Seagate Surveillance HDD ST3000VX002 im Test

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Seagate ST3000VX002 TeaserAus Seagates Modellreihe der "Surveillance HDD" präsentieren wir heute die 3-TB-Auskopplungen ST3000VX002, die in unserem 3-TB-Roundup des letzten Jahres noch fehlte. Die Surveillance HDDs werden von Seagate seit nunmehr sieben Generationen fortgeführt, wobei die Festplatten früher noch unter der Namensgebung "SV35" firmierten. Sie sind hauptsächlich für den Einsatz in größeren Videoüberwachungs- bzw. AV-Analyse-Systemen vorgesehen, können aber durchaus auch in HDTV/Multimedia-PCs oder Standalone-Recordern zum Einsatz kommen. Wir haben uns die ST3000VX002 auf den folgenden Seiten im Detail angeschaut und natürlich auch durch unseren Benchmark-Parcours geschickt.

Eine der Besonderheiten aller Surveillance-HDDs aus dem Hause Seagate ist der künstlich begrenzte Anlaufstrom von maximal 2 Ampere. In Rechenzentren bzw. Desktop-PCs ist dies unerheblich, für Systeme mit limitierter integrierter Stromversorgung aber ein wichtiges Einsatzkriterium. Seagates Angaben zufolge kann eine einzige der Surveillance HDDs bis zu 32 Kameras als Speicherziel dienen, wobei man sich bei dieser Angabe im Datenblatt über Auflösung und Bildrate ausschweigt.

Die technischen Eckdaten der ST3000VX002 haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Hersteller Seagate
Modellreihe Surveillance HDD
Modellbezeichnung ST3000VX002
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis ab 105 €
Homepage www.seagate.com
Technische Daten  
Firmware CV12
Formfaktor 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 3000 GB (4 Platter)
Kapazität (formatiert) 2793 GiB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (512E)
Cache 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 5900 U/m
   
Herstellergarantie 3 Jahre

Auf der nächsten Seite sehen wir uns Seagates ST3000VX002 näher an.


Seit nunmehr über 10 Jahren und in der siebten Generation entwickelt Seagate die eigens für den DVR/Surveillance-Bereich konzipierte Serie der "Surveillance HDD" weiter. Frühere Exemplare waren  unter dem Namen SV35 erhältlich. Dies wird auch unmittelbar im Datenblatt ersichtlich, da nur die neuere 3- bzw. 4-TB-Version explizit unter der Modellreihe "Surveillance" geführt wird. Den neuerlichen Boliden ist ein 64 MB großer Cache gemein, ebenso wie die Arbeit mit 4k Sektoren bei 512-Byte-Emulation (512e). Als Schnittstelle ist ausschließlich SATA (6 Gbit/s) vorgesehen, was im Wesentlichen damit zusammenhängt, dass SAS ausschließlich für Enterprise-Szenarien in Rechenzentren zum Einsatz kommt. Sowohl ST3000VX002 als auch ST4000VX00 verfügen dabei über integrierte Sensoren zur Kompensation von Rotationsschwingungen und Vibrationen, sodass sie durchaus auch in HDD-Racks eingesetzt werden können. Die verfügbare Speicherkapazität bringen die Laufwerke über vier Platter mit, die bei einer moderaten Umdrehungsgeschwindigkeit von 5900 Touren/Minute arbeiten.

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Die Surveillance HDDs orientieren sich in Puncto Zuverlässigkeit an den Desktop-Kollegen. Seagate spezifiziert bei der Anzahl der Anlauf/Park-Vorgängen die bekannte Zahl von 300.000 aus dem Desktop-Segment, ebenso wie die Rate der unkorrierbaren Lesefehler pro gelesen Bit bei 1 zu 1014 liegt. Dafür liegt die "erlaubte Betriebszeit" (im Sinne des Garantieerhalts) bei 8760 Stunden pro Jahr, was einer 24x7-Freigabe über 365 Tage entspricht. Der gewährte Garantiezeitraum von Seagate liegt bei 3 Jahren ab Kaufdatum.

Werfen wir nun einen Blick auf die Ergebnisse von Seagates ST3000VX002 im Benchmark Parcours.


 

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.

 


Die Disziplin der gemessenen Random Access Time und Read/Write-Durchsatzraten unter HDTach zeigt die folgende Grafik:

HDTach

Random Access Time

ms
Weniger ist besser

Mit einer Random Access Time von 14 ms liegt die ST3000VX002 zwar hinter den zuletzt getesteten 4-TB-Boliden, jedoch haben wir bei Multimedia/NAS-Platten haben auch schon Werte von 18/19 ms gesehen.

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz der ST3000VX002 festgehalten:

HDTune

Minimum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Read

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Read

MB/s
Mehr ist besser

Bei den Lese-Tests von HDTune schlägt sich Seagates Surveillance-HDD gar nicht schlecht, da sie trotz gleicher Platter-Anzahl die Boliden von HGST und WD um einige MB/s hinter sich lässt.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

HDTune

Minimum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Maximum Write

MB/s
Mehr ist besser

HDTune

Average Write

MB/s
Mehr ist besser

Auch beim Schreiben ist die ST3000VX002 gut unterwegs, muss sich dennoch der Performance-orientierten Enterprise-HDD geschlagen geben.

Die Random-Access-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können:

HDTune

Random Read (4k)

IOPS
Mehr ist besser

HDTune

Random Write (4k)

IOPS
Mehr ist besser

Bei den gemessenen IOPS ergibt sich das für Festplatten typische Bild im Bereich von 60 - 90 (Lesen) und 120 - 300 (Schreiben).


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces. Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

PCMark Vantage

HDD Suite

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

PCMark 7

Overall

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Lightweight

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Productivity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Creativity

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Entertainment

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Computational

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

System Storage

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 7

Secondary Storage

Punkte
Mehr ist besser

In Futuremarks Benchmark-Suite PCMark 7 kann sich Seagates Surveillance-HDD nicht durchsetzen. 


Um eine Aussage über die Tauglichkeit als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Windows 7

Startzeit

s
Weniger ist besser

Beim Boot-Vorgang liefert Seagates Neuankömmling mit knapp 52 Sekunden ein Ergebnis, welches sich im Rahmen der üblichen Multimedia-Ausrichtung einpendelt. Die WD-Laufwerke geben hier ähnliche Resultate.

Um die Betriebstemperatur der Festplatte unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde die HDDnach Abschluss der Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Hierfür haben wir die Partition gelöscht, denn nur so ist ein solcher Write-Vorgang überhaupt möglich. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass das Laufwerk einer konstant hohen Belastung ausgesetzt ist und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen muss:

Temperaturen:

Betriebstemperatur

Delta Raumtemperatur

°C
Weniger ist besser

Im normalen Betrieb erwärmte sich das Laufwerk auf 36 °C, während unter Last 40 °C gemessen wurden, beides bei einer Raumtemperatur von 24 °C. Eine Überhitzungsgefahr besteht daher kaum, selbst bei schlecht belüfteten Gehäusen oder DVR-Chassis.

Bei den Disziplinen Stromverbrauch und Lautstärke gibt es für die 3,5''-Fraktion bislang nur wenige Messwerte, da wir diese beiden Disziplinen vorrangig bei den 2,5''-HDDs eingesetzt haben.

Stromverbrauch:

Stromverbrauch

Idle

W
Weniger ist besser

Stromverbrauch

Last

W
Weniger ist besser

Der Verbrauch der Surveillance-HDD liegt aufgrund der verbauten vier Magnetscheiben oberhalb von bekannten 3-TB-HDDs und eher in den Regionen der 4-TB-Boliden.

Lautstärke:

Betriebslautstärke

Idle

dbA
Weniger ist besser

Betriebslautstärke

Seek

dbA
Weniger ist besser

Verglichen mit der verhältnismäßig lauten Enterprise-HDDs ist die Surveillance-Serie eher ruhig.


Für den Hausgebrauch beim Endkunden eignet sich Seagates Surveillance-HDD eher weniger, was angesichts der AV-Ausrichtung aber auch kein Wunder ist. Wer sich einen HTPC aufbauen möchte, oder einem digitalen Videorecorder etwas mehr Speicherplatz spendieren möchte, der ist bei der ST3000VX002 richtig. Für den Einsatz als Systemlaufwerk fehlen der Surveillance-Serie die Allrounder-Fähigkeiten der Desktop-Boliden.

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Die sonstigen Zusagen hinsichtlich Anlaufstrombegrenzung und 24x7-Freigabe sind für professionelle Anwender interessant, für den Endkunden jedoch belanglos.

Positive Aspekte der Seagate ST3000VX002:

Negative Aspekte der Seagate ST3000VX002:

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar