Round-up: Aktuelle Festplatten mit 3 TB im Vergleich

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wd_3tb_teaserNachdem die 2-TB-Grenze der magnetischen Festspeicher im Laufe des letzten Jahres geknackt wurde, ließen sich die Hersteller etwas Zeit, um die Kapazität der Laufwerke auf das nächste Level zu heben. Dies hatte nicht nur mit dem reinen Fortschritt der Fertigungstechnologie und entsprechenden Verkleinerung der Strukturen zu tun, sondern auch mit der Bereinigung des Adressierungsproblems jenseits von 2 Terabyte. Mittlerweile haben aber fast alle Hersteller (mit Ausnahme von Samsung) unterschiedliche Boliden mit 3 TB im Portfolio. Grund genug für uns, die einzelnen Kandidaten einmal im Detail unter die Lupe zu nehmen.

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Hitachi, Seagate und Western Digital haben allesamt Magnetspeicher mit einer Spitzenkapazität von 3 Terabyte im Angebot. Diese rangieren nicht nur in unterschiedlichen Preisbereichen, sondern werden auch in verschiedenen Segmenten (Desktop, Enterprise, AV) des HDD-Marktes geführt. Beim Design der jeweiligen Boliden standen daher sehr unterschiedliche Merkmale im Vordergrund: Für dieses Round-up haben wir uns Hitachis 7K3000, jeweils ein Exemplar von Seagates Constellation ES.2 und Barracuda XT, ebenso wie je einen Proband von WDs Caviar Green und AV-GP in die Redaktionsräume kommen lassen. Die technischen Eckdaten der Laufwerke haben wir vorab in einer Tabelle zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung

Hitachi
7K3000

Seagate
Barracuda XT

Seagate
Constellation ES.2

WD
AV-GP

WD
Caviar Green

Modellbezeichnung HDS723030ALA640
ST330005N1A1AS-RK ST33000650NS WD30EURS WD30EZRX
Straßenpreis ab 135 €
ab 160 € ab 235 € ab 125 € ab 115 €
Homepage www.hitachigst.com
www.seagate.com www.seagate.com www.wdc.com www.wdc.com
Technische Daten

Formfaktor 3,5 Zoll
3,5 Zoll
3,5 Zoll
3,5 Zoll
3,5 Zoll
Anbindung SATA 6 Gbit/s
SATA 6 Gbit/s SATA 6 Gbit/s SATA 3 Gbit/s SATA 6 Gbit/s
Kapazität
3 TB
3 TB 3 TB 3 TB 3 TB
Verfügbare Kapazitäten d. Serie
1,5 bis 3 TB
2 bis 3 TB 3 TB 160 GB bis 3 TB 320 GB bis 3 TB
Sektorgröße
512 Byte
4096 Byte 4096 Byte 4096 Byte 4096 Byte
Cache 64 MB
64 MB 64 MB 64 MB 64 MB
Umdrehungsgeschwindigkeit
7200 rpm
7200 rpm 7200 rpm 5400 - 7200 rpm 5400 - 7200 rpm



Herstellergarantie 3 Jahre 5 Jahre 5 Jahre 3 Jahre 3 Jahre

Unabhängig vom ausgewählten Modell und jeweiligen Hersteller gibt es aber einige Einstiegshürden beim Betrieb von Festplatten dieser Kapazitätsklasse, sodass wir auf der nächsten Seite erst etwas auf die Tücken der Technik eingehen möchten. Danach folgt dann eine Detailbetrachtung jedes einzelnen Modells mit abschließendem Performance-Check und Fazit.


Alle Festplatten mit Kapazitäten oberhalb von  2,2 Terabyte haben ein gemeinsames Problem: Sie sind unter Verwendung der MBR-Partitionierung mit 512-Byte-Blöcken nicht vollständig adressierbar, aber unter Nutzung von GPT oder 4k-Sektoren nicht unter allen Betriebssystemen ohne Schwierigkeiten lauffähig. Das erste Problem der Adressierung ist historisch begründet und liegt an der damaligen Definition von Partitionsgrößen und logischen Speicheradressen. Das zweite Problem der Inkompatibilität wurde teilweise durch Design-Annahmen seitens der Betriebssystem-Schmieden hervorgerufen und durch nachträgliche Patches eingeschränkt. Jedoch: Einige Systemkonfigurationen (bzw. ausgewählte Betriebssysteme) bleiben aber dauerhaft inkompatibel zu 3-TB-Festplatten.

Doch beginnen wir am Anfang:

Jede Festplatte besteht aus Schreib-/Leseköpfen, die über unterschiedliche viele Magnetscheiben ("Platter") fliegen. Jede dieser Magnetscheiben besitzt eine feste Anzahl an Spuren ("Tracks"). Diese Tracks sind nichts anderes als konzentrische „Fahrspuren“ auf den Scheiben. Je mehr man sich dabei dem Mittelpunkt nähert, desto kürzer werden die Tracks. Doch es geht noch weiter: Jeder Track ist wiederum unterteilt in unterschiedlich viele Sektoren, wobei aber jeder Sektor eine festgelegte Bytegröße besitzt. Die Mehrzahl der aktuell im Einsatz befindlichen Festplatten ist mit einer Sektorgröße von 512 Byte ausgestattet. Festplatten mit größeren Sektoren (Stichwort „4K“) sind auch schon im Handel und kurz- bis mittelfristig werden die Exemplare mit 512 Byte auslaufen.

Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass jeder Sektor einen eigenen Initialisierungs-, Adress- und Fehlerkorrektur-Bereich besitzt, was zwangsläufig Overhead und damit Speicherplatzverlust bedeutet. Je mehr Sektoren also eingesetzt werden, desto mehr Kapazität geht für die Verwaltung/Fehlerkorrektur etc. verloren. Um also den physischen Platz möglichst effizient zu nutzen, haben sich die Hersteller gemeinsam darauf verständigt die Sektorgröße um dem Faktor 8 auf 4096 Byte anzuheben. Damit schrumpft nicht nur die Anzahl der erwähnten Korrektur- und Initialisierungs-Bytes deutlich, sondern auch die Anzahl der benötigten Sektoren für eine feste Kapazität.

Doch was hat das mit dem Adressierungsproblem bei 3 TB zu tun?

Die oben erwähnten physischen Informationen einer Festplatte müssen für das Betriebssystem auf logische Bereiche umgesetzt werden. Dies geschieht mittels LBA ("Logical Block Adressing"). Hier erhält jeder physische Sektor der Festplatte eine logische fortlaufende Blocknummer, über die er seitens des Betriebssystems unmittelbar ansprechbar ist. Von diesen LBA-Adressen kann es aber nur 2^32 viele geben, weil das entsprechende Adress-Feld einer MBR-Partition auf eine Länge von 32 Bit beschränkt ist. Dies bedeutet: Hat eine Festplatte eine Kapazität von mehr als 2,2 Terabyte (2.199.023.255.552 Byte) unter Verwendung von 512-Byte-Sektoren, ist der Zahlenvorrat aufgebraucht. Einer Datenpartition oberhalb dieser Grenze kann dann kein weiterer Block zugewiesen werden, da das Feld für die Blocknummern schlicht ausgeschöpft ist.

Damit sind wir auch gleich am Kern des Problems, nämlich der MBR-Partitionierung. Die damalige Definition entstammte aus Zeiten, wo Speicherplatz ein rares Gut war und eine Festplattengröße der Kategorie Terabyte erschien undenkbar (man erinnere sich an an zweistellige Jahreswerte für ein Datum und 5,25-Zoll-Disketten). Deswegen wurde für LBA nur ein 32-Bit-Feld vorgesehen, sodass mit „normalen“ 512-Byte-Sektoren maximal 2,2 TB adressierbar sind.

Gilt diese Limitierung auch für Platten mit 4k-Sektoren?

Ja und nein: Die maximale Blockanzahl bleibt unter Verwendung einer MBR-Partition natürlich erhalten und auf 32 Bit beschränkt, allerdings steigt der zur Verfügung stehende Speicherplatz durch die erhöhte Sektorgröße: Nutzt man die bereitstehenden maximal 2^32 Blocknummern mit 4k-Sektoren, lässt sich bei gleichbleibender Blockanzahl das 8-fache an physischem Speicherplatz adressieren. Einziger Wermutstropfen: HDDs mit 4k-Sektoren können nicht ohne Weiteres unter älteren Windows-Systemen (XP, Server 2003, Home Server) als Boot-Laufwerke eingesetzt werden: Hier müssen Hersteller-spezifische Alignment-Tools (WD Align, Hitachi Align Tool, Seagate DiscWizard) zum Einsatz kommen, damit die MBR-Blocknummern für das jeweilige OS „richtig“ nummeriert werden. Dieses Umschieben der Adressen hängt mit den Windows-spezifischen Boot-Informationen zusammen, die seitens Microsoft immer bei festen LBA-Blocknummern erwartet werden.

Doch ist dieser Trick keine finale Patentlösung: Zur Behebung der limitierenden MBR-Partitionen wurde eine neue Spezifikation namens GPT (GUID Partition Table) entworfen, die bis zu 9,4 Zettabyte (9,4*10^21 bzw. 1 Milliarde Terabyte) hinsichtlich ihrer verfügbaren Blocknummern adressieren kann. Hiermit stellen die verhältnisweise „mageren“ 3 TB nun überhaupt kein Problem mehr dar. Dafür bringt GPT allerdings eigene Kompatibilitätsprobleme mit sich (ggf. EFI-BIOS nötig und entsprechendes Betriebssystem), die wir hier aber nicht weiter im Detail vertiefen möchten.

Fakt ist: Wer eine Festplatte mit einer Kapazität von 3 TB in vollem Umfang und uneingeschränkt nutzen möchte, der sollte sie per GPT betreiben und benötigt zusätzlich ein 64-Bit-Betriebssystem (oder alternativ ein 32-Bit-System mit einem entsprechenden Patch-Stand). Die Verwendung unter älteren Systemen halten wir aufgrund der gegebenen Einschränkungen und zu beachtenden Umstände eher für unpraktisch, zumal sich dort auch die Frage stellt, wofür die Kapazität eingesetzt werden soll.

Doch nun genug der Technik, weiter geht’s mit den eigentlichen Akteuren dieses Artikels!


Hitachis brandneue 7K3000-Serie ist in insgesamt drei verschiedenen Kapazitätsgrößen erhältlich. Wir haben uns für das Round-up passenderweise für das 3-TB-Modell HDS723030ALA640 entschieden. Die Platte gehört damit zu den Boliden, die mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 7200 rpm arbeiten, im Gegensatz zu den Exemplaren der 5K3000-Reihe (5400 rpm). Durch diese beiden Modellreihen bietet Hitachi dem Käufer die Wahl zwischen der eher Performance-orientierten 7K-Reihe und den etwas sparsameren und geringfügig langsameren 5K-Kollegen.

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Im Inneren der HDS723030ALA640 sitzen insgesamt 5 Platter, die die Kapazität von 3 TB stemmen. Angesteuert wird die Festplatte über die neue SATA-Schnittstelle mit 6 Gbit/s. Der Cache liegt bei 64 MB. Bezüglich der Sektorgröße ist Hitachi beim „Standard“ von 512 Byte verblieben. Mit einem Idle-Stromverbrauch von 6,8 Watt liegt Hitachi etwas höher als einige Konkurrenzmodelle, aber dennoch in einem guten Umfeld.

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Etwas widersprüchlich gestaltet sich die Lektüre des Whitepapers: Hitachi gibt den Modellen der 7K3000 unter „Availability“ zwar eine offensichtliche Zulassung zum 24x7-Betrieb, schränkt dies in der Fußnote jedoch auf Niedriglast-Szenarios in unkritischen Bereichen ein. Wer ein 3-TB-Modell der 7K3000 erstehen möchte, muss dafür derzeit rund 135,- Euro investieren.

Persönlicher Eindruck:

Hitachis 3-TB-Bolide der 7K3000-Baureihe ist ein verlässliches Speichermedium für digitale Inhalte. Design-bedingt liegen Stromverbrauch und Geräuschkulisse etwas höher als bei den 4-Platter-HDDs der Konkurrenz, dafür kann sich die HDS723030ALA640 in Benchmarks wie PCMark Vantage oder HDTach gut behaupten. 
Der Hersteller Seagate ist in diesem Round-up ebenfalls vertreten, nämlich durch einen Probanden aus der „Barracuda XT“-Baureihe, die ST330005N1A1AS-RK. Das Laufwerk besitzt wie gefordert eine Kapazität von 3 TB und bringt diese über 4 Platter. Dies ergibt eine durchschnittliche Speicherdichte von 347 GB pro Quadratzoll. Um die Barracuda zügig befüllen und wieder entladen zu können, sind 64 MB Cache mit an Bord, ebenso wie auf die 6 Gbit/s schnelle SATA-Schnittstelle gesetzt wird.

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Wie alle Performance-orientierten Seagate-Platten dreht auch die Barracuda XT mit 7200 Touren pro Minute, wobei der Stromverbrauch (Betrieb) laut Seagate im Durchschnitt bei 9,2 Watt anzusiedeln ist. Im Leerlauf braucht die Platte immerhin noch knapp 6,4 Watt. Kein Wunder, schließlich wurde die Barracuda als leistungsstarker Raubfisch und nicht als träger Karpfen entworfen.

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Der Preis von rund 160,- Euro für ein Exemplar der Barracuda XT erscheint auf den ersten Blick zwar nicht sonderlich günstig, unter den reinen Desktop-Modellen erkauft man sich dafür aber einen großen Performance-Batzen.

Persönlicher Eindruck:

Die Barracuda macht ihrem Namen alle Ehre und spart nicht an der Leistung. Wirklich die Stirn bieten kann ihr nur die 7K3000 und die Inhouse-Konkurrenz aus den eigenen Reihen, da die restlichen 3-TB-Laufwerke in einer anderen Leistungs-, aber auch Preis-Klasse spielen.
Die Constellation-Serie von Seagate ist dem Enterpreise-Segment zugedacht. Entgegen der hochgezüchteten 10/15k-Cheetah-Laufwerke soll die Constellation vielmehr das Flaggschiff hinsichtlich Kapazität im Unternehmens-Umfeld darstellen, ohne aber komplett an der Performance zu sparen. Denn häufig zählt nicht nur Schnelligkeit, sondern eben auch das Speichervolumen. Dementsprechend ist auch klar, dass es sich bei der Constellation nicht um ein Stromsparwunder oder einen Leisetreter handelt. Bereits Idle verbraucht ein 3-TB-Exemplar ~7,4 Watt, während unter Last bis zu 11,5 Watt fällig werden.

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Derzeit gibt es ausschließlich das 3-TB-Modell der Constellation ES.2, wobei es wahlweise mit oder ohne Hardware-basierter Verschlüsselung angeboten wird. Als Besonderheit fügt Seagate hier Modelle hinzu, die eine FIPS (140-2) Zertifizierung erhalten haben und demnach auch in Regierungs-PCs in den USA und Kanada eingesetzt werden dürfen.  Dem Enterprise-Sektor geschuldet ist auch die Schnittstellen-Auswahl: Hier kann zwischen SATA (6 Gbit/s) oder SAS (ebenfalls 6 Gbit/s) ausgewählt werden. Unser Modell ist mit SATA-Interface bestückt und kommt ohne Verschlüsselung aus.

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Da die Constellation-Serie dem Enterprise-Segment zugedacht ist, ist sie mit einem Kaufpreis von 235,- Euro kein Schnäppchen und für die Nutzung in Desktop- oder Gaming-PCs eher ungewöhnlich.

Persönlicher Eindruck:

Geschwindigkeit hat ihren Preis, dies steht fest. Doch die Constellation ES.2 hält, was sie verspricht: Sie ist die momentan schnellste „traditionelle“ Festplatte im Desktop-Gewand der 7200-rpm-Klasse und macht hier auch keinerlei Kompromisse. Sowohl die Zugriffszeiten, IOPS als auch Durchsatzraten liegen auf exzellentem Niveau.
Wie die Namensgebung der Serie bereits nahelegt, ist die WD30EURS für den Audio/Video-Bereich konzipiert. Um hier zu bestehen, geht es in erster Linie nicht um hohe Rohperformance, sondern vielmehr um Langlebigkeit und Laufruhe. Ersteres wird unter anderem durch niedrige Betriebstemperaturen und geringen Stromverbrauch erzielt. Während Lese- oder Schreibzugriffen soll die WD30EURS rund 6 Watt benötigen, im Standby/Sleep nur 0,75 Watt. Zum Vergleich: Eine WD2002FAEX aus der Black-Series verbraucht Idle bereits >8 Watt und im Zugriff schon mehr als 10,5 Watt. Der geringere Verbrauch wird unter anderem auch durch das 4-Platter-Design begünstigt, da weniger Scheiben/Köpfe automatisch für weniger Bewegung, Wärme, Geräusch und Verbrauch sorgen können.

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Weniger Verbrauch bedeutet zwangsläufig geringere Wärmeentwicklung, was wiederum den Alterungsprozess der Einzelteile verlangsamt. Als Resultat darf man natürlich keine Performance auf Niveau der Black-Series  oder andere eher Leistungs-orientierten Boliden erwarten. Dafür ist die WD30EURS aber auch für den 24x7-Betrieb zugelassen. Hinsichtlich der Geräuschkulisse gibt WD einen Wert von unter einem Sone an, was für eine 3,5‘‘-Festplatte ein hervorragendes Ergebnis ist.

Die WD30EURS wird wie üblich per SATA-Schnittstelle (allerdings hier nur 3 Gbit/s) betrieben und besitzt einen internen Cache von 64 Megabyte. Zusätzlich wird Advanced Format eingesetzt (4k Sektoren). Eine feste Umdrehungszahl gibt es nicht, da WD bei fast allen Festplatten auf den variablen Betrieb mittels IntelliPower setzt. Im Zusammenhang mit dem AV-Betrieb hat WD ein weiteres Feature integriert, das sog. „Preemptive Wear Leveling“ (PWL). Dies soll vor allem Abnutzungserscheinungen im Zusammenhang mit häufigem AV-Streaming verhindern. Im Endeffekt also das Pendant zu den Wear-Leveling-Algorithmen bei SSDs.

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Um den Anforderungen des AV-Streamings gerecht zu werden, setzt WD eine weitere Eigenentwicklung ein: SilkStream. Dieses Feature soll unter anderem gewährleisten, dass im Zusammenhang mit dem ATA-Streaming-Command bis zu 12 parallele Streams verarbeitet werden können. Die Garantiezeit beträgt wie bei WD üblich 3 Jahre. Im Handel ist unser 3-TB-Modell ab 125,- Euro erhältlich.

Persönlicher Eindruck:

Die WD30EURS ist in ihrem AV-Segment ein Musterschüler. Sie besticht durch eine äußerst niedrige Geräuschkulisse, geringen Stromverbrauch und niedrige Wärmeentwicklung. Die Laufwerks-Performance liegt in vernünftigen Regionen, passend zu den Anforderungen im AV-Bereich. Sie ist damit ideal als Datenspeicher für Silent-PCs, HTPCs oder den digitalen AV-Recorder geeignet.


Festplatten aus der  bekannten „Green“-Series von WD sind auf die Anforderungen des Desktop-Bereichs zugeschnitten: Die Boliden sollen solide Leistung bei verkraftbarem Verbrauch, moderater Geräuschkulisse und gutem Preis-/Leistungsverhältnis bringen. Unser Exemplar hört auf die Bezeichnung WD30EZRX. Der Käufer erhält hier eine Kapazität von 3 Terabyte über vier Platter verteilt, gebündelt mit einem Cache von 64 MB. Als Transfer-Schnittstelle kommt die neue SATA-Spezifikation mit 6 Gbit/s zum Einsatz.

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Wirft man einen Blick auf die weitere Modellliste, so scheint die Anzahl der angebotenen HDDs in WDs Portfolio erst einmal überwältigend. Dies liegt vor allem daran, dass Western Digital viele Festplatten in unterschiedlichen Ausprägungen anbietet: Es gibt sie mit verschiedenen Schnittstellen: SATA (3 Gbit/s) oder SATA (6 Gbit/s), außerdem mit unterschiedlichen Cache-Größen (32 oder 64 MB) und auch die Sektorgröße spielt eine Rolle (512 Byte oder 4096 Byte). Zum Glück wird nicht jede mögliche Kombination angeboten, sodass die tatsächliche Auswahl deutlich erleichtert wird.

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Hinsichtlich Stromverbrauch liegen die AV GP und die WD30EZRX gar nicht weit auseinander, da auch das Exemplar der Caviar Green-Serie über recht niedrige Verbrauchswerte verfügt: Durchschnittliche 6 Watt beim Lesen/Schreiben, 5,5 Watt im Idle-Betrieb und 0,8 Watt für Standby/Sleep sind nicht schlecht. Die effektive Umdrehungszahl wird je nach Anforderung dynamisch per IntelliPower variiert und trägt damit natürlich einen Teil zur Verbrauchsreduktion bei. Die Geräuschkulisse schwankt im Mittel zwischen 24 und 29 dBA, je nach Zugriffsmuster und Betriebszustand. Die meisten Online-Shops bieten ein Exemplar der WD30EZRX ab 115,- Euro an.

Persönlicher Eindruck:

Die WD30EZRX eignet sich hervorragend als Langzeit-Speichermedium für Desktop-PCs oder als potentielles Backup-Laufwerk für externe USB/eSATA-Gehäuse. Mit ihren Durchsatzraten und Zugriffszeiten liegt sie im oberen Teilnehmerfeld und liefert damit solide Leistung zu einen überaus fairen Kaufpreis.


Hardware

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke grundsätzlich an einem SATA-6 Gbit/s-Port des P67-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden alle Benchmark-Durchläufe mehrfach durchgeführt und der resultierende Mittelwert berechnet.


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Hinsichtlich der gemessenen Random Access Time ergibt sich ein ziemlich deutliche Gefälle: Seagates Constellation ES.2 und Hitachis 7K3000 dominieren hier klar, während die WD-Laufwerke durch ihren Fokus auf Energieeffizienz und Laufruhe etwas Federn lassen müssen. Bei der sequentielle Leserate, Burst-Speed und der HDD-Suite von PCMark Vantage verhält es sich ähnlich, was vor allen Dingen der Tatsache geschuldet ist, dass WD als einziger Hersteller auf variable Umdrehungsgeschwindigkeiten setzt. Platten mit fester Umdrehungszahl von 7200 Touren sind hier einfach schneller. Wer eine leistungsstarke HDD sucht, wird von Seagate und Hitachi nicht enttäuscht, doch diese Exemplare sollte man vorzugsweise dediziert entkoppeln/dämmen, da sie niemals an die extrem niedrige Geräuschkulisse der beiden WD-Boliden heranreichen können.


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Die Messung des sequentiellen Schreibens bringt ein sehr enges Foto-Finish zutage, da die Laufwerke von Seagate und Hitachi im Rahmen von Messtoleranzen beieinanderliegen. Die beiden Platten von Western Digital sind etwas abgeschlagen, erreichen aber dennoch gute Resultate oberhalb der 100 MB pro Sekunde. Bei den IOPS-Messungen kann sich die Constellation ES.2 hervorragend in Szene setzen und die Konkurrenz vor allem beim Schreiben spielend dominieren. Hitachi ist beim Lesen nur knapp geschlagen, während die Barracuda XT und WDs Caviar Green punktgleich verbleiben. Wie man gut erkennen kann, klafft auch eine deutliche Lücke zwischen Seagates Constellation ES.2 und der hauseigenen Barracuda XT.


Nachdem die 1- und 2-TB-Kapazitätsgrenzen längst durchbrochen worden sind, ist nun auch die 3-TB-Barriere dem technologischen Fortschritt zum Opfer gefallen. Doch der Übergang ist nicht komplett stressfrei: Wer ein solches Kapazitätsmonster reibungslos und mit Spaß betrieben will, der sollte ein entsprechend aktuelles BIOS mitsamt Betriebssystem einsetzen.

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Bei der Auswahl der Modelle kann man sich prinzipiell ganz von den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen leiten lassen, denn wirkliche Gesamt-Verlierer oder -Gewinner gibt es in diesem Round-up keine:

Steht kompromisslose Leistung im Vordergrund, ungeachtet der damit einhergehenden Geräusch- und Wärmeentwicklung, so kann man mit Seagates Barracuda XT oder gar einer Constellation ES.2 nichts falsch machen. Doch diese Leistung hat natürlich auch ihren Preis, sodass man hier deutlich tiefer in die Geldbörse greifen muss. Alternativ kann auch zu Hitachis 7K3000 gegriffen werden, deren einziges Manko die etwas höhere Geräusch- und Wärmeentwicklung bedingt durch das 5-Platter-Design ist. 

Wer indes lieber ein besonders laufruhiges und sparsames 3-TB-Modell sein Eigen nennen möchte, sollte einen Blick auf Western Digitals WD30EURS aus der „AV-GP“-Serie werfen. Sie ist hervorragend für flüsterleise Umgebungen geeignet und nur marginal langsamer unterwegs als Exemplare aus der „Caviar Green“-Serie. Beide Modelle bieten solide Leistungswerte bei geringem Verbrauch und einem guten Preis-/Leistungsverhältnis.

Aufgrund der unterschiedlichen Sparten, denen die Probanden entstammen, haben wir uns auch dazu entschlossen, insgesamt zwei Kandidaten mit unserem Hardwareluxx-Award auszuzeichnen. Im Detail betrachtet könnten beide kaum unterschiedlicher sein: Aufgrund der exzellenten Benchmark-Ergebnisse der Constellation ES.2 von Seagate steht der Gewinner aus der "Performance"-Kategorie fest. Unser zweiter Sieger, diesmal aus der "Silent"-Kategorie, kommt aus dem Hause WD und ist die WD AV-GP, begründet durch deren hervorragende Akustik- und Verbrauchswerte.

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