Test: Samsung SSD 830 Series

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teaserSamsung ist der größte Hersteller von SSDs, mit entsprechender Spannung wurde die neueste Generation der schnellen und lautlosen Massenspeicher erwartet. Die jüngste Entwicklung trägt den Namen 830 Series und wurde, wie bereits die beiden Vorgänger, komplett im eigenen Haus entwickelt. Schaut man sich die Spezifikationen an, findet man überall neueste Technologie: 2x nm Toggle-NAND, Dreikernprozessor und ein SATA-6 Gb/s-Interface lassen viel hoffen. Wie gut sich die Samsung SSD 830 Series in der Praxis schlägt und ob sie eine Kaufempfehlung wert ist, klären wir in diesem Artikel.

Was SSDs betrifft, kann man bei Samsung von einem deutlichen Wechsel in der Marketing-Philosophie sprechen. Die erste Generation (basierend auf dem sogenannten RBB-Controller) wurde ausschließlich an OEMs verkauft, also an andere Hersteller, die diese SSDs entweder in ihre eigenen Systeme eingebaut oder unter eigenem Namen weiterverkauft haben. Laufwerke mit Samsung-Technik waren damals u.a. von Corsair und OCZ zu haben. Bei der zweiten Generation, der Samsung 470, hat man dann das erste Mal direkt auf das Endkundengeschäft gesetzt und SSDs mit Samsung-Label sowie Retail-Verpackung angeboten. Diesen Weg setzt man nun auch bei der 830 Series fort, wobei das OEM-Geschäft für Samsung natürlich weiterhin von sehr großer Bedeutung ist.

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Man kann sagen, dass die Samsung 470 seinerzeit zu spät auf den Markt gekommen ist, denn während viele Hersteller schon Laufwerke mit SATA-6 Gb/s-Schnittstelle auf den Markt gebracht hatten, setzte Samsung bei der 470 noch auf die langsame SATA-3 Gb/s-Schnittstelle, sodass die Datenraten in der Praxis bereits bei ungefähr 250-270 MB/s gedeckelt waren. Bei der 830 Series wird dieses Manko des Vorgängers beseitigt und ein wesentlicher Flaschenhals für die Performance des Laufwerks entfällt. Auf den folgenden Seiten gehen wir auf alle weiteren Details der 830 Series ein, als nächstes möchten wir allerdings einen ersten Überblick über die technischen Daten geben:

Hersteller und
Bezeichnung
Samsung SSD 830 Series 512 GB
Straßenpreis ab 612 Euro (512 GB, 26.09.2011)
Homepage www.samsung.de
Technische Daten
Formfaktor 2,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller)
512 GB
Kapazität (formatiert)
477 GiB
Verfügbare Kapazitäten
64, 128, 256, 512 GB
Cache
256 MB
Controller Samsung MCX
Chipart MLC-NAND (Toggle)
Lesen (lt. Hersteller)
520 MB/s (512 GB, andere Kapazitäten siehe Seite 3)
Schreiben (lt. Hersteller)
400 MB/s (512 GB, andere Kapazitäten siehe Seite 3)

Herstellergarantie 3 Jahre
Lieferumfang Als Upgrade-Kit: Norton Ghost, Einbaurahmen, SATA Strom-/Datenkabel

Samsung ist der einzige Hersteller, bei dem bisher alle SSDs aus komplett eigener Entwicklung stammen. Dazu gehören Flash-Speicher, der Controller und vor allem auch seine Firmware sowie das PCB.

Der MLC-NAND, welcher auf der 830 Series zum Einsatz kommt, gehört zur 20 nm-Klasse und besitzt ein Toggle-DDR-Interface. Analog zum Arbeitsspeicher lassen sich bei dieser Art Speicher Daten sowohl auf der steigenden als auch auf der fallenden Flanke des Taktsignales übertragen. Der Performance-Gewinn dadurch beträgt laut Samsung 10 Prozent beim zufälligen Lesen und 40 Prozent beim zufälligen Schreiben. Toggle-NAND ist allerdings nicht Samsung-exklusiv und kommt auch auf anderen SSDs zum Einsatz.

Die wichtigste Komponente einer SSD ist allerdings nach wie vor der Controller in Verbindung mit seiner Firmware. Denn während der Flash-Speicher nur den Grundstein für die Leistungsfähigkeit einer SSD legt, entscheidet der Controller bzw. die Firmware letztendlich darüber, wie viel dieser Rohleistung ankommt. Auch die Kompatibilität hängt maßgeblich von der Controller-Firmware-Kombination ab, und gerade in diesem Punkt gab es in der Vergangenheit bei praktisch jedem Hersteller mehr oder weniger große Probleme. Samsung ist in dieser Hinsicht sehr positiv aufgefallen, nennenswerte Firmware- oder Kompatibilitätsprobleme konnte man bisher nicht beobachten.

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Mit einer Höhe von 7 mm ist das Gehäuse der 830 Series besonders flach. Das Öffnen gestaltet sich als recht aufwendig, da kleine Haken weggedrückt werden müssen, wobei die Wahrscheinlichkeit, einen dieser Haken zu beschädigen oder zu zerstören, recht hoch ist. Zwar lässt sich das Gehäuse meistens wieder problemlos schließen (auch wenn einer der Haken beschädigt wurde), wer es allerdings nicht riskieren möchte die Garantie zu verlieren, sollte von einem Öffnungsversuch absehen.

Der MCX-Controller der 830 Series basiert auf einer ARM-CPU mit insgesamt drei Kernen, wobei nicht offengelegt wurde, ob es eine feste Zuteilung der Kerne an bestimmte Aufgaben gibt oder diese Zuteilung je nach Bedarf stattfindet. Unterstützt wird der Controller von einem 256 MB großen Cache, auf dem auch Nutzerdaten zwischengespeichert werden. SandForce hat gezeigt, dass man auch ohne externen Cache eine sehr gute Performance erreichen kann, sodass das Vorhandensein eines (sehr großen) externen Caches weder positiv noch negativ zu bewerten ist.

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Ein großer Cache birgt allerdings auch immer das Risiko eines schwerwiegenden Datenverlusts, sollte während einer Schreiboperation die Stromversorgung unterbrochen werden. Samsung verspricht, dieses durch (ebenfalls nicht offengelegte) Firmware-Algorithmen verhindern zu können. Da auf der Platine der SSD allerdings keine Stützkondensatoren zu finden sind (wie sie beispielsweise bei der Intel 320 Series zum Einsatz kommen), wird sich dieser Schutz vermutlich darauf beschränken zu verhindern, dass die SSD in einen inkonsistenten Zustand kommt, was die Zuordnung von logischen zu physikalischen Blöcken betrifft. Das ist zwar nicht der Königsweg, aber deutlich besser als gar kein Schutzmechanismus.

Samsung verkauft die 830 Series entweder in einem Upgrade-Kit (wobei u.a. eine Vollversion von Norton Ghost beiliegt, mit der sich ein bestehendes System auf die SSD kopieren/klonen lässt) oder als Einzellaufwerk. Mit der SSD Magician getauften Software stellt Samsung ein Tool zur Verfügung, welches das Aktualisieren der Firmware der SSD unter Windows erlaubt und außerdem ein manuelles TRIMen der SSD ermöglichst. Für Windows 7 Nutzer ist das natürlich uninteressant, da Windows 7 den TRIM-Befehl selbstständig unterstützt. Windows XP und Vista Nutzer können ihr Laufwerk so aber immer in einen optimalen (Performance-)Zustand versetzen. Es gibt keine Linux- oder Mac OS-Version dieses Tool und auch keine Pläne, eine entsprechende Version zu entwickeln.


Was die Performance betrifft, setzt Samsung ausschließlich auf eine im Vordergrund arbeitende Garbage Collection (und natürlich auf den TRIM-Befehl). Eine Vordergrund-GC wird nur aktiv, wenn auf das Laufwerk geschrieben wird. Dadurch kann die Write Amplification niedrig gehalten werden und die Lebensdauer des Laufwerks erhöht sich. Als Nachteil im Gegensatz zu einer Hintergrund-GC (auch Idle Time GC genannt) kann die Performance allerdings etwas schlechter sein, das ist allerdings zu einem großen Teil von den verwendeten Algorithmen abhängig.

Die GC der Samsung SSD 830 Series arbeitet recht konservativ, vergleichbar mit der Crucial m4. Der erste Screenshot zeigt das Laufwerk im fabrikneuen Zustand, schreibend werden durchschnittlich 390,9 MB/s erreicht. Der zweite Screenshot ist nach ungefähr 1,5 Stunden Last mit Iometer (4K Random Write) entstanden, die durchschnittliche Schreibrate ist auf 103,6 MB/s gesunken und liegt die erste Zeit sogar nur bei rund 50 MB/s. Nach einem zweiten Durchlauf (ohne zwischen den Durchläufen den TRIM-Befehl auszulösen) erreicht die SSD wieder ihre Ausgangsleistung. Die GC der Intel SSD 510 Series arbeitet hier zum Beispiel spürbar aggressiver. Eine zurückhaltende GC wie bei der Samsung SSD 830 Series ist nicht weiter schlimm (möglicherweise sogar positiv, da die Write Amplification niedriger gehalten werden kann), das Laufwerk empfiehlt sich damit aber nicht unbedingt für Systeme ohne TRIM-Befehl, also beispielsweise ein RAID-Volume.

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Wie auch bei anderen SSDs ist die Leistung der 830 Series teilweise von der Laufwerkskapazität abhängig. Mehr Kapazität bedeutet bei SSDs häufig auch mehr Performance, da auf mehrere Speicherchips gleichzeitig zugegriffen werden kann. Das von uns getestete Laufwerk mit 512 GB soll allerdings identisch zur 256 GB-Version performen, sodass die Vergleichbarkeit zu den anderen bisher getesteten Laufwerken gegeben ist. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Leistungsdaten an einem SATA-3 Gb/s- und 6 Gb/s-Anschluss, bei allen Werten handelt es sich um Herstellerangaben. Samsung verzichtet bei der 830 Series auf eine transparente Kompression, sodass alle Transferraten unabhängig von der Komprimierbarkeit der Daten erreicht werden.

Samsung SSD 830 Series - Herstellerangaben
Kapazität 64 GB 128 GB 256 GB 512 GB
SATA 6 Gb/s
Zufälliges lesen (IOPS) 75000 80000 80000 80000
Zufälliges schreiben (IOPS) 16000 30000 36000 36000
Sequenzielles lesen (MB/s) 520 520 520 520
Sequenzielles schreiben (MB/s) 160 320 400 400
SATA 3 Gb/s
Zufälliges lesen (IOPS) 47000 47000 47000 47000
Zufälliges schreiben (IOPS) 16000 29000 29000 35000
Sequenzielles lesen (MB/s) 270 270 270 270
Sequenzielles schreiben (MB/s) 160 255 255 255

Ein immer gerne angeführtes Argument für SSDs ist die größere Haltbarkeit im Vergleich zu Festplatten. Was die mechanische Belastbarkeit angeht, ist dies auch einfach einzusehen, denn SSDs besitzen keine hochempfindliche Mechanik, die durch einen Stoß zerstört werden kann. Auch die nur begrenzte Anzahl an Schreibzugriffen, die Flash-Speicher aushält, war bisher kaum ein Problem. Der Hauptgrund für Ausfälle einer SSD sind meistens Firmwarefehler, so wie man sie zuletzt z.B. bei Intel beobachten konnte. Auch wenn ein Laufwerk nicht gleich kaputtgeht, können Firmwarefehler sehr schnell den Spaß an einer SSD verderben, wenn man z.B. von den BSOD-Problemen vieler SandForce-Laufwerke betroffen ist.

Was diese Art von Problemen angeht, kann Samsung auf eine recht erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken, denn schwerwiegende Bugs gab es bisher nicht. Schaut man sich Nutzer-Berichte an (z.B. in unserem Forum), so scheint es mit Samsung-SSDs auch keinerlei Kompatibilitätsprobleme zu geben. Zumindest die Grundlage dafür, dass die 830 Series ähnlich zuverlässig und problemlos arbeiten wird, ist also auf jeden Fall gegeben. Ob dies allerdings tatsächlich der Fall sein wird, bleibt abzuwarten. Denn der erwähnte Firmware-Bug bei Intel ist bei einem Laufwerk aufgetreten, von dem man der Vergangenheit nach zu urteilen ebenfalls keinerlei Probleme erwartet hätte.

Was die maximale Schreiblast der 830 Series angeht, hat Samsung folgende (theoretischen) Zahlen veröffentlicht.

Samsung SSD 830 Series - Lebensdauer des Flash-Speichers
Kapazität 64 GB 128 GB 256 GB 512 GB
Schreibrate
Lebensdauer bei 10 GB / Tag 16 Jahre 32 Jahre 64 Jahre k.A.
Lebensdauer bei 20 GB / Tag 8 Jahre 16 Jahre 32 Jahre k.A.
Lebensdauer bei 40 GB / Tag 4 Jahre 8 Jahre 16 Jahre k.A.

Zum Vergleich: Intel gibt für ein „typisches Desktopnutzungsmuster" und eine Schreibrate von 20 GB pro Tag eine minimale Lebensdauer von fünf Jahren an (unabhängig von der Kapazität). In einem typischen Desktopsystem werden üblicherweise selten mehr als 10-20 GB pro Tag geschrieben, daher ist die wichtigste Aussage dieser Zahlen: Jede dieser SSDs wird, bevor sie sich nicht mehr beschreiben lässt, ausgemustert/ausgetauscht oder durch einen anderen Defekt unbenutzbar sein. Um die Haltbarkeit des Flash-Speichers muss man sich also keine Gedanken machen, zumal sich die Daten auch bei nicht mehr beschreibbaren Speicherzellen noch auslesen lassen sollten. An dieser Stelle sei allerdings auch noch einmal darauf hingewiesen, dass jedes Speichermedium ausfallen kann und es einem im Fall von wichtigen Daten niemals erspart werden wird, ein Backup anzufertigen.


testsys

Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke grundsätzlich an einem SATA-6 Gb/s-Port des P67-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep und sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert.

Beginnend mit Version 10 des Intel Rapid-Storage-Treibers aktiviert die Installationsroutine desselben nun auch auf Desktop-Systemen ein auf Notebook-Systemen schon lange genutztes Feature. Die Rede ist vom sogenannten Link Power Management, kurz LPM, was (ein weiteres) Stromsparfeature ist. Die Kommunikation über den SATA-Link kann dabei vollständig eingestellt werden, sodass hier kein Strom mehr verbraucht wird.

Das Interessante daran? Mit aktiviertem LPM verlieren einige SSDs in manchen Bereichen einen vergleichsweise großen Teil ihrer Leistung. Betroffen sind davon vor allem SSDs, die nicht von Intel kommen. Böse Absicht? Nicht unbedingt, fehlendes Interesse der anderen Hersteller, die eigenen Produkte vollständig kompatibel mit LPM zu machen, könnte hier ebenfalls eine Rolle spielen.

Wann genau wird LPM nun aktiviert? Bei Notebook-Plattformen: Schon immer. Da hier allerdings alle Komponenten auf Strom sparen ausgelegt sind, war eine niedrigere Leistung von SSDs in Notebooks nie ein Thema. Bei Desktop-Plattformen wird LPM nur aktiviert, wenn ein RST-Treiber ab Version 10 auf einem frischen System installiert wird. War vorher schon eine ältere Version des RST-Treibers vorhanden, bleibt LPM deaktiviert. Da LPM bei Desktop-Systemen allerdings praktisch keinen Einfluss auf die Leistungsaufnahme hat, werden alle Benchmarks mit (manuell) deaktiviertem LPM durchgeführt.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 64 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von 8M logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

iometer_4k_read

iometer_4k_write

iometer_4k_read_64

iometer_4k_write_64

iometer_seq_read

iometer_seq_write

Die Samsung SSD 830 Series liefert hier eine sehr gute Vorstellung. Insbesondere die sequenziellen Werte wissen zu gefallen, werden doch zwei neue Rekorde aufgestellt. SandForce-SSDs schreiben zwar schneller, aber nur, wenn sie maximal komprimierbare Daten erhalten. Bei Zufallsdaten sinken die Schreibraten von SandForce-SSDs sehr deutlich.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

as_ssd_4k_read

as_ssd_4k_write

as_ssd_4k_read64

as_ssd_4k_write64

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Wie auch schon beim Iometer-Benchmark liefert die Samsung SSD 830 Series hier ein sehr gutes Ergebnis ab.

Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

as_copy_iso

as_copy_programm

as_copy_spiel

Wer mit großen Dateien arbeitet, wird sehr viel Freude mit der Samsung SSD 830 Series haben, denn auch beim Kopierbenchmark können wir drei neue Rekorde notieren.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt, wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces.

Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

pcmark_total

pcmark_hdd

pcmark_comm

pcmark_gaming

pcmark_memories

pcmark_movies

pcmark_music

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Auch beim PCMark-Benchmark kann die Samsung SSD 830 Series überzeugen, lediglich SandForce-SSDs sind hier noch ein bisschen besser. Im Alltag ist zwischen diesen SSDs jedoch kein Unterschied spürbar.


PCMark 7 ist der direkte Nachfolger der älteren Vantage-Version und ist, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Verwendnung mit Windows 7 optimiert. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Benchmarks in andere Kategorien eingeteilt, wobei, abgesehen vom Storage-Benchmark, alle Tests wieder die reale Leistung des Systems ermitteln, indem neben der SSD (oder HDD) alle anderen Komponenten des Systems (CPU, Arbeitsspeicher, Grafikkarte) ebenfalls in die Tests mit einbezogen weren. Wer an allen Einzelheiten interessiert ist, dem sei das umfangreiche PCMark 7 Whitepaper (PDF) als Lektüre empfohlen.

Erfreulicherweise hat die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugenommen, so unterscheiden sich die Punktzahlen bei mehreren Durchläufen fast immer um weniger als 0,5%. Dadurch ist es nun deutlich einfacher, Performance-Unterschiede zwischen mehreren SSDs auszumachen, die nicht nur einer Messschwankung geschuldet sind.

pcmark_7_total

pcmark_7_storage

pcmark_7_computation

pcmark_7_creativity

pcmark_7_entertainment

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Auch hier sichert sich die Samsung SSD 830 Series einen der vorderen Plätze.


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Das ist er also, Samsungs Einstieg in den Markt der SATA-6 Gb/s-SSDs. Man könnte sich jetzt sicherlich darüber beschweren, dass es dafür doch ein bisschen spät ist, schließlich gibt es entsprechende SSDs schon recht lange von Crucial, Intel und allen Herstellern, die SandForce-Technologie verbauen.

Wenn diese Zeit jedoch genutzt wurde, um die Samsung SSD 830 Series ausführlich auf Fehler zu testen, hat es sich gelohnt. Denn das Problem von SSDs ist nicht (mehr) ihre Performance, sondern die Kompatibilität und Stabilität. Hier haben viele Hersteller teilweise noch sehr große Baustellen und was nützt die schnellste SSD, wenn der Rechner wegen ihr abstürzt?

Samsung hat in dieser Hinsicht bisher eine vorbildliche Arbeit geleistet, die Chancen sind also hoch, dass auch die 830 Series wieder eine SSD mit maximaler Kompatibilität und Stabilität wird. Sicher lässt sich das natürlich erst sagen, wenn sich einige Laufwerke „im Feld" befinden und es Nutzerberichte gibt. Da Samsung zusätzlich auch noch sehr gut im OEM-Geschäft vertreten ist und mit vielen anderen Herstellern zusammenarbeitet, hat die 830 Series aber die beste Grundlage ein problemloses Laufwerk zu werden.

Aus Performance-Sicht gibt es an der Samsung SSD 830 Series jedenfalls nichts auszusetzen. Kleine Blöcke werden für jedes Desktop-/Gaming-/High-End-System mehr als ausreichend schnell gelesen und geschrieben. Die sequenziellen Raten sind über jeden Zweifel erhaben, hier wurde der bisherige Platzhirsch in Form der Intel SSD 510 Series abgelöst. Insbesondere werden die Transferraten unabhängig von der Art der Daten erreicht, da bei der 830 Series keine Kompression zum Einsatz kommt.

Schauen wir uns nun den Preis einiger aktueller Laufwerke an:

Preisvergleich
Hersteller und Modellbez. Samsung SSD 830 Series Intel SSD 510 Series Crucial m4 Extrememory XLR8 Express
Preis in Euro 
64 GB 109,991) / 108,992) n.v. 84,482) 108,942) (60 GB)
128 GB 199,901) / 180,572) 219,852) (120 GB) 153,302) 178,992) (120 GB)
256 GB 379,991) / 326,192) 447,702) (250 GB) 307,692) 395,992) (240 GB)
1) UVP für Desktop-/Notebook-Kit 2) Preisvergleich (26.09.2011)

Crucials m4 (zum Test) ist nach wie vor die preisgünstigste SSD, liefert eine sehr gute Performance und läuft größtenteils problemlos. Genau so problemlos arbeitet die Intel SSD 510 Series (zum Test), das High-End-Laufwerk lässt sich Intel jedoch sehr gut bezahlen. Die Extrememory XLR8 Express (zum Test) liegt preislisch dazwischen, glänzt mit einer sehr guten Alltagsperformance, muss bei sequenziellen Operationen allerdings etwas zurückstecken, zumindest wenn es um inkompressible Daten geht.

Zusammengefasst: Wer den letzten Euro sparen möchte (ohne dabei auf Leistung zu verzichten), kann nach wie vor zur Crucial m4 greifen. Wer sequenziell mehr Leistung möchte und auch bereit ist, einen kleinen Aufpreis zu bezahlen, greift zur Samsung SSD 830 Series und bekommt eine SSD, die in der Liga der High-End-SSDs auf den ersten Plätzen mitspielt.

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Positive Aspekte der Samsung SSD 830 Series:

Negative Aspekte der Samsung SSD 830 Series:

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