Raidsonic Icy Box IB-350StS-BL

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Raidsonic ist für sein Angebot an Festplattengehäusen bekannt. Darunter fallen Wechselplatten-Systeme und externe Gehäuse, die unter den Marken Icy Box, Icy Dock oder iTank vertrieben werden. Besonders geläufig sind die Icy Box genannten, externen Festplatten-Gehäuse, die vornehmlich für ATA-Festplatten konzipiert sind und den Anschluss über USB 1.1/USB 2.0 oder Firewire ermöglichen. Mit der Icy Box IB-350StS-BL möchten wir ein externes Festplattengehäuse vorstellen, welches speziell für SATA-Festplatten vorgesehen ist. Es war nur eine Frage der Zeit, bis entsprechende Gehäuse auf dem Markt erscheinen, schließlich verbreiten sich SATA-Festplatten in zunehmenden Maße.

Die Vorteile von SATA, darunter höhere Transferraten, die schmalen und längeren Kabel, das einfache Handling bei der Installation, Hot-Swap-Fähigkeit und nicht zuletzt die Punkt-zu-Punkt-Verbindung liegen auf der Hand. Neuerungen wie Native Command Qeueing, die allerdings nur native SATA-Festplatten bieten, kommen hinzu. Es liegt natürlich nah, der ausgedienten EIDE-Festplatte noch ein Gnadenbrot als Wechselfestplatte zukommen zu lassen. Doch warum nicht auch dort die Vorteile von SATA nutzen?

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Die Icy Box IB-350StS-BL selbst ist grundsätzlich ein bekanntes Gehäuse. Varianten für ATA-Festplatten finden sich mit externem USB 2.0, USB 2.0 und SATA oder USB 2.0 und Firewire-Anschluss im Sortiment von Raidsonic. Unser Testexemplar verfügt zusätzlich über blaue Kaltlicht-Lampen, die den Betrieb des Gehäuses unmissverständlich anzeigen. Dieses spezielle Modell gibt es auch für ATA-Festplatten mit externem USB 2.0 oder USB 2.0 und Firewire-Anschluss, bei denen der Festplattenzugriff über eine blinkende Beleuchtung angezeigt wird. Bei der reinen SATA-Lösung, wie wir sie hier zeigen, ist diese Anzeige nicht möglich. Warum dies so ist, werden wir auf den nächsten Seiten zeigen. USB 2.0 Treiber für Nutzer von Windows 98 werden übrigens auf der Raidsonic-Seite fündig.

Werfen wir auf der nächsten Seite einen Blick auf den Lieferumfang und die Anschlüsse der Icy Box IB-350StS-BL:


Neben dem Gehäuse liegt eine Kurzanleitung, ein Standfuss, ein Netzkabel mit Kaltgeräte-Stecker und ein Netzteil bei. Das Netzteil verfügt über eine grüne LED, die den Stromanschluss signalisiert. Ein SATA-Kabel mit 100 cm Länge rundet den Lieferumfang ab. Leider fehlt hier ein SATA-Bracket, mit dem man über einen Gehäuseslot den Anschluss herstellen kann. Nicht alle Mainboard-Hersteller fügen ihren Boards entsprechende Slot-Blenden bei. Es bleibt zwar die Möglichkeit, eine Slotblende aus dem Gehäuse zu entfernen und das dünne SATA-Kabel durch diese Öffnung zu führen. Elegant ist diese Lösung allerdings nicht und dürfte dem Kabel auf Dauer Schaden zufügen.

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Die Icy Box IB-350StS-BL an sich ist eine einfache Konstruktion. Die beiden Seitenteile aus Alumium werden über praktische Rändelschrauben mit dem Rahmen verbunden. Die Rahmenkonstruktion aus Lochblech nimmt die Kaltlichtlampen auf, die auf der Innenseite über Reflektoren verfügen, die einen Kontakt der Kaltlichtlampen zur Festplatte unterbinden. Das Gehäuse mit dem Icy Box-Schriftzug ist schon ein Hingucker und hat mit den typischen, beige-farbenen Wechselplatten-Gehäusen nichts gemein.

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Die Rückseite zeigt die Bohrungen, durch die die Festplatte mit dem Gehäuse verschraubt wird. Eine gänzlich schraubenlose Montage bzw. Montage ohne Schraubenzieher, wie man auf der Raidsonic-Seite lesen kann, ist also nicht gegeben. Es sei denn, man verzichtet auf die Fixierung der Festplatte.

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Auf dem folgenden Bild sieht man die Anschlüsse der Icy Box IB-350StS-BL. Oben der SATA-Anschluss, darunter der Anschluss für die Spannungsversorgung sowie ein Netzschalter. Die Installation gestaltet sich damit denkbar einfach und ist schnell durchgeführt. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass es sich um ein lüfterloses Gehäuse handelt. Die von der Festplatte produzierte Wärme wird ausschließlich über die Aluminium-Platten abgeführt. Eine Konvektion über die Lochblenden findet nicht statt, da die Rahmen durch die installierten Reflektoren abgedichtet sind. Der Einsatz von Festplatten, die sehr viel Wärme erzeugen, wie zum Beispiel die Western Digital Raptor, empfiehlt sich nicht.

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Kommen wir nun zum Einbau einer SATA-Festplatte:


Das Gehäuse ist durch die Rändelschrauben sehr schnell geöffnet. In einer kleinen Tüte findet man fünf Schrauben für die Festplatten-Befestigung und acht selbstklebende Moosgummi-Plättchen. Sofern die Icy Box IB-350StS-BL nicht senkrecht mit dem Standfuss aufgestellt wird, lassen sich die Rändelschrauben mit den Moosgummi-Plättchen versehen. Damit schont man einerseits die Unterlage vor den harten Rändelschrauben, andererseits lassen sich Resonanzen dämpfen, die sich unter Umständen durch den laufenden Betrieb der Festplatte übertragen können. Sehr schön sind auch die Reflektoren der Kaltlichtlampen an den Rahmeninnenseite erkennen. Links befindet sich eine kleine Platine mit der Stromversorgung und die beiden Kabel für den Anschluss einer SATA-Festplatte, dass Strom- und Datenkabel.

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Der Einbau gestaltet sich zwar unkompliziert, die Steifigkeit der Kabel führt aber zu einem etwas ungutem Gefühl. Besonders das SATA-Datenkabel macht den Eindruck, als würde es einem wenig gefühlvollem Einbau mit Kabelbruch danken. Die Installation liess sich subjektiv aber deutlich einfacher vornehmen, nachdem die Festplatte verschraubt war.

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Nach erfolgreichem Einbau zeigt sich folgendes Bild:

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Wie sicher schon einige festgestellt haben, wird das SATA-Kabel einfach nur durchgeschliffen. Dies ist auch der Grund dafür, dass das Gehäuse Festplattenzugriffe nicht über blinkende Lampen anzeigen kann. Dies ist aber ein zu verschmerzender Nachteil, wird die Performance des SATA-Interfaces dadurch nicht beeinträchtigt. Aus diesem Grund haben wir auch von Tests der Festplatten-Leistung abgesehen. Ein fehlender USB- bzw. Firewire-Anschluss mindert allerdings die Flexibilität. Ein Einsatz an gängigen Notebooks oder anderen PCs wird mangels externem SATA-Anschluss kaum möglich sein. Als Backup-Festplatte ist sie aber hervorragend geeignet, da die Festplatte mit vollem Tempo angesprochen wird.

Bei externen Gehäusen für ATA-Festplatten, die mit einem USB- oder Firewire-Anschluss versehen sind, hängt die Performance massgeblich vom verwendeten Bridge Chip ab. Vertreter dieser Zunft stammen zum Beispiel von Cypress, Genesys Logic, Initio, NEC, Oxford, oder TI. Wer sich mit dem Kauf eines Gehäuses für ATA-Festplatten und entsprechenden USB- und/oder Firewire-Anschluss befasst, sollte ein besonderes Augenmerk auf den verwendeten Bridgechip legen. Wir erreichen hier im reinen SATA-Modus eine beeindruckende Performance, die man mit keinem Bridge-Chip erreichen wird. Die Werte entsprechen praktisch dem Betrieb am normalen SATA-Controller.

Bevor wir zu unserem Fazit kommen, möchten wir uns zu der Kühlleistung und Geräuschentwicklung äußern. Mit der verwendeten Seagate ST3120026AS haben wir eine recht leise und nicht sonderlich warme SATA-Festplatte verwendet. Zugriffe waren zwar deutlich zu hören, diese wirkten subjektiv betrachtet jedoch zu keinem Zeitpunkt störend. Das Gehäuse, welches sich auf dem Schreibtisch befand, wurde handwarm und keinesfalls heiss. Man sollte sich vor dem Kauf aber bewusst sein, dass es sich bei der Icy Box IB-350StS-BL um ein lüfterloses und nahezu abgeschlossenes Gehäuse handelt und testen sollte, ob die verwendete Festplatte nicht zu heiss wird. Raidsonic gibt an, dass hier aufgrund der Verwendung von Aluminium als Material keine thermischen Probleme entstehen sollten.


Raidsonic bietet mit der Icy Box IB-350StS-BL ein externes Festplattengehäuse an, welches sich eindeutig für Backups von modernen Rechnern mit SATA empfiehlt. Der Datendurchsatz wird durch das einfache Durchschleifen des SATA-Kabels nicht unnötig reduziert, wie es bei den ATA-Festplatten-Vertretern durch den verwendeten Bridge Chip häufig der Fall ist. Durch das Fehlen eines USB 2.0 oder Firewire-Anschlusses eignet es sich aber deutlich weniger als tranportabler Massenspeicher. Externe SATA-Anschlüsse sind dazu noch zu wenig verbreitet. Dies wird sich mit der Zeit aber sicherlich ändern - neben neuer Stecker sind auch externe SATA-Standards vor der Marktreife. Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis man beispielsweise auch an Notebooks einen externen SATA-Anschluß findet. Viele Mainboardhersteller legen schon Slotblenden und ähnliches bei.

Die Handhabung und Installation ist wiederum sehr einfach und verdient ein Lob. Das Design weiß zu gefallen und das Gehäuse wird durch die blauen Kaltlichtlampen zu einem echten Eyecatcher. Der lüfterlose Aufbau schränkt bei der Auswahl der gewünschten Festplatte aber ein. Empfindliche Ohren mögen die zu hörenden Festplattenaktivitäten als störend empfinden, unseres Ermessens hält sich die Lautstärke aber in einem annehmbaren Rahmen. Letztlich wäre es wünschenswert, wenn Raidsonic ein SATA-Bracket beifügen würde. Nicht jedem Mainboard liegt ein solcher Anschluss bei.

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Eine Empfehlung ist die Icy Box IB-350StS-BL aber allemal wert, denn sie wird bereits für ca. 30,00 - 40,00 € erhältlich sein. Für knapp 50 Euro findet man auch die Version mit USB2.0 und SATA - diese macht das Leben etwas flexibler und schlägt mit etwas über 50 Euro zu Buche. Hier kann man allerdings auch Nicht-SATA-PCs koppeln und Daten somit etwas einfacher hin- und hertransportieren.

Positiv:

Negativ:

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