USB-3.0-Sticks von ADATA, Patriot und Lexar im Test

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usb-stick-roundupVor gut einem Jahr haben wir acht USB-3.0-Sticks auf Herz und Nieren testen können. Seitdem hat sich USB 3.0 mehr und mehr etabliert, Flashspeicher-Preise sind weiter gefallen und viele Anwender, die in der Zwischenzeit einen neuen PC oder ein neues Notebook gekauft haben, können von den hohen Geschwindigkeiten profitieren. Wir haben einen 64 sowie zwei 32 GB USB-3.0-Sticks der unteren bis mittleren Preiskategorie getestet - und mit einem 32-GB-Stick der alten USB-2.0-Generation verglichen. Lohnt sich ein Umstieg bzw. der Aufpreis für einen der neuen Sticks? Oder ist die versprochene Geschwindigkeitssteigerung zwar mess- aber im Alltag nicht spürbar?

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Die drei Testkandidaten kommen von ADATA (DashDrive Elite UE700; 64GB), Patriot (Tab; 32GB) und Lexar (Jumpdrive S23; 32GB). Die Letzteren wollen wir zusätzlich mit einem alten Verbatim Store 'n' Go Executive Metal 32 GB USB-2.0-Stick vergleichen. Alle technischen Daten der Sticks haben wir in folgender Tabelle zusammengetragen.

 DashDrive Elite UE700TabJumpdrive S23Store 'n' Go Executive Metal
Hersteller ADATA Patriot Lexar Verbatim
Kapazität 64 GB 32 GB 32 GB 32 GB
   davon verfügbar 58,8 GB 28,8 GB 29,8 GB 29,8 GB
Herstellerangabe Lesen/Schreiben 200/100 MB/s bis zu 140 MB/s Transferrate 100/55 MB/s 25/25MB/s
Abmessungen; Gewicht 63 x 23 x 7 mm; 11g 20.5 x 12.2 x 4.5 mm; 1,5g 75 x 23,3 x 15,9 mm; 5g 
Garantie Lifetime 2 Jahre 3 Jahre
Sonstiges Status-LED; Schlaufe  - Status-LED; Schlaufe
Preisvergleich ab 68 Euro ab 35 Euro ab 26 Euro
Verfügbare
Kapazitäten
16/32/64 GB 8/16/32 GB

8/16/32/64 GB

Alle Sticks sind neben der hier getesteten Größe noch in verschiedenen Versionen verfügbar. Der Mini-Stick Tab von Patriot beschränkt sich dabei aber auf 8, 16 und 32 GB - die 64-GB-Kapazität hat man aufgrund des kleinen Formfaktors wohl nicht mit ins Angebot aufgenommen. Schnell fällt auf: die günstigen Sticks haben natürlich deutlich geringere Schreib-/Leseraten sowie eine verkürzte Garantie. Inwieweit sich gerade ersteres auswirken wird, werden wir im Verlaufe des Tests versuchen zu klären.

Ebenfalls auffällig: alle Sticks haben eine weitaus höhere Schreib-/Leserate (nominell) als der "alte" USB-2.0-Stick, was aufgrund der begrenzten Geschwindigkeit der Schnittstelle nicht weiter verwunderlich ist. Ob sie sich aber auch so extrem von diesem absetzen können, haben wir ebenfalls untersucht.


Alle drei Sticks kommen minimalistisch verpackt - glücklicherweise ist keiner von ihnen komplett eingeschweißt, sodass die Öffnung gefahrlos vonstatten gehen kann. Wie von einem USB-Stick zu erwarten war, gibt es eigentlich kein Zubehör im Lieferumfang. ADATA und Lexar legen immerhin noch einen Cent-Artikel in Form einer Schlaufe zum Tragen am Schlüsselband bei, der kleinste und damit prädestinierteste Stick für den Schlüsselbund im Test - der Patriot Tab - muss ohne eine solche Schlaufe auskommen.

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Wieso man gerade bei dem im Vergleich zum Lexar Jumpdrive S23 deutlich teureren Produkt keine Trageschlaufe beilegt, ist uns absolut unverständlich, denn es ist offensichtlich, dass dieser Stick für das Mitnehmen gemacht wurde. Der Versuch, den Stick direkt an einem Schlüsselbund-Ring anzubringen, war nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Anbringen ließ er sich zwar, durch die geringe Öffnungsgröße hing er jedoch im Ring fest, wodurch ein angenehmes Handling verhindert wurde.

Nichtsdestotrotz: eine kleine Schnur wird man sich besorgen können oder ggf. von anderen Gadgets noch übrig haben - letzten Endes kommt es auf andere Punkte an, bei denen die Sticks ordentlich abschneiden sollten: Verarbeitung und Geschwindigkeit sind die zwei Punkte, die bei einem solchen Gebrauchsgegenstand im Vordergrund stehen.

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Die Qualität vom ADATA UE700 ist sehr gut, die Kombination aus Kunststoff und Aluminium lässt den Stick hochwertig wirken. Die eingefrästen Linien bilden konzentrische Kreise um die auf der Oberseite des Sticks angebrachte blaue Status-LED. Die kräftige Trageschlaufe passt gut ins Bild - bei einem Verkaufspreis von rund 68 Euro kann man ein wenig hochwertigere Extras durchaus erwarten - im Hinblick darauf, dass die günstigen USB-3.0-Sticks mit 64 GB und ähnlichen Geschwindigkeiten gut 10 Euro weniger kosten. Dafür erhält man beim größten und teuersten Stick in der Testreihe gleich eine lebenslange Garantie. Dass die Verarbeitung eines teuren Sticks ordentlich ist, ist aber nicht wirklich verwunderlich. Spannender wird's bei den 32-GB-Kandidaten.  

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Auch hier ist beim Patriot Tab 32 GB alles im grünen Bereich. In diesem Fall besteht das Gehäuse, das bis auf wenige Millimeter vollständig im USB-Slot verschwindet, komplett aus Aluminium. Dadurch, dass der USB-Port gleichzeitig das Gehäuse ist, bleibt natürlich kein Platz für eine Status-LED - ebenso wird der Stick nicht ewig so schick bleiben wie nach dem Auspacken. Nach nur 20 Ein- und Aussteckvorgängen konnten wir schon erste sichtbare, irreversible Abnutzungserscheinungen am Gehäuse des Tab feststellen. Wer einen solchen Mini-Stick kauft, wird des aber wohl nicht aufgrund des schicken, auffälligen Designs tun. Hier gilt klar: Form follows function. Insgesamt wirkt der Patriot aber extrem robust - ein schwererer Schlüsselbund würde wohl eher den USB-Port als den Stick selbst zerstören.

Etwas schade: die Garantie fällt mit zwei Jahren unterdurchschnittlich kurz für solche Sticks aus und auch das zur Verfügung stehende Speichervolumen ist kleiner als bei anderen 32 GB Sticks (28,8 GB, üblich: 29,8 GB).

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Der mit nur 26 Euro günstigste 32 GB Stick in unserem Test kann vor allem durch flippiges Design in verschiedenen Farben (je nach Kapazität orange, türkis, grün, violett / 8, 16, 32, 64 GB) überzeugen. Weniger angetan waren wir von dem Schiebemechanismus: klappt das Herausschieben noch ganz gut, wird es beim Hereindrücken etwas fummeliger - eine Hürde versperrt den Weg zurück ins Gehäuse. Der Trick: den Entriegel-Knopf kurz drücken und dabei mit dem Zeigefinger den USB-Anschluss ins Gehäuse schieben.

Nach mehrmaliger Durchführung scheint die Hürde im Inneren des Sticks etwas geringer zu werden - das Einfahren ist dann auch mit einer Hand möglich. Anders als Patriot und ADATA setzt Lexar nicht auf Metall sondern auf ein Vollplastik-Gehäuse. Mit nur 5 Gramm ist der Stick vergleichsweise leicht, aber auch relativ empfindlich. Der USB-Port ist sehr dünn ausgeführt - für das reine Handling kein Problem, einen Schlüsselbund als Last würden wir dem Stick jedoch nicht zutrauen - Lexar hat da wohl mehr Vertrauen: insgesamt drei Jahre Garantie gibt man auf den Stick.


CrystalDiskMark

CrystalDiskMark testet die Geschwindigkeit der sequentiellen Übertragung in Lese- und Schreibrichtung. Zusätzlich wird das ganze noch für 512K und 4K Blöcke ausgeführt - jeweils mit 1000 MB Testdaten. Im sequentiellen Test kann sich das Verbatim-Altgerät im Schreibtest sogar noch vor den Patriot-Stick setzen (der zugegebenermaßen nur ein Bruchteil so groß ist, wie der Verbatim-USB-Stick), muss sich im Lesetest aber hoffnungslos geschlagen geben. Hier holt Patriot die versprochenen 140 MB/s Transferrate definitiv rein und kann sich vor den etwas günstigeren Lexar-Konkurrenten setzen.

Schreibend hat die Konkurrenz aber die Nase vorn - der günstigste Stick im Test ist doppelt so schnell wie der Patriot, aber nur halb so schnell wie die 64-GB-Variante von ADATA. Der USB-2.0-Kandidat hat hier natürlich kaum eine Chance gegen die von den Maßen ähnlich großen USB-3.0-Geräte. In den 512 und 4K Tests zeigt sich eine ähnliche Tendenz, wobei der billigste Stick sich in den Schreibtests deutlich vom restlichen Testfeld absetzen kann. Im 4K-Test enttäuscht der ADATA UE700.

cdm seq

cdm 512k

cdm 4k

AS SSD-Benchmark

Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Der Kopier-Benchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt). Das Bild bleibt das gleiche: Der Patriot Tab ist der langsamste Testkandidat, davor liegt das Jumpdrive von Lexar und an der Spitze der ADATA UE700. Geht es wieder an viele kleine Dateien, in diesem Fall ein Programmverzeichnis, kann sich der Lexar-Stick wieder vor den teuren ADATA setzen.

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HDTach

Im HDTach konnten die angegebenen Lesewerte nochmals im Burst und Average Read überprüft werden. Hier zeigt sich, dass der USB-2.0-Kandidat etwas besser performt als angegeben, der Patriot Tab nur knapp die Angaben verfehlt (angegeben: 140 MB/s ), Lexars Jumpdrive die Angaben sogar übertrifft (angegeben: 100 MB/s) und der teure ADATA UE700 etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt (angegeben: 200 MB/s).

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Realtest

Benchmarks hin- oder her. Was zählt, sind reale Szenarien. Man ist bei einem Freund und möchte nur schnell noch die Fotos vom Wochenende, ein Free-to-Play-Game sowie eine Linux-ISO ziehen und...es dauert. Hier hilft es auch nicht, wenn die Benchmarks gute Werte zeigen. Wir haben daher das Spieleverzeichnis von Serious Sam: The Second Encouter Classic, 336 Fotos (ca. 3,5 MB pro File) sowie 1 GB Binärdaten auf den Stick kopiert und gemessen, wie lange es dauert.

Hier zeigt sich das in den Benchmarks schon entstandene Bild: extrem nah beieinander sind der Patriot-Ministick sowie der alte USB-2.0-Stick. Deutlich schneller bei allen Aufgaben zeigt sich das Lexar Jumpdrive und gerade bei den Fotos sowie den Binärdaten gibt der ADATA-Stick richtig Gas. Probleme gab es wieder einmal mit den vielen kleinen Dateien: hier sackt die Leistung ab, man liegt wieder hinter dem günstigen Lexar-Stick.

realtest


Drei USB-Sticks, drei Anwendungsfälle, drei Preise. Wer eine Menge Speicherplatz braucht und dabei viele kleine Dateien hat, wird den ADATA UE700 wohl nicht in die engere Wahl nehmen. Wer ihn für Videobearbeitung und die Zwischenspeicherung der Ergebnisse nutzen möchte, wird sicherlich seine Freude mit dem Stick haben. Schaut man sich die Sticks aus dem letzten Jahr an, zeigen diese aber alle ein ähnliches Bild - SuperTalents SuperCrypt Pro bildet hier die Ausnahme, ist aber auch noch immer deutlich teurer bzw. kaum noch erhältlich.

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Die Verarbeitung und Optik sind über aller Zweifel erhaben - auch der Schließmechanismus funktioniert ordentlich. Ebenso erfreulich ist die Alltagsperformance - doch insgesamt trübt der Einbruch bei kleinen Dateien, bei denen er sogar langsamer ist als der viel günstigere Lexar-Stick, das Gesamtbild etwas.

Positive Aspekte des ADATA DashDrive Elite UE700 64GB:

Negative Aspekte des ADATA DashDrive Elite UE700 64GB:

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Den Patriot Tab wird man sich wohl kaum kaufen, wenn man auf maximale Datenübertragungsgeschwindigkeiten Wert legt. Hier steht ganz klar die Größe im Vordergrund. Dank einer ordentlichen Verarbeitung und Schlüsselbundtauglichkeit hat der Tab definitiv seine Berechtigung, auf dem Markt zu sein. Die Lese- und Schreibraten fallen hinter die Konkurrenz zurück. Enttäuschend: Es liegt keine Schlaufe bei dem kleinsten Gerät im Test vor, obwohl man dies am ehesten an den Schlüsselbund anbringen würde. Dafür ist die Verarbeitung wirklich gut und wirkt sehr stabil.

Positive Aspekte des Patriot Tab 32GB:

Negative Aspekte des Patriot Tab 32GB:

Der günstigste Stick im Test hatte zwar eine Schlaufe beiliegen, den niedrigen Preis merkt man der Materialgüte aber auch an. Dafür konnte er gerade bei kleinen Dateien überzeugen - hier haben die anderen beiden Sticks deutlich schlechter, obwohl teurer in der Anschaffung, abgeschnitten. Durch die peppigen Farben spricht er wohl auch junge Leute an und hat den Vorteil, auch im Chaos noch aufzufallen. Schade: Der Schließmechanismus wirkte anfangs nicht perfekt, im normalen Gebrauch legte sich das Problem aber zumindest soweit, das ein problemloses Schließen möglich war.

Positive Aspekte des Lexar Jumpdrive S23 32GB:

Negative Aspekte des Lexar Jumpdrive S23 32GB: