Test: Kingston HyperX Max 3.0 - USB auf Steroiden

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kingston-hyperxExterne Speicherlösungen sind für viele Zwecke ideal: Entweder als einfaches Backup, zum Datentausch von großen Dateien oder als Daten-Sammellager, beispielsweise für Videos. Doch mit dem falschen Datenträger wird das Kopieren zur Geduldsprobe. Mit den neuen USB3.0-Geräten hat dies nun ein Ende, wer es aber ganz besonders schnell haben will, sollte auch auf die verbaute Technik im USB3.0-Datenträger achten. Kingston liefert mit der HyperX Max 3.0 ein schnelles externes Laufwerk - und unter der Haube befindet sich schnelle SSD-Technik.

Kingstons HyperX Max 3.0 gehört mit der verbauten SSD natürlich nicht zum günstigsten externen Speicherdrive, das am Markt existiert, aber sicherlich mit zu den schnellsten. Das Laufwerk gibt es in drei Größen von 64, 128 und 256 GB, preislich liegen diese bei ca. 150 Euro, 250 Euro und 520 Euro. Bei dem Preis überlegt man sich natürlich schon, ob man statt der teuren SSD-Lösung nicht vielleicht doch einen günstigeren USB-Stick wählt und dafür auf Daten wartet, vergleicht man Kingstons Lösung aber mit anderen Produkten am Markt, wie beispielsweise der getesteten OCZ Enyo, dann liegt Kingstons HyperX Max 3.0 auf demselben Niveau. 

Das nur 11 x 7 cm große und 0,9 cm hohe Laufwerk ist natürlich aufgrund der SSD-Technik im Inneren etwas größer als ein USB-Stick. OCZ wählte für das Enyo eine etwas kompaktere Bauweise mit nur 5,6 cm Breite, im Großen und Ganzen unterscheiden sich die Lösungen aber kaum. Auch das Gewicht ist nahezu identisch. Ein USB3.0-Kabel wird mitgeliefert, es dient zum Anstöpseln und zur Stromversorgung.

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Kingston gibt für das Laufwerk einen Datendurchsatz von bis zu 195 MB/s beim Lesen und 160 MB/s beim Schreiben an. Der Stromverbrauch soll bei 4,5 Watt liegen. Nominell gibt Kingston also eine etwas langsamere Leistung an, während das Enyo-Drive von OCZ hier teilweise bis zu 260 MB/s erreichen sollte - in unseren Tests schaffte OCZ aber auch nur langsamere Werte. Wie das Laufwerk bei der Performancebetrachtung abschneidet, werden wir auf den nächsten Seiten klären. Aber wir haben natürlich auch ins Innere geschaut, um herauszufinden, wie der HyperX Max 3.0 arbeitet.

Die Spezifikationen des Speicherdrives haben wir in der Übersichtstabelle noch einmal aufgeführt:

Kingston HyperX Max 3.0
Verfügbare Kapazitäten 64 GB, 128 GB, 256 GB
Getestete Kapazität 128 GB
Preis 250 Euro für 128 GB
Lieferumfang Laufwerk, spezielles
USB3.0-Anschlusskabel
Anschluss USB 3.0
Größe 90 mm x 110 mm x 9 mm (BxLxH)
Gewicht 87 Gramm
Technik SSD (Toshiba-Conroller mit 64 MB Cache + MLC)
Beworbene
Performance
195 MB/s lesen,
160 MB/s schreiben

Zunächst einmal nehmen wir den Deckel des Laufwerks aber ab und schauen, was Kingston für Hardware in dem USB3.0-Laufwerk verbaut hat.


Wenn SSD-Technik zum Einsatz kommt, ist klar, dass Kingston hier nicht das Rad neu erfindet, sondern auf bewährte Technik setzt. Dreht man die vier Schrauben aus dem Aluminium-Gehäuse heraus, lässt sich das HyperX Max 3.0 öffnen. Unter der Haube befinden sich zwei Platinen, die miteinander verbunden sind. Auf einer befindet sich der USB-Controller, auf der anderen eine handelsübliche SSD.

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Nimmt man die Platinen vorsichtig aus dem Gehäuse, sieht man auf der Rückseite die Chips, die Kingston verwendet. Für die SSD kommen Toshiba-Bauteile und Toshiba NAND-Flash mit einem Micron-Cache-Speicherchip zum Einsatz. Beim Controller handelt es sich um den Toshiba T6UG1XBG, der beispielsweise auch auf der Kingston SSDNow V 30 GB zum Einsatz kommt. Bei der Platine handelt es sich also eigentlich um eine SATA-3G-SSD mit 128 GB Kapazität - auch der Anschluss und die Stromversorgung entsprechen dieser Standard-Platine. Der Micron-Chip (D9HSJ) ist ein 128 MB großer Cache-Chip.

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Damit aus dem SATA-Gerät nun ein USB-Gerät wird, muss eine Bridge zwischengeschaltet werden. Diese Aufgabe übernimmt der Genesis Logic GL3310, der aus der SATA-3G-Schnittstelle ein USB3.0-Superspeed-Laufwerk macht:

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Eigentlich also alles ganz einfach realisiert: Standard-SATA-Technik plus Brücke wird zu einem USB3.0-Laufwerk.

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Dabei stellt sich natürlich die Frage: Lässt sich die SSD auch als normales SATA-Drive nutzen, wenn man dies möchte? In der Theorie ja, denn wenn man die Platine direkt mit einem Stromanschluss und SATA-Kabel an ein Mainboard anschließt, meldet sich das Drive auch als SATA-Gerät im Gerätemanager:

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Wir haben auch einen Benchmark durchgeführt, der bestätigt, dass die Performance im üblichen Bereich des Toshiba-Controllers mit der verwendeten Flash-Sorte und Cache liegt:

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Allerdings muss man klar sagen: Zum Kaufpreis von 250 Euro lohnt sich der "Umbau" des USB3.0-Gerätes eigentlich nicht, denn heutzutage gibt es günstigere SSDs mit einer besseren Leistung am Markt, die auch in einem entsprechenden Schutzgehäuse untergebracht sind. Wer allerdings beispielsweise einmal eine 2,5-Zoll-SATA-Notebook-Harddisk anstecken möchte, um die Daten per USB auf einen Rechner zu überspielen, der könnte das Kingston-Laufwerk demontieren und die integrierte Technik hierfür verwenden.

Bleiben wir allerdings beim dafür vorgesehenen Gebrauch der Kingston HyperX Max 3.0 - und gehen zu den USB3.0-Benchmarks über.


Als Testsystem verwenden wir ein Sandy-Bridge-System mit einem Elitegroup-Mainboard auf Basis des P67-Chipsatzes, welches den neuen Etron-Chipsatz als USB3.0-Controller besitzt. Der Chip, so stellten wir im Test des ASRock Fatality P67 Professional fest, ist etwas schneller als die vorherrschende USB3.0-Lösung mit NEC/Renesas-Controller. Weiterhin haben wir darauf geachtet, dass der Chip nativ an den P67 angebunden ist, um die Performance nicht durch eine PLX-Brücke zu beeinflussen - deshalb kommt das Elitegroup H67H2-M zum Einsatz.

Als Benchmarks haben wir CrystalDiskMark in der Version 3.0.1, AS SSD, Sisoft Sandra 2011 und HD Tune 3.5 ausgewählt:

CrystalDiskMark 3.0.1. x64:

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HD Tune Pro 3.50:

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Sisoft Sandra 2011 Wechseldatenträger-Benchmark:

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AS SSD 1.6.4:

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AS SSD Kopier-Benchmark:

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Im Vergleich zu USB2.0-Sticks ist Kingstons-Lösung natürlich deutlich überlegen, aber selbst gegenüber USB3.0-Sticks hat man aufgrund des Controllers die Nase vorne. Die SSD-Technik verhilft dem externen Laufwerk zu einer Performance, die der einer im Rechner eingebauten SSD in nichts nachsteht - nur bei extrem kleinen Dateien (4k) merkt man einen Unterschied aufgrund des USB-Interfaces.

Verglichen zu den bislang getesteten Lösungen ist Kingstons HyperX Max 3.0 deutlich schneller als beispielsweise der Supertalent USB3.0 Stick und auch minimal schneller als der OCZ Enyo USB3.0 (siehe Leistungsvergleich). Allerdings testeten wir die Laufwerke damals mit einem NEC-Controller, sodass eventuell OCZs Enyo mit dem Etron-Tech-Chip auch etwas schneller unterwegs wäre. Die Leistung ist für ein USB-Gerät auf jeden Fall brillant.


Kingstons HyperX Max 3.0 ist eigentlich keine "externe Festplatte" und auch kein "USB-Stick". Beiden Kategorien wird die luxuriöse Lösung nicht gerecht, denn externe Festplatten sind im Vergleich recht langsam und USB-Sticks haben eine geringe Kapazität. Mit 64 bis 256 GB Kapazität ist der HyperX Max 3.0 zwar zwar auch kein Terabyte-Wunder, aber man bekommt sämtliche Daten darauf unter, die gesichert oder getauscht werden müssen. 

Wofür sollte man sich aber eine externe SSD anschaffen? Eigentlich sind es besonders ungeduldige User, die sich schon immer gefragt haben, warum die Datenübertragung der Backups so lange dauert. Wen es also nervt, irgendetwas tagein tagaus auf USB-Sticks zu spielen, der hat sicherlich viel Spaß an der schnellen Datenübertragung.

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Auch in anderen Bereichen hat eine externe SSD Vorteile: Durch die SSD-Technik verbraucht das Gerät extrem wenig Strom und lässt sich somit alleine mit dem USB-Kabel mit Strom versorgen. Auch ist die Kingston HyperX Max 3.0 deutlich robuster als eine Festplatte - Erschütterungen im Betrieb lässt sie bis 1500 G über sich ergehen, somit wäre sie auch für die Datensicherung im Auto während der Rallye Paris-Dakar zu gebrauchen.

Letztendlich bleibt die Lösung aber vor einem eines: teuer. Und deshalb lohnt sich das Laufwerk wirklich nur, wenn man eine extrem schnelle externe Speicherlösung sucht oder auf den Gadget-Charakter steht. Für Otto-Normal-Anwender ist die SSD-Technik im externen Gewand noch nicht interessant. Mehr Spaß macht es da, sich in seinen Rechner eine SSD einzubauen und die Harddisk, die übrig ist, in einen 3,5-Zoll-Wechselrahmen zu stecken und diese dann in einem USB3.0-Gehäuse unterzubringen.

Positive Punkte des Kingston HyperX Max 3.0:

Negative Punkte des Kingston HyperX Max 3.0:

 

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