Test: OCZ RevoDrive 3 X2 480 GB

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teaserErst im Januar dieses Jahres testeten wir das RevoDrive X2, am heutigen Tag stellt OCZ den Nachfolger vor: Das RevoDrive 3 X2 ist auch eine PCIe-Karte, die nun aber mit vier SandForce SF-2200-Controllern statt vier SandForce SF-1200-Controllern arbeitet. Die im RAID 0 zusammengefassten Controller holen noch einiges mehr an Performance aus den MLC-Speicherchips - wie viel mehr zeigt unser Artikel. 

In der Theorie kann man sich ein RevoDrive 3 X2 auch selber bauen: Zunächst braucht man einen RAID-Controller, der auf SSD-Zugriffe optimiert ist, weiterhin vier SandForce SF-2200-Laufwerke, fertig ist das RevoDrive 3 X2. Allerdings hat OCZ bei der neuen Version ein paar Verbesserungen eingefügt, die das neue RevoDrive dann doch nicht ganz so einfach mit einem klassischen RAID-Controller nachbaubar machen. Denn beim RevoDrive 3 X2 ist nicht nur der verwendete Controller mit der Firmware und den Einstellungen optimal auf die verwendeten SandForce-Chips abgestimmt, sondern man hat es auch geschafft, TRIM zu integrieren. TRIM im RAID? Ja, das geht - zumindest in der Theorie.

Das RevoDrive X2 ist der direkte Vorgänger des RevoDrive 3 X2. Theoretisch könnte man ein RevoDrive 3 X2 auch wieder zu einem RevoDrive 3 machen, denn das Prinzip hat OCZ beibehalten: Auf einer PCI-Express-Karte befindet sich ein RAID-Controller mit zwei SandForce SF-2200-Chips, durch eine zweite Platine, die über einen Anschluss aufgesteckt werden kann, werden zwei weitere SandForce-2200-Chips hinzugefügt. Die Daten werden verteilt geschrieben und gelesen, was den Datendurchsatz theoretisch bei vier Controllern gegenüber zwei Controllern verdoppelt. Ein RevoDrive 3 mit nur zwei SandForce-Controllern wird OCZ natürlich auch anbieten.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst und das ältere RevoDrive X2 für den Vergleich hinzugefügt:

Hersteller und
Bezeichnung
OCZ Revo Drive 3 X2 zum Vergleich: OCZ RevoDrive X2
Straßenpreis empfohlener Preis: 1699 USD ab 468 Euro (240 GB, 25.06.2011)
Homepage www.ocztechnology.com www.ocztechnology.com
Technische Daten
Formfaktor Steckkarte Steckkarte
Anbindung PCIe 2.0 (x4), nativ PCIe 1.1 (x4) über PI7C9X130-Chip
Kapazität (lt. Hersteller)
480 GB 240 GB
Kapazität (formatiert)
457,6 GiB 223 GiB
Verfügbare Kapazitäten
240, 480, 960 GB 100 bis 960 GB
Cache
keiner keiner
Controller 4x SF-2281VB1-SDC (SSD), OCZ ICT-0183 (RAID) 4x SF-1200 (SSD), SiI 3124 (RAID)
Chipart MLC-NAND (25nm)
MLC-NAND (34nm)
Lesen (lt. Hersteller)
1500 MB/s 740 MB/s
Schreiben (lt. Hersteller)
1250 MB/s 690 MB/s

Herstellergarantie 3 Jahre 3 Jahre
Lieferumfang Laufwerk, Kurzanleitung Laufwerk, Kurzanleitung

Viel verändert hat sich bei der Kapazität nicht, aber bei der Technik: OCZ nutzt nun die neuen SandForce-Controller, setzt aber zudem auch auf eine schnellere Anbindung mit einer PCIe-2.0-x4-Karte und einem neuen Controller. Zudem hat man das BIOS mit einer Virtualized Controller Architecture (VCA 2.0) ausgebaut, die nicht nur die Möglichkeit mitbringt, TRIM im RAID-Betrieb durchzuführen, sondern auch Funktionen wie S.M.A.R.T., Native und Tagged Command Queuing (Complex Command Queuing Structure, CCQS) abbilden kann. Und natürlich ist auch die Performance gestiegen - die angegebenen 1,5 GB/s Übertragungsrate sind ein beeindruckender Wert, aber auch die 200.000 IOps, die OCZ angibt, sind beeindruckend.

Und warum gibt es kein "RevoDrive 2 X2"? Nun, aufgrund der Namensgebung hat OCZ die neue Serie an der Vertex 3 und Agility 3 ausgerichtet, denn letztendlich verwenden diese Drives auch den aktuellen SandForce-Controller SF-2281.


Wie beim RevoDrive X2 besitzt das neue RevoDrive 3 X2 den Vorteil, dass bei der RAID-Verkabelung keine Datenkabel benötigt werden und auch die Stromversorgung über den PCIe-Bus stattfindet. Diese Punkte können durchaus Fehlerquellen in einem Server sein - weiterhin ist ein aufgeräumtes Gehäuse natürlich leichter zu erreichen, wenn weniger Kabel notwendig sind. 

Aber die Verkabelung ist eher ein nebensächliches Feature - im Endeffekt bietet die PCIe-Karte aufgrund der Anbindung eine deutlich flexiblere Leistung als mehrere SSDs an einem Onboard-Controller, die im RAID 0 zusammengeschaltet worden sind - meistens ist hier entweder der Controller oder die Anbindung ein limitierender Faktor. Die verwendete PCIe-2.0-Verbindung mit vier Lanes liefert hier genügend Performance ohne Nadelöhr - letztendlich benötigt man aber ein Mainboard, welches entweder einen dedizierten PCIe-x4-Slot mitbringt (möglichst im PCIe-2.0-Standard) oder welches einen zweiten PCIe-2.0-x16-Port besitzt, um die Grafikkarte in diesen zu stecken. Bei P67-Mainboards wird der erste PCIe-2.0-x16 mit der Grafikkarte dann oftmals nur mit x8-Anbindung betrieben.

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Bei Einzellaufwerken kann man die Firmware updaten - das ist oftmals hilfreich, wenn die SSD neue Funktionen bekommen soll oder Patches in der Firmware die Kompatibilität sicherstellen. Da beim RevoDrive 3 X2 die SSDs hinter einem Controller sitzen, der nicht direkt zugänglich ist, lässt sich auch die Firmware nicht ohne weiteres updaten. OCZ setzt allerdings für die verwendeten Controller im RevoDrive 3 X2 eine angepasste Firmware ein, somit ist es als nicht wirklich schlimm zu bewerten, dass hier ein direkter Zugriff auf die Firmware nicht möglich ist - denn der Zugriff ist in der Regel nicht notwendig. Bei den Retail-Versionen wird man die Firmware-Versionen aber auch updaten können, wenn dies notwendig ist.

Man sollte sich außerdem der Tatsache bewusst sein, dass eine RAID 0-Lösung aufgrund der deutlich größeren Anzahl an Komponenten natürlich auch eine höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, auszufallen. Das betrifft selbstverständlich nicht nur das RevoDrive, sondern jeden nicht-redundanten RAID-Verbund. Ein Umstellen im Controller-BIOS (das auch nicht zugängig ist) auf einen anderen RAID-Modus, wie beispielsweise ein RAID10, ist nicht möglich. Der Zugriff auf den Controller ist also leider "locked". 

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Die Aktivität des RevoDrive 3 X2 wird über eine Vielzahl von relativ hellen LEDs angezeigt. Im ordnungsgemäßen Betrieb leuchten die LEDs blau, bei Aktivität blinken grüne LEDs. Eine zusätzliche grüne LED zeigt den gesamten Controller-Traffic an.

Auf dem PCB des RevoDrive 3 X2 findet man die folgenden Chips:

Beim Controller hüllt sich OCZ in Schweigen: Beim RevoDrive X2 konnte man noch erkennen, dass OCZ einen SiL-Controller eingesetzt und dann im Anschluss noch eine PCI-X-to-PCIe-Bridge eingesetzt hat, um den eigentlichen PCI-X-Chip auf einem PCIe-Board betreiben zu können. Diesen Zusatzaufwand spart sich OCZ nun, was natürlich auch der Latenz zu Gute kommt. OCZ verwendet nun einen umgelabelten PCIe-Controller, den man mit OCZ ICT-0183 beschriftet hat. Da OCZ aber nicht plötzlich zum RAID-Controller-Spezialisten geworden ist, handelt es sich hier natürlich um ein fremdgefertigtes Stück Silizium.

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In der Vergangenheit gab es diverse Diskussionen um den Wechsel der Strukturgröße bei der Produktion der NAND-Chips. Ältere NAND-Module erwiesen sich hier als schneller, so waren 34 nm-NAND-Chips oftmals begehrter als neuere 25 nm-NAND-Chips. Letztendlich bleibt den Herstellern aufgrund des Kostendrucks aber gar keine andere Wahl, als die neuere 25 nm-Technik einzusetzen, denn es lassen sich schlichtweg einfacher größere Kapazitäten mit den neuen Chips anbieten - und das nicht zu astronomischen, sondern zu immer attraktiveren Preisen.

Auch auf dem RevoDrive 3 X2 kommen neue 25 nm-NAND-Flash-Chips in typischer MLC-Technik zum Einsatz, wie auch schon auf dem RevoDrive X2, das asynchronen 25 nm-Flash genutzt hat.

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Jeder der vier SSD-Controller steuert 16 NAND-Chips an, was dazu führt, das auch auf der Rückseite des RevoDrive 3 X2 Speicherchips sitzen. Bei den verwendeten Flash-Speicherbausteinen handelt es sich um Micron-Chips mit der Kennung Micron 29F64G08CBAAA.

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Als normales "RevoDrive 3" lässt sich das RevoDrive 3 X2 übrigens nicht betreiben: Nimmt man die obere Platine ab, so meldet das BIOS beim Start einen Fehler, die Initialisierung der Hälfte des RevoDrives 3 X2 ist aber nicht möglich. Da das RAID dann degraded ist, ist auch ein Betrieb mit vier SSDs nicht mehr möglich, man muss das Drive zu OCZ zum Resetten zurücksenden, da das BIOS locked ist - entsprechende Bastelleien sollten also nicht vorgenommen werden.

Der Stromverbrauch des RevoDrive 3 X2 liegt bei ungefähr 12 Watt. Wir ermittelten diesen aus der Differenz unseres Testsystems ohne RevoDrive 3 X2 (93 Watt) und dem Verbrauch mit eingestecktem RevoDrive 3 X2 im Idle-Betrieb (105 Watt). Unter Last kommt bei einem Benchmark noch die zusätzliche CPU-Last hinzu, sodass das Ergebnis hier verfälscht wird.

 

Nun wollen wir uns noch kurz anschauen, wie das RevoDrive X2 auf verschiedene Datentypen reagiert: Einmal testen wir mit einem maximal komprimierbaren Null-Pattern, einmal mit inkompressiblen Daten. Die Tests werden nach starker Schreibbelastung wiederholt, um zu sehen, ob sich die fehlende TRIM-Unterstützung negativ auswirkt.

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Links: Zufallsdaten auf leerem Drive, Rechts: Zufallsdaten auf zuvor gefülltem Drive

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Links: Pattern (0) auf leerem Drive, Rechts: Pattern (0) auf zuvor gefülltem Drive

TRIM ist hier nicht aktiv, nur die implementierte Garbage-Collection. Beim Schreiben sieht man bei den Zufallsdaten einen recht starken Leistungsabfall beim Schreiben, bei den Null-Pattern ist dieser hingegen nur minimal. Die Read-Werte unterscheiden sich natürlich kaum. Zwar ist die Leistung mit über 300 MB/s immer noch sehr gut, aber die TRIM-Unterstützung würde dem RevoDrive 3 X2 sicherlich gut tun, auch wenn man hier bei SandForce keine Wunder erwarten darf. Also darf man hoffen, dass OCZ und Microsoft schnell die versprochene Treiber-Unterstützung bringen. 


Unser normales Testsystem für SSDs stand für den Test des RevoDrive 3 X2 leider nicht zur Verfügung. Also mussten wir ein ähnliches Testsystem nachbauen, welches sich nur bei der Grafikkarte und dem verwendeten Systemlaufwerk vom aktuellen Testsystem unterscheidet. Insofern sind die Unterschiede zwischen den Leistungsmessungen minimal, wir wollen jedoch darauf hinweisen, dass ein Unterschied besteht. In Vergleichsmessungen mit einigen bereits getesteten SSDs konnten wir jedoch eine gute Vergleichbarkeit erreichen.

Hardware - SSD-Testsystem

Hardware - RevoDrive-3-X2-Testsystem

Software / Treiber

Sonstige Einstellungen und Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke grundsätzlich an einem SATA-6 Gb/s-Port des P67-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep und sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert.

Beginnend mit Version 10 des Intel Rapid-Storage-Treibers aktiviert die Installationsroutine desselben nun auch auf Desktop-Systemen ein auf Notebook-Systemen schon lange genutztes Feature. Die Rede ist vom sogenannten Link Power Management, kurz LPM, was (ein weiteres) Stromsparfeature ist. Die Kommunikation über den SATA-Link kann dabei vollständig eingestellt werden, sodass hier kein Strom mehr verbraucht wird.

Das Interessante daran? Mit aktiviertem LPM verlieren einige SSDs in manchen Bereichen einen vergleichsweise großen Teil ihrer Leistung. Betroffen sind davon vor allem SSDs, die nicht von Intel kommen. Böse Absicht? Nicht unbedingt, fehlendes Interesse der anderen Hersteller, die eigenen Produkte vollständig kompatibel mit LPM zu machen, könnte hier ebenfalls eine Rolle spielen.

Wann genau wird LPM nun aktiviert? Bei Notebook-Plattformen: Schon immer. Da hier allerdings alle Komponenten auf Stromsparen ausgelegt sind, war eine niedrigere Leistung von SSDs in Notebooks nie ein Thema. Bei Desktop-Plattformen wird LPM nur aktiviert, wenn ein RST-Treiber ab Version 10 auf einem frischen System installiert wird. War vorher schon eine ältere Version des RST-Treibers vorhanden, bleibt LPM deaktiviert. Da LPM bei Desktop-Systemen allerdings praktisch keinen Einfluss auf die Leistungsaufnahme hat, werden alle Benchmarks mit (manuell) deaktiviertem LPM durchgeführt.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 64 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von 8M logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

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Im 4K-Bereich mit QD1 kann das RevoDrive 3 X2 aufgrund der Systematik des Benchmarks noch nicht überzeugen, aber in den anderen Bereichen führt er klar die Bestenliste an, teilweise sogar mit deutlichem Vorsprung. Auf eine vierfache Leistung im Vergleich zu den üblichen SF-2281-Laufwerken kommt das RevoDrive 3 X2 aber auch nicht.

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Brachial ist allerdings die Performance mit einigen optimierten Anwendungsparametern - lässt man beispielsweise die Zugriffe multithreaded ausführen, kommt man im 4K-Bereich auf bis zu 200.000 IOPS beim Schreiben - ein klarer Rekord.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

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Auch hier gilt: Bringt RAID keinen Vorteil, ist das RevoDrive 3 X2 nicht viel schneller als ein Single-Laufwerk mit SF-2281-Controller. Bei den meisten Benchmark-Bereichen kann man aber einen deutlichen Performancesprung sehen, teilweise sogar mit einer mehr als doppelt so hohen Leistung.


Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

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In allen Benchmarkbereichen setzt sich das RevoDrive 3 X2 deutlich ab, es erreicht fast die doppelte Performance.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD-Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt, wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces.

Die Ergebnisse des Gaming- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

Achtung: Da wir eine andere Grafikkarte einsetzen, haben wir in diesem Test nur die HDD-Werte abgedruckt, da die anderen Werte des PCMarks durch die Grafikkarte massiv beeinflusst werden.

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In allen Subtests im HDD-Bereich lieferte das RevoDrive 3 X2 eine brachiale Performance - fast 1 GB/s zeigte beispielsweise das Unterergebnis im HDD-Test 6, Windows Media Center. Alle anderen Tests schwankten zwischen 400 und 550 MB/s Leistung, daraus resultierend ergab sich die hohe Punktzahl.


Der ATTO Disk Benchmark wird, neben Iometer, von vielen Herstellern als Werkzeug zur Messung der Herstellerangaben herangezogen. Bei einer Queue Depth von vier werden über einen Bereich von 256 MB mit unterschiedlichen Blockgrößen Daten übertragen. Als Ergebnis erhält man die Übertragungsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Blockgröße. Da die Testdaten von ATTO hochkompressibel sind, schneiden Controller, die komprimieren (SandForce) in diesem Benchmark überdurchschnittlich gut ab.

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Im Atto-Benchmark zeigt das RevoDrive auch die von OCZ angegebenen Werte für die sequenziellen Schreib- und Lesevorgänge. Im Lesen erreicht das Laufwerk hier die 1,5 GB/s, im Schreiben die 1,25 GB/s. Mit diesen Werten distanziert man sich natürlich deutlich von den anderen Laufwerken, die als Single-Drive nicht auf RAID zurückgreifen können und somit bei der Leistung abfallen.


Das RevoDrive 3 X2 ist definitiv ein Stück Hardware für Enthusiasten. Das ist nicht nur am Preis abzulesen, der sich bei einem empfohlenen Verkaufspreis von 1699 USD (480-GB-Version) in Deutschland sicherlich bei einem Straßenpreis oberhalb der 1000 Euro-Grenze einpendeln wird. Auch ist die verfügbare Leistung im normalen Betrieb kaum abrufbar: Eine SSD ist im Vergleich zu einer Harddisk schon superschnell, die neuen SATA-6G-SSDs mit Marvell- oder SandForce-Controller liefern eine brillante Performance. Das ganze auch noch vierfach im RAID0 ist für den Alltag definitiv eine Nummer zu groß.

Anders sieht es in Bereichen aus, wo man die Performance tatsächlich abrufen kann: Im Serverumfeld macht das RevoDrive 3 X2 jeglichen I/O-Problemen den Garaus. Sicherlich gibt es auch diverse Anwendungszenarien im Desktop-Umfeld, wo massig Daten hin- und herbewegt werden müssen und wo das RevoDrive 3 X2 Wartezyklen minimiert. Insofern gibt es auch neben dem Enthusiasten, der einfach das schnellste Stück Hardware im Rechner haben will, realistische Anwendungsmöglichkeiten.

Besonders gefiel uns am RevoDrive 3 X2 die konsequentere Umsetzung im Vergleich zum ersten RevoDrive: OCZ hat den PCI-X- auf PCIe-Brückenchip über einen neuen RAID-Controller eingespart. Das bringt nicht nur die Möglichkeit mit sich, mit der besten Latenz auf die Daten zuzugreifen, sondern senkt auch den Stromverbrauch des RevoDrives. Hinzu kommt die mögliche Unterstützung von TRIM über OCZs neue VCA-2.0-Architektur. Hier bleiben Microsoft und OCZ noch einen Treiber schuldig, der dies auf Betriebssystemebene implementiert - wir sind gespannt und werden den Nachtest natürlich durchführen.

Auf Benchmarkseite haut das RevoDrive 3 X2 alles weg, was wir bislang getestet haben - und dabei sind die Herstellerangaben von OCZ auch vollständig erreicht worden. Mit bis zu 1,5 GB/s beim Lesen und 1,25 GB/s beim Schreiben hat das RevoDrive 3 X2 neue Rekordwerte gesetzt - und die 200.000 IOPS in einigen Bereichen des iometer sind ebenso eindrucksvoll.

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Die Nachteile halten sich in Grenzen: Neben den hohen Anschaffungskosten ist natürlich die höhere Ausfallwahrscheinlichkeit aufgrund des RAID 0 zu nennen. Hier besitzen aber alle RAID-Varianten dasselbe Problem - wer auf RAID setzt, dem sollte die Gefahr entsprechend bewusst sein. Schön wäre die Option, das RevoDrive 3 X2 auch im RAID 10 betreiben zu können, wenn man akzeptieren kann, das 50% Kapazität für die Redundanz verloren gehen und natürlich auch ein Großteil der Performance. Von der Geschwindigkeit her wäre das Drive so aber immer noch in Führung, könnte allerdings bei der Datensicherheit punkten. An der Haltbarkeit der NAND-Chips hingegen sollte man sich nicht stören, durch aktuelle Wear-Leveling-Algorithmen braucht man sich hier eigentlich keine Sorgen mehr zu machen - bei aktuellen SSDs ist eher der Controller eine Schwachstelle.

Als zweiter negativer Punkt ist der Leistungsabfall zu nennen, wenn das Drive einmal vollgeschrieben worden ist - aber hier möchte OCZ mit dem TRIM-Befehl nachbessern, sodass sich die Messwerte auch hier noch bessern könnten, wobei abzuwarten ist, welche Leistungssteigerung erwartet werden kann. Wir werden dies allerdings bei Zeiten überprüfen.

Insgesamt hat sich das RevoDrive 3 X2 aber selbstverständlich unseren Excellent Hardware Award als schnellste SSD-Lösung verdient:

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Positive Aspekte des OCZ RevoDrive 3 X2:

Negative Aspekte des OCZ RevoDrive 3 X2:

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