WD Black² Dual Drive WD1001X06X im Test

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TeaserWestern Digital, bekannt für seine sehr farblichen HDD-Modellbezeichnunge hat sein Portfolio um ein neues Mitglied erweitert, die "Black²".  Unter diesem Seriennamen verbirgt sich ein 2,5 Zoll großes "Dual Drive", welches erstmalig SSD und HDD als "2 in 1"-Laufwerk miteinander verschmilzt. Entgegen der bekannten Hybrid/SSHD-Exemplare anderer Hersteller handelt es sich hier aber um explizit voneinander getrennte Speicherbereiche, die vom Benutzer vollkommen autark und ohne Caching-Algorithmen benutzt werden können. Im Inneren steckt ein 120 GB großer Flash-Part (basierend auf 20nm MLC NAND), kombiniert mit einem 1 Terabyte fassenden HDD-Part. In unserem Test schauen wir uns das Dual Drive genauer an, prüfen sowohl den SSD- und HDD-Teil auf Herz und Nieren und schauen uns mögliche Einsatzgebiete des Neuankömmlings an.

Nach Ankündigung der neuen Modellreihe "Black²" waren wir entsprechend gespannt auf ein erstes Testsample, klangen doch die Versprechungen und Präsentationsfolien sehr verheißungsvoll. Gerade was Hybrid/SSHD-Laufwerke betrifft, hat Western Digital hier als weltweit erster Hersteller ein echtes Kombi-Laufwerk auf den Markt gebracht, welches dem Käufer die komplette Kontrolle über die Bereiche überlässt. SSHDs und ähnliche "SSD-Caches" auf Basis von implementierten Lern-Algorithmen sind in der Praxis zwar nicht schlecht, kommen aber an die Performance einer echten SSD nicht heran. Außerdem reicht der schnelle Flash-Bereich (meistens 8 GB) selten für Systeme, bei denen eine gewisse Programm/Spiele-Vielfalt zum Einsatz kommt. Mit der Black² geht Western Digital bewusst auf die Enthusiasten der Kundschaft ein und ermöglicht diesen nun ein Gaming-System, welches dank des HDD-Parts nicht auf zusätzliche HDDs/externe Laufwerke als Datenspeicher angewiesen ist. Obwohl der 2,5-Zoll-Formfaktor die WD1001X06X für Notebooks prädestiniert, kann sie natürlich auch in herkömmlichen Desktop-Systemen eingesetzt werden.

In der folgenden Tabelle haben wir die Eckdaten des ersten Black2-Exemplars WD1001X06X zusammen gefasst:

Hersteller Western Digital
Modellreihe Black² Dual Drive
Modellbezeichnung WD1001X06X
Seriennummer WX11A9346788
Bezugsquelle Hersteller
Straßenpreis OVP 299 € (0,28 ct/GiB)
Homepage wdc.com
Technische Daten  
Firmware A01
Formfaktor 2,5 Zoll (9,5mm)
Gewicht 125 g
Kapazität (lt. Hersteller) 120/1000 GB (SSD/HDD: 2 Platter)
Kapazität (formatiert) 111/931 GiB (SSD/HDD)
SSD-Controller unbekannt
Lesen (lt. Hersteller) 350 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 140 MB/s
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (512e)
Cache 16 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 5400 U/m
   
Herstellergarantie 5 Jahre
Lieferumfang USB-Stick, Kurzanleitung, SATA-USB3-Kabel

Auf den nächsten Seiten werfen wir einen detaillierteren Blick auf die WD1001X06X und vergleichen Sie anschließend im Performance-Check mit der Konkurrenz.

 


Der erste optische Eindruck der Black² lässt bereits erahnen, dass es sich hier um etwas Besonderes handeln muss. Anstelle der üblichen Labels an der Oberseite, ist hier eine Art Zusatzschicht inkl. Platine angebracht, die bei näherer Betrachtung bereits Leitungsstellen und Verbindungen erkennen lässt. Dieser Zusatz ist aufgrund der HDD- und SSD-Verbindung nötig, denn Flash-Speicher mitsamt Controller lassen sich im limitierten 2,5-Zoll-Formfaktor bei einer Bauhöhe von 9,5 mm nicht einfach dazwischen quetschen.

Der HDD-Part der WD1001X06X ist mit zwei Magnetscheiben zu je 500 GB ausgestattet, sodass dem Käufer eine effektive Kapazität von 931 GiB zur Verfügung steht. Als Puffer stehen 16 MB bereit, die vom HDD-Controller als Zwischenspeicher benutzt werden können. Die beiden Platter rotieren mit 5400 Touren pro Minute und liegen damit unterhalb der sonst für Black-Modelle bekannten 7200 rpm. Aufgrund des schnellen und ausreichen dimensionierten SSD-Parts ist eine erhöhte Umdrehungsgeschwindigkeit aber nicht notwendig. In unseren Augen sogar eine gute Entscheidung, geht die verringerte Rotationsgeschwindigkeit doch zugunsten eines niedrigeren Energieverbrauchs, weniger Wärme und weniger Betriebsgeräusch in die Bücher. Das verbaute SATA-Interface ist natürlich auf dem neusten Stand und unterstützt Datenraten bis zu 6 Gbit/s. Beim Stromverbrauch gibt Western Digital einen Read/Write-Wert von 1,8 W an, während sowohl im Idle als auch Standby/Sleep 0,9 W fällig werden. Die Geräuschemission wird beim average seek auf 21 dBA spezifiziert, Idle liegt mit 20 dBA etwas niedriger. Was die sonstigen Betriebsdaten betrifft, so liegt die Rate der non-recoverable read errors bei 1 auf 1014 gelesenen Bits und WD gibt dem Laufwerk eine Tauglichkeit für 600.000 Load/Unload-Zyklen. Wie bei allen Black-Boliden liegt der Garantiezeitraum der Black² ebenfalls bei 5 Jahren.

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Kommen wir nun zum SSD-Part: Dort verbaut Western Digital NAND-Flash auf Basis von 20-nm-Strukturgröße. Eingesetzt werden die etwas günstigeren Multi-Level-Cell-Chips (MLC), um den den Verkaufspreis in moderaten Bereichen halten zu können. Fakt ist, dass WD zwei Controller (einen für den HDD-Teil, einen für den SSD-Teil) in der WD1001X06X verbaut, jedoch auch auf Nachfrage nicht mit einer Modellbezeichnung oder eines Herstellers für den SSD-Controller herausrücken wollte. Dennoch konnten wir einige Informationen in Erfahrung bringen: Der Controller unterstützt TRIM, bietet jedoch keine automatisierte Compression (wie es die SandForce-Exemplare tun). Das Thema Performance Degradation ist auch für die WD1001X06X ein Thema, sodass man für dauerhaft gute Performance nur die notwendigsten Daten im SSD-Bereich lagern sollte. Die von WD im Datenblatt der Black² verzeichneten Datenraten von 350 MB/s (Lesen) und 140 MB/s (Schreiben) wirken im direkten Vergleich zu aktuellen SSDs mit Werten oberhalb der 500 MB/s in beiden Kategorien verhältnismäßig moderat. Welche Auswirkung dies auf die Performance und das Abschneiden in den Benchmarks hat, werden wir später sehen.

Um die WD1001X06X erstmalig in Betrieb nehmen zu können, liegt dem edlen Kit ein USB-Stick bei, welcher nach Download einer WD-Software den 1-TB-HDD-Bereich freischaltet und zur Nutzung verfügbar macht. Zusätzlich ist ein SATA-USB3-Adapter mit im Lieferumfang enthalten. Die Software muss lediglich einmalig ausgeführt werden, ein dauerhafter Betrieb im Hintergrund ist nicht notwendig. Um einen möglichst reibungsfreien Umstieg auf die WD1001X06X zu gewährleistet, bietet WD auch eine Cloning-Lösung an, die ein bereits bestehendes OS auf die SSD klonen kann. Hier kann allerdings auch jede andere Cloning-SW verwendet werden (wir nutzten bspw. Acronis).

Was die Kompatibilität der WD1001X06X betrifft, so fokussiert sich WD ausschließlich auf Kundschaft mit Windows-Systemen (Windows XP/Vista/7/ 8), ein Mac/Linux/Unix-Support ist derzeit nicht gewährleistet. Das Laufwerk kann darüber hinaus nicht in RAID-Umgebungen eingesetzt werden. Besitzer von ASMedia-Controllern und Nutzer des NVIDIA Storage Drivers bleiben ebenfalls außen vor, da diese von der WD1001X06X nicht unterstützt werden.Bei der Partitionierung der Bereiche sind dem Nutzer fast keine Grenzen gesetzt. Einzige Einschränkung: Eine Partition kann nicht aus SSD- und HDD-Part gleichzeitig bestehen. Man muss also innerhalb der jeweiligen Bereiche bleiben. Screenshots des Installationsvorgangs befinden sich in der Bilder-Gallerie. Sollte man versehentlich beide Partitionen löschen, so kann die Software dies korrigieren und SSD- und HDD-Part wieder in die Ursprungssituation zurückversetzen.

Weiter geht's mit den Benchmarks zur WD1001X06X auf den folgenden Seiten.


 

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.

Den Stromverbrauch der Festplatten haben wir über ein externes Strommessgerät in Kombination mit einer USB-Dockingstation ermittelt. Die Dockingstation verhält sich ohne eingesetzte HDD neutral und zeigt auf dem Messgerät im Betrieb ohne HDD keinen Verbrauch an. Ein etwaig anfallender "Betriebs-Overhead" fällt demnach bei allen Laufwerken identisch an. Die Messwerte sind daher nicht repräsentativ für jedes Betriebsszenario, sondern zeigen lediglich die von uns gemessenen Verbräuche dar. Über die Messung soll lediglich eine relative Verbrauchshierarchie der Modelle untereinander etabliert werden.

Die Messung der Geräuschemission der einzelnen Festplatten haben wir ebenfalls über die USB-Dockingstation vorgenommen. Dafür haben wir das Schallpegelmessgerät "3222 Datalogger" von Voltcraft in 10 cm Abstand platziert und sowohl den Schalldruck während eines sequentiellen Schreibzugriffs als auch im Active-Idle-Zustand gemessen. Analog zur Messung des Stromverbrauchs gilt auch hier, dass es um die relative Einschätzung der Emissionen zueinander geht.


Die Disziplin der gemessenen Random Access Time und Read/Write-Durchsatzraten unter HDTach zeigt die von WD beworbenen Werte:

 

WD Black² WD1001X06X HDTach

Die Schreibleistung liegt über den kompletten Bereich bei durchschnittlich 127 MB/s, während die Leseleistung bei 295,5 MB/s liegt. Die Random-Access-Time beträgt die für SSDs üblichen 0,1ms.

Im Vergleich dazu hier ein Screenshot von HDTach, den wir nach Freischaltung des HDD-Parts durchgeführt haben:

WD Black² WD1001X06X HDTach

Hier sieht man deutlich die Unterschiede zwischen SSD- und HDD-Bereich. Während der SSD-Part nahezu eine horizontale Linie liefert, geht die Durchsatzrate des HDD-Parts kontinuierlich abwärts. Betrachtet man SSD und HDD als "eins", so liegen 113,7 MB/s im Durchschnitt vor.

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz der WD1001X06X festgehalten, einmal nur SSD und erneut nach Freischaltung der HDD:

 

WD Black² WD1001X06X HDTune
 
WD Black² WD1001X06X HDTune

Unter HDTune liegen die Werte etwas oberhalb von HDTach, auch ist vom dortigen Zacken-Muster nichts mehr zu sehen. Interessant ist hier natürlich der unmittelbare Abfall der Ergebnisse, sobald es an den HDD-Teil geht. Mit einem Minimalwert von rund 60 MB/s liegt das Laufwerk aber dort, wo handelsübliche 5400-rpm-Boliden auch liegen.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

WD Black² WD1001X06X HDTune

Hier liegen die Resultate ebenfalls etwas höher als bei HDTach, mit aktuellen SSDs jedoch kein Vergleich. Dennoch werden in beiden Disziplinen die Herstellerangaben (im Schreiben) erreicht. Beim Lesen hat es zu den 350 MB/s nicht ganz gereicht.

Die Random-Access-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können:

 

WD Black² WD1001X06X HDTune
 
WD Black² WD1001X06X HDTune

Die gezeigten Werte sind in Ordnung, bedingt durch die Performance der Flash-Chips entsprechen Sie aber leider denen von etwas betagteren SSDs und nicht einer brandneuen Generation. Mit flotteren Chips bzw. kleineren Fertigungsstrukturen wäre hier sichtlich weit mehr drin.

Sobald der HDD-Part freigeschaltet ist, sehen die Werte (lesend) wie folgt aus:

WD Black² WD1001X06X HDTune

Zusätzlich haben wir noch den File-Benchmark von HDTune ausgeführt, erneut über SSD/HDD-Part kombiniert:

 
WD Black² WD1001X06X HDTune
 
WD Black² WD1001X06X HDTune


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

WD Black² WD1001X06X AS SSD

Die Resultate von AS SSD entsprechend den Erwartungen, können jedoch mit modernen SSDs leider nicht mithalten. Zum Vergleich: Samsungs EVO bringt bei 4k/QD1 40/110 MB/s auf Parkett, unter 4k/QD4 sind mit Laufwerken von Plextor oder OCZ sogar Werte von 370 bzw. 330 MB/s möglich. Positiv ist jedoch, dass bei sequentiellen Zugriffen sogar mehr als die von WD angepriesenen 350 MB/s erreicht werden können. Dennoch wirkt WDs WD1001X06X etwas schwach auf der Brust, setzt man sie in Relation zu moderneren SSDs. Bedingt durch die Ausrichtung von AS SSD auf SSDs haben wir den Test explizit nicht für den HDD-Part des Dual Drive durchgeführt.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

WD Black² WD1001X06X AS SSD

Die Kopierleistung der WD1001X06X kann sich sehen lassen und eröffnet auch bei ausschließlicher Nutzung des SSD-Parts gute Möglichkeiten. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Disziplinen weisen rund 32 MB/s Differenz auf, was natürlich am anfallenden Overhead bzw. unterschiedlichen Verwaltungsaufwand für große/kleine Dateien liegt.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces. Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

WD Black² WD1001X06X PCMark Vantage

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

WD Black² WD1001X06X HDTune
WD Black² WD1001X06X PCMark7

Die Ergebnisse von PCMark 7 können sich sehen lassen, vor allem weil WDs Dual Drive rund 600 Punkte oberhalb von aktuellen SSHDs (Seagate Laptop/Laptop Thin bzw. Toshibas MQ01ABF050H Benchmarks liegen uns bereits vor, das entsprechende 2,5''-Roundup wird bald veröffentlich) liegt.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit der SSD als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Western Digitals WD1001X06X konnte das Testsystem in 38,9 Sekunden hochfahren (inkl. BIOS etc.). Herkömmliche Festplatten erreichen an diesem System im schnellsten Falle 46 Sekunden, wobei auch schon Modelle mit über 60 Sekunden getestet wurden.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde die WD1001X06X nach Abschluss der Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Hierfür haben wir beide Partitionen gelöscht, denn nur so ist ein solcher Write-Vorgang auf SSD- und HDD-Part möglich. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass das Laufwerk einer konstant hohen Belastung ausgesetzt ist und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen muss:

Temperaturen:

in °C

Aufgrund des geteilten Temperatursensors bzw. SMART-Werts, überspielt der HDD-Teil natürlich den SSD-Teil. Im normalen Betrieb erwärmte sich das Laufwerk auf 33 °C, während unter Last 42 °C gemessen wurden, beides bei einer Raumtemperatur von 24 °C. Hiermit haben wir auch gleichzeitig die Wiederherstellbarkeit der WD1001X06X bei Bedienfehlern (wie bspw. der Löschung beider Partitionen) getestet: Die WD-Software kann problemlos die SSD- und HDD-Partionen wiederherstellen, sie muss lediglich als "online" markiert bzw. initialisiert sein.

Stromverbrauch:

in Watt

Zu guter Letzt haben wir auch einen Blick auf den Energieverbrauch der WD1001X06X geworfen: Wird der SSD-Part über USB 3.0 angesprochen, so fielen bei uns 2,8 Watt an, während es im Active-Idle immerhin noch 2,1 Watt waren. Wird der HDD-Teil angesprochen, so fielen unter Last 4,2 Watt an, im Active-Idle waren es 3,1 Watt.

Lautstärke:

in dB(A)

Bei der Lautstärken-Messung liegt das gleiche Problem wie bei Energieverbrauch/Wärmeentwicklung vor: Da SSD und HDD gleichzeitig arbeiten bzw. aktiv sind, arbeitet die WD1001X06X natürlich nicht 100% lautlos. Mit von uns gemessenen 30/34 dBA unter Active-Idle bzw. Last ordnet sich WDs Dual Drive aber in der Riege der 5400-rpm-Laufwerke ein. Zum Vergleich, 7200-rpm-Boliden lassen unser Messgerät auf Werte von 39/41 dBA ausschlagen.


Western Digitals WD1001X06X ist ein erster Schritt in Richtung einer fruchtbaren Symbiose aus SSD- und HDD-Technik. Trotz cleverer Lern-Algorithmen lassen aktuelle Hybrid/SSHD-Laufwerke einen zentralen Punkt vermissen: Die Kontrolle der Technik bzw. des Speicherplatzes durch den Käufer. Dieses Hauptargument sorgt bislang dafür, dass gerade die Enthusiasten und Performance-orientierten Interessenten lieber zu einer reinen SSD greifen, anstelle eine SSHD zu verwenden. Die dortigen 8 GB Flash-Speicher reichen nur für einige wenige Hauptprogramme/Spiele. Traditionelle Festplatten auf der anderen Seite bieten heutzutage eigentlich nur noch günstigen Speicherplatz. Zugriffszeiten und Durchsatzraten sind kein Vergleich mit SSD. Western Digital geht mit der WD1001X06X eindeutig in die richtige Richtung, wenn auch der SSD-Teil nicht mit der Leistung der Konkurrenz mithalten kann. Einer HDD/SSHD ist die WD1001X06X allemal überlegen.

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Bleibt abschließend zu hoffen, dass sich Seagate und Toshiba hier ein Beispiel nehmen und bald ähnliche Kombi-Laufwerke auf den Markt bringen. Für die meisten Benutzer müsste es wahrscheinlich noch nicht einmal großartig viel Kapazität sein (500 GB anstelle von 1 TB HDD-Platz könnten ausreichen), was zugunsten von Preis, Stromverbrauch, Wärme- und Geräuschentwicklung ausgehen könnte. Mit einem Einstandspreis von 300 Euro liegt die WD1001X06X deutlich oberhalb von SSD und HDD-Preisen, was angesichts der moderaten SSD-Performance etwas überteuert wirkt. Wir empfehlen den Einsatz der WD1001X06X daher aktuell ausschließlich für leistungsorientierte Notebooks, die maximalen Nutzen aus SSD-Speed UND HDD-Speicherplatz ziehen können. Für Desktop-Systeme/Gaming-Stations ist eine potentere SSD mit Durchsatzraten von 300 - 500 MB/s die bessere Wahl.

ta wdblack2 s 

Positive Aspekte der WD Black² Dual Drive WD1001X06X:

Negative Aspekte der WD Black² Dual Drive WD1001X06X:

Preise und Verfügbarkeit
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