Samsung SSD 850 EVO 120 GB und 1 TB mit 3D V-NAND im Test

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teaserMit der SSD 850 PRO Series hat Samsung dieses Jahr die sogenannte 3D V-NAND-Technologie auf den Markt gebracht, bei der die einzelnen Speicherzellen nicht mehr wie bisher einfach in einer Ebene, sondern als konzentrische Zylinder aufeinander gestapelt und damit dreidimensional angeordnet werden. Diese Technologie bringt eine ganze Reihe von Vorteilen, die mit dem Erscheinen der Samsung 850 EVO Series jetzt auch dem Einsteiger-Markt zugänglich gemacht werden sollen. Wie sich Samsungs neuste SSD-Entwicklung gegen die Konkurrenz schlägt, untersuchen wir in diesem Artikel.

Mehr Geschwindigkeit, deutlich längere Haltbarkeit und gleichzeitig niedrigere Kosten. Diese drei bisher widersprüchlichen Punkte zu vereinen, scheint Samsung mit 3D V-NAND gelungen zu sein. Die Samsung SSD 850 PRO Series gehört zu den schnellsten SATA-SSDs, besitzt eine deutlich bessere Haltbarkeit als der Vorgänger auf 2D-MLC-Basis und ist gleichzeitig nicht teurer. Für den Consumer-Markt ist die Haltbarkeit von SSDs ohnehin kein Problem und auch bei der Performance lohnt es sich häufig nicht, das letzte Quäntchen rauszuholen, vielmehr ist ein niedriger Preis wichtig.

Die Samsung SSD 850 EVO kommt in einer hellen, weißen Verpackung

Auch hier kann die 3D-V-NAND-Technologie punkten, denn durch die einfache Stapelbarkeit der Speicherzellen kann die gleiche Chipfläche viel effizienter genutzt, d.h. mit mehr Speicher bestückt werden. Zurzeit besteht der von Samsung verwendete 3D-Speicher aus insgesamt 32 Schichten. Jede Zelle speichert bei der 850 EVO drei Bits, womit man auch von 3D-TLC sprechen kann. In der 850 PRO kommt 3D-MLC zum Einsatz, während Samsung beim Vorgänger 840 EVO noch auf klassischen 2D-TLC gesetzt hat. Die restlichen Features wurden größtenteils vom Vorgänger übernommen, insbesondere ist auch wieder der TurboWrite-Cache vorhanden, der die SSD kurzzeitig stark beschleunigen soll.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Samsung SSD 850 EVO Series 120 GB / 1 TB
UVP

120 GB: 92,99 Euro
250 GB: 138,99 Euro
500 GB: 249,99 Euro
1 TB: 462,99 Euro

Homepage www.samsung.com
Technische Daten  
Formfaktor 2,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 120 GB / 1 TB
Kapazität (formatiert) 112 / 932 GiB
Verfügbare Kapazitäten 120, 250, 500 GB, 1 TB
Cache 120 GB: 256 MB (LPDDR2)
250, 500 GB: 512 MB (LPDDR2)
1 TB: 1 GB (LPDDR2)
Controller

120, 250, 500 GB: Samsung MGX
1 TB: Samsung MEX

Chipart Samsung 3D V-NAND (3 Bit, 32 Layer)
Lesen (lt. Hersteller) 540 MB/s (alle Varianten)
Schreiben (lt. Hersteller) 520 MB/s (alle Varianten)
   
Herstellergarantie Fünf Jahre
Lieferumfang -

Die wesentliche Neuerung, die Samsung mit der 850 PRO/EVO Serie eingeführt hat, ist 3D V-NAND. Doch was heißt 2D und 3D bei Flashspeicher? Herkömmliche (2D-)Speicherzellen besitzen eine „flache" Struktur und werden in einer Ebene angeordnet. Möchte man mehr Speicherplatz, muss man entweder die Strukturgröße verkleinern oder die Chipfläche vergrößern. Beides ist mit enormen Kosten verbunden, bei der Strukturgröße stößt man außerdem immer mehr an physikalische Grenzen, denn die Zellen liegen inzwischen so nah zusammen, dass Interferenzeffekte zwischen den Zellen nicht mehr vernachlässigt werden können. Zwar lassen sich mehrere 2D-Dies in einem Chipgehäuse stapeln, doch stößt man auch hier sehr schnell an die Grenzen des Machbaren.

2d-vs-3d

Der Ansatz bei 3D-Speicher ist daher ein völlig anderer. Um einen anschaulichen Vergleich zu machen: Statt Reihenhäuser baut man nun Hochhäuser. So kann man sich eine einzelne Speicherzelle als einen Zylinder vorstellen, bei dem der äußere Ring das Control Gate ist, während darin ein weiterer konzentrischer Zylinder liegt, bei dem es sich um einen Isolator handelt – hier werden die Elektronen und damit die Information gespeichert. In der Mitte befindet sich schließlich ein Polysilicium-Kanal. Das obere Bild (Quelle: Samsung) zeigt den strukturellen Unterschied zwischen 2D- und 3D-Speicher.

die

Aktuell stapelt Samsung 32 Schichten (Layer), bis 2017 prognostiziert man jedoch bis zu 100 Schichten stapeln zu können. Bei der Fertigungstechnologie ist Samsung bei 3D V-NAND mehrere Schritte zurückgegangen und setzt auf vergleichsweise alte Prozesse, der Speicher der 850 PRO wird in 40 nm gefertigt. Samsung erreicht damit trotzdem eine höhere Speicherdichte im Vergleich zu 2D-Speicher der 1x nm-Klasse, wie das Bild oben (Quelle: Samsung) verdeutlicht.

Gleich geblieben ist die TurboWrite-Technik, die wir ebenfalls schon von der 840 EVO kennen. Dabei wird ein kleiner Bereich des gesamten Speichers reserviert und mit nur einem statt drei Bits programmiert. Da die Programmierung von einem Bit sehr schnell abgeschlossen ist, ist die Performance entsprechend höher. Dieser Bereich wird TurboWrite-Cache genannt und genutzt, um sämtliche Schreibzugriffe zwischenzuspeichern.

Ungleich: Die Platine des 1 TB-Modells (links) ist deutlich größer

Von dort werden die Daten schließlich in den TLC-Speicher (3-Bit) Speicher geschrieben, damit der TurboWrite-Cache neue Daten aufnehmen kann. Der TurboWrite-Cache der Samsung SSD 850 EVO hilft insbesondere den kleineren Modellen der Serie und wirkt sich sehr stark auf die sequenzielle Schreibrate aus, wie die folgende Tabelle zeigt.

Einfluss des TurboWrite-Caches
 mit Cacheohne Cache
Kapazität 120 GB 1 TB 120 GB 1 TB
Seq. schreiben (MB/s) 425,78 456,03 144,49 456,61

Bei der Spalte „mit Cache" wurde mit Iometer fünf Sekunden lang sequenziell auf das Laufwerk geschrieben, bei der Spalte „ohne Cache" insgesamt 60 Sekunden, wobei die Geschwindigkeit wieder über die letzten fünf Sekunden ermittelt wurde. Wie man sieht, sind das 120 GB und das 1 TB Modell gleichschnell, solange beide den TurboWrite-Cache nutzen können. Ist der Cache des 120 GB Modells voll, sinkt die Schreibrate jedoch beachtlich. Beim 1 TB-Modell messen wir hingegen kaum einen Unterschied. Von Samsung gibt es außerdem offizielle Angaben zur Performance mit und ohne TurboWrite-Cache:

Einfluss des TurboWrite-Caches (lt. Hersteller)
 mit Cacheohne Cache
Kapazität (GB) 120 250 500 1 TB 120 250 500 1 TB
Seq. schreiben (MB/s) 520 520 520 520 150 300 500 520
4K Random QD32 (IOPS) 88k 88k 90k 90k 38k 70k 80k 80k

Der TurboWrite-Cache ist eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Steigerung der Performance, da es nur eine einzige Einschränkung an seine Wirksamkeit gibt, nämlich seine Größe. Mit 3 GB beim kleinsten Modell, über 6 GB bis hin zu 12 GB beim größten Modell sollte er jedoch ausreichend bemessen sein, um praktisch alle Alltagssituationen beschleunigen zu können.

Der Aufbau einer dreidimensionalen Zelle (Quelle: Samsung)

Samsung bewirbt zusammen mit der SSD 850 EVO Series außerdem eine verbesserte Version des sog. RAPID-Modus. Dabei wird der Arbeitsspeicher des Rechners mit Hilfe einer Software als weitere Cache-Ebene genutzt. In der Vergangenheit waren diese Software-Beschleuniger jedoch häufig Etikettenschwindel, denn während einfache Benchmarks wie beispielsweise AS SSD oder CrystalDiskMark extrem hohe Werte anzeigen, ist im Alltag wenig bis nichts von dieser vermeintlichen Mehrleistung angekommen. Wir würden dem neuen RAPID-Modus an dieser Stelle gerne auf den Zahn fühlen, doch weigert sich unser Testsystem nach der Aktivierung von RAPID zu starten. Für den Test stand uns nur eine Beta-Version des Samsung SSD Magician zur Verfügung, sodass evtl. noch Inkompatibilitäten vorhanden sind. Wir haben Samsung davon in Kenntnis gesetzt.


asrock-z97-extreme6

Hardware

Software

Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke an einem SATA-6 Gb/s-Port des Z97-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep, sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert. Außerdem wurde LPM (Link Power Management) deaktiviert.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Auffällig bei diesem Benchmark ist das sehr schlechte Ergebnis der 120 GB-Version der 850 EVO beim sequenziellen Schreiben. Der Grund dafür ist der TurboWrite-Cache, den wir schon von der 840 EVO kennen: Ist dieser wenige Gigabyte große Zwischenspeicher gefüllt, sinkt die sequenzielle Schreibrate deutlich. Die kleineren Varianten sind dabei stärker betroffen, bei der 1 TB-Variante ist der Unterschied recht klein.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Beim AS SSD Benchmark macht die Samsung SSD 850 EVO insgesamt eine gute Figur.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Iso

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
Mehr ist besser

Beim Kopieren landet die Samsung SSD 850 EVO im oberen Mittelfeld, wobei zumindest bei der 120 GB-Variante der Einfluss des TurboWrite-Caches zu berücksichtigen ist.


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

Bestandteile des Storage-Benchmarks
AnwendungsprofilInsgesamt gelesenInsgesamt geschrieben
Adobe Photoshop light 313 MB 2336 MB
Adobe Photoshop heavy 468 MB 5640 MB
Adobe Illustrator 373 MB 89 MB
Adobe InDesign 401 MB 624 MB
Adobe After Effects 311 MB 16 MB
Microsoft Word 107 MB 95 MB
Microsoft Excel 73 MB 15 MB
Microsoft PowerPoint 83 MB 21 MB
World of Warcraft 390 MB 5 MB
Battlefield 3 887 MB 28 MB

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die rechnerische Transferrate. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Transferrate bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
Mehr ist besser

Die Alltagsleistung der Samsung 850 EVO ist sehr gut, die größte Variante wird nur noch von der (alten) Samsung 840 PRO und zwei PCI-Express-Laufwerken übertroffen. Auch die kleinere Variante mit 120 GB kann sich einen guten Platz in der Rangliste sichern.

Die folgenden Diagramme zeigen die Transferrate der einzelnen Laufwerke in den jeweiligen Einzeldisziplinen. Die beiden Spieletests bestehen aus dem Login, bei Battlefield 3 aus dem Laden eines Spielstands und schließlich dem Start des Spielens.

Futuremark PCMark 8

Storage - Battlefield 3

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - World of Warcraft

MB/s
Mehr ist besser


Um die Geschwindigkeit der Laufwerke in einem Office-Szenario zu testen, werden Powerpoint, Excel und Word aus Microsofts Office-Suite verwendet. Dabei wird ein Dokument geöffnet, bearbeitet, gespeichert und das Programm wieder geschlossen.

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Powerpoint

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Excel

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Word

MB/s
Mehr ist besser

Während Office-Anwendungen für das Storage-System nicht sehr anspruchsvoll sind, fordern die Anwendungen von Adobe die Laufwerke deutlich mehr. Insbesondere beim "Adobe Photoshop (heavy)"-Test werden sehr viele Daten geschrieben, hier wird eine PSD-Datei geöffnet, bearbeitet und schließlich in verschiedenen Formaten gespeichert.

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe After Effects

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Indesign

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Illustrator

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (light)

MB/s
Mehr ist besser

Bei den Einzeldisziplinen sind die Ergebnisse entsprechend der Gesamtwertung ebenfalls gut, lediglich beim Photoshop-(heavy)-Profil schwächelt die kleine Variante etwas. Hier wird vermutlich der TurboWrite-Cache vollständig ausgereizt, sodass insbesondere die sequenzielle Schreibrate abnimmt.


Der PCMark 8 „Expanded Storage"-Test besteht aus zwei Teilen, dem „Consistency test" und dem „Adaptivity test". Letzterer prüft, wie gut sich ein Storage-System an eine bestimmte Last anpassen kann. Für uns interessanter ist der erste Test, der den Performanceverlust eines Speichersystems messen soll. Bisher haben wir für diesen Zweck eine Kombination von HDTach und Iometer eingesetzt: Zuerst wurde die sequenzielle Performance im Neuzustand gemessen, dann das Laufwerk mit Iometer extrem stark beansprucht und anschließend wieder die Performance gemessen. Die Performance vieler Laufwerke ist dabei nicht selten um 50% und mehr eingebrochen. Dieses Vorgehen erlaubt eine Aussage über den Worst Case.

Das Vorgehen von PCMark 8 ist deutlich näher am Alltag: In der ersten Phase wird das Laufwerk zweimal komplett gefüllt, wobei der zweite Durchlauf sicherstellen soll, dass auch der dem Nutzer nicht zugängliche Speicher gefüllt wird. In der zweiten Phase (Degrade) wird das Laufwerk insgesamt achtmal hintereinander mit zufälligen Schreibzugriffen belastet, wobei der erste Durchgang 10 Minuten dauert und jeder weitere Durchlauf fünf Minuten länger. Nach jedem Durchgang wird die Performance gemessen. In der dritten Phase (Steady state) finden fünf weitere Durchläufe mit jeweils 45 Minuten Schreibdauer statt, auch hier wird die Performance gemessen. In der letzten Phase (Recovery) wird nach einer Leerlaufzeit von fünf Minuten die Performance gemessen. Diese Messung wird inklusive der Leerlaufzeit fünfmal wiederholt und soll dem Laufwerk die Möglichkeit geben, sich zu regenerieren.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen, wie lange unterschiedliche Laufwerke in den verschiedenen Phasen durchschnittlich brauchen, um einen Lese- oder Schreibzugriff zu beantworten. Hierbei beschränken wir uns auf den größten Teil des Trace-Benchmarks, nämlich das Profil „Photoshop Heavy", bei welchem 468 MB gelesen und 5640 MB geschrieben werden. Sowohl dieser als auch die vorherigen Tests mit HDTach und Iometer haben ihre Daseinsberechtigung, für den Alltag relevanter sollten allerdings diese Ergebnisse sein.

 de consistency read access-500

 de consistency write access-500

Das nächste Diagramm zeigt wieder die Transferrate, wie wir sie von den beiden vorherigen Seiten kennen. Es werden alle Profile in die Berechnung miteinbezogen.

 de consistency bandwidth-500

Leider hat uns Samsung keine Variante der 850 EVO mit 250 GB zur Verfügung gestellt, sodass ein Vergleich mit anderen Laufwerken nur bedingt möglich ist. Verglichen mit der 850 PRO schneidet die EVO-Serie deutlich schlechter ab, was aufgrund des Drei- statt Zwei-Bit-Speichers auch zu erwarten war. Im Vergleich zur Crucial MX100 besitzen beide Varianten in jedem Zustand eine niedrigere Latenz beim Lesen, wobei die Latenz beim Schreiben je nach Kapazität größer (120 GB) oder kleiner (1 TB) ist. Das 500 GB-Modell der 850 EVO könnte hier gleichauf mit der Crucial MX100 ein. Bei der rechnerischen Transferrate, die die zu erwartende Alltagsleistung widerspiegelt, brechen beide Varianten der 850 EVO sehr stark ein, vergleichbar mit der Crucial MX100.


Mit der MX100 hat Crucial eine sehr harte Nuss auf den Markt gebracht, denn die Kombination aus guter Leistung und hervorragendem Preis konnte bisher von keinem anderen Hersteller wirklich geknackt werden. Ist die Samsung 850 EVO Series die gesuchte Ablöse?

Der Vergleich beider Laufwerke ist schon alleine aufgrund der komplett unterschiedlichen Technologien interessant: Crucial setzt auf aktuellen 2D-MLC, Samsung sieht 3D-TLC als die beste Wahl. Das wirkt sich natürlich direkt auf die Haltbarkeit aus. Crucial gibt für alle Kapazitätsvarianten einen TBW-Wert von 72 TB an, bei der Samsung 850 EVO sind es 75 TB für die beiden kleineren (120/250 GB) Varianten und 150 TB für die großen (500 GB/1 TB). Samsung traut dem Laufwerk also etwas mehr zu, wobei dieser Wert in der Praxis kaum relevant ist: Im Alltagsbetrieb bekommt man keine aktuelle SSD kaputtgeschrieben.

Starke Konkurrenz im Mainstream-Segment: Die Samsung SSD 850 EVO

Ebenfalls interessant ist ein Blick auf die Performance, auch hier sehen wir zwei unterschiedliche Ansätze. Samsung setzt auf eine zusätzliche Cache-Ebene in Form von TurboWrite, ein 3 bis 12 GB (je nach Kapazität) großer Bereich im Speicher, der im Pseudo-SLC-Modus besonders schnell angesprochen werden kann und der SSD zu einer hervorragenden Leistung verhilft – bis er voll ist. Dann müssen die Daten in den langsameren TLC-Bereich geschrieben werden. Auch hier gilt: Der TurboWrite-Cache sollte ausreichend groß sein, um die meisten Alltagszugriffe komplett aufnehmen zu können. Crucial nutzt keine derartige Technik an, die Performance ist trotzdem nicht sehr viel schlechter, zumindest bei den großen Kapazitäten. Je kleiner die SSD ist, desto mehr profitiert die 850 EVO vom TurboWrite-Cache und hängt eine Crucial MX100 mit gleicher Kapazität ab.

Aktuelle Preise (Auswahl)
 Samsung 850 EVOSamsung 840 EVOCrucial MX 100
120 GB 92,99 Euro (UVP) 66,85 Euro 59,33 Euro
250 GB 138,99 Euro (UVP) 108,38 Euro 92,73 Euro
500 GB 249,99 Euro (UVP) 195,01 Euro 180,85 Euro
1 TB 462,99 Euro (UVP) 349,00 Euro n. v.

Fast noch wichtiger als die Performance ist jedoch der Preis: Hier liegen von der Samsung SSD 850 EVO bisher nur die UVP des Herstellers vor. Mit steigender Verfügbarkeit sollten die Preise noch etwas sinken, wobei eine genaue Prognose natürlich nicht möglich ist. Auch wenn die 850 EVO den moderneren Speicher besitzt und etwas schneller ist: Ein deutlich höherer Preis im Vergleich zur MX100 kann sie trotzdem schnell wieder uninteressant machen, da der Mehrwert der 850 EVO für viele Nutzer nicht sonderlich relevant sein dürfte, auch wenn Samsung auf die 850 EVO fünf statt drei Jahre Herstellergarantie gibt.

Bei Kapazitäten von 120 und evtl. noch 250 GB ist die Samsung SSD 850 EVO aufgrund des TurboWrite-Caches die bessere Wahl, bei den größeren Kapazitäten wird es zu einer Geschmacks- bzw. Preisfrage. Ein 1 TB-Modell bietet nur Samsung an, die größte MX100 hat 512 GB. Hier ist die Wahl dann also wieder eindeutig.

Der offizielle Verkaufstart der Samsung SSD 850 EVO Series ist der 10.12.2014, im nächsten Jahr sollen außerdem Varianten mit mSATA- und M.2-Interface folgen.

 

Positive Aspekte der Samsung SSD 850 EVO:

Negative Aspekte der Samsung SSD 850 EVO: