Western Digital Purple WD60PURX im Test

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WD60PURX TeaserMit Veröffentlichung der jüngsten Purple-Serie hat Western Digital sein farbenfrohes Portfolio um eine neue Serie ergänzt. Die Boliden aus der Purple-Reihe knüpfen dort an, wo die ehemalige AV-Serie (Audio/Video bzw. Surveillance) aufgehört hat. Mit Kapazitäten von 1 bis 6 TB steht genügend Auswahl zur Verfügung. Zusätzlich bewirbt WD die Purple-Laufwerke mit deren neu entwickelter AllFrame-Technologie. Wir haben uns exemplarisch die 6-TB-Auskopplung WD60PURX kommen lassen und durch unseren Benchmarks-Parcours gejagt.

Während im Kino- und Multimediabereich seit einigen Monaten die 4K-Auflösung massiv vorangetrieben wird, entwickelt sich der Videoüberwachungssektor ebenfalls weiter. Höhere Auflösungen, mehr Kameras und 24x7-Aufnahmen führen zwangsläufig zu einem hohen Speicherplatzverbrauch. Festplatten aus den Enterprise-Sparten sind für dieses Segment selten geeignet, da sowohl Preis, als auch Leistung und Stromverbrauch zu hoch sind. Aus diesem Grund bieten einige Hersteller separate AV/Surveillance-HDDs an. Aus Western Digitals neuer Purple-Reihe stellen wir hier nun die WD60PURX vor.

Die technischen Eckdaten der WD60PURX zeigt die folgende Tabelle:

Hersteller Western Digital
Modellreihe Purple
Modellbezeichnung WD60PURX
Seriennummer WX21D7453L5A
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis ab 254€
Homepage http://www.wdc.com/de/
Technische Daten  
Firmware A80
Formfaktor 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 6000 (5 Platter)
Kapazität (formatiert) 5586 GiB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 (512E)
Cache 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit IntelliPower
   
Herstellergarantie 3 Jahre

Sehen wir uns die WD60PURX nun im Detail auf der nächsten Seite an.


Den Fokus der Purple-Boliden legt Western Digital auf einen geringen Stromverbrauch und Wärmeentwicklung, bei dennoch adäquater Streaming-Performance. Daher liegt die Spindelgeschwindigkeit im Bereich von 5.200 bis 5.400 rpm, was WD wie üblich unter "IntelliPower" laufen lässt. Die WD60PURX ist mit einer Kapazität von 6 TB ausgestattet, die über fünf verbaute Platter zu jeweils 1,2 TB bereitgestellt wird. Der DRAM-Cache beläuft sich auf 64 MB, was als Standardausstattung bezeichnet werden kann. Wie üblich sind sämtliche SATA-Modelle mit der schnellen 6-GBit/s-Variante angebunden. Die Sektorgröße liegt bei 4k, wird per Emulation aber als 512 Byte gemeldet (512E).

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Die sog. "AllFrame-Technologie", die Western Digital gesondert für die Purple-Laufwerke entwickelt hat, basiert im Kern auf den Streaming-Optionen des ATA-Protokolls. Auf diese Weise soll ein verringerter Bildverlust und gesteigerte Abspielqualität (im Vergleich zum Einsatz von Desktop-HDDs) erreicht werden. Allframe ist damit eine Weiterentwicklung des "Silkstream"-Features der HDDs aus der AV-GP-Serie, die bis zu zwölf simultane Kameras unterstützten. Laut Datenblatt soll nun pro Purple-Laufwerk eine Maximalanzahl von bis zu 32 HD-Kameras unterstützt werden. Aussagen zur Auflösung und Bildwiederholrate werden im Datenblatt jedoch nicht getätigt. Die effektive Nutzung dieses Features ist jedoch nicht standardmäßig möglich, sondern muss von jeweiligen Host-Adapter über Nutzung der ATA-Befehlssatzes explizit unterstützt werden.

Grundsätzlich gibt Western Digital die Purple-HDDs für den 24x7-Betrieb frei, ohne Einschränkungen beim Datendurchsatz (Workload). Die Fehlerrate liegt mit 1 Bit pro gelesenen 1014 auf Niveau der Desktop-Boliden, ebenso wie die Anzahl der Load/Unload-Zyklen von 300.000. Den Garantiezeitraum beziffert WD weltweit auf insgesamt drei Jahre ab Kaufdatum.

Werfen wir nun einen Blick auf die Ergebnisse von Western Digitals WD60PURX im Benchmark Parcours.


 

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.

Den Stromverbrauch der Festplatten haben wir über ein externes Strommessgerät in Kombination mit einer USB-Dockingstation ermittelt. Die Dockingstation verhält sich ohne eingesetzte HDD neutral und zeigt auf dem Messgerät im Betrieb ohne HDD keinen Verbrauch an. Ein etwaig anfallender "Betriebs-Overhead" fällt demnach bei allen Laufwerken identisch an. Die Messwerte sind daher nicht repräsentativ für jedes Betriebsszenario, sondern zeigen lediglich die von uns gemessenen Verbräuche dar. Über die Messung soll lediglich eine relative Verbrauchshierarchie der Modelle untereinander etabliert werden.

Die Messung der Geräuschemission der einzelnen Festplatten haben wir ebenfalls über die USB-Dockingstation vorgenommen. Dafür haben wir das Schallpegelmessgerät "3222 Datalogger" von Voltcraft in 10 cm Abstand platziert und sowohl den Schalldruck während eines sequentiellen Schreibzugriffs als auch im Active-Idle-Zustand gemessen. Analog zur Messung des Stromverbrauchs gilt auch hier, dass es um die relative Einschätzung der Emissionen zueinander geht. 


Die Disziplin der gemessenen Random Access Time und Read/Write-Durchsatzraten unter HDTach zeigt die folgende Grafik:

HDTach

Random Access Time

ms
Weniger ist besser

Mit einer Random Access Time von durchschnittlichen 13 ms liegt die WD60PURX auf dem letzten Platz der HDDs oberhalb der 4-TB-Linie.

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz der WD60PURX festgehalten:

HDTune

Minimum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Read

142.5 XX


135.33 XX


131.7 XX


131.57 XX


114.1 XX


MB/s
Mehr ist besser

Beim Vergleich der unterschiedlichen Leseraten präsentiert sich Western Digitals Purple-Proband deutlich besser und kann sich von den Desktop-HDDs leicht absetzen.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

HDTune

Minimum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Write

176.43 XX


171.47 XX


167.07 XX


151.4 XX


107.07 XX


MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Write

139.97 XX


131.47 XX


128.13 XX


120.30 XX


111.8 XX


MB/s
Mehr ist besser

Die Resultate beim Schreiben sehen ähnlich aus, auch hier kann sich WDs WD60PURX an die Spitze der Verfolger der Enterprise-Laufwerke setzen.

Die Random-Access-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können:

HDTune

Random Read (4k)

IOPS
Mehr ist besser

HDTune

Random Write (4k)

IOPS
Mehr ist besser

Bei den gemessenen IOPS gerät die WD60PURX erneut ins Hintertreffen und rutscht mit Ergebnissen von 59 bzw. 163 deutlich ab.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sogenannte Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces. Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab zirka zehn Prozent Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als drei Prozent).

PCMark Vantage

HDD Suite

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

PCMark 7

Overall

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Lightweight

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Productivity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Creativity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Entertainment

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Computational

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

System Storage

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Secondary Storage

Punkte
Mehr ist besser

Innerhalb der Allround-Benchmark-Suite PCMark 7 muss sich die WD60PURX ebenfalls geschlagen geben und kann sich nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Windows 7

Startzeit

52.67 XX


52.48 XX


52.31 XX


49.74 XX


47.97 XX


47.37 XX


46.37 XX


s
Weniger ist besser

Mit den gemessenen 49,74 Sekunden liegt der WD-Proband im unteren Drittel.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde jedes Laufwerk nach Abschluss der jeweiligen Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass die Laufwerke einer konstant hohen Belastung ausgesetzt sind und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen müssen. Die Temperaturen der Festplatten wurde durch Auslesen des entsprechenden SMART-Wertes unmittelbar nach Abschluss des Erase-Vorgangs protokolliert und mit der Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Messung bereinigt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen:

Temperaturen:

Betriebstemperatur

Delta Raumtemperatur

°C
Weniger ist besser

Bei der Temperaturentwicklung liegt die WD60PURX ähnlich gut im Rennen, wie die bekannten Red-Laufwerke aus WD's NAS-Serie.

Werfen wir nun einen Blick auf den Energieverbrauch der Festplatten, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal unter Last:

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Idle

W
Weniger ist besser

Stromverbrauch

Last

W
Weniger ist besser

Auch beim Energieverbrauch präsentiert sich die WD60PURX sehr gut und liegt mit 6,3 W (Idle) auf dem dritten Platz, während die 7,5 W (Last) für den souveränen ersten Platz reichen.

Die Entwicklung der Betriebslautstärke haben wir ebenfalls verglichen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal während der Seek-Phase im Zugriff:

Lautstärke:

Betriebslautstärke

Idle

dbA
Weniger ist besser

Betriebslautstärke

Seek

dbA
Weniger ist besser

Die produzierte Geräuschkulisse der WD60PURX kann als positiv niedrig bezeichnet werden und liegt im selben Bereich wie die NAS/Desktop-Platten.


Bei Western Digitals Purple-Serie handelt es sich um sehr individuell zugeschnittene Laufwerke für den AV/Surveillance-Einsatz, die nur sehr bedingt als Ersatz für Desktop-HDDs in normalen PCs oder HTPCs/Recordern geeignet sind. Besonders gut steht die WD60PURX da, wenn man den Bewertungsfokus auf Stromverbrauch, Wärmeemission und Betriebsgeräusch legt. Hier kann die Festplatte ihre Stärken ausspielen und lässt die Konkurrenz hinter sich. Was die Random Access Time, Schreib-/Leseraten und Allround-Performance betrifft, ist sie allerdings dem restlichen Teilnehmerfeld unterlegen - bei ihrem eigentlichen Einsatzgebiet stört das aber nicht.

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Die 3-Jahres-Garantie und 24x7-Freigabe positionieren die WD60PURX als ideales Arbeitspferd im Surveillance-Bereich, gerade in Kombination mit WDs neuem "AllFrame"-Feature. Preislich ist ein 6-TB-Exemplar mit rund 250 Euro zwar nicht besonders günstig, kostet aber dennoch deutlich weniger als eine Enterpreise-HDD mit vergleichsweiser Betriebsfreigabe und Garantiezeit.

Positive Aspekte von Western Digitals WD60PURX :

Negative Aspekte von Western Digitals WD60PURX :

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar