Skylake richtig einstellen: Was man machen sollte, was man lassen sollte

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logo xeonIntels Skylake-Chips wurden vor nunmehr vier Monate vorgestellt und sind leider immer noch nur spärlich verfügbar. Nach unserem Test der Core i7-6700K- und Core i5-6600K-Prozessoren zum Launch haben wir uns bereits diverse Z170-Boards angesehen, die Mobilversionen getestet und sind aufs Overclocking eingegangen. Zeit also für einen allumfassenden Skylake-Artikel mit dem Thema: "Wie stell' ich den Prozessor richtig ein?"

Vielleicht sind Intels Chippressen ja bis Weihnachten in der Lage, den Bedarf am Markt stillen zu können und die Verfügbarkeit der Skylake-Prozessoren bessert sich. In diesem Falle wird ein neuer Unterbau mit Z-, H- oder Q170-Chipsatz und ein passender Core i5 oder Core i7 mit Sockel 1151 sicherlich bei vielen Lesern auf dem Wunschzettel stehen. Intel hat allerdings bei seinem neuen Chip einige Neuheiten implementiert, die es dem Käufer etwas schwieriger machen, sich einen idealen PC zusammen zu stellen. Auf diese Probleme gehen wir in diesem Artikel ebenso ein, wie auf Konfigurations-Besonderheiten: Welcher Speichertakt ist am besten, welche Spannungen können verändert werden, welche Besonderheiten muss man beim Chipsatz beachten.

Auf folgende Punkte wollen wir eingehen:

Um auf alle Punkte eingehen zu können, brauchen wir ein entsprechend gut gestaltetes Mainboard, welches exemplarisch alle Einstellungen zulässt und auch die Möglichkeiten zum Über- und Untertakten mitbringt. Einige Mainboards hatten wir schon im Test, allerdings haben wir uns für das ASUS Z170 Deluxe aus unserem CPU-Testsystem entschieden, da wir hier schon vielfältige Daten sammeln konnten während unserer CPU-Tests. Das Board liefert zudem im Vergleich zu den getesteten Platinen sehr gute Resultate. Wer nicht dasselbe Board einsetzt, wird natürlich im BIOS unterschiedliche Bezeichnungen finden, im Endeffekt sind aber die gezeigten Schritte mit fast allen besser ausgestatteten Boards am Markt identisch machbar.

ASUS-Board

Im Testlabor hatten wir bislang neben den bereits im Test erwähnten Core i5-6600K und i7-6700K auch schon den Core i5-6600T, 6500T und 6400. Diese Skylake-Modelle laufen auch auf dem Z170 Deluxe und ließen einen Einblick auf die Non-K-Modelle zu. Einen Xeon E3-1230v5, der auch auf dem Skylake-Design basiert, konnten wir hingegen nicht auf dem Z170-Board einsetzen - und das wird wohl auch so bleiben, da Intel keine Xeons mehr auf den Consumer-Chipsätzen lauffähig machen möchte. Der alte Tipp unserer Community, einen Xeon zu nehmen und so Funktionen eines großen i7 zu erhalten und auf die für die meisten Leser sowieso sinnlose Onboard-Grafik zu verzichten, ist also nicht mehr möglich. Für die Xeons wird nun der C230/C232-Chipsatz benötigt, doch die Boards sind nur wenig für Consumer interessant.

Beginnen wir also mit der Auswahl, welche Board- und Chipsatzkonfiguration man eigentlich wählen sollte:


Intel hat mit dem Skylake-Update zwar die Übertaktungsmöglichkeiten für seine K-Modelle ausgebaut, aber gleichzeitig wirksam das Übertakten der kleinen Skylakes ohne K eingeschränkt. Wir hatten bereits den Core i5-6600T, Core i5-6500T und Core i5-6400 im Testlabor, alle drei Modelle ließen sich aber nicht übertakten. Der Multiplikator ist natürlich sowieso "gelocked" bei diesen CPUs, aber wir erhofften uns vor der Skylake-Einführung, das Intel durch die bessere Übertaktbarkeit über die Base Clock Rate eine Möglichkeit schaffen würde, wie zu alten "Front-Side-Bus-Zeiten" die kleinen CPUs zu übertakten. 

Leider stellte sich bei den Tests heraus, dass unser Board mit jeder CPU bei ungefähr 102,50 MHz Base Clock Rate keine weitere Übertaktung zuließ. Das sind nur 2,5 % mehr - und entsprechend brachten natürlich auch Spannungserhöhungen nichts. Keine Einstellung am Board versprach eine Besserung, also kann man festhalten, dass die Non-K-Modelle sich nur minimal übertakten lassen. Ältere Haswell-CPUs konnte man neben der Übertaktung der Base Clock Rate auch noch etwas tweaken, in dem man den Turbo-Takt bei Belastung von allen vier Kernen auf den 1-Core-Maximalwert setzte. Auch diese Möglichkeit gibt es bei Skylake nicht mehr - die Einstellung "ASUS MultiCore Enhancement" brachte früher diesen kleinen Performanceschub, heutzutage ist die Funktion bei Non-K-Modellen ohne Funktion.

core i5 6400 oc

Die einzige Tuning-Möglichkeit sind diese 2,5 %, und eventuell ein Undervolting sowie ein höherer Speichertakt, um etwas mehr Performance bei etwas besserem Stromverbrauch zu bekommen. 

Bei ASUS ist dies für den Laien auch einfach zu realisieren per ASUS TPU. Im BIOS wird unter "Ai Tweaker" die entsprechende Funktion gewählt und das System testet automatisch die maximale Taktfrequenz:

151102183629

Natürlich kann auch ASUS hier nicht über die 102,50 MHz hinaus kommen, aber praktischerweise optimiert das System auch gleich den Speichertakt mit:

ASUS TPU OC 6500T 2

Wer also etwas schnelleren Speicher besitzt, braucht diesen Dank TPU nicht großartig separat tunen. Der Übertakter mit "K"-CPU wird aber wohl die Einstellungen selber wählen wollen - dafür sind die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten im BIOS der Z170-Boards letztendlich auch da. 

Und nicht nur dies ist eine Einschränkung, denn auch beim Chipsatz gibt es weitere Einschränkungen: Wer eine K-CPU übertakten will, benötigt zwingend den Z170 als Chipatz. Die kleineren H- und Q-Chipsätze sollen keine Overclockingmöglichkeiten mitbringen. Wer noch nicht einmal die integrierte Grafik nutzen möchte, kann auch auf den Server-Chipsatz C230 zurückgreifen und einen Xeon kaufen, der allerdings ebenso wenig übertaktbar ist. Das führt dazu, dass sich die Intel-Welt nun in Übertakter und Nichtübertakter aufteilt:

Skylake-Auswahl-Matrix
Welcher Chipsatz passt zu welcher CPU?
Übertaktung geplant? Prozessor Chipsatz
ja Core i7-6700K
Core i5-6600K
Z170
nein andere Non-K-Modelle H- und Q-Serie
nein (und keine Onboard-Grafik) andere Xeon-Modelle C230-Serie

Überspitzt könnte man also formulieren: Wer nicht übertakten möchte, kann sich einen Skylake-Prozessor mit möglichst gutem Preis-Leistungsverhältnis aussuchen und beispielsweise ein passendes, preisgünstiges H150-Board. Das gesparte Geld steckt man dafür in eine größere Grafikkarte. Wer aber übertakten will, wird zur Kasse gebeten, denn es muss auch ein teureres Z170-Board her. Dafür bekommt man dann auch die besseren Übertaktungsfeatures der Skylake-Architektur oben drauf.


Fassen wir zunächst einmal die Undervolting-Möglichkeiten des Mainboards nicht an. Wir wollen nur mit den sonstigen BIOS-Funktionen testen, wie man ein Skylake-System bestmöglich konfigurieren kann. Anhand des ASUS Z170-Deluxe haben wir uns also durch die Menus gehangelt und ausprobiert, was den Stromverbrauch beeinflusst. Wir gehen dabei zunächst einmal vom Status "Load Bios Defaults" aus, wobei ASUS hier natürlich auch von Haus aus bereits einiges optimiert hat. Ähnliche Einstellungen kann man natürlich bei jedem Mainboard am Markt finden, sofern der Hersteller sie so üppig implementiert hat. 

Unser Testsystem für die weiteren Tests besteht aus einem Core i5-6500T, einem ASUS Z170 Deluxe, vier 4-GB-G.Skill-Speichermodulen (F4-3200C16-16VK), einer ASUS Strix GeForce 970 GTX 4GB OC, einer Corsair H110GT Wasserkühlung, einem Seasonic 660XP2 P-Series Netzteil und einer OCZ Arc100-SSD. Alle Komponenten sind verbaut in einem Fractal Design R5-Gehäuse.

Beginnen wir also mit der Ausgangslage:

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Load Bios Defaults

in Watt
Weniger ist besser

Mit 51,9 Watt im Idle- und 77,2 Watt im Lastbetrieb verbraucht das ASUS-Board aufgrund seiner Zusatzchips und der hochwertigen Ausstattung sicherlich noch etwas mehr als ein Standardboard. Das kann man aber einfach ändern, in dem man sich durch die Menus des UEFI-BIOS klickt und ein paar Einstellungen verändert. Allerdings hat ASUS im Vergleich zu vielen anderen Herstellern auch im "Auto"-Betrieb sehr sinnige Einstellungen hinterlegt. Beispielsweise ist in den C-States des Prozessors im "Auto"-Betrieb bereits die stromsparenste Stufe "C7s" aktiviert. Insofern muss man derartige Optionen also nicht anrühren.

Die erste Einstellung, die ein paar Prozent sparen kann, ist das PCI-Express Power Management und den DMI Link ASPM Control zu aktivieren. Die Einstellungen finden sich unter "Advanced - Platform Misc Configuration":

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Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

PCIe und DMI Power Management

in Watt
Weniger ist besser

Die Resultate sind knapp 0,5 Watt weniger im Idle- und 0,2 Watt weniger im Lastbetrieb. 

Ein ähnliches Setting, bei dem etwas Strom gespart werden kann, ist "Agressive LPM Support", also ein möglichst aggressiver Stromspar-Status für den PCH. Nach dem Aktivieren konnten wir auch hier wieder etwas bessere Werte messen, insgesamt 0,8 Watt im Idle- und 0,4 Watt im Lastbetrieb:

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Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Agressive LPM Support

in Watt
Weniger ist besser

Der Klassiker ist natürlich das Abschalten von nicht benötigten Geräten. Während es in unserem Fall nichts brachte, nicht genutzte USB-Ports abzuschalten, brachte das Abschalten nicht genutzer SATA-Ports des PCHs ein paar Milliwatt Ersparnis. In unserem Test waren es 0,2 Watt im Idle-Betrieb und 0,1 Watt im Lastbetrieb.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Abschalten von SATA-Ports

in Watt
Weniger ist besser

Wer die Möglichkeit hat, ganze Chips abzuschalten, die er nicht benötigt, spart natürlich noch mehr. Für unser Testsystem war das Vorhandensein der ASMedia-Zusatzchips für SATA, USB und ein LAN-Port eigentlich überflüssig. Wenn man alle drei Chips abschaltet, kann man natürlich Stromeinsparungen realisieren. Doch wer sich ein derart gut ausgestattetes Board kauft, wird sie meistens auch nutzen. Nichtsdestotrotz lassen sich knapp 5 Watt im Idle-Betrieb und 4,9 Watt unter Last einsparen, wenn wir die drei Controller abschalten.

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Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Abschaltung Zusatzchips

in Watt
Weniger ist besser

Funktionen in der Advanced APM-Konfiguration brachten keine Unterschiede, auch nicht die ErP-Funktion. Auch das Abschalten der Anti-Surge-Funktion brachte keine Änderung. Dafür erreichten wir wieder ein paar Miliwatt beim Abschalten der LED-Beleuchtung des Boards (LED Design Switch), die ASUS auf dem Board implementiert hat. Wer also auf die Beleuchtung verzichten kann, liegt wieder 0,3 Watt im Idle- und 0,2 Watt im Lastbetrieb besser:

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

LED Design Switch Off

in Watt
Weniger ist besser

Natürlich kann man auch am System selber etwas optimieren, beispielsweise mit Q-Fan. Die Q-Fan-Funktion optimiert die Drehzahlen der Lüfter auf den idealen Wert, die Lüfter drehen sich im Anschluss mit einer geringeren Umdrehungszahl und somit verbrauchen sie auch weniger Strom. Wir ließen das Board unsere Lüfter (zwei Lüfter der AIO-Wasserkühlung und ein rückwärtiger 120-mm-Lüfter) optimieren, was zu einer weiteren Einsparung führte. Verändert wurde dabei aber nur ein Wert, nämlich der für den rückwärtigen Lüfter:

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Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Q-Fan-Optimierung

in Watt
Weniger ist besser

Das System erreichte so 41,3 Watt im Idle-Betrieb und 67,4 Watt unter Last. Kein schlechter Wert, denn somit haben wir über 10 Watt im Idle- und fast 10 Watt im Lastbetrieb gespart.

Wer die Kaufentscheidung fällt, kann zudem auch überlegen, ob zwei oder vier Speicherriegel Sinn machen. Momentan liegen uns leider nur einseitig organisierte 4-GB-Speichermodule und 8-GB-Speichermodule vor, die doppelseitig organisiert sind. Will man die gleiche Speicherkapazität haben, macht es also keinen Unterschied, ob man vier einseitig organisierte 4-GB-Module oder zwei doppelseitig organisierte 8-GB-Module einsetzt. Ein Unterschied würde nur bei ebenso einseitigen 8-GB-Modulen bestehen, die aber praktisch nicht am Markt verfügbar sind.

Das bei dem Einsatz von zwei Modulen etwas Strom gespart werden kann, zeigt unser kurzer Test: Wir setzten nicht mehr auf vier, sondern nur noch auf zwei DDR4-Module. Effektiv konnten wir so 0,1 Watt im Idle- und 0,7 Watt im Lastbetrieb sparen. Insgesamt ist dies aber wohl eher ein zu vernachlässigender Punkt beim Speicherkauf:

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Zwei statt vier DDR4-Module

in Watt
Weniger ist besser

Auf der nächsten Seite optimieren wir weiter - mit Undervolting. 


Auf der letzten Seite haben wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft, das System ohne Undervolting sparsamer zu machen. Mit diesem optimierten Zustand machen wir jetzt weiter und senken die Spannungen von ihrer Spezifikation ausgehend ab, bis das System nicht mehr stabil läuft. 

Zunächst schauen wir mal wieder in ein Menu, das es wohl so nur bei ASUS gibt: Das "Tweaker's Paradise" im AI Tweaker Menu. 

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Hier finden sich diverse Spannungen, die eigentlich eher unwichtiger Natur sind: Die DRAM VTT-Spannung, VPPDDR-Spannung, DMI-Spannung und die Core-PLL-Spannung sind eigentlich eher Spannungen, die man nicht beim gemäßigten Übertakten braucht, weshalb sie bei vielen Mainboards auch gar nicht verändert werden können. ASUS bietet in diesem Untermenu die Option, und tatsächlich konnten wir durch die Absenkung dieser Spannungen auch noch einen minimalen Energiespargewinn von 0,1 Watt im Idle-Betrieb und 0,3 Watt im Lastbetrieb erreichen. 

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Undervolting PLL, VTT, DMI, VPPDDR

in Watt
Weniger ist besser

Das ist natürlich nicht die Welt, also machen wir weiter: Enttäuschend verlief das Absenken der DDR4-Spannung auf 1,1V, denn interessanterweise brachte die Absenkung keine messbaren Erfolge. Also machten wir uns an weitere CPU- und I/O-Spannungen. Die CPU VCCIO-Voltage, die System Agent Voltage, die PLL-Termination Voltage, die PCH Core Voltage und die CPU Standby-Voltage haben wir minimal nach unten korrigiert:

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Auch hier konnten wir noch einmal einen kleinen Effizienzgewinn einfahren, der Stromverbrauch lag noch einmal 0,1 Watt im Idle- und 0,3 Watt im Lastbetrieb niedriger. 

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Undervolting DDR, I/O und PCH

in Watt
Weniger ist besser

Am meisten lässt sich natürlich sparen, wenn man die CPU-Spannung weiter absenkt. Unser Core i5-6500T ist bereits sehr stromsparend unterwegs, bei einem 6700K wäre hier sicherlich eine größere Einsparung möglich, aber über den Wert für die CPU-Offset-Spannung (-) lässt sich durch dynamisches Absenken der Spannung auch noch etwas bei dieser CPU herausholen. Wir wählten einen Wert von -0,1 V für die CPU-Core-Voltage, die auch die Cache-Spannung gleichzeitig mit absenkt. Wichtig ist hierbei, dass der Offset-Mode gewählt wird, da ansonsten die Spannungsabsenkung der CPU im Idle-Betrieb nicht mehr aktiv ist.

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Mit diesen Settings erreichten wir noch einmal 0,2 Watt weniger im Idle- und knappe 5,1 Watt weniger unter Last-Bedingungen.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Undervolting CPU 0,1V

in Watt
Weniger ist besser

Mit nun knapp über 40 Watt hat uns der Ehrgeiz gepackt: Es sollte doch möglich sein, unter 40 Watt zu erreichen - selbst mit einem High-End-Mainboard? So haben wir die Spannungen auf dieser Seite noch weiter abgesenkt, bis das System instabil wurde. Mit ein paar Millivolt mehr bei einigen Einstellungen haben wir dann das bestmögliche Setting gefunden, um das System noch stabil zu betreiben:

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

extremes Undervolting

in Watt
Weniger ist besser

39,8 Watt im Idle-Betrieb und 59,4 Watt unter Last bei identischer Performance sind 12,1 Watt weniger im Idle-Betrieb und 17,8 Watt weniger im Lastbetrieb - eine tolle Einsparung!

Wir erreichten diesen Wert mit folgenden Einstellungen: 

Spannungseinstellungen
Undervolting: Core i5-6500T + ASUS Z170 Deluxe
CPU Core Voltage Offset -0,15 V
CPU VCCIO Voltage 0,85 V
CPU System Agent Voltage 0,95 V
PLL Termination Voltage 0,85 V
PCH Core Voltage 0,9 V
CPU Standby Voltage 0,9 V
DRAM VTT Voltage 0,5 V
VPPDDR Voltage 2,1 V
DMI Voltage 0,8 V
Core PLL Voltage 0,85 V

Auf der nächsten Seite schauen wir uns die Speicherperformance genauer an - welche Timings und Settings bringen etwas?


Seitdem Intel den Speichercontroller in die CPU integriert hat, gibt es einen klaren Trend: Der Speichertakt ist in der Regel wichtiger als die Speichertimings, denn der Speichercontroller besitzt durch die Integration in die CPU bereits sehr gute Latenzen. Ob es nun eine Cas Latency von 13, 14, 15 oder 16 Zyklen sind, war früher durchaus wichtig, bei Haswell, Sandy Bridge und Broadwell aber nicht mehr. Ob dies für Skylake auch gilt, haben wir natürlich überprüft.

ASUS-Board

Zum Einsatz kam hierfür ein G.Skill-Speicherkit, das Ripjaws V F4-3200C16Q-16GVK, das theoretisch mit 3.200 MHz laufen kann. Es ist ein 16-GB-Kit, bestehend aus vier Modulen, die single-sided organisiert sind. Es läuft mit 16-16-16-36 als spezifizierten Timings und benötigt 1,35 V Spannung auf 3.200 MHz. Das ASUS Z170 Deluxe besitzt natürlich entsprechende Speicher-Overclocking-Möglichkeiten, wobei G.Skill auch ein entsprechendes XMP-Profil mitliefert. Wir stellen die Timings und Frequenzen allerdings manuell im BIOS des Boards ein.

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Die Skylake-Prozessoren haben offiziell einen Speichertakt von 2.133 MHz, wir haben den Test allerdings mit 2.400 MHz, also etwas höherem Speichertakt durchgeführt. Getestet wurde die Cas Latency von CL12 bis CL17, also eine recht breite Testreihe. Die Performance überprüften wir mit Sisoft Sandra 2015x (Memory Bandwidth), Truecrypt 7.1a, dem Spiel Metro: Last Light, wPrime 2.10 und Cinebench R15. Dabei haben wir also tendentiell einige Benchmarks, die eher CPU-lastig sind, und andere, die eher GPU-lastig sind.

In unseren Tests schnitten die Timings folgendermaßen ab:

Sisoft Sandra 2015x

Memory Bandwith

29.59XX


29.32XX


29.17XX


29.13XX


28.88XX


28.37XX


in MB/s
Mehr ist besser

TrueCrypt 7.1a

Serpent Twofish AES

263XX


263XX


263XX


262XX


262XX


262XX


in MB pro Sekunde
Mehr ist besser

wPrime 2.10

1024M

333.63XX


334.36XX


335.30XX


336.49XX


337.83XX


339.61XX


in Sekunden
Weniger ist besser

Cinebench R15

Overall

782XX


781XX


781XX


778XX


777XX


777XX


Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Metro: Last Night

640x480

150.50XX


150.00XX


149.50XX


149.00XX


149.00XX


148.50XX


Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Metro: Last Night

1.920 x 1.440

37.0XX


37.0XX


36.5XX


36.5XX


36.5XX


36.5XX


Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Wie bereits vermutet ist es bei einigen Benchmarks schwer, einen klaren Gewinner zu finden: Sisoftware Sandra zeigt zwar einen Trend von CL12 (bester Wert) zu CL17 (schlechtester Wert), die Unterschiede sind aber nicht massiv. Dieser Benchmark sollte eigentlich die größten Auswirkungen zeigen, was sich letztendlich auch an den CPU-lastigen Anwendungen Truecrypt, wPrime und Cinebench zeigt. Truecrypt zeigt quasi gar keine Unterschiede, wPrime ebenso, bei Cinebench ist zumindest eine echte Reihenfolge erkennbar. Nur bei unserem Spiel zeigt sich bei niedrigen Auflösungen wieder ein sichtbarer Unterschied.

Insgesamt kann man aber festhalten: Wie schon bei den Vorgänger-CPUs der Core-Architektur ist die Cas Latency aus Performancesicht eine der letzten Optionen, die man optimieren sollte. Aber bringt der Speichertakt mehr?


Mit denselben G.Skill-Speichermodulen testen wir jetzt die Taktfrequenz. Intel spezifiziert die CPU für 2.133 MHz, wir testen diverse Schritte bis hin zu den von G.Skill spezifizierten 3.200 MHz. Dabei behalten wir die Cas Latency von 15 Zyklen für alle Taktfrequenzen bei, allerdings mussten wir für 3.200 MHz CL15-18-18-36 verwenden, während wir für alle anderen Taktfrequenzen 15-15-15-36 verwenden konnten. Taktraten oberhalb von 3.200 MHz bietet das ASUS-Board zwar an, wir wollten aber 266 MHz-Schritte beibehalten und mit 3.466 MHz konnten wir keinen stabilen Betrieb mit CL15 mehr erhalten.

151102182103

Es kamen dieselben Benchmarks zum Einsatz wie beim vorherigen Latenztest:

Sisoft Sandra 2015x

Memory Bandwith

36.67XX


34.50XX


31.38XX


29.13XX


26.00XX


in MB/s
Mehr ist besser

TrueCrypt 7.1a

Serpent Twofish AES

in MB pro Sekunde
Mehr ist besser

wPrime 2.10

1024M

332.64XX


334.49XX


334.68XX


336.49XX


342.21XX


in Sekunden
Weniger ist besser

Cinebench R15

Overall

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Metro: Last Night

640x480

154.00XX


153.50XX


152.00XX


149.50XX


146.00XX


Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Metro: Last Night

1.920 x 1.440

37.0XX


37.0XX


36.5XX


36.5XX


36.5XX


Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Natürlich ist beim direkten Bandbreiten-Vergleich von Sisoft Sandra 2015x ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Die Performance steigt von 26 GB/s auf insgesamt 36,67 GB/s an. Auch profitieren die CPU-Benchmarks ein wenig vom höheren Speichertakt: Bei Truecrypt erreichen wir mit 3.200 MHz den höchsten Wert, auch bei Cinebench R15 und wPrime sind die höheren Frequenzen besser. Und letztendlich profitiert auch Metro von den höheren Taktfrequenzen.

Wer also schnelle Speichermodule besitzt, sollte versuchen, den Speichertakt möglichst hoch einzustellen. Dies kann auch etwas zu Lasten der Timings gehen, wenn dafür eine höhere Taktstufe erreicht werden kann. Beim Neukauf von Speichermodulen ist es jedoch fragwürdig, ob man einen deutlichen Mehrpreis für die Speicherkits hinnehmen sollte, denn der Performancegewinn eines hohen Speichertaktes ist immer noch relativ gering. Meistens machen eine schnellere GPU oder eine schnellere CPU mehr Sinn. 


Zwei weitere Einflussfaktoren gibt es für die Speicherperformance: Zum einen die Command Rate, zum anderen die Anzahl der Module. Beide hingen in der Vergangenheit oftmals eng zusammen, denn bei einigen Voränger-Prozessoren war es nicht möglich, eine schnellere Command Rate von 1t mit doppelseitigen Modulen im Vollausbau zu betreiben. Hier können wir Entwarnung geben: Egal mit welchem doppelseitigem Kit, in dem ASUS Z170 Deluxe lief jede Kombination mit 1t Command Rate ohne Probleme. Ein Vollausbau und die Nutzung der 1t Command Rate ist also - wohl meistens - ohne Probleme möglich.

Wenn man aus irgendwelchen Gründen doch auf 2t herunterstellen muss, wie hoch wäre dann der Performanceverlust? Auch diese Frage haben wir mit unseren fünf Benchmarks versucht zu klären und einmal mit 1t Command Rate, einmal mit 2t Command Rate bei jeweils 2.400 MHz und 15-15-15-36 die Performance gemessen:

Sisoft Sandra 2015x

Memory Bandwith

in MB/s
Mehr ist besser

TrueCrypt 7.1a

Serpent Twofish AES

in MB pro Sekunde
Mehr ist besser

wPrime 2.10

1024M

in Sekunden
Weniger ist besser

Cinebench R15

Overall

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Metro: Last Night

640x480

Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Metro: Last Night

1.920 x 1.440

Frames pro Sekunde
Mehr ist besser

Schaut man auf die Werte, sieht man nur die üblichen Variationen, die wir auch schon bei den Timings gesehen haben. Man verliert also nicht wirklich viel Performance, sollte man auf 2t herunterschalten müssen. Nichtsdestotrotz scheint die 1t Command Rate immer noch einen kleinen Performanceschub zu geben - wenn möglich, sollte sie also aktiviert werden. 

Als zweite Frage ist zu klären, ob vier Module mehr Performance liefern als zwei Module. Leider können wir diese Frage nur zur Hälfte klären, denn uns liegen bislang keine 8-GB-Speichermodule vor, die single-sided organisiert sind, weiterhin keine 4-GB-Module, die doppelseitig organisiert sind. Alle vorliegenden Skylake-DDR4-Kits - und das sind immerhin acht Kits - passten also leider nicht für einen derartigen Vergleich. Performanceunterschiede konnten wir in der Vergangenheit gerade bei Single-Sided-Dimms sehen: Setzte man nur zwei Dimms ein, war die Performance etwas niedriger als bei doppelseitigen Modulen, da Intels Speichercontroller intern weniger Bänke gleichzeitig ansprechen konnte. Bei vier Dimms gab es hingegen keine Performanceunterschiede, da sich die Speichermodule bezüglich der Adressierung durch die CPU dann wie ein doppelseitig bestücktes Dual-Dimm-Kit verhalten.

In unserem Fall konnten wir auch überhaupt keine Unterschiede zwischen zwei und vier doppelseitigen Modulen messen, und auch nicht zwischen 2x8 GB und 4x4 GB. Wer auf 16 GB Speicherausbau setzt, sollte also auf ein 2x8-GB-Kit setzen - denn dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, doppelseitig organisierte Module zu erhalten und man erhält die optimale Performance. Zudem bleibt etwas Platz zum Aufrüsten im Rechner.    


Um bei einem heutigen PC-System eine wirklich gute Performance zu erhalten, bedarf es auch einer SSD. Selbst das schnellste Skylake-System macht mit einer Festplatte keinen Spaß mehr. Die rotierenden Speicherriesen sind nur noch als Datengrab wirklich sinnvoll, wenn Kapazität benötigt wird - aber auch da holen die SSDs mehr und mehr auf. 

Wer sein System aufgerüstet hat, wird vielleicht noch eine SATA/6G-SSD im 2,5"-Format im Rechner haben, die natürlich weiterverwendet werden kann. Sie sollte dann bestens direkt am Intel-PCH angeschlossen werden, um eine bestmögliche Performance zu erhalten. Generell sind auch die Onboard-Chips von ASMedia und co. mittlerweile recht schnell angebunden, die Faustregel "besser am Intel-Controller" gilt jedoch noch immer.

ASUS-Board

Wer sein Skylake-System neu kauft, hat Glück: Dann sollte man gleich einen Blick auf die neuen NVMe-Möglichkeiten werfen, die der Z170-Chipsatz mitbringt. Auf unserem ASUS Z170 Deluxe ist auch ein entsprechender M.2-Slot vorhanden, der mit 32 Gb/s und vier PCIe-3.0-Lanes angebunden ist. SSDs, wie die kürzlich getestete Samsung 950 Pro, liefern dann die beste Performance ab.

Überzeugend: Schneller als mit der Samsung 950 PRO geht es derzeit kaum.

Exemplarisch sieht man im folgenden Benchmark gut die Performanceunterschiede der einzelnen SSDs:

AS SSD Benchmark

Kopierbenchmark - Programm

MB/s
Mehr ist besser

NVMe liegt klar vorne, gefolgt von älteren PCIe-Karten, erst dann folgen die typischen SATA-Laufwerke. Zu einem vollwertigen Skylake-System gehört also im Endeffekt auch eine NVMe-SSD dazu.  


Mit den Core i7-6700K- und Core i5-6600K-Prozessoren hat Intel eigentlich alles richtig gemacht - die Plattform ist toll, die CPUs schnell. Für Anwender, die ihr altes System ersetzen wollen, gibt es keinen Grund, auf die älteren "Haswell"-Modelle zu setzen. Im Test der Skylake-Prozessoren haben wir aber auch herausgestellt, dass der Performancegewinn im Vergleich zu Haswell gering ist - er lag bei knapp 10 %. Aufrüsten werden somit wohl neben den Enthusiasten, die immer Spaß an neuer Technik haben, hauptsächlich die Anwender, die ältere PCs im Einsatz haben.

Dann lohnt sich natürlich der Totalumstieg: Vielleicht hat das Netzteil noch nicht 80Plus Gold- oder Platinum-Effizienz, vielleicht ist noch keine SSD vorhanden. Eventuell ist die Grafikkarte auch noch nicht auf einem aktuellen Stand. Hinzu kommt, dass mit einem Core i7- oder i5-Prozessor aus der Skylake-Generation auch DDR4 angeschafft werden muss. Also empfiehlt es sich, den kompletten alten PC zu ersetzen und ein neues, sauberes Skylake-System aufzusetzen.

ASUS-Board

Wer sein System dann zusammengebastelt hat, kann aber noch weiter tunen: Neben der Möglichkeit des Skylake-Overclockings sollte dieser Artikel zeigen, dass man mit einem High-End-Mainboard mit entsprechend umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten im BIOS seinen Skylake-Prozessor noch besser einstellen kann. Und natürlich könnten wir das verwendete ASUS Z170 Deluxe auch perfekt zum Übertakten verwenden, denn diese Disziplin wird von ASUS zwar nicht für das Z170 Deluxe vermarktet, aber die Einstellungsmöglichkeiten und das Potential hat das Z170 Deluxe ebenso. So ließe sich beispielsweise eine Stromspar-Konfiguration mit den hier gezeigten Einstellungsmöglichkeiten im UEFI-BIOS abspeichern - und eine weitere Performance-Konfiguration, die man dann beim Booten schnell einmal ändern kann, wenn man die Performance benötigt.

Erstaunlich ist, dass man Skylake mit einem geeigneten Board auch unter 40 Watt Idle-Stromverbrauch bringen kann, wenn man etwas Konfigurationsaufwand treibt. Schaut man vier Jahre zurück, so war ein Idle-Stromverbrauch von über 60 Watt bei einer damaligen CPU durchaus normal. Unter Last ist der Unterschied aber noch deutlicher, zudem bleibt man mit unter 60 Watt bei unserer Core i5-6500T-CPU sogar unter dem Idle-Stromverbrauch damaliger Systeme. Das führt nicht nur zu einem niedrigeren Stromverbrauch, sondern auch zu einer deutlich niedrigeren Geräuschkulisse, denn eine All-in-One-Wasserkühlung hat so kaum mehr was zu tun und die Lüfter drehen auf niedrigster Stufe.

Dabei ist es egal, ob man als Enthusiast auf Intels Core i5-6600K und Core i7-6700K setzt und sie mit einem schicken Z170-Board wie dem ASUS Z170 Deluxe übertaktet, oder auf einen kleineren Core i5 setzt und diesen - vielleicht mit einem sparsamen und günstigeren H170-Board (beispielsweise einem ASUS H170-Pro) - auf Standardtaktraten betreibt. Blendet man Overclocking aus, kann man beide Systeme wunderbar optimieren.