Kurztest: Kingston DataTraveler Workspace

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kingston dt teaser kleinWindows 8 auf einem USB-Stick? Kein Problem. Der "Datatraveler Workspace"-Stick von Kingston in Verbindung mit dem neuen "Windows To Go"-Feature machen es möglich. Das Workspace-Modell ist eine Kreuzung aus klassischem USB-Stick und schneller Sandforce-SSD. 250 MB/s sollen sowohl lesend als auch schreibend möglich sein.

kingston 1Kingston Data Traveler Workspace

Kingston, vielen vielleicht eher noch als RAM oder SSD-Hersteller bekannt, baut schon seit längerer Zeit auch USB-Sticks. Neben "normalen" und speziellen Modellen mit integrierter Verschlüsselung hat Kingston jetzt die "Workspace"-Serie herausgebracht, die einen herkömmlichen USB-Stick mit einer Sandforce-SSD kreuzt. Im Test haben wir die 32-GB-Variante, die laut Hersteller bis zu 250 MB/s lesen und schreiben können soll. Äußerlich lässt sich der schlicht graue Stick nichts anmerken. Er gehört zwar nicht zu den kleinsten USB-Sticks, irgendwo muss die viele Technik ja hin, dennoch lässt er sich problemlos in der Hosentasche transportieren.

Und wozu braucht man einen derart schnellen USB-Stick? Der Name "Workspace" verrät es fast schon. Auf dem Stick lässt sich ein portabler Workspace mit Windows 8 erstellen. Das mit Windows 8 eingeführte "Windows To Go"-Feature ermgölicht es, ein angepasstes Windows auf jedem Gerät zum laufen zu bringen, was für Windows 7 bzw. Windows 8 zertifiziert ist.

Wie schnell der Stick wirklich ist und wie portabel und praktisch ein Windows 8 sein kann, klären wir auf den nächsten Seiten.


"Windows To Go" ist ein neues Feature von Microsofts Windows 8. Es ermöglicht die Installation direkt auf einen USB-Stick, von dem man dann Windows direkt booten kann. Gedacht ist diese Funktion vor allem für Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ermöglichen wollen, an nahezu jedem Rechner arbeiten zu können. Laut Microsoft funktioniert jede Hardware, die für Windows 7 oder 8 zertifiziert ist. Auch das Verschlüsseln mit Bitlocker ist möglich, um wichtige Daten vor Dritten schützen zu können. Leider funktioniert dieses Feature nur mit einer Enterprise-Version von Windows 8 - vermutlich aus lizenztechnischen Gründen.

Die "Workspace"-Reihe ist für dieses Feature von Microsoft offiziell zertifiziert und kann direkt mit der "Windows To Go"-Funkion genutzt werden. Einmal eingerichtet hat man ein Windows auf einem USB-Stick, das nahezu überall funktioniert. Bei einem neuen Rechner dauert der Systemstart etwas länger - die Einrichtung übernimmt Windows dabei komplett selbst, Einstellungen oder Treiber müssen (zumindest für grundlegende Funktionen) nicht angepasst werden.

window8Windows 8 To Go

Unser Testmodell mit 32 GB ist nach der Windows To Go-Installation knapp zur Hälfte gefüllt. Genauer belegt Windows 13,7 von 29,4 verfügbaren GB. Somit ist noch ausreichend Platz für Dokumente und andere Daten. Zieht man den Stick im Betrieb ab, bleibt das System praktischerweise stabil - Windows gibt einem dann 30 Sekunden, um den Stick wieder einzustecken und ohne Datenverlust weiterzuarbeiten. So sind die eigenen Dokumente nicht verloren, falls man den Stick unabsichtlich vom System trennt. Laufen die 30 Sekunden ab, fährt Windows das laufende System herunter - ein Datenverlust lässt sich dann natürlich nicht ausschließen.

Das laufende System fühlt sich angenehm schnell an. Die Bootzeit inklusive BIOS liegt bei ca. 36 Sekunden. Browser, Officeprogramme und Explorer reagieren verzögerungsfrei - flüssiges Arbeiten ist ohne Weiteres möglich. Treiberseitig funktionierte auf mehreren Testsystemen alles ohne Probleme. W-LAN-, Sound- und Grafikchips wurden direkt erkannt und funktionierten ohne Probleme.


Um die Leistung des Sticks testen zu können, nutzen wir die Software "Crystal Disk Bench". Wir testen dabei drei Durchläufe mit je 100 MB pro Test.

Crystal Disk BenchCrystal Disk Bench (write Zero)

Im ersten Test schreiben wir nur Nullen auf den Stick - eine Datenmenge, die sich sehr gut komprimieren lässt. Entsprechend gut sehen die Ergebnisse aus: 250 MB/s schreiben und mehr als 200 MB/s lesen - hier kann der Sandforce-Controller in die Vollen gehen und zeigen, was er kann. Einziges Problem: In der Realität bestehen die geschriebenen Daten fast nie ausschließlich aus Nullen bzw. Einsen, daher testen wir im zweiten Lauf mit zufällig generierten Daten.

Crystal Disk BenchCrystal Disk Bench (write random)

Hier sieht die Welt dann schon ein wenig anders aus. Die Leserate bleibt immer noch weit über 200 MB/s, beim Schreiben flacht die Leistung aber deutlich ab. Knapp 50 MB/s bleiben noch übrig. Die Werte für 4k-Blöcke hingegen bleiben aber stabil.

Getestet wurde mit einem eigenständigen Windows 8, der Stick war also nicht im Hintergrund damit beschäftigt, das Livesystem mit Daten zu versorgen. Das Hauptaugenmerk des "DataTraveler Workspace" liegt nicht auf Benchmarkrekorden, sondern darin, ein Windows Livesystem mit Daten zu versorgen und dabei möglichst schnell zu agieren. Rein rechnerisch mag der Stick nicht der absolut schnellste sein, subjektiv reicht die Leistung während des Arbeitens aber vollends aus.


Der DataTraveler Workspace von Kingston gehört ohne Frage in die Oberliga der USB-Sticks. Die angepriesenen 250 MB/s konnten wir in unserem Test zwar nicht erreichen, aber zumindest beim Lesen sind 200 MB/s drin. Die Schreibgeschwindigkeit ist wie bei allen Sandforce-Geräte von den Daten selbst abhängig. Bei völlig zufälligen Daten kommen wir über 50 MB/s nicht hinaus, lassen sich die Daten allerdings gut komprimieren, kann der Controller auch schon mal die vierfache Leistung entfalten.

Das Hauptfeature, also einen portablen Windows Workspace anzubieten, erfällt der Stick ohne jegliche Probleme. Die, nennen wir sie mal "gefühlte Geschwindigkeit", ist sehr hoch und das ist im Endeffekt das Wichtigste. Dass das "Windows To Go"-Feature den Enterprise-Kunden vorbehalten bleibt, ist schade, allerdings kann Kingston daran natürlich nichts ändern. Für Nutzer dieses Features ist der Stick ideal, für alle anderen ist und bleibt der "DataTraveler Workspace" ein sehr sehr schneller USB-Stick. Der Preis von etwa 90 Euro ist hierbei durchaus gerechtfertigt, immerhin hat man es geschafft, eine 32 GB-SSD in einem so kleinen Gehäuse unterzubringen.

kingston 2 50Kingston DT Workspace

Positive Aspekte des DataTraveler Workspace

Negative Aspekte des DataTraveler Workspace