Test: Seagate Backup Plus - Sicherheit für alle

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Seagate-Backup-Plus-TeaserComputer sind heutzutage nicht nur Arbeitsgeräte oder Spielmaschinen, sondern häufig auch Multimediaspeicher, auf denen neben der Film- und Musiksammlung auch Erinnerungsstücke wie Fotos oder selbst gedrehte Videos liegen, deren Verlust zwar nicht materiell, aber dafür immateriell sehr schmerzhaft wäre. Trotzdem befassen sich gerade Heimnutzer kaum bis gar nicht mit dem Thema Datensicherheit. An dieser Stelle setzt Seagate an und bietet mit der Backup Plus Serie eine Sicherungslösung für jedermann an.

Hardwareluxx liegt als Testsample die Desktop-Variante mit 3TB vor. Diese gibt es außerdem noch mit einer Kapazität von 1, 2 und 4 TB. Speziell für Notebooknutzer sind die 2,5-Zoll-Modelle mit 500, 750 oder 1000 GB. Oben drauf gibt es noch ein Jahr lang 4 GB Platz in der Cloud.

Die eigentliche Funktionalität wird über die dazugehörige Software bereitgestellt. Zu den Funktionen zählen neben den Kernaufgaben, dem Erstellen von Sicherungsplänen und der Wiederherstellung von Daten, das Speichern von allen Medien, die über die sozialen Netzwerke Facebook und Flickr geteilt wurden. So können auch einfach Backups von Fotos und Videos erstellt werden, die ansonsten nur noch auf dem Smartphone liegen. Der umgekehrte Weg, also das Hochladen in die sozialen Netzwerke, ist ebenfalls möglich.

Zu den technischen Daten hält sich Seagate vergleichsweise bedeckt. Lediglich die Außenmaße mit 158 x 124 x 44 mm und das Gewicht von 1080 g sind bekannt. Angeschlossen wird das Backup Plus standardmäßig über USB 3.0. Möglich sind außerdem noch Firewire 800 und Thunderbolt, für die nötigen Adapter fallen aber Zusatzkosten an.

Die Preise liegen zwischen 90 Euro für das 1 TB-Modell und 180 Euro für das 4 TB-Modell. Damit wird das Preisverhältnis zu einer einfachen Festplatte mit größerer Kapazität besser. Die im Test verwendete 3 TB-Variante liegt zurzeit bei etwa 131 Euro.

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Das Zubehör im Lieferumfang

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Netzteil und dem USB-Kabel nur noch eine bebilderte Schnellinstallationsanleitung und ein Garantiehinweis. Die Garantiezeit beläuft sich auf zwei Jahre.


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Schrägansicht der Seagate Backup Plus

Das Gehäuse besteht aus hochglänzendem, schwarzen Kunststoff, der Fingerabdrücke geradezu anzieht. Bei dem Versuch diese wegzuwischen, besteht die Gefahr bereits feine Kratzer in der Oberfläche zu hinterlassen. Das Gehäuse ist zweigeteilt. Der untere Teil enthält die SATA- und USB-Controller sowie eine Reihe von LEDs, die den belegten Speicherplatz anzeigen. Auf der Rückseite befinden sich die Buchsen für Strom und USB 3.0. Für Macs gibt es einen alternativen Unterbau mit Thunderbold-Anschluss, welche außerdem auch noch als Hub funktioniert.

Der obere Teil enthält die Festplatte. Der Mittelteil des Gehäuses ist aus mattem Kunststoff gefertigt und enthält an der Oberseite Lüftungslöcher bzw. –schlitze auf der Rückseite. Trotzdem zeigt CrystalDiskInfo für die Temperatur der HDD 51°C im Leerlauf an. Leider scheint es, als ließe sich das Gehäuse nur mit groben Mitteln öffnen, so bleibt uns ein genauer Blick auf die Hardware verwehrt.

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Seagate Backup Plus in CrystalDiskInfo und HD Tune

Tools wie CrystalDiskInfo und die Benchmarks CystalDiskMark und HDTune helfen jedoch etwas unter die Haube zu blicken. In dem Gehäuse steckt eine 3TB HDD mit 7200 U/min und SATA-III-Interface. Die Geschwindigkeit liegt mit etwa 135 MB/s auf einem leicht niedrigeren Niveau im Vergleich zu einer intern angeschlossenen Festplatte - aber letztendlich verwenden wir hier ja USB 3.0. Für externe Festplatten geht die Geschwindigkeit also in Ordnung. Interessant ist der für Festplatten unübliche Verlauf der Kurve in HDTune. Die Transferrate bleibt lange Zeit konstant und fällt erst ganz zum Schluss ab. Eventuell limitiert hier der verbaute USB-Controller die Geschwindigkeit.

Die Festplatte ist im Betrieb zwar hörbar aber doch leise und unauffällig, was auch an dem günstigen Frequenzspektrum liegt. So wird beispielsweise kein störendes Fiepen ausgesandt.

Das Testsystem hatte in unserem Fall ein Problem mit der Erkennung der Festplatte nach dem Hochfahren oder Aufwachen aus dem Stand-By. Windows verharrte solange in einer An-/Abmeldeschleife, bis man die Festplatte selbst einmal neu eingesteckt hat. Dies sollte man berücksichtigen, wenn man selber einmal das Problem haben sollte.


Auf der Festplatte befindet sich bereits eine Setup-Datei für das Verwaltungsprogramm „Seagate Dashboard 2.0“, die aktuellste Version lässt sich über die Homepage herunterladen.

Das Hauptmenü zeigt die wichtigsten Funktionen auf einen Blick. Das Sichern und Wiederherstellen von Daten sowie der Up- und Download der Daten von den sozialen Netzwerken:

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Das Menü zum Erstellen von Sicherungsplänen

Das erste Menü zeigt den Status aktuell eingerichteter Sicherungspläne, es lassen sich neue einrichten oder Backups laden und unabhängig von den eingestellten Zeiten alle Backups aktualisieren.

Das Einrichten einer Sicherung ist kinderleicht und selbsterklärend. Zuerst wählt man die Daten aus, die gesichert werden sollen, dann das Medium, auf dem sie gesichert werden sollen, die Festplatte oder die Cloud, und zuletzt muss man noch die Intervalle einstellen, in denen gesichert werden soll. Einmalige Sicherungen sind auch möglich.

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Das Menü zum Wiederherstellen von Sicherungen

Das Wiederherstellen funktioniert genauso einfach. Man muss nur aus der entsprechenden Sicherung die Dateien auswählen, die man braucht, und den Ort, an den sie kopiert werden sollen.

Zusätzlich erlaubt es die Software zu den sozialen Netzwerken Facebook, Flickr und Youtube (bei Letzterem nur Upload möglich) hochgeladenen Fotos und Videos herunterzuladen oder auch neues Material einzustellen. Dabei läuft jedoch nur das Auswählen der Datei über das Programm von Seagate. Weitere Einstellungen müssen auf der jeweiligen Homepage direkt vorgenommen werden, daher ist diese Funktion für die Praxis wohl kaum relevant. Die Speicher-Funktion hingegen ist durchaus sinnvoll. Wer über Jahre hinweg eine große Zahl von Material angesammelt hat, der wird viel Zeit und noch viel mehr Klicks brauchen, um diese wieder auf den heimischen PC zu laden. Diese Arbeit wird einem mit dem Programm völlig abgenommen. Man muss sich nur einloggen und der Rest geschieht automatisch.

Darüber hinaus gibt es nur noch sehr wenig einzustellen. Die Status-LEDs lassen sich abschalten und ein Stand-By-Timer für das Abschalten der Festplatte festlegen.

Etwas ist während des Tests jedoch negativ aufgefallen: Solange sich das Programm im Hintergrund befindet, springt etwa viertelstündlich die Taskleiste in den Vordergrund, was während des Schauens eines Filmes oder beim Spielen durchaus störend ist.


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Das Infomemü zur Cloud

Zusätzlich zur Sicherung auf dem eigenen Scheibenspeicher wird die Möglichkeit angeboten, die Daten in die von Nero betriebene Cloud auszulagern. Um diese zu nutzen, muss man sich zu Anfang dort registrieren, danach steht eine Testmitgliedschaft über zwei Jahre mit einer Kapazität von 4 GB zu Verfügung. Wem das nicht reicht, der kann ein Abonnement mit mehr Speicherplatz abschließen. Der Zugriff auf die Daten erfolgt analog zur Festplatte über die Dashboard-Anwendung oder über ein Webinterface.

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Das Webinterface der Cloud

Das Webinterface ist sehr spartanisch. Eine Verwaltung der Daten ist damit nicht möglich, lediglich der Download der Daten ist möglich, wobei dies auch nur Datei für Datei geschehen kann. Der Upload in die Cloud ist über das Webinterface gar nicht möglich. Des weiteren kann man noch seine Kontodaten ändern und das Abo verlängern. Angeboten werden Pakete mit 10, 25 und 50 GB, deren Preis sich auf 2 Euro pro Gigabyte und Jahr beläuft, was angesichts anderer Cloud-Angebote recht teuer ist. Leider ist man als Nutzer der Backup Plus an die Nero Cloud gebunden und kann keinen anderen Anbieter, dessen Angebot attraktiver wäre, nutzen.


Dem Ziel, das Thema Datensicherung der breiten Masse näher zu bringen, ist Seagate mit der Backup Plus Serie vor allem dank der einfach zu bedienender Software einen großen Schritt näher gekommen.

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Das Erstellen und Wiederherstellen von Backups erfolgt mit wenigen Klicks in einem auf das Nötigste reduzierten Umfeld. So macht es Seagate auch unerfahrenen Nutzern möglich ihre Daten schnell und problemlos zu sichern. Dazu stellt die Software mit dem Zugriff auf soziale Netzwerke ein nettes Gimmick bereit. Auf der anderen Seite kann man jedoch argumentieren, dass dies für IT-Profis zu wenig ist. Diese möchten vielleicht lieber eine differentielle statt einer inkrementellen Sicherung und gewisse Dateitypen außen vor lassen. Diese finden an der Software sicherlich kein Gefallen, sie entsprechen aber auch nicht der Zielgruppe dieses Produkts.

Allerdings lässt sich die Festplatte auch alleine oder mit einer anderen Software als externes Sicherungsmedium nutzen, denn auch wenn der Controller die Harddisk etwas auszubremsen scheint, so liegt ihre Geschwindigkeit doch auf einem für USB-Festplatten guten Niveau.

Bis auf ein paar im Test angesprochene Kleinigkeiten hat Seagate mit der Backup Plus Serie ein gelungenes und überzeugendes Produkt geschaffen, mit dem auch Computeramateure ihre Datenschätze bewahren können.

Positive Aspekte der Seagate Backup Plus:

Negative Aspekte der Seagate Backup Plus: