Test: Thunderbolt-Massenspeicher von LaCie, Promise und WD

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ThunderboltImmer größere Datenmengen verlangen nach immer größeren, aber auch schnelleren Datenspeichern. Seit nunmehr zwei Jahren gehört Apple zur treibenden Kraft hinter Thunderbolt. Die von Intel entwickelte Technik soll sich durch ihre Flexibilität und auch den hohen Datendurchsatz auszeichnen. Auf der CES präsentierte LaCie nun das 5big in einer NAS- und in einer Thunderbolt-Version. Das Promise Pegasus J4 reiht sich zwischen die Versionen J2 und R6, beide hatten wir bereits im Test. Dritter Testkandidat ist das Western Digital VelociRaptor Duo mit Thunderbolt-Anschluss. Hier arbeiten zwei VelociRaptoren (Hardwareluxx-Artikel) ebenfalls wahlweise in einem RAID 1 oder RAID 0.

Auf die Vor- und Nachteile von Thunderbolt sind wir bereits bei zahlreichen Gelegenheiten genauer eingegangen. Technisch beschrieben haben wir die Eigenschaften in diesem Artikel. Meist bleiben vor allem ein hoher Preis und die enorme Leistungsfähigkeit von Thunderbolt-Hardware in den Köpfen hängen, und damit liegt man auch gar nicht so falsch. Das Promise Pegasus R6 (Hardwareluxx-Artikel) bot eben genau dies. Datenraten von 750 MB/Sek. und mehr, aber auch einen Preis von 1500 Euro. Nicht anders erging es auch der Elgato Thunderbolt SSD (Hardwareluxx-Artikel). Bis zu 270 MB pro Sekunde ließen sich aus dem mobilen Speicher quetschen, der Preis von 450 Euro war aber auch hier der Gegenpol. Das LaCie 2big (Hardwareluxx-Artikel) richtet sich an alle Nutzer, denen zwei Festplatten im RAID 1 oder RAID 0 ausreichen. Zuletzt schauten wir uns das Promise Pegasus J2 (Hardwareluxx-Artikel) an. Hier arbeiten zwei SSDs in einem RAID und erreichen somit Datenraten von 840 MB pro Sekunde. Der Preis von 435 Euro für das Modell mit 256 GB dürfte aber auch hier viele Nutzer abschrecken.

Thunderbolt Daisy Chain
Thunderbolt Daisy Chain im Systembericht

Dass der Thunderbolt-Markt nicht stillsteht, das wollen wir mit diesem Round-up zeigen, in dem wir drei aktuelle Kandidaten gegeneinander antreten lassen. Da stellt sich natürlich die Frage ob das LaCie 5big, das Promise Pegasus J4 und das VelociRaptor Duo aus dem bislang gewonnenen Eindruck ausbrechen können oder das bisher gewonnene Bild auch im Jahr 2013 bestätigen. 

Auf den folgenden Seiten schauen wir uns die drei Speichersysteme in einer äußeren Betrachtung etwas genauer an.


Das LaCie 5big mit Thunderbolt ist bestückt mit Festplatten in Kapazitäten von 10 und 20 TB erhältlich. Der Preis liegt bei 1099 bzw. 1999 Euro. Zum Lieferumfang gehören das LaCie 5big selbst sowie ein Thunderbolt-Kabel, das externe Netzteil und eine CD mit Handbuch.

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Fünf Festplatten in einem Gehäuse unterzubringen, bedarf etwas an Platz. Das LaCie 5big misst 173 x 220 x 196 mm und wiegt 7,6 kg. Hinzu kommt noch ein externes Netzteil. Gummifüße sollen die Vibrationen der Festplatten mit 7200 rpm etwas abfangen.

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Im laufenden Betrieb leuchtet LaCie-typtisch die große blaue Anzeige auf. Hier auch zu sehen ist die gute Verarbeitung des Aluminium-Gehäuses. Alle Kanten sind akkurat und die Flächen perfekt verarbeitet. Qualitativ gibt es an dieser Stelle nichts auszusetzen.

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Auf der Rückseite sind die fünf hotswap-fähigen Zugänge zu den Festplatten zu sehen. Darüber hat LaCie jeweils eine LED angebracht, die im laufenden Betrieb aufleuchtet und bei Fehlern aufblinkt. Um die Festplatte aus dem Schacht zu ziehen, muss die Entriegelung geöffnet und am Hebel herausgezogen werden.

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Auf der Rückseite sind sämtliche Anschlüsse untergebracht. Dies wären zum einen die 12V-Stromversorgung und zweimal Thunderbolt. Über die beiden Anschlüsse kann eine Daisy-Chain von bis zu sechs weiteren Thunderbolt-Geräten erstellt werden. Dazu gehören neben weiteren Speicher-Geräten natürlich auch entsprechende Displays.

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LaCie verbaut in der 20-TB-Version des 5big fünf Seagate Baracuda XT mit jeweils 4 TB (ST4000DM000) und einem 64 MB großen Cache. Diese können in einem RAID 0, RAID 1 oder JBOD (Just a Bunch of Discs) zusammengefasst werden.

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Über das Festplattendienstprogramm kann das Software-RAID erstellt werden - LaCie bietet im 5big kein hardwareseitiges RAID. Je nach Konfiguration sollen Datenraten von 785 MB/s (Lesen) und 695 MB/s (Schreiben) möglich sein, womit die theoretisch maximalen 10 GB/s des Thunderbolt-Protokolls schon recht gut ausgenutzt würden.

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Den Zustand des RAIDs und der einzelnen Festplatten kann der Nutzer über die mitgelieferte Software erfahren.


Zumindest was die Wahl der Festplatten und des Gehäuses angeht, hat Promise beim J4 eine recht ungewöhnliche Wahl getroffen. 4x 2,5 Zoll mit jeweils 500 GB sind im J4 zu finden. Somit kommt das RAID-System auf eine Kapazität von 2 TB. Mit einem Preis von 750 Euro gehört auch dieser Thunderbolt-Speicher nicht gerade zu den günstigsten Lösungen.

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Promise bewirbt das Pegasus J4 als idealen Begleiter zum Mac mini, was sich an anhand der Abmessungen von etwa 20 cm für Breite und Tiefe sowie der Höhe von 3 cm festmachen lässt. Beim Gehäuse setzt Promise, wie auch LaCie, auf Aluminium. Bereits im Design des Top-Covers deutet Promise den Einsatz von vier HDDs an. Das Gewicht liegt bestückt bei 2,4 kg.

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Auf der Vorderseite des Promise J4 werden alle wichtigen Informationen an den Nutzer gegeben. Die linke LED zeigt den Betriebszustand an. Daneben wird angezeigt, welcher der beiden Thunderbolt-Anschlüsse verwendet wird. Auf welche Festplatte gerade zugegriffen wird, zeigen die weiteren vier LEDs an.

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Auf der Rückseite zu finden ist ein Ein/Ausschalter, der Anschluss für das Netzteil sowie die beiden Thunderbolt-Ports. Auch hier besteht die Möglichkeit für den Aufbau einer Daisy-Chain, in der mehrere Thunderbolt-Geräte hintereinandergeschaltet werden. Zwischen den Anschlüssen ist die Öffnung für die Lüftung zu sehen. Sehr gut hat uns an dieser Stelle gefallen, dass das Pegasus J4 über ein internes Netzteil verfügt. Somit entfällt die Platzierung eines lästigen externen Blocks.

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Anders als beim LaCie 5big bietet das Promise Pegasus J4 keinen direkten Zugang zu den Festplatten. Dafür kann der Lüfter leicht herausgenommen werden, vermutlich, um diesen reinigen zu können. Darunter ist ein PCB zu sehen, auf dem die elektrischen Komponenten untergebracht sind. Auf einen RAID-Chip verzichtet auch Promise und bindet die vier Platten über die Thunderbolt-Schnittstelle auf PCI-Express-Ebene an.

Die vier HDDs im Promise Pegasus J4 können zu einem RAID 0, RAID 1 oder JBOD zusammengefasst werden. Mit HDDs bestückt sollen Datenraten von 480 MB/s möglich sein. Der Einsatz von SSDs beschleunigt dies auf 750 MB/s.

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Über die Software können die wichtigsten Funktionen überwacht werden. Dabei werden über Sensoren zahlreiche Daten ausgelesen und auch der SMART-Zustand der Festplatten wird angezeigt. Unter anderen kann auch die Steuerung des Lüfters manuell vorgenommen werden.


Die Western Digital VelociRaptor Duo mit Thunderbolt nur mit 2 TB zu haben. Der Preis liegt bei 850 Euro und damit auf Niveau des Promise Pegasus J4. Durch den Einsatz dieser Festplattenserie im 2,5-Zoll-Format verspricht sich WD auch in Zeiten von SSDs noch eine möglichst hohe Datenübertragungsrate, bei gleichzeitig hoher Datendichte bzw. Gesamtkapazität. Im Lieferumfang befinden sich ein Thunderbolt-Kabel, der Netzteilstecker sowie eine Schnellinstallationsanleitung.

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Das Design der externen Speichersysteme von WD ist nicht neu. Die Maße betragen 165 x 99 x 157 mm. Anders als LaCie und Promise verzichtet WD aber auf ein Gehäuse aus Aluminium und verwendet stattdessen Kunststoff. Dagegen ist zunächst einmal wenig auszusetzen, allerdings verliert das Gehäuse damit etwas an Wertigkeit gegenüber den anderen beiden Modellen.

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Auf der Rückseite sind der Anschluss für das Netzteil sowie die beiden Thunderbolt-Ports zu finden. Natürlich besteht auch hier wieder die Möglichkeit weitere Thunderbolt-Geräte in einer Daisy-Chain anzuhängen.

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Über ein Klappe auf der Oberseite sind die beiden Festplatten zugänglich. WD verbaut zwei seiner eigenen VelociRaptor-Festplatten mit 10.000 Umdrehungen pro Minute mit jeweils 1 TB und 64 MB Cache. 

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Auch wenn WD den Einsatz der eigenen VelociRaptor-HDDs empfiehlt, können natürlich auch andere 2,5-Zoll- und 3,5-Zoll-Festplatten verbaut werden. Es dürfte zwei für den mobilen Bereich ausgelegten Festplatten aber schwerfallen, die Leistung des Thunderbolt-Anschlusses auch nutzen zu können. Damit hat selbst ein RAID 0 im Pegasus J4 mit vier Festplatten schon gehörige Schwierigkeiten.

Die beiden HDDs im Western Digital VelociRaptor Duo können als RAID 1, RAID 0 oder JBOD zusammengefasst werden. Auch hier geschieht dies wieder im Betriebssystem per Software-RAID.

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Western Digital bietet in der Software die Verwaltung des RAIDs, eine Diagnose sowie die sichere Löschung. All diese Funktionen sind natürlich auch über das Festplattendienstprogramm unter OS X zugänglich, Western Digital will diese über die eigene Software dem Nutzer besser zugänglich machen.

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Vor allem die Erstellung eines Software-RAID im Festplattendienstprogramm könnte den wenig versierten Nutzer überfordern. WD unterstützt ihn entsprechend in der Software.


Einer der ersten Benchmarks ist der Aja System Test.

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Mit 730 MB/s und 224 MB/s liest das LaCie 5big im RAID 0 und RAID 1 am schnellsten die Daten, hat wegen der fünf Festplatten aber sicherlich auch die besten Voraussetzungen. Promise kann mit dem Pegasus J4 vermutlich wegen des Einsatzes von 2,5-Zoll-Festplatten nicht mithalten und liegt nur leicht vor dem WD VelociRaptor Duo, das nur zwei Festplatten einsetzt.

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Das Lesen und Schreiben scheint beim LaCie 5big keinen großen Unterschied zu machen, denn zumindest im RAID 0 messen wir auch hier 730 MB/s. Im RAID 1 sind wir mit 155 MB/s deutlich langsamer. Die Reihenfolge der weiteren beiden Speicher bleibt zum Lesen identisch. Das Promise Pegasus J4 ist nur leicht schneller als das WD VelociRaptor Duo.


LaCie 5big im RAID 0:

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LaCie 5big im RAID 1:

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Promise Pegasus J4 im RAID 0:

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Promise Pegasus J4 im RAID 1:

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Western Digital VelociRaptor Duo im RAID 0:

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Western Digital VelociRaptor Duo im RAID 1:

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LaCie, Promise und WD wählen drei grundverschiedene Ansätze für ihre Umsetzungen eines Massenspeichers mit Thunderbolt-Anschluss. Alle drei sind für den stationären Einsatz vorgesehen und während LaCie mit dem 5big und 20 TB Speicherkapazität ganz klar den professionellen Anwender ins Auge gefasst hat, dürfen das Promise Pegasus J4 und das WD VelociRaptor Duo eher als Consumer-Lösung angesehen werden.

Fazit zum LaCie 5big:

5x 4 TB ergeben 20 TB an Speicherkapazität, wenn alle fünf Festplatten im JBOD betrieben werden. In einen RAID 0 und 1 zusammengefasst können nur natürlich nur vier Festplatten, die fünfte liegt als Spare brach und dient einer zusätzlichen Sicherung (falls gewünscht). Damit ist auch schon gleich die wichtigsten Einschränkungen des 5big beschrieben, denn LaCie verzichtet auf einen eigenen RAID-Controller (anders als das Promise Pegasus R6). Somit verbleiben nur die Boardmittel von OS X und diese beschränken sich eben auf RAID 1, 0 und JBOD. Mit der Möglichkeit fünf Festplatten einzusetzen wäre ein RAID 5 der ideale Mittelweg zwischen Geschwindigkeit und Redundanz - doch darauf müssen wir beim 5big verzichten und begnügen uns auch bei den Messungen auf das RAID 0 und RAID 1.

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Besonders im RAID 0 kann das 5big dann die Vorteile ausspielen und liefert 740 MB pro Sekunde für das Lesen und Schreiben von Daten. Damit ist in der alltäglichen Arbeit mit Daten kein Unterschied mehr auszumachen, ob die Festplatten direkt, beispielsweise via SATA oder eben per Thunderbolt am Rechner angeschlossen sind. Im RAID 1 bricht die Performance natürlich deutlich ein. Wer einen gewissen Stellenwert auf die Datensicherheit legt, wird daran aber wohl nicht vorbeikommen.

Groß und teuer ist das LaCie 5big. Die 10-TB-Variante kostet 1099 Euro, für die doppelte Speicherkapazität werden 1999 Euro fällig. Die gebotene Performance ist dafür in Ordnung, allerdings wünscht man sich in einer solchen Konfiguration doch ein echtes Hardware-RAID mit dediziertem Controller. Das Promise Pegasus R6 (Hardwareluxx-Artikel) bietet diese Möglichkeiten ab 1430 Euro. Fünf Festplatten mit jeweils 7.200 Umdrehungen pro Minute können nicht leise sein. Zumindest sorgt das 5big als solches nicht nur für eine weitere Lärmquelle. Gut gefallen hat uns die Verarbeitung des Gehäuses und das Design. Auch ohne Software wird dem Nutzer verdeutlicht, dass bei einer Festplatte ein Fehler aufgetreten ist und der Austausch über die Wechselrahmen kann schnell und problemlos erfolgen. Die Möglichkeit eine Daisy-Chain aufzusetzen wird sicherlich gerne von einigen Nutzern entgegen genommen.

Fazit zum Promise Pegasus J4:

Nicht ganz schlüssig ist uns das Konzept des Promise Pegasus J4. Man hat sich vielleicht zu sehr auf den Formfaktor konzentriert und dabei den Blick auf das Wesentliche verloren. Vier 2,5-Zoll-Festplatten mit jeweils 500 GB sorgen für eine ausreichende Speicherkapazität und Performance im RAID 0, spielt die Datensicherheit aber auch eine wichtige Rolle, sind die gebotenen 1 TB einfach zu wenig. Was das Pegasus J4 mit vier Festplatten realisiert, erreicht Western Digital auch mit zwei schnellen Modellen.

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Sicherlich, fast 400 MB pro Sekunde für das Lesen und Schreiben von Daten klingen nach viel, bezieht man allerdings noch den Preis in Höhe von 650 Euro mit ein, zwingen sich andere Alternativen geradezu auf. Auch wenn man das Design des Gehäuses nicht zwingend nachvollziehen kann, so bietet Promise zumindest ein gut verarbeitetes Aluminium und eine durchdachte Positionierung von Anschlüssen und LEDs an. Auch hier kann der Nutzer wieder ohne Software alle wichtigen Systeminformationen einsehen. Der zweite Thunderbolt-Anschluss ermöglicht den Aufbau einer Daisy-Chain, auch darauf möchte man in diesem Preissegment ungerne verzichten. Der verbaute Lüfter blieb in unseren Tests stets ruhig, was sicherlich auch auf die geringe Abwärme der vier Festplatten zurückzuführen ist. Mit schnelleren Modelle oder SSDs sieht dies sicherlich schon ganz anders aus.

Auf der CeBIT 2013 kündigte Promise an, das Pegasus J4 zukünftig auch mit SSDs anbieten zu wollen. Dann wird man sicherlich den Preis von 750 Euro für 4x 500 GB nicht mehr halten können, aber immerhin könnte dann die Performance in den Mittelpunkt rücken. Wie dies umzusetzen ist, weiß Promise, schließlich hat man mit einer RAID-Konfiguration in einem externen Thunderbolt-Datenspeicher mit dem Pegasus J2 (Hardwareluxx-Artikel) bereits Erfahrungen gemacht und konnte bei der Performance auch überzeugen. Wenn zwei SSDs bereits 840 MB pro Sekunde erreichen, dann dürfte es gleich vieren möglich sein die Thunderbolt-Schnittstelle vollends auszulasten.

Fazit zum Western Digital VelociRaptor Duo:

Die Western Digital VelociRaptor Duo lief anfangs etwas unter dem Radar, schließlich arbeiteten im Gehäuse nicht fünf oder vier Festplatten, sondern derer nur zwei. Aber mehr muss ja nicht unbedingt auch besser sein und eben hier weiß Western Digital seine hauseigene Erfahrung einzusetzen. Alleine auf die nackten Daten beschränkt, unterscheiden sich das Pegasus J4 und VelociRaptor Duo nicht. Sowohl preislich (etwa 640 Euro) wie auch in der Speicherkapazität (insgesamt 2 TB) liegen beide gleichauf. Doch Western Digital wählt den einfacheren Ansatz, denn hier kommt man mit zwei Festplatten in einem einfachen und kleinen Gehäuse aus. Dieses kann zwar in Sachen Materialwahl und Verarbeitung nicht ganz mithalten, letztendlich aber kommt es sicherlich auf die Leistung an und ein externes Gehäuse verschwindet auch gerne mal hinter dem Monitor.

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Schaut man sich nun die Performance an, liegt das Western Digital VelociRaptor Duo zwar stets hinter dem Promise Pegasus J4, der Abstand ist aber meist sehr gering und in der Praxis sicherlich schon fast zu vernachlässigen. 375 bzw. 363 MB pro Sekunde reichen aber bei weitem aus, um auch einen FullHD-Videoschnitt direkt auf einem externen Speicher durchzuführen - mit USB und FireWire fast undenkbar.

Western Digital hat das VelociRaptor Duo auf das Wesentliche reduziert. Zweimal Thunderbolt erlaubt auch den Aufbau einer Daisy-Chain und ansonsten bleibt nur noch der Anschluss für das Netzteil über. Mehr braucht es auch (eigentlich) nicht. Die beiden Festplatten sind über zwei Trays zugänglich und lassen sich auch gegen anderen Modelle austauschen. Es fallen einem aber nur wenige Argumente ein, warum man dies tun sollte, denn mit den beiden VelociRaptor-Festplatten setzt WD schon das schnellste ein, was in 2,5 Zoll zu haben ist. Denkbar wäre allerdings noch der Einsatz von zwei SSDs, allerdings bietet WD diese Konfiguration nicht von Haus aus an. Auch hier ist der Preis von 850 Euro wohl der mächtigste Gegenpol.

Gesamtfazit:

Thunderbolt als Schnittstelle ist neben der Apple-Hardware auch in immer mehr Note- und Ultrabooks zu finden, auch wenn die Entwicklung auf Seiten der Windows-Systeme derzeit auf der Stelle tritt. Thunderbolt wurde als Alternative zu USB 3.0 und FireWire entwickelt und hat in den Leistungsdaten beide Schnittstellen überholt. Es bleibt noch die Frage des Preises, denn wirklich günstig ist eine Speicherlösung mit Thunderbolt-Schnittstelle noch immer nicht zu haben, egal ob mit 3,5-, 2.5-Zoll-HDDs oder SSDs.

Dafür aber werden die Anwendungsgebiete nun allmählich immer deutlicher. So waren wir beispielsweise auf dem Mobile World Congress mit der Elgato Thunderbolt SSD (Hardwareluxx-Artikel) unterwegs und konnten das 1080p-Rohmaterial auf dieser ablegen und direkt von dieser verarbeiten. Sie kommt ohne zusätzlichen Stromanschluss aus und bietet sich daher für den mobilen Einsatz geradezu an. Im heimischen Büro kann dann eines der größeren RAID-System die dauerhafte Speicherung der Daten übernehmen.