Roundup: Mobile Datenspeicher der besonderen Art

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palit-680-logoDer Markt für externe Festplatten befindet sich im Umbruch: Mit der altbekannten Strategie, einfach eine HDD in ein schickes Gehäuse mit USB-Chipsatz zu stecken, lässt sich heutzutage kein Blumentopf mehr gewinnen. Derartige Platten gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, Farbe und Kapazität beliebig wählbar. Im Zuge der zunehmend günstiger werdenden Cloud-Anbieter und den Always-Online-Mobilgeräten haben sich die Hersteller nun zu umfassenden Frischzellenkuren für ihr Produktportfolio entschieden. Unter Beinamen wie "Multimedia Hub" oder "Power Bank" firmieren Datenträger mit WLAN-Option, Kartenlesegeräten, Li-Ion-Akkus und herstellerseitiger App-Unterstützung. Wir haben uns vier unterschiedliche Modelle dieser neuen Bauart von ADATA, Corsair, Patriot Memory und PQI angeschaut und miteinander verglichen.

Mobile Datenträger können in Zeiten von Smartphones mit hochauflösenden Kameralinsen und deren größeren Brüdern der Tablet-Fraktion die rettende Speicherplatz-Erweiterung darstellen. Einfach zugängliche Speicherkarten-Slots werden zunehmend seltener, sodass es nicht "mal eben" möglich ist, die vorhandene Kapazität eines iPhone 5 oder Galaxy S4 aufzupeppen. Von einem Slot für USB-Sticks ganz zu schweigen. Ein PC muss in der Nähe sein, damit Urlaubsbilder/Videos gesichert werden können.

Ähnlich verhält es sich mit der Spontan-Wiedergabe von externen Inhalten auf dem Tablet: Wer schleppt schon sein gesammeltes Archiv ständig mit sich rum? Abhilfe versprechen hier die sogenannte "Multimedia Hubs": Sie verbinden den digitalen Speicherplatz einer Festplatte mit den Zugriffs-Freiheitsgraden der WLAN-Schnittstelle sowie einem leistungsfähigen Akku und einer eigenen Mobile-App. Diese Feature-Kombination spielt gerade solchen Mobilgeräten in die Arme, die aufgrund ihres stromlinienförmigen und platzsparenden Designs keinen externen Schnittstellen (Karten-Slot, Ethernet, USB-Port) besitzen.

Die folgende Tabelle veranschaulicht die technischen Daten der Probanden:

Hersteller ADATA Corsair Patriot Memory PQI
Modellreihe DashDrive Voyager Aero Air Bank
Modellbezeichnung DashDrive Air AE400 Voyager Air Aero PCGTW500S Air Bank A300V
Bezugsquelle Hersteller Hersteller Hersteller Hersteller
Straßenpreis ab 65 € ab 211 € ab 150 $ ab 120 €
Homepage www.adata-group.com www.corsair.com www.patriotmemory.com www.pqigroup.com
Technische Daten
Integrierte Festplatte  - 1 Terabyte (k.A.) 500 GB (5400rpm, 8 MB) 500 GB (5400rpm, k.A.)
Integrierter Akku 5000 mAh (Li-Polymer)

6200 mAh (Li-Ion)

3350 mAh (k.A.) 3000 mAh (k.A.)
Schnittstellen
USB-Port

1x USB 2.0 Micro B

1x USB 2.0 Type A

1x USB 3.0 Micro-B

 

 1x USB 3.0 Micro-B

 

1x USB 3.0 Micro-B

 

WLAN

IEEE 802.11b/g/n

WPA, WPA2

ab Werk verschlüsselt

IEEE 802.11b/g/n

WPA2

IEEE 802.11b/g/n

WEP, WPA, WPA2

IEEE 802.11b/g/n

WEP, WPA, WPA2

Ethernet  - 1xRJ-45 (Gigabit)  -  1x RJ-45 (Fast-Ethernet)
Ausmaße (L x B x H) 8,0 x 5,9 x 2,1 cm 17,4 x 8,5 x 2,4 cm 13,9 x 8,6 x 2,4 cm 13,5 x 7,7 x 2,5 cm
Gewicht 128 g 500 g 295 g 250 g
Zubehör

AE400, Quickstartguide

USB-Kabel (A/Micro B)

Voyager Air, Quickstartguide,

Transportetui, Stromadapter,

Kfz-Adapter, USB-Kabel (A/Micro B),

USB-DC-Ladekabel

Aero, Quickstartguide,

Stromadapter, USB-Kabel (A/Micro-B),

USB-DC-Ladekabel

 Air Bank, Quickstartguide,

Transportetui, USB-Kabel (A/Micro-B)

Herstellergarantie 1 Jahr 3 Jahre 2 Jahre 1 Jahr

Jeden der vier Probanden haben wir uns auf den folgenden Seiten im Detail angeschaut:


Von ADATA erhielten wir für diesen Test ein Exemplar aus der Serie "Dash Drive Air", das AE400. Es handelt sich dabei nicht um eine externe Festplatte oder einen Flash-Speicher, sondern eher um ein kabelloses Kartenlesegerät und mobile Ladestation für USB-Geräte. Das Gehäuse des AE400 ist vollständig aus Plastik gefertigt, macht aber dennoch einen recht robusten Eindruck. Der Ein/Aus-Schalter ist in Form eines Tasters an der Oberseite versteckt, unmittelbar durch die drei schwarzen Elemente hervorgehoben. Da sich über Geschmack bekanntlich vortrefflich streiten lässt, verzichten wir an dieser Stelle auf eine Beurteilung der optischen Wirkung. Der integrierte Lithium-Polymer-Akku hat eine Kapazität von 5000 mAh und stellt damit den Hauptgewichtsanteil der 128g des AE400.

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Externe Anschlüsse besitzt das AE400 deren drei: Der Micro-B-USB-Port dient zum Laden des Akkus über einen regulären USB-Port eines PCs, Notebooks oder Steckdosen-Adapters. Der Standard-A-USB-Port ist für andere USB-Geräte gedacht, die ihren eigenen Akku über den des AE400 aufladen möchten. Über besagten Port können auch externe Datenträger an das WLAN (IEEE 802.11b/g/n) des AE4000 angebunden und somit im Netzwerk verfügbar gemacht werden. Dabei werden allerdings nur Dateisysteme wie FAT32 und exFAT unterstützt, also kein NTFS und auch keine Linux-Systeme. Zu guter Letzt ist noch ein Slot für SD-Speicherkarten (unterstützte Formate: SD/SDHC/SDXC) vorhanden. Der von ADATA gewährte Garantiezeitraum beträgt ein Jahr.

Vor der Inbetriebnahme des AE400 muss es lt. Handbuch mindestens acht Stunden aufgeladen werden. Im Anschluss ist dann die Konfiguration mittels eines Webbrowsers über Anwahl der IP-Adresse 192.168.99.1 möglich. Das WLAN ist im Auslieferungszustand aktiv, aber immerhin über WPA2 mit einem Standard-Passwort gesichert. Sämtliche Anmeldedaten für WLAN und Admin-Menü sind im Handbuch aufgelistet und sollten nach erstmaliger Benutzung umgehend geändert werden, um unerwünschte Nutzung Dritter zu unterbinden. Für den App-Zugriff und Anbindung mobiler Devices wird mindestens Android 2.3 bzw. iOS 5.0 benötigt.


Ist das WLAN eingestellt, kann ein Datenträger/SD-Card in das AE400 eingesteckt und per Funk als Speicher für Mobilgeräte erschlossen werden. Dies kann entweder über die Android/iOS-App geschehen, oder per Samba/CIFS-Zugriff durch PC/Notebook. Die App hört auf den Namen "ADATA DashDrive Air Elite" und ist in den App-Stores über die Suchfunktion direkt zu finden. Die Vorgänger-App (ohne Elite im Namen) ist nicht zum AE400 kompatibel. Über das Menü kann dann sehr einfach auf Daten der eingesteckten Speicherkarte zugegriffen werden. Auch ein WLAN-Access-Point mit Internet-Zugang kann im AE400 eingestellt werden, sodass hier eingebuchte Mobilgeräte das AE400 als WLAN-Brücke benutzen können. Als dauerhafte Lösung sollte dies jedoch nicht anvisiert werden, da die zu erwartende Datenrate durch die Doppel-Funkerei entsprechend niedrig ausfällt.

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Die App zeigt bei Benutzung noch einige Kinderkrankheiten bei der Ordnerverwaltung und warf häufiger mit Fehlermeldungen um sich. Der Ortungsdienst muss aktiviert sein, um Zugriff auf eigene Aufnahmen zu erhalten. Hinsichtlich der Performance zeigte sich das AE400 ebenfalls nicht von der besten Seite: Zwar wird über die App ein paralleler Upload von Inhalten ermöglicht, fünf jpg-Bilder zu je ~1 MB zwangen die AE400 jedoch bis zur Nicht-Nutzbarkeit in die Knie. Ingesamt besteht hier noch deutliches Verbesserungspotential, da die Anwendung unserer Einschätzung nach eher Alpha bzw. Beta-Status besitzt. Im Download waren dann rund 3 MB/s erreichbar, womit zumindest Audio/Video-Streaming möglich ist. Je nach verwendeter Speicherkarte konnten über den Kartenleser per USB Datenraten zwischen 20 und 30 MB/s erreicht werden.

Um die Tauglichkeit des AE400 als Notfall-Ladestation beurteilen zu können, haben wir ein iPhone 3GS (iOS 5) mit 25 Prozent Restladung (ermittelt über eine Battery-App) für exakt eine Stunde zum Laden an das AE400 gehängt. Während dieser Zeit bestand lediglich die normale Verbindung zum Telefon- sowie Datennetz des Anbieters, das WLAN war deaktiviert. Nach Ablauf der 60 Minuten hatte sich der Ladestand auf 80 Prozent erhöht, was einer Ladeleistung von 0,9 Prozent pro Minute entspricht.


Der zweite Proband stammt aus dem Hause Corsair und hört auf den Namen "Voyager Air". Corsairs Sprößling ist in zwei Varianten erhältlich (500 GB und 1 TB Festplatte), wobei wir die 1-TB-Version zum Test erhielten. Im Inneren der Voyager Air befindet sich neben der Festplatte ein Akku mit 6200 mAh. Laut Datenblatt soll es damit möglich sein, bis zu 7 Stunden einen Videostream bereitzustellen. Die sich hier unmittelbar aufdrängende Frage lautet: Steaming per WLAN, oder über den Gigabit-Port? Doch dazu später mehr. Im Auslieferungszustand ist die HDD mit NTFS formatiert, kann aber problemlos auf Apples HFS+ umformatiert werden. Bedingt durch Festplatte und Akku beläuft sich das Gewicht der Voyager Air auf rund 500 Gramm.

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Anschluss findet die Voyager Air über drei verschiedene Wege: Klassisch lässt sie sich an jeden PC mit USB-Port anschließen und arbeitet dabei selbst nach der schnellen USB-3.0-Spezifikation. Als zweite Option hat Corsair einen Gigabit-Enthernet-Port eingearbeitet, sodass die Platte problemlos in ein bestehendes Kabelnetzwerk eingebunden werden kann und so als Netzwerk-Speicher (per Samba 3.0) ihren Dienst verrichtet. Als i-Tüpfelchen ist es darüber hinaus möglich, die Daten auch per WLAN zu verbreiten. Der Funk-Chip arbeitet ausschließlich im 2,4-GHz-Band nach 802.11b/g/n. Im Datenblatt gibt Corsair eine WiFi-Reichweite von ca. 30 Metern an, wobei bis zu 5 Clients gleichzeitig HD-Videostreams schauen können.


Das WLAN der Voyager Air ist unmittelbar nach Inbetriebnahme unverschlüsselt, eine umgehende Änderung ist also dringend empfohlen. Über ein Web-Menü lässt sich die Voyager Air genauso konfigurieren wie über die App. Um die Verschlüsselung zu aktivieren, muss lediglich ein beliebiges Passwort gesetzt werden, der Modus ist automatisch auf WPA2 gesetzt und kann nicht verändert werden. Hängt man die Air per WLAN oder Ethernet in ein bestehendes Netzwerk, so sind die Daten unter \\voyagerair\ zu erreichen. Äußerst positiv ist zu erwähnen, dass Corsair sich beim Zubehör nicht lumpen lässt: Neben der Voyager Air und einer Schnellstart-Anleitung erhält man ein USB-3.0-Kabel, ein Stoff-Etui zum Transport und einen USB-basierten Stromstecker mitsamt Netzteil (landesspezifischer Einraststecker) sowie einen Kfz-Adapter. Die mobile Voyager-App kann ab iOS 5.1 bzw. Android 2.2.3 eingesetzt werden.

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Optisch ist das Gehäuse nicht nur ein Hingucker, sondern macht auch einen robusten Eindruck. Gerade die rote Applikation verleiht der Voyager Air einen sehr hochwertigen Auftritt. Während an einer Seite die Schiebe-Regler für Ein/Aus- sowie WLAN (beides inklusive Status-LED) zu finden sind, liegen Strom-, Netzwerk- und USB-3.0-Anschluss an der gegenüberliegenden Seite. Unterhalb des Gehäuses sind vier Gummierungen verklebt, die für einen sicheren Halt auf verschiedensten Oberflächen sorgen. Corsair gewährt insgesamt drei Jahre Garantie auf die Voyager Air.

Die Befüllung (Schreiben) bzw. Entleerung (Lesen) der Voyager Air geht mit 93 MB/s bzw. 97 MB/s per USB 3.0 sehr schnell von der Hand. Über das WLAN lassen sich Daten immerhin mit rund 4 MB/s übertragen, wobei die jeweilige Durchsatzrate maßgeblich von der Umgebung abhängt. Der kabelgebundene Betrieb ist etwas hakelig, da die Voyager Air keinerlei Optionen bietet, den IP-Adressraum zu verändern. Sie lässt sich lediglich als Netzlaufwerk über \\voyagerair\ verbinden. Will man Bilder/Videos oder Dokumente vom Mobilgerät auf die Voyager Air laden, so muss die App für den Ortungsdienst freigeschaltet werden. Warum dies sein muss, ist uns unverständlich, aber ohne die Berechtigung läuft nichts. Der Upload ist durch einfaches Selektieren der Inhalte sehr komfortabel, beim Betrachten von Bildern fehlt lediglich eine Dia-Show-Option. Down- und Upload geht mit rund 4 MB/s sehr flott von der Hand.


Der nächste Proband stammt von Patriot Memory und wurde auf den Namen "Aero Wireless Mobile Drive" getauft. Die Aero ist in zwei unterschiedlichen Versionen im Handel zu finden, einmal mit 500 GB Speicherplatz und einmal mit einem Terabyte. Neben der reinen Kapazität hat sie allerdings noch einiges mehr zu bieten: Durch den integrierten WLAN-Chipsatz (802.11b/g/n) können von beliebigen Mobilgeräten Daten abgerufen und natürlich auch dort gespeichert werden. Dies schließt sowohl Note-/Netbooks als auch Smartphones und Tablets mit ein. Für Android- bzw. iOS-Geräte gibt es darüber hinaus gesonderte Apps ("Patriot Connect"). Android-Geräte müssen mindestens über Version 2.3 verfügen (bzw. 3.0 bei Tablets), während die iOS-Boliden mindestens mit Version 4.2 ausgestattet sein müssen.

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Der integrierte Lithium-Ionen-Akku kann wahlweise über den USB-Port oder den beiliegenden Stromadapter geladen werden. Im Datenblatt gibt Patriot Memory eine Laufzeit von bis zu sechs Stunden bei durchgehendem Steaming und vorheriger voller Ladung an. Um Daten schnell auf die Aero als auch herunter zu bekommen, verbaut Patriot Memory einen zeitgemäßen USB-3.0-Port. Dadurch ist nicht nur ein schneller Zugriff sichergestellt, sondern auch der notwendige Ladestrom für den Akku. Um die Aero möglichst flott zu laden, sollte allerdings der beiliegende Stromadapter verwendet werden, da er bis zu zwei Ampere liefern kann, während per USB nur 0,9 A drin sind.

Die Aero kann sich mit ihrem WLAN-Modul auch in ein bestehendes Funknetzwerk einklinken und den dortigen Internet-Anschluss weiterverteilen. Bedingt durch den parallelen Aufenthalt in zwei Funkzellen sinkt dadurch natürlich die Akkulaufzeit, ebenso wie sich die Latenz erhöht. Als wählbare Verschlüsselungs-Modi stehen WEP, WPA und WPA2 (beide PSK) zur Verfügung. Den Angaben von Patriot Memory zufolge können sich bis zu acht Geräte gleichzeitig per WLAN an die Aero anmelden, wobei für bis zu fünf ein HD-Streaming (max. in 720p-Auflösung) möglich ist.


Während des WLAN-Betriebs kann kein Zugriff auf die Aero per USB stattfinden, hier muss man sich immer für eine Betriebsart entscheiden. Hinsichtlich Interoperabilität kann die Aero die folgenden Datentypen für iOS-Geräte streamen: Im Video-Bereich wird mov/m4v/mp4/h.264 sowie mpeg4 unterstützt, an der Audio-Front sind es aac, mp3, apple lossless, aiff, wav. MS-Office-Dokumente und Adobe PDFs können ebenfalls benutzt werden. Für die restlichen Geräte gilt: Gestreamt werden kann alles, was das Mobilgerät darstellen kann. Mithilfe der App ließen sich die Inhalte der Aero problemlos anschauen, ebenso wie Daten dort abgelegt werden konnten.

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Das Gehäuse der Aero ist gänzlich in Schwarz gehalten und besteht aus Kunststoff. Bis auf den Schriftzug ist es optisch nicht vom Vorgänger, Patriot Memorys Gauntlet Node zu unterscheiden. Status-LEDs für Strom-, WLAN- und Betrieb sind an der Oberseite eingearbeitet, der Ein-/Aus-Taster ist mitsamt dem USB- und Stromanschluss an der Rückseite des Chassis angebracht. Ein gesonderter Schalter für das WLAN ist nicht vorhanden. Sehr praktisch gestaltet sich der seitlich montierte Battery-Check-Taster: Hier kann unmittelbar in Form von vier Abstufungen der Ladestand des Akkus ermittelt werden. Mit einem Gewicht von rund 300 Gramm ist die Aero sehr handlich. Patriot gewährt den Käufern seiner Aero einen Garantiezeitraum von zwei Jahren.

Ab Werk ist das WLAN auch bei der Aero unverschlüsselt, dies kann aber über eine kurze Verbindung mithilfe der Patriot-App geändert werden. Vorbildlich sind hingegen die Optionen für die Netzwerk-Einstellungen: Hier kann sowohl das Samba-Konto geändert werden als auch die zugehörige Workgroup. Per USB konnten wir die Aero mit rund 80 MB/s befüllen, während der Lesevorgang 85 MB/s erreichte. Im WLAN-Betrieb war eine durchschnittliche Datenrate von 5 MB/s in unseren Räumlichkeiten erreichbar. Bei der Patriot-App muss ebenfalls der Ortungs-Dienst freigeschaltet werden, bevor man an die eigenen Aufnahmen herankommt. Über die App können beliebige Ordner angelegt/gelöscht werden, über die eine Datensortierung ermöglicht wird. Praktisch ist auch die Diashow-Funktion mit konfigurierbarem Intervall von 3 bis 30 Sekunden. Bei der Benutzung traten jedenfalls keine Probleme/Abstürze auf.


Als vierten Probanden haben wir uns die Air Bank A300V von PQI angeschaut. Der Name lässt es bereits erahnen: Es handelt sich um einen mobilen Speicherknecht, der auch über ein eigenes WLAN verfügt. Der verbaute Chipsatz funkt nach IEEE 802.11b/g/n und ist dementsprechend auch für schnelle Funkzellen bestens gerüstet. An Verschlüsselungen unterstützt er alles bis hin zu WPA2. Zusätzlich ist in der A300V bereits eine Festplatte verbaut (unser Modell hat 500 GB, es gibt aber auch eine 1-TB-Version). Im Gegensatz zu den beiden Konkurrenz-Produkten von ADATA und Corsair hat die A300V auch einen RJ-45-Port (10/100 Mbit/s), sodass man sie bequem an ein normales kabelgebundenes LAN anbinden kann. Durch diesen Port lässt sich die A300V auch als Mini-Access-Point einrichten. Zur schnellen Befüllung der internen HDD ist ein USB-3.0-Anschluss vorhanden. Neben dem USB-3.0.Kabel ist im Lieferumfang noch eine kleine Ledertasche zum Transport.

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Wie auch ADATAs AE400 hat die Air Bank von PQI einen integrierten Akku, der sich hier allerdings nur selbst mit Strom versorgen kann und nicht als Notfall-Ladestation für andere Geräte fungiert. Über die Kapazität schweigen sich die Datenblätter aus, es sind lediglich widersprüchliche Angaben hinsichtlich Betriebszeit (5 Stunden Movie-Streaming lt. Datenblatt, "up to 8 hrs" laut Website) zu finden. Auch wenn PoE (Power over Ethernet) im Endkundenbereich noch nicht präsent ist, so wäre ein entsprechender Support der Air Bank das absolute i-Tüpfelchen. So ist zum Aufladen des A300V immer ein USB-Port (oder Steckdosen-Adapter) notwendig.

Auf Seiten der App-Unterstützung sollte auf den mobilen Geräten mindestens Android 2.1 oder iOS 4.0 vorhanden sein, damit die Anwendung "PQI Air Bank+" auf dem Gerät installiert werden kann. Über die App erlangt man dann Zugriff auf die Air Bank und kann dort gespeicherte Dokumente betrachten oder auch Dokumente des Mobilgeräts hochladen und dort ablegen. Beim Vergleich der unterstützten Dateiformate zeigt sich Android (.pdf, .txt, .doc, .docx, .xls, .xlsx, .ppt, .pptx, .jpg, .png, bmp, .gif, .mp3, .mp4, .3gp, .wav, .ogg, .imy, .aif, .mp4, .3gp) deutlich freizügiger als iOS (.pdf, .txt, .doc, .docx, .xls, .xlsx, .ppt, .pptx, .jpg, .png, .mp3, .wav, .aif, .mp4, .mov).


Insgesamt unterstützt die A300V den parallelen Zugriff von bis zu fünf Clients. Im Auslieferungszustand ist das WLAN aktiv und unverschlüsselt, ebenso wie der Administrator-Account kein Passwort gesetzt hat. Unmittelbar nach Inbetriebnahme sollte dies geändert werden. Konfigurationsänderungen sind bis zur erstmaligen Login-Vergabe nur über das Web-Interface (erreichbar unter 192.168.100.1) möglich, wobei weder Funkmodus noch Verschlüsselung verändert werden kann. Es gibt lediglich einen Haken für "Security" mitsamt Passwort-Eingabefeld, wobei beim Verbinden dann "WPA" angezeigt wird. Nachdem ein Login vergeben wurde, können die Einstellungen auch aus der App heraus verändert werden. Bei Benutzung der App hatten wir keinerlei Probleme: Daten auf der Platte ließen sich problemlos streamen und auch dort abspeichern.

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Bedingt durch die interne Festplatte und den Akku ist die A300V von PQI mit einem Gewicht von 250g in der Mittelklasse einzuordnen. Das Plastikgehäuse macht einen stabilen Eindruck, wobei die bläuliche LED-Beleuchtung von Power und WLAN je nach Lichteinfall nicht sonderlich gut sichtbar sind. Hier wäre eine andere Farbgebung besser gewesen. Hinsichtlich Garantie gewährt PQI ebenfalls wie ADATA ein Jahr.

Möchte man die Platte des A300V füllen oder leeren, so ist dies mit gewohnt hoher USB-3.0-Performance möglich: Wir erreichten eine durchschnittliche Lese- sowie Schreibleistung von 85 MB/s. Im Ethernet-Betrieb konnten die Daten mit rund 10 MB/s lesend und schreibend transferiert werden. Mehr ist aufgrund des Fast-Ethernet-Chipsatzes ohnehin nicht möglich. Drahtlos konnten wir je nach Aufstellungsort zwischen 2 und 4 MB/s erreichen, mit steigender Entfernung natürlich um so weniger. Die App machte einen guten Eindruck, der jedoch durch spontane Beendigung des Programms getrübt wurde. Je nach Ort und angetippter Funktion passierte es uns mehrfach, dass sich die App einfach beendete. Hier gibt es noch Nachbesserungsbedarf. Positiv ist zu erwähnen, dass die App die komplette Festplatte inklusive Ordnerstruktur darstellen kann und damit deutlich über die einfache Klassifikation der Inhalte in Bilder/Videos/Dokumente herausgeht. Down- und Upload von Inhalten waren erneut per Auswahl möglich und das Streaming klappte ebenfalls, vorausgesetzt die Formate konnten vom Mobilgerät interpretiert werden.


Zum besseren Vergleich der Durchsatzwerte der einzelnen Probanden in den Disziplinen USB, LAN und WLAN haben wir deren Resultate in den folgenden Grafiken gegenübergestellt. Die Messung der USB-Werte erfolgte über den USB-3.0-Port eines handelsüblichen PCs, wobei eine ein Gigabyte große Testdatei (komprimiertes Archiv) schreibend und lesend transferiert wurde. Anhand der für den Kopiervorgang benötigten Zeit wurde die Durchsatzrate errechnet und als Mittelwert über Schreib- und Leseleistung aufgetragen.

Benchmark PCMark 7

Alle drei Probanden liegen hier sehr nah beieinander, was angesichts der Verwendung von USB 3.0 auch nicht verwundert. Die verbauten Festplatten schaffen allesamt gute Schreib- und Lesewerte, die dementsprechend auch real beim Käufer ankommen. ADATAs AE400 ist nur aufgrund des verwendeten USB-2.0-Ports abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Die LAN-Performance haben wir analog zur USB-Messung durchgeführt. Die Probanden von PQI und Corsair wurden mittels eines RJ-45-Kabels an einen Gigabit-Switch angeschlossen und Testdaten wurden so auf die integrierten Festplatten kopiert.

Benchmark PCMark 7

Trotz Gigabit-Klassifizierung schafft es die Voyager Air nicht, die beworbene Power auch beim Nutzer ankommen zu lassen. Dieses Phänomen ist aber nicht neu und gerade bei Leergehäusen und vergleichsweise günstigen Netzwerk-Produkten ebenfalls zu sehen. Die gemittelten 33 MB/s können daher als gutes Ergebnis bezeichnet werden und sind für die meisten Zwecke schnell genug. Bedingt durch den Fast-Ethernet-Chipsatz ist PQI nicht in der Lage, mehr als 10 MB/s auf die Beine zu stellen.

Die Messung des WLAN-Durchsatzes haben wir über die jeweiligen Down- bzw. Upload-Funktionen der bereitgestellten Apps sowie einen per WLAN verbundenen iPad durchgeführt. Dabei haben wir ausgewählte hochauflösende Bilder auf den Speicherplatz der Probanden hochgeladen bzw. auf das iPad heruntergeladen. Anhand der gebrauchten Zeit und der Dateigröße wurde dann der Durchsatz errechnet und als Mittelwert über Down- und Upload gemittelt.

Benchmark PCMark 7

Die WLAN-Performance hängt sehr von den Umgebungsbedingungen, anderen Funknetzen und der Entfernung zwischen den Geräten ab. Wir möchten die hier gezeigten Werte daher ausschließlich als Schnappschuss in unserer Umgebung verstehen und nicht als repräsentative Werte bezeichnen. Je nach Szenario ist eine signifikante Abweichung nach oben und unten problemlos möglich. Insgesamt konnten alle Probanden eine für's Streaming ausreichende Durchsatzrate präsentieren, wobei sich Patriot dabei an die Spitze setzen konnte.


Wer zuhause oder unterwegs seinen Mobilgeräten eine ebenfalls mobile Speichererweiterung verpassen oder einfach nur auf jegliche Art der Verkabelung verzichten möchte, der ist mit den Probanden von Corsair, Patriot Memory oder PQI an der richtigen Adresse. Alle Produkte konnten durch eine äußerst simple Inbetriebnahme, intuitive App-Bedienung sowie solide Durchsatzraten punkten. Die mobile Nutzung per WLAN am iPhone/iPad/Tablet gestaltete sich dabei durch den App-Support weitestgehend reibungslos und schnell. Ebenfalls vorteilhaft ist der überall integrierte Akku, sodass keine der Lösungen auf einen dauerhaften Stromanschluss angewiesen ist: egal ob zuhause, unterwegs oder im Urlaub. Beim Einsatz als "Multimedia Hubs" gilt es bei allen Geräten auf die unterstützten Formate zu achten, gerade wenn man die hersteller-seitigen Apps für die Wiedergabe nutzen möchte. Eine spontane Dia-Show auf einem Tablet lässt sich genauso einfach aufsetzen, wie die Wiedergabe eines Urlaubsvideos oder das Abspielen von Musik. Wirklich hochauflösende Inhalte (HD-Videos in 1080p mit geringer Kompression) werden kaum unterstützt und sind auch aufgrund der unter Umständen widrigen WLAN-Bedingungen nicht adäquat genießbar.

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Was die Konfigurationsfreudigkeit betrifft, haben Patriot Memorys Aero und die Air Bank von PQI eindeutig die Nase vorn, Corsairs Voyager Air erlaubt nur sehr rudimentäre Änderungen. Bei der Performance konnte die Voyager dafür mit gut 10 MB/s mehr USB-Durchsatz punkten und auch Garantiezeitraum sowie Zubehör sind erstklassig. Obwohl die Geräte von Corsair und PQI einen Ethernet-Port besitzen, gehören sie eindeutig in mobile Netze: Nur dort macht die Symbiose aus Funknetz, App und integriertem Akku wirklich Sinn. Als heimischen NAS-Ersatz würden wir beide nicht empfehlen, da hierfür die Setup-Optionen fehlen und auch der WLAN-Chip nicht stark genug ist. Der verkabelte Netzwerk-Betrieb ist hier eher als zusätzliches Goodie zu bezeichnen. Insgesamt haben uns Patriot Memorys Aero und die Air Bank von PQI am besten gefallen, weshalb wir beide Produkte hier auch empfehlen möchten.

Nicht vollends überzeugen konnte uns ADATAs AE400: Die Idee eines kabellosen Akkus mit Kartenslot und USB-Port ist zwar nicht schlecht, aber die Software-Unterstützung in Form der angebotenen App lässt noch Potential ungenutzt. Das Laden des iPhone/iPad hat aber tadellos funktioniert, ebenso wie der USB-Zugriff auf eingelegte SD-Karten.