Toshiba MC04ACA500E im Test

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Seagate ST6000NM0024 TeaserMit Toshibas jüngster Veröffentlichung der MC04ACA500E gibt es neben Seagate und Western Digital nun einen weiteren Hersteller, der Festplatten oberhalb der bekannten 4 Terabyte anbietet. Obwohl die MC04ACA500E laut Toshiba eher für den Einsatz in Cloud-Umgebungen vorgesehen ist, haben wir uns ein Exemplar zum Test bestellt und durch unseren Benchmark-Parcours geschickt.

Verglichen mit dem zuletzt getesteten WD60EFRX-Modell von Western Digital hat Toshiba mit der MC04ACA500E ein, zumindest auf dem Papier, deutlich schnelleres Modell mit 7200 rpm im Portfolio. Welchen tatsächlichen Platz die MC04ACA500E zwischen der WD60EFRX und Seagates Enterprise-HDD ST6000NM0024 einnehmen wird, werden wir auf den nächsten Seiten feststellen.

Die technischen Eckdaten der MC04ACA500E zeigt die folgende Tabelle:

Hersteller Toshiba
Modellreihe MC04ACAxxxE
Modellbezeichnung MC04ACA500E
Seriennummer 44G1K00QFLRA
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis 285 €
Homepage https://storage.toshiba.eu/
Technische Daten  
Firmware FP1A
Formfaktor 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 5000 GB (5 Platter)
Kapazität (formatiert) 4655 GiB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (512E)
Cache 128 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 7200 U/m
   
Herstellergarantie 3 Jahre

Sehen wir uns die MC04ACA500E nun im Detail auf der nächsten Seite an.


Toshibas MC04ACA500E bringt dem Käufer eine Gesamtkapazität von 5 Terabyte (bzw. 4655 GiB nutzbaren Speicherplatz), bereitgestellt durch fünf Magnetscheiben im Gehäuse. Die verbauten Platter rotieren mit 7200 Touren pro Minute, was sowohl für hohe Performance als auch Stromverbrauch bzw. Wärmeentwicklung sorgt. Als Cache stehen 128 MB zur Verfügung. Die Sektorgröße wird per Emulation von 4096 auf 512 reduziert, damit es keine Probleme mit den Hostadaptern/Betriebssystemen gibt. Als Transferschnittstelle kommt wie üblich SATA 6 Gbit/s zum Einsatz.

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Der von Toshiba gewährte Garantiezeitraum beträgt drei Jahre ab Kaufdatum, ein 24x7-Betrieb mit einer Workload von 180 TB/Jahr ist darin eingeschlossen. Als MTTF ("Mean Time To Failure") gibt Toshiba einen Wert von 800.000 Stunden an, während die Bitfehlerrate wie üblich bei 1/10^14 liegt.

Werfen wir nun einen Blick auf die Ergebnisse von Toshibas MC04ACA500E im Benchmark Parcours.


 

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.

Den Stromverbrauch der Festplatten haben wir über ein externes Strommessgerät in Kombination mit einer USB-Dockingstation ermittelt. Die Dockingstation verhält sich ohne eingesetzte HDD neutral und zeigt auf dem Messgerät im Betrieb ohne HDD keinen Verbrauch an. Ein etwaig anfallender "Betriebs-Overhead" fällt demnach bei allen Laufwerken identisch an. Die Messwerte sind daher nicht repräsentativ für jedes Betriebsszenario, sondern zeigen lediglich die von uns gemessenen Verbräuche dar. Über die Messung soll lediglich eine relative Verbrauchshierarchie der Modelle untereinander etabliert werden.

Die Messung der Geräuschemission der einzelnen Festplatten haben wir ebenfalls über die USB-Dockingstation vorgenommen. Dafür haben wir das Schallpegelmessgerät "3222 Datalogger" von Voltcraft in 10 cm Abstand platziert und sowohl den Schalldruck während eines sequentiellen Schreibzugriffs als auch im Active-Idle-Zustand gemessen. Analog zur Messung des Stromverbrauchs gilt auch hier, dass es um die relative Einschätzung der Emissionen zueinander geht. 


Die Disziplin der gemessenen Random Access Time und Read/Write-Durchsatzraten unter HDTach zeigt die folgende Grafik:

HDTach

Random Access Time

ms
Weniger ist besser

Mit einer Random Access Time von etwas unterhalb 10 ms liegt die MC04ACA500E genau zwischen Seagates Enterprise-Modell und der WD60EFRX.

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz der Toshiba MC04ACA500E festgehalten:

HDTune

Minimum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Read

MB/s
Mehr ist besser

Aufgrund der höheren Umdrehungsgeschwindigkeit kann die MC04ACA500E wesentlich mehr Performance bereitstellen, als die kleineren 5400-rpm-HDDs. Mit 223 MB/s in der Spitze kann sie sich sogar an Seagates Platzhirsch vorbeischieben.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

HDTune

Minimum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Write

MB/s
Mehr ist besser

Was die Schreib-Tests betrifft, liegt die MC04ACA500E im Spitzenwert erneut oberhalb der ST6000NM0024, im Durchschnitt fehlen aber ein paar MB.

Die Random-Access-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können:

HDTune

Random Read (4k)

IOPS
Mehr ist besser

HDTune

Random Write (4k)

IOPS
Mehr ist besser

Bei den gemessenen IOPS ergibt sich das für Festplatten typische Bild im Bereich von 60 - 90 (Lesen) und 120 - 300 (Schreiben).


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces. Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

PCMark Vantage

HDD Suite

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

PCMark 7

Overall

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Lightweight

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Productivity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Creativity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Entertainment

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Computational

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

System Storage

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Secondary Storage

Punkte
Mehr ist besser

In Futuremarks Benchmark-Suite PCMark 7 liefern sich ST6000NM0024und MC04ACA500E ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was durch marginalen Vorsprungs der Seagate-Platte entschieden wird.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Windows 7

Startzeit

s
Weniger ist besser

Beim Boot-Vorgang liefert Toshibas MC04ACA500E mit rund 46,5 Sekunden ein gutes Ergebnis ab.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde jedes Laufwerk nach Abschluss der jeweiligen Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass die Laufwerke einer konstant hohen Belastung ausgesetzt sind und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen müssen. Die Temperaturen der Festplatten wurde durch Auslesen des entsprechenden SMART-Wertes unmittelbar nach Abschluss des Erase-Vorgangs protokolliert und mit der Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Messung bereinigt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen:

Temperaturen:

Betriebstemperatur

Delta Raumtemperatur

C
Weniger ist besser

Im Betrieb unter Last erwärmte sich das Laufwerk auf 50 °C, wobei die Raumtemperatur von 24 °C zum Zeitpunkt der Messung betrug. Aufgrund der höheren Leistung und Stromaufnahme ist eine erhöhte Wärmeentwicklung vorprogrammiert.

Werfen wir nun einen Blick auf den Energieverbrauch der Festplatten, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal unter Last:

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Idle

W
Weniger ist besser

Stromverbrauch

Last

W
Weniger ist besser

Im Vergleich verbraucht die MC04ACA500E fast 2 W weniger als die ST6000NM0024, kann aber fast identische Leistung liefern.

Die Entwicklung der Betriebslautstärke haben wir ebenfalls verglichen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal während der Seek-Phase im Zugriff:

Lautstärke:

Betriebslautstärke

Idle

dbA
Weniger ist besser

Betriebslautstärke

Seek

dbA
Weniger ist besser

Verglichen mit der verhältnismäßig lauten Enterprise-HDD von Seagate ist die MC04ACA500E nur etwas weniger laut, für Silent-PCs würden wir beide Modelle nicht einsetzen. In größeren Cloud-Speichern bzw. Rechenzentren ist die Geräuschkulisse aber kein ausschlaggebender Faktor.


Toshibas MC04ACA500E präsentiert sich im Leistungs-Vergleich als solide HDD, an der es kaum etwas auszusetzen gibt. Sie ordnet sich unmittelbar hinter Seagates Enterprise-HDD ST6000NM0024 ein und ist den restlichen Modellen deutlich überlegen. Wie üblich, geht der Leistungsvorteil durch höhere Umdrehungsgeschwindigkeit und Cache zu Lasten von Stromverbrauch, Wärmeentwicklung und Geräuschkulisse. Hier geben sich die beiden Spitzenmodelle nicht viel.

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Mit einem derzeitigen Straßenpreis von 285 Euro ist die MC04ACA500E kein sonderlich günstiges Modell. Im Vergleich ist sie aber preiswerter als bspw. die ST6000NM0024. Wer also etwas mehr Speicherplatz als die verbreiteten 4 Terabyte im HDD-Sektor einsetzen möchte, ohne dabei große Performance-Abstriche zu machen, der liegt bei Toshibas MC04ACA500E ziemlich gut. Die bisher ausgekoppelten NAS-Modelle von WD mit 5 bzw. 6 TB Kapazität sind zwar günstiger, kommen aber auch nicht an die Leistung von Seagate und Toshiba heran. 

Positive Aspekte von Toshibas MC04ACA500E:

Negative Aspekte von Toshibas MC04ACA500E: