HGST He8 HUH728080ALE600 im Test

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HUH728080ALE600 teaserMit einem Exemplar aus HGSTs neuer Serie "Ultrastar He8" fand nun erstmals ein Proband der Helium-gefüllten Festplatten den Weg in unser Testsystem. Wir haben uns die HUH728080ALE600 natürlich im Detail angeschaut und einem Leistungsvergleich unterzogen. Wie sich die HDD in Relation zur Konkurrenz platziert und welche Besonderheiten sie noch mit sich bringt, werden die nächsten Seiten zeigen.

Bereits vor einiger Zeit brachte HGST mit der "He"-Serie (als Kürzel für Helium) erste Festplatten auf den Mark, die anstelle der konventionellen Luftfüllung auf Helium setzten. Dadurch war es möglich, mehr Magnetscheiben (Platter) im Laufwerks-Korpus zu verstauen. Die bisherigen Auskopplungen der He8 sind in Kapazitäten von 6 bzw. 8 Terabyte erhältlich.

Die technischen Eckdaten der HUH728080ALE600 zeigt die folgende Tabelle:

Hersteller HGST
Modellreihe He8
Modellbezeichnung HUH728080ALE600
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis ab 590€
Homepage https://www.hgst.com/
Technische Daten  
Firmware 514
Formfaktor 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 8000 (7 Platter)
Kapazität (formatiert) 7448 GiB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 (512E)
Cache 128 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 7200 rpm
   
Herstellergarantie 5 Jahre

Sehen wir uns die HUH728080ALE600 nun im Detail auf der nächsten Seite an.


HGSTs He8-Serie umfasst angesichts der möglichen Differenzierungen nach Port, Kapazität, Sektorgröße, und Sicherheitsstufe insgesamt 18 verschiedene Exemplare. Das hier getestete Modell hört auf den Namen HUH728080ALE600. Bei der Portauswahl kann zwischen SATA (6 Gbit/s) und SAS (12 Gbit/s) gewählt werden. Als verfügbare Kapazitäten werden jeweils 6 bzw. 8 Terabyte offeriert. Alle Exemplare setzen auf einen 128 MB großen Cache und eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 7200 Touren pro Minute. Als verfügbare Sektorgrößen kommen 512e (emuliert) und 4kn (nativ) zum Einsatz, weshalb bei der Auswahl der HDDs auf die Typbezeichnung geachtet werden sollte. Bei den Sicherheitsstufen wird zwischen ISE ("Instant Secure Erase"), BDE ("Bulk Data Encryption") bzw. TCG SED ("Trusted Computing Group Self Encrypting Drive" für SAS), SE ("Secure Erase") und TCG with FIPS (FIPS-Zertifizierung, ebenfalls nur SAS) unterschieden. Alle Festplatten mit Helium-Füllung werden seitens HGST auch unter der Bezeichnung "HelioSeal" beworben.

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Bei der Bitfehlerrate spezifiziert HGST, wie für das Business-Umfeld üblich, einen Wert von 1 pro 1015, während ebenfalls 600.000 Load/Unload-Cycles als Toleranzwert angegeben werden. Im Sinne der Gewährleistung ist der Betriebs aller He8-Boliden weder zeitlich noch über die Angabe eines Arbeitslastwertes eingeschränkt. Die MTBF ("Mean Time Between Failures") liegt laut HGST bei 2.5 Millionen Stunden. Als Garantiezeitraum werden fünf Jahre ab Kaufzeitpunkt gewährt.

Werfen wir nun einen Blick auf die Ergebnisse von HGSTs HUH728080ALE600 im Benchmark Parcours.


 

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.

Den Stromverbrauch der Festplatten haben wir über ein externes Strommessgerät in Kombination mit einer USB-Dockingstation ermittelt. Die Dockingstation verhält sich ohne eingesetzte HDD neutral und zeigt auf dem Messgerät im Betrieb ohne HDD keinen Verbrauch an. Ein etwaig anfallender "Betriebs-Overhead" fällt demnach bei allen Laufwerken identisch an. Die Messwerte sind daher nicht repräsentativ für jedes Betriebsszenario, sondern zeigen lediglich die von uns gemessenen Verbräuche dar. Über die Messung soll lediglich eine relative Verbrauchshierarchie der Modelle untereinander etabliert werden.

Die Messung der Geräuschemission der einzelnen Festplatten haben wir ebenfalls über die USB-Dockingstation vorgenommen. Dafür haben wir das Schallpegelmessgerät "3222 Datalogger" von Voltcraft in 10 cm Abstand platziert und sowohl den Schalldruck während eines sequentiellen Schreibzugriffs als auch im Active-Idle-Zustand gemessen. Analog zur Messung des Stromverbrauchs gilt auch hier, dass es um die relative Einschätzung der Emissionen zueinander geht. 


Die Disziplinen der gemessenen Random Access Time und Read/Write-Durchsatzraten unter HDTach zeigen die folgenden Grafiken:

HDTach

Random Access Time

ms
Weniger ist besser

Wie für Laufwerke der Enterprise-Klasse üblich, liegt die Random Access Time des Probanden unterhalb von 10 ms.

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz der HUH728080ALE600 festgehalten:

HDTune

Minimum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Read

MB/s
Mehr ist besser

Im direkten Vergleich mit den anderen Enterprise-HDDs kann sich die HUH728080ALE600 kaum behaupten. Sowohl beim Minimum- als auch Maximum-Read fehlen mehr als 10 MB/s zur Spitzenposition. .

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

HDTune

Minimum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Write

MB/s
Mehr ist besser

Die Resultate bei den Schreib-Tests sehen ähnlich aus, auch hier verliert die HUH728080ALE600 im Direktvergleich zur Konkurrenz deutlich an Boden.

Die Random-Access-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können:

HDTune

Random Read (4k)

IOPS
Mehr ist besser

HDTune

Random Write (4k)

IOPS
Mehr ist besser

Bei den gemessenen IOPS liegt die HUH728080ALE600 gerade beim Schreiben deutlich besser in der Spur, während sie beim Lesen erneut den anderen Enterprise-Boliden hinterherschaut.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces. Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

PCMark Vantage

HDD Suite

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

PCMark 7

Overall

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Lightweight

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Productivity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Creativity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Entertainment

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Computational

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

System Storage

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Secondary Storage

Punkte
Mehr ist besser

Die kombinierten Resultate der PCMark-Suites zeigen erneut das Leistungsgefälle, welches bereits in den ersten synthetischen Ergebnissen sichtbar war. Die Ergebnisse der HUH728080ALE600 liegen zwar oberhalb der Desktop/NAS-Boliden, können es mit den restlichen HDDs der Enterprise-Klasse jedoch nicht aufnehmen.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Windows 7

Startzeit

s
Weniger ist besser

Mit etwas mehr asl 49 Sekunden Startzeit reicht es hier nur für einen Platz im unteren Drittel.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde jedes Laufwerk nach Abschluss der jeweiligen Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass die Laufwerke einer konstant hohen Belastung ausgesetzt sind und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen müssen. Die Temperaturen der Festplatten wurde durch Auslesen des entsprechenden SMART-Wertes unmittelbar nach Abschluss des Erase-Vorgangs protokolliert und mit der Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Messung bereinigt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen:

Temperaturen:

Betriebstemperatur

Delta Raumtemperatur

C
Weniger ist besser

Bei der Temperaturentwicklung unter Last positioniert sich die HUH728080ALE600 mit einem guten Delta-Ergebniss von 18 °C.

Werfen wir nun einen Blick auf den Energieverbrauch der Festplatten, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal unter Last:

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Idle

W
Weniger ist besser

Stromverbrauch

Last

W
Weniger ist besser

Die Leistungsaufnahme der HUH728080ALE600 liegt erfreulicherweise unterhalb der von einigen 6-TB-Laufwerken, an die Verbrauchswerte von Seagates Archive-HDD kommt sie jedoch nicht heran.

Die Entwicklung der Betriebslautstärke haben wir ebenfalls verglichen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal während der Seek-Phase im Zugriff:

Lautstärke:

Betriebslautstärke

Idle

dbA
Weniger ist besser

Betriebslautstärke

Seek

dbA
Weniger ist besser

Bei der Ermittlung der Geräuschkulisse zeigt sich HGSTs HelioSeal-Bolide erfreulich leise.


HGST bringt mit den neuen He8-Modellen erneut etwas Schwung in den Festplattensektor und nähert sich ähnlich wie Seagate mit deren Archive-HDD allmählich der 10-TB-Grenze. Besonders hervorzuheben ist hier auch die Vielfalt bei der Auswahl, da je nach geplantem Einsatzgebiet das richtige HUH-Exemplar ausgewählt werden kann. Positiv zu erwähnen sind dabei auch die guten Werte beim Stromverbrauch, Betriebsgeräusch und Temperaturentwicklung.

{jphoto image=80776}

Was die Performance betrifft, gelingt es dem Helium-Probanden leider nicht, adäquat Anschluss un den restlichen Enterprise-Festplatten zu finden. Die HUH728080ALE600 positionierte sich in fast allen Disziplinen zwischen den Platzhirschen von Seagate/Toshiba und den gewöhnlichen Desktop-HDDs. Angesichts des vergleichsweise hohen Preises von rund 600 Euro pro Laufwerk dürfte die HUH728080ALE600 nur für Einsatzszenarien in Frage kommen, wo Kapazitätsdichte pro 3,5''-Slot das Hauptkriterium definiert.

Positive Aspekte von HGSTs HUH728080ALE600 :

Negative Aspekte von HGSTs HUH728080ALE600 :