Intel Core i9-9900K im Test: Acht Kerne mit Luxuszuschlag

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intel core i9-9900k

Nach monatelangen Spekulationen und zahlreichen durchgesickerten Informationen hat Intel vor knapp zwei Wochen seine neunte Generation der Core-Prozessoren vorgestellt. Ins Rennen werden mit dem Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K zunächst drei Modelle geschickt, die nicht nur die teils ein Jahr alten Vorgänger ablösen, sondern in erster Linie den Druck auf AMD erhöhen sollen. Letzteres gilt vor allem für den Core i9-9900K, der als erster Vertreter für einen Test zur Verfügung stand. Der dreht sich allerdings nicht nur um die Frage, ob das neue Flaggschiff der ideale Gaming-Prozessor ist.

Denn auch wenn Intel den Core i9-9900K als „built for gamers" bewirbt und nur am Rande auch andere Einsatzbereiche anspricht, dürften künftige Nutzer an der Gesamtperformance interessiert sein. Schließlich ist spätestens seit dem Start der zweiten Ryzen-Generation rund um den Ryzen 7 2700X (Test) klar, dass AMD wieder konkurrenzfähig ist. Steigende Marktanteile belegen das und dürften bei Intel für rege Betriebsamkeit gesorgt haben. Schließlich konnte man in Santa Clara zuvor beinahe die Hände in den Schoss legen und das Innovationstempo drosseln - einen echten Wettbewerb gab es schließlich lange Zeit nicht. Dass die Antwort auf die neuen Ryzen-Prozessoren - und in Teilen auch auf die zweiten Threadripper-Generation - so lange auf sich hat warten lassen, dürfte aber auch an einem anderen Grund liegen. Denn die Probleme rund um die 10-nm-Fertigung hat für mehrere Änderungen der Intel-Roadmap gesorgt, einschließlich der teilweisen Auslagerung der Produktion sowie dem Schritt zurück von 14 zu 22 nm beim Chipsatz H310. Kurzum: Planmäßig dürfte beim Core i9-9900K nicht alles abgelaufen sein.

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So könnten die technischen Eckdaten des neuen Prozessors zu Beginn der Planungen etwas anders ausgesehen haben, als die, die man vor knapp zwei Wochen offiziell verteilt hat. Böse Zungen sprechen deshalb vom dritten Skylake-Refresh, ist doch vieles bereits seit 2015 bekannt. Denn die neunte Core-Generation, deren Architektur als Coffee Lake Refresh bezeichnet wird, basiert in weiten Teilen auf der Coffee-Lake-S-Plattform, die wiederum in weiten Teilen auf Kaby Lake basiert. Und die 2016 gestarteten Prozessoren nutzten bis auf einige wenige Änderungen die Skylake-Architektur. Aus Sicht Intels waren die Veränderungen aber immerhin so umfangreich, dass aus der Fertigung in 14 nm (Skylake) zunächst 14 nm+ (Kaby Lake) und dann 14 nm++ (Coffee Lake-S) wurden. In Bezug auf die neue Generation spricht das Unternehmen erneut von 14 nm++, verspricht aber gleichzeitig einige Optimierungen gegenüber Coffee Lake-S. Ins Detail geht man allerdings nicht, sieht man einmal vom hardware-seitigen Stopfen der Sicherheitslücke L1TF ab.

Vergleich Intel Core i-9000 und Core i-8000
ModellKerne/ThreadsBasis-/TurbotaktL3-CacheTDP
i9-9900K 8/16 3,6/5,0 GHz 16 MB 95 W
i7-8086K 6/12 4,0/5,0 GHz 12 MB 95 W
i7-8700K 6/12 3,7/4,7 GHz 12 MB 95 W
i7-9700K 8/8 3,6/4,9 GHz 12 MB 95 W
i5-9600K 6/6 3,7/4,6 GHz 9 MB 95 W
i5-8600K 6/6 3,6/4,3 GHz 9 MB 95 W

Eine andere Änderung betrifft die Verbindung zwischen Heatspreader und Die. Setzte Intel hier zuletzt auf Wärmeleitpaste und handelte sich dafür Kritik und Häme ein, vertraut man nun - vermutlich zur Freude vieler Übertakter - auf Lot. Das heißt: Beide Komponenten sind per Solder Thermal Interface Material (STIM) fest miteinander verbunden, was die Wärmeabfuhr verbessern soll. Dabei hat Intel sich aber nicht nur auf das Flaggschiff beschränkt, sondern bietet den verlöteten Heatspreader bei allen drei neuen Prozessoren an. Im Zusammenspiel mit dem verfeinerten Fertigungsverfahren schafft das genügend Reserven für höhere Taktraten, was der Vergleich mit den Vorgängern zeigt. Erreichte der Core i7-8700K in der Spitze bei Last auf einem Kern nur 4,7 GHz, sind es beim Core i9-9900K nun 5,0 GHz - und das sogar bei Last auf zwei Kernen gleichzeitig. Völlig überraschend ist diese Anhebung nicht, denn schon beim Core i7-8086K (Test) erhöhte Intel den Ein-Kern-Turbo auf 5,0 GHz.

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Entsprechend ist die TDP von 95 W noch irreführender als bislang schon. Denn Intel definiert die Thermal Design Power als die Leistungaufnahme, die bei hoher Last und gleichzeitigem Anliegen des Basistakts erfolgt. Mit anderen Worten: Rechnen alle acht Kerne des Core i9-9900K mit 3,6 GHz unter Last, sollen 95 W benötigt werden. Kennern dürfte dabei auffallen, dass der Core i7-8700K im 95-W-Szenario mit 3,7 GHz ein leicht höheres Tempo erreicht. Die Auflösung des Rätsels ist aber leicht. Denn wo im letzten Jahr nur sechs Kerne versorgt werden mussten, fordern die zwei zusätzlichen nun einen Tribut. Dass der nur 100 MHz beträgt, dürfte an den Verbesserungen der Fertigung liegen.

Vergleich Taktraten Core i-9900K, Core i7-8700K und Core i7-8086K
ModellBasistakt1 Kern2 Kerne4 Kerne6 Kerne8 Kerne
i9-9900K 3,6 GHz 5,0 GHz 5,0 GHz 4,8 GHz 4,7 GHz 4,7 GHz
i7-8086K 3,7 GHz 5,0 GHz 4,6 GHz 4,4 GHz 4,3 GHz -
i7-8700K 3,7 GHz 4,7 GHz 4,6 GHz 4,4 GHz 4,3 GHz -

Aber nicht nur die zusätzlichen Kerne sollen für ein Leistungsplus sorgen, auch der größere Level-3-Cache - von Intel wie gehabt als Smart Cache bezeichnet - soll helfen. Mussten Core i7-8700K und Core i7-8086K noch mit 12 MB auskommen, stehen dem Core i9-9900K ganze 16 MB zur Verfügung. Die sind allerdings nicht gleichmäßig auf die einzelnen Kerne verteilt, sondern können individuell genutzt werden.

An anderer Stelle verzichtet Intel auf Änderungen, die sich positiv auf die Leistung auswirken würden. So ist die Unterstützung von Arbeitsspeicher offiziell wieder auf DDR4-2666 limitiert, was AMDs Vorsprung aufrecht erhält. Angesichts des Dual-Channel-Aufbaus bietet Coffee Lake Refresh somit wieder eine maximale Bandbreite von 41,6 GB/s, bei der zweiten Ryzen-Generation sind es dank DDR4-2933 etwa 5 GB/s mehr. Altbekannt ist aber auch die integrierte Grafikeinheit. Die UHD Graphics 630 steckt auch in den Coffee-Lake-Prozessoren (Core i-8000), der Typ 3E92 respektive GT2 in exakt dieser Form sogar im Core i7-8700K. Entsprechend werden 24 EUs mit insgesamt 192 Shadereinheiten geboten, Basis- und Turbotakt betragen 350 und 1.200 MHz. DirectX 12 wird ebenso unterstützt wie auch UHD-Monitore; das Limit liegt hier bei 4.096 x 2.304 Pixeln bei 60 Hz (via DisplayPort), bzw. 24 Hz (HDMI 1.4). Einen dedizierten Grafikspeicher gibt es nicht, die Anzahl der gleichzeitig nutzbaren Display beträgt erneut drei. Wer mehr GPU-Performance benötigt, kommt um den Einsatz einer dedizierten Lösung nicht herum. Dafür bietet auch die neunte Core-Generation prozessor-seitig 16 PCI-Express-3.0-Lanes. Das Limit liegt bei 40 Lanes bei einem entsprechend bestückten Mainboard.

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In nahezu allen weiteren relevanten Bereichen gibt es zwischen der achten (Core i7-8700K) und neunten Generation (Core i9-9900K) ebenfalls keine Veränderungen. So werden Intels Virtualisierungstechniken VT-d und VT-x erneut unterstützt, auch vPRO und Optane-Support sind wieder mit dabei. Die Prozessorgröße gibt Intel wie gehabt mit 37,5 x 37,5 mm an, es bleibt zudem beim Sockel 1151. Als kompatibel gelten alle Mainboards mit einem Chipsatz der 300er-Serie, mit Blick auf Overclocking empfiehlt Intel jedoch den Einsatz von Z370- oder Z390-Platinen. Letztere wurden vor knapp zwei Wochen vorgestellt. Die maximale Die-Temperatur wird auf 100 °C beziffert, die eingesetzte Kühlung sollte mindestens eine Abwärme von 130 W abführen können.

Dass im Test der Core i7-8700K als direkter Vorgänger bezeichnet wird, dürfte an der ein oder anderen Stelle irritieren. Immerhin bietet der neue Prozessor nicht nur zwei zusätzliche Kerne, sondern ist namentlich auch eine Ebene höher angesiedelt. Allerdings spricht Intel selbst vom i7, wenn es um Vergleiche geht. Zudem wurde das bisherige Namensschema mit dem Start der neunten Core-Generation über den Haufen geworfen. Galt bislang, dass ein Desktop-i7 über Turbo und SMT verfügt, gibt es beides in Kombination nun erst innerhalb der i9-Familie.


Für den Test des Intel Core i9-9900K wurde das neue ASUS ROG Maximus Hero XI mit dem Chipsatz Z390 als Basis verwendet. Zwar kann der neue Prozessor auch auf der bisherigen 1151-Plattform mit ASUS ROG Maximus Hero X genutzt werden, der Nachfolger ist jedoch unter anderem in Hinblick auf das Übertakten eines Achtkerners im Speziellen und die Unterstützung von Coffee Lake Refresh im Allgemeinen optimiert. Wie schon im Test des Intel Core i7-8086K gilt, dass in den Diagrammen mit einem „*" gekennzeichnete Prozessoren den neuen Benchmarkparcours nicht oder nicht vollständig durchlaufen haben. Eine Vergleichbarkeit ist somit nicht zu 100 % gegeben, als Anhaltspunkt können die Werte aber dennoch genutzt werden.

Die 1151-Testplatform (Coffee Lake Refresh) im Überblick:

Die 1151-Testplattform (vor Coffee Lake Refresh) im Überblick:

Die AM4-Testplattform im Überblick:

Die TR4-Testplattform im Überblick:

Alle Benchmarks wurden mit dem jeweils von AMD und Intel für den Prozessor genannten Speichertakt durchgeführt.

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Energiebedarf

Die unten genannten Werte für den Energiebedarf beziehen sich auf das jeweils gesamte System. Für den Leerlauf wurde der Bedarf über einen Zeitraum von 5 Minuten gemittelt, für den Bedarf unter Last wurden der mittlere Spitzenwert mehrere Durchgänge herangezogen.

Stromverbrauch Idle

5 Min. gemittelt

Watt
Weniger ist besser

Stromverbrauch Last

Cinebench 15 Multi-Thread

Watt
Weniger ist besser

Stromverbrauch Last

Powermax AVX

Watt
Weniger ist besser

Auch wenn Intel sich in Bezug auf die Änderungen am Fertigungsprozess sowie in Hinblick auf architektonische Änderungen mit Informationen zurückhält, sind die Auswirkungen doch unübersehbar. Das gilt zumindest für den Energiebedarf. Denn mit weniger als 38 W im Leerlauf wird der Core i7-8700K um etwa 5 % unterboten. Absolut betrachtet beträgt die Differenz zwar nur knapp 2 W, doch dem gegenüber stehen auch zwei zusätzliche Kerne. Für den vermutlich ungewöhnlichen Fall des Verzichts auf eine dedizierte GPU genehmigt sich das System nur noch 25 W. Bemerkenswert ist dieser Wert, da er nahezu identisch mit dem Energiebedarf des AMD Athlon 200GE (Test) ist - ein Vergleich, der zunächst unpassend wirkt, aber dennoch durchaus Intels Effizienzvorsprung deutlich macht. Unübersehbar ist der aber auch, wenn der Blick auf den Ryzen 7 2700X fällt. Hier werden 6 W mehr abgerufen.

Unter hoher Last ist die Rangfolge eine andere. Mit ca. 190 W in Cinebench 15 benötigt der Core i9-9900K über 40 W mehr als der Core i7-8700K und etwa 8 W mehr als AMDs Ryzen 7 2700X. Vor allem mit Blick auf den Coffee-Lake-Vorgänger wird Intels etwas realitätsfremde TDP-Definition entlarvt. Denn obwohl beide Prozessoren mit 95 W beworben werden, sind Energieaufnahme und auch Verlustleistung jeweils vollkommen unterschiedlich. Das gilt auch für CPU-Volllast. In einem solchen Fall werden mehr als 206 W benötigt, 10 % mehr als beim Core i7-8700K sowie 8 % mehr als beim Ryzen 7 2700X.

Trotz des höheren Energiebedarfs dürfte der Core i9-9900K problemlos in bereits im Einsatz befindlichen kompatiblen System seine Arbeit verrichten - klammert man das Thema Overclocking zunächst aus. Ob ein PC auf Basis des neuen Flaggschiffs am Ende effizienter als ein Rechner mit Ryzen 7 2700X ist, hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab. Je häufiger hohe Last anliegt, desto eher ist AMD im Vorteil. In vielen Fällen dürfte es jedoch keinen spürbaren Unterschied geben.


Zuletzt zeigten sich Intels K-Prozessoren trotz offenem Multiplikator nicht immer übertaktungsfreudig. Das lag - und liegt - vor allem am Verzicht auf einen verlöteten Heatspreader, was die Wärmeabfuhr behindert. Entsprechend gilt: Wer aus einem Core i7-8700K oder Core i7-8086K das Maximum herausholen will, muss köpfen. Gerüchte, die Coffee-Lake-Refresh-Prozessoren würden wieder verlötet werden, sorgten deshalb für eine gewisse Erwartungshaltung. Der Test dürfte aber zumindest teilweise für ein wenig Ernüchterung sorgen. Denn mit Bordmitteln ist das Limit das gleiche wie bei den Vorgängern.

Um den Core i9-9900K mit wenigen Handgriffen zu übertakten, muss laut Intel ein Mainboard mit Chipsatz Z370 oder Z390 zum Einsatz kommen. Aus Kreisen der Mainboardhersteller heißt es jedoch, dass für solche Zwecke eher zu einer Z390-Platine gegriffen werden sollte. Hier sei alles auf die Achtkerner abgestimmt, inklusive der Spannungsversorgung. Am Übertaktungsvorgang selbst ändert sich durch die Chipsatz-Wahl aber nichts. Der einfachste Weg ist der über den Multiplikator, unter Umständen in Verbindung mit der Anpassung der Kernspannung sowie der Load Line Calibration (LLC).

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Doch auch Versuche mit höheren Spannungen als 1,32 V und verschiedenen LLC-Einstellungen sorgten im Test nicht für einen stabilen Betrieb jenseits von 5,1 GHz auf allen Kernen gleichzeitig. Das Plus liegt somit bei 400 MHz, wenn vom All-Core-Boost (4,7 GHz) ausgegangen wird. Im Vergleich mit dem Core i7-8700K und Core i7-8086K fällt das Plus somit geringer aus - die beiden Vorgänger erreichten mit 5,0 und 5,1 GHz 700 und 800 MHz mehr. Das zeigt, wo das Limit der zugrunde liegenden Architektur trotz aller Anpassungen liegt, wenn auf LN2 und Co. verzichtet wird.

Cinebench 15

Multi Threaded

Cinebench Punkte

Ausgehend vom Stock-Takt bringt die Erhöhung des All-Core-Boosts auf 5,1 GHz je nach Anwendung ein Leistungsplus von bis zu knapp 10 % - in Cinebench 15 beispielsweise knapp 8 %. Ungewöhnliche Leistungssprünge zwischen den einzelnen Multiplikatorstufen gibt es dabei nicht. Und auch der höhere Energiebedarf ist nicht ungewöhnlich. Mit etwa 231 W benötigt der Core i9-9900K 21 % mehr Energie. Mit bis zu 86 °C werden die Kerne deutlicher wärmer (68 °C bei Stock-Takt), bleiben aber noch unter dem von Intel genannten Limit.

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RAM-OC

Die erneute Beschränkung auf DDR4-2666-RAM wirkt angesichts der immer schneller werdenden Speicherriegel wie eine Reise in die Vergangenheit - zumal AMD zeigt, dass es auch anders geht. Aber nicht nur Ryzen und Co. profiteren von schnellem RAM, auch beim Core i9-9900K lässt sich die Performance steigern. Der Effekt ist aber wie üblich auf Anwendungen beschränkt, bei denen sich der Arbeitsspeicher früh als Flaschenhals entpuppt. Zudem fällt das Plus gering aus.

Beim Sprung von DDR4-2666 zu DDR4-2933 gewinnt der Prozessor in der Regel nicht einmal einen halben Prozentpunkt hinzu, erst mit DDR4-3200 steht eine 1 vor dem Komma. Je nach Software kann das Wachstum etwas größer ausfallen, mitunter bleibt es aber auch aus.

Cinebench 15

Multi Threaded

2070 XX


2055 XX


2048 XX


Cinebench Punkte

Doch es stellt sich die Frage, wie die integrierte Grafikeinheit auf den höheren RAM-Takt reagiert. Schon die ersten Messungen zeigen aber, dass der Effekt weitaus geringer als bei AMDs Raven-Ridge-APUs ausfällt, in denen die Vega-GPU teils einen ordentlichen Zusatzschub erhält. Denn die UHD Graphics 630 zeigt sich in vielen Fällen völlig unbeeindruckt von der höheren Bandbreite. Zwar fallen die Messwerte durch die Bank höher als, die Zuwächse bewegen sich aber in einem Rahmen, der auch als Messtoleranz bezeichnet werden könnte. Hinzu kommt, dass ein Plus von 5 bis 10 % zwar zunächst nach viel klingt, doch der Blick auf den Ausgangswert relativiert dies schnell.

So erreicht die integrierte Grafikeinheit in „F1 2017" mit DDR4-2666-RAM mindestens und durchschnittlich 19 und 23 fps, mit der Erhöhung auf DDR4-3200 werden es aber lediglich 20 und 24 fps. Das zeigt, dass die UHD Graphics 630 auch im neuen Prozessor nur sehr rudimentär zum Spielen geeignet ist. Eine flüssige Wiedergabe gibt es in der Regel nur bei 720p mit minimalen Details - sieht man einmal von den typischen Casual-Games ab.

F1 2017

1920x1080 Preset Sehr niedrig

24 XX


20 XX
23 XX


20 XX
23 XX


19 XX
fps
Mehr ist besser


Cinebench 15

Single Threaded

Cinebench Punkte

Cinebench 15

Multi Threaded

Cinebench Punkte

POV-Ray

Single

Punkte
Mehr ist besser

POV-Ray

Multi

Punkte
Mehr ist besser

Handbrake

4K H.265 in 1080p30 H.264

Sekunden
Weniger ist besser

Handbrake

4K H.265 in 1080p30 H.265

Sekunden
Weniger ist besser


Geekbench 4.2.3

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.2.3

CPU Multi-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.2.3 - Floating Point

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.2.3 - Integer

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.2.3 - Crypto

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser


AIDA64 (5.90.4247)

AES

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Hash

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Julia

Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Mandel

Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Zlib

MB/s
Mehr ist besser


7-Zip

MIPS
Weniger ist besser

Blender 2.79b

Single-Thread

Sekunden
Weniger ist besser

Blender 2.79b

Multi-Thread

Sekunden
Weniger ist besser

Truecrypt 7.1a AES

GB/s
Mehr ist besser

LuxMark 3.1

C++

Punkte
Mehr ist besser


F1 2017

1920x1080 Preset Sehr niedrig

fps
Mehr ist besser

Far Cry 5

1.920 x 1.080 Preset Niedrig

fps
mehr ist besser

Assassins Creed Origins

1.920 x 1.080 Preset Sehr niedrig

fps
mehr ist besser

Rise of the Tomb Raider (DX12)

1920x1080 Preset Niedrigste

297.29 XX


116.99 XX
271.68 XX


104.42 XX
254.31 XX


105.17 XX
253.27 XX


103.48 XX
251.65 XX


101.66 XX
249.13 XX


83.42 XX
241.37 XX


88.23 XX
236.98 XX


77.98 XX
235.01 XX


94.14 XX
224.88 XX


91.43 XX
158.73 XX


38.58 XX
154.4 XX


20.7 XX
21.15 XX


11.8 XX
fps
Mehr ist besser


Lange hat es gedauert, bis Intel eine Antwort auf AMDs zweite Ryzen-Generation vorgestellt hat. Den Konkurrenten dürfte es gefreut haben, schließlich konnte der Marktanteil endlich spürbar ausgebaut und Druck aufgebaut werden. Viel mehr als den Titel der schnellsten Desktop-Gaming-CPU konnte der Core i7-8700K nicht verteidigen - und das in vielen Fällen auch nur sehr knapp. Immerhin konnte AMD in der noch immer wichtigen Kategorie Single-Thread-Leistung den Abstand zu Intel nur verringern, Gleichstand herrscht nach wie vor nicht. Umgekehrt wurde mit dem ersten 8-Kern-Prozessor in diesem Segment die Messlatte für Multi-Thread-Performance höher gelegt.

Entsprechend stellt sich vor allem die Frage, ob der Core i9-9900K dank zweier zusätzlicher Kerne seinerseits aufholen kann. Die Antwort ist ein klares Ja. Im Vergleich mit dem Core i7-8700K bietet der neue Prozessor eine deutlich höhere Multi-Thread-Leistung, was aber nicht nur an den zwei zusätzlichen Kernen, sondern auch an den höheren Taktraten liegt. Werden alle Threads genutzt, liegt das Plus teilweise bei bis zu 40 %, häufiger immerhin noch bei 25 bis 30 %. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die jeweilige Software alle Kerne und Threads optimal ausnutzt. Ist dies nicht der Fall, schrumpft der Vorsprung auf 5 bis 8 % - hier sorgt dann in erster Linie die höhere Taktrate für die zusätzliche Leistung, denn eine höhere IPC konnte nicht beobachtet werden.

Das gilt aber nicht nur für synthetische Benchmarks wie Cinebench 15 und AIDA64 sowie Produktivanwendungen wie Blender und POV-ray, sondern auch für Spiele. Je nachdem, wie gut die jeweilige Engine skaliert, liegt das Plus zwischen etwa 5 und 20 %. Die tatsächliche Leistungszunahme kann somit über den Werten liegen, die Intel selbst publiziert. Denn der Hersteller spricht bei seinen ausgewählten Titeln von einer um bis zu etwa 10 % höheren Performance.

Da Intel sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an Nutzer eines Core i7-8700K oder ähnlich alten Prozessors richtet, ist der Vergleich mit dem direkten AMD-Konkurrenten wichtiger. Orientiert man sich an der Anzahl der Kerne und am Marktsegment, heißt der Mitbewerber eindeutig Ryzen 7 2700X.

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Nüchtern betrachtet gewinnt der Core i9-9900K den Vergleich eindeutig. So bietet der neue Intel-Prozessor in vielen typischen Anwendungen eine um bis zu 25 % höhere Single-Thread-Performance, AMD liegt hingegen nur in wenigen Fällen - und dann auch meist nur knapp - vorne. Aber auch in der bisherigen Paraderolle fällt der Ryzen 7 2700X zurück. Denn dank der höheren Taktraten zieht der Core i9-9900K oftmals auch dann vorbei, wenn alle Kerne und Threads genutzt werden. Zwar ist der Vorsprung dann in aller Regel geringer, er ist aber unübersehbar.

Und vorne liegt Intel auch dann, wenn es um das Thema Energiebedarf geht. Bei geringer bis mittlerer Last benötigt der Core i9-9900K weniger Energie als der Ryzen 7 2700X. Doch darüber hinaus wendet sich das Blatt, unter Volllast kommt AMDs Vertreter mit 8 % weniger aus. Dem gegenüber steht allerdings das Mehr an Leistung.

Die Steigerung der Leistung und das Überholen des Ryzen 7 2700X darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an einigen Stellen noch immer Nachholbedarf gibt. Das betrifft beispielsweise die Limitierung der offiziellen RAM-Unterstützung bis lediglich DDR4-2666. Im Alltag sind die Auswirkungen von schnelleren Riegeln zwar eher gering, ein oder zwei zusätzliche Prozentpunkte werden so aber vergeudet - was aber nichts daran ändert, dass schnellerer Speicher durchaus genutzt werden kann. Und auch die auf dem Papier schwache integrierte Grafikeinheit dürfte bei vielen Nutzern keine Rolle spielen. Für Office und Co. bietet die UHD Graphics 630 nach wie vor genügend Leistung, für alles andere dürfte der Core i9-9900K ohnehin mit einer leistungsstarken Grafikkarte gepaart sein.

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Wie groß hingegen die Gruppe derjenigen ist, die sich ein hohes OC-Potential gewünscht hat, ist ungewiss. Klar ist jedoch, dass es in diesem Punkt nahezu keine Fortschritte im Vergleich zu Coffee Lake gegeben hat. Mehr als 5,1 GHz auf allen Kernen gleichzeitig waren dem Prozessor nicht zu entlocken - der gleiche Wert wie beim Core i7-8086K und nur 100 MHz mehr als beim Core i7-8700K. Ärgerlicher ist deshalb vielleicht, dass OC-Enthusiasten um den Austausch des Mainboards vermutlich nicht herumkommen werden, bzw. der Kauf der teuersten Platinen Pflicht ist. Zwar verspricht Intel die volle Kompatibilität auch für Mainbaords mit dem Z370-Chipsatz, die sind jedoch hinsichtlich der Spannungsversorgung - Stichwort VRM - nicht für den Betrieb des Achtkerners jenseits der Stock-Taktung ausgelegt.

Ein anderer Punkt kann hingegen zum aktuellen Zeitpunkt nur bedingt in die Bewertung aufgenommen werden. Denn noch immer hat es Intel nicht geschafft, eine deutsche unverbindliche Preisempfehlung für den Core i9-9900K mitzuteilen. In den USA werden 488 US-Dollar bei Abnahme von 1.000 Stück aufgerufen, im dortigen Handel werden im günstigsten Fall zwischen 500 und 520 US-Dollar aufgerufen. Hierzulande starten die Händlerlistungen hingegen erst bei knapp 700 Euro - AMDs Ryzen 7 2700X kostet mit rund 300 Euro weniger als die Hälfte. Aktuell könnte der direkte Mitbewerber somit auch Ryzen Threadripper 2920X heißen, der für einen geringen Aufpreis zwölf Kerne bieten wird. Aber selbst auf Basis der US-UVP ist der Core i9-9900K alles andere als ein Schnäppchen oder Preis-Leistungstipp. Denn für im Schnitt 10 bis 15 % mehr Leistung verlangt Intel einen Aufpreis von 35 %.

Interessant ist der Achtkerner somit lediglich für diejenigen, in deren Gaming-PC ohnehin extrem leistungsfähige und teure Hardware wie eine GeForce RTX 2080 Ti (Test) steckt. Hier fällt der viel zu hohe Preis kaum ins Gewicht. Käufer dürfen sich zudem sicher sein, die derzeit tatsächlich schnellste Gaming-CPU zu besitzen, die auch in vielen Produktivanwendungen zur Spitzenklasse gehört. Alle anderen werden mit einem Ryzen 7 2700X oder gar einem Ryzen Threadripper 1920X glücklicher. Letzterer bietet im Schnitt eine vergleichbare Leistung, kostet aber lediglich 400 Euro.

Positive Aspekte des Intel Core i9-9900K:

Negative Aspekte des Intel Core i9-9900K: