Test: Super Talent Express Drive 16 GB mit USB 3.0 Interface

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teaserDank der immer größer werdenden Speicherkapazität von USB-Sticks ist das Problem der niedrigen Datenübertragungsrate der kleinen Helfer immer deutlicher geworden. Die Entwicklung der Geschwindigkeit ist leider hinter der Entwicklung der Kapazität zurückgeblieben. Nicht ganz unschuldig daran ist auch das bisherige Interface, USB 2.0, welches in der Praxis häufig bei 25-30 MB/s limitiert. SuperTalent setzt bei seinem „Express Drive“ genannten Speicherstick deshalb auf das brandneue USB 3.0 Interface – wir schauen uns nun an, was das Laufwerk kann.

Das vollständige Füllen eines mehrere Gigabyte großen USB-Sticks kann schon mal zu einem Geduldsspiel werden, als besonders problematisch erweist sich dabei vor allem das Übertragen von sehr vielen kleinen Daten – die Übertragungsrate bricht hier nicht selten auf deutlich unter ein Megabyte pro Sekunde ein.

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Schon in der Vergangenheit gab es deshalb USB-Sticks, die nicht (nur) mit „noch mehr“ Kapazität, sondern mit einer höheren Geschwindigkeit beworben wurden. SuperTalent möchte mit dem Express Drive nun ebenfalls etwas in dieser Kategorie anbieten, wobei die verfügbaren Kapazitäten von 16 und 32 GB genügend Freiraum bieten sollten.

Der Geschwindigkeit auf die Sprünge helfen, soll bei dem kleinen Massenspeicher außerdem das neue USB-3.0-Interface, das wir uns bereits näher angeschaut haben. Da USB 3.0 noch alles andere als weit verbreitet ist, haben wir den Speicherstick außerdem an einer herkömmlichen USB-2.0-Schnittstelle getestet.

Die wichtigsten Daten sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst, weitere Details folgen auf der nächsten Seite.


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Neben dem Laufwerk selbst wird kein weiteres Zubehör mitgeliefert. Der USB-Stick ist mit Abmessungen von 62 x 27 x 7,5 mm ein gutes Stück größer als „übliche“ Speichersticks, verschwindet aber trotzdem noch bequem in der Hosentasche. Auf der dem Anschluss gegenüberliegenden Seite befindet sich hinter Rauchglas eine dezente Aktivitätsanzeige in Form einer blauen Leuchtdiode.

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Entfernt man die Kappe, sticht sofort der blaue Anschluss hervor - ein Erkennungszeichen des neuen USB-3.0-Standards. Der USB-Stick ist natürlich voll abwärtskompatibel zu den gewohnten USB-2.0-Anschlüssen. Stellt man die Verbindung mit dem PC her, erscheint im Explorer neben dem eigentlichen Laufwerk noch ein weiteres:

software

Dahinter verbirgt sich eine Software, die dem USB-Stick noch mehr Leistung entlocken soll. Nach der Installation und einem Neustart zeigt sich folgendes Fenster, in welchem der Turbo-Modus ein- und ausgeschaltet werden kann:

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Soviel vorweg: Die Software führt tatsächlich zu mehr Leistung, wie die auf den nächsten Seiten folgenden Benchmarks zeigen werden.

Wo ist der Haken? Es müsste theoretisch keinen geben, allerdings kommt die Software mit einem unsignierten Treiber. Ab Windows Vista blockieren alle 64-Bit-Versionen des Microsoft-Betriebssystems die Installation solcher Treiber – ohne dem Benutzer eine andere Option zu bieten. Die Installationsroutine versetzte unser Testsystem daher in den sogenannten „Testmodus“. In diesem eigentlich nur für Entwickler gedachten Zustand akzeptiert das Betriebssystem zwar wieder unsignierte Treiber, die Sicherheit des Systems leidet allerdings unter diesem Zustand. Schaltet man den Testmodus wieder aus, wurde von unserem System zuerst kein USB-Stick mehr erkannt bzw. korrekt eingebunden:

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Erst nachdem die (signierten) Originaltreiber wiederhergestellt wurden, war ein einwandfreier Betrieb möglich. Es ist mehr als rätselhaft, warum man auf eine Signatur von Microsoft verzichtet – selbst Freeware-Projekten ist es fast immer möglich, das benötigte Geld für diesen Vorgang aufzutreiben.


Hardware / Treiber

Software

Laufwerke mit SATA-6 Gbit/s- und USB-3.0-Schnittstelle werden an einer ASUS-U3S6-Erweiterungskarte in Verbindung mit dem passenden Storagetreiber von Marvell getestet, sofern nicht anders vermerkt. Für weitere Tests, insbesondere den TRIM-Befehl betreffend, kommt Windows 7 64-bit zum Einsatz.


CrystalDiskMark ist ein einfacher Benchmark, der Lese- und Schreibvorgänge mit drei unterschiedlichen Blockgrößen testet. Es wird eine Testgröße von 1000 MB und fünf Durchläufe eingestellt. CDM zeigt jeweils den höchsten Wert aller Durchläufe an.

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Die Schreibrate bei kleinen Blöcken ist in jedem hier getesteten Fall schlecht. Bei diesen Transferraten wird man keinen Spaß haben, sollte man tausende kleine Dateien kopieren wollen. Die Leserate ist deutlich besser, wobei es merkwürdig ist, dass das Express Drive am USB-2.0-Anschluss schlechter abschneidet als am USB-3.0-Anschluss. Das ältere Interface sollte hier eigentlich noch lange nicht limitieren.

Bei mittelgroßen Blöcken bessert sich die Schreibrate im Vergleich zu kleinen Blöcken zwar deutlich, ist aber immer noch nicht wirklich als schnell zu bezeichnen. Lediglich die Leserate weiß hier zu gefallen, besonders in Verbindung mit einem USB-3.0-Anschluss - gut 70 MB/s sind ein sehr ordentlicher Wert. Mithilfe der beigelegten Software kann man sogar über 100 MB/s rausholen.

Beim Schreiben und Lesen von großen Blöcken (bzw. Dateien) kann sich das Express Drive endlich von unserem Vergleichslaufwerk, welches für den Großteil an USB-Sticks steht, abheben. Daten mit diesen Geschwindigkeiten zu übertragen macht deutlich mehr Spaß!


Mit dem eingebauten Kopierbenchmark des AS SSD Benchmarks wird hier die Kopierleistung des Laufwerks mit verschiedenen Profilen getestet: ISO, Programm und Spiel. Die Profile legen jeweils unterschiedliche Schwerpunkte bei der Verteilung der Dateigröße: Das ISO-Profil arbeitet mit großen Dateien, das Programm-Profil hauptsächlich mit vielen kleinen Dateien und das Spiel-Profil schließlich mit einer Mischung aus beidem.

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In der Kopierleistung spiegelt sich das wieder, was wir auf der vorherigen Seite beobachtet haben: Beim Arbeiten mit großen Blöcken hat das Express Drive wenig Probleme, wird hauptsächlich mit vielen und sehr kleinen Dateien gearbeitet, geht die Leistung stark zurück. In jedem Fall bietet das Express Drive allerdings deutlich mehr Leistung als übliche USB-Sticks.


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Super Talent hat den Namen Express Drive hier sicherlich nicht zu unrecht vergeben. Während die Scheibrate bei kleinen Blöcken zwar weiterhin - wie für USB-Sticks üblich - deutlich zu wünschen übrig lässt, kommt das Laufwerk mit großen Blöcken bzw. Dateien deutlich besser zurecht und erzielt hier auch beim Schreiben deutlich höhere Werte als übliche Speichersticks. Besonders für Leute, deren Rechner bereits einen USB-3.0-Anschluss besitzt, ist dieses Laufwerk interessant, denn das neue Interface dient hier nicht nur dem Marketing, sondern bietet einen realen und deutlichen Mehrwert.

Ärgerlich ist es, dass die beigelegte Software, die ihren Zweck eigentlich erfüllt, mit einem nicht signierten Treiber kommt. Man muss in Verbindung mit einem 64-Bit-Windows Vista oder Windows 7 also entweder auf  zusätzliche Geschwindigkeit oder einen Teil der Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems verzichten.

[Update: Man hat uns mitgeteilt, dass alle sich im Handel befindenen Express Drive Laufwerke eine neuere Version der Software besitzen, die dann auch mit einem signierten Treiber kommt.]

Der Preis des Super Talent Express Drive zeigt ebenfalls, dass es sich hier nicht um einen gewöhnlichen USB-Stick handelt: Während in unserem Preisvergleich Massenspeicher mit 16 GB bereits ab gut 22 Euro gelistet sind, schlägt das Express Drive mit 16 GB mit gut 58 Euro zu Buche (Express Drive 32 GB: ca. 98 Euro). Erstgenannte Speichersticks werden allerdings auch nur einen Bruchteil der Leistung des Express Drive erreichen und besitzen außerdem nur einen USB-2.0-Anschluss. Tatsächlich ist Super Talent bisher der einzige Hersteller, von dem USB-3.0-Sticks in unserem Preisvergleich gelistet sind.

Positive Aspekte des Super Talent Express Drive:

Negative Aspekte der Super Talent Express Drive:

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