Angelbird SSD wrk 512 GB im Test

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Wie kann man als Hersteller heute noch im stark umkämpften SSD-Markt Fuß fassen? Die High-End-Klasse wird stets durch die gleichen Hersteller dominiert, die günstigsten SSDs kommen ebenfalls immer wieder von den gleichen Herstellern. Der Trick scheint es zu sein, eine Nische zu besetzen, so wie Angelbird es nun mit der SSD wrk probiert. Das Motto lautet „Made in Austria", von der Masse abheben will sich der österreichische Hersteller durch sehr hohe Qualitätsstandards und eine eigene Fertigungsstraße.

Wenn wir Empfehlungen aussprechen, trifft es meistens die üblichen Verdächtigen, nämlich die Hersteller mit eigener Fertigung für Flash-Speicher. Was früher noch nicht ausschlaggebend war, scheint immer mehr für den (Miss-)Erfolg eines Hersteller verantwortlich zu sein: Wer den Flash-Speicher herstellt, kontrolliert die Preise. Drittanbieter sind darauf angewiesen, dass sie mit qualitativ hochwertigem Speicher beliefert werden. Das hat hohe Preise zur Folge – oder Abstriche bei der Qualität des Flashspeichers. Warum also von einem Drittanbieter kaufen?

Die Angelbird SSD wrk: Einfaches Design - klare Aussage.

Angelbird sieht hier die zwei großen Argumente in Form der Herstellung der SSD in Österreich sowie entsprechend hohen Qualitätsstandards. Freilich müssen Flash-Speicher und Controller importiert werden und stammen nicht aus dem eigenen Haus – den Rest übernimmt man hingegen selbst. Das schließt die Fertigung und die Qualitätskontrolle ein. Mit einem Silicon-Motion-Controller ausgestattet greift die Angelbird SSD wrk definitiv nicht nach der Performance-Krone. Ob sie trotzdem das Zeug zu einer empfehlenswerten SSD hat, untersuchen wir auf den folgenden Seiten.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Angelbird SSD wrk 512 GB
UVP 74,92 EUR (128 GB)
124,92 EUR (256 GB)
241,58 EUR (512 GB)
Homepage www.angelbird.com
Technische Daten  
Formfaktor 2,5 Zoll (7 mm Bauhöhe)
Kapazität (lt. Hersteller) 512 GB
Kapazität (formatiert) 477 GiB
Verfügbare Kapazitäten 128, 256, 512 GB
Cache -
Controller Silicon Motion 2246EN
Chipart MLC (Micron)
Lesen (lt. Hersteller) 563 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 450 MB/s
   
Herstellergarantie Drei Jahre
Lieferumfang -

Die Firma Angelbird wurde 2011 gegründet und liefert von ihrem Hauptsatz in Österreich in die ganze Welt. Stolz ist man auf die hohen Qualitätsstandards, die man bieten möchte: Der Flash-Speicher wird direkt von Micron bezogen, es handelt sich dabei um die performancemäßig bessergestellte Bausteine mit einem synchronen Interface. Neben zahlreichen Zertifizierungen wird außerdem betont, dass die eigene Fertigungsstraße mit dem besonders schonenden Dampfphasen-Löten arbeitet. Inwiefern die Produkte von Angelbird tatsächlich länger haltbar sind als die anderer Hersteller ist letztendlich schwer zu bestimmen.

Das Gehäuse aus Aluminium vermittelt ein wertiges Gefühl

Kommen wir daher nun wieder zu den gesicherten Fakten: Angesteuert wird der Flash-Speicher von einem Silicon-Motion-Controller, genauer genommen dem Modell 2246EN. Dieser Controller ist nicht unbekannt, wir haben ihn bereits auf der Corsair Force LX Series gesehen. Unterstützt wird der Controller von einem 512 MB großen Cache in Form von DDR3-1600-Speicher. Dieser stammt nicht von Micron, sondern von Nanya. Ansonsten gibt es äußerlich wenig Außergewöhnliches an der Angelbird SSD wrk zu sehen, interessant ist allerdings noch die Gehäusekonstruktion: Die Platine sitzt auf einem Plastikrahmen, der in das komplett geschlossene Gehäuse aus gebürstetem Aluminium eingeschoben wird. Der Rahmen wird mit dem Gehäuse zusätzlich durch zwei Schrauben verbunden, ein versehentliches Lösen ist also ausgeschlossen. Als wir die Platine aus dem Gehäuse gedrückt haben, kam uns außerdem ein kleines Klebepad entgegen. Durch die Verschraubung wäre es für eine Fixierung der Platine nicht notwendig, vermutlich dient es der Unterdrückung von Betriebsgeräuschen.

Angelbird setzt auf Speicher von Micron

Einen Mehrwert möchte Angelbird dem Kunden durch das sogenannte „Personal Support Portal" bieten. Dabei handelt es sich um einen Bereich auf der Angelbird-Homepage, in welchem man seine gekauften Produkte anhand der Seriennummer registrieren kann. Daraufhin bekommt man verschiedene Downloads zur Verfügung gestellt, wobei der interessanteste die System-Reflection-Pro-Software sein dürfte, ein ansonsten kostenpflichtiges Programm, um das Betriebssystem zu klonen. Andere Hersteller legen häufig eine abgespeckte Version von Acronis TrueImage bei oder stellen eine eigene Klonsoftware zur Verfügung.

Angelbird möchte mit „Made in Austria“ punkten

Auf den nächsten Seiten folgt unser Benchmark-Parcours, in der sich die Angelbird SSD wrk gegen ein breites Testfeld schlagen muss. Da der gleiche Controller ebenfalls auf der Corsair Force LX zum Einsatz kommt, erwarten wir häufig eine vergleichbare Performance. Da wir die SSD wrk mit einer Kapazität von 512 GB testen, sind eventuelle Performanceunterschiede vermutlich auf die unterschiedlichen Kapazitäten zurückzuführen, denn Silicon Motion liefert wie SandForce nicht nur die Hardware, sondern auch eine fertige Firmware – im Gegensatz zu Marvell.


asrock-z97-extreme6

Hardware

Software

Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke an einem SATA-6 Gb/s-Port des Z97-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep, sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert. Außerdem wurde LPM (Link Power Management) deaktiviert.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von acht Millionen logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

Iometer

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 3)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K lesen (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

4K schreiben (QD 32)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Iometer

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Wie erwartet ist die Angelbird SSD wrk in der Nähe der Corsair Force Series LX und damit im unteren Mittelfeld zu finden.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K lesen (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

4K schreiben (QD 64)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell lesen (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Sequenziell schreiben (QD 1)

MB/s
Mehr ist besser

Auch hier finden wir die Angelbird SSD wrk fast immer neben der Corsair Force Series LX. Auch hier reicht es nur für das (untere) Mittelfeld.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Iso

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Spiel

MB/s
Mehr ist besser

Beim Kopieren von Daten schneidet die Angelbird SSD wrk je nach Testmuster sehr unterschiedlich ab.


Synthetische Benchmarks geben jeweils nur extreme Anwendungsfälle wieder. Bei der alltäglichen Nutzung eines Systems fallen sehr viele unterschiedliche Zugriffsmuster an, von sehr kleinen Blöcken bis hin zu großen sequenziellen Transfers. Ein Trace-Benchmark gibt genau diese Zugriffsmuster wieder, die zuvor während der Nutzung eines Systems aufgezeichnet wurden. PCMark 8 verwendet die Zugriffsmuster mehrerer Anwendungen, wobei sich auch die jeweils geschriebene bzw. gelesene Datenmenge unterscheidet, wie die folgende Tabelle zeigt. Die Testdaten sind vollständig inkompressibel.

Bestandteile des Storage-Benchmarks
AnwendungsprofilInsgesamt gelesenInsgesamt geschrieben
Adobe Photoshop light 313 MB 2336 MB
Adobe Photoshop heavy 468 MB 5640 MB
Adobe Illustrator 373 MB 89 MB
Adobe InDesign 401 MB 624 MB
Adobe After Effects 311 MB 16 MB
Microsoft Word 107 MB 95 MB
Microsoft Excel 73 MB 15 MB
Microsoft PowerPoint 83 MB 21 MB
World of Warcraft 390 MB 5 MB
Battlefield 3 887 MB 28 MB

Als Änderung im Vergleich zu PCMark 7 hat Futuremark die Komprimierung der Leerlaufzeit (idle time compression) entfernt, sodass sich die abgespielten Traces eher wie eine echte Anwendung verhalten. Im Gegensatz zu früher geben wir als Ergebnis dieses Tests nicht mehr die von PCMark berechnete Punktzahl an, sondern die theoretische Bandbreite. Diese berechnet sich aus der Menge an gelesenen und geschriebenen Daten (vgl. Tabelle) dividiert durch die Zeit, die das Laufwerk mit der Abarbeitung von mindestens einer Anfrage beschäftigt war. Eine höhere Bandbreite bedeutet also, dass kürzer auf das Laufwerk gewartet werden musste und sich die Reaktionszeit einer Anwendung so auch insgesamt verkürzt.

Futuremark PCMark 8

Storage - Gesamtwertung

MB/s
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Bei der Gesamtwertung im Storage-Benchmark sieht die Angelbird SSD wrk viele Rücklichter. 

Die folgenden Diagramme zeigen die Bandbreite der einzelnen Laufwerke in den jeweiligen Einzeldisziplinen. Die beiden Spieletests bestehen aus dem Login, bei Battlefield 3 aus dem Laden eines Spielstands und schließlich dem Start des Spielens.

Futuremark PCMark 8

Storage - Battlefield 3

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - World of Warcraft

MB/s
Mehr ist besser


Um die Geschwindigkeit der Laufwerke in einem Office-Szenario zu testen, werden Powerpoint, Excel und Word aus Microsofts Office-Suite verwendet. Dabei wird ein Dokument geöffnet, bearbeitet, gespeichert und das Programm wieder geschlossen.

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Powerpoint

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Excel

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Microsoft Word

MB/s
Mehr ist besser

Während Office-Anwendungen für das Storage-System nicht sehr anspruchsvoll sind, fordern die Anwendungen von Adobe die Laufwerke deutlich mehr. Insbesondere beim "Adobe Photoshop (heavy)"-Test werden sehr viele Daten geschrieben, hier wird eine PSD-Datei geöffnet, bearbeitet und schließlich in verschiedenen Formaten gespeichert.

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe After Effects

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Indesign

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Illustrator

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (heavy)

MB/s
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Storage - Adobe Photoshop (light)

MB/s
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Auch bei den Einzelwertungen im Storage-Benchmark gibt es keine Disziplin, in der die Angelbird SSD wrk besonders hervorragt. Das Mittelfeld ist ihr Zuhause.


Der PCMark 8 „Expanded Storage"-Test besteht aus zwei Teilen, dem „Consistency test" und dem „Adaptivity test". Letzterer prüft, wie gut sich ein Storage-System an eine bestimmte Last anpassen kann. Für uns interessanter ist der erste Test, der den Performanceverlust eines Speichersystems messen soll. Bisher haben wir für diesen Zweck eine Kombination von HDTach und Iometer eingesetzt: Zuerst wurde die sequenzielle Performance im Neuzustand gemessen, dann das Laufwerk mit Iometer extrem stark beansprucht und anschließend wieder die Performance gemessen. Die Performance vieler Laufwerke ist dabei nicht selten um 50% und mehr eingebrochen. Dieses Vorgehen erlaubt eine Aussage über den Worst Case.

Das Vorgehen von PCMark 8 ist deutlich näher am Alltag: In der ersten Phase wird das Laufwerk zweimal komplett gefüllt, wobei der zweite Durchlauf sicherstellen soll, dass auch der dem Nutzer nicht zugängliche Speicher gefüllt wird. In der zweiten Phase (Degrade) wird das Laufwerk insgesamt achtmal hintereinander mit zufälligen Schreibzugriffen belastet, wobei der erste Durchgang 10 Minuten dauert und jeder weitere Durchlauf fünf Minuten länger. Nach jedem Durchgang wird die Performance gemessen. In der dritten Phase (Steady state) finden fünf weitere Durchläufe mit jeweils 45 Minuten Schreibdauer statt, auch hier wird die Performance gemessen. In der letzten Phase (Recovery) wird nach einer Leerlaufzeit von fünf Minuten die Performance gemessen. Diese Messung wird inklusive der Leerlaufzeit fünfmal wiederholt und soll dem Laufwerk die Möglichkeit geben, sich zu regenerieren.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen, wie lange unterschiedliche Laufwerke in den verschiedenen Phasen durchschnittlich brauchen, um einen Lese- oder Schreibzugriff zu beantworten. Hierbei beschränken wir uns auf den größten Teil des Trace-Benchmarks, nämlich das Profil „Photoshop Heavy", bei welchem 468 MB gelesen und 5640 MB geschrieben werden. Sowohl dieser als auch die vorherigen Tests mit HDTach und Iometer haben ihre Daseinsberechtigung, für den Alltag relevanter sollten allerdings diese Ergebnisse sein.

 de consistency read access-500

 de consistency write access-500

Das nächste Diagramm zeigt wieder die Bandbreite, wie wir sie von den beiden vorherigen Seiten kennen. Es werden alle Profile in die Berechnung miteinbezogen.

en consistency bandwidth-500 

Beim Belastungstest liegt die Angelbird SSD wrk ungefähr auf dem Niveau der Crucial MX100 und schneidet damit eher unterdurchschnittlich ab.


Eine endgültige Bewertung der Angelbird SSD wrk fällt an dieser Stelle nicht leicht. Wie in der Einleitung erwähnt, zielt Angelbird weniger auf die Masse als auf einen Nischenmarkt, der aus Anwendern besteht, die gerne bereit sind, für eine höhere Qualität mehr Geld auszugeben und „heimische" Produkte bevorzugen. Den abschließenden Beweis der versprochenen Qualität bleibt Angelbird natürlich noch schuldig, wie zuverlässig eine SSD über lange Sicht arbeitet, ist in einem Artikel dieser Form nicht zu ermitteln.

Warum Angelbird die SSD wrk nur mit einer dreijährigen Garantie ausstattet, ist deshalb auch etwas unverständlich. Während drei Jahre im Einstiegs- und Mainstream-Segment durchaus üblich sind, und man erst im Highend-Bereich fünf oder sogar zehn Jahre erhält, möchte sich Angelbird doch genau vom restlichen Feld absetzen – eine fünfjährige Garantie wäre sicherlich möglich gewesen und würde zusätzliches Vertrauen schaffen.

Die Angelbird SSD wrk wird in Österreich hergestellt

Eine definitive Aussage können wir an dieser Stelle nur über die Performance treffen. Der verwendete Controller besitzt lediglich vier statt wie üblich acht Kanäle und lässt die SSD wrk damit im unteren Mittelfeld rangieren. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass die tatsächlichen Unterschiede im Alltag viel kleiner sind, als es Benchmarks suggerieren. Vermutlich würden viele Nutzer bei den meisten Anwendungen keinen Unterschied zwischen der schnellsten und langsamsten SSD feststellen können, wenn sie nicht wüssten, welches Laufwerk sie gerade benutzen. Nichtsdestotrotz profitiert man in dem einen oder anderen Szenario natürlich von einer schnelleren SSD.

Zusammenfassend halten wir fest: Die Angelbird SSD wrk hat sicherlich ihre Daseinsberechtigung. Eine allgemeine Kaufempfehlung auszusprechen ist aufgrund des Nischen-Charakters kaum möglich, allerdings wird sie sicherlich ihre Käufer finden. Es gibt keinen Grund, der gegen den Kauf der Angelbird SSD wrk spricht, so man denn von „Made in Austria"-Konzept und -Alleinstellungsmerkmal überzeugt ist.

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 74,92 Euro für 128 GB, 124,92 Euro für 256 GB und 241,58 Euro für die größte Version mit 512 GB. Zum Vergleich: Die performancemäßig bessergestellte Crucial MX100 ist bereits ab 57,92 Euro (128 GB), 89,89 Euro bzw (256 GB) bzw. 169,75 Euro (512 GB) zu haben - mit Blick auf das "Made in Austria"-Label der Angelbird SSD wrk ist der Unterschied aber nicht überraschend. 

Positive Aspekte der Angelbird SSD wrk:

Negative Aspekte der Angelbird SSD wrk: