Samsung SSD 840 EVO mit 120, 250 und 500 GB im Test

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teaserWie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei der Samsung SSD 840 EVO(lution) um eine Weiterentwicklung, genauer gesagt um eine verbesserte Version der 840 Basic. Statt wie üblich jedes Jahr eine komplett neue Generation an Laufwerken zu präsentieren, lässt Samsung der 840 Pro weiterhin ihren Platz als High-End-SSD und tauscht lediglich das Mainstream-Modell aus. Dieses soll nun, versehen mit aktueller Technologie und neuen Features, noch attraktiver werden. Um welche Features es sich dabei handelt und wie es um die Performance bestellt ist, zeigen wir in diesem Artikel.

Samsung hat im SSD-Markt eine besondere Position, denn als einziger Hersteller verfügt man über alle Komponenten, die zur Fertigung einer SSD notwendig sind: Einen Controller plus Firmware, DRAM-Cache und natürlich den NAND-Flash-Speicher. Andere Hersteller, wie beispielsweise Micron, haben zwar ebenfalls eine eigene NAND-Fertigung, müssen aber zumindest den Controller einkaufen. Die Vorteile, alles im eigenen Haus produzieren zu können, sind offensichtlich. So gibt es zwischen den einzelnen Abteilungen stets einen kurzen Draht, sollte es Probleme mit einer der Komponenten geben.

Samsung SSD 840 EVO Series im neuen Design - auf die Farbe Orange wird nun verzichtet.

Diese Tatsache ist möglicherweise auch der Grund dafür, dass Samsung in der Lage ist, neue Technologien schnell auf den Markt zu bringen. So war die Samsung SSD 840 Basic vor knapp einem Jahr die erste Consumer-SSD mit sog. TLC-Speicher, der im Gegensatz zu MLC-Speicher drei statt zwei Bit speichern kann und somit eine höhere Datendichte ermöglicht, was wiederum niedrigere Preise – auch für den Endkunden – zur Folge hat.

Hinweis: Das Testsystem wurde leicht geändert - Wir verwenden nun die aktuelle Version von PCMark 7, außerdem wurde die betagte Grafikkarte in Form der 9600 GT durch eine 580 GTX ersetzt. Die Ergebnisse des PCMark-Benchmarks sind daher nicht mit den Ergebnissen aus früheren Tests vergleichbar.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Samsung SSD 840 EVO 120 / 250 / 500 GB
Straßenpreis n.v.
Homepage www.samsung.com
Technische Daten  
Formfaktor 2,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 120 / 250 / 500 GB
Kapazität (formatiert) 112 / 233 / 466 GiB
Verfügbare Kapazitäten 120 / 250 / 500 / 750 / 1000 GB
Cache 256 / 512 / 512 MB LPDDR3
Controller Samsung MEX
Chipart TLC (Toggle, 19 nm)
Lesen (lt. Hersteller) 540 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 410 / 520 / 520 MB/s
   
Herstellergarantie 3 Jahre
Lieferumfang 3,5-Zoll-Einbaurahmen, SATA Datenkabel, SATA-USB-Adapter (nur Kit)

Die Datendichte, die Samsung mit der SSD 840 EVO ermöglicht, ist beeindruckend: TLC-Speicher, 128 Gigabit pro Die und acht Dice pro Package (Chip) sorgen dafür, dass das 250 GB Modell mit lediglich zwei Flash-Chips bestückt werden muss, um die gewünschte Kapazität zu erreichen.

Die Samsung SSD 840 EVO ist die erste Consumer-SSD mit 1000 GB – klammert man Speziallösungen wie mehrere in einem Gehäuse verbaute und zu einem RAID0 zusammengeschaltete SSDs und die Crucial m500 mit 960 GB, die nur knapp unter der magischen Grenze liegt, aus. Die hohe Speicherdichte alleine war allerdings nicht ausreichend, um diese Kapazität zu ermöglichen. Ebenfalls angepasst werden musste der Controller. Die Basis bildet weiterhin ein ARM Cortex-r4-Prozessor, der nun in Form des Samsung-MEX-Controllers mit 400 statt 300 MHz, im Gegensatz zum Vorgänger „MDX", taktet. Neben einer größeren Menge Flash-Speicher kann der neue Controller auch mehr DRAM-Cache ansprechen und unterstützt dabei zusätzlich höhere Geschwindigkeiten.

Aus einer Hand: Flash-Speicher, DRAM-Cache, MEX-Controller

Ebenfalls auf den aktuellen Stand gebracht wurden die Flash-Management-Algorithmen, die dafür sorgen (sollen), dass die SSD möglichst viele Schreibzyklen verträgt. Das Erscheinen von MLC-Speicher wurde vor allem in Hinblick auf die Haltbarkeit bereits sehr kritisch betrachtet. Vielfach war die Angst vorhanden, man könne eine SSD in kurzer Zeit „kaputtschreiben". Wesentlich wichtiger als die reine Angabe der Zyklen, die der Flash-Speicher aushält, ist allerdings, wie effizient der Controller arbeitet – Stichwort Write Amplification. Zur Erinnerung: Die Menge an Daten, die letztendlich in den Flash-Speicher geschrieben werden, ist, bis auf sehr wenige Ausnahmefälle, immer größer als die Menge, die vom Host an das Laufwerk gesendet wurden. Das liegt daran, dass Flash-Speicher nicht Byte- oder gar Bitweise beschrieben werden kann, sondern immer nur in Blöcken gewisser Größe, z.B. 1 MB. Flash-Speicher kann außerdem nicht überschrieben werden. Möchte der Controller ein 1 KB Datenpaket in den Flash schreiben, müssen dazu im worst case 1 MB Daten aus den Zellen gelesen und die Zellen danach gelöscht werden. Dann werden die alten mit den neuen Daten „kombiniert" und in den Speicher zurückgeschrieben. Diesen Zyklus nennt man daher auch read-modify-write.

Ab der 500 GB-Version (links) wird die Platine größer.

Um doch noch einige Zahlen zu nennen: In internen Tests hat es der in der Samsung SSD 840 EVO verwendete Flash auf 3700 PE-Zyklen (Programmieren-Löschen) geschafft. Das entspricht bei einer angenommenen Schreiblast von 20 GB pro Tag, was für ein Desktop-System tendenziell zu hoch gegriffen ist, und einer Write Amplification von 1 einer Haltbarkeit von knapp 130 Jahren. Diese Rechnung ist selbstverständlich in keiner Weise akkurat, soll aber ein Gefühl für die Größenordnung vermitteln: Bei normaler Nutzung wird man weder einer SSD auf MLC- noch eine SSD auf TLC-Basis kaputtschreiben.

Als weiteres der Haltbarkeit zuträgliches Feature bewirbt Samsung den „Dynamic Thermal Guard". Dabei handelt es sich im Prinzip um nichts weiter als einen Mechanismus, der die SSD drosselt, sobald die Umgebungstemperatur einen gewissen Schwellenwert überschreitet – Samsung nennt hier einen Wert von 70 °C. Diese Drosselung dürfte also unter normalen Umständen nicht zum Einsatz kommen.


Das interessanteste neue Feature dürfte allerdings der „TurboWrite"-Cache sein. Hierbei wird ein fester Anteil des NANDs reserviert, wobei diese Zellen mit nur einem Bit beschrieben werden. Dieser Modus wird „pseudo-SLC" genannt, da die Zellen wie SLC-Speicher angesprochen werden, es sich tatsächlich aber noch um TLC-Speicher handelt. Da das Programmieren des zweiten und dritten Bits länger dauert als das Programmieren (und Verifizieren) eines einzelnen Bits, kann dieser Pseudo-SLC-Bereich besonders schnell schreiben (und lesen). Dies macht man sich zunutze, um neben dem DRAM-Cache die Daten zusätzlich im TurboWrite-Cache zwischenzuspeichern und sie erst von dort final in den TLC-Bereich zu schreiben. Die Größe des TurboWrite-Caches ist abhängig von der Größe des Laufwerks: Das 120- sowie das 250-GB-Modell arbeiten mit 3 GB, die 500 GB fassende Variante mit 6 GB. Bei der zweitgrößten Version mit 750 GB kommt der Cache auf 9 GB, das 1000-GB-Modell bekommt schließlich 12 GB spendiert. Dies sind die tatsächlich als Cache nutzbaren Kapazitäten, dem TLC-Speicher geht jeweils die dreifache Menge verloren. TurboWrite ist standardmäßig aktiv, da in die Hardware implementiert, und lässt sich nicht deaktivieren.

TLC-Speicher mit bis zu 128 Gbit pro Die und acht Dice pro Package reduziert die Anzahl der benötigten Speicher-Chips deutlich.

Im Hinblick auf zuverlässige Benchmark-Ergebnisse ist TurboWrite sicher problematisch. Insbesondere die sequenzielle Schreibrate wird hierdurch stark „verfälscht", solange noch in den SLC-Cache geschrieben werden kann. Diese Tatsache sollte man bei den folgenden Benchmarks stets im Hinterkopf behalten: Schreibt der Benchmark nicht genügend Daten, um den TurboWrite-Cache zu füllen, erreicht das Laufwerk sehr viel bessere Werte als mit vollem Cache. Dies erklärt auch die folgenden, wesentlich höheren, Herstellerangaben zur Geschwindigkeit der Laufwerke:

Herstellerangaben zur Samsung SSD 840 Series
 840 Basic840 EVO
Kapazität 120 GB 250 GB 500 GB 120 GB 250 GB 500+ GB
Lesen (MB/s) 530 540 540 540
Schreiben (MB/s) 130 250 330 410 520

Um zu sehen, über wie viel Rohleistung die SSD 840 EVO tatsächlich verfügt, haben wir folgenden Test gemacht: Als erstes wird mittels Iometer (QD 1, 512K) fünf Sekunden lang sequenziell auf das Laufwerk geschrieben und die durchschnittliche Geschwindigkeit gemessen. In dieser Zeit wird der Cache nicht vollgeschrieben, wir erwarten also das Erreichen der Herstellerangaben. In einem zweiten Test wird insgesamt dreißig Sekunden lang geschrieben, sodass der Cache in jedem Fall gefüllt wird. Dabei wird wieder die Schreibgeschwindigkeit bestimmt, dieses Mal über die letzten fünf Sekunden des Tests.

Einfluss des TurboWrite-Caches
 mit Cacheohne Cache
Kapazität 120 GB 250 GB 500 GB 120 GB 250 GB 500 GB
Schreiben (MB/s) 394 527 492 137 270 440

Je kleiner das Laufwerk ist, desto mehr profitiert es also vom TurboWrite-Cache. Ist der Cache beim kleinsten Modell voll, sinkt die Schreibrate fast auf den Wert des Vorgängermodells - bei der 500 GB-Version liegt die sequenzielle Schreibrate auch ohne Cache noch spürbar über der des Vorgänger-Modells mit gleicher Kapazität.

Als weiteres, sehr willkommenes, neues Feature spendiert Samsung sowohl der SSD 840 EVO als auch der 840 Pro Kompatibilität zu Microsofts eDrive. Für beide Laufwerke wird dieses Feature allerdings erst mit einem Firmware-Update nachgereicht. Auch dieses Update soll noch dieses Jahr veröffentlicht werden. Bei eDrive handelt es sich um eine Technik, um die Hardware-Verschlüsselung der SSD für BitLocker zugänglich zu machen – eine genauere Erklärung findet sich in unserem Artikel zur Crucial m500, die erste Consumer-SSD mit eDrive-Kompatibilität.

Als nächstes schauen wir  uns die Performance der 840 EVO nach starker Belastung (und ohne TRIM) an, hier am Beispiel des 250-GB-Modells. Dazu testen wir das Laufwerk zuerst im Neuzustand mittels HDTach, was uns 484 MB/s beim Lesen 271 MB/s beim Schreiben als Ergebnis liefert. Nach einer einstündigen Belastung des Laufwerks mittels Iometer (4K random write, QD 64) führen wir erneut den HDTach-Benchmark aus. Die Ausführung des TRIM-Befehls wurde während des kompletten Tests verhindert. Wir erhalten nun Werte von 477 MB/s und 33 MB/s. Während die Leserate also kaum beeinträchtigt wurde, ist die Schreibperformance enorm gesunken. Auch für die 840 EVO gilt also: Nicht ohne TRIM einsetzen.

840evo 250 used


Auch auf Software-Seite hat sich einiges getan – der Samsung SSD Magician wurde um ein sehr interessantes Feature erweitert. An dieser Stelle möchten wir auf den Artikel zur 840 Basic und Pro verweisen, um die grundsätzlichen Funktionen des Magician kennenzulernen. Bei besagtem neuen Feature handelt es sich um den sog. RAPID-Modus („Real-time Accelerated Processing of I/O Data"). Hierbei wird der Arbeitsspeicher des PCs genutzt, um häufig verwendete Daten zwischenzuspeichern und so die Geschwindigkeit der SSD zu erhöhen. Die Lösung von Samsung basiert auf der bereits bekannten Dataplex-Software von NVELO – mit dem Unterschied, dass jetzt der RAM genutzt wird, um eine SSD zu cachen und nicht, wie bisher üblich, eine Festplatte mit einer SSD gecacht wird. Der RAPID-Modus nutzt maximal 1 GB des Arbeitsspeichers, diese Menge ist durch den Nutzer nicht änderbar. Sollten andere Applikationen Arbeitsspeicher anfordern, gibt die Software den als Cache verwendeten Arbeitsspeicher frei. Des Weiteren merkt sich die Software auch zwischen Neustarts, welche Daten häufig verwendet werden und lädt diese beim Start in den Arbeitsspeicher, sodass sie direkt zur Verfügung stehen. Um den RAPID-Modus zu nutzen, benötigt man den SSD Magician 4.2, der noch in diesem Jahr erscheinen soll. 

Welchen Mehrwert eine Caching-Lösung bietet, hängt sehr stark vom Nutzungsprofil ab. Werden wenige Daten häufig gebraucht, ist ein enormer Geschwindigkeitszuwachs zu erwarten, schließlich ist der Arbeitsspeicher eines Rechners immer noch um Größenordnungen schneller als eine SSD. Beim Arbeiten mit sehr großen und/oder nur einmalig genutzten Dateien ist der Cache hingegen nahezu nutzlos. Um abzuschätzen, welches Plus an Performance man im Alltag erwarten darf, haben wir die Samsung SSD 840 EVO Series mit aktivierem RAPID-Modus durch den PCMark 7-Benchmark laufen lassen:

pcmark7 total rapid

Sowohl bei der Rohleistung als auch beim Gesamtsystem setzen sich die Laufwerke mit aktivierem RAPID-Modus deutlich an die Spitze. Dieses Ergebnis war auch zu erwarten, denn im Alltag reicht ein 1 GB großer Bereich im Arbeitsspeicher aus, um viele I/O-Operationen abzufangen.


testsys

Hardware

Software

Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke an einem SATA-6 Gb/s-Port des P67-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep, sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert. Außerdem wurde LPM (Link Power Management) durch einen Registry-Eintrag deaktiviert.

Mit Ausnahme von PCMark werden alle Benchmarks mit der zu testenden SSD als sekundärem Laufwerk durchgeführt. Für PCMark wird ein vorgefertigtes Image auf die zu testende SSD eingespielt, da die komplette Benchmarksuite nur durchgeführt werden kann, wenn das zu testende auch gleichzeitig das Systemlaufwerk ist.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 32 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von 8M logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

 iometer 4k read

 iometer 4k write

 iometer 4k read 3

 iometer 4k write 3

 iometer 4k read 32

 iometer 4k write 32

 iometer seq read

 iometer seq write

Da im Iometer-Benchmark aufgrund der längeren Testdauer mehr Daten geschrieben werden, füllt sich der TurboWrite-Cache häufig vollständig, was dann eine deutlich niedrigere Leistung zur Folge hat. Dies macht sich insbesondere beim 120 GB-Modell bemerkbar.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

as ssd 4k read 

 as ssd 4k write

 as ssd 4k read 64

 as ssd 4k write 64

 as ssd seq read

 as ssd seq write

Die Samsung SSD 840 EVO räumt auf den ersten Blick mächtig ab, insbesondere die beiden Modelle mit 250 und 500 GB belegen häufig die ersten Plätze. Doch Vorsicht ist geboten - der TurboWrite-Cache schlägt hier zu und verhilft den Laufwerken (kurzfristig) zu einer wesentlich höheren Leistung.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

as copy iso 

 as copy programm

 as copy spiel

Auch beim Kopieren ist der TurboWrite-Cache dienlich. Das Zurückfallen des 120- und 250-GB-Modells beim „Spiel"-Profil ist wohl auf einen gefüllten TurboWrite-Cache zurückzuführen, sodass der Controller direkt in den (langsameren) TLC-Speicher schreiben muss.


PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendnung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen weren. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5%. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren SSDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

 pcmark 7 total

 pcmark 7 storage

 pcmark 7 computation

 pcmark 7 creativity

 pcmark 7 entertainment

 pcmark 7 lightweight

 pcmark 7 productivity

Auch in diesem Benchmark zeigt die Samsung SSD 840 EVO eine sehr gute Performance, insbesondere im Vergleich zum Vorgänger-Modell.


Schaut man sich nur die Benchmark-Ergebnisse an, könnte man die Frage stellen, ob Samsung der SSD 840 Pro Series mit der neuen 840 EVO nicht die Existenzgrundlage nimmt, denn je nach Benchmark liegen beide Laufwerke sehr dicht zusammen, das 500 GB-Modell der 840 EVO überholt die 840 Pro sogar recht häufig. Dies wäre jedoch ein Trugschluss, denn die 840 EVO bezieht einen großen Teil ihrer Leistung aus dem zusätzlichen TurboWrite-Cache auf pseudo-SLC-Basis. Solange in diesen Cache geschrieben werden kann, der je nach Modell drei bis zwölf Gigabyte groß ist, ist das Laufwerk tatsächlich enorm schnell - ist der Cache voll, sink die Leistung. Die 840 EVO ist dann allerdings immer noch schneller als ihr Vorgänger, was wiederum dem schnelleren Controller geschuldet ist, der mit einem gut 33 Prozent höheren Takt läuft.

Wie schnell ist die Samsung SSD 840 EVO nun tatsächlich? Die Antwort auf diese Frage hängt entscheidend vom Anwendungsfall ab. Möchte man sehr große Dateien kopieren/verschieben, z.B. beim Videoschnitt, kann der TurboWrite-Cache nicht alles auffangen und die 840 EVO sinkt performancetechnisch fast auf das Niveau des Vorgängers. Im Alltag hingegen ist die 840 EVO tatsächlich deutlich schneller als ihr Vorgänger, das zeigt vor allem der PCMark-Benchmark, der Alltagsaufgaben simuliert. Auch so dürften die meisten Dateien, die man im PC-Alltag benötigt, selten mehrere Gigabyte groß sein, sodass der TurboWrite-Cache stets alles abfangen kann.

Die Samsung SSD 840 EVO Series

Was die Zuverlässigkeit angeht, können an dieser Stelle nur die üblichen Worte kommen, da es mit der 840 EVO natürlich noch keine Langzeiterfahrungen gibt. Die Laufwerke von Samsung haben sich in der Vergangenheit als recht zuverlässig gezeigt, was nicht zuletzt auch daran liegen dürfte, dass Samsung im OEM-Geschäft sehr groß ist. Eine fehlerhafte Serie kann hier schnell problematisch werden, sollte ein Großkunde deswegen abspringen. Nichtsdestotrotz kann die Samsung SSD 840 EVO wie jedes andere Laufwerk auch Kinderkrankheiten besitzen, insbesondere in Verbindung mit neuen Technologien wie dem TurboWrite-Cache. Die Kohärenz der verschiedenen Speicherebenen (DRAM-Cache, SLC-Cache, TLC-Flash) zu gewährleisten ist nicht unbedingt trivial.

Ansonsten kann die Samsung SSD 840 EVO noch mit eDrive-Kompatibilität punkten, sie ist nach der Crucial M500 erst das zweite Laufwerk mit diesem Feature. Die Samsung SSD Magician Software ist ebenfalls recht nützlich, insbesondere der in der neuen Version (4.2) inkludierte RAPID-Modus scheint sehr nützlich zu sein, um die Performance der SSD weiter zu steigern, indem der Arbeitsspeicher des PCs in die Cache-Hierarchie mit eingebunden wird.

Die Samsung SSD 840 EVO Series ist ganz klar auf Heimanwender bzw. Desktop-Systeme ausgelegt. Für diesen Zweck scheint die 840 EVO tatsächlich eine nahezu perfekte SSD zu sein. Interessiert man sich für eine SSD mit 1000 GB, ist die Samsung SSD 840 EVO derzeit sogar (fast) die einzige Wahl, zumindest zu einem annehmbaren Preis – lediglich die Crucial M500 ist hier noch interessant, diese besitzt allerdings 40 GB weniger. Preislich wird der 840 (Basic) derzeit nur die SanDisk Ultra Plus gefährlich, die bei der Performance allerdings deutlich schlechter abschneidet. Apropos Preis: Dieser soll auf dem Niveau der jetzigen 840 Basic liegen. Für professionelle Ansprüche hält Samsung weiterhin die 840 Pro Series im Programm, die nach wie vor zu den schnellsten Laufwerken gehört. Leider bekommt auch nur die 840 Pro einen Garantiezeitraum von fünf Jahren, bei der 840 EVO muss man sich wie schon bei der 840 Basic mit drei Jahren zufriedengeben - hier wird die Positionierung als Mainstream-Laufwerk nochmals deutlich.

Für ihre gute Performance und eine sinnvolle Kombination aktueller Technologien erhält die Samsung SSD 840 EVO Series unseren Technik-Award.

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Positive Aspekte der Samsung SSD 840 EVO Series:

Negative Aspekte der Samsung SSD 840 EVO Series: