Test: Corsair Neutron GTX 480 GB

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teaserVor ungefähr drei Monaten hat Corsair die beiden SSD-Serien Neutron und Neutron GTX offiziell vorgestellt. Wir haben uns damals aus jeder der beiden Modellreihen die 240 GB-Version angeschaut – aufgrund ihrer Performance hat die Neutron GTX einen „excellent Hardware"-Award bekommen. In diesem Artikel schauen wir uns nun die 480 GB-Version der Neutron GTX an, die sowohl bei der Kapazität als auch bei der Performance das derzeitige Spitzenmodell von Corsair darstellt.

Fast alle Hersteller, die SSDs verkaufen, müssen mindestens ein Bauteil zukaufen. So hat Intel beispielsweise eine eigene Produktion für Flash-Speicher, der Controller der aktuellen High-End-Serie stammt allerdings von SandForce. Corsair kauft sowohl den Flash-Speicher als auch den Controller ein. So gibt es auch von Corsair eine Baureihe mit SandForce-Controller (die Force-Serie) oder ein Modell mit Marvell-Controller (Performance Pro), wobei es erstere noch mit verschieden schnellem Flash-Speicher gibt.

High-End-SSD von Corsair: Die Neutron GTX 480 GB

Diese bereits große Vielfalt wird mit der Neutron-Serie nun noch erweitert: Corsair setzt hier als erster Hersteller einen Controller von Link_A_Media Devices ein. Die Neutron-SSD gibt es, abgesehen von der Kapazität, zusätzlich in zwei Ausführungen: Im Modell ohne Namenszusatz wird synchroner Flash-Speicher verlötet, die GTX-Version setzt auf Toggle-NAND und erreicht so eine noch höhere Leistung. Wer sich für die technischen Details interessiert, dem sei eine Lektüre unseres Launch-Artikels empfohlen.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Corsair Neutron GTX 480 GB
Straßenpreis ab 479 Euro (09.11.12)
Homepage www.corsair.com
Technische Daten
Formfaktor 2,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 480 GB
Kapazität (formatiert) 447 GiB
Verfügbare Kapazitäten 120, 240, 480 GB
Cache 256 MB DDR2
Controller LAMD LM87800AA
Chipart MLC Toggle
Lesen (lt. Hersteller) 555 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller) 500 MB/s
 
Herstellergarantie 3 Jahre
Lieferumfang 3,5-Zoll-Einbaurahmen

testsys

Hardware

Software

Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke an einem SATA-6 Gb/s-Port des P67-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep, sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert. Außerdem wurde LPM (Link Power Management) durch einen Registry-Eintrag deaktiviert.

Mit Ausnahme von PCMark werden alle Benchmarks mit der zu testenden SSD als sekundärem Laufwerk durchgeführt. Für PCMark wird ein vorgefertigtes Image auf die zu testende SSD eingespielt, da die komplette Benchmarksuite nur durchgeführt werden kann, wenn das zu testende auch gleichzeitig das Systemlaufwerk ist.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 64 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von 8M logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

iometer 4k read 

 iometer 4k write

 iometer 4k read 3

 iometer 4k write 3

 iometer 4k read 32

 iometer 4k write 32

 iometer seq read

 iometer seq write

Die Corsair Neutron GTX 480 GB macht insgesamt eine sehr gute Figur, echte Schwachstellen gibt es nicht. Beim sequenziellen Lesen fällt das Laufwerk etwas zurück, was aber vermutlich auf die verwendete Blockgröße von 128K zurückzuführen ist – die volle Leistung wird offenbar erst bei größeren Blöcken erreicht.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

 as ssd 4k read

 as ssd 4k write

 as ssd 4k read 64

 as ssd 4k write 64

 as ssd seq read

 as ssd seq write

Auch hier weiß die Corsair Neutron GTX 480 GB zu gefallen. Insbesondere die inzwischen erschienene Samsung SSD 840 Pro Series macht ihr allerdings das Leben schwer.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

 as copy iso

 as copy programm

 as copy spiel

Beim Kopieren von Dateien liefern sich die Corsair Neutron GTX und Samsung SSD 840 Pro ein Kopf-an-Kopf-Rennen.


PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendnung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen weren. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5%. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren SSDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

pcmark 7 total 

 pcmark 7 storage

 pcmark 7 computation

 pcmark 7 creativity

 pcmark 7 entertainment

 pcmark 7 lightweight

 pcmark 7 productivity

Bei der Alltagsleistung bewegt sich die Corsair Neutron GTX 480 GB im Mittelfeld. Wobei hier zu sagen ist, dass es zwischen Highend-SSDs ohnehin keinen im Alltag spürbaren Unterschied gibt.


Die Performance der Corsair Neutron GTX unterscheidet sich in der 480 GB-Version nicht vom 240 GB-Modell. Insofern könnten wir an dieser Stelle einfach das Fazit aus unserem Launchartikel übernehmen. Betrachtet man nur die Corsair GTX, wäre das auch legitim, denn die absoluten Performance-Werte haben sich in der Zwischenzeit natürlich nicht geändert. So liefert die Neutron GTX sowohl bei kleinen Blöcken als auch bei sequenziellen Übertragungen eine hervorragende Performance.

High-End-SSD von Corsair: Die Neutron GTX 480 GB

In der Zwischenzeit hat Samsung jedoch die SSD 840 (Pro) Series auf den Markt gebracht. Bis auf sehr wenige Ausnahmen ist die Samsung SSD 840 Pro Series immer ein Stück schneller als die Corsair Neutron GTX. Bei den ebenfalls wichtigen Fragen nach Kompatibilität und Zuverlässigkeit kann Samsung ebenfalls mehr in die Waagschale werfen: Corsair setzt als bisher einziger Hersteller einen (neuen) Controller von Link_A_Media Devices ein. Das heißt insbesondere, dass es bisher kaum Langzeiterfahrungen gibt. Für Samsungs neue SSDs gibt es natürlich ebenfalls noch keine Langzeiterfahrungen, allerdings kann und muss Samsung aufgrund des OEM-Geschäfts deutlich mehr Aufwand in die Validierung stecken, was potentiell zu weniger Fehlern führt. Das sind jedoch nur Tendenzen, wie die Situation in der Praxis aussieht, lässt sich natürlich noch nicht beurteilen – die Corsair Neutron-Serie kann sich durchaus als extrem zuverlässig herausstellen, während Samsung nachbessern muss. Auch dieses Szenario ist natürlich denkbar.

Bleibt wie immer noch der Preis: Die Corsair Neutron GTX 480 GB ist in unserem Preisvergleich (am 09.11.12) für 479 Euro (lagernd) gelistet. Die Samsung SSD 840 Pro Series 512 GB ist zur Zeit bei keinem Händler als lagernd gelistet, das günstigste Angebot liegt allerdings bei 497 Euro – also etwas mehr, als man für das Corsair-Laufwerk bezahlen muss. Allerdings bekommt man bei Samsung auch 32 GB mehr Speicherkapazität. Samsung bietet außerdem fünf statt drei Jahre Garantie, das dürfte allerdings nicht für jeden von Interesse sein.

Wer High-End möchte, sowohl bei der Kapazität als auch bei der Performance, kann bei der Corsair Neutron GTX 480 GB bedenkenlos zugreifen. Nimmt man alle Punkte zusammen, ist die Samsung SSD 840 Pro Series zwar etwas besser – da sie aber momentan von keinem Händler geliefert werden kann, ist sie für eine akute Kaufentscheidung ohnehin uninteressant.

Neutron-500

Positive Aspekte der Corsair Neutron GTX:

Negative Aspekte der Corsair Neutron GTX: