Test: Intel SSD 320 - Postville Refresh mit 25 nm-Flash

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teaserEndlich ist sie da: Die offizielle Bezeichnung lautet Intel SSD 320 Series, vorher hat man häufig von „Postville Refresh“ oder einfach nur G3 (kurz für dritte Generation) gelesen. Die 320 Series ist die dritte SSD von Intel, die komplett auf hauseigene Technik setzt. Sowohl Controller als auch Firmware und Flash-Speicher kommen von Intel, wobei letzterer in der häufig kontrovers diskutierten Fertigungsgröße von 25 nm zum Einsatz kommt. Doch nicht nur beim Flash gab es eine große Änderung, auch die Featureliste ist länger geworden – neben einer transparenten Verschlüsselung ist die 320 Series jetzt auch besser gegen Stromausfall gesichert.

Allein aus der Namensgebung der Intel 320 Series lässt sich schon einiges ablesen: Analog zu den Prozessoren gibt es bei Intel jetzt eine 5xx- und eine 3xx-Serie, wobei die 510 Series (zum Test) momentan das Flaggschiff mit SATA-6 Gb/s-Interface darstellt. Von der 320 Series darf man also eine etwas niedrigere Leistung erwarten, sie hat von Intel auch nur ein SATA-3 Gb/s-Interface spendiert bekommen.

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Die größte Änderung zum Vorgänger ist mit Sicherheit die Umstellung auf Flash-Speicher mit 25 nm, was für Intel unter optimalen Bedingungen niedrigere Produktionskosten bedeutet. Doch auch an der Feature-Schraube hat man gedreht: Transparente Verschlüsselung, Stützkondensatoren und erweiterte SMART-Informationen hat man der 320 Series spendiert.

Die technischen Daten tabellarisch zusammengefasst:

Hersteller und
Bezeichnung
Intel SSD 320 Series 300 GB
Straßenpreis ab 452 Euro (300 GB, 02.04.11)
Homepage www.intel.com
Technische Daten
Formfaktor 2,5 Zoll
Kapazität (lt. Hersteller) 300 GB
Kapazität (formatiert) 280 GiB
Verfügbare Kapazitäten 40, 80, 120, 160, 300, 600 GB
Cache 64 MB
Controller Intel
Chipart MLC NAND (25 nm)
Lesen (lt. Hersteller) 200 MB/s (40 GB), 270 MB/s (80 - 600 GB)
Schreiben (lt. Hersteller) 40 MB/s (40 GB), 90 MB/s (80 GB), 130 MB/s (120 GB), 165 MB/s (160 GB), 205 MB/s (300 GB), 220 MB/s (600 GB)
 
Herstellergarantie 3 Jahre
Lieferumfang 3,5-Zoll-Einbaurahmen, SATA-Strom-/Datenkabel

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Der Controller der Intel SSD 320 Series (oben) ist der gleiche, den wir auch schon auf der Intel X25-M G2 (zum Test) gesehen haben (unten). Neue Features, abgesehen von den Stützkondensatoren, beruhen damit ausschließlich auf Änderungen in der Firmware.

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Während die Intel SSD 510 Series weiterhin auf den schon aus der Intel X25-M G2 Postville bekannten Flash mit 34 nm Strukturgröße setzt, wagt Intel mit der 320 Series nun die Umstellung auf Flash mit 25 nm Strukturgröße. Was heißt das? Grob gesprochen: Je kleiner die Strukturgröße, desto mehr Daten (Bits) lassen sich auf der gleichen Fläche speichern. Umgekehrt braucht man bei gleicher Kapazität also weniger Silizium, was sich, vorausgesetzt bei der Produktion entsteht nicht zu viel Ausschuss, natürlich direkt auf den Preis auswirkt. Die Kehrseite der Medaille ist dabei die häufig mit 25 nm-Flash in Verbindung gebrachte kürzere Lebensdauer.

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Doch sollte man diesen Punkt nicht überbewerten, nicht zuletzt weil die Hersteller von Flash-Speicher scheinbar sehr vorsichtig mit der Angabe der maximalen Schreib-/Löschzyklen sind, man also davon ausgehen kann, dass die Zellen deutlich mehr verkraften, als es ihnen ihre Spezifikation zugesteht. Intel gibt für die 320 Series auch weiterhin die bekannten 20 GB pro Tag an geschriebenen Daten an, die das Laufwerk über einen Zeitraum von fünf Jahren problemlos verkraftet. Haltbarkeitsprobleme des Flash-Speichers darf man bei der 320 Series sicherlich mit ruhigem  Gewissen ausschließen. Letztendlich kommt es auch weniger darauf an, wie viel Zyklen der verwendete Flash-Speicher überlebt, viel wichtiger ist, wie effektiv der Controller diese Zyklen verwendet. Eine niedrige Write Amplification und gutes Wear Leveling sind für die Haltbarkeit eines Laufwerks deutlich wichtiger.

Auch hat sich die Umstellung auf 25 nm-Flash nicht negativ auf die Bitfehlerrate ausgewirkt, diese liegt nach wie vor bei einem vergleichsweise niedrigen Wert von 10-16. Um auch gegenüber größeren Ausfällen im Flash-Speicher abgesichert zu sein, wurde bei der 320 Series die Spare-Area (Reservebereich) vergrößert. Ein Teil der Spare-Area wird nun für Paritätsdaten verwendet, sodass selbst eine große Anzahl an fehlerhaften Blöcken keinen Einfluss auf die Sicherheit der Daten hat. (Ein ähnliches Feature ist bei SandForce-Controllern unter dem Namen RAISE bekannt.)

Ebenfalls neu im Vergleich zum Vorgänger (und auch zur 510 Series) ist die transparente Verschlüsselung der 320 Series. Man setzt dabei auf den AES-Standard mit einer Schlüssellänge von 128 Bit. Die Verschlüsselung ist immer aktiv, wobei am Anfang der im Werk einprogrammierte Schlüssel verwendet wird. Sinn macht die Verschlüsselung in folgenden Szenarien: Setzt man ein ATA-Passwort, reicht es nun nicht mehr, die Flash-Chips auszulöten und „einfach“ auszulesen. Ohne den im Controller gespeicherten Schlüssel sind die Daten wertlos. Diesen Schlüssel auszulesen ist deutlich schwieriger, aber natürlich nicht unmöglich. Zumindest der Gelegenheitsdieb kann so aber keinen Blick mehr auf die Daten werfen.  Das zweite Szenario betrifft das sichere Löschen der Daten: Führt man ein „Secure Erase“ durch, wird ein neuer Schlüssel generiert und der alte Schlüssel verworfen. In diesem Moment werden sämtliche verschlüsselte Daten natürlich automatisch wertlos. Intel ist damit nach SandForce der zweite Hersteller, der eine transparente Verschlüsselung in einem Consumer-Produkt zugänglich macht.


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Was bei Enterprise-SSDs praktisch zum Standard gehört, nämlich ein Stützkondensator, baut Intel nun als erster Hersteller auch in ein Consumer-Produkt ein. Intel verwendet hier jedoch keinen sog. Supercap mit sehr großer Kapazität, sondern verlötet organische Polymer-Tantal-Kondensatoren (KO-CAP) der Firma KEMET mit einer Kapazität von je 470 µF und einer Spannungsfestigkeit von 6,3 V. Sechs Stück davon ergeben eine Gesamtkapazität von 2,82 mF, was laut Intel ausreicht, um alle Daten aus dem SDRAM-Cache (der aus diesem Grund wohl in einer Low-Power-Ausführung verwendet wird) sicher in den Flash-Speicher zu schreiben. In diese Schutzschaltung integriert ist außerdem ein Schutz vor zu hohen Strömen, wie sie beim Hot-Plugging auftreten können. Diese „Soft Start“ genannte Funktion beschränkt den Anlaufstrom, der beim Laden der Kondensatoren entsteht, auf maximal 1,2 A.

Noch informativer als früher sind die SMART-Werte geworden. Neben den insgesamt geschriebenen Daten (Host Writes), der durchschnittlichen Abnutzung (Media Wearout Indicator), den fehlerhaften Blöcken (Re-allocated Sector Count) und den verfügbaren Reservezellen (Available Reserved Space) gibt die 320 Series nun auch Auskunft darüber, wie viele Daten gelesen wurden (Host Reads) und wie oft ein Programmier- oder Löschvorgang nicht erfolgreich beendet werden konnte (Program/Erase Fail Count).

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Das Gehäuse der 320 Series ist zu dem der X25-M G2 identisch - bis auf den Produktaufkleber. Dementsprechend ist die Rückseite der SSD bzw. des Gehäuses weiterhin unbearbeitet, was aber keinen Mangel darstellt und die Funktion natürlich in keiner Weise beeinträchtigt.

Der TRIM-Befehl wurde von Intel wie immer einwandfrei implementiert und auch die Garbage Collection arbeitet gewohnt effektiv. Der erste Screenshot zeigt das Laufwerk im Neuzustand, der zweite nach starker Belastung. Die Zick-Zack-Kurve lässt darauf schließen, dass der Controller beim sequenziellen Schreiben so viele Blöcke wie möglich aufräumt (ohne dabei zu viel Leistung zu verlieren). Der dritte Screenshot zeigt das Laufwerk schließlich nach einem zweiten Durchlauf. Die Leistung ist wieder auf Ausgangsniveau, obwohl kein TRIM-Befehl gesendet wurde, die Garbage Collection hat während des ersten Durchlaufs also eine sehr gute Arbeit geleistet. Die 320 Series sollte man daher auch problemlos in Systemen ohne TRIM-Unterstützung verwenden können, wobei man zumindest bei Windows XP und Vista nicht einmal komplett auf TRIM verzichten muss: Mit der Intel SSD Toolbox lässt sich hier TRIM manuell ausführen.

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Hardware

Treiber / Software

Sonstige Einstellungen / Anmerkungen

Sofern nicht anders angegeben, werden alle Laufwerke grundsätzlich an einem SATA-6 Gb/s-Port des P67-Chipsatzes getestet. Um zufällige Schwankungen bei den Messungen zu minimieren, wurden im BIOS SpeedStep und sämtliche C-States sowie der Turbo-Modus deaktiviert.

Beginnend mit Version 10 des Intel Rapid-Storage-Treibers aktiviert die Installationsroutine desselben nun auch auf Desktop-Systemen ein auf Notebook-Systemen schon lange genutztes Feature. Die Rede ist vom sogenannten Link Power Management, kurz LPM, was (ein weiteres) Stromsparfeature ist. Die Kommunikation über den SATA-Link kann dabei vollständig eingestellt werden, sodass hier kein Strom mehr verbraucht wird.

Das Interessante daran? Mit aktiviertem LPM verlieren einige SSDs in manchen Bereichen einen vergleichsweise großen Teil ihrer Leistung. Betroffen sind davon vor allem SSDs, die nicht von Intel kommen. Böse Absicht? Nicht unbedingt, fehlendes Interesse der anderen Hersteller, die eigenen Produkte vollständig kompatibel mit LPM zu machen, könnte hier ebenfalls eine Rolle spielen.

Wann genau wird LPM nun aktiviert? Bei Notebook-Plattformen: schon immer. Da hier allerdings alle Komponenten auf Strom sparen ausgelegt sind, war eine niedrigere Leistung von SSDs in Notebooks nie ein Thema. Bei Desktop-Plattformen wird LPM nur aktiviert, wenn ein RST-Treiber ab Version 10 auf einem frischen System installiert wird. War vorher schon eine ältere Version des RST-Treibers vorhanden, bleibt LPM deaktiviert. Da LPM bei Desktop-Systemen allerdings praktisch keinen Einfluss auf die Leistungsaufnahme hat, werden alle Benchmarks mit (manuell) deaktiviertem LPM durchgeführt.


Iometer ist ein recht universeller Benchmark, mit dessen Hilfe sich die Rohleistung eines Laufwerks mit nahezu allen erdenklichen Zugriffsmustern untersuchen lässt. In der aktuellen Version ist außerdem die Möglichkeit hinzugekommen, das Datenmuster auszuwählen. Von besonderem Interesse sind hier die Optionen „Repeating bytes“ und „Full random“. Die erste Option erzeugt immer die gleichen Datenmuster, sodass ein Controller diese Daten stark komprimieren kann. Das machen bei Weitem nicht alle Controller, manche (z.B. SandForce) besitzen allerdings eine transparente Kompression und erreichen so, stark abhängig vom Datenmuster, eine höhere oder niedrigere Datenübertragungsrate. Die zweite Option erzeugt einen 16 MB großen Puffer mit Daten hoher Entropie, sodass eine Kompression sehr schwer (allerdings nicht komplett unmöglich) wird. Controller, die komprimieren, werden daher mit beiden Datenmustern getestet und die Ergebnisse mit der Einstellung „Full random“ entsprechend gekennzeichnet. Die Standardeinstellung ist „Repeating bytes“, so werden meistens auch die Herstellerangaben ermittelt.

Während die minimale Anfragetiefe (auch Queue Depth, kurz QD) von eins typisch für ein Desktopsystem ist (sie kann auch geringfügig höher sein, befindet sich jedoch meistens deutlich im einstelligen Bereich), zeigt der Test mit QD 64 das Maximum dessen, wozu die SSD imstande ist. Derart hohe Anfragetiefen erreicht man unter normalen Umständen allerdings nur in Mehrbenutzer- bzw. Serverumgebungen.

Der 4K-Test wird über einen Bereich von 8M logischen Sektoren (512 Byte) durchgeführt, der sequenzielle Test findet über die komplette Kapazität des Laufwerks statt.

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Die Intel SSD 320 Series kann sich kaum von ihrem Vorgänger absetzen. Die einzige Ausnahme ist das sequenzielle Schreiben, bei diesem Test macht die 320 Series eine hervorragende Figur. Man muss dabei allerdings beachten, dass wir die 300 GB-Version getestet haben, kleinere Modelle haben eine niedrigere Schreibrate (siehe technische Daten auf der ersten Seite). Beim sequenziellen Lesen werden viele SSDs durch einen SATA-3 GB/s-Port limitiert, 265 MB/s scheint hier die Grenze des Machbaren, obwohl theoretisch bis zu 300 MB/s möglich wären.


Der AS SSD Benchmark wurde, wie der Name vermuten lässt, speziell für SSDs entwickelt. Es werden komplett inkompressible Daten verwendet, sodass dieser Benchmark für komprimierende Controller praktisch ein Worst-Case-Szenario darstellt. Sequenzieller- und 4K-Test finden bei einer Queue Depth von eins statt. Für Desktopsysteme ist auch hier wieder der 4K-Test mit QD 1 am wichtigsten, wohingegen der Test mit QD 64 wieder das Maximum (mit aktiviertem NCQ) zeigt.

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Bei diesem Benchmark zeigt sich im Wesentlichen das gleiche Verhalten wie bei Iometer.

Der Kopierbenchmark gibt Aufschluss darüber, wie schnell innerhalb des Laufwerks Daten kopiert werden können. Die verwendeten Muster entsprechen typischen Szenarien: ISO (zwei große Dateien), Programm (viele kleine Dateien), Spiel (große und kleine Dateien gemischt).

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Dank der sehr hohen sequenziellen Schreibrate beschleunigt die 320 Series auch das Kopieren von Dateien deutlich. Allerdings gilt auch hier wieder, das Modelle mit geringerer Kapazität schlechter abschneiden, da sie langsamer schreiben.


PCMark Vantage besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zum einen wird die tatsächliche Geschwindigkeit des Systems ermittelt, in dem „echte“ Aktionen ausgeführt werden, z.B. Bild- und Textbearbeitung, Videowiedergabe uvm. – Hier ist es häufig schwer oder sogar unmöglich, einen Unterschied zwischen verschiedenen Laufwerken zu erkennen, denn diese Art von Benchmarks wird oft durch das restliche System (CPU, RAM, Grafikkarte) ausgebremst. Der HDD Test von PCMark ist hingegen wieder eher synthetischer Natur, denn es werden nur sog. Traces abgespielt (aufgenommene Zugriffe beim Arbeiten mit verschiedenen Programmen). Angenommen, das restliche System würde eine SSD nicht limitieren, so würde die Leistung eines Systems mit den Ergebnissen des HDD Tests korrelieren – sofern man die gleichen oder wenigstens ähnliche Programme einsetzt, wie bei der ursprünglichen Aufnahme der Traces.

Die Ergebnisse des Gamig- und Music-Benchmarks weisen leider eine relativ hohe Schwankung auf. Bei beiden Tests ist eine eindeutige Aussage daher erst ab ca. 10% Unterschied der Ergebnisse möglich. Die Ergebnisse der anderen Tests sind deutlich besser reproduzierbar (mittlerer Fehler nicht mehr als 3%).

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Bei PCMark Vantage schneidet die 320 Series tendenziell etwas schlechter ab, wobei man trotzdem (noch) nicht von einem schlechten Ergebnis sprechen kann.


Der ATTO Disk Benchmark wird, neben Iometer, von vielen Herstellern als Werkzeug zur Messung der Herstellerangaben herangezogen. Bei einer Queue Depth von vier werden über einen Bereich von 256 MB mit unterschiedlichen Blockgrößen Daten übertragen. Als Ergebnis erhält man die Übertragungsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Blockgröße. Da die Testdaten von ATTO hochkompressibel sind, schneiden Controller, die komprimieren (SandForce) in diesem Benchmark überdurchschnittlich gut ab.

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Beim Lesen stechen lediglich die Intel SSD 510 Series und die Crucial C300 positiv hervor, was allerdings an ihrem SATA-6 Gb/s-Interface liegt. Die anderen SSDs, also auch die Intel SSD 320 Series, werden hier offenbar durch das SATA-3 Gb/s-Interface limitiert. Beim Schreiben macht die 320 Series eine gute Figur, allerdings spielt natürlich auch hier die große Kapazität wieder eine Rolle.


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Ein Fazit über die Intel SSD 320 Series zu schreiben ist nicht ganz einfach. Der von Intel selbst entwickelte Controller kommt in die Jahre, das merkt man vor allem an der fehlenden Unterstützung für SATA 6 Gb/s. Zum alten Eisen gehört er deswegen allerdings noch lange nicht, besonders, da Intel die 100 MB/s-Beschränkung beim sequenziellen Schreiben nun aufheben konnte. Was vielen Leuten bei der X25-M G2 ein Dorn im Auge war, ist nun endlich kein Thema mehr. (Natürlich hängt die sequenzielle Schreibrate stark von der Größe des Laufwerks ab, trotzdem schreibt die 320 Series auch beim Vergleich gleicher Kapazitäten durchgehend schneller als ihr Vorgänger.) So geht auch die sonstige Performance der 320 Series in Ordnung und sollte für jedes Desktop-System mehr als ausreichend sein.
Doch das ist zum Glück nicht alles, denn richtig interessant wird die 320 Series durch ihre (neuen) Features. Das ist zum einen die transparente AES-Verschlüsselung, die zumindest für viele Privatanwender in Kombination mit einem ATA-Passwort ein hinreichendes Maß an Sicherheit gewährleisten kann.
Außerdem ist es sehr begrüßenswert, dass man sich bei Intel Gedanken darüber gemacht hat, wie man die Zuverlässigkeit des Laufwerks weiter erhöhen kann. Das auffälligste Merkmal ist dabei natürlich die Bank an Stützkondensatoren, die dafür sorgt, dass der Inhalt des flüchtigen Caches bei Stromausfall sicher in den Flash-Speicher geschrieben werden kann. Dieses Feature findet man normalerweise nur auf Enterprise-Laufwerken, die, selbst mit MLC-Flash, häufig das Doppelte bis Dreifache eines Consumer-Laufwerks kosten. Dieses Merkmal könnte die 320 Series sogar für Server-Anwendungen interessant machen, dort ist ein Stützkondensator fast immer Pflicht, denn Datenintegrität hat bei Server eine hohe Priorität.
Dass der verwendete Controller zuverlässig ist, hat schon die X25-M G2 gezeigt, auf der der gleiche Controller zum Einsatz kommt. Solange keine gravierenden Firmware-Fehler existieren, hat die 320 Series sehr großes Potenzial, das zuverlässigste Consumer-Laufwerk zu werden. Die Performance-Krone konnte die 320 Series heute nicht holen, was aber, je nach persönlicher Priorität, auch gar nicht unbedingt nötig ist.
Der Preis, mit dem die 320 Series zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels gelistet ist, kann zwar nicht mit den Kampfpreisen der SSDs mit SF-1200-Controller konkurrieren, ist aber, in Anbetracht der relativ guten Leistung und einmaligen Features, sicherlich nicht zu hoch angesetzt. Im Gegenteil, denn Intel macht bei der 320 Series ein Enterprise-Feature dem Consumer-Markt zugänglich, deswegen scheint an dieser Stelle mindestens ein Preis/Leistungs-Award angebracht zu sein.
Für ein System, in dem nur SATA-3 Gb/s-Ports zur Verfügung stehen, könnte die 320 Series übrigens sogar eine bessere Wahl als die 510 Series sein. Letztere kann ihre enorme Leistung bei sequenziellen Operationen technikbedingt nur an einem SATA-6 Gb/s-Port ausspielen. Limitiert durch ein SATA-3 Gb/s-Interface sind die 320 Series und 510 Series ungefähr gleich schnell, wobei die 320 Series einen spürbar niedrigeren Preis pro Gigabyte aufweist.

Ein Fazit über die Intel SSD 320 Series zu schreiben ist nicht ganz einfach. Der von Intel selbst entwickelte Controller kommt in die Jahre, das merkt man vor allem an der fehlenden Unterstützung für SATA 6 Gb/s. Zum alten Eisen gehört er deswegen allerdings noch lange nicht, besonders, da Intel die 100 MB/s-Beschränkung beim sequenziellen Schreiben nun aufheben konnte. Was vielen Leuten bei der X25-M G2 ein Dorn im Auge war, ist nun endlich kein Thema mehr (natürlich hängt die sequenzielle Schreibrate stark von der Größe des Laufwerks ab, trotzdem schreibt die 320 Series auch beim Vergleich gleicher Kapazitäten durchgehend schneller als ihr Vorgänger). So geht auch die sonstige Performance der 320 Series in Ordnung und sollte für jedes Desktop-System mehr als ausreichend sein.

Doch das ist zum Glück nicht alles, denn richtig interessant wird die 320 Series durch ihre (neuen) Features. Das ist zum einen die transparente AES-Verschlüsselung, die zumindest für viele Privatanwender in Kombination mit einem ATA-Passwort ein hinreichendes Maß an Sicherheit gewährleisten kann.

Außerdem ist es sehr begrüßenswert, dass man sich bei Intel Gedanken darüber gemacht hat, wie man die Zuverlässigkeit des Laufwerks weiter erhöhen kann. Das auffälligste Merkmal ist dabei natürlich die Bank an Stützkondensatoren, die dafür sorgt, dass der Inhalt des flüchtigen Caches bei Stromausfall sicher in den Flash-Speicher geschrieben werden kann. Dieses Feature findet man normalerweise nur auf Enterprise-Laufwerken, die, selbst mit MLC-Flash, häufig das Doppelte bis Dreifache eines Consumer-Laufwerks kosten. Dieses Merkmal könnte die 320 Series sogar für Server-Anwendungen interessant machen, dort ist ein Stützkondensator fast immer Pflicht, denn Datenintegrität hat bei Servern gewöhnlich eine hohe Priorität.

Dass der verwendete Controller zuverlässig ist, hat schon die X25-M G2 gezeigt, auf der der gleiche Controller zum Einsatz kommt. Solange keine gravierenden Firmware-Fehler existieren, hat die 320 Series sehr großes Potenzial, das zuverlässigste Consumer-Laufwerk zu werden. Die Performance-Krone konnte die 320 Series heute nicht holen, was aber, je nach persönlicher Priorität, auch gar nicht unbedingt nötig ist.

Der Preis, mit dem die 320 Series zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels gelistet ist, kann zwar nicht mit den Kampfpreisen der SSDs mit SF-1200-Controller konkurrieren, ist aber, in Anbetracht der relativ guten Leistung und einmaligen Features, sicherlich nicht zu hoch angesetzt. Im Gegenteil, denn Intel macht bei der 320 Series ein Enterprise-Feature dem Consumer-Markt zugänglich, deswegen scheint an dieser Stelle mindestens ein Preis/Leistungs-Award angebracht zu sein.

Für ein System, in dem nur SATA-3 Gb/s-Ports zur Verfügung stehen, könnte die 320 Series übrigens sogar eine bessere Wahl als die 510 Series sein. Letztere kann ihre enorme Leistung bei sequenziellen Operationen technikbedingt nur an einem SATA-6 Gb/s-Port ausspielen. Limitiert durch ein SATA-3 Gb/s-Interface sind die 320 Series und 510 Series ungefähr gleich schnell, wobei die 320 Series einen spürbar niedrigeren Preis pro Gigabyte aufweist.

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Positive Aspekte der Intel SSD 320 Series:

Negative Aspekte der Intel SSD 320 Series:

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