsung SSD 950 PRO auf einer Adapterplatine mit Kühlkörper betrieben. Wie zu sehen ist, wird während der kompletten Testphase von 15 Minuten kein einziges Mal die Temperaturgrenze erreicht, wobei die Temperatur am Ende des Tests bei 73 °C und damit kurz vor der Grenze lag - dennoch ist eine deutliche Verbesserung zu erkennen. Mit einer aktiven Kühlung sollte man noch eine deutlich niedrigere Temperatur erreichen können. Bei der Montage eines Kühlkörpers sollte man die unterschiedlichen Bauhöhen der Komponenten berücksichtigen, um Speicher und Controller optimal kühlen zu können, benötigt man Wärmeleitpads unterschiedlicher Höhe. Da wir nur ein Wärmeleitpad zur Verfügung hatten, haben wir nur den Controller mit dem Kühlkörper verbunden. Den Aufkleber auf der SSD haben wir dabei nicht entfernt.

Zu guter Letzt schauen wir uns noch die neue Version des Samsung SSD Magician an, die uns wie der Treiber in einer Vorabversion zum Testen zur Verfügung gestellt wurde. Der SSD Magician ist das von Samsung vorgesehene Werkzeug, um den Status der SSD zu überprüfen, die Firmware zu aktualisieren und das Laufwerk zu optimieren.

samsung nvme 1 small

Der Startbildschirm gibt eine schnelle Übersicht über alle Betriebsparameter. Neben einer Gesamtbewertung des Laufwerkszustands sieht man, wie viele Daten bisher auf das Laufwerk geschrieben wurden und wie viel Speicherplatz belegt ist. Des Weiteren werden der verwendete Treiber und die aktuelle Anbindung der SSD angezeigt. Eine Link Width von x4 ist das Optimum, ebenso wie ein Link Speed von 10 Gbps. Stehen weniger als vier Lanes zur Verfügung, verringert sich die Link Width. Ein Link Speed von 5 Gbps deutet darauf hin, dass das Laufwerk nur via PCIe 2.0 angebunden ist und somit nicht die volle Leistung zur Verfügung steht.

 samsung nvme 2

Wer es genau wissen möchte, kann sich auch die SMART-Werte des Laufwerks anzeigen lassen. Hierbei muss man beachten, dass die Werte in der Spalte Raw Data im Hexadezimalformat vorliegen. Die Temperatur wird außerdem in Kelvin angegeben, sodass der Wert 145 erst in das Dezimalsystem umgerechnet werden muss. Um Kelvin in Grad Celsius umzurechnen, sodass sich in diesem Fall am Ende eine Temperatur von 52 °C ergibt.

Der Menüpunkt OS Optimization steht nicht zur Verfügung, was wir positiv bewerten, denn ab Windows 7 ist das Microsoft-Betriebssystem voll kompatibel zu SSDs und vermeintliche Optimierungen führen häufiger zu einer Verschlechterung der Performance. Das gilt auch für den RAPID-Modus, der das System durch Verwendung von Arbeitsspeicher als zusätzlichen Cache weiter beschleunigen soll. Auch dieses System bringt im Zweifelsfall mehr Probleme als Nutzen und steht in Verbindung mit der Samsung 950 PRO ohnehin nicht zur Verfügung.

Die einzige Optimierung, die man noch vornehmen kann, ist hinter dem Punkt Over Provisioning verborgen. Dabei handelt es sich um einen Bereich auf der SSD, der nicht für den Nutzer zugänglich ist. Jede SSD reserviert dafür einen Teil des Speichers, in der Regel sind es sieben bis zehn Prozent. Dieser Bereich lässt sich vergrößern, indem man das fabrikneue oder frisch formatierte Laufwerk nicht vollständig partitioniert, sondern einen Teil ungenutzt lässt. Je größer dieser Bereich ist, desto besser kann der Controller der SSD die Daten verwalten. Damit einher geht eine höhere Langzeitperformance und unter Umständen auch eine bessere Haltbarkeit. Da beides bei Desktop-Rechnern kein Thema ist, kann man allerdings beruhigt den vollen Speicherplatz der SSD nutzen und auf ein zusätzliches Over Provisioning verzichten. Gegenteilige Ratschläge stammen meistens noch aus Zeiten, in denen eine Unterstützung für den TRIM-Befehl nicht selbstverständlich war.

samsung nvme 3 small

Beim letzten Punkt Data Security erhält man einen Überblick über unterstütze und aktivierte Verschlüsselungsfunktionen. Momentan unterstützt die Samsung SSD 950 PRO lediglich Class 0, was dem Setzen eines Passworts im BIOS/UEFI entspricht. Diese Funktion ist häufig nur bei Notebooks und eher selten bei Desktop-Mainboards zu finden, auch unser ASRock Z97 Extreme6 unterstützt das Setzen eines Passworts nicht. Sowohl TCG Opal als auch Encrypted Drive sind bei der Samsung SSD 950 PRO noch nicht verfügbar. Hinter Encrypted Drive verbirgt sich dabei die Hardwareverschlüsselung mittels BitLocker, auch als eDrive bekannt. Beide Verschlüsselungsmodi sollen mit einem zukünftigen Firmware-Update unterstützt werden.


asrock-z97-extreme6

Hardware

Software

Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke an einem SATA-6 Gb/s-Port des Z97-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep, sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert. Außerdem wurde LPM (Link Power Management) deaktiviert.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

MB/s
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Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
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Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
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Bei den wichtigsten Disziplinen, dem 4K Lesen bei QD1-3 stellt die Samsung SSD 950 PRO einen neuen Rekord auf. Beim Schreiben und bei sehr hohen Anfragetiefen ist die Intel SSD 750 teilweise deutlich schneller.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Auch bei diesem Benchmark liefert die Samsung SSD 950 PRO ein hervorragendes Ergebnis.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Iso

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Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
Mehr ist besser

Beim Kopieren gibt es einen harten Kampf zwischen der Samsung SSD 950 PRO, der SM951 und der Intel SSD 750.


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

Bestandteile des Storage-Benchmarks
AnwendungsprofilInsgesamt gelesenInsgesamt geschrieben
Adobe Photoshop light 313 MB 2.336 MB
Adobe Photoshop heavy 468 MB 5.640 MB
Adobe Illustrator 373 MB 89 MB
Adobe InDesign 401 MB 624 MB
Adobe After Effects 311 MB 16 MB
Microsoft Word 107 MB 95 MB
Microsoft Excel 73 MB 15 MB
Microsoft PowerPoint 83 MB 21 MB
World of Warcraft 390 MB 5 MB
Battlefield 3 887 MB 28 MB

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die rechnerische Transferrate. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Transferrate bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
Mehr ist besser

Die Alltagsleistung der Samsung SSD 950 PRO ist beeindruckend. Bereits die Samsung SM951 war hier schneller als die Intel SSD 750, die 950 PRO baut den Vorsprung allerdings noch einmal deutlich aus.

Die folgenden Diagramme zeigen die Transferrate der einzelnen Laufwerke in den jeweiligen Einzeldisziplinen. Die beiden Spieletests bestehen aus dem Login, bei Battlefield 3 aus dem Laden eines Spielstands und schließlich dem Start des Spielens.

Futuremark PCMark 8

Storage - Battlefield 3

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Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - World of Warcraft

MB/s
Mehr ist besser


Um die Geschwindigkeit der Laufwerke in einem Office-Szenario zu testen, werden Powerpoint, Excel und Word aus Microsofts Office-Suite verwendet. Dabei wird ein Dokument geöffnet, bearbeitet, gespeichert und das Programm wieder geschlossen.

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Powerpoint

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Excel

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Word

MB/s
Mehr ist besser

Während Office-Anwendungen für das Storage-System nicht sehr anspruchsvoll sind, fordern die Anwendungen von Adobe die Laufwerke deutlich mehr. Insbesondere beim "Adobe Photoshop (heavy)"-Test werden sehr viele Daten geschrieben, hier wird eine PSD-Datei geöffnet, bearbeitet und schließlich in verschiedenen Formaten gespeichert.

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe After Effects

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Indesign

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Illustrator

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (light)

MB/s
Mehr ist besser

Die Samsung SSD 950 PRO belegt auch in den Einzeldisziplinen durchgängig den ersten Platz.


Der PCMark 8 „Expanded Storage"-Test besteht aus zwei Teilen, dem „Consistency test" und dem „Adaptivity test". Letzterer prüft, wie gut sich ein Storage-System an eine bestimmte Last anpassen kann. Für uns interessanter ist der erste Test, der den Performanceverlust eines Speichersystems messen soll. Bisher haben wir für diesen Zweck eine Kombination von HDTach und Iometer eingesetzt: Zuerst wurde die sequenzielle Performance im Neuzustand gemessen, dann das Laufwerk mit Iometer extrem stark beansprucht und anschließend wieder die Performance gemessen. Die Performance vieler Laufwerke ist dabei nicht selten um 50% und mehr eingebrochen. Dieses Vorgehen erlaubt eine Aussage über den Worst Case.

Das Vorgehen von PCMark 8 ist deutlich näher am Alltag: In der ersten Phase wird das Laufwerk zweimal komplett gefüllt, wobei der zweite Durchlauf sicherstellen soll, dass auch der dem Nutzer nicht zugängliche Speicher gefüllt wird. In der zweiten Phase (Degrade) wird das Laufwerk insgesamt achtmal hintereinander mit zufälligen Schreibzugriffen belastet, wobei der erste Durchgang 10 Minuten dauert und jeder weitere Durchlauf fünf Minuten länger. Nach jedem Durchgang wird die Performance gemessen. In der dritten Phase (Steady state) finden fünf weitere Durchläufe mit jeweils 45 Minuten Schreibdauer statt, auch hier wird die Performance gemessen. In der letzten Phase (Recovery) wird nach einer Leerlaufzeit von fünf Minuten die Performance gemessen. Diese Messung wird inklusive der Leerlaufzeit fünfmal wiederholt und soll dem Laufwerk die Möglichkeit geben, sich zu regenerieren.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen, wie lange unterschiedliche Laufwerke in den verschiedenen Phasen durchschnittlich brauchen, um einen Lese- oder Schreibzugriff zu beantworten. Hierbei beschränken wir uns auf den größten Teil des Trace-Benchmarks, nämlich das Profil „Photoshop Heavy", bei welchem 468 MB gelesen und 5640 MB geschrieben werden. Sowohl dieser als auch die vorherigen Tests mit HDTach und Iometer haben ihre Daseinsberechtigung, für den Alltag relevanter sollten allerdings diese Ergebnisse sein.

de consistency read access 500

de consistency write access 500

Das nächste Diagramm zeigt wieder die Transferrate, wie wir sie von den beiden vorherigen Seiten kennen. Es werden alle Profile in die Berechnung miteinbezogen.

de consistency bandwidth 500

Die NVMe-Schnittstelle sorgt naturgemäß für niedrige Latenzen, was besonders bei der Leselatenz zu sehen ist. Für SATA-AHCI-SSDs ist es hier unmöglich, mitzuhalten. Auch beim Schreiben sind die Latenzen vergleichsweise niedrig, wobei die Intel SSD 750 hier der klare Sieger ist. Bei der Transferrate schneidet die 512 GB Version der Samsung 950 PRO hervorragend ab und liegt gleichauf mit der Intel SSD 750. Die kleinere Variante der Samsung 950 PRO schneidet erwartungsgemäß etwas schlechter ab. Insgesamt überzeugt die Samsung 950 PRO auch in diesem Test.


Die Samsung SSD 950 PRO stellt in vielen Benchmarks alle anderen Laufwerke in den Schatten, vor allem bei der Alltagsleistung. Hier ist die 512 GB Variante der neuen Samsung-SSD 36% Prozent schneller als die Intel SSD 750, die das erste Consumer-Laufwerk nach NVMe-Standard war. Die Intel SSD überholt die 950 PRO wiederum dann, wenn eine sehr hohe Anfragetiefe im Spiel ist, wie man sie eigentlich nur bei Servern, nicht jedoch in Desktop-Umgebungen findet. Das ist wenig überraschend, denn die Intel SSD 750 ist ein Abkömmling aus der Reihe der Enterprise-SSDs von Intel, wohingegen die Samsung 950 PRO von Anfang an für die Bedürfnisse von Consumern und Desktop-Rechnern entwickelt wurde. In unserem Belastungstest schneidet die 950 PRO überraschend gut ab, das 512 GB Modell hält problemlos mit der Intel SSD 750 mit.

Überzeugend: Schneller als mit der Samsung 950 PRO geht es derzeit kaum.

Entsprechend ihrer Herkunft besitzt die Intel SSD 750 auch einen vollständigen Schutz vor Stromausfällen, dieses Feature fehlt bei der Samsung SSD 950 PRO wie bei fast allen Consumer-Laufwerken. Ob Samsung oder Intel ist letztendlich eine persönliche Entscheidung: Die Intel-SSD kommt mit einer Power-Loss-Protection und besitzt als PCIe-Erweiterungskarte bereits einen Kühlkörper. Die Samsung SSD 950 PRO ist günstiger, hat eine höhere Alltagsperformance und ist aufgrund des M.2-Formfaktores flexibler einsetzbar, drosselt ihre Leistung allerdings bei lange anhaltender Belastung. Es wäre schön, wenn Samsung der Retail-Version der 950 PRO eine PCIe-Adapterplatine mit Kühlkörper beilegen würde. Ebenfalls anzumerken ist noch, dass die 1 TB Variante der 950 PRO erst für nächstes Jahr angekündigt ist, wohingegen die Intel SSD 750 bereits jetzt mit 1,2 TB verfügbar ist.

In Sachen Kompatibilität konnten wir bei der Samsung SSD 950 PRO keine Probleme ausfindig machen. Windows 10 konnten wir sowohl auf einem Z97- als auch auf einem Z77-Mainboard installieren und anstandslos booten. Bei Windows 7 waren einige Verrenkungen notwendig, da das 2009 erschienene Betriebssystem im Auslieferungszustand keine NVMe-Unterstützung besitzt – die erste Version des Standards wurde 2011 veröffentlicht. Mit einem NVMe-fähigen Installationsmedium war es dann aber ebenfalls kein Problem, auf beiden Systemen Windows 7 zu installieren und zu booten.

Wird die klassische SATA-SSD jetzt aussterben? Davon ist zumindest mittelfristig nicht auszugehen. Erstens bieten nicht alle Systeme eine Möglichkeit M.2- bzw. PCIe-SSDs anzuschließen, wobei zusätzlich auch noch NVMe unterstützt werden muss. Zweitens ist für ein Laufwerk wie die Samsung SSD 950 PRO natürlich ein deutlicher Mehrpreis zu entrichten, wie üblich bei Highend-Hardware. So liegt die UVP für die Samsung SSD 950 PRO bei 219,99 und 379,99 Euro für die Varianten mit 256 GB und 512 GB. Währenddessen erhält man ab 163 Euro bereits eine 500 GB große Crucial MX200, die immer noch um mehrere Größenordnungen schneller als eine klassische Festplatte ist.

samsung 950pro award small

Positive Aspekte der Samsung SSD 950 PRO:

Negative Aspekte der Samsung SSD 950 PRO:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar