Skylake: Core i7-6700K und Core i5-6600K im Test

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logo i7 skylakeDa ist sie endlich, die nächste Intel-Plattform: Wir haben Intels neuen Flaggschiff-Prozessor Core i7-6700K und den kleineren Core i5-6600K zusammen mit dem neuen Chipsatz, dem Z170 (Sunrise Point), im Test. Natürlich jagen wir die neuen 14-nm-Modelle durch unsere Benchmarks und vergleichen den neuen Skylake-Prozessor gegen seine Vorgänger: Broadwell-H und Haswell. Leider noch nicht in diesem Test: Erklärungen zur Architektur des neuen Prozessors, denn Intel bringt in Kürze auch die anderen Modelle für Notebooks, Mobil-Geräte und Allround-Desktops auf den Markt und möchte sich diese Informationen aufheben.

Gerne hätten wir - wie gewohnt - diesen Artikel also gleich so umfangreich ausgeführt, wie man dies von einem CPU-Review auf Hardwareluxx gewohnt ist. Dank eines kleinen "Maulkorbs" in Form einer Verschwiegenheitsklausel bleibt also in diesem Test etwas Rätselraten, woher der neue Prozessor die bessere Leistung bezieht. Die Aufklärung erfolgt dann, wenn Intel die anderen Prozessoren vorstellt. Somit holen wir zum späteren Zeitpunkt die ausführliche Architekturbegutachtung nach und berufen uns in diesem Test einfach auf die bekannten Gerüchte aus den letzten Monaten, sofern sie mit den Benchmarks belegbar sind.

Im Test haben wir dabei beide Top-Prozessoren aus der Skylake-Serie, den i7-6700K und den i5-6600K:

skylake1s
Die K-Prozessoren gibt es wie immer in zwei Ausführungen zum Launch

Intels neue Skylake-Plattform besteht hauptsächlich aus folgenden Ecksäulen:

Hinzu kommt quasi auch noch die 14-nm-Technik aus dem letzten "Tick" im Desktop-Bereich, denn Intels Broadwell-H-Desktop-Prozessoren kamen erst Anfang Juni 2015 heraus - und Intel wollte eigentlich auch gar nicht so richtig, dass man darüber berichtet. Letztendlich brachte Broadwell-H schon Intels neue 14-nm-Technik auf den Desktop, doch durch diverse Verzögerungen lohnte es sich wohl gar nicht mehr, ein großes Produktportfolio zu launchen. Ganze zwei Prozessoren stellte man für den Desktop-Bereich vor. Die haben wir natürlich auch in den Vergleichstabellen. Somit werfen wir in diesem Artikel also einen Blick auf gleich zwei Neuheiten: Die 14-nm-Technik und die Skylake-Plattform, über die wir aber nur die offensichtlichen Details verraten dürfen.

Intel sieht die neuen K-Prozessoren als die idealen Gamer-Prozessoren und stellt sie deshalb auch im Rahmen der gamescom in Köln vor. Aber auch Overclocking steht bei den K-Modellen hoch im Kurs, denn Intel hebt einige "neue" Overclocking-Features hervor. Diese haben wir uns natürlich auch einmal angesehen. Ein ausführlicher OC-Artikel folgt aber noch in den nächsten Wochen.

Natürlich werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die Features der neuen Prozessoren:

Intels neue Skylake-Prozessoren im Vergleich
 Core i7-6700KCore i5-6600KCore i7-5775CCore i5-5675CCore i7-4790KCore i7-4770K
Prozessor-
Kern
Skylake Skylake Broadwell-H Broadwell-H Haswell
(Devils Canyon)
Haswell
Fertigungstechnologie 14 nm 14 nm 14 nm 14 nm 22 nm 22nm
Sockel 1151 1151 1150 1150 1150 1150
Speicher 2 Channel DDR4/DDR3L 2 Channel
DDR4/DDR3L
2 Channel
DDR3
2 Channel
DDR3
2 Channel
DDR3
2 Channel
DDR3
Cores / Threads 4 / 8 4 / 4 4 / 8 4 / 4 4 / 8 4 / 8
L3-Cache-Größe 8 MB 6 MB 6 MB 4 MB 8 MB 8 MB
Grafikkern HD Graphics 530 HD Graphics 530 Iris Pro Graphics 6200 Iris Pro Graphics 6200 HD Graphics 4600 HD Graphics 4600
GPU-Frequenz 1,15 GHz 1,15 GHz 1,15 GHz 1,10 GHz 1,25 GHz 1,25 GHz
Basisfrequenz 4,0 GHz 3,5 GHz 3,3 GHz 3,1 GHz 4,0 GHz 3,5 GHz
max. Turbo (1 Core) 4,2 GHz 3,9 GHz 3,7 GHz 3,6 GHz 4,4 GHz 3,9 GHz
max. Turbo (4 Core) 4,1 GHz 3,6 GHz  3,6 GHz 3,5 GHz 4,2 GHz 3,6 GHz
TDP 91 W 91 W 65 W 65 W 88 W 84 W
PCIe Lanes 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0
Preis $350 $243 401 Euro 285 Euro 349 Euro 299 Euro

Halten wir fest: Zunächst einmal ist das neue Top-Modell 200 MHz niedriger getaktet, wenn nur ein CPU-Kern verwendet wird. Intels Turbo Boost Technology 2.0 übertaktet den Prozessor nur bis auf 4,2 GHz, aber nicht auf 4,4 GHz wie beim "Devils Canyon"-Prozessor i7-4790K. Interessant ist allerdings, dass die TDP trotz neuer 14-nm-Technik etwas höher ist. Intel verwirrt mit der integrierten Grafikeinheit zudem bei der Bezeichnung, denn die jetzt nur noch dreistellige Intel HD Graphics 530 sollte schneller sein als die bisherige HD Graphics 4600. Über die Architektur dieser GPU-Lösung dürfen wir aber leider noch nichts schreiben, Benchmarks werden wir in einem gesonderten Artikel nachholen.

Die Unterscheidung zwischen Core i7-6700K und Core i5-6600K bleibt ebenso auf gewohntem Niveau: Das große Modell hat Hyperthreading und somit vier virtuelle Cores mehr, zudem etwas mehr Cache (8 MB statt 6 MB) und auch einen etwas höheren Takt. Aufgrund des deutlich attraktiveren Preises wird der i5-6600K wohl aber wie der Core i5-4670K oder der i5-4570K der Favorit bei vielen Lesern werden.


Die größten Veränderungen, über die wir heute schon sprechen können, liegen im Chipsatz verborgen. Intel bohrt den Z170 an diversen Stellen auf: Beispielsweise ist die Verbindung zwischen CPU und Chipsatz nun schneller, der Z170 kann nun PCIe 3.0 und unterstützt in der Ausbauform des Z170 sogar bis zu 20 PCIe-Lanes. Diese können in unterschiedlichster Form verwendet werden: Bis zu 10 USB-3.0-Ports unterstützt der Chipsatz, aber es können natürlich auch diverse Zusatzchips zum Einsatz kommen. Letztendlich wäre es auch möglich, die Lanes für PCIe-x4- oder -x8-Slots zu nutzen.

chipsetZ170s
Das Chipsatzdiagramm des Z170

Andere Besonderheiten bleiben aber zunächst im Verborgenen: Der Chipsatz unterstützt weiterhin 14 USB-2.0-Ports, sechs SATA-Ports, die auch als eSATA verwendet werden können, sowie Intels Smart Sound Technology. Die Rapid Storage Technology ist nun auch explizit in der Lage PCI Express Storage-Devices anzusprechen, natürlich insbesondere NVME Drives. Und letztendlich ist der Chipsatz bei Intel auch immer ein Indikator dafür, was die CPUs dürfen: Mit dem Z170 ist es möglich, die PCIe-Lanes des Prozessors auf 1x16, 2x8 oder 1x8 und 2x4 Lanes aufzusplitten und somit CrossFire oder SLI zu ermöglichen. Weiterhin soll der Z170 auch der einzige Overclocking-fähige Chipsatz für die K-Prozessoren sein, aber man kennt ja die Kreativität der Mainboardhersteller in diesem Bereich.

Interessant und zu erwarten: Durch die höhere Lane-Anzahl im Chipsatz steigt die TDP des Z170 etwas. Vormals hatte der Z97-Chipsatz, der in 22-nm-Technik hergestellt wird, eine TDP von 4,1 Watt. Der neue Z170-Chipsatz hat 6 Watt bei identischer Herstellung. Im Betrieb wird sich das allerdings nicht negativ auswirken - zudem viele Mainboardhersteller teure und stromfressende Zusatz-PCIe-Switches weglassen können. Bei vielen besser ausgestatteten Mainboards könnte somit der Gesamtstromverbrauch sogar niedriger ausfallen. 

skylake2s
Optisch fast keine Änderungen zum bisherigen Sockel 1151

Neu ist natürlich auch der Sockel, wobei alle bestehenden Kühlkörper weiterverwendet werden können, denn die Arretierung wurde vom Sockel 1155/1150 übernommen, die Bohrungen sind identisch und auch bei der TDP haben sich keine größeren Veränderungen ergeben. Hinzu gekommen ist aber nicht nur ein einzelner Pin, auch hat sich die Pinbelegung deutlich verändert - nicht zuletzt durch den neuen Speichercontroller, der nun auch DDR4 unterstützt, und die Tatsache, dass der Voltage Regulator nun wieder auf dem Mainboard zu finden ist. Um es zu verhindern, dass eine ältere CPU in einem Z170-Board eingesetzt wird, sind auch die entsprechenden Nasen an der CPU an einer anderen Stelle, sodass der Sockel auch mechanisch inkompatibel gemacht wurde.

Die Frage ob aktuelle Boards mit Z170-Chipsatz wie die Z97-Mainboards zwei Prozessorgenerationen einsetzen können (Z97 kann Broadwell-H und Haswell mit entsprechendem Bios-Update und Mainboard-Herstellerfreigabe), können wir nicht beantworten. Kaby Lake wird zwar auch DDR4 und einen externen Voltage-Regulator erhalten, aber über die Zeit können sicherlich Dinge passieren, die eine Inkompatibilität hervorrufen könnten. Zu vermuten ist aber, dass Kaby Lake als eine Art "Skylake-Refresh" ähnlich wie Devils Canyon ohne Probleme eingesetzt werden kann. Erst die nächste CPU-Generation, Cannonlake, wird wohl aufgrund der 10-nm-Fertigungstechnik nicht mehr kompatibel sein. 


Dass Intel zunächst die K-Prozessoren vorstellt, ist durchaus ungewöhnlich. Zwar erklärt man, dass man die Gamer und Overclocker als Zielgruppe besonders wichtig einschätzt, aber dass nur die schnellsten Modelle auf den Markt gebracht werden, spricht in erster Linie für eine gute Produktionsausbeute. Der Yield muss also so hoch sein, dass man die meisten Prozessoren als schnelle "K"-Modelle verkaufen kann. Letztendlich spricht man natürlich mit den "K"-Modellen auch genau die Käuferschichten an, die zuerst tätig werden: Early Adopter, die die neue Technik haben wollen, legen gerne auch mal den höchsten CPU-Kaufpreis im Dual-Channel-Segment auf die Ladentheke, um die neue Plattform gleich einsetzen zu können. Der Mainstream-Käufer wird wohl eher eine Mittelklasse-CPU ohne große Overclocking-Features kaufen und ein paar Euro sparen.

Doch was können die K-Modelle denn nun besser als bislang?

Mit dem Kenntnisstand, dass der Z170 eine feinere Einstellungsmöglichkeit des Base Clocks besitzt, wird eine andere Frage wieder viel interessanter: Wird es wieder möglich sein, kleinere Prozessoren mithilfe des Base Clocks zu übertakten? Die Multiplikatoren der Non-K-Modelle ließen sich dann zwar nicht zur Übertaktung nutzen, aber man könnte die vorhandenen Multiplikatoren nutzen und mit der Base Clock Rate übertakten. Intel gab offiziell natürlich nur als Info, dass man ausschließlich die K-Prozessoren fürs Übertakten freigibt, nicht aber die normalen Modelle. Allerdings kann Intel eventuell über den Microcode einen Riegel vorschieben, denn im Vergleich zu alten Prozessoren, die sich per FSB übertakten lassen, ist der Taktgenerator nun in der CPU untergebracht. Auch hier ist aber die Frage, ob ein findiger Mainboardhersteller eine andere Möglichkeit findet, den Base Clock auch bei kleinen CPUs hochzusetzen.

Unser Overclocking-Test

Natürlich haben wir auch die Skylake-Modelle übertaktet. Einen ausführlichen Artikel in dieser Form werden wir noch nachliefern, unter anderem mithilfe unserer Profi-LN2-Übertakter. Mit unserer Corsair H110i GT-Kühlung und dem verwendeten ASUS Z170-Deluxe wollten wir aber zumindest schon einmal einen ersten Eindruck geben. Dabei ist immer zu beachten, dass einzelne CPUs sich besser oder schlechter Übertakten lassen könnten als andere - unsere zwei CPUs können also nur einen ersten Eindruck vermitteln.

Zum einen haben wir den maximal möglichen Takt getestet, wobei wir die Spannungen natürlich auch etwas angehoben haben. Die Stabilität wurde dabei mit Prime95 getestet. Ebenso wollten wir natürlich Intels Versprechen überprüfen, ob man wieder mit der Base Clock Rate übertakten kann. Exemplarisch haben wir also einmal ausprobiert, die Base Clock Rate möglichst weit anzuheben, den CPU-Multiplikator haben wir dabei natürlich abgesenkt:

cpuzbclr200

Für den anschließenden OC-Test haben wir diese Frequenz gleich einmal beibehalten und einfach noch den Multiplikator zusätzlich angehoben:

cpuz6700OC

Die 5 GHz waren leider nicht ganz stabil - aber wir konnten den Core i7-6700K ohne große Probleme auf 4,8 GHz übertakten. Ein Problem tut sich dabei aber auf: Er wurde bereits verdammt heiß, da wir eine Spannung von knapp über 1,5 V verwendet haben. In einem ausführlichen Übertaktungstest werden wir ausloten, bei welcher Spannung wir den Prozessor noch halbwegs in einem akzeptablen Temperaturbereich betreiben können. Schnell wurde er natürlichmit den 4,8 GHz, doch das Gesamtsystem verbrauchte auch 219 Watt im Cinebench R15, den der Prozessor allerdings mit 1000 CB-Punkten abschloss.  

Dasselbe ist natürlich auch für den Core i5-6600K möglich:

cpuz6600OC

Beim kleineren i5-6600K stehen immerhin 177 Watt und 788 Cinebench-Punkte auf dem Tacho.

 

Unser Undervolting-Test

Undervolting ist natürlich auch immer ein Thema, um eine CPU möglichst sparsam laufen zu lassen. Bei den 14-nm-Strukturen und der niedrigen Leistungsaufnahme, die die Prozessoren sowieso schon haben, wird dieser Test aber wohl immer unwichtiger. Trotzdem wollen wir schauen, bei welcher minimalen Spannung wir noch die von Intel garantierten Frequenz unter Volllast abrufen können. Hierfür stellen wir beim ASUS-Board nach und nach eine geringere Spannung ein, booten ins System und lassen dann für eine Zeit Prime95 laufen - und messen gleichzeitig die Abwärme.

Exemplarisch testeten wir mit der Core i7-6700K-CPU:

cpuz6700undervolting

Der Core i7-6700K verbrauchte im Volllast-Betrieb mit Prime 95 sogar nur 114,8 Watt und wurde nur 46°C warm. Wir verwendeten für den Core i7-6700K die Einstellung "CPU-Offset" und setzten diese auf -0,16V, effektiv wurde er vom Board auf 1,12V geregelt.


Auch wenn es Skylake-Prozessoren auch mit DDR3-Speicher geben wird, so werden die meisten Desktop-Boards sicherlich mit DDR4 ausgestattet werden. Die Vorteile von DDR4 haben wir schon in unserem Haswell-E-Test aufgeführt: Es ist möglich, deutlich höhere Frequenzen zu fahren, gleichzeitig ist aber eine Absenkung der Spannung per Spezifikation auf 1,2V vorgesehen. Somit arbeiten die Module schneller, aber auch sparsamer als ihre DDR3-Vorgänger. In dem vorangegangenen Test fanden wir heraus, dass sich in einigen Benchmarks ein netter Geschwindigkeitszuwachs bei höheren Frequenzen ergibt, aber in vielen Real-World-Anwendungen die Auswirkungen recht marginal sind.

Nach Haswell-E setzt nun Intel auch bei Skylake auf DDR4. Zur richtigen Zeit, denn während die DDR4-Module anfangs sehr teuer waren, pendeln sich nun zumindest die Standard-Modelle bei einem guten Preispunkt ein. Ein G.Skill DDR4-Kit mit 16 GB und etwas erhöhter Taktfrequenz von 2400 MHz liegt beispielsweise bei knapp 139 Euro in unserem Preisvergleich. DDR3-Kits mit entsprechend leicht erhöhter Taktfrequenz liegen zwar noch preiswerter, der Aufschlag liegt aber nur noch bei knapp 30 Prozent. Die günstigsten DDR4-Kits mit 16 GB liegen bei knapp über 100 Euro, sind dann mit Standard-Frequenz von 2133 MHz zu finden. Unterschiede zu DDR3 existieren da fast gar nicht mehr, die günstigsten Kits liegen hier ebenso bei knapp über 100 Euro für 1600 MHz.

Somit existiert quasi kein Grund mehr, nicht auf den neuen Speichertyp zu setzen. Wirklich große Einsparungen wird man bei der Wärmeentwicklung und dem Stromverbrauch bei einem Desktop-System allerdings nicht realisieren können. Wir konnten pro Modul bei Messschwankungen einen Verbrauch von knapp 2 Watt messen, bei DDR3 waren es je nach Typ und Spannung ebenso 2-3 Watt pro Modul. Insofern kann man die Einsparungen auf Desktop-Seite vernachlässigen, allenfalls im Mobile-Bereich werden sie sich auswirken. 

skylake3s
G.Skill Ripjaws V mit 3200 MHz

In unserem CPU-Test messen wir natürlich die Performance mit der von Intel spezifizierten Frequenz, also 2133 MHz. Allerdings existieren am Markt schon deutlich schnellere Module, beispielsweise die von G.Skill für den Z170-Chipsatz entwickelten Ripjaws V mit 3.200 MHz. Diese Overclocking-Kits kosten natürlich deutlich mehr - mit Preisen oberhalb von 200 Euro ist für das Kit zu rechnen. Sinn macht das natürlich nur, wenn man seinen PC auch entsprechend übertakten will. In einem Speicherroundup zeigen wir demnächst, welchen Performanceschub man bei schnelleren Speicherriegeln erwarten kann.

Da Intel für die Skylake-Modelle auch angibt, dass die Übertaktbarkeit des Speichers deutlich verbessert wurde, haben wir in einem kurzen Check natürlich die Taktfrequenz erhöht:

cpuz6700ram3200

Die 3.200 MHz, mit denen die Ripjaws V spezifiziert sind, lieferte die Z170-Plattform ohne Probleme. Und auch die Speicherbandbreite konnte sich sehen lassen, sie stieg im übertakteten Zustand mit 4,8 GHz CPU-Takt auf 36,4 GB/s. Bei Cinebench R15 konnten wir die Punktzahl nochmal auf 1055 CB-Punkte steigern (+5,5%).


Unseren Test führten wir mit folgender Hardware durch:

Skylake-Testplattform

Intel Core i7-6700K und Core i5-6600K
ASUS Z170 Deluxe
G.Skill Ripjaws V 3200 MHz, 4x 4 GB @ 2133 MHz, CL15

Haswell-/Broadwell-H-Testsystem

Intel Core i7-4790K, Intel Core i7-5775C, Intel Core i5-4670K, Intel Core i5-5675C
ASUS Z97-Deluxe
G.Skill Ripjaws Z 1866 MHz, 4x 4 GB @ 1600 MHz, CL9

Identisch für alle Systeme:

ASUS Strix GeForce 970 GTX 4GB OC
Corsair H110GT Wasserkühlung
Seasonic P-Series 660XP2 Netzteil
OCZ Arc 100 SSD, 240 GB
Fractal Design Define R5

Wir verwendeten für die Benchmarks weiterhin Windows 8.1 als Betriebssystem. Da wir alle Benchmarks in diesem Fall neu erzeugt haben, setzten wir jeweils auf die neuesten Treiber. Wie man sehen kann, verwenden wir möglichst identische Komponenten - und haben auch darauf geachtet, für beide Systeme dieselbe Speichermodul-Anzahl zu verwenden, um den Stromverbrauch und Speicherzugriffe nicht schon aufgrund der Modulanzahl zu beeinflussen. Beim Mainboard schalteten wir alle überflüssigen Onboard-Geräte ab, also zusätzliche SATA-Controller, zusätzliche USB-Controller, den zweiten LAN-Port des Boards und auch Zusatz-Features wie Bluetooth und WiFi. 

Die Benchmarks führten wir mit den von Intel spezifizierten Settings durch, dazu gehört zum einen der Speichertakt (1600 MHz, CL9 sowie 2133 MHz, CL15), wie auch Einstellungen bezüglich des Turbo-Betriebes und Stromsparmöglichkeiten. Gerade die ASUS-Boards bieten hier auch eigene (schnellere) Settings an, oder Stromsparmöglichkeiten durch eigenständiges Absenken der Spannung. Diese haben wir allerdings ausgeschaltet, da wir in diesem Test quasi die "Intel-Einstellungen" testen wollen und kein bereits aufgehübschte, übertaktete Werte darstellen wollen. Diese folgen in unserem Overcklocking-Artikel. 


Eigentlich ist der Bereich Stromverbrauch der Spannenste der Skylake-Tests, denn wir haben hier zum einen eine neue Architektur, die Intel sicherlich wieder mit einigen Stromspar-Kniffen ausgestattet hat (Gerüchten zufolge kommt ein neuer Schlafmodus unter C7s zum Einsatz, den wir im Bios aber noch nicht finden konnten), zum anderen aber auch durch die 14-nm-Technik. Natürlich haben wir die sechs getesteten Prozessoren auf ihren Stromverbrauch hin untersucht, wir messen hier wie immer das Gesamtsystem. Allerdings mussten wir natürlich auch das ASUS-Board wechseln, ein Teil der Veränderung ist somit auch auf die unterschiedliche Plattform zurückzuführen.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Cinebench 1CPU

in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Cinebench xCPU

in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Prime 95

in Watt
Weniger ist besser

Im Idle-Betrieb hat das Mainboard natürlich den größten Einfluss auf den Leistungsverbrauch, in sofern wundert es nicht, dass die beiden Skylake-Prozessoren hier einen höheren Verbrauch haben als die Z97-Platform. Diese ist bereits länger am Markt und ASUS hat hier sicherlich in den vielen Bios-Versionen, die auf den Markt gebracht sind, auch am Mainboard alles bis ins letzte getweaked. Umgekehrt lässt sich auch noch keine Aussage darüber treffen, ob der Z170-Chipsatz eventuell etwas stromfressender geworden ist, da er mehr PCIe-Lanes bietet.

Im Lastbetrieb - sowohl bei Belastung von einem Kern, wie auch mit mehreren Kernen, können die Skylake-Prozessoren dann auftrumpfen. Allerdings bleiben sie quasi immer hinter den deutlich niedriger getakteten Broadwell-H-Modellen zurück. Das ist aber kein Wunder, denn der Core i7-6700K ist letztendlich mit seinen 4,0 GHz unter Volllast höher getaktet als ein Core i7-5775C, der nur 3,5 GHz besitzt. 

Im Vergleich zu den Haswell-Vorgängern, die ja auch schon einen hervorragenden Stromverbrauch hatten, liegt Skylake mit knapp 15 Watt weniger Verbrauch deutlich vorne. 

Einen kurzen Blick haben wir auf die Temperaturen geworfen, wobei hier natürlich auch die Lüftersteuerung reinspielt:

Prozessor-Temperatur

Idle

in Grad Celsius
Weniger ist besser

Prozessor-Temperatur

Last

in Grad Celsius
Weniger ist besser

Intels Prozessoren bleiben bei ca. 25-30°C im Leerlaufbetrieb und ca. 55-60°C im Volllastbetrieb sehr kühl, doch wir nutzen mit der Corsair H110 GT natürlich auch eine leistungsfähige All-In-One-Kühllösung. Ein Throttlen konnten wir bei Skylake aber erst bei über 80°C beobachten.  


Steigen wir nun mit den Benchmarks ein - auf dieser Seite präsentieren wir die synthetischen Tests: 

Futuremark 3DMark

Fire Strike 1.1

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Sky Diver

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Cloud Gate

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Ice Storm

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2015x

Arithmetik

GOPS
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2015x

Multimedia

MPixel pro Sekunde
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2015x

Kryptografie Bandbreite

GB pro Sekunde
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2015x

Cache

GB pro Sekunde
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2015x

Speicherbandbreite

GB pro Sekunde
Mehr ist besser


Auf dieser Seite haben wir den ersten Teil unserer CPU-Benchmarks zusammengestellt:

Cinebench R15

Overall

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

1CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5

xCPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

7-Zip

32M

MIPS
Mehr ist besser

TrueCrypt 7.1a

Serpent Twofish AES

MB pro Sekunde
Mehr ist besser

wPrime 2.10

1024M

123.671 XX


139.008 XX


159.663 XX


187.396 XX


193.719 XX


212.974 XX


216.921 XX


298.520 XX


304.566 XX


315.189 XX


324.158 XX


325.063 XX


332.533 XX


347.399 XX


357.143 XX


411.579 XX


479.953 XX


526.889 XX


663.399 XX


724.206 XX


1080.701 XX


in Sekunden
Weniger ist besser


Auf dieser Seite befindet sich die zweite Hälfte unserer CPU-Benchmarks:

x264 HD 5

Test 1

FPS
Mehr ist besser

x264 HD 5

Test 2

FPS
Mehr ist besser

POV Rendering 3.7

Benchmark

Pixel pro Sekunde
Weniger ist besser

Frybench

64 Bit

in Minuten
Weniger ist besser

WinRAR 5.21

Benchmark

KB pro Sekunde
Mehr ist besser

Futuremark PCMark 8

Overall

KB pro Sekunde
Mehr ist besser


Die Spiele-Benchmarks haben wir in zwei Bereiche aufgeteilt, zunächst die Benchmarks mit niedriger Auflösung, damit die Grafikkarte möglichst wenig ins Spiel kommt:

Biostock Infinite

1.280 x 720 Pixel - Very Low

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Tomb Raider

800 x 600 Pixel - Niedrig

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Metro: Last Light

640 x 480 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Hitman Absolution

800 x 600 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Auf dieser Seite folgen nun die Benchmarks mit höherer Auflösung (meistens 1920x1440/1080):

Biostock Infinite

1.920 x 1.080 Pixel - Ultra

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Tomb Raider

1.920 x 1.440 Pixel - Ultra

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Metro: Last Light

1.920 x 1.440 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Hitman Absolution

1.920 x 1.440 Pixel

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser


Keine Frage: Was bereits gut war, hat Intel noch einmal besser gemacht. Durch die neue Architektur kommen ein paar Prozentpunkte Performance hinzu, durch die 14-nm-Technik werden die neuen Prozessoren noch einmal etwas stromsparender. Zudem kann die neue Plattform mit diversen Neuigkeiten überzeugen. Und da AMD im Performance-Bereich weit abgeschlagen ist, reicht Intel dies auch zu einem weiteren unangefochtenen ersten Platz in den Benchmarks. Gut, in diversen Benchmarks wäre die Profi-Plattform mit Haswell-E und X99 schneller, aber diese Prozessoren sind für Spieler aufgrund des Kostenpunktes meistens nicht interessant. 

In große Jubeltriaden muss man allerdings dann doch nicht ausbrechen, denn Intels neuer Core i7-6700K macht vieles auch nur ein wenig besser als die Vorgänger. Vielleicht ist es ein kleiner Fluch, dass Intel in den letzten Jahren immer nur Verbesserungen von knapp 10% hinlegen musste, um weiterhin an der Spitze zu stehen. Ist es ein Kaufanreiz genug, seinen drei Jahre alten Prozessor vollständig aufzurüsten oder zu ersetzen, wenn man nur 30% mehr CPU-Performance bekommt und den alten Rechner vielleicht auch durch eine SSD oder eine neue Grafikkarte flotter bekommt? Und wie sieht es aus, wenn der zwei Jahre alte Rechner effektiv nur 20% langsamer ist als ein aktuelles Modell?

Im vorliegenden Fall ist es mit Skylake nicht die reine CPU-Leistung, die ausschlaggebend sein wird, sondern das komplette Ökosystem, inklusive des neuen Z170-Chipsatzes. Durch die bis zu 20 PCIe-3.0-Lanes in dem Z170-Chip, Neuigkeiten wie PCI-Express-NVME-Storage oder so banale Dinge wie USB3.0, die es vor drei Jahre noch nicht bei Sandy Bridge gab, wird ein Upgrade eines drei Jahre alten PCs zu einer sinnvollen Investition. Und wer Enthusiast ist, wird wohl auch seinen zwei Jahre alten ersten Haswell gerne ersetzen. 

Intels Versuch, den Prozessor der Overclocking-Gemeinde schmackhaft zu machen, sollte auch als gelungen bezeichnet werden. Zwar ist der Prozessor weiterhin schwierig zu kühlen und auf Temperaturen zu halten, wenn er übertaktet wird, mit einer leistungsfähigen Kühlung kann man sich aber auf ein schönes Leistungsplus freuen. Zudem darf man nun auch wieder mit der Base Clock Rate übertakten, was einem etwas mehr Flexibilität an die Hand gibt. 

skylake4s
Beste Gaming-Plattform: Z170 mit Intel Core i7-6700K

Sollte ein Neukauf anstehen, ist dann noch zu klären, welchen Prozessor man wählen sollte. Aus Preis-Leistungssicht ist der Core i5-6600K wie immer die bessere Wahl, auch wenn der Core i7-6700K wieder einmal schneller unterwegs ist. Aber auch nach Jahren sind acht Threads in Spielen immer noch nicht ein Muss, sodass der Core i5-6600K wohl weiterhin der Favorit der meisten Anwender werden sollte. Zusammen mit gutem DDR4 - am besten 16 GB - und einem soliden Z170-Board lässt er sich auch noch etwas einfacher übertakten als ein bisheriger i5-4670K. 

Und Broadwell-H? Nun, da Skylake nun auf dem Markt ist, gibt es eigentlich nur noch wenig Gründe, sich einen Core i7-5775C oder einen Core i5-5675K anzuschaffen - wenn man nicht die integrierte Grafik nutzen möchte. Im Nachhinein versteht man so wohl auch Intels Zurückhaltung beim Launch des Prozessors: Warum soll man so viel Wind um ein Produkt machen, um es nach zwei Monaten wieder einzumotten? Ganz überflüssig sind die Modelle natürlich aufgrund der integrierten GT3e-Grafikeinheit inklusive 128 MB eDRAM nicht, aber Gerüchten zufolge werden die kommenden Skylake-Modelle auch hier entsprechend aufgebohrte Grafikeinheiten in einigen Modellen mitbringen. Interessanter Nebeneffekt: In einigen Benchmarks kann der Prozessor den Extra-eDRAM auch für andere Zwecke nutzen (einige Spiele, WinRAR) und ist dann sogar schneller als Skylake. 

Positive Eindrücke der Intel Core i7-6700K/i5-6600K-Prozessoren:

Negative Eindrücke der Intel Core i7-6700K/i5-6600K-Prozessoren:

Persönliche Meinung

Seit 15 Jahren teste ich nun schon CPUs - "Moores Law", also die Verdoppelung der Komplexität der Prozessoren alle 18-24 Monate, hat Intel schön brav in den letzten Jahren umgesetzt. Doch es wird immer schwieriger, wenn man dies auch auf die CPU-Leistung überträgt. Die integrierte Grafik von Skylake schauen wir uns in einem separaten Artikel an, der durchaus interessant werden dürfte. Persönlich würde ich mir wieder einmal einen Leistungssprung auf der CPU-Seite wünschen, wie damals beim Core Duo. Aber zu der Zeit stand Intel mit dem Rücken zur Wand - heute liegt man um Längen voraus. In Kombination mit dem Z170-Chipsatz ist Intels neue Skylake-Plattform aber objektiv gesehen hervorragend gelungen. (Dennis Bode)