Plextor M6V SSD mit 256 GB im Test

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teaserMit der Plextor M6V stellt der japanische Hersteller eine neue SSD vor, die den Mainstream-Markt ansprechen und Nutzer zum Umstieg von einer Festplatte auf einen schnellen Halbleiterspeicher bewegen soll. Zum Einsatz kommt dabei ein Controller von Silicon Motion, den wir inzwischen des Öfteren gesehen haben. Um die Kosten niedrig zu halten, kommt in 15 nm gefertigter Speicher von Toshiba zum Einsatz, wobei es sich um MLC-Speicher handelt. Ob sich die Plextor M6V eine Empfehlung sichern kann, untersuchen wir in diesem Artikel.

Plextor setzt bei der M6V auf den Silicon Motion SM2246EN-Controller, den wir zuletzt bei der Crucial BX100 gesehen haben. In letzter Zeit hat sich dieses Modell als „Standard“ für günstige SSDs etabliert. Neben Herstellern wie beispielsweise Samsung, die auf Eigenentwicklungen setzen, gibt es sonst auch nicht sehr viel Auswahl – einzig die Controller von Marvell erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, sind aber hauptsächlich auf SSDs zu finden, die einem höheren Performanceanspruch gerecht werden sollen. In der Plextor M6V finden wir weder TLC-Speicher noch 3D-NAND, es handelt sich um klassischen 2D-MLC-Speicher von Toshiba, der allerdings in 15 nm gefertigt ist, womit auch hier eine gute Kosteneffizienz erreicht wird.

Plextor M6V: Frischer Wind im Mainstream-Markt?

SSDs mit Silicon-Motion-Controller gibt es viele, deswegen legt Plextor viel Wert auf die sogenannte PlexTurbo-Software. Diese soll das System beschleunigen, in dem der Arbeitsspeicher des Rechners als Cache mitgenutzt wird. Wir haben bereits zwei Versionen der Software getestet, beide Male mit ernüchterndem Ergebnis – PlexTurbo konnte in der Praxis keinen echte Voteil bieten. Konzentrieren wir und also auf die Hardware selbst. Welche Performance die Plextor M6V im Vergleich zu anderen SSD liefert, werden wir bei den folgenden Benchmarks sehen. Von besonderem Interesse ist hier natürlich der Vergleich zu anderen Laufwerken mit gleichem Controller, aber anderem Speicher.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Plextor M6V 256 GB
UVP 115 Euro
Homepage www.plextor.com
Technische Daten  
Formfaktor 2,5 Zoll
Protokoll AHCI
Kapazität (lt. Hersteller) 256 GB
Kapazität (formatiert) 238 GiB
Verfügbare Kapazitäten 128, 256, 512 GB
Cache 256 MB (DDR3)
Controller Silicon Motion SM2246EN
Chipart MLC (Toshiba, 15 nm)
Lesen (lt. Hersteller) 535 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 335 MB/s
   
Herstellergarantie drei Jahre
Lieferumfang -

asrock-z97-extreme6

Hardware

Software

Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke an einem SATA-6 Gb/s-Port des Z97-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep, sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert. Außerdem wurde LPM (Link Power Management) deaktiviert.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Beim Lesen von kleinen Datenblöcken und niedriger Anfragetiefe schneidet die Plextor M6V ziemlich gut ab. Bei höheren Anfragetiefen fällt sie etwas zurück, auch beim sequenziellen Schreiben ist die M6V nicht das schnellste Laufwerk. Insgesamt liefert die SSD eine ordentliche Performance.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Auch hier kann sich die Plextor M6V insgesamt im Mittelfeld platzieren.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Iso

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
Mehr ist besser

Auch beim Kopierbenchmark hält sich die M6V insgesamt im Mittelfeld.


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

Bestandteile des Storage-Benchmarks
AnwendungsprofilInsgesamt gelesenInsgesamt geschrieben
Adobe Photoshop light 313 MB 2.336 MB
Adobe Photoshop heavy 468 MB 5.640 MB
Adobe Illustrator 373 MB 89 MB
Adobe InDesign 401 MB 624 MB
Adobe After Effects 311 MB 16 MB
Microsoft Word 107 MB 95 MB
Microsoft Excel 73 MB 15 MB
Microsoft PowerPoint 83 MB 21 MB
World of Warcraft 390 MB 5 MB
Battlefield 3 887 MB 28 MB

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die rechnerische Transferrate. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Transferrate bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
Mehr ist besser

Die Alltagsperformance der Plextor M6V liegt nahezu auf einem Niveau mit der Crucial BX100, die den gleichen Controller, aber anderen Flash-Speicher verwendet.

Die folgenden Diagramme zeigen die Transferrate der einzelnen Laufwerke in den jeweiligen Einzeldisziplinen. Die beiden Spieletests bestehen aus dem Login, bei Battlefield 3 aus dem Laden eines Spielstands und schließlich dem Start des Spielens.

Futuremark PCMark 8

Storage - Battlefield 3

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - World of Warcraft

MB/s
Mehr ist besser


Um die Geschwindigkeit der Laufwerke in einem Office-Szenario zu testen, werden Powerpoint, Excel und Word aus Microsofts Office-Suite verwendet. Dabei wird ein Dokument geöffnet, bearbeitet, gespeichert und das Programm wieder geschlossen.

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Powerpoint

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Excel

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Word

MB/s
Mehr ist besser

Während Office-Anwendungen für das Storage-System nicht sehr anspruchsvoll sind, fordern die Anwendungen von Adobe die Laufwerke deutlich mehr. Insbesondere beim "Adobe Photoshop (heavy)"-Test werden sehr viele Daten geschrieben, hier wird eine PSD-Datei geöffnet, bearbeitet und schließlich in verschiedenen Formaten gespeichert.

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe After Effects

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Indesign

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Illustrator

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (light)

MB/s
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Bei den Einzeldisziplinen gibt es keine weiteren Auffälligkeiten.


Der PCMark 8 „Expanded Storage"-Test besteht aus zwei Teilen, dem „Consistency test" und dem „Adaptivity test". Letzterer prüft, wie gut sich ein Storage-System an eine bestimmte Last anpassen kann. Für uns interessanter ist der erste Test, der den Performanceverlust eines Speichersystems messen soll. Bisher haben wir für diesen Zweck eine Kombination von HDTach und Iometer eingesetzt: Zuerst wurde die sequenzielle Performance im Neuzustand gemessen, dann das Laufwerk mit Iometer extrem stark beansprucht und anschließend wieder die Performance gemessen. Die Performance vieler Laufwerke ist dabei nicht selten um 50% und mehr eingebrochen. Dieses Vorgehen erlaubt eine Aussage über den Worst Case.

Das Vorgehen von PCMark 8 ist deutlich näher am Alltag: In der ersten Phase wird das Laufwerk zweimal komplett gefüllt, wobei der zweite Durchlauf sicherstellen soll, dass auch der dem Nutzer nicht zugängliche Speicher gefüllt wird. In der zweiten Phase (Degrade) wird das Laufwerk insgesamt achtmal hintereinander mit zufälligen Schreibzugriffen belastet, wobei der erste Durchgang 10 Minuten dauert und jeder weitere Durchlauf fünf Minuten länger. Nach jedem Durchgang wird die Performance gemessen. In der dritten Phase (Steady state) finden fünf weitere Durchläufe mit jeweils 45 Minuten Schreibdauer statt, auch hier wird die Performance gemessen. In der letzten Phase (Recovery) wird nach einer Leerlaufzeit von fünf Minuten die Performance gemessen. Diese Messung wird inklusive der Leerlaufzeit fünfmal wiederholt und soll dem Laufwerk die Möglichkeit geben, sich zu regenerieren.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen, wie lange unterschiedliche Laufwerke in den verschiedenen Phasen durchschnittlich brauchen, um einen Lese- oder Schreibzugriff zu beantworten. Hierbei beschränken wir uns auf den größten Teil des Trace-Benchmarks, nämlich das Profil „Photoshop Heavy", bei welchem 468 MB gelesen und 5640 MB geschrieben werden. Sowohl dieser als auch die vorherigen Tests mit HDTach und Iometer haben ihre Daseinsberechtigung, für den Alltag relevanter sollten allerdings diese Ergebnisse sein.

 de consistency read access 500

 en consistency write access 500

Das nächste Diagramm zeigt wieder die Transferrate, wie wir sie von den beiden vorherigen Seiten kennen. Es werden alle Profile in die Berechnung miteinbezogen.

 de consistency bandwidth 500

Das Ergebnis des Belastungstests ist nicht eindeutig: Bei der Transferrate und der Latenz beim Lesen schneidet die Plextor M6V besser ab als die Crucial BX100, die Latenz beim Schreiben ist während der Belastungsphase bei der Plextor M6V deutlich höher. Doch auch bei der Transferrate muss man noch einmal unterscheiden, denn in der Erholungsphase überholt die BX100 die M6V dann wieder.


Die Plextor M6V liefert eine Performance, mit der sie sich im Mittelfeld platzieren kann. Es gibt keine großen Ausreißer, weder nach unten noch nach oben. Bei der Alltagsleistung ist sie ein Hauch schneller als die Crucial BX100 mit identischem Controller. Mit wenigen Ausnahmen liegt die Plextor M6V auch in den restlichen Benchmarks mal mehr, mal weniger weit vor der Crucial BX100.

Was das Verhalten bei starker Belastung angeht, ergibt sich kein eindeutiges Bild. Bei der Transferrate ist die Plextor M6V während der Belastungsphase schneller als die BX100, in der Erholungsphase ist es genau umgekehrt. Die durchschnittliche Latenz beim Lesen ist bei der BX100 durchgehend höher – bei der Schreiblatenz dreht sich das Bild genau um.

Plextor M6V: Gute Performance - aber der Preis muss sinken

Da die Plextor M6V potenzielle Käufer vor allem über den Preis ansprechen soll, ist die Performance letztendlich auch nur zweitrangig. In unserem Preisvergleich ist die Plextor M6V noch nicht gelistet, wir können uns an dieser Stelle daher leider nur auf die unverbindliche Preisempfehlung von Plextor berufen. Diese liegt bei 69 Euro für das kleinste Modell mit 128 GB, 115 Euro für die Variante mit 256 GB und 245 Euro für das größte Modell mit 512 GB. Zum Vergleich: Die Crucial BX100 ist in unserem Preisvergleich derzeit mit 57,40 Euro für 120 GB, 83,65 Euro für 250 GB und 168,44 Euro für 500 GB gelistet. Auch die OCZ ARC 100 ist mit nahezu identischen Preisen gelistet.

Auch wenn sich Plextor als Premium-Marke versteht, muss bei einem Produkt wie diesem der Preis schlussendlich stimmen – im konkreten Fall heißt das, der Straßenpreis muss deutlich unter die UVP und auf das Niveau der anderen Laufwerke fallen, ansonsten gibt es leider keinen Grund, die Plextor M6V zu kaufen. Auch die PlexTurbo-Software kann daran nichts ändern. 

 

Positive Aspekte der Plextor M6V:

Negative Aspekte der Plextor M6V: