Test: Seagate Momentus XT

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seagate_momentus_xt_teaserVor der Einführung von Windows Vista galten sogenannte "Hybrid"-Festplatten als neue Wunder-HDD, da sie die herkömmliche Bauweise auf Basis von Magnetscheiben mit dem neuartigen Flash-Speicher kombinierten. Schnell stellte sich jedoch Ernüchterung ein, da die Laufwerke ihren Versprechungen bzgl. geringerer Leistungsaufnahme bzw. erhöhten Stromspareffekten im mobilen Sektor in Kombination mit Windows Vista nicht nachkommen konnten. Die Ursache hierfür liegt dabei nicht nur an der bisher mangelnden Akzeptanz der Verbraucher, sondern auch am eigentlichen Ressourcen-Hunger von Vista und der ungeeigneteten Nutzung von "Readydrive". Seagate wagt mit der Momentus XT nun einen erneuten Angriff auf den Massenmarkt.

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Seagate schickt sich nun an, das Thema Hybrid-HDD mit der Momentus XT (wir berichteten) erneut in den Vordergrund zu rücken: Diesmal jedoch nicht mit der Maßgabe, man würde sich auf den OS-Hersteller hinsichtlich der effizienten Ansteuerung und Nutzung verlassen, sondern vielmehr kommen im Inneren der HDD neuartige Algorithmen zur geeigneten Kombination des Flash- und Magnetspeichers zum Einsatz. Seit der ursprünglichen Ankündigung ist etwas Zeit vergangen, letztlich konnten wir aber nun ein Testexemplar ergattern:

Technische Daten der Momentus XT
Hersteller Seagate
Produktname Momentus XT ST95005620AS
Webseite Seagate Homepage
Preis 113 €
Formfaktor 2,5 Zoll
Kapazität 500 GB
Drehzahl 7200 U/min
Cache 32 MB
Schnittstelle SATA 3 Gbit/s
Herstellergarantie 5 Jahre

Alle technischen Daten der Momentus XT können unter diesem Link auf Seagates Website eingesehen werden.


Die Momentus XT ist im 2,5''-Formfaktor gehalten und bringt in der aktuellen Ausführung eine Kapazität von 500 GB auf 2 Plattern mit sich. Die Umdrehungsgeschwindigkeit liegt bei 7200 Umdrehungen pro Minute und ist damit klar auf Performance ausgelegt. Der Cache beziffert sich auf 32 MB und ist ebenfalls für den mobilen Sektor ungewöhnlich hoch dimensioniert. Zusätzlich befinden sich im Inneren noch insgesamt 4 GB Flash-Speicher (SLC-Chips), die für den eigentlichen Performance-Vorteil des Laufwerkes sorgen sollen. Die Schnittstelle ist nach SATA 3 Gbit/s spezifiziert. Neben dem hier vorgestellten Modell mit 500 GB sind weitere Laufwerke mit 320 und 250 im Portfolio von Seagate zu finden.

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Um nun die Vorteile aus beiden Speicherwelten zu kombinieren, setzt Seagate einen Technik namens "Adaptive Memory" ein. Diese soll während des Betriebs dynamisch dafür sorgen, dass oft frequentierte Daten automatisch auf dem Flash-Speicher landen, während große bzw. selten benutzte Datenfragmente eher auf den Magnetscheiben gelagert werden. Der Benutzer hat also nur indirekt Einfluss auf den Speicherort seiner Dateien.


Hardware / Treiber Software Benchmark Vorgehensweise:

Um zufällige Messabweichungen zu minimieren, wird jede Messung mehrfach durchgeführt. Zwischen jeder Messung wird der Rechner neu gestartet, um Caching-Effekte zu vermeiden, welche das Ergebnis der Tests verzerren würden. Die in den Diagrammen dargestellten Zahlen sind schließlich das arithmetische Mittel aus den jeweiligen Einzelmessungen.


Zur Beurteilung der Performance der Momentus XT müssen die Benchmarks etwas differenziert betrachtet werden. Wenn innerhalb des Benchmarks "rohe" Lese- und Schreibleistungen gemessen werden, wird sich kein unmittelbarer Vorteil der XT herausbilden können, da es kein signifikant wiederholbares "Datenmuster" gibt, welches der Algorithmus nutzen könnte.

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Seagate selbst nennt Testprogramme wie H2Bench, HDTune und IOMeter in diesem Kontext als ungeeignete Benchmarks-Tools, man solle doch besser PCMark Vantage oder SYSmark nutzen. Diese Empfehlung ist insofern natürlich klar, als das die beiden letztgenannten Programme eine sehr gute Analyse der Zugriffsmuster ermöglichen, sodass der "Adaptive Memory"-Algorithmus die Zugriffe präzise optimieren und auf den Flash-Speicher auslegen kann.

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Während der Erstellung unserer Benchmarks konnten wir dieses Verhalten sehr gut nachvollziehen: Der erste Lauf von Vantage resultierte in einem durchschnittlichen Ergebnis von 3691 Punkten, für eine 2,5''-HDD ist dies im Rahmen unserer Erwartungen. Stößt man unmittelbar im Anschluss direkt den zweiten Durchlauf an, ist Adaptive Memory in der Lage eine signifikante Verbesserung herbeizuführen. Das Ergebnis lag mit 7330 Punkten fast doppelt so hoch. Ein dritter Lauf förderte erneut ein gesteigertes Resultat zutage, dort waren es 8444 Punkte. Weitere Steigerungen über dieses Ergebnis blieben jedoch aus.


Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass Seagate mit der Momentus XT einen Schritt in die richtige Richtung getan hat. Anstatt dem Betriebssystem die Zugriffs-Optimierung und damit die Entscheidungsgewalt zu überlassen, wird sie nun direkt am eigentlichen Ziel durch die Hardware durchgeführt. Diese transparente Vorgehensweise hat in der Vergangenheit bei Native Command Queueing hervorragend funktioniert und wird nun mittels Adaptive Memory konsequent weitergeführt.

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Positive Aspekte der Momentus XT:

Negative Aspekte der Momentus XT:

Weitere Links: