Test: AMD A10-6800K und A10-6700

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amd a-seriesNachdem Intel bereits am Wochenende seine neuen "Haswell"-Prozessoren (zum Hardwareluxx-Test) enthüllte, lässt auch AMD pünktlich zur Computex 2013 seine "Richland"-APUs auf das normale Desktop-Segment los. Die Modellbezeichnung der 5000er-Reihe rutscht um eine tausender Stelle weiter. Insgesamt stellen die US-Amerikaner fünf neue Ableger vor, die sich nicht nur innerhalb ihrer Taktraten unterscheiden, sondern auch bei der integrierten Grafikeinheit mal mehr oder mal weniger Recheneinheiten aufweisen können. Viel Neues im Vergleich zu "Trinity" oder gar gegenüber den "Richland"-Notebook-Vertretern gibt es aber nicht.

Erst am vergangenen Samstag ließ Intel den Vorhang für seine neueste Prozessoren-Generation fallen. Wie unser ausführlicher Launch-Artikel zeigt, fällt die Leistung von "Haswell" aber nicht allzu viel höher aus als die von "IvyBridge" - die Unterschiede liegen meist im einstelligen Prozentbereich. Kein Wunder, schließlich sind die Optimierungen bei "Haswell" eher im Detail zu finden und das neue Topmodell des ebenfalls taufrischen LGA1150-Sockels besitzt den gleichen Basis- und Boost-Takt sowie die nominell gleiche Cache-Ausstattung und Speicherkompatibilität wie sein direkter Vorgänger. Dafür hat Intel weiter die Effizienz verbessert und vor allem an der integrierten Grafikeinheit geschraubt und diese fast um den Faktor 2 beschleunigen können. Intel kann es sich derzeit leisten, nur geringfügig schnellere Prozessoren auf den Markt zu werfen und die Preise hoch zu halten - die Konkurrenz kann in Sachen Leistung und Effizienz kaum mithalten. Die hat ihren Fokus aber ein bisschen verlagert. Anstatt mit Intel ins alljährliche Rennen um die Performance-Krone zu ziehen, bauen die US-Amerikaner derzeit eher sparsame Modelle mit einer hohen Grafikleistung. Mit "Haswell" hat Intel in diesen beiden Segmenten kräftig aufgeholt. Um die Messlatte wieder höher zu setzen, schickte AMD seine "Richland"-Reihe, die schon seit Beginn des Jahres auf dem Notebook-Segment ihr Unwesen treibt, auf den Desktop-Markt und positioniert die neuen A10-APUs gegen Intels Core-i5-Reihe. Die kleineren A8- und A6-Varianten sollen es hingegen mit Intels Core-i3-Prozessoren aufnehmen können.

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Heute im Test: AMDs erste Desktop-APUs auf "Richland"-Basis

Große Unterschiede im Vergleich zu den Notebook-Ablegern und auch zur vorangegangenen "Trinity"-Plattform gibt es aber nicht. "Richland" ist eher als kleines Performance-Upgrade bzw. als "Trinity 2.0" zu bezeichnen. AMD erhöhte auf dem Papier lediglich die Taktraten, feilte ein wenig an der Grafikeinheit seiner neuen APUs und möbelte die Speicherunterstützung zumindest beim A10-6800K etwas auf. Zudem sollen alle fünf APU-Neulinge durch Optimierungen an der 32-nm-Fertigung bei Globalfoundries und innerhalb der Spannungs- und Taktstufen die Effizienz verbessern.

Mit der NVIDIA GeForce GTX 780, der GeForce GTX 770, den neuen GeForce-700M-Grafikkarten, Intels neuer "Haswell"-Generation und der dazugehörigen Umstrukturierung der Testsysteme sowie der Computex-Planung, die derzeit umgesetzt wird, war die Hardwareluxx-Redaktion in den letzten Tagen sehr gut ausgelastet. Einen Artikel zu allen neuen CPU- und GPU-Generationen konnten wir unseren Lesern aber trotzdem stets pünktlich präsentieren. Im Falle von "Richland" war die Zeit jedoch sehr knapp, weswegen der Artikel nicht ganz so ausführlich ausfällt, wie von uns eigentlich gewohnt. Aufgrund des kleinen Performance-Upgrades ist dies aber auch zu verschmerzen, zumal wir uns mit "Trinity" und den mobilen "Richland"-Ablegern schon an anderer Stelle beschäftigt hatten. 


Mit den "Haswell"-Prozessoren hielt bei Intel wieder einmal mehr ein neuer Sockel Einzug. Die Zeiten, in denen die Plattformen über einen längeren Zeitraum Bestand hatten, sind längst vorbei. Auch AMD hat jüngst zu spüren bekommen, dass der ständige Plattform-Wechsel nicht gerade gut bei den Anwendern ankommt. Der FM1-Sockel, auf dem die ersten Desktop-APUs Platz fanden, war gerade einmal 13 Monate aktuell. Nach dem Wechsel auf den nur leicht modifizierten FM2-Sockel gelobte AMD Besserung und versprach, den Sockel mit seinen 904 Pins noch mindestens drei Jahre aktuell zu halten. 

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Dank FM2-Sockel bleibt alles beim Alten, Upgrades bestehender Systeme sind damit günstig.

 

Gleicher Sockel und Chipsatz

Einen neuen Sockel oder neue Mainboards gibt es nicht. Nach dem Desaster des FM1-Sockels, welcher gerade einmal 13 Monate Bestand auf dem Markt hatte, versprach AMD den FM2-Nachfolger mindestens für drei Jahre aktuell zu halten. Bei "Richland" hat AMD dieses Versprechen gehalten. Alle neuen Modelle nehmen im Sockel FM2 Platz, der es auf 904 Pins auf der Kontaktseite bringt und mechanisch nicht kompatibel zu seinem 905 Pin starken Vorgänger ist - wobei eigentlich mit Gewalt alles möglich wäre, der Funktionalität aber nicht gerade helfen würde. Um die Plattform in Zukunft möglichst aktuell zu halten, hatte AMD "Virgo" mit dem Start von "Trinity" gehörig aufgemöbelt – vor allem den A85X, der es auf satte acht SATA-Ports mit 6 Gbit/s, vier USB-3.0-Schnittstellen und Unterstützung für PCI-Express-3.0-Grafikkarten samt Support für CrossFire-Verbundsysteme mit sich bringt – eben alles, was ein moderner Chipsatz benötigt.

Die preisgünstigeren A75- und A55-Modelle müssen unterdes auf den ein oder anderen SATA-Port oder voll und ganz auf die aktuelle USB-3.0-Schnittstelle verzichten. In der Vergangenheit wurde die gute Effizienz eines Prozessors oft durch einen hohen Stromverbrauch des Chipsatzes zunichtegemacht. Bei seiner aktuellen Generation soll dies nicht der Fall sein. AMD spricht für seine aktuellen Chips eine TDP von zwischen 2,7 und 4,7 Watt aus, fertigt diese aber noch immer im 65-nm-Verfahren. Die 23 x 23 mm großen Chips hat AMD fest mit dem Mainboard im FC-BGA-605-Ball verlötet.

 

Fünf neue Modelle

Insgesamt fünf neue Modelle schickte AMD heute ins Rennen, die allesamt 1,3 Milliarden Transistoren beherbergen. Topmodell der neuen "Richland"-APUs ist der A10-6800K, der auf zwei Module mit vier CPU-Kernen und eine Grafikeinheit der Radeon HD 8600er-Reihe zurückgreifen kann. Jeder Prozessor-Core verrichtet standardmäßig mit 4,1 GHz seine Dienste, kann dank eines Turbotaktes aber auch mit bis zu 4,4 GHz arbeiten. Verglichen mit dem direkten "Trinity"-Vorgänger ist das ein Taktupgrade von jeweils 300 MHz. Das nächst kleinere Modell reiht sich ebenfalls noch in die A10-Reihe, hört aber mit 6700 auf eine kleinere Bezeichnung im Namen. Außerdem ist das Kürzel "K" entfallen, womit sich der Multiplikator für Overclocking-Versuche nicht weiter nach oben treiben ließe. Ab Werk rechnet der A10-6700 mit 3,7 GHz 400 MHz langsamer als sein großer Bruder. Auch der Turbo fällt mit 4,3 GHz nicht ganz so hoch aus. Bei der integrierten Grafikeinheit müssen keinerlei Abstriche hingenommen werden. Einzig der Speichercontroller wurde etwas beschnitten. Anstatt mit 2133 MHz schnellen DDR3-Speicher zusammenzuarbeiten, sind standardmäßig nur 1866 MHz möglich. Die TDP beläuft sich bei beiden A10-Modellen auf 100 respektive 65 Watt.

Die beiden nächsten Modelle gesellen sich schon zur A8-Reihe und unterscheiden sich nicht nur innerhalb ihrer Taktfrequenz. Die Grafikeinheit ist zwischen dem A8-6600K und dem A8-6500 unterschiedlich schnell, wenngleich 44 MHz nicht für einen großen Leistungsunterschied sorgen sollten. Die vier CPU-Kerne des A8-6600K rechnen ab Werk mit 3,9 GHz und beschleunigen sich dank Turbo auf bis zu 4,2 GHz. Der A8-6500 begnügt sich hingegen mit 3,5 respektive 4,1 GHz. Die Vorgänger-Modelle waren mit 3,6/3,9 bzw. 3,2/3,7 GHz langsamer getaktet. Die maximale Leistungsaufnahme beziffert AMD auch hier auf 100 bzw. 65 Watt. Der L2-Cache verfügt im Übrigen bei allen vier Modellen über eine Kapazität von 4096 KB.

Einstieg in die neue "Richland"-Reihe ermöglicht der AMD A6-6400K. Dieser baut aber nicht mehr auf zwei Modulen respektive vier CPU-Kernen auf, sondern muss mit jeweils der Hälfte auskommen. Dafür fallen die Taktraten im Vergleich zu den beiden größeren Schwestermodellen deutlich höher aus. Diese rechnen mit 3,9 respektive 4,1 GHz. Auch die Grafikeinheit hat AMD weiter beschnitten – genau wie den L2-Cache, der mit 1 MB nur noch ein Viertel der ursprünglichen Größe aufweist. Die TDP beziffert die Chipschmiede auf 65 Watt.

Desktop-Modelle der A-Serie (Richland)
ProzessorA10-6800KA10-6700A8-6600KA8-6500A6-6400K
Preis ca. 135 Euro ca. 130 Euro ca. 110 Euro ca. 100 Euro ca. 70 Euro
TDP 100 Watt 65 Watt 100 Watt 65 Watt 65 Watt
Module / Threads 2
4
2
4
2
4
2
4
1
2
CPU-Frequenz 4,1 GHz 3,7 GHz 3,9 GHz 3,5 GHz 3,9 GHz
Turbo-Takt 4,4 GHz 4,3 GHz 4,2 GHz 4,1 GHz 4,1 GHz
Speicherinterface Dual-Channel DDR3-2133
(Low Voltage Support)
Dual-Channel DDR3-1866
(Low Voltage Support)
L2-Cache 4 MB 4 MB 4 MB 4 MB 4 MB
Grafik HD 8670D HD 8670D HD 8570D HD 8570D HD 8470D

 

Vergleich mit "Trinity"

Für unseren Test überließ uns AMD zwei Modelle. Neben dem A10-6700 gab es natürlich auch das neue Flaggschiff der "Richland"-Reihe. Auf dem Papier besitzen die neuen Modelle verglichen mit der Vorgänger-Generation lediglich höhere Taktraten und eine nominell schnellere Grafikeinheit, auf die wir auf der nächsten Seite noch einmal gesondert eingehen werden. Um einen besseren Überblick zu geben, hier der direkte Vergleich unserer beiden Testsamples mit den "Trinity"-Vorgängern:

Desktop-Modelle der A-Serie (Richland)
ProzessorA10-6800KA10-5800KA10-6700A10-5700
TDP 100 Watt 100 Watt 65 Watt 65 Watt
Module / Threads 2
4
2
4
2
4
2
4
CPU-Frequenz 4,1 GHz 3,8 GHz 3,7 GHz 3,4 GHz
Turbo-Takt 4,4 GHz 4,2 GHz  4,3 GHz 4,0 GHz
Speicherinterface Dual-Channel DDR3-2133
(Low Voltage Support)
Dual-Channel DDR3-1866
(Low Voltage Support)
L2-Cache 4 MB 4 MB  4 MB 4 MB
Grafik HD 8670D HD7660D  HD 8670D HD 7660D

 

cpuz 4770kscpuz 4670ks

CPU-Z-Screens vom AMD A10-6800K und A10-6700

Die beiden CPUz-Screens belegen die bereits genannten Spezifikationen von Richland. Die CPU-Kerne werden noch im 32-nm-Verfahren gefertigt, der Bus-Speed beläuft sich auf 100 MHz, der L2-Cache auf 4 MB und die TDP je nach Modell auf 100 bzw. 65 Watt. Die Spannung des AMD A10-6800K fällt wie schon beim Vorgänger verglichen mit anderen Prozessoren sehr hoch aus. CPUz liest 1,328 Volt aus. Der kleinere A10-6700 ist da schon deutlich sparsamer, was den doch gewaltigen Sprung in der TDP-Klasse untermauern würde.


Wie bei all seinen APUs legt AMD vor allem großen Wert auf eine hohe 3D-Performance der integrierten Grafikeinheit und hat diese im Vergleich zur "Trinity"-Vorgänger-Generation weiter aufgemöbelt und eine Generations-Stufe in der Modellbezeichnung weiter nach oben rutschen lassen. Je nach Modell gibt es drei unterschiedliche Ausführungen der integrierten Grafikeinheit: Das Flaggschiff, die Radeon HD 8670D, die mittlere Version Radeon HD 8570D und der langsamste Ableger, die Radeon HD 8470D, die vorzugsweise in den A4-Modellen zu finden sein wird. Innerhalb der Grafikarchitektur hat sich seit "Trinity" aber nicht viel getan. Die Grafikeinheit baut noch immer nicht auf dem aktuellen Graphics-Core-Next-Design von "Southern Island" auf, setzt stattdessen auf eine VLIW4-Architektur. Eine Einordnung als Radeon HD 6000/7000 wäre hier die klügere Wahl gewesen. Allerdings sind auch Features aus aktuellen Generationen übernommen worden. Hierzu zählen der "Unified Video Decoder" (UVD) der dritten Generation sowie die "Video Codec Engine" VCE, mit der sich HD-Inhalte mit bis zu 60 fps auf dem Grafikchip decodieren lassen. Auch der "Multi View Codec" (MVC) beschleunigt zwei HD-Streams gleichzeitig. Unterstützung für DirectX 11 ist ebenso mit von der Partie, wie AMDs Wireless-Display-Technologie, Cloud-Gaming und CrossFire-Unterstützung.

Wie schon das vorherige Topmodell setzt sich auch die Radeon HD 8670D aus sechs SIMD-Blöcken zusammen, die sich nochmals in 64 ALUs unterteilen. In der Summe stehen so 384 Streamprozessoren zur Verfügung. An jeden SIMD-Block sind vier TMUs gekoppelt, weswegen insgesamt 24 Texturier-Einheiten zur Verfügung stehen. Dazu gibt es zwei ROP-Partitionen mit jeweils zwei Rasterendstufen. Einen integrierten Speicher gibt es nicht. Dieser wird direkt vom Arbeitsspeicher abgezwackt. Da AMDs aktuelles Topmodell, der A10 6800K, jetzt mit 2133-MHz schnellen DDR3-RAM zurechtkommt, dürfte das die Grafikleistung etwas beschleunigen. Die kleineren Modelle müssen allerdings weiterhin mit 1866 MHz schnellen Speicher auskommen. Der Basis-Takt der Radeon HD 8670D wurde von ehemals 633 um knapp 200 MHz angehoben und rechnet jetzt mit 844 MHz. 

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Der 246mm2 große DIE einer aktuellen "Richland"-APU - die Grafik (rechts im Bild) nimmt fast 42 Prozent des Platzes ein

Bei der Radeon HD 8570D sind zwei SIMD-Blöcke dem Rotstift zum Opfer gefallen, weswegen ihr nur noch 256 Streamprozessoren und 16 TMUs zur Seite stehen. Der Basis-Takt (Ausnahme A8-6500) und die ROP-Ausstattung bleiben allerdings auf gleichem Level – genau wie bei der langsamsten Ausführung, der Radeon HD 8470D, die nochmals auf eine SIMD-Einheit verzichtet. Ihr stehen 192 Shadereinheiten zur Verfügung. Im Vergleich zum direkten "Trinity"-Vorgänger hat sich der Takt von 760 MHz nur leicht erhöht. Dieser liegt jetzt bei runden 800 MHz.

Grafikeinheit der Desktop-Modelle der A-Serie (Richland)
APU-ModellA10-6800KA10-5700A8-6600KA8-6500A6-6400
AMD Radeon HD 8670D HD 8670D HD 8570D HD 8570D HD 8470D
Cores 384 384 256 256 192
TMUs 24 24 16 16 12
ROPs 8 8 8 8 8
Basis-Takt 844 MHz 844 MHz 844 MHz 800 MHz 800 MHz
Speicher (max.) DDR3-2133 DDR3-1866 DDR3-1866 DDR3-1866 DDR3-1866

Wer die Grafikleistung verbessern möchte und trotzdem die Leistungsaufnahme nicht weiter nach oben treiben möchte, kann relativ kostengünstig upgraden und dank AMD Dual Graphics einen zusätzlichen diskreten Chip in den PCI-Express-Steckplatz des Mainboards hinzustecken. Je nach Modell kann das eine AMD Radeon HD 6450, 6570 oder 6670 sein. Die Leistung soll sich dann laut AMD um den Faktor 1,5 verbessern.


Die Testsysteme haben wir neu aufgebaut - entsprechend kommen bei diesem Vergleich die neuesten Treiber und Systemupdates zum Einsatz. Für alle Systeme haben wir eine Basisausstattung verwendet, die möglichst identisch belassen wurde. Ändern müssen wir natürlich neben der CPU das Mainboard und teilweise auch die Speicherausstattung. Folgende Basiskomponenten sind für alle Systeme identisch:

Für die Haswell-Modelle und kompatible Sockel-1150-Prozessoren setzten wir folgende Konfiguration ein:

Für die Ivy-Bridge-Modelle und kompatible Sockel-1155-Prozessoren setzten wir folgende Konfiguration ein:

Für den mitgetesteten Sockel 2011 setzten wir folgende Konfiguration ein:

Für die mitgetesteten AMD-Modelle setzten wir folgende Konfiguration ein:

Für den mitgetesteten AMD-Modelle setzten wir folgende Konfiguration ein:

Als Software setzten wir Windows 8 64 bit ein, jeweils mit aktuellstem Service-Pack, Treibern und Benchmark-Versionen. Wir verwendeten für alle Systeme als Timings 9-9-9-24 1t, auch wenn dies von den Herstellern anders vorgesehen wird (z.B. Ivy Bridge: 11-11-11 2t mit vier Speichermodulen, 11-11-11- 1t mit zwei Speichermodulen), um Timing-Unterschiede möglichst nicht zu berücksichtigen.

Wie man sehen kann, haben wir einheitlich auf ASUS-Mainboards gesetzt. Hierbei ist jedoch teilweise durch eine automatische Übertaktung im BIOS eine manuelle Turbo-Frequenz-Einstellung notwendig. Bei "Auto"-Settings setzt ASUS gerne mal auch für Volllast den höchsten Single-Core-Multiplikator an und übertaktet so automatisch die CPU. Diesen Effekt wollten wir hier natürlich nicht haben und setzten, sofern ASUS dies bei den Mainboards entsprechend umgesetzt hat, die Turbo-Frequenz manuell auf die von Intel spezifizierten Werte. Sofern möglich wurden alle Prozessoren mit bestmöglichen Einstellungen und aktiviertem Stromsparbetrieb betrieben.


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Mit seinen "Haswell"-Prozessoren hat Intel am letzten Wochenende ordentlich an der Grafikleistung seiner aktuellen Prozessoren geschraubt und ist AMD in vielen Benchmarks gehörig auf die Pelle gerückt. Mit "Richland" holt AMD zum Gegenschlag aus und setzt die Messlatte zumindest in dieser Disziplin wieder ein gutes Stück höher. Einzig in Metro 2033 und dem neuen 3DMark von Futuremark muss sich die Radeon HD 8670D des AMD A10-6800K Intels HD 4600 geschlagen geben. In allen anderen Benchmarks führt "Richland" stets das Feld unter den integierten Grafikeinheiten an. 

Bei der Leistungsaufnahme hat jedoch "Haswell" die Nase vorn. Der Intel Core i7-4770K begnügt sich unter Last mit gut 20 Watt weniger. Den Vergleich A10-6800K gegen A10-5800K gewinnt die neue "Richland"-Plattform ohne Zweifel. Die neue Grafiklösung arbeitet trotz gestiegener Leistung deutlich energieeffizienter und sorgt so für ein Einsparpotential von knapp 25 Watt.

Insgesamt gesehen hat AMD mit "Richland" bei der integrierten Grafiklösung noch immer die Nase vorn, wenngleich Intel mit "Haswell" deutlich aufgeholt hat. Einizg die Effizienz fällt unter Betrachtung des gesamten CPU-Marktes nicht mehr ganz so gut aus. 


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Der Nachbrenner, den AMD zumindest seinem A10-6800K spendiert hat, macht sich natürlich vor allem bei der Speicherbandbreite bemerkbar. Im Gegensatz zum A10-5800K, dem AMD noch 1866 MHz schnellen DDR3-Arbeitsspeicher zur Seite stellte, fällt der Durchsatz um fast 2 GB pro Sekunde höher aus. Dennoch liegt man damit noch immer im hinteren Viertel des Testfeldes. Einzig der AMD Phenom II X4 975 verfügt über eine geringere Speicherbandbreite.

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Der Cache- und Speicher-Test von SiSoft Sandra 2012 ist nicht gerade eine Parade-Disziplin für AMD-Prozessoren und -APUs. Selbst Intels Core-i5-Prozessoren meistern den Test besser als AMDs aktuellstes Achtkern-Flaggschiff. Die kleinen A10-APUs der 5000er- und auch 6000er-Reihe bilden allesamt das Schlusslicht, wenngleich sich die Situation bei "Richland" etwas gebessert hat. 

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Im Kryptografie-Benchmark kann sich "Richland" nur um wenige Prozentpunkte vor seinen direkten Vorgänger setzen, sieht den fast über zwei Jahren alten AMD Phenom II X4 975 Black Edition aber nur von hinten. Der A10-6700 fällt hinter den A10-5800K zurück.

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Gleiches Bild zeichnet sich im Arithmetik-Test von SiSoft Sandra 2012 ab.

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Ebenfalls keine große Stärke für AMD-Prozessoren scheint wPrime in Version 2.09 zu sein - vor allem bei den APUs der US-Amerikaner. Hier belegen alle drei Modelle, die wir im Zuge der Umstellung unserer Testsysteme bereits testen konnten, die jeweils letzten Ränge. Der A10-6800K konnte die Aufgabe aber mit einem Vorsprung von fast 40 Sekunden meistern, gefolgt vom kleinen Schwester-Modell, dem A10-6700.

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Bei TrueCrypt erreichen der A10-6800K und der A10-6700 einen Durchsatz von bis zu 133 respektive 126 MB pro Sekunde. Das "Trinity"-Topmodell war mit 124 GB/Sek. nur geringfügig langsamer. Auch hier ist der zwei Jahre alte AMD Phenom II X4 975 Black Edition schneller. 


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Im Cinebench-R11.5-Benchmark kann der AMD A10-6800K fast ein halbes Pünktchen mehr ergattern als noch sein direkter "Trinity"-Vorgänger. Der AMD 10-6700 schlägt sich ebenfalls nicht schlecht und reiht sich mit 3,36 Punkten exakt zwischen den beiden Topmodellen ein, die mit 3,61 und 3,32 Punkten aber auch in diesem Benchmark die hintersten Ränge des Feldes belegen. 

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Bei Frybench ist es genauso. Mit 12:14 Minuten absolvierte der AMD A10-5800K mit Abstand den Test am spätesten. Die Nachfolger-Generation auf "Richand"-Basis macht das jetzt in immerhin schon 11:05 Minuten. Zwischen dem anderen "Richland"- und -"Trinity"-Vertreter positioniert sich erneut der AMD A10-6800K.

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Im praxisnahen Gimp-Filtertest, bei dem wir ein hochauflösendes Foto mit vielen Details durch diverse Filter jagen, schlagen sich die APUs etwas besser. Hier scheinen die APUs durchgehend effizienter zu sein als selbst ein Achtkern-Prozessor von AMD, die teils ein Drittel der Zeit länger brauchen. Intels Core-i5- und -i7-Prozessoren sind aber durch die Bank die bessere Wahl für aufwendige Bildbearbeitungs-Szenarien. Sie leisten unterm Strich doch deutlich mehr. 

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Dies gilt auch beim Rendern von Bewegtbild, wo Intels "IvyBridge"- und sogar "SandyBridge"-Prozessoren mehr leisten als so mancher AMD-Prozessor. Die APUs bilden auch in diesem Test das Schlusslicht. Die Leistung zwischen "Trinity" und "Richland" konnte AMD in dieser Disziplin nur geringfügig verbessern. 


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AMDs Phenom II X4 975 sehen aktuelle APUs ausnahmsweise mal nicht von hinten. Mit 69 zu 63 Sekunden meistern sie die Aufgaben im PoV-Renderer etwas schneller als die vier Kerne der zweijährigen Quad-Core-CPU. "Trinity", in Form des A10-5800K, führte hier noch dicht an dicht ein Kopfrennen mit dem ehemaligen Flaggschiff von vor zwei Jahren.

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Bei der Komprimierung unseres 2 GB großen Archivs ist die Leistung der APUs ebenfalls weit von der Konkurrenz abgeschlagen, die die Dateien in fast der Hälfte der Zeit komprimiert. Die Leistung des A10-6800K konnte jedoch um gut neun Sekunden verbessert werden. Der AMD A10-5800K benötigte noch 3 Minuten und 14 Sekunden. 

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Bei 7-Zip sieht es nicht viel besser aus. Hier stehen sich 12.458 MIPS des AMD A10-6800K und 11.519 MIPS des A10-5800K gegenüber. Der A10-6700 rangiert mit 12.122 MIPS direkt dazwischen. Intels Core-Prozessoren beginnen mit 15.530 MIPS. 


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Bei den synthetischen Grafikbenchmarks fallen die A10-APUs wieder einmal mehr auf die letzten Ränge zurück. Einen leichten Vorsprung gegenüber der älteren "Trinity"-Generation bringt "Richland" aber trotzdem. A10-5800K und A10-6700 wechseln ständig ihre Plätze. Mal ist der "Trinity"-Vertreter schneller und ein anderes Mal der Ableger des "Richland"-Semesters. 

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Bei Far Cry 3 können die APUs bei geringer Auflösung und wenigen Details noch durchaus mit den großen Modellen des eigenen Hauses und der Konkurrenz mithalten. Einen FX-8150 schlägt der AMD A10-6800K um ein ganzes FPS. Setzt man allerdings die Auflösung ein paar Stufen höher und die Details herauf, so fallen "Richland" und "Trinity" wieder zurück.


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Gut spielbar mit unserer Radeon HD 7970 ist Call of Duty: Black Ops II mit allen aktuellen Prozessoren und APUs von Intel und AMD. 

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The Elder Scrolls V: Skyrim freut sich über den Taktsprung von "Trinity" auf "Richland". Das Rollenspiel läuft mit der neuen APU-Generation gut elf Prozent schneller über den Bildschirm - egal ob unter Full-HD oder nur mit einer Auflösung von 1024x768 Bildpunkten. 

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Der grafisch anspruchsvolle Ego-Shooter Metro 2033 bedankt sich sogar mit einm Zuwachs von bis zu 20 Prozent. 


AMD hatte sich die Ziele selbst sehr hoch gesteckt, positioniert man seine neuen A10-Modelle auf "Richland"-Basis doch gegen die Core-i5-Reihe von Intel. Unseren Benchmarks zufolge sehen sowohl der AMD A10-6700 wie auch der A10-6800K kein Land gegenüber den deutlich schnelleren Intel-Prozessoren: Auch dann nicht, wenn man sie mit dem langsamsten i5-Vertreter unseres Testfeldes vergleicht. Die zwei Module der "Richland"-APUs sind einfach zu schwach auf der Brust. Da hilft auch ein hoher Boost-Takt von 4,4 GHz nichts und erst recht nicht ein Basis-Takt von 4,1 GHz im Falle des aktuellen "Richland"-Flaggschiffs. Zieht man noch die Leistungsaufnahme zum Vergleich heran, die AMD ebenfalls durch Optimierungen an der 32-nm-Fertigung, den zusätzlichen Spannungs- und Taktstufen verbessert haben will, ändert das das Gesamtbild nicht wirklich. Zwar kann sich die Leistungsaufnahme im Leerlauf durchaus noch sehen lassen und mit den Intel-Vertretern mithalten, doch fallen die APUs unter Last deutlich zurück. Unser Testsystem zog gemeinsam mit dem neuen Topmodell bis zu vier Watt mehr aus der Steckdose als noch mit einem A10-5800K. Intels Core i5-3450 begnügte sich hier mit knapp über 116 Watt.

Anders fällt unser Fazit bei der integrierten Grafiklösung aus. Zwar hätte AMD diese besser als Radeon HD 6000 oder Radeon HD 7000 bezeichnen sollen, als diese jetzt als ein Modell der brandneuen Radeon-HD-8000-Reihe, die es auf dem Desktop-Markt noch nicht einmal zu kaufen gibt, zu verkaufen. Große Änderungen im Vergleich zur "Trinity"-Plattform, auf der noch der A10-5800K mit seiner Radeon HD 7670D aufbaute, gibt es nicht. Vielmehr setzt man noch immer auf das VLIW4-Design, welches zu Zeiten der Radeon-HD-6000-Familie zum Einsatz kam. Was den Generationssprung zumindest teilweise rechtfertigt, sind die zusätzlichen Features wie UVD 3.0 oder EWC, die man aus Generationen jüngeren Semesters übernahm. Leistungsmäßig setzten die integrierten Grafikchips, die laut AMD über 42 Prozent der Chipfläche einer "Richland"-DIE ausmachen, die Messlatte für Intel allerdings noch höher. Intel selbst konnte mit seinen neuen "Haswell"-Prozessoren zwar kräftig zur "Trinity"-Plattform aufrücken, doch sind die "Richland"-APUs bei der 3D-Leistung noch immer ein gutes Stück voraus. Spielspaß bringt "Richland" bei älteren Titeln oder bei neueren Spielen mit grafischen Abstrichen aber durchaus. Anno 2070 und selbst Metro 2033 waren mit geringen Qualitätssettings und Auflösungen durchaus spielbar. 

richland opener
Heute im Tests: AMDs erste Desktop-APUs auf "Richland"-Basis

AMD vermarket seine neuen "Richland"-Modelle als die "beste Plattform für den Mainstream-Gamer" und behält damit wohl auch Recht. Wer mehr Leistung aus dem Hause AMD möchte, sollte nach den US-Amerikanern aber lieber zum AM3+-Sockel greifen. Hier gibt es die meisten Cores, die zugegeben aber ebenfalls nicht gegen die Flaggschiffe von "Haswell" oder "IvyBridge" und erst recht nicht gegen "SandyBridge-E" antreten können. Wer bereits "Trinity" sein Eigen nennt, braucht nicht zu wechseln, selbst wenn die neuen APUs weiterhin in den Sockel FM2 Platz nehmen. AMD hat es derzeit sehr schwer auf dem Prozessoren-Markt. 

Postivie Aspekte von "Richland":

Negative Aspekte von "Richland":