Roundup: 12 HDDs mit 2 TB Fassungsvermögen

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palit-680-logoNach unserem letzten größeren Roundup über 1-TB-Festplatten präsentieren wir nun den Nachfolge-Artikel, der sich ausschließlich den Speicherboliden mit einer Kapazität von 2 Terabyte widmet. Wie zuletzt haben wir wieder Samples aller nennenswerten Hersteller mit im Vergleich und beleuchten neben den Desktop-Linien auch Exemplare aus den jeweiligen Enterprise- und AV-Segmenten von Hitachi, Seagate, Toshiba und Western Digital. Insgesamt konnten wir zwölf unterschiedliche Probanden zusammenstellen, die wir uns auf den folgenden Seiten im Detail angeschaut und sie natürlich auch einem ausführlichen Leistungsvergleich unterzogen haben.

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Wer einen soliden Unterschlupf für seine Daten sucht, greift ab einem gewissen Volumen zur Festplatte. SSDs sind zwar flott unterwegs, für langfristige Datenhaltung und/oder Backups aber meist zu klein und zu teuer. Doch auch bei der Auswahl einer geeigneten Festplatte ist die Entscheidung nicht einfach: Kapazität, Umdrehungsgeschwindigkeit, Cache, SATA-Interface sowie Fehlerrate/Garantiezeit und vor allem der Kaufpreis gestalten die Auswahl nicht einfach. Um einen ersten Eindruck der Probanden zu gewissen, zeigen die folgenden Tabellen die technischen Daten der hier getesteten Festplatten im Überblick:

Hersteller Hitachi Hitachi Seagate Seagate
Modellreihe Deskstar 7K3000 Ultrastar 7K3000 Barracuda Constellation ES
Modellbezeichnung HDS723020BLA642 HUA723020ALA640 ST2000DM001 ST2000NM001
Seriennummer FA0YMRDG YGJAGZ5A Z1E0Z0A3 Z1P01A1X
Bezugsquelle Alternate Alternate Hersteller Hersteller
Straßenpreis ab 89 € ab 176 € ab 88 € ab 180 €
Homepage www.hgst.com www.hgst.com seagate.com seagate.com
Technische Daten
Firmware A10 A10 CC24 SN03
Formfaktor 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 2000 GB (3 Platter) 2000 GB (3 Platter) 2000 GB (3 Platter) 2000 GB (4 Platter)
Kapazität (formatiert) 1862 GiB 1862 GiB 1862 GiB 1862 GiB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 512 Byte 512 Byte 4096 Byte (4k) 512 Byte
Cache 64 MB 64 MB 64 MB 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 7200 U/m 7200 U/m 7200 U/m 7200 U/m
Herstellergarantie 3 Jahre 5 Jahre 3 Jahre 3 Jahre

 

Hersteller Seagate Seagate Seagate Toshiba
Modellreihe Constellation ES.2 Pipeline HD 5900.2 SV35.5 Enterprise-Series
Modellbezeichnung ST32000645NS ST2000VM003 ST2000VX000 MK2002TSKB
Seriennummer Z2915TR3 W1H00CN0 W1E0K5JE HDD3B03CZK51
Bezugsquelle Hersteller Hersteller Hersteller Alternate
Straßenpreis ab 164 € ab 102 € ab 98 € ab 157 €
Homepage seagate.com seagate.com seagate.com www.toshiba.com
Technische Daten
Firmware 0004 SC23 CV14 MT4A
Formfaktor 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 2000 GB (2 Platter) 2000 GB (2 Platter) 2000 GB (3 Platter) 2000 GB (4 Platter)
Kapazität (formatiert) 1862 GiB 1862 GiB 1862 GiB 1862 Gib
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 3 Gbit/s
Sektorgröße 512 Byte 4096 Byte (4k) 4096 Byte (4k) 512 Byte
Cache 64 MB 64 MB 64 MB 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 7200 U/m 5900 U/m 7200 U/m 7200 U/m
Herstellergarantie 5 Jahre 3 Jahre 3 Jahre 5 Jahre

 

Hersteller Toshiba Western Digital Western Digital Western Digital
Modellreihe PC-Series Caviar Green RE4 Red
Modellbezeichnung DT01ACA200 WD20EARX WD2003FYYS WD20EFRX
Seriennummer 5W80W2SA WCAZAF604400 WCAY00487852 WMC300003126
Bezugsquelle Hersteller Hersteller Alternate Hersteller
Straßenpreis ab 97 € ab 93 € ab 174 € ab 101 €
Homepage www.toshiba.com www.wdc.com www.wdc.com www.wdc.com
Technische Daten
Firmware AB0 AB51 D02 A80
Formfaktor 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll 3,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 2000 GB (2 Platter) 2000 GB (4 Platter) 2000 GB (4 Platter) 2000 GB (2 Platter)
Kapazität (formatiert) 1862 GiB 1862 GiB 1862 GiB 1862 Gib
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 3 Gbit/s SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (4k) 4096 Byte (4k) 512 Byte 4096 Byte (4k)
Cache 64 MB 64 MB 64 MB 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 7200 U/m 5x00 U/m 7200 U/m 5x00 U/m
Herstellergarantie 2 Jahre 2 Jahre 5 Jahre 3 Jahre

Als durchgängige Gemeinsamkeit haben alle Laufwerke die Brutto-Kapazität von 2 Terabyte. Ansonsten gehen sie aber recht weit auseinander: Aufgrund der höheren Anforderungen des Enterprise-Sektors sowie entsprechender technischer Zulassungen gestalten sich die Preise dort etwas höher, als bei den Desktop-Modellen. Dafür erhält man aber auch deutlich längere Garantiezeiten sowie Zusagen hinsichtlich MTBF und Fehlerrate. 

Nach dieser einführenden Tabelle schauen wir uns nun jedes der Exemplare auf einer eigenen Seite im Detail etwas näher an:


Als Auftakt wollen wir mit der 7K3000er-Reihe von Hitachi beginnen: Die Modelle gibt es grundsätzlich in unterschiedlichen Ausführungen zwischen 1,5 und 3 TB, wobei die weiteren Eckdaten identisch gehalten sind. Unser Testproband ist die HDS723020BLA642. Deren Umdrehungsgeschwindigkeit liegt bei 7200 Touren pro Minute und es kommt ein 64-MB-Cache zum Einsatz. Als Transferschnittstelle wird SATA 6Gbit/s eingesetzt. Die Sektorgröße der HDS723020BLA642 gibt Hitachi mit 512 Byte an.

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Die Kapazität bringt die HDS723020BLA642 auf drei Magnetscheiben zu jeweils 667 GB mit. Hinsichtlich der Verlässlichkeit des Laufwerks vergibt Hitachi zwar eine 24x7-Freigabe, diese gilt allerdings nur für Nicht-Produktivumgebungen mit geringer Last. Dementsprechend geringer angesetzt sind auch die Load/Unload-Zyklen mit 300.000. Als Garantiezeitraum gewährt Hitachi zwei Jahre.


Das Enterprise-Laufwerk HUA723020ALA640 aus Hitachis Ultrastar-Serie ist mit ähnlichen Eckdaten ausgestattet wie die eben vorgestellte Deskstar (7200 rpm Umdrehungsgeschwindigkeit, 6 Gbit/s SATA-Interface, 64 MB Cache, drei Magnetscheiben). Um im Produktivbetrieb eingesetzt zu werden, müssen aber noch ein paar weitere Anforderungen gemeistert werden, gerade was Fehlerrate, Garantiezeitraum und Auswahlwahrscheinlichkeit betrifft.

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Hitachi gibt eine MTBF von 2 Millionen Stunden an, wobei die Fehlerrate bei 1 zu 10^15 spezifiziert wird. Die Load/Unload-Zyklen wurden auf 600.000 verdoppelt und die Garantiezeit liegt bei fünf Jahren. Die 24x7-Freigabe ist passend dazu natürlich auch "echt", also ohne weitere Einschränkungen.


Aus der bekannten Barracuda-Serie haben wir ebenfalls einen 2-TB-Abkömmling ergattern können, die ST2000DM001. Wie bei den bisher vorgestellten Probanden werden drei Magnetscheiben zu je 667 GB eingesetzt, wobei die Umdrehungsgeschwindigkeit bei 7200 U/m liegt und der Cache 64 MB groß ist. Die maximale physische Übertragungsrate per SATA liegt bei 6 GBit/s. Bei der Sektorgröße hat sich Seagate auf 4096 festgelegt.

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Fehlerrate und Anzahl der Load/Unload-Zyklen liegen bei 1 pro 10^14 bzw. 300.000, wobei Seagate zusätzlich eine unterstützte Power-On-Zeit von 2400 Stunden im Datenblatt auflistet. Die Garantiezeit ist auf drei Jahre ab Kaufdatum beschränkt.


Aus Seagates allererster Constellation-ES-Baureihe haben wir uns die ST2000NM001 angeschaut. Die Laufwerke sind sowohl als SATA- als auch SAS-Version erhältlich. Cache und Umdrehungsgeschwindigkeit liegen bei den bekannten 64 MB bzw. 7200 Touren pro Minute. Im Inneren befinden sich diesmal vier Magnetscheiben zu je 500 GB. Für die ST2000NM001 gibt Seagate eine MTBF von 1,2 Millionen Stunden sowie 300.000 Load/Unload-Zyklen bei durchgehendem 24x7-Betrieb. Die Fehlerrate liegt bei 1 auf 10^15.

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Alle Modelle der Constellation ES gibt es wahlweise auch als "Self Encrypting Drive" (SED) mit oder ohne FIPS-Zertifizierung. Die Garantiezeit liegt bei drei Jahren. Für den RAID-Betrieb unterstützen die Platten Seagates "Error Recovery Control" (ERC), welches die Zeitspanne der HDD-internen Fehlerkorrektur kontrolliert.


Seagates zweite Enterprise-Serie, die Constellation ES.2, haben wir uns ebenfalls angeschaut, hier vertreten durch die ST32000645NS. Die beiden verbauten Platter (jeweils 1 TB) drehen mit 7200 Umdrehungen pro Minute, wobei ein 64-MB großer Cache die Daten puffern kann. Um den Anforderungen des Betriebs in größeren Data-Centern oder Storage-Facilities gerecht zu werden, verfügen die Modelle der Constellation ES.2 um deutlich erhöhte Vibrationstoleranzen und haben im Vergleich zur Vorgänger-Serie nochmal bei der Effizienz (Energieverbrauch, Kühlung) zugelegt.

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Die Mean Time Between Failures (MTBF), Fehlerrate (Nonrecoverable Read Errors) und Einschaltdauer (Power-On-Hours) sind zur vorherigen Constellation ES identisch (1,2 Millionen Stunden, 1 auf 10^15, 8760 Stunden). ERC wird von den ES.2-Modellen ebenfalls unterstützt. Allerdings hat Seagate den Garantiezeitraum um zwei weitere Jahre auf nunmehr mit fünf Jahre erhöht.


Die Pipeline-HD-Serie von Seagate zielt vor allem auf den Einsatzort in AV oder Überwachungssystemen ab. Mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 5900 rpm sind sie deutlich langsamer unterwegs als manche Desktop-HDD. Unser hier getestetes Modell hört auf die Bezeichnung ST2000VM003. Eingesetzt werden zwei Magnetscheiben, die von einem 64-MB-Cache unterstützt werden.

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Passend zur Einsatzumgebung arbeitet die ST2000VM003 sehr ruhig und Strom sparend. Dementsprechend dürfte aber auch klar sein, dass es sich dabei nicht um ein Performance-Wunder handelt. Seagate gibt den Modellen der Pipeline-HD-Serie eine operative Temperaturtoleranz von bis zu 75 °C und zusätzlich eine 24x7-Freigabe. Die Rate der nonrecoverable read errors liegt mit 1 auf 10^15 eine 10er-Potenz besser als bei normalen Desktop-HDDs. Wer ein Exemplar kauft, erhält von Seagate eine 3-jährige Garantie.


Unter dem Namen SV35 vertreibt Seagate eine zweite Serie von Festplatten, die speziell für Systeme mit Stream-basierten Audio/Video-Daten arbeiten. Das hier vorgestellte Exemplar trägt die Bezeichnung ST2000VX000 und es handelt sich bei passenderweise um die 2-TB-Version. Weitere Platten mit 1 bzw. 3 TB werden ebenfalls angeboten. Mit einer Spindelgeschwindigkeit von 7200 U/M und 64 MB Cache ist die ST2000VX000 gut gewappnet. Die erwähnte Kapazität von 2 TB bringt das Laufwerk auf 3 Magnetscheiben zum Kunden.

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Die Modelle der SV35-Reihe dürfen ganzjährig betrieben werden (8760 Power-On Hours), orientieren sich hinsichtlich ihrer spezifizierten Fehlerrate mit 1 pro 10^14 und der MTBF von 1 Million Stunden aber eher an Werten von herkömmlichen Desktop-Platten. Ebenso fällt der von Seagate gewährte Garantiezeitraum von 3 Jahren aus.


Von Toshiba erhielten wir das 2-TB-Exemplar aus der Enterprise-Serie MKxx02TSKB. Platten dieser Baureihe gibt es mit den Kennungen 10 und 20 (anstelle der xx) und sie besitzen eine Kapazität von 1 bzw. 2 TB. Weitere Abkömmlinge sind derweil nicht im Programm. Die Spindelgeschwindigkeit liegt wie bei den meisten anderen Probanden auch bei 7200 U/m, ebenso wie der Cache mit 64 MB ausreichend groß gewählt ist. Die SATA-Schnittstelle schafft bis zu 3 GBit/s, was für die HDDs jedoch ausreichend ist. Als Sektorgröße setzt Toshiba noch auf die alte 512-Byte-Länge. Wie bei allen Enterprise-Boliden erhält der Käufer auch bei der MK2002TSKB eine Freigabe zum 24x7-Betrieb. Auch die Garantiezeit ist mit fünf Jahren auf Enterprise-Niveau.

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Als zweites Testmodell haben wir ein Exemplar aus Toshibas "PC-Series" ergattern können, die DT01ACA200. Alternative Modelle sind mit 500 GB bis hin zu 3 TB erhältlich. Toshiba scheint bei der DT01ACA200 jedoch nicht nur auf eigenes Know-how zu setzen, denn hinter dem Aufkleber verbirgt sich eine Hitachi HDS723020BLE640. Dies zeigt sich im laufenden Betrieb sowohl beim Boot-Up, als auch unter CrystalDiskInfo (siehe Gallery). Während die Umdrehungsgeschwindigkeit bei den bekannten 7200 U/m liegt, ist der Cache mit 32 MB nur halb so groß wie bei den meisten Konkurrenzlaufwerken der 2-TB-Fraktion. Die Sektorgröße liegt physisch bei 4096 Byte, wird aber als 512 Byte emuliert.

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Entsprechend der Desktop-Klassifikation ist der Garantiezeitraum auf 2 Jahre beschränkt, ebenso wie die Fehlerrate (1 auf 10^14) und Anzahl der Load/Unload-Zyklen (300.000).


Bei der WD20EARX aus Western Digitals "Green"-Serie handelt es sich um ein klassisches Desktop-Laufwerk, bei dem Kapazität und Preis-/Leistungsverhältnis im Mittelpunkt stehen. Der SATA-Port arbeitet mit maximal 6 GBit/s und es steht ein Zwischenspeicher von 64 MB bereit. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Green-Laufwerke ist nicht universell festgelegt, sondern kann je nach Laufwerk unterschiedlich festgesetzt sein.

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Die technischen Eckdaten welche Auskunft über die Verlässlichkeit des Laufwerks geben, liegen im bekannten Bereich: 300.000 Load/Unload-Zyklen, eine Fehlerrate von 1 zu 10^14 und ein Garantiezeitraum von zwei Jahren.


Die neuen Modelle der RED-Serie laufen unter den Bezeichnungen WD10EFRX, WD20EFRX und WD30EFRX (die Zahlen kürzen jeweils die Kapazitäten ab). Alle sind mit der schnellen SATA-6Gb/s-Schnittstelle ausgestattet, haben einen Cache von 64 MB, setzen auf Advanced Format (4k Sektoren). Die Kapazität der WD20EFRX kommt auf zwei Magnetscheiben daher. Die Rate für unkorrigierbare Lesefehler (Non-recoverable read errors per bits read) gibt WD mit 1 pro 10^14 an. Bei den Load/Unload-Zyklen stehen 600.000 im Datenblatt und die MTBF liegt bei 1.000.000 Stunden. Beim Vergleich dieser Werte fällt auf, dass sie sich deutlich stärker an denen von Desktop-Laufwerken als von Enterprise-Platten orientieren.

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Western Digital realisiert in den Red-Laufwerken zwei neue Features: „NASWare“ und „3D Active Balance Plus“. Ersteres ist Bestandteil der eingesetzten Firmware und soll durch intelligentes Error-Recovery zusammen mit dem TLER-Feature (Time Limited Error Recovery) ein verfrühtes Drop-out der Platte aus einer RAID-Konfiguration verhindern. Zusätzlich können die Platten im Falle eines Stromverlusts das letzte Kommando noch vollenden, bevor die Köpfe auf die Parkrampe fliegen. Unter dem zweitgenannten Namen versteht WD eine Verbesserung der bestehenden „Dual Plane Balance“-Technologie, die für weiter minimierte Vibrationen, Geräuschentwicklung und Schreib-/Lesefehler sowie insgesamt verbesserte Laufwerksperformance sorgen soll. Auf WDs Website ist neben dem Datenblatt und den Feature-Erklärungen auch eine extra Kompatibilitätsliste einiger namhafter NAS-Hersteller zu finden, mit denen die Modelle der WD Red bereits getestet und validiert worden sind.


Im Enterprise-Sektor hat Western Digital neben der VelociRaptor-Serie noch die RE4-Reihe, die wir uns hier anschauen wollen. Um den Anforderungen von Server-Umgebungen gerecht zu werden, hat WD einige Sonderfunktionen in der RE-4 realisiert wie u.a. verbesserte Schock-Sensoren, TLER für RAID-Setups, StableTrac und erweiterte Vibrationskorrektur-Mechanismen. Da die RE-4 bereits etwas älter ist, ist die SATA-Schnittstelle nur auf 3 Gbit/s ausgelegt, was auf die Performance des Laufwerks aber keine signifikanten Auswirkungen hat. Die Spindelgeschwindigkeit beträgt 7200 Touren pro Minute, wobei als Zwischenspeicher 64 MB zur Verfügung stehen. Die Sektorgröße wurde bei 512 Byte belassen.

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Die RE-4 ist für den 24x7-Betrieb freigegeben und WD gibt eine MTBF von 1,2 Millionen Stunden an. Entsprechend der höheren Last der die Platten ausgesetzt sind, vertragen sie auch eine erhöhte Anzahl Load/Unload-Zyklen, die hier bei 600.000 liegt. Die Fehlerrate liegt laut Datenblatt bei 1 zu 10^15 und der Garantiezeitraum der WD2003FYYS beträgt fünf Jahre.


Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, wurden alle Laufwerke grundsätzlich an dem zweiten SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden.


Bei der gemessenen Random Access Time unter HDTach liegen die Enterprise-Laufwerke (RE4, Ultrastar, Constellation) mit Werten zwischen 11 und 13 ms klar an der Spitze. Die Desktop-Fraktion pendelt sich zwischen 13 und 16 ms ein:

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Unter HDTune haben wir nun den Lese- und Schreibdurchsatz aller Boliden festgehalten:

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Die höchsten Leseraten über alle drei Disziplinen hinweg liefert Seagates SV35, dicht gefolgt von der Barracuda und Toshibas DT01ACA200. Das Trio setzt sich mit Differenzen zwischen 10 bis teilweise 40 MB/s deutlich vom restlichen Testfeld ab. Die weiteren Kandidaten liefern solide Resultate, lediglich die WD20EARX fällt aufgrund der niedrigeren Umdrehungszahl etwas zurück.

Nachdem wir die Ergebnisse im Lesen festgehalten haben, sehen wir uns nun die Resultate im Schreiben an:

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Die Ergebnisse des Write-Tests passen zu den vorherigen Read-Resultaten: Erneut können sich die DT01ACA200, die Barracuda und die SV35 von der Konkurrenz distanzieren. Würde man die Werte sehr großzügig runden, so liefert die Platte auf Platz 1 fast die doppelte Performance der HDD auf Platz 12.

Die Random-Read-Sparte von HDTune dient der groben Ermittlung, wie viele Operationen von den Boliden lesend bzw. schreibend gleichzeitig absolviert werden können. Natürlich können die Ergebnisse keinesfalls mit SSDs konkurrieren, die gut und gerne mehr als 30.000 IOPS leisten.

Benchmark

Benchmark

Bei den IOPS dominieren erneut die Enterprise-Laufwerke von WD, Toshiba und Seagate das Feld, die dort einen Abstand von knapp 10 Prozent auf ihre Verfolger herausarbeiten. Ansonsten tummeln sich die Probanden in den für Magnetfestplatten üblichen Bereichen.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces.

Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

Benchmark

PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen werden. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5 Prozent. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren HDDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

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Die PCMark7-Ergebnisse zeigen ein relativ homogenes Feld, sodass wir vorherig gemessenen Unterschiede zwischen Desktop- und Enterprise-Laufwerken verschwimmen. In der Gesamtwertung liegt WDs RE4 nur äußerst knapp vor Toshibas Desktop-Boliden. Die WD20EARX und Seagates Pipeline müssen hier Federn lassen und geraden etwas ins Hintertreffen.


Um eine Aussage über die Tauglichkeit der Festplatten als potentielles Systemlaufwerk zu erhalten, haben wir das ursprüngliche Windows 7 des Testsystems kurzer Hand auf die vorliegenden Probanden geklont und mehrfach hintereinander starten lassen. Gestoppt wurde dabei die Zeit vom Einschalten des PCs bis zur Anzeige des Login-Bildschirms von Windows 7. Dementsprechend ist hier der gesamte Bootup-Vorgang des BIOS mit enthalten:

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Western Digitals RE4-Enterprise-Bolide kann sich hier erneut durchsetzen und erkämpft sich eine Differenz von ~2 Sekunden auf die zweitplatzierte Ultrastar von Hitachi. Seagates Pipeline zeigt hier deutliche Schwächen und fällt mit mehr als 55 Sekunden drastisch ans Ende. Alle anderen Probanden tummeln sich zwischen 47 und 49 Sekunden und liegen sehr nah beisammen.

Um die Betriebstemperatur der Festplatten unter größtmöglicher Last zu ermitteln, wurde jedes Laufwerk nach Abschluss der jeweiligen Benchmarks über die Erase-Funktion von HDTune vollständig überschrieben. Dadurch konnten wir sicherstellen, dass die Laufwerke einer konstant hohen Belastung ausgesetzt sind und durch die permanent anliegenden Schreibvorgänge ein hohes Maß an Wärme freisetzen müssen. Die Temperaturen der Festplatten wurde durch Auslesen des entsprechenden SMART-Wertes unmittelbar nach Abschluss des Erase-Vorgangs protokolliert und mit der Umgebungstemperatur zum Zeitpunkt der Messung bereinigt, um eine Vergleichbarkeit herzustellen.

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Gerade beim längeren Betrieb in hitzigen Umgebungen gehört es zu den Stärken einer Festplatte, wenn sie trotz Belastung einen kühlen Kopf bewahren kann. Western Digitals Red-Serie schlägt sich hier hervorragend, da die Differenz zwischen Plattentemperatur und Umgebung lediglich 15 °C beträgt. Während sich die Desktop-Festplatten bei rund 20 °C Differenz einpendeln, schlagen die Enterprise-HDDs mit deutlich mehr zu Buche. Lediglich die Constellation ES.1 sowie Hitachis Ultrastar bewahren mit <25 °C die Fassung.

Zu guter Letzt haben wir auch einen Blick auf den Energieverbrauch der Festplatten geworfen, einmal im Bereitschaftszustand (Idle) und einmal unter Last:

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Die Leistung der Festplatten hängt nicht unerheblich mit ihrem Energieverbrauch zusammen. Waren die Enterprise-Modelle in den Benchmarks vorne mit dabei, kann bereits vermutet werden, dass deren Stromverbrauch nicht gerade niedrig sein wird. Dies bestätigt sich in den beiden Grafiken, denn sowohl Idle- als auch Last-Verbrauch liegt um einige Watt oberhalb der Desktop-HDDs. Diese geben sich mit viel weniger Strom zufrieden.


Wer den verfügbaren Speicherplatz im Desktop-PC, Workstation oder NAS erweitern möchte, sollte sich vorher einige Gedanken über die dortigen Anforderungen machen, damit das richtige Modell ausgewählt werden kann:

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Für den herkömmlichen Desktop-PC im Arbeits-/Wohnzimmer erübrigen sich sämtliche Enterprise-HDDs. Die robusteren Spezifikationen (MTBF, Fehlerrate, Garantiezeit, etc.) werden hier nicht benötigt. Viel wichtiger aber ist die reale Performance: Wer häufig größere Datenmengen verschiebt und dabei nicht lange warten möchte, der wird wahrscheinlich mit entsprechend schnelleren Boliden (Seagate Barracuda ST2000DM001, Toshiba DT01ACA200) zufriedener sein, als mit einer langsam drehenden (aber dafür stromsparenderen/leiseren) Platte wie bspw. der WD Green WD20EARS, die sich eher für Silent/HTPC-PCs oder Backup-Zwecke eignet. Unsere finale Empfehlung geht hier an die Barracuda: Neben ihrer guten Performance und dem niedrigen Preis bringt sie auch noch eine 3-jährige-Garantiezeit mit sich. 

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NAS-Betreiber stehen bei der Platten-Auswahl oftmals etwas zwischen den Fronten: Günstige Massenspeicher aus den Desktop-Linien sind für viele Interessenten die erste Wahl, Hauptargument ist ganz klar der günstige Preis. Dagegen ist in den meisten Fällen auch überhaupt nichts einzuwenden, solange man das System nicht unter Volllast und Dauerbetrieb fährt. Denn mit erhöhter Last und Betriebszeit steigt auch die Wahrscheinlichkeit eines Plattenfehlers, der im RAID-5/6-Betrieb einen Rebuild veranlasst. Um hier zumindest unnötige Rebuilds aufgrund zu langer Fehlerkorrektur seitens der HDDs zu vermeiden, sollte ggf. auf Platten mit TLER (Time Limited Error Recovery, WD), CCTL (Command Completion Time Limit, Hitachi) oder ERC (Error Recovery Control, Seagate) geachtet werden. Diese, Hersteller-spezfisch benannten Funktionen, verkürzen die Zeitspanne der HDD-internen Fehlerkorrektur zugunsten des Controllers. Western Digitals RED WD20EFRX hat dieses Feature, genauso wie Seagates ES- und ES.2-Modellreihen. Aufgrund der deutlichen Preisdifferenz empfehlen wir für den heimischen NAS-Betrieb aber die WD20EFRX von Western Digital: Sie bietet solide Performance bei erstklassigen Temperaturwerten und niedriger Leistungsaufnahme, gepaart mit einer 3-jährigen-Garantie.

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