Ivy Bridge-E im Test: Intel Core i7-4960X

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ivy bridge e teaserNach dem Start der neuen "Haswell"-Generation fehlte bislang noch ein Refresh der High-End-Plattform "Sandy Bridge-E". Heute dürfte sich die Gerüchteküche bestätigt fühlen: Der Nachfolger "Ivy Bridge-E" ist endlich offiziell. Zum Auftakt der neuen Sockel-LGA-2011-Prozessoren wird es mit dem Intel Core i7-4960X, dem i7-4930K und dem Core i7-4820K insgesamt drei neue Modelle geben, die sich nicht nur innerhalb der Taktfrequenz unterscheiden, sondern auch Unterschiede beim Cache-Ausbau und der Zahl der Rechenkerne machen. Im Gegensatz zum Vorgänger bauen sie auf der dritten Core-Generation auf und laufen somit im fortschrittlichen 22-nm-Prozess vom Band. Wir haben uns für diesen Artikel zunächst das Topmodell mit seinen sechs Kernen zur Brust genommen und es gegen das ältere Semester sowie gegen einige Modelle der Konkurrenz antreten lassen.

Mit Prozessor-Preisen von rund 300 Euro für das schnellste Modell ist Intels jüngste "Haswell"-Generation eigentlich fast schon ein Schnäppchen. Auch die Mainboardpreise halten sich mit Kaufpreisen ab etwa 55 Euro durchaus in Rahmen. Dazu nimmt man sich dann noch eine GeForce GTX 780 für etwa 500 Euro, packt 8 GB Arbeitsspeicher für rund 60 Euro hinzu und kauft sich eine flotte SSD samt leistungsstarkem Netzteil für insgesamt etwa 300 Euro. Fertig ist das Grundgerüst für den eigentlich perfekten Gaming-Rechner für nicht einmal ganz 1.300 Euro. Ein Paketpreis, der für die meisten Hardwareluxx-Leser sicherlich noch in Ordnung gehen dürfte. Doch es geht noch viel unvernünftiger: Mit "Ivy Bridge-E".

"Ivy Bridge-E" ist der Nachfolger von "Sandy Bridge-E". Für die oben genannten 1.300 Euro bekommt man gerade einmal das Mainboard und die CPU - sofern man sich weiterhin für das jeweilige Topmodell entscheidet, das wir pünktlich zum Marktstart der neuen High-End-Plattform getestet haben. Während die "Haswell"-Generation mit einer neuen Architektur auf sich aufmerksam macht, sind Intels neuste Prozessoren der Extreme-Edition-Reihe getreu Intels "Tick-Tock"-Modell als "Tick" zu bezeichnen. Hier hat Intel die Architektur der Vorgänger-Generation übernommen und ihre Herstellungsstrukturen verkleinert. Anstatt die Chips weiterhin im 32-nm-Verfahren zu produzieren, lässt man sie jetzt im aktuellen 22-nm-Prozess vom Band laufen und spendiert ihnen hier und da kleinere Optimierungen. Das hat die Desktop-Generation schon vor einem Jahr mitgemacht, insofern ist Intel im Extreme-Bereich also etwas hinten dran.

Im Vergleich zu "Haswell" bzw. "Ivy Bridge" beschränken sich die neuen Extreme-CPUs aber nicht nur auf vier Kerne mit acht Threads. Das aktuelle Flaggschiff legt zwei weitere Rechenkerne in die Waagschale und kann so bis zu zwölf Threads gleichzeitig bearbeiten. Dazu gibt es einen dicken Cache-Speicher, einen hohen Basistakt samt noch höheren Taktraten mittels Turbo Boost. 

Ivy Bridge-E: Intel Core i7-4960X
Heute im Test: Intels neues Desktop-Flaggschiff, der Core i7-4960X.

Für unser Launch-Review haben wir zunächst das Topmodell, den Intel Core i7-4960X, durch unseren altbekannten Benchmark-Parcours gejagt. Ob sich das neue Flaggschiff von der Konkurrenz deutlich absetzen kann und wie groß der Leistungsunterschied zum amtierenden Topmodell ausfällt, versuchen wir auf den nachfolgenden Seiten zu klären. 


Im Vergleich zu "Ivy Bridge" und "Haswell" ist "Ivy Bridge-E" ein wahres Monster. Auf einer Fläche von 257 Quadratmillimetern (15,0 x 17,1 mm) beherbergt der Chip 1,86 Milliarden Transistoren. Einzig die Vorgänger-Generation war mit satten 2,27 Milliarden Transistoren auf 435 Quadratmillimetern größer. Die Transistoranzahl ist maßgeblich für den Stromverbrauch, denn mehr Transistoren führen unweigerlich zu einer höheren Abwärme. War "Sandy Bridge-E" noch ein Acht-Kern-Prozessor, bei dem zwei oder vier Kerne deaktiviert waren, ist "Ivy Bridge-E" nun ein reiner Sechskern-Prozessor. 

Trotzdem stellt auch "Ivy Bridge-E" an vielen Ecken und Kanten mehr oder weniger eine Verdoppelung gegenüber seiner Ursprungs-Architektur "Ivy Bridge" dar. Statt vier kann "Ivy Bridge-E" bis zu sechs Kerne beherbergen, statt maximal 8 MB Cache gibt es bis zu 15 MB und anstatt Dual-Channel-Speicher wird DDR3-Arbeitsspeicher mit bis zu vier Kanälen unterstützt. Doch man muss auch Kompromisse eingehen: Für die integrierte Grafiklösung war schlichtweg kein Platz mehr.

Ivy Bridge-E: Intel Core i7-4960X DIE-Shot
Der DIE des Intel Core i7-4960X zeigt sechs Kerne und jede Menge Cache-Speicher.

Generell lässt sich "Ivy Bridge-E" eher mit Intels Server-Plattform vergleichen, denn wie bei den älteren "Sandy Bridge-E"-Modellen oder gar den Extreme-CPUs für den inzwischen längst überholten Sockel LGA1366 besteht zwischen den Prozessoren für den Servereinsatz und für den High-End-Desktop-Markt kaum ein Unterschied. Nur die Anzahl der QPI-Links und die Validierung für den Multiprozessorbetrieb sind hier zu nennen. Aufgrund des schnelleren Speicherinterfaces, des teureren Chipsatzes und der gebotenen Cache-Größen sind die neuen "Ivy Bridge-E"-Prozessoren eher etwas für professionelle Anwendungen und Enthusiasten. Durch den Shrink und den Optimierungen an der Architektur deckt sich die Architektur aber mit den Sockel-LGA1155-Prozessoren.

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Im direkten Vergleich mit "Ivy Bridge" fällt "Ivy Bridge-E" deutlich größer aus.

Turbo Boost 2.0

Mit seinen ersten Core-i7-Prozessoren führte Intel eine Technik ein, den Takt des Prozessors je nach Last einer Anwendung zu variieren und setzte hierzu die Power Control Unit ein. Um die Performance eines Sechskern-Prozessors auch bei Single-Core-Anwendungen zu verbessern, erhöht sich der Takt des betreffenden Cores automatisch. Wird hingegen keine Leistung benötigt, schalten sich die meisten Teile der CPU einfach ab, um Leistungsaufnahme und Abwärme einzusparen. Diese Prinzipien hat Intel bei seinen „Ivy Bridge-E“-Prozessoren beibehalten und ausgebaut.

Die Logik, die hinter Intels Turbo Boost steckt, ist einfach: Werden beim Prozessor nicht alle Bereiche ausgelastet, so reicht die Kühlung aus, um Teile des Prozessors mit höheren Taktraten zu versorgen, um so die Leistung zu erhöhen. Da noch immer sehr viele Anwendungen nicht für den Mehrkern-Betrieb ausgelegt sind, werden so vor allem Single-Thread-Anwendungen beschleunigt. Die einzelnen Spin-Bins hat Intel im Vergleich zu „Sandy Bridge-E“ allerdings angepasst. Als Speed-Bin wird dabei ein Multiplikator-Schritt bezeichnet. Intels Core i7-3960X kannte dabei vier verschiedene Turbo-Stufen: War der Turbo-Modus ausgeschaltet, lag der Multiplikator „33“ dauerhaft auf allen sechs Kernen an – der Takt belief sich so auf 3,3 GHz. Schaltete man Turbo Boost 2.0 jedoch an, kam es auf den Lastzustand des Prozessors an, welcher Speed-Bin maximal angelegt werden konnte. Bei Belastung von allen sechs Kernen schaltete Intel im Vergleich zum Standard-Takt drei Speed-Bins auf. Wurden hingegen nur maximal vier oder zwei Kerne belastet, gab es jeweils einen Speed-Bin oben drauf. Die CPU taktete dann mit 3,6, 3,7, 3,8 oder maximal 3,9 GHz bei Belastung zweier Kerne.

Beim Intel Core i7-4960X ist die Verteilung etwas anders: Wird lediglich ein Kern belastet, darf sich dieser auf bis zu 4,0 GHz übertakten. Werden hingegen bis zu drei Kerne gleichzeitig belastet, ist es mit einem Maximaltakt von 3,9 GHz ein Speed-Bin weniger. Bei Auslastung von bis zu vier Kernen sind 3,8 GHz und bei voller Last maximal 3,7 GHz möglich. Ohne Turbo-Boost rechnen alle sechs Kerne mit 3,6 GHz.

Auslastung Takt
5 bis 6 Kerne 3,7 GHz
4 Kerne 3,8 GHz
2 bis 3 Kerne 3,9 GHz
1 Kern 4,0 GHz
Ohne Turbo-Modus 3,6 GHz

Memory Controller

Im Vergleich zu "Sandy Bridge-E" können die Modelle der neuen Generation jetzt mit schnelleren DDR3-Speichermodulen umgehen. Waren bislang 1600 MHz möglich, sind es jetzt bis zu 1866 MHz. Auch der Quad-Channel-Betreib ist weiterhin möglich und ermöglicht damit im Gegensatz zu "Ivy Bridge" und "Haswell" deutlich höhere Speicherbandbreiten und RAM-Bestückungen. In den acht Speicherbänken zahlreicher X79-Boards können so die maximal unterstützten 64 GB Speicher voll ausgenutzt werden. Aktuell bleibt das XMP-Profil in der Version 1.3, womit schon "Sandy Bridge-E" zurechtkam. 

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Caches und Die-Aufbau

Nominell ist beim L3-Cache im Vergleich zu "Sandy Bridge-E" kein einziges Kilobyte hinzugekommen. Auch der Intel Core i7-3960X konnte auf insgesamt 15 MB shared L3-Cache zurückgreifen. Mit „Sandy Bridge“ führte Intel den Ring-Bus-Cache ein. Schaut man auf den DIE-Shot von „Ivy Bridge-E“, kann man diese Struktur weiterhin erkennen. Ein Ring-Bus bindet weiterhin die Cores und Caches, allerdings nicht mehr den entsprechenden Grafikkern, den hat Intel zugunsten der DIE-Größe bei „Ivy Bridge-E“ nämlich ausgespart.

Die Größen für den L1- und L2-Cache sind identisch geblieben - weiterhin spendiert Intel den Kernen je 32 kB für Daten und Instruktionen sowie 256 kb L2-Cache (unified, 8-fach assozialtiv, low latency). Der L3-Cache ist auch weiterhin ein "Inklusive-Cache", besitzt also die Daten des L2- und L1-Caches, um in Idle-Zyklen die Kerne nicht aufwecken zu müssen, um an deren Daten heranzukommen. Der bei "Sandy Bridge-E" noch deaktivierte siebte und achte Kern, ist bei "Ivy Bridge-E" nun vollends verschwunden, was wohl auch daher rührt, dass "Ivy Bridge-E" mit einer Fläche von gerade einmal 257 Quadratmillimetern auskommt und damit deutlich weniger Platz als sein Vorgänger braucht. 

Ivy Bridge-E: Intel Core i7-4960X
Der 15 MB große shared L3-Cache des Intel Core i7-4960X ist vom Speichercontroller, den insgesamt sechs Rechenkernen und den Uncore-Bereich sowie den I/Os umgeben.

Intels 22-nm-Transistoren mit Tri-Gate-Technik

Mit der Einführung der 22-nm-Transistoren verändert man aber die Struktur der Transistoren selber.

Als Beispiel zeigte Bohr auf dem Intel Developer Forum 2011 eine Grafik für 22-nm-Transistoren mit unterschiedlichen Drive Current/Leakage-Werten – je nach Anwendungsbereich. Benötigt man einen schnellen Prozessor, muss man auch eine höhere Leakage in Kauf nehmen, kann aber auf der anderen Seite bei einer niedrigen Leakage eine höhere Performance erreichen. Im Endeffekt ist es also möglich, je nach den Anwendungsbereichen des fertigen Chips eine passende Prozessortechnik einzusetzen (High Performance, Standard Performance, Low Power).

trigate-performance

Bohr führte die Hauptvorteile der 22-nm-Tri-Gate-Fertigung an:

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Den Aufbau der Transistoren kann man im obigen Bild schön sehen: Das Gate "umschließt" den Transistor besser und verhindert so das Durchsickern von Strömen.

Intel setzt für Ivy Bridge und Haswell den P1270-Prozess für die 22-nm-Prozessoren ein. Im Jahr 2013 steht allerdings schon der P1272 genannte Prozess mit 14 nm ins Haus. Auf SOC-Seite sind die Prozesse P1271 und P1273 für Low-Power optimiert, der 14-nm-Prozess ist ebenso für 2013 geplant. Herstellen wird Intel Haswell in insgesamt fünf Fabriken, die auf den 22-nm-Prozess umgerüstet sind. Neben den Fabriken in Oregon werden auch die beiden Fabriken in Arizona die Prozessoren herstellen. Hinzu kommt die Fabrik in Israel. 

Intel wird die 22-nm-Technik sowohl für die klassischen Prozessoren (Core, Xeon,...) wie auch für die SoC-Produkte einsetzen (Atom, etc.). Intel optimiert dabei auch die bestehenden Designs auf die neuen Tri-Gate-Prozessoren. Intel sieht hier einen Vorteil im Zusammenlegen der Design-Teams und fährt deshalb einen „Unified Design Approach“ und legt die bisherigen Teams (SoC, CPUs) zusammen, um besser und schneller auf neue Marktbereiche reagieren zu können.

In einer Galerie zu dem Thema haben wir Intels Folien zum Thema 22-nm-Technik hinterlegt:


Zum Start von "Ivy Bridge-E" wird es insgesamt drei Modelle geben, die allesamt eine maximale Leistungsaufnahme von 130 Watt TDP besitzen, aber Unterschiede innerhalb der Taktfrequenzen, der Cache-Ausstattung und der Anzahl der Rechenkerne machen. Während das Topmodell mit sechs Kernen ausgestattet ist, muss der Einstiegs-Prozessor mit vier Kernen auskommen. Die Taktraten belaufen sich je nach Modell auf zwischen 3,4 und 3,7 GHz im Basistakt. Dank Turbo Boost 2.0 sind Taktraten von 3,9 bis 4,0 GHz möglich. Die Größe des L3-Caches beläuft sich auf zwischen 10 und 15 MB - mehr als das aktuelle Topmodell auf "Haswell"-Basis bereitstellt. 

Die Kennzahlen der neuen Desktop-Modelle im Vergleich haben wir in folgender Tabelle zusammengefasst:

Desktop-Modelle Core i7
ProzessorCore i7-4960XCore i7-4930KCore i7-4820KCore i7-4770K
Preis 990 US-Dollar 555 US-Dollar 310 US-Dollar 317 US-Dollar
TDP 130 Watt 130 Watt 130 Watt 84 Watt
Kerne /
Threads
6
12
6
12
4
8
4
8
CPU-Frequenz 3,6 GHz  3,4 GHz 3,7 GHz 3,5 GHz
Turbo 6 Core 3,7 GHz 3,6 GHz  - -
Turbo 5 Core 3,8 GHz 3,6 GHz  -
Turbo 4 Core 3,8 GHz  3,7 GHz  3,7 GHz  3,7 GHz
Turbo 3 Core 3,9 GHz  3,7 GHz  3,7 GHz  3,8 GHz
Turbo 2 Core 3,9 GHz  3,7 GHz  3,7 GHz  3,9 GHz
Turbo 1 Core 4,0 GHz 3,9 GHz  3,9 GHz  3,9 GHz
Speicherinterface Quad-Channel DDR3-1866 Quad-Channel DDR3-1866  Quad-Channel DDR3-1866  Dual-Channel DDR3-1600
L3-Cache 15 MB 12 MB  10 MB  8 MB

Das Topmodell ist klar der Intel Core i7-4960X. Er besitzt die vollen sechs Rechenkerne, kann auf einen 15 MB großen shared L3-Cache zurückgreifen und rechnet dank Turbo Boost mit bis zu 4,0 GHz. Der Basistakt liegt hingegen bei 3,6 GHz. Mit einem Preis von 990 US-Dollar ist er bei weitem kein Schnäppchen. Die modernere Architektur besitzt dabei aber der Core i7-4770K, da er schon auf der Haswell-Architektur aufbaut.

Mit 555 US-Dollar zwar ebenfalls nicht günstig aber immerhin etwas erschwinglicher ist das nächstkleinere Modell, der Intel Core i7-4930K. Er ist mit einem Basistakt von 3,4 GHz nicht nur etwas langsamer getaktet als sein großer Bruder, sondern muss auch mit einem 12 MB großen L3-Cache auskommen. Zudem fällt der Turbo-Takt mit 3,9 GHz nicht mehr ganz so hoch aus.

Einstieg in die Welt von "Ivy Bridge-E" ermöglicht der Intel Core i7-4820. Er muss jedoch mit vier Kernen vorliebnehmen, besitzt dafür mit 10 MB einen etwas größeren L3-Cache als ein Intel Core i7-4770K und ist zudem mit einem Preis von 310 US-Dollar etwas günstiger als das schnellste "Haswell"-Modell. Die Taktraten belaufen sich hier auf zwischen 3,7 und 3,9 GHz. Neben den leicht höheren Taktfrequenzen und dem etwas größerem Cache gibt es auch eine deutlich höhere Anzahl an Lanes - doch dazu auf der nächsten Seite mehr.

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CPU-Z-Screens vom i7-4960X - einmal ohne Turbo-Boost und einmal mit höchstem Boost-Takt.


Während Intel beim Umstieg von "Ivy Bridge" auf "Haswell" einen neuen Sockel einführte, bleibt beim Umstieg in der High-End-Klasse alles beim Alten - nicht einmal einen neuen Chipsatz gibt es. So muss auch beim Intel Core i7-4960X und seinen zwei Mitgesellen der X79-Chipsatz (Codename "Waimea Bay") eingesetzt werden. Damit bringt Intel leider keinen frischen Wind in das Getümmel der X79-Mainboards. Dieser wäre eigentlich nötig gewesen, denn die "Patsburg"-Familie bringt lediglich nur eine geringe Anzahl von SATA-III-Schnittstellen mit sich und verzichtet ganz auf moderne USB-3.0-Schnittstellen.

Die Vorgängerplattform in Form des Sockels LGA1366 setzte zur Kommunikationen mit der CPU auf ein QPI (QuickPath Interconnect). Beim X79-Chipsatz greift man auf ein DMI-Interface wie bei den normalen Desktop-Modellen zurück. Dieses fand bereits früher zur Verbindung zwischen North- und Southbridge Verwendung. Intel hat den DMI auf 20 GB/s angesetzt, um den Bedürfnissen einer schnellen Verbindung gerecht zu werden. Der Prozessor selbst stellt insgesamt 40 PCI-Express-Lanes zur Verfügung, die theoretisch bis zu 8 GT/s leisten können und somit die PCI-Express-3.0-Spezifikation vollends unterstützen.

Damit können wahlweise zwei Grafikkarten über die vollen 16 Lanes und ein dritter 3D-Beschleuniger über acht Lanes angesteuert werden. Alternativ lassen sich drei Modelle über acht Lanes anbinden und eine vierte Grafikkarte über die vollen 16 Lanes. Auch fünf PCI-Express-Karten sind denkbar. Dann wird der erste Slot über 16 Lanes angesprochen, die jeweils nächsten zwei nächsten Pixelschubser über acht und vier Lanes.

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Der X79-Chipsatz entspricht im Großen und Ganzen leider noch dem P67-Chipsatz und bringt somit keinerlei USB-3.0-Schnittstellen mit sich. 

Der Chipsatz stellt maximal sechs SATA-Ports zur Verfügung, von denen vier mit SATA 3 Gbit/s und lediglich zwei mit der aktuellen 6-Gbit/s-Version unterstützt werden. Will ein Boardpartner mehr SATA-III-Ports verbauen, muss er eigene Zusatzchips anbringen. Gleiches gilt für USB 3.0. Hier gibt es aber Werk keinen einzigen Port der dritten Generation. Einzig 14 Schnittstellen der zweiten Generation sind ohne Zusatzchips mit Intels X79-Chipsatz möglich.

Weiterhin kommen über den Chipsatz acht PCI-Express-2.0-Lanes, ein Gigabit-Ethernet-Port, HD-Audio und Intels Rapid-Storage-Technology (RST). Vergleicht man damit den X79-Chipsatz mit dem P67/Z68, so fallen die Ähnlichkeiten bei den Spezifikationen – Differenzen gibt es praktisch keine. Schade, dass hier Intel die größten Mankos nicht aus der Welt schaffen wollte.


Die Testsysteme haben wir neu aufgebaut - entsprechend kommen bei diesem Vergleich die neuesten Treiber und Systemupdates zum Einsatz. Für alle Systeme haben wir eine Basisausstattung verwendet, die möglichst identisch belassen wurde. Ändern müssen wir natürlich neben der CPU das Mainboard und teilweise auch die Speicherausstattung. Folgende Basiskomponenten sind für alle Systeme identisch:

Für die Haswell-Modelle und kompatible Sockel-1150-Prozessoren setzten wir folgende Konfigurationen ein:

Für die Ivy-Bridge-Modelle und kompatible Sockel-1155-Prozessoren setzten wir folgende Konfiguration ein:

Für den mitgetesteten Sockel 2011 setzten wir folgende Konfiguration ein:

Für die mitgetesteten AMD-Modelle setzten wir folgende Konfiguration ein:

Als Software setzten wir Windows 8 64 bit ein, jeweils mit aktuellstem Service-Pack, Treibern und Benchmark-Versionen. Wir verwendeten für alle Systeme als Timings 9-9-9-24 1t, auch wenn dies von den Herstellern anders vorgesehen wird (z.B. Ivy Bridge: 11-11-11 2t mit vier Speichermodulen, 11-11-11- 1t mit zwei Speichermodulen), um Timing-Unterschiede möglichst nicht zu berücksichtigen.

Wie man sehen kann, haben wir einheitlich auf ASUS-Mainboards gesetzt. Hierbei ist jedoch teilweise durch eine automatische Übertaktung im Bios eine manuelle Turbo-Frequenz-Einstellung notwendig. Bei "Auto"-Settings setzt ASUS gerne mal auch für Volllast den höchsten Single-Core-Multiplikator an und übertaktet so automatisch die CPU. Diesen Effekt wollten wir hier natürlich nicht haben und setzten, sofern ASUS dies bei den Mainboards entsprechend umgesetzt hat, die Turbo-Frequenz manuell auf die von Intel spezifizierten Werte. Sofern möglich wurden alle Prozessoren mit bestmöglichen Einstellungen und aktiviertem Stromsparbetrieb betrieben.


Neue Stromspartechniken hin, 22-nm-Technik her - wichtig ist, was am Ende auf dem Tacho steht. Wir haben also ein Komplettsystem einmal im Windows-Idle-Betrieb und einmal mit Prime 95 unter Volllast getestet, um herauszufinden, wie sich der Stromverbrauch von Haswell im Verbrauch zur Vorgängergeneration und anderen Prozessormodellen verändert hat. Wir verwenden dabei die Testsysteme, die wir auch für die Benchmarks verwendet haben (siehe Beschreibung auf der Seite "Testsystem"). Gemessen wird hier das Komplettsystem, inklusive einer Radeon HD 7970-Grafikkarte. Der Stromverbrauch wird an der Steckdose gemessen, enthalten sind also auch Wirkungsverluste des Netzteils, wobei wir mit dem Seasonic P-660 ein sehr sparsames Modell mit 80-Plus-Platinum-Zertifikat eingesetzt haben.

Unter Windows im Idle-Betrieb wurden von uns folgende Leistungswerte ermittelt:

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Der Umstieg auf den 22-nm-Prozess hat sich gelohnt. Die Leistungsaufnahme im Leerlauf kann sich durchaus sehen lassen und konkurriert eher mit den alten "Sandy Bridge"-Vierkernen als mit Intels "Sandy Bridge-E"-Plattform. Im Vergleich zum Intel Core i7-3970X und i7-3960X kann der Intel Core i7-4960X gut 20 Watt einsparen.

Unter Last wurden von uns folgende Leistungswerte ermittelt:

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Auch unter Volllast liefert Intels neue "Ivy Bridge-E"-Plattform ein sehr gutes Bild ab und kann seinen Vorsprung von etwa 20 Watt gegenüber "Sandy Bridge-E" beibehalten. Unser Testsystem zog bis zu 240,1 Watt aus der Steckdose - etwa fast so viel wie ein AMD FX-8150-Prozessor von AMD. Die Vierkern-CPUs liegen aber weiterhin deutlich in Führung.

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Ein kleiner Grund für den niedrigeren Verbrauch ist auch die Taktfrequenz von 1200 MHz und die niedrigere Spannung, die jetzt bei "Ivy Bridge-E" im Idle-Betrieb anliegt.

Um Leistungsaufnahme und Abwärme einzusparen, taktet sich der Intel Core i7-4960X automatisch auf 1.200 MHz zurück und senkt auch seine Spannung auf etwa 0,8 Volt ab. 


Wir beginnen mit einigen synthetischen CPU-Benchmarks:

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Da Intels neue "Ivy Bridge-E"-Prozessoren nun Unterstützung für bis zu 1866 MHz schnellen DDR3-Arbeitsspeicher mit sich bringen, steigt die Speicherbandbreite um gut fünf Gigabyte weiter an. Der große Abstand zu "Haswell" und der AMD-Konkurrenz ist aber noch immer dem Quad-Channel-Speicherinterface zuzuschreiben. 

 

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Einen großen Sprung macht auch die Cache- und Speicher-Leistung des Intel Core i7-4960X, die auf insgesamt 234,7 GB/Sek. ansteigt. Intels ehemaliges Flaggschiff leistete hier noch bis zu 178,85 GB/Sek. Die Änderungen innerhalb der "Ivy Bridge"-Architektur scheinen hier besonders gut Früchte zu tragen.

 

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Gleiches gilt für die Kryptografie-Leistung des Intel Core i7-4960X. 

 

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Bei der Arithmetik-Leistung fällt der Unterschied zu "Sandy Bridge-E" nicht mehr ganz so groß aus - trotzdem reicht es für den Intel Core i7-4960X noch immer für die Führung.

 

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Deutlich schneller als sein direkter Vorgänger ist der Intel Core i7-4960X auch beim wPrime-Benchmark nicht. Hier setzt man sich nur um wenige Sekunden vor den Intel Core i7-3970X. Im Vergleich zu den Vierkern-Prozessoren oder den Achtkern-Modellen von AMD fällt die Leistung sehr ordentlich aus.

 

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In unserem TrueCrypt-Benchmark setzt sich der neue Intel Core i7-4960X abermals an die Spitze des Feldes und überflügelt seine Vorgänger-Plattform um knapp 25 MB pro Sekunde. 


Wir starten mit den Anwendungs-Benchmarks:

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Dank der höheren Taktraten spuckt auch der Cinebench R11.5-Bechnmark ein paar Punkte mehr aus. Wir können unserem heutigen Testkandidaten runde zwölf Punkte bescheinigen. Ein Core i7-3970X bringt es hier auf knapp elf Punkte, ein Intel Core i7-4770K hingegen auf etwa 8,6 Punkte.

 

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Den Frybench-Benchmark schließt der Intel Core i7-4960X ebenfalls am schnellsten ab und kann drei Sekunden Vorsprung zum Intel Core i7-3970X herausholen. 

 

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In unserem Gimp-Test ist der Leistungsunterschied zwischen "Sandy Bridge-E" und "Ivy Bridge-E" nur minimal.

 

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Etwas zulegen kann "Ivy Bridge-E" auch im Benchmark von x264. Bis zu 82,18 bzw. 20,62 fps waren möglich.


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Mit 39,83 zu 40,01 Sekunden setzt sich der Intel Core i7-4960X nur um ein paar Hundertstel vor seinen direkten Vorgänger.

 

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Gleiches gilt für unseren Komprimierungs-Test unter WinRar - hier liegt der Intel Core i7-4960X sogar mit dem Intel Core i7-3970X gleich auf.

 

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Etwas größer fällt der Unterschied wieder bei 7-Zip aus. Hier stehen sich 31.541 und 30.926 bzw. 30.545 MIPS gegenüber. Zum Vergleich Intels aktuelles "Haswell"-Topmodell bringt es hier nur auf 22.943 MIPS.


Weiter geht es mit diversen Spielen und dem 3DMark 2011:

3DMark und 3DMark 11

Auch die neueste Generation des 3DMark wollen wir mit in den Benchmark-Parcour aufnehmen. Beim 3DMark 11 handelt es sich um den ersten vollständigen DirectX-11-Benchmark aus dem Hause Futuremark. Aus diesem Grund macht er auch ausgiebig Gebrauch von Tessellation, Depth of Field, Volumetric Lighting und Direct Compute. Obligatorisch ist natürlich auch die Unterstützung für Multi-Core-Prozessoren mit mehr als vier Kernen. Der Download ist in unserer Download-Area möglich.

3dmark11_2_rs 3dmark11_1_rs
3dmark11_4_rs 3dmark11_3_rs

Zum kostenlosen Download von Futuremarks 3DMark 11 gelangt man über diesen Link.

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Intels neue "Ivy Bridge-E"-Plattform kann bei beiden aktuellen 3DMarks von Futuremark kräftig zulegen und seinen direkten Vorgänger mit einem deutlich Leistungsplus von etwa vier bzw. elf Prozent in die Flucht schlagen. 

 

FarCry 3

Der neuste Teil der Far-Cry-Serie basiert auf der Dunia Engine 2 und wurde von Ubisoft entwickelt. Es entführt den Spieler auf eine tropische Insel, wo er den Protagonisten Jason Brody spielt, der dort mit seinen Freunden Urlaub macht. Als er und seine Freunde von Piraten gefangen werden, gelingt es ihm als einzigen zu entkommen. Mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung tritt er nun an, um seine Freunde zu retten und die Piraten zu besiegen. Far Cry 3 kann wie auch die ersten beiden Teile mit einer beeindruckenden Grafik überzeugen. Dabei kommt DirectX 11 in Verbindung mit Kantenglättung, Umgebungsverdeckung und schönen Texturen sowie einer hohen Detaildichte zum Einsatz, womit auch High-End-Grafikbeschleuniger an ihre Grenzen gebracht werden.

Screenshot zu Far Cry 3 Screenshot zu Far Cry 3
Screenshot zu Far Cry 3 Screenshot zu Far Cry 3

Zur Vollversion von Far Cry 3 gelangt man über diesen Link.

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Bei der Gaming-Performance in Far Cry 3 leistet der Intel Core i7-4960X die meisten FPS, wenngleich der Unterschied kaum messbar ist.

 

Anno 2070

Anno 2070 spielt entgegen seiner vier Vorgänger nicht mehr in der Vergangenheit sondern knapp 60 Jahre in der Zukunft. Das Spielprinzip blieb grundsätzlich gleich, das heißt fremde Inseln erkunden, besiedeln, Wirtschaftskreisläufe aufbauen, um die Bedürfnisse der unterschiedlichen Bevölkerungsteile zu befriedigen, und sich in der Diplomatie üben. Neu sind die drei Fraktionen: Die Ecos setzen auf regenerative Energie und erhalten die Natur, während ihr Gegenpart, die Tycoons, durch Schwerindustrie die Umwelt verschmutzen. Die dritte Fraktion, die Techs, ermöglicht es, neue Techniken zu nutzen und auf dem Meeresboden zu siedeln. Die großen Inseln, die lebendige Flora und Fauna und die fantastischen Wassereffekte der eigens von Related Designs entwickelten Engine (DX11) verlangen auf der höchsten Detailstufe der Grafikkarte einiges ab.

 
 

Zur Vollversion von Anno 2070 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

 

Anno 2070, 1920x1080, 4xAA, high

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Auch im beliebten Strategiespiel Anno 2070 kann sich der Intel Core i7-4960X nur um wenige Prozentpunkte vor seine Vorgänger-Generation setzen. 


Black Ops 2 ist der letzte und aktuellste Teil der "Call of Duty"-Reihe, die nun aber eine Überarbeitung erfahren soll. Die Welt befindet sich inmitten eines zweiten kalten Krieges zwischen der Volksrepublik China und den Vereinigten Staaten um die kostbaren Metalle der Seltenen Erden. Das Verbot des Exports verleitet die USA dazu, mit einem Cyberangriff die chinesische Börse lahmzulegen. Es kommt zum Konflikt zwischen den beiden Parteien, der allerdings nicht offen ausgefochten wird.

Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2 Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2

Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2 Screenshot zu Call of Duty: Black Ops 2

Zur Vollversion von Call of Duty: Black Ops 2 gelangt man über diesen Link.

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Was auch für Call of Duty: Black Ops II gilt.

 

Metro 2033

Eine unwirtliche und verstrahlte Umwelt, Mutanten und ständige Bedrohungen - all diese Elemente nutzen die Ex-S.T.A.L.K.E.R. Entwickler 4A Games Studios, um den Spieler in die Welt von Metro 2033 zu entführen. Im Jahr 2033 hat sich die Menschheit mal wieder bekriegt und durch einen Atomschlag gegenseitig fast in die Luft gebombt. Eine Hand voll Überlebende hat sich in die Systeme der Moskauer U-Bahn zurückgezogen, um dort Zuflucht zu suchen. Zum Leidwesen der Flüchtlinge ist dieser Ort nicht ihre alleinige Heimat, auch feindselige Kreaturen, die sich an die giftige Atmosphäre gewöhnt haben, sind dort anzutreffen. Ihr Ziel: die verbleibenden Menschen ausrotten! Ob sie nun rohe Gewalt oder ausgeklügelte Taktik anwenden, es bleibt ihnen überlassen, wie sie das Ziel erreichen. Wie schon bei ihrem Erstlingswerk schaffen die Entwickler eine Wahnsinnsatmosphäre und lassen mit der A4-Engine (DX11) selbst moderne Grafikkarten an ihre Grenzen kommen.

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Metro_3_rs Metro_4_rs

Zur Vollversion von Metro 2033 in unserem Preisvergleich gelangt man über diesen Link.

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Einen größeren Leistungsgewinn ergibt sich bei Metro 2033. Hier konnte der Intel Core i7-4960X bei hoher Auflösung immerhin um knapp zwei FPS zulegen. 

 

The Elder Scrolls V: Skyrim

Der fünfte Teil der The-Elder-Scroll-Reihe spielt in der namensgebenden Provinz Skyrim (dt. Himmelsrand). Die Handlung dreht sich um die Rückkehr der Drachen, wie sie in den "Elder Scrolls" vorhergesagt wurde. Der Spieler übernimmt die Rolle eines "Dovahkiin", eines Individuums mit dem Körper eines Menschen und der Seele eines Drachen. Der Spieler durchstreift bei dem Kampf gegen die Drachen opulente Städte mit verschlungenen Gassen und atemberaubende Landschaften, deren Grenze buchstäblich der Himmel ist. Mit seiner hohen Weitsicht und der detaillierten Vegetation bringt Skyrim so manches System ins Schwitzen.

Crysis1_rs Screenshot zu The Elder Scrolls V Skyrim
Screenshot zu The Elder Scrolls V Skyrim Screenshot zu The Elder Scrolls V Skyrim

Zur Vollversion von Elder Scrolls V: Skyrim gelangt man über diesen Link.

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Bei The Elder Scrolls V sind es wieder nur ein paar FPS hinter dem Komma.


Abschließend an die Benchmarks möchten wir noch das Performanceranking aufzeigen. Darin haben alle Benchmarks berücksichtigt und gleich gewichtet. Als Basis diente dabei der jeweils langsamste Prozessor eines jeden Benchmarks. Die normierten Werte, zeigen "Ivy Bridge-E" vor seinen direkten Vorgänger. Im Schnitt leistet die Intel Core i7-4960X knapp drei Prozent mehr und liegt wie zu erwarten an der Spitze unseres Testfeldes. Weit abgeschlagen sind AMDs FX-Prozessoren und vor allem die kleinen APUs auf "Trinity"-Basis.

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Auf dieser Seite schauen wir uns das Performance-pro-Watt-Verhältnis der Prozessoren an. Hierfür haben wir die Leistung über allen Benchmarks in einen Index zu gleichen Teilen einfließen lassen und zur Leistungsaufnahme unter Last in Bezug gestellt. Folgende Prozessoren sind hier am effizientesten:

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Der Intel Core i7-4960X reiht sich damit im guten Mittelfeld ein - profiziert er doch vor allem durch den Wechsel auf die fortschrittlichere 22-nm-Fertigung. Vor seinen direkten Vorgänger und überhaupt vor die "Sandy Bridge-E"-Generation kann er sich aber mit großem Vorsprung absetzen und konkurriert eher mit Intels Core i7-2600K oder AMD FX-8320.


Was bringt ein schneller Prozessor, wenn man sich ihn nicht leisten kann? Wir haben einen Blick in unseren Preisvergleich geworfen und die aktuellen Straßenpreise aller Prozessoren des Testfeldes miteinander verglichen. Gezählt wurde jeweils die günstigste Boxed-Version in unserem Preisvergleich in Deutschland. Da dort der Intel Core i7-4960X noch nicht gelistet lag, nahmen wir hierfür die unverbindliche Preisempfehlung seitens der Chipschmiede. 

Zu beachten ist allerdings, dass sich die Preise meistens ein paar Tage nach dem Launch zugunsten der Neuvorstellungen verschieben, da die Shops die geringe Anzahl an lagernden Produkten zunächst zu einem höheren Preis an die Early Adopter verkaufen. Der Preis passt sich im Anschluss an und dementsprechend kann sich das Preis-Leistungsverhältnis der "Ivy Bridge-E"-Prozessoren noch etwas verbessern.

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Mit einem Preis von 990 Euro ist der Intel Core i7-4960X der teuerste Prozessor des Testfeldes und liegt damit leider in Sachen-Preisleistung auf dem hintersten Rang - dicht gefolgt von den früheren Vertretern des Sockel LGA2011. 


Auch wenn der Intel Core i7-4960X in allen Benchmarks und Leistungstests stets an der Spitze unseres Testfeldes lag, haben wir den Multiplikator weiter nach oben gesetzt. Dank der Zugehörigkeit zur Extreme-Edition-Reihe ist dieser wie bei den "K"-Modellen auch nach oben hin geöffnet. Auch beim Overclocking hat Intel ein paar Verbesserungen im Vergleich zu "Sandy Bridge-E" implementiert. So lässt sich der Multiplikator jetzt auf bis zu 63 erhöhen (vorher: 57x) und die CPU so in 100-MHz-Schritten übertakten. Der Speichertakt lässt sich in Schritten von 266 MHz anpassen, die BLCK in 1-MHz-Schritten erhöhen oder aber über ein Verhältnis von 1.25 und 1.67 beschleunigen. Auch erlaubt "Ivy Bridge-E" nun eine Anpassung der Spannungen und Power Limits in Echtzeit.

Unseren Overclocking-Test haben wir dabei zweigeteilt. Mit Standard-Spannung, die bei unserem Testmuster bei knapp über 1,4 Volt lag, konnten wir die sechs Rechenkerne auf bis zu 4,3 GHz beschleunigen. Im zweiten Schritt erhöhten wir die Spannung auf 1,45 Volt und drehten weiter an den Takt-Reglern. Am Ende standen weitere 300 MHz mehr auf dem Zähler. Insgesamt konnten wir unseren Test-Prozessor auf 4,5 GHz übertakten. Mit etwas höherer Spannung und besser Kühlung sowie etwas Glück dürften wohl noch ein paar Megahertz mehr aus der "Ivy Bridge-E"-Architektur herauszuholen sein. Für den Anfang ist das aber ein Ergebnis, das sich durchaus sehen lassen kann.

Leistungsmäßig hatte unser Overclocking wie folgt Einfluss auf die Leistung des Prozessors.

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Schon vor dem Launch des Intel Core i7-4960X hatte Intel ein leichtes Spiel: Mit der Vorstellung der ersten "Haswell"-Prozessoren konnte der Chipriese im Vergleich zur Vorgänger-Generation noch einmal in Sachen Leistung und Energieeffizienz einen oben draufsetzen und der Konkurrenz AMD einen ordentlichen Strich durch die Rechnung machen. Trotzdem besaß man mit dem Intel Core i7-3970X und i7-3960X noch immer die schnellsten Prozessoren am Markt und das teils schon seit November 2011. 

Mit der neuen "Ivy Bridge-E"-Plattform setzt Intel die Messlatte noch einmal ein paar Treppenstufen nach oben. Das von uns getestete Flaggschiff, der Intel Core i7-4960X, überflügelt seine Vorgänger je nach Benchmark zwischen drei und 20 Prozent. Im Schnitt fällt das Leistungsplus zum bisher schnellsten Prozessor der LGA2011-Plattform aber mit etwa 13 Prozent eher etwas mau aus. Ein Großteil der Zusatzleistung entsteht dabei durch den höheren Speichertakt, teilweise aber auch durch den etwas höheren Turbo-Takt und die minimalen Architektur-Änderungen.

Dafür konnte Intel vor allem die Leistungsaufnahme verbessern. Sowohl im Leerlauf wie auch unter Last spart der neue "Ivy Bridge-E"-Prozessor gut 20 Watt im Vergleich zum Intel Core i7-3970X ein und konkurriert damit eher mit Vierkern-Prozessoren der "Sandy Bridge"-Klasse wie dem Intel Core i7-2600K. Dazu beigetragen hat vor allem der Umstieg auf das fortschrittliche 22-nm-Verfahren, das aktuell auch bei "Haswell" zum Einsatz kommt. 

Dass Intels "Ivy Bridge-E"-Plattform die Luxusklasse darstellt, zeigt nicht nur die enorm hohe Leistung und der Preis von fast 990 Euro, sondern auch der Sockel LGA-2011. Im Gegensatz zum Umstieg auf "Haswell" hat Intel für "Ivy Bridge-E" den Sockel nicht gewechselt. Mainboards beginnen preislich bei unter 160 Euro und gehen hoch bis über 470 Euro. Zwar bietet der X79-Chipsatz in Verbindung mit "Ivy Bridge-E" vor allem für Multi-GPU-Systeme ausreichend viele Lanes, doch hinkt er bei den Anschlüssen dem aktuellen Z87-Chipsatz oder der AM3-Plattform von AMD hinterher. Noch immer müssen Boardpartner USB-3.0-Unterstützung mit Zusatz-Chips nachliefern - ab Werk unterstützt X79 lediglich USB-2.0-Ports. Gleiches gilt für SATA III, wovon es ab Werk lediglich zwei Ports gibt. Schade, dass Intel diesen Umstand mit einem kleinen Refresh des Chipsatzes nicht aus der Welt geschafft hat. 

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Ohne Konkurrenz: Intels Core i7-4960X hat keinen Gegenspieler.

Intels Core i7-4960X steht in Sachen Leistung ohne einen direkten Gegenspieler da - kaum ein Prozessor ist so schnell wie er. Dafür kostet das Modell mit über 900 Euro aber auch eine richtige Stange Geld. Hinzu kommen teure Mainboards und vier Speicherriegel. Eigentlich ziemlich unvernünftig, denn für den Gamer ist und bleibt "Haswell" weiterhin die perfekte Plattform - sowohl preislich wie auch von der Leistung her, denn bei den Spielebenchmarks kann sich der Core i7-4960X nur hinter dem Komma leicht an die Spitze setzen. Wer jedoch das Geld hat oder aber seinen Fokus auf Multithread-Anwendungen gelegt hat, ist bestens bedient. Wer mehr als zwei Grafikkarten betreiben möchte, der fährt mit X79 ebenfalls besser.

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Positive Aspekte des Intel Core i7-4960X:

Negative Aspekte des Intel Core i7-4960X: