Test: WD VelociRaptor WD1000DHTZ

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palit-680-logoZuwachs im Reptiliengehege: Zu Beginn der 16. Kalenderwoche hat Western Digital eine neue Modellreihe seiner VelociRaptor-Serie vorgestellt, darunter auch die WD1000DHTZ. Obwohl der neue Bolide eigentlich zur Gattung der 2,5-Zoll-Festplatten gehört, wird er zumeist mitsamt des IcePack-Kühlrahmens betrieben. Zu den Neuerung der WD1000DHTZ gehört zum einen die erweiterte Speicherkapazität von nunmehr einem Terabyte, ebenso wie der erhöhte Cache. Dennoch: In Zeiten immer größer werdender SSDs darf die Frage gestellt werden, welche Zukunft den Raptoren bleibt und wie sie ihr Terrain verteidigen? Wir haben uns das brandneue Modell natürlich umgehend zum Test in die Redaktionsräume kommen lassen und werden es auf den nächsten Seiten im Detail betrachten.

 

Unter der Flagge der VelociRaptor-Serie präsentiert Western Digital seit geraumer Zeit hochdrehende Festplatten, die im Enterprise- und auch im High-End-Gaming-Segment beworben werden. Entgegen des allgemeinen Trends, die Magnetschreiben-basierten Platten über hohe Kapazität und günstige Kaufpreise an den Konsumenten zu bringen, geht WD hier genau den entgegengesetzten Weg: Die Platten besitzen nur eine moderate Menge Speicherplatz, dafür aber durch die hohe Umdrehungsgeschwindigkeit der Spindel eine sehr niedrige Zugriffszeit.

Die technischen Daten der neuen WD1000DHTZ haben wir tabellarisch zusammengefasst:

WD VelociRaptor WD1000DHTZ
Modellbezeichnung WD1000DHTZ
Straßenpreis 279 € (UVP)
Homepage www.wdc.dom
Technische Daten
Formfaktor 2,5 Zoll (3,5 Zoll mit IcePack)
Kapazität (lt. Hersteller) 1000 GB (3 Platter)
Kapazität (formatiert) 931 GiB
Verfügbare Kapazitäten 1000, 500, 250 GB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (4K)
Cache 64MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 10.000 U/m

Herstellergarantie 5 Jahre
Lieferumfang -

 


Die neuen Raptoren sind grundsätzlich 2,5-Zoll-Platten, werden aber für gewöhnlich mit dem umschließenden IcePack betrieben. Als Hauptgrund kann hier die dadurch bereitgestellte zusätzliche Kühlung genannt werden, ebenso wie die Nutzbarkeit der regulären 3,5-Zoll-Einbauschächte. Darüber hinaus ist es ohnehin fraglich, wer tatsächlich auf die Idee kommen würde, einen 10k-rpm-Boliden in ein externes Gehäuse zu verbannen, oder in einem Notebook unterbringen zu wollen. Optisch hat sich im Vergleich zur Vorserie nichts getan, lediglich der Aufkleber ist nun leicht verändert.

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Während die Modelle der allerersten VelociRaptor-Generation noch auf SATA 3 Gbit/s setzten, sind die neuen WD2500HHTZ, WD5000HHTZ und WD1000DHTZ ebenfalls wie die 2. Generation mit SATA 6 Gbit/s ausgestattet. In unseren Messungen legte die WD1000DHTZ teilweise über 160 MB/s lesend sowie schreibend aufs Parkett, mit Leistungsspitzen knapp unterhalb von 200 MB/s.

Im Inneren kommen drei Platter zum Einsatz, die jeweils 333 GB fassen. Die Umdrehungsgeschwindigkeit liegt wie gewohnt bei 10.000 rpm, was den Raptoren gerade bei zufälligen Zugriffsmustern ein deutlich hörbares Betriebsgeräusch verschafft. Insbesondere bei HDTune fällt dies im Rahmen des Random-Access-Tests merklich auf. Western Digital gibt die Lautstärke mit 30 dB(A) im Idle-Zustand und 37 dB(A) unter Last an.

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Was die Temperaturentwicklung betrifft, so vertragen die Platten laut WD Werte zwischen 5 und 55 °C. Im Rahmen des Benchmarks-Betriebs hatte unsere WD1000DHTZ eine Idle-Temperatur von 35 °C, wobei die Temperatur nach andauernder Belastung ohne aktive Kühlung rund 42 °C betrug, bei einer Umgebungstemperatur von 19 °C. Berücksichtigt man dabei, dass einige normale Desktop-Platten unter ähnlichen Betriebsmustern ebenfalls schon an den 40 °C kratzen, ist der Wert der VelociRaptor gar nicht schlecht.

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Der interne Zwischenspeicher hat auch eine Aufwertung erfahren: Hier kommen anstelle der vorherigen 32 MB nun 64 MB zum Einsatz. Sämtliche Standard-SATA-Kommandos wie NCQ werden natürlich unterstützt. Gerade im Zusammenhang mit dem RAID-Betrieb in Server- und Storage-Plattformen macht der TLER-Support die VelociRaptor interessant. Passend dazu gibt WD einen MTBF-Wert („Mean Time Between Failures“) von 1,4 Millionen Stunden bei einem Garantiezeitraum von 5 Jahren an.


Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke grundsätzlich an einem SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet, wobei die Ergebnisse der einzelnen Benchmark-Tools über mehrere Durchläufe per Mittelwert geglättet wurden.


Die aktuellen HDTach-Ergebnisse der WD1000DHTZ haben wir hier mit denen der beiden vorherigen Modelle verglichen. Die dort sichtbare Verbesserung der Zugriffszeit ist allerdings sehr marginal und überhaupt kein Vergleich zu einer SSD. Handelsübliche 5400-rpm- und 7200-rpm-Festplatten hängen die Raptoren jedoch um einige ms ab:

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Die Lese- und Schreibrate der WD1000DHTZ liegt mit 168 bzw. 160 MB/s zwar nicht schlecht, verglichen mit bekannten HDDs allerdings nur ~10-15 MB/s darüber und ist den Werten von Einstiegs- und Performance-SSD deutlich unterlegen:

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Die Messungen des Lesedurchsatzes sowie der lesenden IOPS unter HDTune zeigen ein solides Bild:

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... ebenso wie die Schreib-Tests:

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Die Durchschnitts-Ergebnisse liegen im Lesebereich 30 MB/s oberhalb den Ergebnissen der Raptoren der 2. Generation, während der Unterschied beim Schreiben sogar 40 MB/s beträgt.


Unter PCMark Vantage ist ebenfalls eine signifikante Steigerung zu den vorherigen Raptor-Modellen festzustellen:

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Die Ergebnisse vom neuen PCMark 7 präsentieren wir hier nur als Einzelvergleiche zwischen 2. und 3. Generation (beide am gleichen Testsystem), da zum Zeitpunkt unseres damaligen Tests der VelociRaptor der 1. Generation dieser Benchmark noch nicht existierte:

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Wie anhand der Ergebnisse ersichtlich wird, gibt es auch hier einen deutlichen Unterschied zum Vorgänger-Modell. Gerade im für Festplatten wichtigen System-Storage-Test beträgt die Differenz ganze 214 Punkte.


Western Digital hat mit den neuen Exemplaren der VelociRaptor-Serie durchweg sinnvolle Erweiterungen und Verbesserungen vorgenommen. Kapazität, Cache und Datendichte wurden angehoben, was als Ergebnis auch zu einer Steigerung der realen Datenraten führt. Die Raptoren sind zwar in erster Linie für den Enterprise-Betrieb in RAID-Umgebungen und gut gekühlten, Lautstärke-unempfindlichen Serverschränken vorgesehen, können aber dennoch vereinzelt in Gaming-Systemen eingesetzt werden.

Während die erste VelociRaptor-Serie uneingeschränkt empfohlen werden konnte, müssen sich die Modelle der 2. und der jetzigen 3. Generation ernsthaft mit dem Vergleich zur SSD-Konkurrenz auseinandersetzen: Die Preisempfehlung WDs von 279 Euro liegt deutlich oberhalb von Desktop-HDDs, überschreitet aber auch den Preispunkt von Einstiegs- und Mittelklasse-SSDs. Auch wenn SSDs teilweise noch mit vergleichsweise geringer Kapazität, "Performance Degradation" und dem mangelnden TRIM-Support in RAID-Setups zu kämpfen haben, stellen sie die Raptoren leistungsmäßig locker in den Schatten.

WD VelociRaptor WD1000DHTZ
Modellbezeichnung WD1000DHTZ
Straßenpreis 279 € (UVP)
Homepage www.wdc.dom
Technische Daten
Formfaktor 2,5 Zoll (3,5 Zoll mit IcePack)
Kapazität (lt. Hersteller) 1000 GB (3 Platter)
Kapazität (formatiert) 931 GiB
Verfügbare Kapazitäten 1000, 500, 250 GB
Schnittstelle SATA 6 Gbit/s
Sektorgröße 4096 Byte (4K)
Cache 64MB
Umdrehungsgeschwindigkeit 10.000 U/m

Herstellergarantie 5 Jahre
Lieferumfang -


Die jetzige VelociRaptor-Serie bietet dem Käufer - für eine traditionelle Festplatte - hohe Datenraten bei niedrigen Zugriffszeiten. Sie ist damit der restlichen Desktop- und Enterprise-Konkurrenz in diesem Segment deutlich überlegen. Nichts desto Trotz werden die meisten Interessenten wohl neben einer Raptor als Systemlaufwerk noch eine weitere Platte zur Bewältigung des Speicherplatzhungers einsetzen. Und genau hier liegt das Problem: Wenn ohnehin ein weiteres Laufwerk für das System geplant ist, erhält man durch den Kauf einer SSD deutlich höhere Performance-Werte.

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Würde WD die VelociRaptor in Zukunft mit einem Hybrid-Cache im Sinne von Seagates Momentus XT versorgen, könnten sich die Raptoren deutlich näher an die SSD-Konkurrenz herankämpfen und ihr beanspruchtes Territorium besser verteidigen. Die momentane Leistung der VelociRaptor nimmt zwar eine relative Platzierung zwischen den traditionellen Desktop-HDDs auf der einen Seite und den brachial schnellen SSDs auf der anderen Seite ein, jedoch liegt diese Stelle viel näher am HDD-Bereich als an den SSDs. Daher müssen sich die Raptoren mittel- bis langfristig einer noch drastischeren Veränderung unterziehen, um ihr angeschlagenes Jagdrevier verteidigen zu können.

Positive Aspekte der WD VelociRaptor WD1000DHTZ:

Negative Aspekte der WD VelociRaptor WD1000DHTZ