Refresh-Nachzügler: AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test

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amd matisse refresh triple-teaserWenige Tage nach unserem Test zum AMD Ryzen 9 3900XT versorgte uns die Chipschmiede mit den beiden kleineren Serienvertretern der Matisse-Refresh-Generation, die dank zahlreicher Verbesserungen im Fertigungsprozess und etwas höherer Taktraten die Effizienz gegenüber den bestehenden Modellen verbessern sollten. Wie sich der AMD Ryzen 7 3800XT und der Ryzen 5 3600XT im Vergleich schlagen und wie gut sich die neuen XT-Vertreter übertakten lassen, das klären wir auf vielfachen Leserwunsch hin nun in diesem Hardwareluxx-Artikel.

Genau ein Jahr nach den ersten Zen-2-Prozessoren schickte AMD am 7. Juli seinen Matisse-Refresh ins Rennen. Dank zahlreicher Verbesserungen im Fertigungsprozess und einer kleinen Takterhöhung um 100 bis 200 MHz im Boost sollten der AMD Ryzen 5 3600XT, Ryzen 7 3800XT und der Ryzen 9 3900XT eine höhere Performance gegenüber den bisherigen Modellen bieten. AMD drehte weder an der TDP, noch am Preis, denn auch die neuen XT-Varianten sortieren sich in der 95- bis 105-W-TDP-Klasse ein und liegen in Sachen Listenpreis exakt auf dem Niveau der regulären Vertreter, womit die Kosten je nach Modell mit 259 bis 529 Euro angegeben wurden. 

In unserem ersten Test pünktlich zum Launch konnten wir uns bereits den AMD Ryzen 9 3900XT näher ansehen und kamen zu dem Ergebnis, dass AMD zwar die Effizienz und Leistung seines neusten Zen-2-Ablegers vor allem in Spielen spürbar verbessern konnte, sich der Vorsprung in der Gesamtbetrachtung jedoch nur geringfügig bemerkbar macht. Zudem musste der Straßenpreis deutlich fallen, um konkurrenzfähig zu werden. 

AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test
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Letzteres ist inzwischen passiert. Wurden für den AMD Ryzen 9 3900XT mit seinen zwölf bis zu 4,7 GHz schnellen Kernen am Releasetag noch 529 Euro aufgerufen, bekommt man ihn in diesen Tagen schon für etwa 489 Euro. Gegenüber dem bisherigen Vertreter sind das aber noch immer gut 90 Euro mehr. 

Der acht Kerne starke AMD Ryzen 7 3800XT legt gegenüber seinem kleinen Bruder um 200 MHz zu, lässt sich dies jedoch mit einem Aufpreis von 64 Euro bezahlen. Im freien Handel bezahlt man für ihn aktuell rund 379 Euro, was immerhin schon 40 Euro weniger sind als noch zu Release. Der AMD Ryzen 5 3600XT ist mit seinen sechs Kernen und zwölf Threads der kleinste Serienvertreter. Für ihn bezahlt man in diesen Tagen rund 237 Euro und damit etwa 22 Euro weniger als an Tag eins. Der Aufpreis gegenüber dem bisherigen AMD Ryzen 5 3600X liegt somit bei 38 Euro. 

Die XT-Modelle ergänzen das bestehende Portfolio und ersetzen die bisherigen Modelle nicht. 

Die neuen Ryzen-Prozessoren in der Übersicht
  Kerne / Threads Basis / Boost L3-Cache L2-Cache TDP Preis
Ryzen 9 3950X 16 / 32 3,5 / 4,7 GHz 64 MB 8 MB 105 W etwa 735 Euro
Ryzen 9 3900XT 12 / 24 3,8 / 4,7 GHz 64 MB 6 MB 105 W etwa 489 Euro
Ryzen 9 3900X 12 / 24 3,8 / 4,6 GHz 64 MB 6 MB 105 W etwa 399 Euro
Ryzen 7 3800XT 8 / 16 3,9 / 4,7 GHz 32 MB 4 MB 105 W etwa 379 Euro
Ryzen 7 3800X 8 / 16 3,9 / 4,5 GHz 32 MB 4 MB 105 W etwa 315 Euro
Ryzen 7 3700X 8 / 16 3,6 / 4,4 GHz 32 MB 4 MB 65 W etwa 290 Euro
Ryzen 5 3600XT 6 / 12 3,8 / 4,5 GHz 32 MB 3 MB 95 W etwa 237 Euro
Ryzen 5 3600X 6 / 12 3,8 / 4,4 GHz 32 MB 3 MB 95 W etwa 199 Euro
Ryzen 5 3600 6 / 12 3,6 / 4,2 GHz 32 MB 3 MB 65 W etwa 159 Euro

Wie sich der AMD Ryzen 7 3800XT und der AMD Ryzen 5 3600XT im Vergleich schlagen, das klären wir in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten. Zur besseren Übersicht haben wir außerdem die Ergebnisse aus unserem Launchtest zum AMD Ryzen 9 3900XT mit hinzugezogen und alle drei Serienvertreter auf vielfachen Leserwunsch hin im Overclocking-Test an ihre Leistungsgrenze gezwungen. 

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 5 3600XT
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 349,90 EUR


Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 7 3800XT
Nicht verfügbar 359,00 Euro Ab 345,45 EUR


Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 9 3900XT
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 699,00 EUR



Uns stand für die Tests der Ryzen-Prozessoren folgende Hardware zur Verfügung:

AMD Ryzen-3000-Serie:

AMD Ryzen-2000- und Ryzen-1000-Serie:

AMD Ryzen-Threadripper-Prozessoren:

AMD Ryzen Threadripper 3. Generation:

Intel LGA1151:

Intel LGA2066

Auf allen Systemen installiert ist ein Windows 10 in der Version 2004 mit allen Patches für die Sicherheitslücken. Außerdem installierten wir die aktuellen Chipsatz-Treiber für AMD und Intel.

DDR-Taktraten für die Prozessoren
Prozessor Takt
Intel LGA1151 (aktuelle Core-Serie) DDR4-2666
Intel LGA2066 (bis 9. Generation) DDR4-2666
Intel LGA2066 (10.  Generation) DDR4-2933
AMD Ryzen 1. und 2. Generation DDR4-2933
AMD Ryzen 3. Generation DDR4-3200
AMD Ryzen Threadripper 1. und 2. Generation DDR4-2933
AMD Ryzen Threadripper 3. Generation DDR4-3200
AMD Ryzen-3000G-Serie DDR4-2933
AMD Athlon-Serie DDR4-2666

Wir verwenden zwar den Corsair Vengeance, der bis zu DDR4-3600 ermöglicht, die Prozessoren testen wir aber mit den DDR4-Taktraten, mit denen die Speichercontroller ausgelegt sind. Obige Tabelle zeigt welche Taktraten jeweils gewählt wurden. In eventuellen Tests zur RAM-Skalierung wurden die Taktraten dann entsprechend angehoben.

CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
CPU-Testsystem 2019
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Der Cinebench ist ein Klassiker um die Multi- und Single-Threaded-Leistung eines Prozessors zu beurteilen. Er skaliert auch über mehrere Dutzend Kerne noch ganz gut und zeigt über den Single-Threaded-Test auch die Single-Core-Leistung eines Prozessors auf.

Cinebench R20

Multi-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Single-Threaded

Punkte
Mehr ist besser


Über AIDA64 kann die Lese- und Schreibleistung des Arbeitsspeichers beurteilt werden. Außerdem wird die Kopierleistung aufgenommen und die Latenzen können gemessen werden.

AIDA64

Lese- und Schreibdurchsatz

49039XX


47222XX
48819XX


47320XX
46121XX


25546XX
46086XX


25546XX
46042XX


25549XX
45994XX


25547XX
45970XX


25547XX
45959XX


25545XX
45674XX


25544XX
43625XX


44487XX
43240XX


44037XX
42056XX


44938XX
40875XX


37604XX
40629XX


37022XX
40532XX


36613XX
40381XX


37582XX
38820XX


40930XX
38775XX


40891XX
37887XX


40772XX
37452XX


40774XX
37440XX


40722XX
26383XX


45669XX
25547XX


45821XX
25546XX


46143XX
MB/s
Mehr ist besser

AIDA64

Kopierdurchsatz

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64

Speicherverzögerung

in ns
Weniger ist besser


Der Y-Cruncher berechnet PI auf auf die gewählte Stelle und verwendet dabei alle ihm zur Verfügung stehenden Kerne. Auch hier zeigt sich sehr gut, wie über die schiere Anzahl der Kerne gearbeitet werden kann. Digicortex simuliert die Synapsenaktivität des Gehirns einer Seegurke. Die Ausgabe erfolgt als Geschwindigkeit der Simulation als Echtzeit-Faktor.

Y-Cruncher

500M

Sekunden
Weniger ist besser

DigiCortex

Small 64 Bit

x real-time avg
Mehr ist besser


Blender, Corona und V-Ray sind allesamt Rendering-Benchmarks, die für Workstation-Anwendungen in diesem Bereich stehen. Üblicherweise skalieren diese Benchmarks allesamt ganz gut über die Anzahl der Kerne.

Blender

bmw27

Sekunden
Weniger ist besser

Blender

classroom

Sekunden
Weniger ist besser

V-Ray

Benchmark

Sekunden
Weniger ist besser

Corona

Benchmark

Sekunden
Weniger ist besser


In Handbrake haben wir ein 4K-Video in 1080p mit 60 Hz H.264 kodiert und die Zeit aufgenommen, die dazu benötigt wird. Über VeraCrypt schauen wir uns die AES-Leistung der Prozessoren an und 7-Zip zeigt die Leistung für die Dekomprimierung und Komprimierung von Daten auf.

Handbrake

UHD Demo Nature

Sekunden
Weniger ist besser

VeraCrypt

AES

GB/s
Mehr ist besser

7-Zip

32M - Gesamtwertung

MIPS
Mehr ist besser

7-Zip

32M - Dekomprimierung/Komprimierung

136767XX


80428XX
135185XX


76973XX
109943XX


77147XX
94038XX


66186XX
93474XX


63348XX
92880XX


64631XX
88484XX


57296XX
82603XX


55960XX
78735XX


47737XX
71017XX


52526XX
70989XX


52342XX
67987XX


50160XX
61276XX


47048XX
60964XX


52921XX
54179XX


47824XX
47636XX


39007XX
44788XX


35940XX
43159XX


35110XX
42842XX


37877XX
42182XX


38486XX
39237XX


32710XX
39146XX


32204XX
35604XX


28227XX
30904XX


26814XX
MIPS
Mehr ist besser


Für den Test der Compiling-Leistung haben wir den Mozilla Firefox in der aktuellen Version für den Desktop in 64 Bit compiled. Hier spielen die Single-Threaded- und die Multi-Threaded-Leistung eine Rolle, wobei ein Prozessor mit vielen Kernen deutliche Vorteile hat.

Compiling

Firefox-Browser

Sekunden
Weniger ist besser


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UL 3DMark

TimeSpy Extreme - CPU

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

UL 3DMark

TimeSpy Extreme - Overall

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

UL 3DMark

TimeSpy Extreme - Graphics

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser


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Battlefield V

1.920 x 1.080

200.2XX


140.8XX
195.1XX


135.1XX
190.5XX


131.6XX
188.7XX


137.0XX
188.1XX


137.0XX
186.6XX


129.9XX
182.6XX


128.2XX
181.7XX


125.0XX
180.5XX


125.0XX
179.8XX


122.0XX
176.8XX


140.8XX
175.3XX


135.1XX
172.3XX


138.9XX
171.4XX


137.0XX
170.8XX


129.9XX
169.8XX


137.0XX
169.7XX


133.3XX
169.4XX


135.1XX
168.8XX


129.9XX
162.5XX


126.6XX
154.1XX


119.0XX
151.7XX


119.0XX
150.6XX


105.3XX
148.5XX


87.7XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

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The Division 2

1.920 x 1.080

192.7XX


153.8XX
185.8XX


123.5XX
185.6XX


140.8XX
183.1XX


138.9XX
182.7XX


138.8XX
181.2XX


116.3XX
176.6XX


112.4XX
172.3XX


133.3XX
172.3XX


135.1XX
171.8XX


135.1XX
171.4XX


131.6XX
170.6XX


135.1XX
168.3XX


108.7XX
166.8XX


131.6XX
166.4XX


133.3XX
165.2XX


103.2XX
162.7XX


131.6XX
152.5XX


120.5XX
146.2XX


111.1XX
146.0XX


96.2XX
138.4XX


104.2XX
138.0XX


79.4XX
135.2XX


103.1XX
105.2XX


48.8XX
Bilder pro Sekunde
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Metro Exodus

1.920 x 1.080

148.4XX


74.9XX
147.9XX


73.9XX
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117.4XX


62.3XX
Bilder pro Sekunde
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The Shadow of the Tomb Raider

1.920 x 1.080

152.7XX


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111.1XX
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90.9XX
103.7XX


84.7XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Leistungsaufnahme

Nur CPU

in W
Weniger ist besser

Auf dem Papier hat AMD lediglich die Taktraten seiner neuen Matisse-Refresh-Prozessoren verändert. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die reale Leistungsaufnahme der neuen XT-Modelle nur geringfügig von den bisherigen Modellen unterscheidet. Der AMD Ryzen 9 3900XT liegt mit einer Leistungsaufnahme von 163,6 W in der Spitze exakt auf dem Niveau eines Ryzen 9 3900X. Den AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 7 3800X trennen nur 2,5 W und das sogar zugunsten des neuen Ablegers. Mit 105,8 W genehmigt sich das XT-Modell des Ryzen 5 3600X jedoch minimal mehr.

Leistungsaufnahme

Gesamtsystem

in W
Weniger ist besser

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Betrachtung des Gesamtsystems mit all seinen Hardware-Komponenten. Auch hier fallen die Unterschiede zwischen den Varianten nur sehr gering aus. Je nach Modell sind es zwischen 161,7 und 221,6 W unter Last. Das kleinste Modell, der AMD Ryzen 5 3600XT, macht jedoch auch hier etwas größere Unterschiede im Vergleich zum Ryzen 5 3600X.


Benchmarks und Messungen der Leistungsaufnahme sind das eine. Ein vollständiges Bild ergibt sich jedoch erst, wenn man einige der wichtigen Kennzahlen zusammenbringt. In den Multi-Threaded-Disziplinen Rendering und Encoding skalieren die Prozessoren mit der Anzahl ihrer Kerne. Also haben wir uns einmal angeschaut, welches Verhältnis aus nT-Leistung pro Watt sich daraus ergibt.

Multi-Threaded-Leistung pro Watt

Cinebench nT

in Punkte/W
Mehr ist besser

Der kleine Taktbonus von 100 bis 200 MHz im Boost schlägt sich bei allen drei Matisse-Refresh-Prozessoren nur minimal auf die Multi-Threaded-Leistung aus, womit die meisten XT-Modelle in der Performance-pro-Watt-Betrachtung etwas besser abschneiden als ihre bisherigen Serienvertreter. Vor allem der Ryzen 7 3800XT kann sich hier dank seines 200 MHz höheren Taktes etwas stärker nach vorne setzen.

Das insgesamt beste Ergebnis liefert aber noch immer der AMD Ryzen 7 3700X, gefolgt vom neuen Ryzen 9 3900XT. Insgesamt wird das Podium von AMD angeführt, die neuen Comet-Lake-S-Prozessoren von Intel belegen immerhin Rang 4 und 5, wobei dies für den erst kürzlich von uns getesteten Intel Core i3-10100 und den Intel Core i5-10400F gilt. 

Multi-Threaded-Leistung pro Euro

Cinebench nT

in Punkte/Euro
Mehr ist besser

Auch wenn die Straßenpreise der neuen Matisse-Refresh-Prozessoren in den letzten Tagen teilweise deutlich gefallen sind, so liegen sie noch immer ein gutes Stück über den regulären Modellen. Das schlägt sich in der Leistung-pro-Euro wieder, wo alle drei Testkandidaten schlechter abschneiden. Der AMD Ryzen 5 3600XT bietet von allen drei XT-Modellen das beste Ergebnis, fällt gegenüber dem normalen Ryzen 5 3600X jedoch zurück. 

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten noch immer das Modell ohne X sowie die kleineren Ryzen-3-Modelle mit vier Kernen. Intel fällt meist ins Mittelfeld zurück. Der Core i5-10400F ist hier der attraktivste Vertreter. Weiterhin gilt: Der Straßenpreis für die XT-Modelle muss weiter fallen, damit die neuen Modelle konkurrenzfähig werden. 


In der Regel können im Laufe eines Produktzyklus die später produzierten Chips einer jeden Generation besser übertaktet werden als die ersten Serienvertreter. Das gilt auch dieses Mal, vor allem aber, da AMD selbst einige Verbesserungen im 7-nm-Prozess vollzogen hat. Während sich die ersten Ryzen-Prozessoren in der Vergangenheit nur sehr schlecht bis gar nicht übertakten ließen und bereits an ihrem Limit arbeiteten, kann man die XT-Modelle tatsächlich etwas stärker beschleunigen. Dabei gilt: Je mehr Kerne vorhanden sind, desto geringer sind die Taktaussichten. Hinzu kommt, dass bei steigendem Takt und vor allem bei höherer Spannung selbst mit einer All-In-One-Wasserkühlung sehr schnell sehr hohe Temperaturen erreicht werden. 

Unser AMD Ryzen 9 3900XT kam nämlich mit Takt- und Spannungserhöhung schnell ans seine Temperatur-Grenzen und schaltete sich eigenständig ab. Am Ende konnten wir bei 1,35 V immerhin stabile 4,4 GHz aus dem Zwölfkerner herauskitzeln. Das liegt zwar etwas unterhalb des maximal möglichen Boost-Taktes, dafür werden die Taktraten unter Last auf allen verfügbaren Kernen erreicht, womit die Multi-Threaded-Leistung in der Praxis letztendlich ansteigt.

Den AMD Ryzen 7 3800X konnten wir ebenfalls bei 1,35 V 100 MHz mehr zumuten, beim kleinen AMD Ryzen 5 3600XT waren sogar 4,45 GHz drin, was einer echten Übertaktung entspricht.  Die Leistungsaufnahme steigt im übertakteten Zustand deutlich an: Bis zu 193,1 W zieht allein das größte Modell aus dem Netzteil.

Cinebench R20

Multi-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R20

Single-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

AIDA64

Lese- und Schreibdurchsatz

MB/s
Mehr ist besser

V-Ray

Benchmark

Sekunden
Weniger ist besser

UL 3DMark

TimeSpy Extreme - CPU

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Battlefield V

1.920 x 1.080

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme

Nur CPU

in W
Weniger ist besser


Unser Fazit zu den neuen Matisse-Refresh-Prozessoren ändert sich auch nach dem Test der kleineren Serienvertreter nicht. Dank des optimierten 7-nm-Prozesses konnte AMD die Taktraten gegenüber den bisherigen Modellvarianten leicht erhöhen, die 100 bis 200 MHz machen sich in der Praxis jedoch kaum bemerkbar. Vor allem Multi-Threaded-Anwendungen profitieren von dem vergleichsweise doch sehr geringen Taktanstieg wenig bis gar nicht, in Single-Core-Anwendungen und vor allem in Spielen legen die XT-Modelle jedoch spürbar zu. 

Dies steht jedoch in keinem Verhältnis zum Preis: Zwar sind die Straßenpreise für die neuen XT-Modelle in den letzten Tagen deutlich gefallen, gegenüber den bisherigen Serienvertreten bezahlt man je nach Modell aber noch immer fast 40 bis 90 Euro mehr. Da hilft es auch nicht, dass die Leistungsaufnahme trotz der minimal höheren Leistung unverändert bleibt. 

Immerhin das Overclocking-Potential fällt besser aus – vor allem die kleinen Modelle kann man deutlich beschleunigen. Taktraten von 4,4 GHz auf allen Kernen sind bei allen Vertretern möglich. Doch Vorsicht: Wer Zen 2 übertakten will, der braucht eine leistungsstarke Kühlung, denn selbst mit unserer All-In-One-Wasserkühlung mit Triple-Radiator kamen wir schnell an die Grenze des Machbaren – teilweise schaltete sich das Testsystem eigenständig ab, um nicht zu überhitzen. 

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Insgesamt beweist AMD eindrucksvoll, was man mit einigen Verbesserungen alles aus Matisse und der Zen-2-Architektur herauskitzeln kann. Die Wartezeit auf die nächste Zen-3-Generation, die voraussichtlich noch Ende des Jahres erscheinen wird, verkürzen sie nur geringfügig. Neukäufer greifen aus Preis-Leistungs-Sicht besser zu den bisherigen Modellen, Besitzer bestehender Ryzen-3000-Prozessoren haben keine Konkurrenzsorgen.

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 5 3600XT
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 349,90 EUR


Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 7 3800XT
Nicht verfügbar 359,00 Euro Ab 345,45 EUR


Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 9 3900XT
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 699,00 EUR