Kurztest: Memoright FTM Plus 240 GB

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wdmybook00Mit der neuen FTM Plus 240 vom taiwanesischen Hersteller Memoright konnten wir endlich eines der uns auf der Computex vorgestellten Modelle aus der FTM-Reihe (wir berichten) zum Test erhalten. Memoright hatte auf der Messe besonders die Robustheit der Exemplare gegenüber Temperaturen und Spannungen in den Vordergrund gestellt. Erste technische Details wie der eingebaute Sandforce SF-2281 Controller, synchrone MLC-Chips und die neue SATA-Schnittstelle mit 6 Gb/s lassen bereits Erwartungen an die Performance der SSD aufkeimen. Wir haben uns die FTM Plus auf den nächsten Seiten im Detail angeschaut und natürlich auch mit einigen Benchmark-Programmen eine Leistungsanalyse durchgeführt.

Auf der Computex 2011 präsentierte Memoright am Stand erstmals die in Eigenregie entwickelte Spezialplatine mit OVP ("Over Voltage Protection"). Damit sollen vor allem die Folgen von Blitzeinschlägen oder plötzlichen Spannungsspitzen durch fehlerhafte Netzteile vorgebeugt werden. Neben diesem Feature können sich natürlich auch die inneren Werte der FTM Plus sehen lassen:

Die technischen Daten haben wir tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Memoright FTM Plus
Straßenpreis 349 € (240 GB)
Homepage www.memoright.com
Technische Daten
Formfaktor 2,5''
Kapazität (lt. Hersteller)
240 GB
Kapazität (formatiert)
223,5 GiB
Verfügbare Kapazitäten
60, 120, 240, 480 GB
Cache
k.A.
Controller Sandforce SF-2281
Chipart MLC (synchron)
Lesen (lt. Hersteller)
550 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller)
500 MB/s

Herstellergarantie 3 Jahre
Lieferumfang SSD, 3,5''-Montagerahmen

Unser 240-GB-Modell der FTM Plus kommt in unscheinbarem Aluminium-Rahmen daher und gibt nur durch das aufgeklebte Label Auskunft über Typ, Hersteller und Kapazität. Mit dem brandneuen Sandforce-Controller SF-2281 ist die FTM Plus hervorragend ausgestattet: Der Controller bietet unter anderem die automatische Datenkompression (erhöhte Lebensdauer der Flash-Zellen), sodass weniger Daten geschrieben werden müssen. Um die Lebensdauer der Flash-Bausteine also so hoch wie möglich zu halten, sollten möglichst wenig Daten geschrieben bzw. hin- und her verschoben werden.

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Den Faktor, der das Verhältnis zwischen „Daten, die vom Host an die SSD gesendet wurden“ und „Daten, die tatsächlich in den Flash-Speicher geschrieben wurden“ angibt, nennt man Write Amplification. Bei normalen Controllern ist dieser Wert immer größer gleich eins. Warum das so ist, liegt im Wesentlichen an der Organisation des Speichers – es können keine einzelnen Zellen, sondern nur Blöcke gelöscht werden. NAND kann außerdem nicht überschrieben, sondern muss erst gelöscht und dann neu programmiert werden (kurz „read-modify-write“). Dazu kommt noch das Wear-Leveling, das dafür sorgen soll, dass sich alle Zellen gleichmäßig abnutzen. Bei schlechten Controllern kann die Write Amplification in den hohen zweistelligen Bereich klettern. Gute Controller sollten deutlich im einstelligen Bereich liegen, während SandForce (aufgrund der Kompression) mit einem Faktor von 0,5 wirbt (im Alltagsbetrieb).

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Ein weiteres wichtiges Feature ist das sogenannte RAISE. Dieses funktioniert ähnlich wie ein gewöhnliches RAID. Dabei wird ein Speicherbaustein vom Controller nur dazu benutzt, um Paritätsinformationen zu speichern, was die Wahrscheinlichkeit eines Datenfehlers um ein bis zwei Größenordnungen senken kann. Alternativ ließe sich RAISE bei der SF-2000-Serie durch die Hersteller auch komplett abschalten, was zulasten der Bitfehlerrate geht (da SandForce mit einer überdurchschnittlich niedrigen Fehlerrate von bis zu 10-17 wirbt, wird man ohne RAISE wohl bei einer „marktüblichen“ Fehlerrate von 10-16 bis 10-15 landen).

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Als wesentliche Neuerung bleibt ansonsten neben der bereits erwähnten SATA-6 Gb/s-Unterstützung noch eine verbesserte Verschlüsselung. Neben der bereits von der SF-1000-Familie bekannten AES-128-Verschlüsselung kann nun auch eine AES-256-Verschlüsselung verwendet werden. Tatsächlich können beide Verschlüsselungen sogar miteinander kombiniert werden – Im Marketing würde man dann wohl von einer 384-Bit-Verschlüsselung reden, wobei diese Aussage aus Sicht der Kryptografie natürlich völliger Quatsch ist.

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Als Zubehör liefert Memoright dem Käufer einen passenden 3,5-Zoll-Einbaurahmen inkl. Schrauben für die 2,5-Zoll-SSD mit. Man kann das Laufwerk damit problemlos im Desktop-PC montieren und muss es mangels Befestigung nicht irgendwo ins Gehäuse legen.


Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke grundsätzlich an einem SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden alle Benchmark-Durchläufe mehrfach durchgeführt und der resultierende Mittelwert berechnet.


Hauptaugenmerk der HDTach-Messung ist die Bestimmung der sequentiellen Schreib- und Leserate der SSD. Zusätzlich werden noch die Burstrate und die obligatorische Zugriffszeit ermittelt:

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Mittels HDTune haben wir erneut die Schreib- und Leserate gegengeprüft...

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... und uns zusätzlich noch die gemessenen IOPS unter den verschiedenen Blockgrößen sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben angeschaut:

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Die Memoright FTM Plus liefert in beiden Tools sehr ordentliche Ergebnisse und gibt damit einen ersten Einblick in das Potential des neuen Sandforce SF-2281.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

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Der Kopier-Benchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

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PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt, wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces.

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PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendnung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen weren. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5%. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren SSDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

Im Abschnittstest der "Secondary Storage" erhielt die Memoright SSD ein Ergebniss von 5311 Punkten.


Memoright macht bei der FTM Plus einiges richtig: Die SSD kann dank Einsatz der flotten 6-Gb/s-Schnittstelle reichlich Performance aus Controller und Flash-Chips generieren, wohingegen bei SATA-II-SSDs die Anbindung zum Flaschenhals wurde. Die hohe Leistung der FTM Plus wird zusätzlich durch die hohe Kapazität von 240 GB unseres Testexemplars unterstrichen. Dementsprechend ist es auch kaum verwunderlich, dass der Endkundenpreis ebenfalls in höheren Regionen anzusiedeln ist.

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Doch unabhängig vom Preis muss man bedenken, dass dem Käufer hier einiges für das Geld geboten wird. Entgegen der reinen Performance-Schiene liefert Memoright dem Kunden noch einen integrierten Überspannungsschutz mit, der in dieser Form bislang kaum aufzufinden war. Die hohe Toleranz gegenüber Temperaturschwankungungen und widrigen Betriebsumgebungen ist für Home/Desktop-Nutzer kaum interessant und ist eher für die Fabrikanten von sog. "ruggedized"-Systemen und den Einsatz in Industrie-Umgebungen wichtig.

Positive Aspekte der Memoright FTM Plus (240 GB) :

Negative Aspekte der Memoright FTM Plus (240 GB) :

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