Intel holt (wieder) die Brechstange raus: Der Core i9-12900KS im Test (Update)

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core-i9-12900ksHeute ist es endlich so weit. Das Spitzenmodell der Alder-Lake-Generation kommt als vorselektierter Core i9-12900KS in den Handel und wir zeigen in einem entsprechenden Test, wo die Stärken, aber auch die Schwächen dieses Modells liegen. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres tauchten die ersten Informationen zu einem solchen Spitzenmodell auf, zur CES Anfang Januar wurde es dann erstmals offiziell erwähnt, es sollte aber noch bis Ende März dauern, bis Intel sich für einen konkreten Termin entschied. Was nun genau so lange gedauert hat und ob man wirklich Angst vor AMDs Ryzen 7 5800X3D hatte, wird auch Thema dieses Tests sein.

Bevor wir zum Test kommen, ein paar Worte zu den bisherigen Tests der Alder-Lake-Generation: Bisher hatten wir drei K-Modelle der Alder-Lake-Prozessoren im Test: Den Core i9-12900K, den Core i7-12700K und den Core i5-12600K. Hinzu kommen der Core i9-12900Core i5-12400 und der Core i3-12100F. Das Thema Non-K BCLK-OC haben wir ebenfalls in aller Ausführlichkeit beleuchtet.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Intel vor dem heutigen Marktstart keinerlei Samples bereitstellen wollte. Dankenswerterweise hat Caseking uns einen Core i9-12900KS zur Verfügung gestellt. Hier kostet die Tray-Version 833 Euro. Vielen Dank für die Teststellung!

Zunächst einmal zur Einordnung die technischen Daten des Core i9-12900KS:

Gegenüberstellung der Prozessoren
  Kerne Cache Max-TurboTurbo 3.0 Boost-Takt Basis-Takt Base Power Turbo Power Preis
Core i9-12900KS 8P+8E 30 MB 5,5 GHz5,3 GHz 5,2 / 4,0 GHz 3,4 / 2,5 GHz 150 W 241 W 850 Euro
Core i9-12900K 8P+8E 30 MB 5,2 GHz5,2 GHz 5,1 / 3,9 GHz 3,2 / 2,4 GHz 125 W 241 W 579 Euro
Core i7-12700K 8P+4E 25 MB 5,0 GHz5,0 GHz 4,9 / 3,8 GHz 3,6 / 2,7 GHz 125 W 190 W 409 Euro
Core i5-12600K 6P+4E 20 MB 4,9 GHz- 4,9 / 3,6 GHz 3,7 / 2,8 GHz 125 W 150 W 289 Euro

Der Core i9-12900KS ist ein von Intel selektierter Core i9-12900K. Alle Chips werden bereits im Werk getestet und dementsprechend ist es Intel auch möglich, die Chips mit acht Performance- und acht Efficiency-Kernen auch den konkreten Modellen zuzuordnen. Um den maximalen Boost-Takt von 5,5 GHz auf zwei Kernen zu erreichen, belebt Intel den TVB (Thermal Velocity Boost) wieder. Um den maximalen Takt zu erreichen, muss der Prozessor unter einer bestimmten Temperatur betrieben werden. Je nach Mainboard liegt diese Temperatur bei unter 60 bis 70 °C. Die 5,5 GHz wird der Nutzer also nur dann sehen, wenn seine Kühlung auch ausreichend gut kühlen kann. Im Vergleich zum Core i9-12900K liegt die Processor Base Power (PBP) bzw. das PL1 bei 150 W – 25 W mehr als bei den bisher veröffentlichten K-Modellen. Die Maximum Turbo Power (MTB) bzw. das PL2 soll bei 260 W liegen – 19 W mehr als beim Core i9-12900K. Dieses Plus an Abwärme muss die Kühlung also auch noch bewältigen.

Die Efficiency-Kerne takten auch etwas schneller. Glatte 4,0 GHz erreichen diese jetzt. Zusammen mit den Performance-Kernen sind sie maßgeblich für die Multi-Threaded-Leistung verantwortlich.

Einen Euro-Preis gibt Intel für den Core i9-12900KS nicht an. Bei einer Abnahmemenge von 1.000 Stück wird ein US-Preis von 739 US-Dollar genannt, so dass man womöglich gut 150 Euro mehr auf den Tisch legen muss, als dies beim Core i9-12900K der Fall ist.

Für den Test des Core i9-12900KS haben wir eine etwas andere Kühlung verwendet, da der Prozessor seine Stärken nur mit einer guten Kühlung überhaupt ausspielen kann. Als Kühler haben wir einen Alphacool Eisblock XPX Aurora Edge verwendet. Da der LGA1700 nicht gerade für seinen gleichmäßigen Anpressdruck bekannt ist, haben wir auf dem verwendeten ASUS ROG Maximus Z690 Hero (Hardwareluxx-Test) die dazugehörige Alphacool Apex Backplate XPX (siehe Bild oben) montiert. Der restliche Kreislauf bestand aus einem Ausgleichsbehälter mit D5-Pumpe sowie einem 360-mm-Radiator.

Wann greift der Thermal Velocity Boost?

Mit den Rocket-Lake-Prozessoren überführte Intel den TVB (Thermal Velocity Boost) in die Desktop-Prozessoren. Die Vorgaben waren damals wie heute klar: Bis 100 °C arbeiten die Prozessoren mit der Adaptive Boost Technology, liegt die Temperatur bei 70 °C und darunter kommt ein Thermal Velocity Boost hinzu.


Der linke Screenshot zeigt den Core i9-12900KS mit zwei Kernen auf 5,5 GHz, der rechte acht Performance-Kerne zumindest auf 5,1 GHz, während die Efficiency-Kerne mit 4,0 GHz arbeiten.

Abhängigkeiten des TVB

unter 70 °C 70 bis 90 °Cüber 90 °C
Core i9-12900KS: 1-2 Kerne 5,5 GHz 5,4 GHz und weniger5,0 GHz und weniger
Core i9-12900KS: alle Kerne 5,2 GHz 5,1 GHz5,0 GHz und weniger

Diese Vorgaben gibt es auch beim Core i9-12900KS. Der Single-Core-Turbo für die zwei schnellsten Kerne kommt auf 5,5 GHz, wenn der Prozessor nicht wärmer als 70 °C ist. Für den All-Core-Turbo gibt es stufenweise weitere Anpassungen. Über 90 °C sind nur 5,0 GHz möglich, zwischen 70 und 90 °C 5,1 GHz und die vollen 5,2 GHz liegen nur dann an, wenn weniger als 70 °C erreicht werden.


Zweites System für DDR4:

Intel LGA1200 (Rocket Lake-S):

Intel LGA1200 (Comet Lake-S):

Intel LGA1151:

Für die Tests der Prozessoren verwenden wir folgende Testsystem-Konfigurationen:

AMD Ryzen-5000-Serie:

AMD Ryzen-3000-Serie:

ASUS ROG Maximus Z690 Hero
ASUS ROG Maximus Z690 Hero
ASUS ROG Maximus Z690 Hero
ASUS ROG Maximus Z690 Hero
ASUS ROG Maximus Z690 Hero
ASUS ROG Maximus Z690 Hero
ASUS TUF Z690-Plus WIFI D4
ASUS TUF Z690-Plus WIFI D4
ASUS TUF Z690-Plus WIFI D4
ASUS TUF Z690-Plus WIFI D4
ASUS TUF Z690-Plus WIFI D4
be quiet! Dark Rock Pro 4
be quiet! Dark Rock Pro 4
Corsair MP600 Pro
» zur Galerie

Für die unterschiedlichen Prozessoren von AMD und Intel gibt es natürlich auch unterschiedliche Vorgaben für den Arbeitsspeicher.

DDR-Taktraten für die Prozessoren
Prozessor Takt
Intel LGA1700 (12. Core-Generation) DDR4-3200 / DDR5-4800
Intel LGA1200 (11. Core-Generation) DDR4-3200
Intel LGA1200 (10. Core-Generation) DDR4-2666/DDR4-2933
Intel LGA1151 (bis. Core-9 Generation) DDR4-2666
Intel LGA2066 (bis Core-9. Generation) DDR4-2666
Intel LGA2066 (10. Core-Generation) DDR4-2933
AMD Ryzen 1. und 2. Generation DDR4-2933
AMD Ryzen 3. Generation DDR4-3200
AMD Ryzen 5. Generation DDR4-3200
AMD Ryzen Threadripper 1. und 2. Generation DDR4-2933
AMD Ryzen Threadripper 3. Generation DDR4-3200
AMD Ryzen-3000G-Serie DDR4-2933
AMD Athlon-Serie DDR4-2666

Cinebench R11

Single Threaded

Cinebench Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11

Multi Threaded

Cinebench Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

Single Threaded

Cinebench Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15

Multi Threaded

Cinebench Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Single Threaded

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Multi Threaded

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R23

Single Threaded

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R23

Multi Threaded

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser


AIDA64

Lesedurchsatz

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64

Schreibdurchsatz

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64

Kopierdurchsatz

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64

Speicherverzögerung

in ns
Weniger ist besser


Y-Chruncher

1T (500M)

Sekunden
Weniger ist besser

Y-Chruncher

nT (500M)

Sekunden
Weniger ist besser

DigiCortex

Small 64 Bit

x real-time avg
Mehr ist besser


Blender

bmw27

Sekunden
Weniger ist besser

Blender

classroom

Sekunden
Weniger ist besser

V-Ray

Rendering

in Punkte
mehr ist besser

Corona

Benchmark

Sekunden
Weniger ist besser


Handbrake

SuperHQ 1080p30

Sekunden
Weniger ist besser

VeraCrypt

AES

GB/s
Mehr ist besser

7-Zip

Komprimierung

MIPS
Mehr ist besser

7-Zip

Dekomprimierung

MIPS
Mehr ist besser

7-Zip

Gesamt

MIPS
Mehr ist besser


3DMark

Time Spy Extreme CPU

Futuremark Punkte
Mehr ist besser


Leistungsaufnahme

Idle (Package)

in Watt
Weniger ist besser

Beim Idle-Stromverbrauch gibt es für den Core i9-12900KS keinerlei große Hürden, die er zu überwinden hätte. Die Stromsparmechanismen funktionieren alle so, wie sie von Intel vorgesehen sind.

Leistungsaufnahme

Last (Package)

in Watt
Weniger ist besser

Während der Core i9-12900KS mit den offiziellen Power-Limits von 150 bzw. 241 W noch nicht weiter über die Stränge schlägt, als es ein Core i9-12900K oder die i9-Vorgänger ohnehin schon tut, kommt das Sondermodell unlimitiert auf einen Verbrauch von 291 W. Dabei ist noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange erreicht, denn wir wenden hier nur die automatischen Optimierungen des ASUS-BIOS an. Manuell lässt sich der Core i9-12900KS (genau wie ein Core i9-12900K) mit entsprechender Spannung nur noch mittels extremer Kühlmethoden bändigen.

Temperatur

Last

Grad Celsius
Weniger ist besser

Bereits bei maximal 241 W kommt der Core i9-12900KS auf eine maximalen Kerntemperatur von 90 °C. Lässt man ihm freien Lauf, kommen wir auch hier wieder auf 100 °C – und das trotz einer Custom-Wasserkühlung.

Cinebench R23

Multi-Threaded-Leistung pro Watt

Punkte/Watt
Mehr ist besser

Der höhere Verbrauch sorgt dann auch dafür, dass der Core i9-12900KS für die Multi-Threaded-Leistung pro Watt schlechter dasteht als der Core i9-12900K.


DOOM Eternal

1.280 x 720 Pixel (Hoch)

453.1 XX


298.6 XX
441.2 XX


299.6 XX
440 XX


303 XX
437.7 XX


301.3 XX
434.2 XX


313.5 XX
434.2 XX


300.1 XX
432.4 XX


287.1 XX
431 XX


301.1 XX
428.8 XX


263.2 XX
425.9 XX


289.1 XX
421.3 XX


294.7 XX
416.7 XX


294.6 XX
413.4 XX


274.5 XX
412.8 XX


289.1 XX
411.7 XX


286.3 XX
411.7 XX


283.9 XX
406.6 XX


263 XX
405.2 XX


263.8 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

DOOM Eternal

1.920 x 1.080 Pixel (Hoch)

322 XX


227.2 XX
321.8 XX


219.4 XX
320.1 XX


219.3 XX
318.5 XX


213.8 XX
316.4 XX


218.3 XX
315.4 XX


233.9 XX
311.2 XX


225.2 XX
310.7 XX


235.3 XX
309.5 XX


215.8 XX
307.6 XX


230.7 XX
307 XX


222.6 XX
305.9 XX


212.2 XX
303.9 XX


209.7 XX
303.8 XX


263.7 XX
303.8 XX


233.2 XX
303.1 XX


225.9 XX
301.9 XX


206.5 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


F1 2021

1.280 x 720 Pixel (Mittel)

461.6 XX


343.8 XX
434.8 XX


349.4 XX
423.5 XX


312.2 XX
412.1 XX


308.7 XX
408.4 XX


310.2 XX
390.3 XX


299.1 XX
389 XX


279.6 XX
381.8 XX


269.9 XX
377.7 XX


273.2 XX
375.5 XX


274.3 XX
369.8 XX


273.7 XX
358.4 XX


268.7 XX
354.6 XX


265.8 XX
353.1 XX


263.2 XX
346.7 XX


276.6 XX
308.7 XX


263.8 XX
305.2 XX


234.8 XX
273.4 XX


213.5 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

F1 2021

1.920 x 1.080 Pixel (Mittel)

391.4 XX


297.7 XX
359.3 XX


273.5 XX
355.6 XX


286 XX
355.4 XX


276.4 XX
354.8 XX


265.2 XX
352.2 XX


279.2 XX
349.7 XX


258.2 XX
345 XX


258.4 XX
344.3 XX


258.8 XX
343.3 XX


272.5 XX
341.2 XX


257.4 XX
333.4 XX


266.6 XX
332.1 XX


264.5 XX
330.8 XX


254.9 XX
325.7 XX


248.6 XX
309.1 XX


263.7 XX
303.8 XX


246.8 XX
270.9 XX


205.5 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


The Shadow of Tomb Raider

1.280 x 720 Pixel (Mittel)

258.4 XX


212.9 XX
225.1 XX


180.3 XX
223.7 XX


175.5 XX
222.3 XX


178.7 XX
200.6 XX


154.6 XX
196.5 XX


151 XX
191.5 XX


149.2 XX
187.5 XX


139.4 XX
185.7 XX


143.6 XX
185.1 XX


138.8 XX
180.8 XX


135.9 XX
176.5 XX


137.7 XX
174.6 XX


126.2 XX
173.6 XX


122.9 XX
171.8 XX


134 XX
164.5 XX


119.4 XX
152.5 XX


118.3 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Shadow of Tomb Raider

1.920 x 1.080 Pixel (Mittel)

193.8 XX


167.8 XX
191.1 XX


159.2 XX
186.8 XX


155.2 XX
186.7 XX


144.2 XX
186.6 XX


153.5 XX
186.6 XX


158.9 XX
186.1 XX


142.8 XX
185.4 XX


142.3 XX
184.6 XX


138.2 XX
180 XX


132.1 XX
178.4 XX


131.4 XX
171.1 XX


125.2 XX
170.9 XX


131 XX
169.4 XX


125.5 XX
168.7 XX


128.2 XX
159.1 XX


116.2 XX
155.4 XX


108.2 XX
149 XX


118.3 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


A Total War Saga: Troy

1.280 x 720 Pixel (Mittel)

381.4 XX


278.2 XX
374.5 XX


288.8 XX
367.4 XX


279.3 XX
367.3 XX


278.8 XX
364.1 XX


274.3 XX
356.9 XX


252.8 XX
331.3 XX


241.1 XX
330.9 XX


259.2 XX
329.6 XX


242.1 XX
329.4 XX


204.2 XX
323.7 XX


234.9 XX
319.9 XX


202.4 XX
319.5 XX


223.5 XX
317.1 XX


224.7 XX
315.7 XX


215.8 XX
314.8 XX


214.1 XX
295.7 XX


206.5 XX
250.6 XX


171.6 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

A Total War Saga: Troy

1.920 x 1.080 Pixel (Mittel)

278 XX


223.8 XX
275.6 XX


223.4 XX
275.5 XX


221.5 XX
275.4 XX


222.6 XX
275.4 XX


222.1 XX
275.2 XX


222 XX
271.1 XX


212.6 XX
270.2 XX


199.8 XX
270 XX


190.6 XX
268.8 XX


210.9 XX
267.3 XX


209 XX
267.1 XX


212.8 XX
266.3 XX


204 XX
264.8 XX


211.6 XX
263.2 XX


193.9 XX
252.3 XX


209.7 XX
250.2 XX


193.3 XX
238.2 XX


170.6 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Häufig ist die maximale Leistungsaufnahme der größte Kritikpunkt. Die maximale Leistungsaufnahme besitzt meist auch keine große Praxisrelevanz, denn die wenigsten dürften ihre System über Stunden unter Volllast betreiben. Als Datenpunkt ist die Messung der Leistungsaufnahme in dieser Form aber gut reproduzierbar und wird daher auch von uns gerne genutzt.

Dennoch haben wir uns bereits im vergangenen Jahr die Leistungsaufnahme des Core i9-12900K in Spielen angeschaut, denn gerade für Spieler dürfte dies interessant sein. Das Ergebnis: Alder Lake ist hier extrem effizient und wird seinem negativen Ruf überhaupt nicht gerecht. Wir haben einige der Messungen nun mit dem Core i9-12900KS wiederholt:

Leistungsaufnahme - Cyberpunk 2077

CPU-Package (1.920 x 1.080 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme - Cyberpunk 2077

CPU-Package (3.840 x 2.160 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme - DOOM: Eternal

CPU-Package (1.920 x 1.080 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme - DOOM: Eternal

CPU-Package (3.840 x 2.160 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme - F1 2021

CPU-Package (1.920 x 1.080 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme - F1 2021

CPU-Package (3.840 x 2.160 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme - Shadow of the Tomb Raider

CPU-Package (1.920 x 1.080 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme - Shadow of the Tomb Raider

CPU-Package (3.840 x 2.160 Pixel, Hoch)

in W
Weniger ist besser

Die Ergebnisse des Core i9-12900KS dürfte in Anbetracht der von uns verwendeten Metapher der Brechstange nicht weiter überraschend. Getestet haben wir den Prozessor hier mit den Vorgaben von Intel – sprich einem PL1 von 150 W und einem PL2 von 241 W. Die Diagramme sprechen für sich selbst. Der Core i9-12900KS kann die Effizienz der Plattform nicht ausspielen. Hauptgrund dafür dürfte sein, dass Intel für die zwei schnellsten Kerne extrem hohe Spannungen freigibt. 1,512 V sind es im Falle unseres Samples.

Die höhere Leistungsaufnahme des Core i9-12900KS in Spielen ist sicherlich ein weiterer negativer Punkt für diese Special-Edition. In wie weit dies für den Nutzer eine Rolle spielt, ist sicherlich auch eine ganz individuelle Sache.


Bereits die Tests des Core i9-12900K haben gezeigt, dass es hier große Unterschiede gibt. Eben diese Unterschiede macht sich Intel beim Core i9-12900KS zu Nutze. Lässt man dem Core i9-12900K freien Lauf, sind die Unterschiede durchaus signifikant. Unser Sample kam damals auf einen Maximalverbrauch von 318 W. Ein gut selektierter Core i9-12900K (siehe Video zu einem SP97 von der8auer) kommt aber auch auf über 300 W und andere wieder begnügen sich mit 275 W, benötigen aber auch mehr Spannung. Dies zeigt: Verschiedene Prozessoren eines Modells kommen dennoch auf sehr unterschiedliche Verbräuche. Dies äußert sich auch in den Angaben zu den Temperaturen. Diese sind über die verschiedenen Tests der Medien hinweg kaum mehr vergleichbar.

Eine High Leakage CPU wie der SP97 des Core i9-12900K sind aber trotz ihres höheren Verbrauchs bei geringerer Spannung sehr interessant für Extreme-Overclocker, da sie gut mit der Kühlung skalieren und sich unter LN2 am höchsten takten lassen.

Das Binning des Core i9-12900KS wollten wir aber dennoch noch einmal unter die Lupe nehmen. Dazu haben wir manuell die Spannung gesenkt, mit der der Core i9-12900KS betrieben wird. Auf 1,2 V bei  einer entspannten Load Line Calibration von Level 1 konnten wir gehen.

Cinebench R23

Multi Threaded

Punkte
mehr ist besser

Blender

bmw27

Sekunden
weniger ist besser

Blender

classroom

Sekunden
weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Last (Package)

in W
weniger ist besser

Wir sind bei diesen Einstellungen also etwas schneller, verbrauchen zwar noch immer fast 250 W, da das Power-Limit identisch ist, der Prozessor bleibt im Schnitt aber 10 bis 15 °C kühler. Mit diesen 1,2 V sowie in den Standard-Einstellungen vergleichen wir die Skalierung über die verschiedenen Power-Limits:

Energieeffizienz

Cinebench R23 nT

Punkte
mehr ist besser

Also auch der Core i9-12900KS lässt sich effizienter betreiben, das Potential ist hier sogar höher als beim Core i9-12900K. Wer die jeweils acht Performance- und Efficiency-Kerne aber voll unter Beschlag nimmt, muss grundsätzlich mit einer hohen Leistungsaufnahme leben.


Intel will um jeden Preis die Leistungskrone behalten – dies ist der Eindruck, den man vom Core i9-12900KS bekommt und dieser Anspruch tropft aus allen Poren des Prozessors. Um aber aus 5,2 GHz Maximaltakt nun 5,5 GHz zu machen und 5,2 GHz auf allen Performance-Kernen anbieten zu können, muss Intel die Brechstange herausnehmen und alle Schleusen öffnen – vor allem die für das Power-Limit. Dabei ist noch nicht einmal sichergestellt, dass der Nutzer die maximalen Taktraten auch sieht, denn die Kühlung wird noch mehr als beim Core i9-12900K zu einem entscheidenden Faktor.

Aus diesem Grund sind wir auch direkt auf eine Wasserkühlung gegangen. Ja, der Core i9-12900KS funktioniert auch unter einer guten Luftkühlung, man muss sich hier aber im Klaren sein, dass man möglicherweise Potenzial liegen lässt. Eine gute AiO-Kühlung sollte es daher schon sein, besser eben noch eine Custom-Wasserkühlung. Die Schnittmenge derer, die eine Custom-Wasserkühlung einsetzen und am Core i9-12900KS interessiert sind, dürfte allerdings auch deutlich größer sein, als bei allen anderen Prozessoren.

Schaut man sich dann die Benchmarks an, wird eines recht schnell deutlich: Die Single-Threaded-Leistung des Core i9-12900KS ist über jeden Zweifel erhaben. Die Golden-Cove-Architektur gepaart mit einem Takt von 5,5 GHz auf zwei Kernen kann ihre Stärken vollends ausspielen. Dies zeigt sich auch in den Spielen, wenngleich nicht immer so deutlich, wie man dies erwarten durfte. Der Core i9-12900K war schon der schnellste Gaming-Prozessor, der Core i9-12900KS setzt noch eins oben drauf. Die Multi-Threaded-Leistung kann nicht ganz mithalten und bleibt etwas hinter unseren Erwartungen zurück. Trotz einer potentiell guten Kühlung wird der Prozessor hier oft eingebremst. Ein Core i9-9900KS zeichnete sich durch 5,0 GHz auf allen acht Kernen aus und erreichte dies auch relativ leicht. Der Core i9-12900KS tut sich für 5,2 GHz deutlich schwerer.

Am deutlichsten zeigt sch die Brechstange aber in der Leistungsaufnahme und den Temperaturen. 250 W mit den Power-Limit-Vorgaben von Intel kennen wir bereits. Ohne jegliche Limits kratzt der Core i9-12900KS aber auch schnell an der 300-W-Grenze. Bei 241 W messen wir bereits 90 °C, ungezügelt sind es schnell 100 °C – trotz einer Custom-Wasserkühlung. 1,31 V, in Spitzen sogar 1,45 V liegen dann an.

Neben der hohen Leistungsaufnahme und den extremen Temperaturen, die in gewissen Bereichen (Enthusiasten und Overclockern) keine allzu große Rolle spielen, kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu und das ist der Preis. Ab 850 Euro soll der Core i9-12900KS aktuell kosten. Einen Core i9-12900K bekommt man ab 581 Euro. Die Tray-Version kostet bei Caseking 833 Euro. Diese 250 bis 270 Euro Aufpreis muss sich ein Prozessor erst einmal verdienen und ob dies im Falle des Core i9-12900K gelungen ist, würden wir in Anbetracht der Ergebnisse bezweifeln. Ja, es ist der schnellste Gaming-Prozessor. Diese Unterschiede werden allerdings nur im CPU-Limit deutlich. Sobald die Grafikkarte zum Flaschenhals wird, spielt der Prozessor kaum mehr eine Rolle.

Beim Core i9-12900KS funktioniert vieles über das Prestige. Einerseits stehen 5,5 GHz auf zwei Kernen und 5,2 GHz auf allen Kernen auf dem Papier. Hinzu kommt der Faktor des "Besonderen". Man muss aber auch sagen, dass Intel beim Core i9-12900KS vieles über Board geworfen hat, was die Alder-Lake-Generation auszeichnet. Man kann hier natürlich argumentieren, dass die Effizienz in den Notebooks deutlicher sichtbar war, die Leistungsaufnahme in Spielen ist auf dem Desktop aber ebenfalls eine große Stärke dieser Generation von Intel  – diese Effizienz wird hier nun geopfert.

Ob Intel mit dem Core i9-12900KS auf der vermeintlich starken Ryzen 7 5800X3D mit 3D V-Cache proaktiv hätte reagieren müssen oder nicht, werden wir in wenigen Wochen wissen. Ein Ryzen 7 5800X3D spielt für etwa 450 Euro zumindest preislich schon einmal in einer ganz anderen Liga.

Positive Aspekte des Intel Core i9-12900KS:

Negative Aspekte des Intel Core i9-12900KS:

PS: Ein AVX-512 ließ sich mit dem aktuellen BIOS für das Mainboard nicht mehr aktivieren. Intel scheint die Drohung der Deaktivierung der AVX-512-Einheiten als wahr gemacht zu haben.

Update:

Wir haben uns die Leistungsaufnahme in Spielen noch einmal genauer angeschaut und entsprechend einige Diagramme mit Vergleichswerten zu anderen CPU-Modellen erstellt.