Intel vs. AMD, Akt 2: Skylake-X und Kaby-Lake-X im Test gegen Ryzen

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7900aufmacher In den letzten Monaten wurde die CPU-Vorherrschaft von Intel gebrochen und den Prozessormarkt durcheinandergewirbelt. Nach dem Ryzen-Tornado blieb Intel nichts anderes über, als mit schnell vorgestellten neuen Multikern-Prozessoren aus der X-Serie auf sich aufmerksam zu machen. Mit dem Core i9 und diversen anderen Modellen versucht man, vom Ryzen-Erfolg abzulenken. Ist das gelungen? Wir haben Intels neue Prozessoren im Test.

In den letzten 15 Jahren hatten wir zum Launch eines jeden Intel-Prozessors auch unseren Test online. Teilweise gelangen sogar umfassende 30-seitige Artikel, da die Samples uns zwei bis drei Wochen vor Markteinführung erreichten und somit ausgedehnt getestet werden konnten. Zudem legte Intel oftmals in technischen Briefings jede noch so kleine Errungenschaft offen. Doch der aktuelle Skylake-X-/Kaby-Lake-X-Launch mit dem Core i9-7900X an der Spitze und dem Core i7-7640X am unteren Ende lief anders: Kurz vor der Computex wurden die Pferde scheu gemacht, auf der Messe folgte eine Pressekonferenz, Mitte Juni die offizielle Markteinführung. Doch von Produkten war zum Start nichts zu sehen, die Presse hatte keine Samples und keine Briefings und auch die Mainboardhersteller konnten nicht aushelfen.

Am letzten Freitag erreichten uns endlich die Modelle von Intel, ein Core i9-7900X und ein Core i7-7740X - als kurzfristige Leihstellung. Glücklicherweise befand sich auch schon ein Mainboard im Testlabor, während andere teilweise im Zoll feststeckten. Und täglich flatterten von den Mainboardherstellern neue Biosversionen ins Email-Postfach, mit der Bitte, diese doch zu verwenden. Neue Microcodes, Performanceoptimierungen und mehr wurden nachgereicht. Hatten wir zum Ryzen-Launch noch angemerkt, dass die AMD-Plattform vielleicht noch nicht ausgereift ist, so lies uns schon vor dem Skylake-X-Test die Flut an Updates am Reifegrad der X299-Plattform zweifeln. Ein professioneller Produktlaunch sieht anders aus, bei Intel war man sowas bislang nicht gewöhnt.

Letztendlich haben wir aber die zwei Prozessoren durch unseren (aktualisierten) Testparcours jagen können und gleichzeitig auch den Core i7-7800X und den i7-7820X simuliert, da sich diese durch einfaches Abschalten der CPU-Cores und manuelle Taktfrequenzeinstellungen aus dem Core i9-7900X erzeugen lassen. Vergleichen können wir natürlich mit AMDs Ryzen-Lineup, angefangen vom Ryzen 7 1800X bis hinunter zum Ryzen 5 1400.

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Erstmals hat Intel das Flaggschiff aus der i7-Reihe zu einem i9 gemacht - der Core i9-7900X ist damit auch der erste seiner Art, folgen werden weitere Modelle im August dieses Jahres, die dann mit 12 und später auch mit 14, 16 und 18 Kernen auftrumpfen sollen. Aber schon Intels Core i9-7900X kostet 1000 Euro - die größeren Kollegen sollen mit bis zu 2000 Euro zu Buche schlagen. Für den Core i9-7900X, der den Core i7-6950X ersetzt und ein i9 ist, obwohl er eigentlich auch nur 10 Kerne hat, ist der verlangte Preis aber im Vergleich ein Schnäppchen: Für das Broadwell-E-Flaggschiff Core i7-6950X wollte Intel noch 1750 Euro haben - aber dann kam Ryzen. Das Preis-Leistungsverhältnis, was aufgrund des Preises vom Ryzen 7 1800X etwas durcheinander geraten ist, hat Intel mit dem neuen Produktlaunch also deutlich korrigiert.

Interessant ist, dass Intel beim Core i7-7740X auf den Kaby-Lake-X-Kern setzt und beim Core i9-7900X auf Skylake-X, beide aber im Sockel 2066 Platz finden und somit den X299-Chipsatz benötigen. Der Core i7-7740X besitzt vier Kerne und auch nur ein Dual-Channel-Interface, ist somit ein klassischer Kaby-Lake-Prozessor wie auch schon der Core i7-7700K. Aber er hat etwas mehr Grundtakt (4,3 GHz) und kann theoretisch auch mit DDR4-2666 statt DDR4-2400 zurecht kommen. Das ist auch schon der einzige Unterschied zwischen den Mainstream-Kaby-Lakes auf Basis des Sockel 1151 und dem "High-End"-Kaby-Lake im Sockel 2066.

Die CPU-Z-Screenshots zeigen zunächst einmal die wichtigsten Kennzahlen der beiden neuen Prozessoren:

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Wie bei jedem Prozessor-Test werfen wir auf der nächsten Seite zunächst einmal einen Blick auf die Prozessorkerne und ihre Besonderheiten (hier insbesondere Ring- und Mesh-Bussystem sowie AVX512) und stellen die Modelle vor. Auf der folgenden Seite gehen wir auf den X299-Chipsatz ein und die neuen Funktion VROC (Virtual RAID on CPU).


Im Januar hatten wir in unserem Kaby-Lake-Testbericht zum Core i7-7700K bereits über die Kaby-Lake-Architektur vermerkt: "Ein paar Veränderungen hier, ein wenig da...", denn letztendlich hat Intel das letzte große Architektur-Update mit dem Switch von Haswell auf Skylake vollzogen. Kaby Lake war - gemäß der nicht mehr existierenden Intel Nomenklatur - noch nicht einmal ein "Tick", also ein Fertigungstechnologie-Shrink, sondern man setzte nur auf einen neuen, verbesserten Fertigungsprozess in der existierenden 14-nm-Technik, um ein paar mehr MHz aus den Chips herauszuholen. Die Skylake-Prozessoren aus der 6. Core-Generation sind den Kaby-Lake-Prozessoren aus der 7. Core-Generation also von der Architektur her sehr ähnlich.

Skylake-X besitzt dabei im Vergleich zum Vorgänger Broadwell-E die größeren Unterschiede: Beispielsweise werden jetzt die AVX-512-Instruktionen vollständig unterstützt, zudem hat Skylake natürlich auch eine höhere Pro-Core-Performance aufgrund der Architekturveränderungen und letztendlich unterstützen die neuen Skylake-X-Prozessoren auch offiziell Quad-Channel-DDR4-2667 MHz. Zudem kommen die Skylake-X-Modelle mit bis zu 44 PCIe-Lanes, statt bislang bis zu 40 PCIe-Lanes.

Die größten Unterschiede bestehen in der Cache-Architektur, denn hier hat Intel im Vergleich zu Broadwell-E die Zuordnung zu jedem Prozessorkern geändert und weiterhin auch die Größe des L3-Caches angepasst. Statt nur 256 kb L2-Cache pro Prozessorkern bei Broadwell-E besitzt der Skylake-X nun 1 MB pro Core. Ein 10-Kern-Prozessor hatte bei Broadwell-E also 10x 256 kb L2-Cache, bei Skylake-X sind es 10 MB L2-Cache.

Dafür "schrumpft" im Vergleich der L3-Cache, der bei Broadwell-E noch 2,5 MB pro Core groß war, bei Skylake-X nur noch 1,375 MB / Core. Bei einem 10-Kern-Modell sind es also 25 MB L3-Cache bei Broadwell-E, verglichen zu 13,75 MB bei Skylake-X. Zudem wird der L3-Cache non-inclusive, sodass die Inhalte des L2-Caches nicht im L3-Cache gespiegelt werden. Damit beibt die insgesamt verfügbare Menge an Cache nahezu identisch, L2-Cache-Treffer werden aber deutlich wahrscheinlicher. Gleichzeitig geht die Veränderung aber auf Kosten der Komplexität und der Latenzzeit, da eventuell im L2-Cache verfügbare Daten eines Cores von einem anderen Core erst angefragt werden müssen und nicht bereits im L3-Cache vorhanden sind. Intel meint aber, dass durch eine höhere Cache-Trefferrate (L2-Daten sind im Cache bereits vorhanden) größere Geschwindigkeitsvorteile entstehen.

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Letztendlich musste sich Intel bei Prozessoren mit so einer hohen Anzahl Kerne auch Gedanken über den Ring-Bus machen. Werden zu viele Daten von den Kernen ausgetauscht, entsteht hier ein Bottleneck. Insofern hat man statt eines Ring-Busses bei den Skylake-X-Prozessoren auf ein Mesh-Interface gesetzt. Ein Core hat so mehrere Verbindungen zum jeweiligen Nachbarkern und tauscht die Daten nicht mehr über den bei Kaby-Lake üblichen Ring-Bus aus. Intels Server-Prozessoren verwenden diese Architektur bereits - und Skylake-X natürlich ebenso, da er eigentlich ein Xeon ist.

Die Architektur-Unterschiede der einzelnen Cores haben wir in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

Core-Unterschiede
Skylake-X Kaby-Lake-X Broadwell-E
Anzahl Kerne 6, 8, 10
(zukünftig:
12, 14, 16, 18)
4 6, 8, 10
Turbo-Boost 3.0 2.0 3.0
L2-Cache 1 MB pro Kern 256 kb pro Kern 256 kb pro Kern
L3-Cache 1,375 MB pro Kern 8 MB 2,5 MB pro Kern
PCIe-Lanes 44 / 28 16 40 / 28
Multi-GPU 2x 16 / 4x 8 1x 16 / 2x 8 2x 16 / 4x 8
Speicherinterface Quad-Channel
DDR4-2667
Dual-Channel
DDR4-2667
Quad-Channel
DDR4-2400
TDP 140 Watt 112 Watt 140 Watt
Sockel LGA 2066 LGA 2066 LGA 2011-3

In der Architektur-Tabelle sieht man die weiteren Unterschiede zwischen Kaby-Lake-X und Skylake-X. Der Turbo-Boost von Kaby-Lake unterscheidet sich dabei nicht von Kaby-Lake-X (Version 2.0), die Modelle mit mehr Kernen unterstützen zusätzlich noch die Funktion, die effizientesten und schnellsten Kerne über Software (nativ in Windows 10 vorhanden) zu identifizieren und diese noch einmal ein paar hundert MHz schneller takten zu können, um die IPC-Performance in Single- und Dual-Core-Anwendungen zu beschleunigen.

Weiterhin wird Kaby-Lake-X natürlich massiv an den PCIe-Schnittstellen beschnitten und unterstützt auch nur Dual-Channel-Speicher. Das führt letztendlich zu interessantem Verhalten beim Einsatz von Kaby-Lake-X auf X299-Chipsätzen: Bei einem Board mit acht DDR4-Steckplätzen sind beim Einsatz von Kaby-Lake-X die Channels C1/C2 und D1/D2 abgeschaltet und können nicht verwendet werden. Auch wenn acht Speichersteckplätze vorhanden sind, lassen sich so nur vier nutzen. Weiterhin können auch PCIe-Komponenten komplett deaktiviert sein: Logisch ist dies bei PCIe-Schnittstellen, die mit der geringeren PCIe-Port-Anzahl nicht bedient werden, aber auch bei an die CPU direkt angebundenen Controllern. So blieb ein USB-3.1-Controller auf einem ASRock Taichi X299-Board nach dem Wechsel auf den Core i7-7740X plötzlich tot, während er mit dem Core i9-7900X zu verwenden war.

Interessanter sind die Unterschiede zwischen Broadwell-E und Skylake-X, da hier eine neue Architektur zum Einsatz kommt. Effektiv können wir hier in vielen Bereichen auf unseren Artikel vom Core i7-6700K sowie den IDF-Artikel zu Skylake aus dem Jahr 2015 verweisen, da wir hier die Skylake-Architektur erstmals vorgestellt haben. So konnte Intel erstmals einen schnelleren Speed-Shift imlementieren, hat Veränderungen an den Registern und Puffern vollzogen und diverse weitere Veränderungen implementiert, sodass der Schritt von Broadwell-E auf Skylake-X nicht nur aufgrund der höheren Taktfrequenzen interessant ist, sondern auch aufgrund einer schnelleren Architektur.

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Insgesamt bringt Intel folgende CPU-Modelle auf den Markt:

CPU-Modelle Core-X-Serie
Takt Turbo 2.0/3.0 Cores /
Threads
L3-Cache PCIe 3.0 Speicher TDP Preis
Core i9-7900X 3,3 GHz 4,3 / 4,5 GHz 10/20 13,75 MB 44 Quad-Channel
DDR4-2666
140W $999
Core i7-7820X 3,6 GHz 4,3 / 4,5 GHz 8/16 11 MB 28 Quad-Channel
DDR4-2666
140W $599
Core i7-7800X 3,5 GHz 4,0 / - GHz 6/12 8,25 MB 28 Quad-Channel
DDR4-2400
140W $389
Core i7-7740X 4,3 GHz 4,5 / - GHz 4/8 8 MB 16 Dual-Channel
DDR4-2666
112W $339
Core i7-7640X 4,0 GHz 4,2 / - GHz 4/4 6 MB 16 Dual-Channel
DDR4-2666
112W $242

Hinzu sollen im August noch die Skylake-X-Varianten mit 12, 14, 16 und 18-Kernen kommen (z.B. Core i9-7980XE) mit bis zu 1999 USD Kaufpreis. Diese sind natürlich als Reaktion auf AMDs "Threadripper" Prozessors gedacht.


Der X299-Chipsatz ist eigentlich kein "neuer" Chipsatz, sondern der Z270-Chipsatz mit anderem Sockel: Beide Modelle sind technisch identisch und besitzen auch dieselbe Anzahl an verfügbaren PCIe-Lanes, die angebunden werden können. So kann der Hersteller eine beliebige Anzahl an SATA-Ports und 3.0 USB-Ports verwenden und den Rest der PCIe-Schnittstellen für Erweiterungsslots oder weitere Controller verwenden. Auch das DMI-3.0-Interface ist unverändert übernommen und die integrierte Gigabit-Ethernet-Schnittstelle, wenn der Mainboardhersteller sie nutzen möchte.

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Natürlich unterscheiden sich die Mainboards trotzdem signifikant, denn mit dem X299-Chipsatz und bis zu 44 PCIe-Lanes in der CPU werden Multi-GPU-Konfigurationen möglich und es ist selbstverständlich auch möglich, Geräte direkt an die CPU anzubinden. Insofern werden die Mainboardhersteller unterschiedliche Designs für Z270 und X299 zeigen, mit vermutlich deutlich mehr Features im X299-Bereich.

Ein "Zusatzfeature", welches der Z270-Chipsatz nicht bietet, ist VROC (Virtual RAID over CPU). VROC ist effektiv ein etwas besseres Software-RAID, das direkt auf CPU-Ebene ausgeführt wird und somit eine etwas bessere Performance bieten soll. VROC ist speziell für PCI-Express-basierte SSDs designed und kann daher mit M.2- oder anderen PCIe-SSDs verwendet werden. Standardmäßig steht allerdings nur RAID 0 zur Verfügung. Möchte man RAID 1 oder RAID 5 verwenden, muss man Hardware-Dongles kaufen, sogenannte RAID-Keys. Ein Schlüssel für RAID 1 kostet hier 99 USD, für RAID 5 verlangt man bis zu 249 USD. Für eine teure Desktop-Plattform ist dies eine Neuheit, dass man für ein Chipsatz-Feature vom Kunden einen Extra-Betrag verlangt. Zudem gibt es eine weitere Einschränkung: Bislang sieht es so aus, dass nur Intels eigene 600p-SSD unterstützt wird und die kommenden Optane-SSDs. Schnelle Samsung-960-Pro-SSDs oder ähnliches lassen sich nicht einsetzen. Das Feature wird somit nicht nur teuer, sondern in unseren Augen auch momentan ziemlich wertlos. Eventuell ändert sich dies mit entsprechenden Optane-SSDs, momentan lohnt sich VROC aber nicht wirklich.


Für den Skylake-X- und Kaby-Lake-X-Test - und auch für kommende Ryzen-Artikel - setzen wir auf einen anderen Testparcours. Folgende Komponenten kommen für die verglichenen Prozessoren zum Einsatz:

LGA1151-Plattform:

LGA2011-3-Plattform:

LGA2066-Plattform:

AM4-Plattform:

Für alle Systeme identisch:

Die Benchmarks zu diesem Test wurden, wenn nicht anders angegeben, mit dem Energieprofil "hohe Leistung" durchgeführt. Nur bei den Stromverbrauchsmessungen haben wir dieses teilweise abgeändert. Für die Messungen des Stromverbrauchs und der CPU-Leistungstests kommt eine NVIDIA GeForce 1050 TI zum Einsatz. Für die Spiele nutzen wir eine GeForce 1080 GTX TI. Beim Speicher haben wir zunächst überprüft, dass keiner der Benchmarks von einem Speicherausbau oberhalb von 16 GB profitiert. Da wir festgestellt haben, das bei Quad- und Dual-Channel-Systemen die Art des eingesetzten Speichers (zwei Module, vier Module, acht Module) einen größeren Einfluss auf die Performance hat, testen wir mit unterschiedlichem Speicherausbau, aber mit identischen Speichermodulen, um diesen Effekt zu beseitigen. Es hat also kein System einen Vor- oder Nachteil aufgrund einer anderen Speicheradressierung durch unterschiedliche Speichermodule.

Bei den Spiele-Benchmarks wurden alle Auflösungen auf Full-HD-Auflösung durchgeführt, da wir nicht die GPU als Schwachstelle im System haben wollen. Ist die GPU der Engpass, lassen sich keine Unterschiede für die Prozessoren mehr ablesen. Zum einen geben wir die durchschnittlichen fps (Frames pro Sekunde) in gewohnter Weise an, zum anderen aber auch die Frametimes. Dies ist die Zeit, in dem 99% aller Frames im Testablauf berechnet werden können. Das obere 1% wird verworfen, um Fehler im Rendering bei den Messungen auszuschließen. Ein niedriger Zeitwert bedeutet hier eine geringe Verzögerung, um den nächsten Frame zu berechnen und ist deshalb als besser zu betrachten. Dauert die Berechnung des nächsten Frames länger, ist auch ein "Ruckler" wahrscheinlicher.

Energieverbrauch

Folgende Benchmarks wurden durchgeführt, wobei wir immer den Wert für das komplette System angeben, also nicht nur für die CPU:

Um einem eventuellen Windows-Problem bei Ryzen aus dem Weg zu gehen, haben wir sowohl mit dem Energieprofil "Balanced" wie auch mit High Performance getestet. Hinzu kommt ein Rendering-Durchlauf eines 4K-Videos mit Premiere Pro. Beim Idle-Stromverbrauch und bei Premiere pro haben wir den Gesamtstromverbrauch über fünf Minuten protokolliert und ihn dann auf den Verbrauch umgerechnet.

Stromverbrauch – Last

Cinebench 15

Watt
Weniger ist besser

Stromverbrauch – Last

Cinebench 15 (Energie-Profil – Ausbalanciert)

Watt
Weniger ist besser

Stromverbrauch – Last

Premiere Pro - 4K

Watt
Weniger ist besser

Stromverbrauch – Idle

5 Min. gemittelt

Watt
Weniger ist besser

Stromverbrauch – Idle

5 Min. gemittelt (Energie-Profil – Ausbalanciert)

Watt
Weniger ist besser

Wie man sehen kann, erreicht der Core i9-7900X neue "Bestwerte". Das erinnert ein wenig an die FX-Prozessoren von AMD oder aber auch Intels eigenen "Prescott"-Prozessor aus der Nehalem-Architektur. Mit einem Unterschied: Der Core i9-7900X verbraucht zwar 215 Watt, aber ist auch extrem schnell. Trotzdem ist die Frage, ob man so einen Boliden in seinem Rechner haben will, denn die Corsair H110-Wasserkühlung musste deutlich aufdrehen, um die entstehende Abwärme abzutransportieren. Elegant ist dies sicherlich nicht...

Interessanter sind deshalb die beiden "kleineren" Core i7-7820X und 7800X. Zumindest der 7800X liegt auf einem ordentlichen Niveau ähnlich des Ryzen 7 1800X. Beim Core i7-7740X sieht man gleich, dass die Plattform mehr verbraucht als eine übliche Sockel-1151-Plattform: Bei effektiv fast gleicher Performance ist die Energieeffizienz des X299 natürlich schlechter.


Die folgenden Benchmarks beziehen sich auf die Erstellung von Content: Bei Adobe Lightroom 6 werden RAW-Fotos zu JPEGs mit diversen Filtern konvertiert. In Photoshop CC 2017 wird zum einen über ein Skript ein Bild bearbeitet, in einem zweiten Test werden mehrere hochauflösende Bilder zu einem Panorama zusammen gesetzt. Bei Adobe Premiere Pro 2017 wird ein 4K-Video zusammengestellt und gerendert, aus vier Quellen, mit Farbkorrekturen und anderen Effekten.

Photoshop CC 2017 – Fotobearbeitung

Sekunden
Weniger ist besser

Photoshop CC 2017 – Panorama

Sekunden
Weniger ist besser

Lightroom 6 – Export

Sekunden
Weniger ist besser

Premiere Pro 2017

4K Video Rendering

Sekunden
Weniger ist besser

Werfen wir zunächst den Blick auf den 7740X: Dieser ist genauso schnell wie der 7700K - teilweise sogar minimal langsamer. Insofern kann er sich hier ebenso nicht wirklich durchsetzen.

Beim Core i9-7900X ist das Bild eindeutig: Der Intel-Prozessor ist teilweise mit Abstand schnellster Prozessor, schlägt seinen 10-Core-Vorgänger i7-6950X deutlich. AMDs Ryzen 7 1800X kostet zwar nur die Hälfte, positioniert sich hier aber auch nur im Mittelfeld. Er sollte auch eher gegen Intels Core i7-7800X und 7820X verglichen werden, die in den von uns gezeigten Benchmarks den AMD-Prozessor gut im Griff haben.


Nach der Content-Erstellung kommt das Encoding: Wir verwenden StaxRip, um HD Video in H.264 und H.265 zu konvertieren. Zudem messen wir, wie lange es dauert eine Stunde unkomprimiertes Audio mit FLAC zu konvertieren.

StaxRip - x264

fps
Mehr ist besser

StaxRip – x265

fps
Mehr ist besser

Flac

Wav-Datei zu Flac

Sekunden
Weniger ist besser

Fangen wir wieder einmal mit dem kleinsten neuen Intel-Prozessor an: Der Core i7-7740X liegt wie zu erwarten wieder auf dem Niveau des Core i7-7700K. Aufgrund diverser Optimierungen kann sich Kaby Lake aber gerade bei der Konvertierung von WAV nach FLAC an die Spitze setzen - eine der wenigen Core-Optimierungen von Skylake zu Kaby Lake.

Die anderen CPUs kommen in der Reihenfolge ins Ziel, die man ihnen vorher vielleicht auch vorhergesagt hätte. Auch hier kann der 7800X ganz gut gefallen, der AMDs Ryzen 1800X recht gut in Schach halten kann.


Cinebench steht natürlich auch auf unserem Testparcours, wobei wir die verschiedenen Tests dieses Mal einzeln angeben und nicht nur die reine Gesamtpunktzahl darstellen. Hinzu kommt Blender als 3D-Rendering-Software. Multicore-Optimierungen haben beide Benchmarks, also sollten sich die Prozessoren mit mehr Kernen auch weiter oben positionieren können:

Cinebench 10

(Multi-CPU, 32-bit)

Cinebench Punkte

Cinebench 15

Multi Threaded (Energie-Profil Ausbalanciert)

Cinebench Punkte

Cinebench 15

Multi Threaded

Cinebench Punkte

Cinebench 15

Single Threaded

Cinebench Punkte

Blender 2.78c

Sekunden
Weniger ist besser

Das Intels Core i9-7900X hier vorne liegt, dürfte nicht verwundern - für genau diese Anwendungen ist er gedacht. AMDs Ryzen 7 1800X präsentiert sich hier natürlich auch in seinem Element, eingerahmt von den Intel-Prozessoren Core i7-7820X und -7800X. Intels Einsteiger-Modelle, der 7700K und 7740X, liegen wieder einmal auf einem Niveau.


Bei den Datenkompressions- und Verschlüsselungs-Benchmarks setzen wir ebenso auf alte Bekannte: 2GB an Daten haben wir mit 7Zip und Winrar gepackt. AIDA64 nutzen wir, um die Zlib Compression zu messen. Weiterhin haben wir die AES-, Hash-, VP8-, Julia- und Mandel-Tests des Benchmarks mit aufgelistet.

7-Zip

2 GB packen

Sekunden
Weniger ist besser

Winrar 5.40

2 GB packen

Sekunden
Weniger ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Zlib

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

AES

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Hash

MB/s
Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Julia

Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

Mandel

Mehr ist besser

AIDA64 (5.90.4247)

VP8

Mehr ist besser

Ist ein Prozessor von der Architektur in der Lage, eine Aufgabe besonders gut zu erfüllen, so liegt die komplette Serie natürlich hier in Führung. Ansonsten lassen sich sämtliche Aufgaben gut auf mehrere Kerne verteilen - entsprechend sind auch die Modelle mit mehreren Kernen in der Regel vorne. Aber: Bei einigen Benchmarks (z.B. WinRAR) gibt es bereits ein Bottleneck an anderer Stelle, sodass sich die hohe Performance der Cores gar nicht so sehr entfalten kann.


Den Jetstream-Benchmark für Chrome nutzen wir auch in diesem Test, er testet den Prozessor auf seine Browser-Fähigkeiten, insbesondere für Javascript. Microsoft Office 2016 verwenden wir ebenso, wobei wir hier 1000 Seiten nach PDF exportieren lassen. Auch für Microsoft Excel haben wir einige Tests, unter anderem den bekannten Monte-Carlo-Algorithmus.

Chrome 58 – Jetstream

Mehr ist besser

Microsoft Excel 2016

Monte Carlo

Sekunden
Weniger ist besser

Microsoft Word 2016

Export: 1.000 Seiten als PDF

Sekunden
Weniger ist besser

Nach den vorangegangenen Seiten gibt es hier keinen Ausreisser: Bei Jetstream sieht man, dass der Benchmark eher auf Single-Thread-Performance reagiert, weshalb die Ryzen-Prozessoren auch etwas hinter den hochgetakteten Intel-Modellen zurückfallen. Schön zu sehen ist hier, dass Turbo Boost 3.0 den Core i9-7900X auf ein ähnliches Niveau hievt wie die 7700K und 7740X, denn sie laufen alle mit 4,5 GHz in diesem Benchmark. Auch bei Word zeigt sich, dass der Benchmark nicht multithreaded arbeitet.

Bei Excel können die Multicore-Modelle wieder ihre Vorteile ausspielen, wobei auch gerade die Ryzen-Prozessoren gut abschneiden.


Natürlich dürfen in einem CPU-Test auch einige synthetische Benchmarks nicht fehlen, so der PC-Mark und Geekbench. Die gesammelten Werte finden sich auf dieser Seite:

Geekbench 4.1

CPU Multi-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.1 – Crypto

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.1 – Floating Point

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.1 – Integer

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser

Geekbench 4.1

CPU Single-Core

Punkte
Mehr ist besser

PC Mark 8 Creativity

Punkte
Mehr ist besser

PC Mark 8 Home

Punkte
Mehr ist besser

PC Mark 8 Work

Punkte
Mehr ist besser


Bislang gehörte Battlefield 1 nicht in unser Portfolio, aber nach unserem Test des Ryzen 7 1800X und der Anmerkung unserer Community, das Spiel mit aufzunehmen, befindet es sich jetzt im Portfolio. Es ist ein CPU-intensives Spiel, bei unserer Full-HD-Auflösung schafft es aber die 1080 TI gerade einmal, größere Unterschiede messbar zu machen. So liegen hier die als "Gaming-Prozessor" bislang vermarkteten Core i7-7700K eigentlich mit am besten, sechs Kerne mehr bringen nur wenig Beschleunigung. AMDs Ryzen-Prozessoren hängen generell etwas hinterher.

FPS-Messungen

Battlefield 1 (DX12) – 1920x1080

Medium

fps
Mehr ist besser

Battlefield 1 (DX12) – 1920x1080

Ultra

fps
Mehr ist besser

Frametimes

Battlefield 1 (DX12) – 1920x1080

Medium

ms
Weniger ist besser

Battlefield 1 (DX12) – 1920x1080

Ultra

ms
Weniger ist besser


Während Battlefield I ein sehr CPU-intensives Spiel ist, sieht man im Benchmark von Doom relativ schnell, dass die Grafikkarte der limitierende Faktor ist. Allerdings sausen hier bei Medium- und Ultra-Settings auch schon 200fps über den Bildschirm. Unterschiede lassen sich höchstens noch bei den Frametimes messen, aber auch hier ist der Unterschied vom Minimum (5,6 ms) zum Maximum (6,5 ms) quasi zu vernachlässigen.

FPS-Messungen

Doom (Vulkan) – 1920x1080

Medium

fps
Mehr ist besser

Doom (Vulkan) – 1920x1080

Ultra

fps
Mehr ist besser

Frametimes

Doom (Vulkan) – 1920x1080

Medium

ms
Weniger ist besser

Doom (Vulkan) – 1920x1080

Ultra

ms
Weniger ist besser


GTA V scheint zwar Berechnungen auf mehrere Kerne zu verteilen, aber so wie es aussieht auf maximal vier Threads, denn die Prozessoren mit mehr als vier Kernen können sich nicht signifikant absetzen. Zudem scheinen die Threads auch nicht den Turbo-Betrieb des Core i9-7900X auszunutzen, denn sonst würde er auf einem Niveau mit dem 7700K und dem 7740X an der Spitze liegen.

Auf dem Ultra-Setting kann man sehr schön sehen, dass die vom AMD Ryzen 7 gezeigten 52-55 fps zwar in der Theorie noch flüssig wären, aber die Frametimes zeigen ein anderes Bild: Mit 29ms sind bereits einige Frames in einem Bereich, wo man einen Ruckler sichtbar machen kann.

FPS-Messungen

GTA V - 1920x1080

Medium

fps
Mehr ist besser

GTA V - 1920x1080

Ultra

fps
Mehr ist besser

Frametimes

GTA V – 1920x1080

Medium

ms
Weniger ist besser

GTA V – 1920x1080

Ultra

ms
Weniger ist besser


Bei Prey haben wir den Effekt, dass die bisherigen Intel-Modelle mit mehr Kernen sich auch an die Spitze setzen konnten: Intels Core i7-6950X zeigte eine deutlich bessere Performance als beispielsweise ein Core i7-7700K. Intels Core i9-7900X kann sich jedoch nur im Mittelfeld einordnen, trotz aller Optimierungen, höherer Speicherbandbreite und höherem Takt. Wir geben aktuell den frühen Bios-Versionen noch die Schuld daran und bleiben am Ball, den Core i9-7900X zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durch den Prey-Benchmark zu jagen. Auch beim Core i7-7820X und Core i7-7800X zeigen sich diese Messungen, während der Core i7-7740X im Vergleich zum Core i7-7700K keine Probleme zu haben scheint.

FPS-Messungen

Prey – 1920x1080

Medium

fps
Mehr ist besser

Prey – 1920x1080

Ultra

fps
Mehr ist besser

Frametimes

Prey – 1920x1080

Medium

ms
Weniger ist besser

Prey – 1920x1080

Ultra

ms
Weniger ist besser


The Whicher 3 ist nicht Multicore-optimiert. Entsprechend sieht man die höhergetakteten CPUs auch an der Spitze - allen voran der Core i7-7700K. Allerdings scheint der Core i9-7900X wieder einmal seinen Turbo Boost 3.0 nicht auszunutzen und landet deshalb nur auf den mittleren Plätzen. Mit Ultra-Einstellungen hängt sogar das komplette X299-Lineup etwas hinter dem Rest, insofern ist es wahrscheinlich, dass hier eventuell noch ein paar Optimierungen möglich sind mit kommenden Biosversionen.

FPS-Messung

The Witcher 3 – 1920x1080

Medium

fps
Mehr ist besser

The Witcher 3 – 1920x1080

Ultra

fps
Mehr ist besser

Frametimes

The Witcher 3 – 1920x1080

Medium

ms
Weniger ist besser

The Witcher 3 – 1920x1080

Ultra

ms
Weniger ist besser


Auch im Rise-of-the-Tomb-Raider-Benchmark haben wir den Effekt, dass der Core i7-7740X das einzig logische Ergebnis mit sich bringt und auf dem Niveau des Core i7-7700K ins Ziel kommt. Alle anderen Prozessoren sind langsamer - auch hier könnte noch eine Biosversion oder ein Patch des Spiels Abhilfe bringen. Wir testen auf jeden Fall in Kürze noch einmal.

FPS-Messungen

Rise of the Tombraider (DX12) – 1920x1080

Medium