dataTale RS-M4T mit Thunderbolt im Test

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data-tale-logoNoch in diesem Jahr steht die Aktualisierung der Thunderbolt-Schnittstelle auf die 2. Generation an - doch bevor wir mehr als 20 GB/Sek. durch die Leitung jagen können, schauen wir uns noch einen etwas günstigeren Vertreter eines externen RAID-Systems mit Thunderbolt-Anschluss an. Das dataTale RS-M4T bietet Platz für vier Festplatten und soll somit Übertragungsraten von über 600 MB/Sek. ermöglichen.

Wer sich einmal bei dataTale umschauen möchte, findet dort noch einige weitere Speicherlösungen. Diese reichen über mobile Systeme bis hin zum eben von getesteten externen RAID für bis zu vier Festplatten oder SSDs. Das von uns getestete RS-M4T kann beispielsweise bei Caseking für 619,90 Euro erworben werden. Im Preis inbegriffen sind aber noch nicht die Festplatten. Diese müssen noch gesondert dazu bestellt werden. Das dataTale RS-M4T nimmt alle HDDs und SSDs mit 2,5 oder 3,5 Zoll auf.

Technische Daten:


Nun wollen wir uns das dataTale RS-M4T als solches sowie die Software einmal etwas genauer anschauen, bevor wir zu den Messwerten kommen.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

Das Gehäuse des dataTale besteht aus Aluminium und misst 210 x 138 x 213 mm bei einem Gewicht von 2,24 kg ohne Datenträger. Die obere Abdeckung kann abgenommen werden, um HDDs oder SSDs im Gehäuse zu verbauen. Sie besteht aus Plastik wie auch die gummierten Füße.

Auf der Rückseite befindet sich der Anschluss für das externe Netzteil sowie die beiden Thunderbolt-Anschlüsse. Über diese beiden Ports ist es möglich eine Daisy-Chain mit bis zu sieben Geräten zu betreiben.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

dataTale ist hierzulande noch kein allzu bekannter Hersteller und muss sich erst noch gegen namhafte Größen wie WD, LaCie oder Promise durchsetzen. Im ohnehin recht kleinen Markt der Thunderbolt-Lösungen sicherlich kein einfaches Unterfangen.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

Über mehrere LEDs gibt das RS-M4T Auskunft über seinen Betriebszustand. Es wird also nicht nur der fehlerfreie Betrieb angezeigt, sondern auch der Zugriff auf Daten oder Fehler im RAID und Probleme mit den beiden verbauten Lüftern.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

Ein Blick in das Innere lässt einige SATA-Datenkabel sowie die dazugehörige Platine erkennen. Das RS-M4T von dataTale besitzt keinen eigenen RAID-Controller, sondern leitet die Daten des SATA-Protokolls einfach nur durch den Thunderbolt-Port an den Rechner. Auf diesem kann dann ein Software-RAID erstellt und verwaltet werden.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

Für unseren Test verwendeten wir vier Festplatte aus dem Hause Seagate. Diese arbeiten mit 7.200 Umdrehungen pro Minute und verfügen über eine Kapazität von jeweils 500 GB. Angebunden werden sie per SATA 6 GBit/Sek. Das RS-M4T nimmt Festplatten mit der derzeitigen Maximal-Kapazität von bis zu 4 TB auf. Insgesamt können also bis zu 16 TB im System verbaut werden.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

Die Montage der Festplatten im dataTale RS-M4T gestaltet sich einfach. Für 3,5-Zoll-Laufwerke müssen nur die mitgelieferten Einbaurahmen mit vier Schrauben angebracht werden.

Im Lieferumfang befindet sich auch ein 2,5-Zoll-Adapter, wenn beispielsweise eine SSD verbaut werden soll. Wer gleich vier dieser Adapter benötigt, muss diese nachbestellen.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

Die Festplatten werden samt Einbaurahmen einfach nur in die passenden Schienen eingesteckt. Zum Herausnehmen muss nur an den Griffen gezogen und die Festplatte aus dem SATA-Port entfernt werden.

dataTale RS-M4T
dataTale RS-M4T

Im fehlerfreien Betrieb leuchtet die dazugehörige LED grün und jeweils eine weiße LED zeigt den problemlosen Zustand einer jeden Festplatte im RAID-System an.


Da das RS-M4T keinen eigenen RAID-Controller besitzt, können die Einstellungen unter OS X entweder über das Festplattendienstprogramm oder aber das Web-Interface erfolgen.

dataTale RS-M4T - Web-Interface
dataTale RS-M4T - Web-Interface

Im Web-Interface werden zunächst einmal alle Informationen zu den verbauten Datenträgern angezeigt.

dataTale RS-M4T - Web-Interface
dataTale RS-M4T - Web-Interface

Zu jedem Datenträger sind dann noch die Detailinformationen verfügbar. An dieser Stelle ausgelesen werden die SMART-Daten.

dataTale RS-M4T - Web-Interface
dataTale RS-M4T - Web-Interface

Über die Konfigurationen können den einzelnen Festplatten bzw. Kombinationen aus diesen dann RAID-Modi zugewiesen werden. Dazu müssen die gewünschten Festplatten auf der rechten Seite angeklickt und links der gewünschte Modus ausgewählt werden.

dataTale RS-M4T - Web-Interface
dataTale RS-M4T - Web-Interface

Wurde das RAID erfolgreich erstellt, sind die dazugehörigen Informationen im oberen Bereich zu finden. In diesem Beispiel haben wir ein RAID10 aus allen vier Laufwerken erstellt.

dataTale RS-M4T - Web-Interface
dataTale RS-M4T - Web-Interface

Natürlich ist es auch möglich jeweils zwei Datenträgern einen eigenen RAID-Modus zuzuweisen. Hier haben wir einfach mal ein RAID0 und ein RAID1 erstellt.


Kommen wir nun zu den ersten Leistungsmessungen:

Aja System Test: Lesen

Mit 458,6 MB pro Sekunde liegt das dataTale RS-M4T sehr gut im Vergleich zur Konkurrenz, die im Falle des Promise Pegasus J4 und dem VelociRaptor Duo von Western Digital allerdings auch auf 2,5 Zoll Festplatten setzt. Für ein Software-RAID0 aus vier Festplatten darf man aber durchaus zufrieden sein. Im RAID1 sinkt die Übertragungsrate natürlich deutlich ab, allerdings ist hier nur noch das Promise Pegasus J2 mit zwei SSDs schneller.

Aja System Test: Schreiben

Für das Schreiben von Daten sehen wir ein ähnliches Bild wie beim Lesen. Die RAID-Systeme mit kleinen 2,5-Zoll-Festplatten hat man im Griff, gegen größere Systeme oder solche mit zwei SSDs (Promise Pegasus J2) hat das dataTale-System allerdings keine Chance. Dies gilt auch für den RAID1-Betrieb.

Quick
QuickBench: RAID0 1 bis 1024 kB

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QuickBench: RAID0 1 bis 10 MB

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QuickBench: RAID0 10 bis 100 MB

Die Werte im QuickBench für den RAID0-Betrieb bestätigen die Messungen mit dem Aja System Test. Allerdings gibt der QuickBench auch Auskunft darüber, wie sich die Übertragungsrate über die unterschiedlichen Dateilgrößen hinweg verhält.

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QuickBench: RAID0 1 bis 1024 kB

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QuickBench: RAID0 1 bis 10 MB

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QuickBench: RAID0 10 bis 100 MB

Gleiches wie im RAID0 gilt auch im RAID1, auch wenn wir uns hier natürlich auf einem etwas anderen Level bewegen.


Auch wenn uns gegen Ende des Jahres die nächste Generation von Thunderbolt erwartet, durchgesetzt hat sich der vor allem von Intel und Apple getriebene Standard noch immer nicht. Zumindest bei Hardware aus dem Hause Apple hat sich das Henne-Ei-Problem erledigt, denn jeder Mac besitzt inzwischen die entsprechende Schnittstelle. Bei der klassischen PC-Hardware sieht das schon anders aus. Ja, ASUS, Gigabyte und einige andere Hersteller bieten inzwischen Mainboards mit Thunderbolt-Port, doch von breiter Verfügbarkeit kann hier nicht die Rede sein. Intel hat es auch nicht geschafft seine Hardware-Partner im mobilen Bereich auf den Thunderbolt-Zug zu zwingen.

Dabei hat Thunderbolt weiterhin Vorteile gegenüber USB 3.0. Am wichtigsten ist sicherlich die mögliche Übertragungsrate. Während bei USB 3.0 theoretisch 5 GBit pro Sekunde möglich sind, aufgrund eines Encoding-Overheads werden allerdings nur 4 GBit pro Sekunde in der Praxis erreicht, was in etwa zwischen 400 und 500 MB pro Sekunde entspricht, kann Thunderbolt die vollen 10 GBit pro Sekunde übertragen. Bei Thunderbolt 2 sollen es sogar 20 GBit pro Sekunde (in jede Richtung) sein.

Hinzu kommt, dass per Thunderbolt Protokolle wie Serial-ATA oder PCI-Express direkt übertragen werden können. Es wird also nicht beispielsweise das USB- oder FireWire-Protokoll verwendet. Erst diese Technik macht RAID-Systeme wie das dataTale RS-M4T möglich, denn sie leiten die SATA-Verbindung nur an den Rechner weiter und dieser kümmert sich per Software um die Anbindung der Datenspeicher bzw. den Aufbau und den Betrieb des Software-RAID.

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Wo sehen wir das dataTale RS-M4T? Überall dort, wo viele Daten anfallen, die auch wieder schnell verfügbar sein müssen. NAS-Systeme bieten idealerweise eine Übertragungsrate von 125 MB pro Sekunde. Für Videoschnitt in 1080p noch machbar, spätestens aber bei höheren Datenraten ist dann Schluss. Noch ein paar Worte wollen wir zur Lautstärke verlieren. Maßgeblich für die Geräuschkulisse verantwortlich sind die jeweils verbauten Festplatten. Die beiden Lüfter werden erst hörbar, wenn sich die Festplatten in den Standby begeben. Nun darf man sicherlich keinen lautlosen Betrieb erwarten, zumindest aber konnten wir keine störenden Nebengeräusche durch Vibrationen feststellen.

Aus rein technischer Sicht macht Thunderbolt also durchaus Sinn. Schon deutlich schwieriger wird die Argumentation in Sachen Verbreitung und vor allem Preis. Wer unter Windows die Vorteile von Thunderbolt nutzen möchte, muss sich schon nach geeigneter Software umschauen. Windows selbst hat keinerlei Probleme mit Thunderbolt und arbeitet ohne Probleme mit entsprechender Hardware zusammen.

Noch ein paar Worte zum Preis: Das dataTale RS-M4T kostet bei Caseking 619,90 Euro. Noch nicht mit dabei sind die Datenträger. Nimmt man hier beispielsweise die Langläufer (WD Red) aus dem Hause Western Digital, werden pro 3-TB-HDD noch einmal rund 115 Euro fällig. Ob ein Gehäuse aus Aluminium mit etwas Hardware dahinter nun 620 Euro kosten darf, ist weiterhin fraglich. Noch immer gelten die Thunderbolt-Chips aus dem Hause Intel als recht teuer. Die 2. Generation soll dies ändern. Weiterhin bleibt Thunderbolt-Hardware ein exklusiver Bereich, den der Heimanwender wohl meiden wird.

Positive Aspekte des dataTale RS-M4T:

Negative Aspekte des dataTale RS-M4T: