Western Digital WD60EZRX im Test

Veröffentlicht am: von

wd60ezrx teaserWestern Digital schickt mit der WD60EZRX den nächsten 6-Terabyte-Boliden aufs Parkett, der dieses Mal aus der Green-Serie entstammt. Die unter dieser Bezeichnung laufenden Festplatten sind vorrangig für das Desktop-Segment bzw. die Endnutzer mit hohen Speicherplatzanforderungen und eher moderatem Performance-Profil gedacht. Ein, verglichen mit NAS/Enterprise-HDDs, günstigerer Kaufpreis gehört ebenfalls dazu. Wir haben uns die WD60EZRX im folgenden Artikel angeschaut und durch unseren Benchmark-Parcours geschickt.

Nachdem Western Digital zuerst die Red-Modelle als erste WD-Serie auf 6 TB gehoben hat, folgt nun die Green-Baureihe. Im Anforderungsprofil ähneln sich Green- und Red-Boliden gewissermaßen, da beide Hauptaugenmerk auf günstigen Speicherplatz mit durchschnittlicher Performance bei geringem Stromverbrauch und wenig Geräuschemissionen versprechen.

Die technischen Eckdaten der WD60EZRX zeigt die folgende Tabelle:

Hersteller Western Digital
Modellreihe Green
Modellbezeichnung WD60EZRX
Seriennummer WX51H3419515
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis ab 177 €
Homepage www.wdc.com/de
Technische Daten  
Firmware A80
Formfaktor 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 6000 GB (5 Platter)
Kapazität (formatiert) 5586 GiB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (512E)
Cache 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit Intellipower
   
Herstellergarantie 2 Jahre

Sehen wir uns die WD60EZRX nun im Detail auf der nächsten Seite an.


Im Rahmen der Modellpflege innerhalb der Green-Serie hat Western Digital auch das 5-TB-Exemplar WD50EZRX in Programm aufgenommen, die bis auf den Kapazitätsunterschied zur WD60EZRX vollkommen identisch ist. Derzeit hatte der Hersteller nur ein Testmuster der WD60EZRX verfügbar, die also stellvertretend für die gesamte Serie herhalten muss. Unser Exemplar bringt die 6 Terabyte Speicherplatz über 5 rotierende Magnetscheiben (Platter) zum Käufer. Im Hinblick auf die Umdrehungsgeschwindigkeit lässt WD seit einiger Zeit keine definierten Zahlen im Datenblatt sprechen, sondern spricht von "Intellipower". Dahinter verbirgt sich meist eine fixierte Rotationsgeschwindigkeit um ~5400 rpm, die jedoch von Exemplar zu Exemplar leichte Unterschiede auffweisen kann. Als Transferschnittstelle wird wie gehabt SATA 6 Gbit/s eingesetzt, während der Laufwerksinterne Cache bei 64 MB liegt. Die Sektorgröße liegt intern bei 4k (Advanced-Format), wird jedoch per Emulation als 512E an die Host-Schnittstelle umgesetzt.

{jphoto image=68076}

Western Digital gewährt Käufern einer Green-HDD die üblichen zwei Jahre Garantiezeit, die weiteren Verlässlichkeitsangaben im Datenblatt liegen mit 300.000 Load/Unload-Zyklen und einer Bitfehlerrate von weniger als 1 pro 10^14 gelesen Bit ebenfalls im bekannten Rahmen für die Desktop-Modelle. Während die Fehlerrate in der Vergangenheit nie großartig in den Vordergrund rückte, muss man sie bei den derzeitigen Kapazitätswerten der Festplatten differenzierter betrachten: 10^14 Bit entsprechen großzügig gerundet 11 TB, was bei zweimaliger Komplettauslesung einer randvollen 6-TB-HDD (bei gerechneten 5,5 TB nutzbarem Speicherplatz) entspricht. Eine Freigabe (im Sinne des Garantieerhalts) für den lastintensiven 24x7-Betrieb gibt es für die Green-Laufwerke nicht.

Werfen wir nun einen Blick auf die Ergebnisse von WDs WD60EZRX im Benchmark Parcours.


 

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.

Den Stromverbrauch der Festplatten haben wir über ein externes Strommessgerät in Kombination mit einer USB-Dockingstation ermittelt. Die Dockingstation verhält sich ohne eingesetzte HDD neutral und zeigt auf dem Messgerät im Betrieb ohne HDD keinen Verbrauch an. Ein etwaig anfallender "Betriebs-Overhead" fällt demnach bei allen Laufwerken identisch an. Die Messwerte sind daher nicht repräsentativ für jedes Betriebsszenario, sondern zeigen lediglich die von uns gemessenen Verbräuche dar. Über die Messung soll lediglich eine relative Verbrauchshierarchie der Modelle untereinander etabliert werden.

Die Messung der Geräuschemission der einzelnen Festplatten haben wir ebenfalls über die USB-Dockingstation vorgenommen. Dafür haben wir das Schallpegelmessgerät "3222 Datalogger" von Voltcraft in 10 cm Abstand platziert und sowohl den Schalldruck während eines sequentiellen Schreibzugriffs als auch im Active-Idle-Zustand gemessen. Analog zur Messung des Stromverbrauchs gilt auch hier, dass es um die relative Einschätzung der Emissionen zueinander geht. 


Die Disziplin der gemessenen Random Access Time und Read/Write-Durchsatzraten unter HDTach zeigt die folgende Grafik:

HDTach

Random Access Time

ms
Weniger ist besser

Mit einer Random Access Time von fast 12 ms liegt die WD60EZRX im gewohnten Bereich der Desktop-Platten. Der hochdrehenden Konkurrenz ist sie selbstredend unterlegen.

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz der WD60EZRX festgehalten:

HDTune

Minimum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Read

MB/s
Mehr ist besser

Die sequentiellen Lese-Benchmarks ergeben eine Datenrate von 79 - 170 MB/s, wobei mit einer durchschnittlichen Performance von rund 130 MB/s gerechnet werden darf.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

HDTune

Minimum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Write

171.47 XX


167.07 XX


151.4 XX


MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Write

128.13 XX


120.30 XX


111.8 XX


MB/s
Mehr ist besser

Bei den Schreib-Tests zeigt sich die WD60EZRX mit Werten zwischen 63 und 167 MB/s etwas schwächer und liegt im gesamten Testfeld damit leider auf dem letzten Platz.

Die Random-Access-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können:

HDTune

Random Read (4k)

IOPS
Mehr ist besser

HDTune

Random Write (4k)

IOPS
Mehr ist besser

Bei den gemessenen IOPS ergibt sich das für Festplatten typische Bild im Bereich von 60 - 90 (Lesen) und 120 - 300 (Schreiben).


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces. Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

PCMark Vantage

HDD Suite

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

PCMark 7

Overall

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Lightweight

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Productivity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Creativity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Entertainment

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Computational

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

System Storage

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Secondary Storage

Punkte
Mehr ist besser

In Futuremarks Benchmark-Suite PCMark 7 verhält sich die WD60EZRX unauffällig. Sie leistet sich keine groben Patzer, kann aber auch nirgends hervorstechen.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Windows 7

Startzeit

s
Weniger ist besser

Beim Boot-Vorgang liefert Western Digitals WD60EZRX mit rund 52 Sekunden ein normales Ergebnis für Multimedia/NAS-HDDs.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde jedes Laufwerk nach Abschluss der jeweiligen Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass die Laufwerke einer konstant hohen Belastung ausgesetzt sind und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen müssen. Die Temperaturen der Festplatten wurde durch Auslesen des entsprechenden SMART-Wertes unmittelbar nach Abschluss des Erase-Vorgangs protokolliert und mit der Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Messung bereinigt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen:

Temperaturen:

Betriebstemperatur

Delta Raumtemperatur

C
Weniger ist besser

Im Betrieb unter Last erwärmte sich das Laufwerk auf 41 °C, wobei die Umgebungstemperatur 25 °C zum Zeitpunkt der Messung betrug. Sie liegt damit nur maginal höher als bei der Red-Serie.

Werfen wir nun einen Blick auf den Energieverbrauch der Festplatten, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal unter Last:

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Idle

W
Weniger ist besser

Stromverbrauch

Last

W
Weniger ist besser

Trotz der verbauten fünf Magnetscheiben innerhalb der WD60EZRX liegt der Verbrauch bei äußerst niedrigen 4,8 bzw. 7,8 Watt, was für eine 3,5-Zoll-HDD wirklich nicht viel ist.

Die Entwicklung der Betriebslautstärke haben wir ebenfalls verglichen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal während der Seek-Phase im Zugriff:

Lautstärke:

Betriebslautstärke

Idle

dbA
Weniger ist besser

Betriebslautstärke

Seek

dbA
Weniger ist besser

Bedingt durch die niedrige Drehzahl und den geringen Stromverbrauch arbeitet die WD60EZRX sehr leise und sollte in normal arbeitenden Desktop-PCs bzw. externen Gehäusen kaum wahrnehmbar sein.


Western Digital führt mit der WD60EZRX die bekannte Green-Serie konsequent weiter. Der Fokus liegt vor allem auf niedrigem Stromverbrauch, wenig Geräuschemission und hoher Kapazität. Diesem Anspruch wird die WD60EZRX locker gerecht. Dass sie damit in Performance-orientierten Vergleichen natürlich keinen Blumentopf gewinnen kann, ist auch klar. Aber dafür ist sie nicht konzipiert worden. Bei einem Endkundenpreis von rund 177 Euro erhält man als Käufer einen sehr universell einsetzbaren Speicherknecht zum fairen Preis. Umgerechnet auf ein einzelnes Gigabyte (Brutto) ergibt sich ein Wert von 2,95 Cent/GB.

{jphoto image=68075}

Wer für seine Audio/Film/Bilder-Sammlung oder auch Backups auf internen wie externen Datenträgern eine passende Festplatte sucht, kann sorglos zu einem Exemplar aus Western Digitals Green-Serie greifen. Natürlich muss es nicht direkt das Spitzenmodell WD60EZRX sein. Wer seinen Geldbeutel etwas weniger strapazieren möchte, kann ebenso zu anderen Boliden wie der WD50EZRX oder WD40EZRX greifen.

wd 60ezrx

Positive Aspekte von Western Digitals WD60EZRX:

Negative Aspekte von Western Digitals WD60EZRX:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar