Intel Xeon E5-2699v3 mit 18 Kernen im Test

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Intel Xeon logoMit dem Start der neuen „Haswell-E“-Reihe stellte Intel seine High-End-Plattform nicht nur auf DDR4 und einen neuen Chipsatz um, sondern brachte auch den ersten Achtkern-Prozessor in den Desktop. Doch im Server-Bereich gibt es für den Sockel LGA2011-v3 auch Modelle mit einer noch höheren Kernanzahl, die mit dem neuen X99-Chipsatz zusammenarbeiten. Mit dem Intel Xeon E5-2699v3 haben wir uns das aktuelle „Haswell-EP“-Flaggschiff der 2600er-Reihe ins Haus geholt - einen reinrassigen High-End-Serverprozessor - und ihn durch unseren gewohnten Benchmark-Parcours geschickt. Was die CPU mit ihren 18 Kernen und 36 Threads sowie einer Geschwindigkeit von bis zu 3,6 GHz in der Praxis leistet, erfährt man in diesem Artikel.

Einen Prozessor mit 18 Kernen und 36 Threads müssen wir uns natürlich anschauen, das sind wir als Hardwareluxx schon aufgrund des Namens schuldig. Sinn macht der Prozessor natürlich mit seinen Anschaffungskosten von fast 5.000 Euro nur für Profi-User: Er ist ein reinrassiger Server-Prozessor und somit von Intel auch für typische Server-Zwecke vorgesehen: Anwender, die Virtualisierung in Rechenzentren nutzen und High-Performance-Cluster bauen sind hier die Zielgruppe. Für diese Bereiche spielen andere Argumente beim Kaufendscheid eine Rolle als bei unseren klassischen Tests, die auf den Endkunden und Spieler ausgerichtet sind. Hier ist schon von vorne herein klar: Ein Geheimtipp für unsere OC-Fangemeinde oder den High-End-Spieler wird der Xeon E5-2699v3 nicht.

Trotzdem wollen wir schauen, was der Prozessor kann: Mit 18 Kernen darf man auf hervorragende Multi-Threading-Performance hoffen und sicherlich auf einige Rekorde in Benchmarks, die ihren Workload effizient auf alle Kerne aufteilen können. Und technisch ist der Prozessor natürlich aufgrund seines riesigen Dies und der großen Caches ein Leckerbissen. 

Wie sich der Intel Xeon E5-2699v3 schlägt und ob sich die fast 5.000 Euro teure CPU tatsächlich lohnt, erfährt man auf den nächsten Seiten.


Den Intel Xeon E5-2699v3 lassen wir dieses Mal nur gegen eine Auswahl an Vergleichs-Prozessoren antreten. Wir haben uns hier nicht nur für den Intel Core i7-5960X, die derzeit schnellste Consumer-CPU, sondern auch für deren Vor-Vorgänger-Modell auf "SandyBridge-E"-Basis entschieden. Abgerundet wir das Testfeld vom derzeit schnellsten "Devils Canyon"-Prozessor und einer weiteren Achtkern-Server-CPU.

Die Testkandidaten im Vergleich
ProzessorXeon E5-2699v3Xeon E5-2687WCore i7-5960XCore i7-3960XCore i7-4790K
Preis etwa 4.385 Euro etwa 1.995 Euro etwa 1.025 Euro etwa 745 Euro etwa 300 Euro
Architektur Haswell-EP SandyBridge-EP Haswell-E SandyBridge-E Devils Canyon/Haswell Refresh
TDP 145 Watt 150 Watt 140 Watt 130 Watt  88 Watt
Kerne /
Threads
18
36
8
16
8
16
6
12
4
8
CPU-Frequenz 2,3 GHz 3,1 GHz 3,0 GHz  3,3 GHz  4,0 GHz
Turbo-Frequenz 3,6 GHz  3,8 GHz 3,5 GHz  3,9 GHz  4,4 GHz
Speicherinterface Quad-Channel DDR4-2133  Quad-Channel DDR3-1600 Quad-Channel DDR4-2133  Quad-Channel DDR3-1600  Dual-Channel DDR3-1600
L3-Cache 45 MB  20 MB 20 MB 15 MB 8 MB

Das Testmodell

Der Intel Xeon E5-2699v3 läuft wie alle aktuellen "Haswell"-Prozessoren im 22-nm-Verfahren vom Band. Die filigranere 14-nm-Fertigung bleibt damit den mobilen "Broadwell"-Prozessoren und dem Core M vorbehalten. Einen Umstieg wird man vermutlich erst mit der nächsten Generation wagen. Im Vergleich zum direkten "IvyBridge-EP"-Vorgänger aber gibt es trotzdem eine Reihe von Neuerungen. So bietet die Xeon-E5-2600v3-Familie nun bis zu 18 Rechenkerne und 36 Threads. Zuvor wurden maximal 15 Cores geboten. Damit steigt aber nicht nur die DIE-Größe an, sondern natürlich auch die Zahl der Transistoren. Die 18 Cores nehmen nun auf einer Fläche von knapp 665 Quadratmillimetern ihren Platz und stemmen rund 5,69 Milliarden Transistoren. 

Daneben gibt es auch kleinere Modelle ab vier Rechenkernen, deren DIE-Flächen etwas kleiner ausfallen. Die "Haswell-EP"-Xeons der 2600er-Familie starten bei vier Kernen und acht Threads, gibt es aber auch mit sechs, acht oder zwölf Rechenkernen - teilweise mit HyperThreading-Support und teilweise eben ohne. Je höher die Kernanzahl, desto moderater fallen meist die Taktraten aus.

taskmanager k
Der Intel Xeon E5-2699v3 hat so viele Threads, dass sie nicht mehr alle in den Taskmanager passen.

Neu sind auch die Unterstützung von DDR4-Arbeitsspeicher sowie der Support für bis zu 40 PCIe-Lanes in Version 3.0 und der AVX-2.0-Befehlssatz, welcher für einen großen Leistungssprung sorgen soll. Dazu gibt es einen schnelleren QPI-Link von bis zu 9,6 GT/s und einen aufgemöbelten Cache von je nach Modell bis zu 45 MB in dritter Reihe. 

Unser Testmodell arbeitet mit den vollen 18 Kernen und 36 Threads, muss sich dafür allerdings mit einem Basis-Takt von 2,3 GHz zufriedengeben. Je nach Auslastung können Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 GHz erreicht werden, wobei die CPU bei voller Auslastung mit einem Takt von 2,6 GHz deutlich langsamer arbeitet. Dazu gibt es pro Rechenkern einen Daten- und Instruktions-Cache mit jeweils 32 KB sowie einen 256 KB großen L2-Zwischenspeicher. Den 45 MB großen Level-3-Cache müssen sich hingegen alle 18 Rechenkerne teilen.

cpuzcpuz last

CPUz-Screens vom E5-2699v3 - einmal ohne Turbo-Boost und einmal mit höchstem Boost-Takt.

Um im Leerlauf Leistungsaufnahme und Abwärme einzusparen, setzt der Intel Xeon E5-2699v3 Geschwindigkeit und Spannung automatisch nach unten. Im Leerlauf rechnet die CPU mit knapp 1,2 GHz und wird mit gerade einmal 0,73 Volt befeuert. Unter Last sind es bis zu 1,3 Volt.


Die Testsysteme haben wir neu aufgebaut - entsprechend kommen bei diesem Vergleich die neuesten Treiber und Systemupdates zum Einsatz. Für alle Systeme haben wir eine Basisausstattung verwendet, die möglichst identisch belassen wurde. Ändern müssen wir natürlich neben der CPU das Mainboard und teilweise auch die Speicherausstattung. Folgende Basiskomponenten sind für alle Systeme identisch:

Für das Haswell-Refresh-Modell setzen wir folgende Konfiguration ein:

Für die beiden Sockel-LGA2011-CPUs setzen wir folgende Konfiguration ein:

Für den Intel Xeon E5-2699v3 setzen wir folgende Konfiguration ein:

Als Software setzten wir Windows 8.1 64 bit ein, jeweils mit den aktuellsten Updates, Treibern und Benchmark-Versionen. Wir verwendeten für alle Systeme als Timings 9-9-9-24 1t, auch wenn dies von den Herstellern anders vorgesehen wird (z.B. Ivy Bridge: 11-11-11 2t mit vier Speichermodulen, 11-11-11- 1t mit zwei Speichermodulen), um Timing-Unterschiede möglichst nicht zu berücksichtigen.

Wie man sehen kann, haben wir mehrheitlich auf ASUS-Mainboards gesetzt. Hierbei ist jedoch teilweise durch eine automatische Übertaktung im Bios eine manuelle Turbo-Frequenz-Einstellung notwendig. Bei "Auto"-Settings setzt ASUS gerne mal auch für Volllast den höchsten Single-Core-Multiplikator an und übertaktet so automatisch die CPU. Diesen Effekt wollten wir hier natürlich nicht haben und setzten, sofern ASUS dies bei den Mainboards entsprechend umgesetzt hat, die Turbo-Frequenz manuell auf die von Intel spezifizierten Werte. Sofern möglich wurden alle Prozessoren mit bestmöglichen Einstellungen und aktiviertem Stromsparbetrieb betrieben.


Neue Stromspartechniken hin, 22-nm-Technik her - wichtig ist, was am Ende auf dem Tacho steht. Wir verwenden dabei die Testsysteme, die wir auch für die Benchmarks verwendet haben (siehe Beschreibung auf der Seite "Testsystem"). Gemessen wird hier das Komplettsystem, inklusive einer Radeon-HD-7970-Grafikkarte. Der Stromverbrauch wird an der Steckdose gemessen, enthalten sind also auch Wirkungsverluste des Netzteils, wobei wir mit dem Seasonic P-660 ein sehr sparsames Modell mit 80-Plus-Platinum-Zertifikat eingesetzt haben.

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Idle

in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme (Gesamtsystem)

Last

in Watt
Weniger ist besser

Trotz der deutlich höheren Anzahl an Rechenkernen, zeigt sich der Intel Xeon E5-2699v3 erstaunlich sparsam und schlägt die beiden Modelle der älteren "SandyBridge-E(P)"-Generation fast schon mit Leichtigkeit. Während das Gesamtsystem mit unserem Intel Xeon E5-2699v3 im Leerlauf gerade einmal knapp 78 Watt aus der Steckdose zieht, sind es unter Volllast bis zu 254,8 Watt. Zum Vergleich: Der Intel Core i7-3960X und Xeon E5-2687W bringen es hier auf maximal 243,8 bzw. 265,7 Watt. Der Intel Core i7-4790K bleibt als Vierkern-Prozessor in dieser Disziplin unangefochten auf dem ersten Rang. Er zieht im Idle- und Last-Modus mit Werten zwischen knapp 60 und 145 Watt am wenigsten aus der Dose.

Für einen 18-Core-Prozessor aber ist der Intel Xeon E5-2699v3 sehr sparsam, was wohl an den moderaten Taktraten im Vergleich zu den anderen Modellen des Testfeldes liegen dürfte und den Optimierungen Intels geschuldet sind.


Wir beginnen mit einigen synthetischen CPU-Benchmarks, um ein paar Eckdaten des Prozessors zu zeigen. Zunächst die Speicherbandbreite, denn der Xeon E5 setzt natürlich auch auf DDR4:

SiSoft Sandra

Speicherbandbreite

GB/Sek.
Mehr ist besser

Während der Intel Core i7-5960X und der Intel Xeon E5-2699v3 schon auf den neuen DDR4-Standard setzen, arbeiten die restlichen Modelle des Testfeldes noch mit dem älteren DDR3-Standard. Hinzu kommen die Unterschiede vom 2- und 4-Kanal-Betrieb. Unsere beiden DDR4-Gespanne mit Quad-Channel-Betrieb erreichen hier mit etwa 46 bis 47 GB/Sek. erwartungsgemäß die höchsten Werte, während das Modell mit Dual-Channel- und DDR3-Speicher auf rund 21 GB/Sek. kommt. Durch die Ähnlichkeit der Architektur sieht man auch das identische Abschneiden in den Benchmarks zwischen dem E5-2699 v3 und dem i7-5960X.

SiSoft Sandra

Cache und Speicher

GB/Sek.
Mehr ist besser

Die hohe Kernanzahl und die DDR4-Architektur scheint sich auf die Geschwindigkeit des Cache-Speicher-Benchmarks auszuwirken, denn der Intel Xeon E5-2699v3 leistet hier mit über 450 GB/Sek. fast doppelt so viel wie ein Intel Core i7-5960X oder Core i7-3960X. Der Intel Core i7-4790K belegt trotz der höchsten Taktraten von 4,0 bis 4,4 GHz mit 164,87 GB/Sek. den letzten Platz. 

SiSoft Sandra

Kryptografie

GB/Sek.
Mehr ist besser

Nicht ganz so deutlich fällt die Führung des Intel Xeon E5-2699v3 bei der Kryptografie-Leistung aus. Hier trennen die beiden Server-CPUs gerade einmal fast zwei Gigabyte in der Sekunde. Während es der "Haswell-EP"-Xeon auf 15,53 GB/Sek. bringt, erreicht "SandyBridge-EP" 13,89 GB/Sek. Den letzten Platz mit 7,31 GB/Sek. belegt auch hier unsere "Devils Canyon"-CPU.

SiSoft Sandra

Arithmetik

GOPS
Mehr ist besser

Die Arithmetik-Leistung fällt beim aktuellen "Haswell-EP"-Flaggschiff der 2600er-Familie ebenfalls am höchsten aus, wobei die Leistung zwischen den Modellen je nach Kernanzahl und Architektur zwischen acht und 16 Prozent zulegt. Die Modelle mit der höchsten Kernanzahl führen das Testfeld an, gefolgt von der jeweils neueren Architektur.


Wir starten mit den Anwendungs-Benchmarks:

Cinebench R11.5

Punkte
Mehr ist besser

Der Cinebench-Benchmark profitiert von hohen Taktraten - vor allem aber von einer hohen Kernanzahl. Kein Wunder also, dass der Intel Xeon E5-2699v3 mit sehr großem Abstand die Führung übernimmt und alle Prozessoren deutlich zurückfallen lässt. Wenn Anwendungen ihren Workload effizient auf alle Kerne aufsplitten können und auch alle Threads nutzen, werden Multicore-Prozessoren zu richtigen Überfliegern. Mit 36 Threads kann der Xeon E5-2699v3 hier also alle anderen Modelle weit überflügeln.

Cinebench R15

Punkte
Mehr ist besser

Nicht ganz so krass, aber noch immer sehr deutlich fallen die Unterschiede im neueren Cinebench-R15-Benchmark aus. Hier erreicht die Xeon-CPU mit 2.323 Punkten das beste Ergebnis, während sich ein Intel Core i7-4790K mit gerade einmal 845 Punkten zufriedengeben muss und damit etwa nur ein Drittel leistet. Das Prinzip ist hier aber dasselbe, denn auch dieser Benchmark ist hochgradig auf Multithreading optimiert.

cinebenchscreen k
Alle 36 Threads bei der Arbeit.

Frybench

Minuten
Weniger ist besser

Der Frybench-Benchmark profitiert ebenfalls von einer Vielzahl an Cores und Threads. Die Modelle mit den meisten Rechenkernen führen das Feld an und beenden die Aufgaben in kürzerer Zeit.

x264 HD Benchmark

32 Bit – Test 1

FPS
Mehr ist besser

x264 HD Benchmark

32 Bit – Test 2

FPS
Mehr ist besser

Ein ähnliches Bild liefert der x264-HD-5-Benchmark ab. Auch hier liegen die Modelle mit 18 und 8 Rechenkernen auf den vordersten Rängen. Warum sieht man hier aber nicht einen Gewinn vom i7-5960X oder E5-2687W im Bereich eines Faktors 2 oder mehr? x264-HD-5 schafft es eben nicht, den Workload so effizient auf alle Kerne aufzuteilen. Das kann auch bereits beim Zuwachs von vier auf acht Kerne gesehen werden (Core i7-4790K, Core i7-5960X/Xeon E5-2687W). Teile des Prozessors sind also nicht aktiv, sodass eine Verdopplung der Kerne eben nicht auch zu einer Verdopplung der Performance führen kann. Das kann an der Programmierung der Software liegen, aber auch an anderen Bottlenecks bei der Architektur (Speicherbandbreite, Caches).


Auf dieser Seite haben wir zwei Benchmarks, die sehr gut die Auswirkungen der Software auf Multicore-Prozessoren darstellen. Beides sind Programme, die Dateien packen - einmal WinRAR und einmal 7-Zip:

WinRar

Benchmark

KB/Sek.
Mehr ist besser

Beim integrierten Benchmark der aktuellen WinRar-Version muss sich der Intel Xeon E5-2699v3 abermals dem Intel Core i7-5960X geschlagen geben, wenngleich der Leistungsunterschiede gerade einmal unter einem Prozent liegt. Trotz 18 Kernen kann sich der Prozessor also nicht absetzen - denn die Software ist nicht entsprechend optimiert. 

7-Zip

32M

MIPS
Mehr ist besser

Bei 7-Zip aber führt das "Haswell-EP"-Flaggschiff wieder klar die Benchmarks an. Hier nutzt die Software auch alle Kerne und 7-Zip ist entsprechend optimiert, deshalb geht die Berechnung deutlich schneller von statten.

Sehr wichtig bei entsprechend großen Kernanzahlen sind also die Optimierungen der Software: Hat der Programmierer gute Arbeit geleistet und lässt sich der Workload effizient aufsplitten, kommen auch entsprechende Performancegewinne zum tragen. Als zweite Möglichkeit, wo Multicore-Prozessoren perfekt skalieren, ist die gleichzeitige Ausführung von diversen Programmen zu nennen. Aus diesem Grund sieht man den Xeon E5-2699v3 wohl auch hauptsächlich in Serverumgebungen, denn hier lassen sich auf einem Server unterschiedlichste Applikationen gleichzeitig ausführen. Wer auf einem 18-Kern-Prozessor diverse virtuelle Maschinen laufen hat, riskiert nicht, dass er Probleme bei der CPU-Performance bekommt, die man vielleicht mit acht Kernen noch hätte.


Jetzt kommen die Benchmarks, für welche der E5-2699v3 nicht gemacht ist: Spiele. Das sollte jedem unserer Leser eigentlich mittlerweile klar sein, denn auch schon in vergangenen Multicore-Tests haben wir klar kommuniziert, dass die Prozessoren in Spielen am schnellsten sind, die eine gute Mixtur aus hohem Takt und ausreichender Kernzahl an den Tag legen. Momentan liegt dieses optimale Verhältnis wohl zwischen vier und acht Kernen, weshalb auch die Prozessoren aus der Core i7-4790K-Reihe für Spieler am Beliebtesten sind. Mit einem guten Z97-Mainboard und einem Core i7- oder Core i5-Prozessor ist ein Gaming-PC natürlich eher finanzierbar als mit einem High-End-Prozessor, der auch für andere Einsatzzwecke gedacht ist.

Trotzdem werfen wir einen Blick auf die gängigsten Gaming-Benchmarks: 

3DMark und 3DMark 11

Beim 3DMark 11 handelt es sich um den ersten vollständigen DirectX-11-Benchmark aus dem Hause Futuremark. Aus diesem Grund macht er auch ausgiebig Gebrauch von Tessellation, Depth of Field, Volumetric Lighting und Direct Compute. Obligatorisch ist natürlich auch die Unterstützung für Multi-Core-Prozessoren mit mehr als vier Kernen. Der Download ist in unserer Download-Area möglich.

3dmark11_2_rs 3dmark11_1_rs
3dmark11_4_rs 3dmark11_3_rs

Zum kostenlosen Download von Futuremarks 3DMark 11 gelangt man über diesen Link.

Futuremark 3DMark 11

Performance

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Futuremark 3DMark

Cloud Gate

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Bei den synthetischen Spiele-Benchmarks reicht es für den Intel Xeon E5-2699v3 nur im Cloudgate-Preset des aktuellen 3DMarks für den ersten Platz. Immerhin, denn er besitzt einen niedrigeren Takt als der Core i7-5960X. Doch ein paar Multithreading-Tests sind auch in der 3DMark-Suite enthalten. Der ältere 3DMark 11 setzt nicht ganz so stark auf Multicore-Leistung, denn hier muss sich der 18-Kerner nicht nur dem Intel Core i7-5960X geschlagen geben, sondern auch dem Intel Xeon E5-2687w. 

 

FarCry 3

Der dritte Teil der Far-Cry-Serie basiert auf der Dunia Engine 2 und wurde von Ubisoft entwickelt. Es entführt den Spieler auf eine tropische Insel, wo er den Protagonisten Jason Brody spielt, der dort mit seinen Freunden Urlaub macht. Als er und seine Freunde von Piraten gefangen werden, gelingt es ihm als einzigen zu entkommen. Mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung tritt er nun an, um seine Freunde zu retten und die Piraten zu besiegen. Far Cry 3 kann wie auch die ersten beiden Teile mit einer beeindruckenden Grafik überzeugen. Dabei kommt DirectX 11 in Verbindung mit Kantenglättung, Umgebungsverdeckung und schönen Texturen sowie einer hohen Detaildichte zum Einsatz, womit auch High-End-Grafikbeschleuniger an ihre Grenzen gebracht werden.

Screenshot zu Far Cry 3 Screenshot zu Far Cry 3
Screenshot zu Far Cry 3 Screenshot zu Far Cry 3

Zur Vollversion von Far Cry 3 gelangt man über diesen Link.

Far Cry 3

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Far Cry 3

1920x1080, Ultra

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Keine großen Unterschiede zwischen unseren fünf Testkandidaten gibt es bei Far Cry 3. Hier liegen die Unterschiede gerade einmal im einstelligen Prozentbereich. Bei Spielen gibt es nämlich neben der CPU noch eine weitere Komponente, die deutlich wichtiger ist: Die Grafikkarte, die wir ja für alle fünf Tests nicht veränderten. Unsere fünf Prozessoren hingegen reichen für das Spiel vollkommen aus.


Black Ops 2 ist der letzte und aktuellste Teil der "Call of Duty"-Reihe, die nun aber eine Überarbeitung erfahren soll. Die Welt befindet sich inmitten eines zweiten kalten Krieges zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten um die kostbaren Metalle der Seltenen Erden. Das Verbot des Exports verleitet die USA dazu, mit einem Cyberangriff die chinesische Börse lahmzulegen. Es kommt zum Konflikt zwischen den beiden Parteien, der allerdings nicht offen ausgefochten wird.

Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2 Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2

Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2 Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2

Zur Vollversion von Call of Duty: Black Ops 2 gelangt man über diesen Link.

Call of Duty: Black Ops II

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Call of Duty: Black Ops II

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Gleiches gilt für Call of Duty: Black Ops 2....

 

Metro 2033

Eine unwirtliche und verstrahlte Umwelt, Mutanten und ständige Bedrohungen - all diese Elemente nutzen die Ex-S.T.A.L.K.E.R. Entwickler 4A Games Studios, um den Spieler in die Welt von Metro 2033 zu entführen. Im Jahr 2033 hat sich die Menschheit mal wieder bekriegt und durch einen Atomschlag gegenseitig fast in die Luft gebombt. Eine Hand voll Überlebende hat sich in die Systeme der Moskauer U-Bahn zurückgezogen, um dort Zuflucht zu suchen. Zum Leidwesen der Flüchtlinge ist dieser Ort nicht ihre alleinige Heimat, auch feindselige Kreaturen, die sich an die giftige Atmosphäre gewöhnt haben, sind dort anzutreffen. Ihr Ziel: die verbleibenden Menschen ausrotten! Ob sie nun rohe Gewalt oder ausgeklügelte Taktik anwenden, es bleibt ihnen überlassen, wie sie das Ziel erreichen. Wie schon bei ihrem Erstlingswerk schaffen die Entwickler eine Wahnsinnsatmosphäre und lassen mit der A4-Engine (DX11) selbst moderne Grafikkarten an ihre Grenzen kommen.

Metro_1_rs Metro_2_rs
Metro_3_rs Metro_4_rs

Zur Vollversion von Metro 2033 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

Metro 2033

1920x1080, 4xAA, High, DX11

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... und Metro 2033 ...

 

The Elder Scrolls V: Skyrim

Der fünfte Teil der The-Elder-Scroll-Reihe spielt in der namensgebenden Provinz Skyrim (dt. Himmelsrand). Die Handlung dreht sich um die Rückkehr der Drachen, wie sie in den "Elder Scrolls" vorhergesagt wurde. Der Spieler übernimmt die Rolle eines "Dovahkiin", eines Individuums mit dem Körper eines Menschen und der Seele eines Drachen. Der Spieler durchstreift bei dem Kampf gegen die Drachen opulente Städte mit verschlungenen Gassen und atemberaubende Landschaften, deren Grenze buchstäblich der Himmel ist. Mit seiner hohen Weitsicht und der detaillierten Vegetation bringt Skyrim so manches System ins Schwitzen.

Crysis1_rs Screenshot zu The Elder Scrolls V Skyrim
Screenshot zu The Elder Scrolls V Skyrim Screenshot zu The Elder Scrolls V Skyrim

Zur Vollversion von Elder Scrolls V: Skyrim gelangt man über diesen Link.

The Elder Scrolls V: Skyrim

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The Elder Scrolls V: Skyrim

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... sowie für The Elder Scrolls V: Skyrim.

Halten wir also das fest, was wir schon vorher wussten: Ein Gaming-Prozessor ist das Modell nicht.


Sowohl der Intel Xeon E5-2699v3 wie auch der Intel Core i7-5960X basieren auf der gleichen Architektur. Wir haben deswegen beide Modelle mit gleichem Takt noch einmal gegeneinander antreten lassen. Hierfür setzten wir die beiden Prozessoren auf ein ASUS Rampage V Extreme und setzten die Geschwindigkeit für alle Rechenkerne auf jeweils 2,6 GHz fest, um feststellen zu können, was die zusätzlichen zehn Cores der Server-CPU für ein Leistungsplus einfahren können.

Das Ergebnis: Auch in weniger für Mehrkern-Prozessoren optimierten Benchmarks kann sich der Xeon stets an die Spitze setzen und das "Haswell-E"-Flaggschiff auf den zweiten Platz verweisen. Im Schnitt sind Leistungssprünge von 2 bis 82 Prozent möglich.

Futuremark 3DMark

Cloud Gate

Futuremark-Punkte
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Cinebench R15

Punkte
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7-Zip

32M

MIPS
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x264 HD Benchmark

32 Bit Test 1

FPS
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SiSoft Sandra

Arithmetik

GOPS
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Abschließend an die Benchmarks möchten wir noch das Performance-Ranking aufzeigen. Darin haben wir alle Benchmarks berücksichtigt und gleich gewichtet. Als Basis diente dabei der jeweils langsamste Prozessor eines jeden Benchmarks. Die normierten Werte setzen den Intel Xeon E5-2699v3 klar an die Spitze, gefolgt von den beiden Achtkern-Prozessoren, "SandyBridge-E" und dem Intel Core i7-4790K.

Performancerating

normalisiert

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Die hervorragenden Multicore-Benchmarks katapultieren den Prozessor natürlich nach vorne. Würde man hier nur den eigentlichen Einsatzzweck berücksichtigen und unsere Spieletests herausrechnen, wäre der Abstand noch massiver.


Auf dieser Seite schauen wir uns das Performance-pro-Watt-Verhältnis der Prozessoren an. Hierfür haben wir die Leistung über allen Benchmarks in einen Index zu gleichen Teilen einfließen lassen und zur Leistungsaufnahme unter Last in Bezug gestellt. Die Überraschung: Der Intel Xeon E5-2699v3 liefert das beste Ergebnis, allerdings dicht gefolgt vom Intel Core i7-4790K.

Performance-pro-Watt-Index

normalisiert

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Auch hier gilt aber natürlich: Das Performance-pro-Watt-Verhältnis wäre noch ein deutliches Stück besser, wenn man nicht unsere Gaming-Tests mit berücksichtigen würde. Insofern ist es eher erstaunlich, dass der Xeon E5-2699v3 hier sogar an der Spitzenposition liegen kann.


Was bringt ein schneller Prozessor, wenn man sich ihn nicht leisten kann? Wir haben einen Blick in unseren Preisvergleich geworfen und die aktuellen Straßenpreise aller Prozessoren des Testfeldes miteinander verglichen. Gezählt wurde jeweils die günstigste Boxed-Version in unserem Preisvergleich in Deutschland. 

Preis-Übersicht

Stand: 9. März 2015

in Euro
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Natürlich ist der Xeon E5-2699v3 extrem teuer - aber nehmen wir einmal den Serverbereich als Ausgangspunkt. Habe ich momentan ein paar Server zu ersetzen und möchte eine neue Architektur wählen, so kann ich sicherlich auf mehrere günstige Server setzen, muss dann aber mehrere Netzteile, Mainboards, Netzwerkkarten und Gehäuse anschaffen. Wenn ich mehrere dieser Server in einen einzelnen Single-CPU-Server verdichten kann, erspare ich mir diese Kosten - und habe dazu auch noch geringere Betriebskosten, da ich in einem Rechenzentrum nur für einen Server Strom-, Platz- und Klimaanlagenkosten bezahlen muss. Letztendlich lässt sich der eine Server vielleicht auch einfacher handhaben und managen. 

Für einen Endanwender ist ein 4.500 Euro-Prozessor natürlich absolut unterschwinglich, in einem Business-Umfeld fällt es aber einfach, ein solches Modell sogar mit entsprechenden Kosteneinsparungen zu belegen. 


Mit einem Preis von etwa 4.500 Euro ist der Intel Xeon E5-2699v3 ein sehr teurer Prozessor - vielleicht sogar der teuerste, den wir je getestet haben. Und damit dürfte er für die meisten unserer Leser wohl nicht in Frage kommen, schließlich bekommt man zu diesem Kurs bereits einen ganzen Gaming-Rechner mit vier Grafikkarten, der schnell genug ist, aktuelle Spiele in hoher Auflösung und den besten Qualitäts-Einstellungen auf den Bildschirm zu zaubern. Doch dafür ist der Xeon E5-2699v3 nicht gemacht. Die Xeon-CPU legt dank ihrer 18 Rechenkerne und 36 Threads noch einmal eine ordentliche Schippe auf die Leistung des Intel Core i7-5960X drauf. Vor allem in Benchmarks, die stark auf Multicore-Prozessoren optimiert wurden, kann der "Haswell-EP"-Prozessor seine Muskeln ausspielen und stellt alle anderen Vergleichsmodelle in den Schatten. 

Vereinzelt aber machen sich die dafür vergleichsweise niedrigen Taktraten von 2,3 bis 3,6 GHz im Vergleich zu einem 4,0 bis 4,4 GHz schnellen Intel Core i7-4790K oder einem 3,0 bis 3,5 GHz schnellen Intel Core i7-5960X bemerkbar. Diese Einschränkung muss Intel natürlich machen, denn 18 Kerne verbrauchen unter Last Strom, aber haben auch eine sehr dichte Abwärme. Die moderaten Taktraten helfen Intel, den Verbrauch im Griff zu behalten. Denn im Vergleich zum Achtkerner Core i7-5960X fällt die TDP der 18-Kernigen Xeon-CPU gerade einmal fünf Watt höher aus. Auch unsere Messungen zur Leistungaufnahme können sich sehen lassen. Unser Testsystem begnügt sich im Idle- und Last-Zustand mit knapp 78 bis 255 Watt. Ein älterer Intel Core i7-3960X genehmigt sich sogar etwas mehr.

Da der Prozessor für den Single-Thread-Betrieb oder Leistung durch hohe Taktraten (wie zum Beispiel in Spielen) sowieso nicht gemacht ist, macht Intel alles richtig. Die Zielgruppe des Prozessors will viele Kerne/Threads, um Kosteneinsparungen im Serverumfeld umzusetzen. Das kann der Prozessor perfekt, denn im Multithreading-Bereich spielt er seine Stärken vollends aus. Und eine hohe Taktfrequenz ist da nicht unbedingt hilfreich. 

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Insgesamt ist der Intel Xeon E5-2699v3 der schnellste Prozessor, den wir bislang innerhalb der Redaktion auf den Prüfstand stellen durften. Normalerweise müssten wir sagen: Bauchschmerzen bereiten uns nur die Spieleleistung und der hohe Preis. Wie wir gezeigt haben, ist der Preis aber gar kein Problem, denn es lassen sich auf Unternehmensseite Kosteneinsparungen realisieren. Und bei der Spieleleistung dürfen wir das Resultat ausklammern, bis sich tatsächlich ein Gamer bei uns meldet, der den E5-2699v3 einsetzt.

Wir zücken unseren Technik-Award für dieses Prozessor-Kernmonster, herzlichen Glückwunsch!

xeon award

Positive Aspekte des Intel Xeon E5-2669v3:

Negative Aspekte des Intel Xeon E5-2669v3: