Seagate Enterprise NAS HDD ST6000VN0001 im Test

Veröffentlicht am: von

Seagate ST6000VN0001 TeaserUm der wachsenden Nachfrage von professionell orientierten NAS-Festplatten Herr zu werden, hat Seagate jüngst eine extra für dieses Einsatzgebiet konzipierte Serie Namens "Enterprise NAS HDD" auf den Markt gebracht. Im Vergleich zur bestehenden "NAS HDD"-Serie liegt hier der Focus auf Performance und Zuverlässigkeit. Als Testexemplar konnten wir ein Muster der ST6000VN0001 ergattern. Wie sich der Neuankömmling im Vergleich zur Konkurrenz schlägt und was er technisch zu bieten hat, wird dieser Artikel klären.

Bereits vor einiger Zeit haben wir uns Exemplar aus Seagates bekannter "NAS HDD"-Serie, die ST4000VN000 unter die Lupe genommen. Die genannte Serie orientiert sich dabei - analog zu Western Digitals Reds - an den Nutzungsszenarien von Endverbrauchern und allenfalls kleinen Unternehmen. Dem Business-Bereich blieben bis vor kurzem hier nur die vergleichweise teuren Enterprise-Boliden übrig. Nachdem Western Digital mit der Red Pro passende Laufwerke veröffentlichte, konterte Seagate jüngst mit der "Enterprise NAS HDD". Wir sind gespannt, wie sich die ST6000VN0001 schlagen wird.

Die technischen Eckdaten der ST6000VN0001 zeigt die folgende Tabelle:

Hersteller Seagate
Modellreihe Enterprise NAS HDD
Modellbezeichnung ST6000VN0001
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis ab 305€
Homepage http://www.seagate.com/de/de/
Technische Daten  
Firmware AN01
Formfaktor 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 6000 (6 Platter)
Kapazität (formatiert) 5586 GiB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 (512E)
Cache 128 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 7200 rpm
   
Herstellergarantie 5 Jahre

Sehen wir uns die ST6000VN0001 nun im Detail auf der nächsten Seite an.


Alle Modelle der Modellreihe "Enterprise NAS HDD" sind mit SATA-Anschluss ausgestattet, SAS-Auskopplungen sind nicht vorgesehen. Ebenfalls sind alle Laufwerke mit 512-Byte-Emulation der physischen 4k-Sektoren versehen, um keinerlei Kompatibilitätsschwierigkeiten zu erzeugen. Unser hier getestetes Modell hört auf den Namen ST6000VN0001 und ist momentan das Exemplar mit der höchsten Kapazität von 6 Terabyte. Die Serie reicht insgesamt über 5, 4, 3 bis hinunter zu 2TB-Versionen. Der Zwischenspeicher beträgt überall 128 MB, ebenso wie die Umdrehungsgeschwindigkeit der Magnetscheiben bei 7.200 rpm liegt. Bei der ST6000VN0001 werden sechs Platter eingesetzt. Die Laufwerke verfügen über integrierte Sensoren zur Messung von Feuchtigkeit und Rotational Vibration (RV), um die jeweiligen Betriebsparameter entsprechend automatisch angleichen zu können.

{jphoto image=77230}

Um der Enterprise-Bezeichnung und dem dortigen Lastprofil des Einsatzgebiet gerecht zu werden, lässt Seagate bei den Zuverlässigkeitsdaten ordentlich die Muskeln spielen: Während die Anzahl der nicht-korrigierbaren Lesefehler pro gelesenem Bit bei 1 pro 1015 liegt, ist auch die Mean Time Between Failures (MTBF) mit 1,2 Millionen Stunden dem professionellen Umfeld entsprechend dimensioniert. Die Betriebsfreigabe liegt bei 8760 Stunden pro Jahr, also ein Betrieb rund um die Uhr. Eine explizite Workload-Einschränkung weist Seagate im Datenblatt nicht aus. Der Garantiezeitraum wird mit fünf Jahren gut bemessen.

Optional bietet Seagate einen +Rescue-Plan für alle Enterprise-NAS-Laufwerke an. Dieser umfasst einen fünfjährigen Datenwiederherstellungs-Service im Defektfall als Schutz gegen Datenverlust. Besagter Plan kann jedoch nicht separat "zugebucht" werden, sondern ist über Kauf eines Laufwerks mit entsprechenden Modellnummer (0011 am Ende, anstelle von 0001) automatisch enthalten. Preislich liegt die Differenz bei derzeit 30 Euro Aufpreis.

Werfen wir nun einen Blick auf die Ergebnisse von Seagates ST6000VN0001 im Benchmark Parcours.


 

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.

Den Stromverbrauch der Festplatten haben wir über ein externes Strommessgerät in Kombination mit einer USB-Dockingstation ermittelt. Die Dockingstation verhält sich ohne eingesetzte HDD neutral und zeigt auf dem Messgerät im Betrieb ohne HDD keinen Verbrauch an. Ein etwaig anfallender "Betriebs-Overhead" fällt demnach bei allen Laufwerken identisch an. Die Messwerte sind daher nicht repräsentativ für jedes Betriebsszenario, sondern zeigen lediglich die von uns gemessenen Verbräuche dar. Über die Messung soll lediglich eine relative Verbrauchshierarchie der Modelle untereinander etabliert werden.

Die Messung der Geräuschemission der einzelnen Festplatten haben wir ebenfalls über die USB-Dockingstation vorgenommen. Dafür haben wir das Schallpegelmessgerät "3222 Datalogger" von Voltcraft in 10 cm Abstand platziert und sowohl den Schalldruck während eines sequentiellen Schreibzugriffs als auch im Active-Idle-Zustand gemessen. Analog zur Messung des Stromverbrauchs gilt auch hier, dass es um die relative Einschätzung der Emissionen zueinander geht. 


Die Disziplin der gemessenen Random Access Time unter HDTach zeigt die folgende Grafik:

HDTach

Random Access Time

ms
Weniger ist besser

Bei der Messung der durchschnittlichen Zugriffszeit liegt die ST6000VN0001 mit 10,1 ms im Mittelfeld.

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz der ST6000VN0001 festgehalten:

HDTune

Minimum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Read

MB/s
Mehr ist besser

Trotz ebenfalls 7200 rpm kann Seagates ST6000VN0001 hier mehr Leistung freisetzen als die "Red Pro"-Konkurrenz von WD.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

HDTune

Minimum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Write

MB/s
Mehr ist besser

Erneut kann sich Seagates Bolide sehr nah an die Enterprise-Fraktion heranschieben und überholt die WD4001FFSX vor allem beim Maximalwert um fast 40 MB/s.

Die Random-Access-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können:

HDTune

Random Read (4k)

IOPS
Mehr ist besser

HDTune

Random Write (4k)

IOPS
Mehr ist besser

Bei den IOPS liefert die ST6000VN0001 Ergebnisse im HDD-üblichen Bereich ab, lesend liegt sie hinter der Red Pro, schreibend dafür weiter vorne.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces. Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

PCMark Vantage

HDD Suite

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

PCMark 7

Overall

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Lightweight

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Productivity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Creativity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Entertainment

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Computational

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

System Storage

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Secondary Storage

Punkte
Mehr ist besser

In den integrierten Benchmarks-Suites kann die ST6000VN0001 einen soliden dritten Platz herausspielen und positioniert sich unmittelbar hinter der hauseigenen Enterprise Capacity und Toshibas MC04ACA-Serie. In den Rubriken "Secondary Storage", "Lightweight", "System Storage" und "Entertainment" schafft sie sogar den zweiten bzw. ersten Platz.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Windows 7

Startzeit

s
Weniger ist besser

Mit knapp über 47 Sekunden Startdauer liegt unser "Enterprise NAS"-Kandidat in bekannten Gefilden.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde jedes Laufwerk nach Abschluss der jeweiligen Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass die Laufwerke einer konstant hohen Belastung ausgesetzt sind und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen müssen. Die Temperaturen der Festplatten wurde durch Auslesen des entsprechenden SMART-Wertes unmittelbar nach Abschluss des Erase-Vorgangs protokolliert und mit der Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Messung bereinigt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen:

Temperaturen:

Betriebstemperatur

Delta Raumtemperatur

C
Weniger ist besser

Die ermittelte Differenz von 24 °C platziert die ST6000VN0001 in derselben Region wie die restlichen 7200-rpm-Boliden.

Werfen wir nun einen Blick auf den Energieverbrauch der Festplatten, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal unter Last:

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Idle

W
Weniger ist besser

Stromverbrauch

Last

W
Weniger ist besser

Beim gemessenen Stromverbrauch ist die ST6000VN0001 nur wenige Milliwatt von dem bisherigen Verbrauchs-Platzhirsch entfernt. 

Die Entwicklung der Betriebslautstärke haben wir ebenfalls verglichen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal während der Seek-Phase im Zugriff:

Lautstärke:

Betriebslautstärke

Idle

dbA
Weniger ist besser

Betriebslautstärke

Seek

dbA
Weniger ist besser

Bei der gemessenen Lautstärke ist die ST6000VN0001 im Verfolgerfeld einsortiert und nicht ganz so laut wie einige andere Boliden.


Seagate liefert mit der ST6000VN0001 eine schnelle und zuverlässige Festplatte ab, die die Bezeichnung "Enterprise NAS" vollkommen zurecht trägt. Innerhalb des Benchmark-Parcours hat sie deutlich gezeigt, dass sie einigen anderen, ebenfalls "Enterprise"-betitelten, Boliden kraftvoll die Stirn bieten kann. Im direkten Vergleich mit Western Digitals "Red Pro" konnte sich die ST6000VN0001 ebenfalls als Sieger herausstellen. Dementsprechend liegen Stromverbrauch- und Temperaturentwicklung natürlich ähnlich hoch, Leistung hat diesbezüglich eben ihre Kehrseite.

{jphoto image=77229}

Was die Zuverlässigkeitswerte betrifft, liegt Seagate mit der ST6000VN0001 ebenfalls auf Enterprise-Niveau. Dies darf angesichts des Preises von knapp 300 Euro pro Laufwerk aber auch erwartet werden. Als weitere Bonuspunkte von Seagates "Enterprise NAS"-Serie kann der optionale "+Rescue"-Plan genannt werden, der Käufern einen Datenwiederherstellungs-Service zusichert.

seagateST6000VN0001

Positive Aspekte von Seagates ST6000VN0001 :

Negative Aspekte von Seagates ST6000VN0001 :

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar