Round-up: Sieben HDDs mit 3 TB Fassungsvermögen

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palit-680-logoGetreu des Sprichworts "Aller guten Dinge sind drei" präsentieren wir heute unser drittes HDD-Round-up, in dem wir diesmal die 3-TB-Boliden der Magnetspeicher-Fraktion unter die Lupe nehmen. Wie bei den beiden Vorgänger-Artikeln (1-TB-Roundup, 2-TB-Roundup) haben wir erneut versucht ein möglichst vollständiges Kandidatenfeld bereitzustellen. Über die seitens der Hersteller vorgesehenen Einsatzgebiete der HDDs haben wir wie gewohnt hinweggesehen, sodass wir neben den Desktop-Linien auch Exemplare aus den jeweiligen Enterprise- und AV-Segmenten von Seagate, Toshiba und Western Digital vorstellen. Hitachi (HGST) ist diesmal leider nicht mit dabei. Insgesamt konnten wir sieben unterschiedliche Probanden zusammenstellen, die wir uns auf den folgenden Seiten im Detail angeschaut und sie natürlich auch einem ausführlichen Leistungsvergleich unterzogen haben.

 

Die ständig anwachsende Kapazität der traditionellen Festplatten ist hinsichtlich der Bewältigung des über die Jahre hinweg auflaufenden Datenvolumens ein Segen: Modelle mit drei Terabyte Speicherplatz verheißen ausreichend Aufbewahrungsraum für unzählige hochauflösende Videos, Bilder und sonstige Multimediadateien oder persönliche Dokumente. Doch diese immensen Kapazitäten haben auch eine Schattenseite: Gibt die Festplatte unverhofft den Geist auf, sind die Daten futsch. Zumindest solange, wie man den Weg über die Inanspruchnahme eines Datenrettungs-Dienstleisters nicht beschreiten möchte.

Hinsichtlich des Produkt-Line-ups hätten wir uns etwas mehr Vollständigkeit gewünscht, da wir leider nicht alle erhofften Samples erhalten konnten: Seagate hatte einige Exemplare nicht auf Lager (SV35, Constellation ES.2) bzw. das Testmuster war defekt (Barracuda XT) und kurzfristig kein Ersatz organisierbar. Unsere Anfrage an Hitachi GST (wg. Deskstar 7K3000 bzw. Ultrastars) wurde damit beantwortet, dass das Unternehmen aufgrund der Verfügbarkeit seiner 4-TB-Modelle nun keine weiteren Tests der 3-TB-HDDs mehr wünsche, weshalb wir hier gar kein Exemplar präsentieren. Von WD hatten wir noch die RE angefragt, doch auch hier mussten wir leider verzichten. Da wir bereits bei den vorherigen beiden Round-ups in solche Fällen ausnahmsweise über den Einzelhandel Ersatz selbst organisiert hatten, haben wir uns in diesen Fällen bewusst dagegen entschieden. Unserer Ansicht obliegt es dem Hersteller bzw. dessen Presse-Agentur für entsprechende Sample-Verfügbarkeit zu sorgen. Wir sind aber optimistisch, dass wir für das baldige 4-TB-Round-up mehr Varianten präsentieren können.

Doch nun wieder zurück zu den Probanden: Die folgenden Tabellen zeigen die technischen Daten der hier getesteten Festplatten im Überblick:

Hersteller Seagate Seagate Toshiba Toshiba
Modellreihe Barracuda Constellation CS SED Enterprise-Series Desktop-Series
Modellbezeichnung ST3000DM001 ST3000NC000 MG03ACA300 DT01ACA300
Bezugsquelle Hersteller Hersteller Hersteller Hersteller
Straßenpreis ab 120 € ab 175 € ab 284 € ab 110 €
Homepage seagate.com seagate.com www.toshiba.com www.toshiba.com
Technische Daten        
Firmware CC24 CNS1 FL1A BB0
Formfaktor 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 3000 GB (3 Platter) 3000 GB (3 Platter) 3000 GB (3 Platter) 3000 GB (3 Platter)
Kapazität (formatiert) 2793 GiB 2793 GiB 2793 GiB 2793 Gib
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 3 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (4k) 4096 Byte (4k) 4096 Byte (4k) 4096 Byte (4k)
Cache 64 MB 64 MB 64 MB 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 7200 U/m 7200 U/m 7200 U/m 7200 U/m
         
Herstellergarantie 2 Jahre 3 Jahre 5 Jahre 2 Jahre

 

Hersteller Western Digital Western Digital Western Digital
Modellreihe AV-GP Caviar Green Red
Modellbezeichnung WD30EURS WD30EZRX WD30EFRX
Bezugsquelle Hersteller Hersteller Hersteller
Straßenpreis ab 129 € ab 118 € ab 138 €
Homepage www.toshiba.com www.wdc.com www.wdc.com
Technische Daten      
Firmware A80 A80 A80
Formfaktor 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 3000 GB (3 Platter) 3000 GB (3 Platter) 3000 GB (3 Platter)
Kapazität (formatiert) 2793 GiB 2793 GiB 2793 GiB
Schnittstelle SATA 3 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (4k) 4096 Byte (4k) 4096 Byte (4k)
Cache 64 MB 64 MB 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 5x00 U/m 5x00 U/m 5x00 U/m
       
Herstellergarantie 3 Jahre 2 Jahre 3 Jahre

Als durchgängige Gemeinsamkeit haben alle Laufwerke die Brutto-Kapazität von 3 Terabyte. Ansonsten geht das Testfeld aber recht weit auseinander: Aufgrund der höheren Anforderungen des Enterprise-Sektors sowie entsprechender technischer Zulassungen gestalten sich die Preise dort etwas höher als bei den Desktop-Modellen. Dafür erhält man aber auch deutlich längere Garantiezeiten sowie Zusagen hinsichtlich MTBF und Fehlerrate. 

Nach dieser einführenden Tabelle schauen wir uns nun jedes der Exemplare auf einer eigenen Seite im Detail etwas näher an:


Beginnen wir dieses Round-up mit der Vorstellung von Seagates Raubfisch, der Barracuda (ST3000DM001): Ihre Kapazität von drei Terabyte bringt sie über drei Platter zum Käufer, was bereits ein erstes Indiz für potentiell gute Leistung sowie nicht allzu hohen Stromverbrauch sein kann. Die Umdrehungsgeschwindigkeit ist wie gewohnt bei 7200 Touren pro Minute festgesetzt, ebenso wie der Zwischenspeicher mit 64 MB adäquat dimensioniert ist. Die SATA-Schnittstelle wird mit 6 Gbit/s betrieben und ist natürlich abwärtskompatibel. Die Sektorgröße liegt, wie bei allen neu gefertigten Platten, bei 4096 (= 4K). Zur Performance-Steigerung kommen die bekannten Features (OptiCache, AcuTrac, SmartAlign) der vorherigen Modelle erneut zum Einsatz.

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Die Anzahl der Park/Start-Vorgänge (Load/Unload-Zyklen) liegen bei 300.000 und die Fehlerrate ist mit 1 auf 10^14 pro gelesenem Bit ebenfalls im Rahmen von gewöhnlichen Desktop-Festplatten. Für den gewöhnlichen Gebrauch sind diese Werte auch völlig ausreichend, selbst beim Betrieb über mehrere Jahre. Hinsichtlich der jährlichen Betriebsdauer spezifiziert Seagate 2400 Stunden. Laut Datenblatt sind die 3- und 2-TB-Modelle (mit Ausnahme ihrer Kapazität) in den technischen Eckdaten völlig identisch.


Der zweite Proband aus dem Hause Seagate hört auf den Namen "Constellation CS SED" (ST3000NC000) und gehört der Enterprise-Fraktion an. Die Constellation-Serie ist mittlerweile in einigen Varianten zu finden, von denen wir sehr gerne auch die 3-TB-Exemplare getestet hätten. Mangels verfügbarer Samples mussten wir allerdings verzichten. Die CS-Modelle sind geringfügig günstiger zu haben als die ES.2/ES.3-Boliden. Analog zur Barracuda werden drei Platter verbaut, 64 MB Cache eingesetzt und eine Spindelgeschwindigkeit von 7200 Umdrehungen pro Minute erreicht. Die zugelassene Power-On-Time liegt bei 8760, ist also eine Ganzjahreszulassung im 24x7-Betrieb.

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Der "SED"-Zusatz steht für "self encrypting drive", also eine selbstverschlüsselnde HDD. Seagate bietet eine Funktion "Instant Secure Erase" zusätzlich an, die darauf basiert, dass der zur Verschlüsselung verwendete Schlüssel auf der Festplatte verändert wird. Sämtliche bis dahin geschriebene Daten werden durch diese Änderung unbrauchbar. Load/Unload-Zyklen und Bitfehlerrate liegen im Bereich von Desktop-Platten (300.000 und 1 pro 10^14), was den etwas günstigeren Preis erklärt.


Toshiba stellte uns ebenfalls zwei Laufwerke zur Verfügung, wobei wir zuerst die aus der Enterprise-Serie MG03 betrachten wollen. Platten dieser Serie gibt es mit Kapazitäten zwischen 1 bis 4 TB, leicht erkennbar an der Endung A100 - A400. Die Spindelgeschwindigkeit liegt bei allen Modellen bei 7200 U/m, ebenso wie der Cache auf 64 MB festgelegt ist. Die SATA-Schnittstelle schafft bis zu 6 Gbit/s.

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Die Load/Unload-Zyklen liegen mit 600.000 doppelt so hoch wie im Desktop-Bereich und jedes Laufwerk der Serie erhält eine 24x7-Freigabe bei 100-Prozent-Belastung. Der Garantiezeitraum beläuft sich auf fünf Jahre. Bei den Benchmark-Durchläufen fiel uns auf, dass die MG03ACA300-Festplatte ein ordentliches Betriebsgeräusch produziert, was das Datenblatt bestätigte: Toshiba gibt für alle HDDs der Enterprise MG03-Serie einen Wert von 31 dB an. Während alle anderen Probanden eine normale Geräuschkulisse zeigen, drehte Toshibas Enterprise-Sprößling mächtig auf und übertönte manchmal sogar den CPU-Lüfter. Aber im Rechenzentrum dürfte das ja kaum jemanden stören.


Als zweites Testmodell haben wir ein Exemplar aus Toshibas "PC-Series" ergattern können, die DT01ACA300. Alternative Modelle sind mit 500 GB bis hin zum hier gezeigten Exemplar mit 3 TB erhältlich. Im Inneren kommen drei Magnetscheiben zum Einsatz und der Cache ist bei den 2/3-TB-Modellen mit 64 MB ausreichend groß. Die Umdrehungsgeschwindigkeit liegt wie gewohnt bei 7200 rpm. Die Sektorgröße ist mit 4096 Byte ebenfalls auf dem neuesten Stand der Technik.

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Entsprechend der Desktop-Klassifikation ist der Garantiezeitraum auf 2 Jahre beschränkt, ebenso wie die Fehlerrate (1 auf 10^14) und Anzahl der Load/Unload-Zyklen (300.000). Der Stromverbrauch liegt mit 6,4 Watt (R/W) im Mittelfeld. Das Betriebsgeräusch gibt Toshiba mit 27 dB (Idle) und 28 dB (Seek) an.


Kommen wir nun zum nächsten Hersteller: Western Digital. Hier wurden uns insgesamt vier HDDs aus den unterschiedlichen Serien zur Verfügung gestellt, die wir uns nun näher anschauen werden. Den Anfang macht dabei die WD30EURS als der "AV-GP"-Serie. Modelle aus dieser Reihe werden bevorzugt für den Audio/Video-Sektor eingesetzt, beispielsweise in Aufzeichnungs-/Überwachungs-Systemen oder auch herkömmlichen Videorekordern. Der Cache ist in fast allen neueren Modellen (ab 1TB) 64 MB groß. Hinsichtlich der Spindelgeschwindigkeit legt sich WD gemäß InteliliPower nicht fest, sie liegt also irgendwo im Bereich zwischen 5200 und 5800 rpm fest.

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Während andere Hersteller für ihre Modelle eine Zwei-Jahres-Garantie offerieren, bietet Western Digital Käufern der "AV-GP"-Serie immerhin volle drei Jahre. Die Eckdaten zur allgemeinen Verlässlichkeit des Laufwerks liegen mit 300.000 Load/Unload-Zyklen und einer Fehlerrate von 1 auf 10^14 Bit im normalen Desktop-Bereich. WDs Angaben zufolge gewährleistet die WD30EURS mit 24 dB (Idle) und 25 dB (Quiet Seek) nur ein moderates Betriebsgeräusch.


Als zweiten WD-Vertreter haben wir die WD30EZRX aus der "Green"-Serie vorliegen. Hier setzt WD nicht auf Performance, sondern auf verhältnismässig günstigen Speicherplatz und einen Strom sparenden Betrieb. Ansonsten ist die WD30EZRX eine gewöhnliche Desktop-HDD (SATA 6Gbit/s, 64 MB Cache, NCQ, Advanced Format). Im Datenblatt hebt WD außerdem hervor, dass bei der Produktion der Platten weder Materialien aus Konfliktgebieten noch Halogen (zusätzlich zu RoHS) verwendet wird. Die Spindelgeschwindigkeit ist erneut nicht übergreifend definiert, sondern je nach Laufwerk zwischen 5200 und 5800 rpm festgelegt.

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Entgegen der AV-GP liegt der Garantiezeitraum für die Green-Boliden durchweg bei zwei Jahren. Die spezifizierten Werte für Park/Anlauf-Vorgänge liegen wie üblich bei 300.000, ebenso wie die Fehlerrate vom 1 auf 10^14 Bit. Wie erwartet kann die WD30EZRX bei den Benchmarks eher weniger Lorbeeren holen, dafür liegt sie mit 6 Watt (R/W) beim Stromverbrauch hervorragend. Die Angaben zur Geräuschkulisse 24/25 dB (Idle/Seek) passen auch gut in das Gesamtbild.


Den kleineren Bruder, die WD20EFRX von Western Digital hatten wir bereits im Test (Hardwareluxx-Artikel). Hier präsentieren wir nun die 3-TB-Version aus WDs Red-Serie, die WD30EFRX. Hinsichtlich des Features-Sets verfügt sie über identische Ausstattung wie die WD30EFRX (NASware, 3D Active Balance Plus), ebenso wie die technischen Eckdaten (SATA 6 Gbit/s, NCQ, 64 MB Cache) gleich sind. Die 3 Terabyte bringt die WD30EFRX auf drei Magnetschreiben zum Käufer.

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Gegenüber den Desktop-Werten sind die Load/Unload-Zyklen auf 600.000 verdoppelt worden, die Fehlerrate verbleibt mit 1 auf 10^14 Bit aber auf Desktop-Niveau. Der Garantiezeitraum ist mit 3 Jahren dafür etwas länger. Besonders gut liegt die WD30EFRX beim Stromverbrauch: 4,4 Watt für Lese/Schreib-Vorgänge sowie 4,1 Watt im Active-Idle sind hervorragend. Verglichen mit den restlichen Probanden kann die Red-Serie auch beim Betriebsgeräusch punkten: Lediglich 23 bzw. 24 dB (für Idle und Seek) Schalldruck werden vom Laufwerk erzeugt.


Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden. Einmalige Ausreißer im positiven wie negativen Fall wirken sich so nicht zu sehr auf das Gesamtergebnis aus.


Bei der gemessenen Random Access Time unter HDTach liegen die Enterprise-Laufwerke von Toshiba und Seagate mit Werten zwischen 11 und 13 ms klar an der Spitze. Die Desktop-Fraktion pendelt sich zwischen 13 und 19 ms ein. Zwischen WDs Green- und Red-Serie liegen dabei etwas mehr als 5 ms Differenz.

Benchmark HDTach

Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz aller Boliden festgehalten:

Benchmark HDTune

Benchmark HDTune

Benchmark HDTune

Die höchsten Leseraten über alle drei Disziplinen hinweg liefert Seagates Barracuda, dicht gefolgt von der hausinternen Constellation-Konkurrenz und Toshibas DT01ACA300. In den drei Teildisziplinen können sich die genannten Boliden um Längen von der Konkurrenz absetzen: Die höchste Differenz zwischen Erst- und Letztplatzierung beträgt 77,1 MB/s. WD30EZRX und WD30EURS von Western Digital liegen fast gleich auf, während das Red-Modell deutlich flotter unterwegs ist.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

Benchmark HDTune

Benchmark HDTune

Benchmark HDTune

Die Ergebnisse des Write-Tests passen gut zu den vorherigen Read-Resultaten: Constellation, Barracuda und DA01ACA300 machen erneut das Rennen, während die Laufwerke mit niedrigeren Umdrehungsgeschwindigkeiten etwas ins Hintertreffen geraten. Unter allen WD-Boliden ist die WD30EFRX am schnellsten unterwegs und liegt fast gleich auf mit Toshibas Enterprise-Modell.

Die Random-Read-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können. Natürlich können die Ergebnisse keinesfalls mit SSDs konkurrieren, die gut und gerne mehr als 30.000 IOPS leisten.

Benchmark HDTune

Benchmark HDTune

Bei den IOPS präsentiert sich das Enterprise-Laufwerk von Toshiba als Platzhirsch: Sowohl beim Lese- als auch Schreib-Test kann sich die MG01ACA300 vom restlichen Testfeld absetzen. Lediglich die Barracuda von Seagate kann beim Schreiben annährend mithalten.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces.

Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

Benchmark PCMark Vantage

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

Benchmark PCMark 7

Benchmark PCMark 7

Benchmark PCMark 7

Benchmark PCMark 7

Benchmark PCMark 7

Benchmark PCMark 7

Benchmark PCMark 7

Benchmark PCMark 7

Die PCMark7-Ergebnisse zeigen deutlich die Leistungsunterschiede zwischen den verschiedenen Spindelgeschwindigkeiten. Alle Probanden mit 7200 rpm liegen recht nah beisammen, während die 5x00-HDDs von Western Digital den Anschluss verlieren.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit der Festplatten als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

Benchmark Windows 7 Startzeit

Seagates Barracuda macht beim Bootup knapp das Rennen der Constellation und den beiden Toshiba-Probanden.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde jedes Laufwerk nach Abschluss der jeweiligen Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass die Laufwerke einer konstant hohen Belastung ausgesetzt sind und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen müssen. Die Temperaturen der Festplatten wurde durch Auslesen des entsprechenden SMART-Wertes unmittelbar nach Abschluss des Erase-Vorgangs protokolliert und mit der Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Messung bereinigt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen.

Benchmark Temperatur

Gerade beim längeren Betrieb in hitzigen Umgebungen gehört es zu den Stärken einer Festplatte, wenn sie trotz Belastung einen kühlen Kopf bewahren kann. Western Digitals Red-Serie schlägt sich hier hervorragend, da die Differenz zwischen Plattentemperatur und Umgebung lediglich 15 ° beträgt. Am wärmsten wird Toshibas Enterprise-Bolide, mit 48 °C Betriebstemperatur bei 21 °C Umgebungstemperatur. Positiv zu erwähnen ist hier auch die verhältnismäßig moderate Erwärmung der Constellation, für eine Enterprise-HDD hätten wir hier höhere Temperaturen erwartet.

Zu guter Letzt haben wir auch einen Blick auf den Energieverbrauch der Festplatten geworfen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal unter Last:

Benchmark Stromverbrauch

Benchmark Stromverbrauch

Die Leistung der Festplatten hängt nicht unerheblich mit ihrem Energieverbrauch zusammen. Waren die Enterprise-Modelle in den Benchmarks vorne mit dabei, kann bereits vermutet werden, dass deren Stromverbrauch nicht gerade niedrig sein wird. Dies bestätigt sich in den beiden Grafiken, denn sowohl Idle- als auch Last-Verbrauch liegt um einige Watt oberhalb der Desktop-HDDs. Diese geben sich mit viel weniger Strom zufrieden.

Die Entwicklung der Betriebslautstärke haben wir ebenfalls verglichen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal während der Seek-Phase im Zugriff:

Benchmark Lautstärke

Benchmark Lautstärke

Unser subjektiver Eindruck während des Ablaufs der einzelnen Benchmark-Programme hat insgesamt die Lautheit von Toshibas MG03ACA300 bestätigt. Gerade bei Random-Access-Tests ist das schnell wechselnde Positionierungs-Geräuscht der Schreib-/Lese-Köpfe deutlich wahrnehmbar und die vom Laufwerk erzeugen Vibrationen sind ebenfalls stärker fühlbar als bei den anderen Laufwerken. Die restlichen Probanden verhielten sich ansonsten sehr unauffällig und waren im unmittelbaren Hörvergleich nicht voneinander zu differenzieren.


Will man sich sich eine neue Festplatte zulegen, stehen Preis und Leistung zwar häufig im Vordergrund, mit steigender Kapazität gewinnt aber auch die Laufwerks-Zuverlässigkeit sowie Reputation des Herstellers deutlich an Bedeutung. Diese Veränderung der Auswahlkriterien ist vor allem der Menge an Daten geschuldet, die moderne Platten aufnehmen können. Während einzelne defekte Sektoren noch zu verschmerzen sind, befördert ein mechanischer/elektrischer Defekt leicht sämtliche Daten ins digitale Nirvana. Back-up- und Sicherungs-Konzepte sollten daher nicht vergessen werden!

Die Enterprise-Modelle sind wie erwartet eine gehörige Nummer teurer, was jedoch in erster Linie mit den herstellerseitig gewährten Garantien und Zusagen hinsichtlich der Laufwerks-Zuverlässigkeit zusammenhängt. Die Bitfehlerrate kann hier bis zu zwei Zehnerpotenzen besser liegen, bei gleichzeitig verdoppelter Anzahl Load/Unload-Zyklen. Die Anschaffung solcher Platten lohnt sich aber höchstens für absolute Enthusiasten, die Wert auf exakt diese Zuverlässigkeits-Merkmale legen, aber keinesfalls für den normalen Endkunden. Selbst für mittelgroße NAS-Boxen ist der Einsatz von Desktop-HDDs mit sinnvoll gewähltem RAID-Level, ggf. Hot-Spare-HDD und automatisiertem Back-up-Verfahren günstiger als der Einkauf von Enterprise-Platten. Das Thema TLER und verfrühter/unnötiger RAID-Dropout als Kaufargument kann ebenfalls kritisch betrachtet werden: Während dem Redakteur im Umfeld von Onboard-Controllern mehrfache Dropouts (bei RAID-1) bekannt sind, ist dies im NAS-Umfeld auch bei Langzeit-Tests noch nicht gehäuft aufgefallen.

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Unter allen Probanden hat sich Seagates Barracuda erneut sehr positiv hervorgehoben: Neben dem ersten Platz bei sequentieller Lese-/Schreibrate und guten IOPS schaffte die ST3000DM001 auch in den einzelnen Kategorien des PCMark durchweg Podiumsplätze. Mit einem Preis von ca. 120 Euro pro Laufwerk ist sie zwar etwas teurer als bspw. Toshibas DT01ACA300, bringt dafür aber insgesamt mehr Performance zum PC des Käufers. Diese freigesetzte Leistung kommt natürlich nicht aus dem Nichts, sodass Stromverbrauch (Last) und Wärmeentwicklung des Raubfisches im Vergleich zum restlichen Teilnehmerfeld etwas höher liegen. Wer die Barracuda einsetzen möchte, sollte also auf eine gewisse Mindestbelüftung achten.

Im Bereich Preis-/Leistung möchten wir Toshibas DT01ACA300 empfehlen. Für lediglich 110 Euro wird eine grundsolide und schnelle HDD ins Rennen geschickt, die sich in allen Einsatzszenarien der alltäglichen Nutzung gut präsentieren kann. Im Leistungsvergleich kann sie fast überall mit Seagates Barracuda mithalten und sie sogar bei den PCMark-Tests häufig  überholen. Die Wärmeentwicklung und der Stromverbrauch liegen in durchschnittlichen Bereichen, lediglich bei der Geräuschemission lässt die DT01ACA300 ein paar Federn. Angesichts des Preises aber eine gute Wahl und damit unsere Empfehlung.