Roundup: USB2.0/3.0 Speichersticks und Drives

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aufmacherlogoOhne externe Drives geht es nicht: Disketten fliegen auf einem modernen Schreibtisch nicht mehr herum, dafür aber immer größer werdende USB-Sticks. Mittlerweile sind USB3.0-Drives mit höheren Übertragungsraten und einer besseren Leistung am Markt erhältlich. Wir haben sechs verschiedene externe Speichermedien unter die Lupe genommen, die unterschiedliche Technik in sich vereinen: Neben klassischen USB-Speicherlösungen sind auch schnelle USB3.0-Festplatten und eine USB3.0-SSD mit dabei.

Externe Speichermedien gibt es in unterschiedlichster Ausführung. In unserem Test beschränken wir uns auf USB-Geräte, die entweder nach dem älteren USB2.0-, oder dem neueren USB3.0-Standard angestöpselt werden können. Zwar sind USB3.0-Ports an den meisten Systemen noch nicht vorhanden, moderne Boards bieten dieses neue Feature aber bereits mit einem separaten NEC-Chip.

Neben der verwendeten Übertragungstechnik unterscheiden sich die Geräte aber auch bei diversen Ausstattungsvarianten: Der kleinste Stick in unserem Test ist 8 GB groß, der größte 128 GB - und auch eine externe Festplatte mit 500 GB haben wir mit in den Test aufgenommen. Also besitzen die Geräte auch eine unterschiedliche Methode zum Speichern der Daten - neben der Festplatte kommt jedoch nur Flash- und SSD-Technik zum Einsatz. Gepaart wird das Ganze mal mit besonderen Sicherheitsfunktionen, mal mit besonders hoher Performance.

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Im Test sind die folgenden sechs Geräte:

Auch preislich liegen zwischen den Komponenten somit teilweise Welten: Ein günstiger USB2.0-Stick mit guter Performance ist bereits zu einem Preis von ca. 35 Euro am Markt erhältlich. OCZs Enyo SSD hingegen kostet immerhin 320 Euro in der getesteten 128-GB-Variante und auch Corsairs Flash Voyager GTR liegt immerhin bei 260 Euro. Dabei ist es natürlich nur verständlich, dass auch bei den Features und der Performance Unterschiede bestehen.

Wir schauen uns zunächst die Sticks und Drives einzeln an und vergleichen dann die Performance im USB2.0- und USB3.0-Betrieb.


Von ADATA kommt die Nobility NH01 für einen Test zu uns - eine externe Festplatte, die es in diversen Ausführungsvarianten gibt. Wir haben die 500-GB-Variante im Test, die zu einem Preis ab 67 Euro im Handel erhältlich ist. Es existiert auch noch eine kleinere Variante mit 320 GB (ab 51 Euro) und eine größere mit 640 GB (ab 75 Euro). Alle Drives liegen also preislich sehr nahe beieinander, was darin begründet ist, dass ADATA für alle dasselbe Gehäuse verwendet, aber unterschiedliche 2,5-Zoll-Festplatten einbaut.

Bei allen drei Varianten setzt ADATA auf das USB3.0-Interface, im Inneren arbeitet eine Festplatte mit 5400 rpm. Zumindest für unser 500-GB-Drive können wir den Hersteller der Festplatte angeben, da wir das Laufwerk geöffnet haben.

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Immerhin 88 MB/s beim Lesen und 81 MB/s beim Schreiben soll das Laufwerk erreichen können, wenn es am USB3.0-Interface betrieben wird. Das Gewicht der Storage-Lösung liegt bei 240 g, die Abmessungen sind 82 x 16 x 134 mm. ADATA gibt eine dreijährige Herstellergarantie.

Optisch kann ADATA mit einer hochglänzenden schwarzen Oberfläche überzeugen, den Randbereich hat man entsprechend verstärkt. Im Lieferumfang befindet sich ein passendes USB3.0-Kabel, eine zusätzliche Stromversorgung für USB2.0-Ports, die nicht genügend Energie bereitstellen, fehlt leider. Zum Download bietet ADATA zusätzliche Software an, beispielsweise HDDtoGo oder OStoGo. Security-Features sind beim NH01 nicht integriert.

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Die Spezifikationen der externen Festplatte haben wir in der Übersichtstabelle noch einmal aufgeführt:

ADATA Nobility NH01
Verfügbare Kapazitäten 320 GB, 500 GB, 640 GB
Getestete Kapazität 500 GB
Preis ab 67 Euro
Lieferumfang NH01, spezielles
USB3.0-Anschlusskabel
Anschluss USB 3.0
Größe 82 x 16 x 134 mm (BxHxL)
Gewicht 240 Gramm
Technik Festplattentechnik, 5400 rpm
Beworbene
Performance
88 MB/s lesen,
81 MB/s schreiben

Da es sich um Festplattentechnik handelt, sind die angegebenen Transferraten natürlich nicht überall auf der Festplatte möglich. Maximal konnten wir mit HD Tune 3.5 Pro eine Transferrate von 82,3 MB/s im Lesen messen, die dann stetig auf ~40 MB/s fällt. Damit ist die Transferrate natürlich deutlich niedriger als angegeben, aber immer noch über USB2.0-Niveau. Im Lesen erreicht das Laufwerk ebenfalls knapp über 80 MB/s, minimal sind es wieder knapp 40 MB/s.

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Read/Write-Werte mit USB3.0

Im USB2.0-Betrieb wird das Laufwerk natürlich deutlich langsamer und vom Bus ausgebremst. Außerdem ist es langsam bei kleinen Dateigrößen, also in den 4k-Benchmarks. Dies liegt an der Festplatten-Technik - Flashspeicher kann hier eine deutlich bessere Performance liefern.

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Read/Write-Werte mit USB2.0

ADATAs Nobility NH01 eignet sich also vor allen Dingen für Anwender, die sehr große Datenmengen transportieren wollen. Wenn man USB3.0 an den Rechnern besitzt, ist die Transferrate auch für die schnelle Datenübertragung geeignet. Im USB2.0-Betrieb ist die Leistung auch auf gutem Niveau. Der Preis pro Gigabyte ist hier im Vergleich am niedrigsten.


Chaintechs Apogee erhielten wir als 16-GB-Variante mit USB 2.0. Auf der Webseite erfährt man, dass der Stick AstroDrive heißt - auf der Verpackung war so etwas nicht vermerkt. Die Kennzeichnung als 266X-Variante soll die hohe Performance suggerieren, die Chaintech mit 41,4 MB/s Lese- und 29,5 MB/s Schreibrate angibt. Dies ist in der Tat sehr hoch, da die meisten Controller nur bis zu 35 MB/s zur Verfügung stellen. Somit ist bereits jetzt festzustellen, dass die Leserate kaum bei allen Mainboards erreicht werden sollte. Neben der von uns getesteten 16-GB-Variante gibt es auch eine 32- und 64-GB-Variante.

Chaintech bietet außer der Hardware an sich nichts: Kein weiteres USB-Kabel und auch keine Software befindet sich im Lieferumfang. Nur der ca. 22g schwere und 80 x 18 x 8 mm große Stick wird geliefert. Durch die kompakten Abmessungen ist er auch dann einsetzbar, wenn bereits diverse USB-Geräte in den Ports stecken - er blockiert keine nebenliegenden Buchsen.

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Ohne Features, Verschlüsselung, Software und Zubehör reiht sich der Stick also in die einfachste Kategorie ein, die es bei USB-Sticks gibt: Speichern, rausziehen, fertig. In den meisten Fällen wird so etwas für zu Hause aber ausreichen, um mit Bekannten Daten zu tauschen oder ein paar Files zwischen den Heimrechnern auszutauschen. Wenn im beruflichen Umfeld Sicherheitsfunktionen verlangt werden, können diese mit optionaler Software hinzugefügt werden. Somit ist der Stick aus Preis-Leistungssicht sicherlich nicht überflüssig, sondern erfüllt seinen Zweck voll und ganz.

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Die Spezifikationen des Sticks haben wir in der Übersichtstabelle noch einmal aufgeführt:

Chaintech Apogee AstroDrive 266X
Verfügbare Kapazitäten 16 GB, 32 GB, 64 GB
Getestete Kapazität 16 GB
Preis nicht verfügbar
Lieferumfang Speicherstick
Anschluss USB 2.0
Größe 18 x 8 x 80 mm (BxHxL)
Gewicht 22 Gramm
Technik Flash-Technik
Beworbene
Performance
41,4 MB/s lesen,
29,5 MB/s schreiben

Wir hatten bereits angedeutet, dass sich die beworbene Performance nicht reproduzieren lässt. In der Tat lieferte der Apogee-Stick aber eine sehr gute Performance bei größeren Dateien. Mit knapp über 30 MB/s beim Lesen ist er ausreichend schnell, beim Schreiben sinkt die Performance aber auf ungefähr 17 MB/s beim sequentiellen Schreiben. Werden kleinere Blöcke geschrieben, sinkt die Performance auf ein sehr niedriges Niveau. Dann wird es selbst zur Qual, die relativ kleine Kapazität von 16 GB voll zu schreiben:

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Insgesamt liefert das Chaintech AstroDrive also eine durchwachsene Vorstellung, aber als einfacher USB-Stick ist er natürlich zu gebrauchen.


GTR steht im Motorsport für etwas mit hoher Geschwindigkeit, so darf man vom Corsair Flash Voyager GTR wohl eine bessere Performance erwarten, als beim Chaintech Apogee. Corsair schickte uns die 128-GB-Variante des Luxussticks, der mit USB 2.0 als Interface arbeitet. Im Vergleich zu anderen USB-Sticks hat der Flash Voyager GTR schon eine beachtliche Größe, weshalb Corsair auch ein USB-Kabel mitliefert, damit man ihn auch an Systeme anstecken kann, deren USB-Ports bereits eng bevölkert sind. Weiterhin befindet sich ein Trageband im Lieferumfang.

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Der Flash Voyager GTR ist neben der 128-GB-Variante auch in Größen mit 64 GB und 32 GB verfügbar. Diese sehen allerdings etwas anders aus - und könnten somit auch intern leichte baugrößenbedingte Unterschiede mit sich bringen. Unsere 128-GB-Variante wird mit 34 MB/s Lese- und 28 MB/s Schreibrate beworben. Sie ist zum Schutz der Daten gummiummantelt, auch Spritzwasser wird von der Hülle absorbiert. Corsair gibt auf die Technik 10 Jahre Garantie, also quasi eine Lifetime-Garantie, denn wer will in 10 Jahren noch USB als Port nutzen. 

Während die kleineren Varianten für knapp 70 Euro bzw. knapp 150 Euro im Handel verfügbar sind, kostet unsere 128-GB-Variante glatte 260 Euro. So etwas lohnt sich natürlich nur, wenn der Stick auch einen besonderen Zweck erfüllt. Auf einen 128 GB großen Stick würde man aber nicht nur eine komplette Sicherung der Bootpartition des eigenen PCs bekommen, sondern auch noch diverse Videos, Musik und Dateien. Wer also alles auf einen Stick packen will, was er an Daten hat, ist hier genau richtig.

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Software oder Verschlüsslungsfeatures liefert Corsair bei diesem Stick nicht mit - hierfür hat man den auf der nächsten Seite getesteten Padlock 2. Allerdings hält Corsair niemanden davon ab, den Stick so zu partitionieren, dass eine versteckte Partition mit entsprechender Verschlüsslung eingerichtet wird - bei der Größe kein Problem, nur entsprechende Zusatzsoftware wird benötigt.

Auch hier die Spezifikationen des Sticks in der Übersichtstabelle:

Corsair Flash Voyager GTR
Verfügbare Kapazitäten 32 GB, 64 GB, 128 GB
Getestete Kapazität 128 GB
Preis ab 260 Euro
Lieferumfang Speicherstick, Umhängeband,
USB-2.0-Kabel
Anschluss USB 2.0
Größe 26 x 14 x 100 mm (BxHxL)
Gewicht 24 Gramm
Technik Flash-Technik
Beworbene
Performance
34 MB/s lesen,
28 MB/s schreiben

Corsair ist der einzige Hersteller im Test, der die genannte Performance auch tatsächlich erreicht. Man verzichtet also darauf, hier irgendwelche bestimmten Chipsätze zu verwenden, um dann mit einem optimierten Betriebssystem irgendeine hohe Übertragungsrate angeben zu können - sondern liefert einfach das, was der Anwender auch tatsächlich herausbekommt. In unserem Fall war dies nicht nur eine brillante Performance bei den genannten sequentiellen Zugriffen, sondern auch bei kleinen Dateien. Im Vergleich: Der Chaintech-Stick kam bei 512k großen Files schon nur noch auf 1,7 MB/s, Corsair erreicht hier noch sehr gute 28 MB. Selbst bei 4k großen Dateien ist die Performance mit 2 MB/s im Schreiben noch sehr gut für einen USB-Stick.

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Der GTR ist also in der Tat ein schneller USB2.0-Stick, wobei die 128 GB in einem Stück auch mit knapp 30 MB/s Schreibrate nur langsam zu füllen sind. Hier wäre zwar USB3.0 schneller - aber den kompletten Stick vollschreiben wird man wohl sowieso nicht in einem Arbeitsgang.


Der zweite Corsair-Stick in diesem Test ist der Padlock 2. Schon an der Optik erkennt man den Unterschied: Der Stick besitzt sechs Tasten, mit dem sich ein Pin eingeben lässt. Auf die Daten lässt sich ohne Eingabe des Keys nicht zugreifen - zudem hat Corsair einen Verschlüsselungschip integriert, der die Daten vor dem Speichern mit einer 256-bit-AES-Verschlüsselung versieht. Wer also versucht, die Flash-Speicherchips auszubauen, um so an die Daten zu kommen, wird ebenfalls keinen schnellen Erfolg haben. Wer den Key falsch eingibt, muss nach fünfmaligem Versuch zwei Minuten lang warten, bevor wieder eine Eingabe angenommen wird.

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Um den Stick zu nutzen, muss man vor dem Einstecken in den USB-Port einen Key eingeben. Dieser kann vier bis zehn Stellen besitzen. Sollte man ihn verlieren, lässt sich mit einem Master-Pin ein neuer Key eingeben, ohne dass Daten verloren gehen. Sollte allerdings kein Master-Pin gesetzt sein, sind die Daten verloren - somit sollte man sich den Key gut merken. Wenn der verlorene Key zurückgesetzt wird, sind die Daten auf dem Stick nicht mehr lesbar. Positiv: Der Stick ist durch die Hardware-Verschlüsselung mit allen Betriebssystemen nutzbar, eine Software oder besondere Treiber müssen nicht installiert werden. Er verhält sich im freigeschalteten Zustand wie ein normaler USB-Stick.

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Den Padlock 2 gibt es in zwei Ausführungen mit 8 und 16 GB, also in recht keinen Konfigurationen. Mit 45 Euro bzw. 72 Euro sind die Sticks im Pro-GB-Verhältnis aber recht teuer. Wie die Flash-Voyager-Serie besteht er aus einer gummierten Oberfläche, die robust ist und auch gegen Spritzwasser schützt. Auch hier hat Corsair im Lieferumfang ein Umhängeband und ein USB-Kabel, wobei letzteres aufgrund der Größe des Padlock 2 wohl nur selten zum Einsatz kommen muss.

Auch beim Padlock 2 anbei noch alle Daten in der Übersicht:

Corsair Padlock 2
Verfügbare Kapazitäten 8 GB, 16 GB
Getestete Kapazität 8 GB
Preis ab 45 Euro
Lieferumfang Speicherstick, Umhängeband,
USB-2.0-Kabel
Anschluss USB 2.0
Größe 26 x 15 x 86 mm (BxHxL)
Gewicht 20Gramm
Technik Flash-Technik
Beworbene
Performance
keine Angabe von Corsair

Im Vergleich zu seinem großen Bruder wird beim Padlock 2 schnell klar, dass es Corsair hier nicht um die reine Performance geht, sondern um die Security-Funktionen. Mit 18 MB/s im Lesen und 6,6 MB/s im Schreiben ist der Stick recht langsam.

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Bei kleineren Dateien sinkt die Performance auf 2,4 MB/s (512k) bzw. 0,032 MB/s (4k) beim Schreiben ab, womit der Stick ähnlich langsam ist wie Chaintechs AstroDrive. Für eine Kapazität von 8 GB mag dies noch ausreichen, aber größere Datenmengen zu übertragen, wenn diese aus kleinen Dateien bestehen, wird mit dem Padlock 2 zur Qual. Um kleinere Datenmengen allerdings sicher auf einem Stick zu verstauen, ist er prädestiniert - und genau um diese Funktion geht es Corsair ja auch beim Padlock 2.


Das luxuriöseste Produkt im Test ist definitiv OCZs Enyo. Das flache USB-Drive ist mit SSD-Technik bestückt und USB3.0-kompatibel. Diese beiden Kennzeichen lassen schon darauf hoffen, dass wir in den Benchmarks eine gute Performance vorfinden. Ganz ohne Nachteil geht so etwas natürlich nicht, denn der Preis ist mit 320 Euro für unsere 128-GB-Variante recht hoch, auch die 64-GB-Variante ist mit 172 Euro teuer. Wer gar auf 256 GB an Kapazität zurückgreifen will, muss mindestens 600 Euro auf die virtuelle Ladentheke bei den eTailern in unserem Preisvergleich legen.

Dafür bekommt der Käufer zunächst einmal den Enyo, ein Aluminium-Laufwerk, welches mit 5,6 mm Breite, 12 cm Länge und 9 mm Höhe noch sehr kompakt ausfällt, aber im Vergleich zu einem USB-Stick natürlich schon recht hohe Kompromisse mit sich bringen kann. Für den mobilen Einsatz eignet er sich allerdings noch durch das niedrige Gewicht von 87 Gramm. Auch kann der Enyo nicht direkt in einen USB-Port gesteckt werden, ein mitgeliefertes Kabel stellt die Verbindung her. Weitere Dinge, Software oder ähnliches sind nicht im Lieferumfang.

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Am Enyo sind zwei Kontroll-LEDs untergebracht, die einmal die Stromversorgung und die Aktivität des Laufwerks visualisieren. In USB-Manier müssen natürlich keine Treiber installiert werden - nach dem Einstecken funktioniert der Enyo sofort. Dem Anwender stehen im formatierten Zustand 119 GB zur Verfügung. Natürlich ist er auch USB2.0-kompatibel und funktioniert auch an den älteren Schnittstellen - nur langsamer.

Natürlich muss man auch einen Blick auf die Technik werfen: Es handelt sich beim Enyo im Endeffekt um ein Indilinx-Laufwerk mit 64 MB Cache, als SSD-Chips werden MLC-Module eingesetzt. Laut Herstellerangabe kann der Enyo mit 260 MB/s lesen und mit 200 MB/s schreiben, diese Werte erreicht man allerdings nur in optimaler Konfiguration mit besonderen Chipsätzen - wir kamen auf niedrigere Werte, was aber normal ist. Den Stromverbrauch gibt OCZ mit 2,4 Watt (Betriebsmodus) und 1,1 Watt (Idle-Modus) an. Damit liegt man beispielsweise deutlich unter festplattenbasierenden externen Speicherlösungen.

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Software für Verschlüsselung oder Sicherheitsfunktionen liefert OCZ nicht mit - hier muss man also selber tätig werden, wenn man den Stick so konfigurieren will, dass er eine sichere Partition besitzt, die beispielsweise nur mit einem Schlüssel geöffnet werden kann.

Die Spezifikationen des Speicherdrives haben wir in der Übersichtstabelle noch einmal aufgeführt:

OCZ Enyo USB 3.0
Verfügbare Kapazitäten 64 GB, 128 GB, 256 GB
Getestete Kapazität 128 GB
Preis ab 320 Euro
Lieferumfang Enyo, spezielles
USB3.0-Anschlusskabel
Anschluss USB 3.0
Größe 56 mm x 120 mm x 9 mm (BxLxH)
Gewicht 87 Gramm
Technik SSD (Indilinx mit 64 MB Cache + MLC)
Beworbene
Performance
260 MB/s lesen,
200 MB/s schreiben

In unseren Tests konnten wir zwar nicht die beworbene Performance bestätigen, aber OCZs Enyo lieferte die beste Performance im Testumfeld am USB3.0-Port. Zwar konnte Supertalents USB3.0-Stick noch mit bis zu ca. 256 kB großen Dateien mithalten, darüber lag das OCZ-Laufwerk aber regelmäßig in Führung.

CrystalDiskMark 2.2 zeigt hier sehr schön die Performance des Drives am USB3.0-Port:

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Für große Datenmengen und häufigen Gebrauch macht OCZs Enyo also Sinn, allerdings muss auch ein Kaufpreis in typischer SSD-Höhe in Kauf genommen werden.


Und noch ein USB3.0-Gerät: Supertalents SuperCrypt Drive kam in der 32-GB-Variante zu uns. Der Stick ist mit seinen Abmessungen eher mit dem Corsair Flash Voyager GTR zu vergleichen, besitzt aber bereits die schnellere USB3.0-Unterstützung. Und technisch ist er eher mit der Enyo SSD zu vergleichen, denn auch hier kommt SSD-Technik zum Einsatz: Der JMF612-Controller von JMicron wird hier genutzt, weiterhin kommt ein Bridge-Chip zum Einsatz, der die SATA-2G-Fähigkeiten des Controllers in USB3.0 übersetzt. Eine hohe Performance ist also aufgrund der Technik zu erwarten. Der angegebene Cache von 64 MB ist ebenso aufgrund der SSD-Technik enthalten. Interessant ist, dass Supertalent in einem Datenblatt auch die Unterstützung der Garbage Collection & Trim angibt. Zumindest Trim ist unter USB3.0 eigentlich nicht möglich, aber die Garbage Collection funktionierte im Test so gut, dass sich die Performance des Laufwerks immer wieder auf gutes Niveau erholte.

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Im Vergleich zum Padlock 2 funktioniert die Verschlüsselung des SuperCrypt-Drives nur an einem Windows-PC. Soll der verschlüsselte Stick auch bei MacOS oder Linux verwendet werden, muss die Verschlüsselung vorher aufgehoben werden. Das ist nicht unbedingt eine universelle Lösung, aber wenn beispielsweise eine verschlüsselte und eine offene Partition auf dem Stick eingerichtet wird, kann man mit dieser Einschränkung sicherlich leben. Die mitgelieferte Software bietet die Möglichkeit, die Partition mit 128 bit AES zu verschlüsseln. Bei der SuperCrypt-Pro-Variante (hier nicht im Test) ist auch eine 256-bit-AES-Verschlüsselung möglich.

Im Lieferumfang des Sticks befindet sich nichts - auf ein USB-Kabel aufgrund der Übergröße verzichtet Supertalent. Der Stick ist mit 95 x 34 x 15 mm aber so groß, dass er benachbarte Ports durchaus beeinträchtigen kann. Supertalent bietet den Stick in Größen zwischen 16 und 256 GB an, mit zwei Jahren Garantie. Preislich liegen die Drives zwischen 99 und 731 Euro - unsere 32-GB-Variante kostet 160 Euro.

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Alle Spezifikationen des USB-Sticks haben wir in der Übersichtstabelle aufgeführt:

Supertalent SuperCrypt Drive
Verfügbare Kapazitäten 16 bis 256 GB
Getestete Kapazität 32 GB
Preis ab 160 Euro
Lieferumfang SuperCrypt-Drive 
Anschluss USB 3.0
Größe 34 mm x 15 mm x 95 mm (BxLxH)
Gewicht xx Gramm
Technik SSD (JMicron mit 64 MB Cache + MLC)
Beworbene
Performance
240 MB/s lesen,
184 MB/s schreiben

Die gelieferte Performance entsprach zwar nicht ganz den Angaben von Supertalent, war aber trotzdem beeindruckend: Über 200 MB/s konnte der Stick im Lesen aufweisen, beim Schreiben waren es fast 100 MB/s. Die Leistung brach dabei auch bei sehr kleinen Dateien nicht ein und konnte selbst bei 4k noch 16 MB/s beim Lesen und 13 MB/s beim Schreiben aufweisen. Der USB-Stick von Supertalent ist also definitiv der schnellste Stick, den wir je getestet haben.

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Am USB-2.0-Port funktionierte das Drive ebenso gut - es ist also ein Allround-Talent, wenn es um Performance geht.


Nach der Einzelbetrachtung wollen wir nun die Testergebnisse gegenüberstellen. Während wir innerhalb der Einzelseiten auch Screenshots von Crystaldiskmark und HDTune Pro gezeigt haben, verwenden wir für die direkte Gegenüberstellung Sisoft Sandra 2010. Der Wechseldatenträger-Benchmark der Software bestimmt die Performance dabei durch das Messen der Lese- und Schreibgeschwindigkeit mit unterschiedlich großen Dateien (256 MB bis 512 byte). Neben dem Gesamtleistungsindex ergibt sich so eine gute Gegenüberstellung, wann die Performance bei einem Datenträger einbricht.

Die Daten für den USB2.0-Betrieb der Laufwerke haben wir im Folgenden aufgelistet. Leider müssen wir Messwerte für den Corsair Flash Voyager GTR hier schuldig bleiben, da der Stick nicht mit Sisoft Sandra 2010 arbeiten wollte - wir probierten mehrere Rechner, unterschiedliche Versionen und partitionierten den Stick, alles ohne Erfolg.

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Interessant ist, dass hier die USB3.0-basierten Produkte auch überzeugen können. Dies liegt hauptsächlich an der verwendeten Technik, die bei kleineren Dateien deutlich schneller ist. So können der Enyo, der Supertalent-Stick und die ADATA-Festplatte auch bei 32 kb großen Dateien noch mit ~8 MB/s bzw. ~6 MB/s schreiben, während die USB2.0-Geräte hier deutlich schlechter abschneiden. Betrachtet man nur die Performance bei 256 MB großen Dateien, so liegen alle beim Lesen am Limit des USB-Ports unseres Testrechners, beim Schreiben sind aber wieder die neueren USB3.0-Geräte schneller unterwegs. Anhand der knappen Tests des Corsair Flash Voyager GTR wäre zu vermuten, dass der GTR der einzige USB2.0-Stick wäre, der hier mit den USB3.0-Geräten mithalten könnte.

Die neuere Technik bringt also nicht nur etwas am USB3.0-Port - sondern auch beim Betrieb am älteren USB2.0-Port.


Bei den Benchmarks im USB-3.0-Bereich ist eine Besonderheit anzumerken: Wir haben die Benchmarks zwar an einem NEC-Controller durchgeführt, der momentan die einzige Möglichkeit ist, USB3.0-Geräte anzusteuern, aber verwenden hierfür den Standard-Microsoft-Treiber. Dabei ist dies nicht unbedingt die schnellste Variante. Mit einem USB-Attached-SCSI-Protocol-Treiber (UASP) ist es durchaus möglich, noch ein paar Prozent mehr Performance herauszuholen. OCZ bietet einen solchen Treiber für das Enyo-Drive beispielsweise unter diesem Link zum Download an, auch Supertalent hat für den SuperCrypt-Stick entsprechende Treiber zum Download. ADATA bietet hingegen für die Nobility-Festplatte keine derartig optimierten Treiber an.

Mit den neuen UASP-Treibern unterstützt das System auch Features wie Native Command Queuing und S.M.A.R.T. über SCSI-Kommandos. Auch USB2.0-Geräte können dadurch beschleunigt werden - allerdings unterstützt nicht jeder Controller den Standard. Aus diesem Grund haben wir sämtliche Benchmarks ohne die UASP-Treiber durchgeführt, sondern nur mit "normalen" Microsoft-Treibern. Die Performance, die wir hier aufzeigen, beschreibt also die "Out-of-the-Box"-Leistung der Geräte, die sich teilweise durch eine Treiberinstallation noch erhöhen lässt.

Folgende Performancewerte konnten wir mit USB3.0 messen:

leistungsindexusb30

sisoftsandralesenusb3

sisoftsandraschreibenusb3

Hier geben die USB3.0-Geräte richtig Gas: Gerade, wenn sie auf SSD-Technik basieren, wie die Modelle von Supertalent und OCZ, steigt die Performance deutlich an. Auch ADATAs externe Nobility-Festplatte kann von der höheren Bandbreite profitieren und zeigt mit bis zu 50 MB/s Schreib- und knapp über 80 MB/s Leserate eine sehr gute Performance. Die USB3.0-Geräte sind zwar teuer, wenn sie auf Flash-Technik basieren, damit aber in der Performance gerade bei großen Dateien nicht zu schlagen.


Aus unserem Review lassen sich mehrere Dinge ableiten, die man sicherlich auch schon vorher wusste: USB3.0-Geräte sind in der Regel schneller als USB2.0-Geräte. Das klingt logisch, liegt in unserem Fall aber auch an der verwendeten Technik. Sowohl Supertalent wie auch OCZ setzen auf SSD-Technik und verbauen Controller, die man auch in teuren SSDs vorfindet. Die Indilinx- und JMicron-Controller sind eigentlich dort entliehen - und nur in ein transportables Gehäuse gesetzt worden.

Aber mit der verwendeten Technik steigt auch der Preis, wenn sie aus den SSD-Sphären entliehen wurde. Vergleicht man die Preise der getesteten Geräte bei einer Kapazität von 64 GB, so wird dies schnell klar:

Ein normaler 64-GB-Speicherstick mit USB2.0 ist am Markt schon für knapp 100 Euro erhältlich. Somit muss für die USB3.0-Performance schon ein satter Aufpreis gezahlt werden, wenn es nur um die Kapazität geht. Je mehr aber die Performance in den Vordergrund rückt, beispielsweise wenn große Datenmengen übertragen werden müssen, desto mehr wird der Geschwindigkeitszuwachs sich rentieren - denn wer bei einem 64-GB-Stick mit sehr guter Schreibperformance von 30 MB/s fast 40 Minuten warten muss, bis der Datenträger voll ist, wird eine schnellere Alternative bevorzugen.

Unsere Empfehlungen:

Corsairs Flash Voyager GTR als wirklich hervorragender USB2.0-Stick geht in diesem Roundup etwas unter, da er mit der USB3.0-Performance nicht mehr mithalten kann. Allerdings ist er mit einer sehr guten Performance in der Lage, auch die USB3.0-Geräte im USB2.0-Betrieb in Schach zu halten. Wer also noch kein USB3.0-System besitzt und nur USB2.0-Ports hat, der bekommt mit dem Flash Voyager GTR einen sehr großen und schnellen USB-Stick. Das Chaintech Apogee AstroDrive hingegen gehört schon fast zum alten Eisen, ist langsam bei kleinen Dateien - und kann sich nicht wirklich absetzen.

 

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