Conroe Test Drive - ein Performance-Preview

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Am 23. Mai, genau an dem Tag, an dem AMD ihre neue AM2-Plattform vorstellte, lud Intel nach München: Die gesammelte europäische Presse hatte an zwei Tagen jeweils drei Stunden Zeit, an einem Core2-Duo-Testsystem einige vorinstallierte Benchmarks laufen zu lassen. Einzige Einschränkung: Eigene Programme durften nicht installiert werden und es durften auch keine Einstellungen an Treibern und im Bios vorgenommen werden. Auch Hardwareluxx war anwesend und konnte auf einem Core2 Duo E6700 einige Benchmarks laufen lassen, die wir heute präsentieren wollen.

Um allerdings nicht einen deckungsgleichen Artikel mit den wahrscheinlich anderen deutschen und internationalen Journalisten zu produzieren, die alle wie wir mit demselben Setup testen durften, haben wir uns etwas besonderes ausgedacht. Wir testen den Core2 Duo E6700 in diesem Sneak Preview nicht gegen den Athlon 64 FX-62, sondern gegen Intels bislang schnellstes Pferd, den Pentium Extreme Edition 965. Des Weiteren schauen wir auf die Takteffizienz des Core2 Duo und fragen, welche Taktfrequenz ein Netburst-Prozessor erreichen muss, um auf dieselbe Leistung zu kommen.

Gerüchten zu Folge soll der Core2 Duo Ende Juli das Licht der Welt bzw. die Regale der Händler erblicken. Dabei ist der E6700 nicht Intels Topmodell, es wird noch einen Core2 Extreme X6800 mit 2.93 GHz geben, der oberhalb dieser CPU angesiedelt ist. Auch soll Ende dieses Jahres noch ein X6900 mit 3.2 GHz folgen. Der Testprozessor ist mit 2.66 Ghz also recht moderat getaktet. Performancefans werden zudem aus dem Bios und Treiber noch ein wenig mehr Performance herausholen können, da wir hier keine Settings ändern konnten. Der DDR2-800-Speicher lief mit 4-4-4-12, verwendet wurde ein Catalyst 6.3 - hier ist also noch etwas Raum für Optimierungen.

Das Testsystem:

Das Core2-Duo-Testsystem im Betrieb

Folgende Hardware wurde eingesetzt:

Für den Vergleich setzten wir ein identisches System mit identischen Treibern ein. Eingesezt wird ein Pentium Extreme Edition 955, den wir mit höheren Taktraten betrieben haben. Mittels einer Asetek Vapochill LS war es möglich, Benchmarks mit Taktraten von über 5 GHz zu machen, um dem Core2 Duo einen ausreichenden Gegner zur Verfügung zu stellen. Glücklicherweise konnten ATI und HIS uns rechtzeitig X1900-Karten zur Verfügung stellen, unglückerweise war es aufgrund eines Hardwaredefektes aber nicht möglich, den CrossFire-Modus zuverlässig zu nutzen. Aus diesem Grund beschränken wir uns auf 2D-Benchmarks.

Der Herausforderer: Ein Core2 Duo Evaluation-Sample mit 4 MB L2-Cache und 2.66 GHz (E6700), wie
er im Juli auf den Markt kommen wird.

Das bisherige Flaggschiff - massiv übertaktet: Der Core2 Duo muss sich gegen einen Pentium Extreme Edition 955
wehren, den wir auf 3.73GHz (Extreme Edition 965) und bis auf über 5 GHz übertaktet haben.

Auf der nächsten Seite präsentieren wir die von uns zum Vergleich herangezogenen Benchmarks:

Let the show begin:


Damit der Pentium Extreme Edition auf über 5 GHz stabil und ohne die Taktfrequenz aufgrund zu hoher Temperatur zu throttlen lief, mussten wir massive Overclocking-Tricks einsetzen. Eine Asetek Vapochill LS sorgte für die notwendige Abkühlung der CPU auf -39°C, womit der Prozessor stabil bei 5.066 GHz lief. Eine weitere Takterhöhung auf 5.33 GHz war leider nicht möglich. Wir übertakten hier nur mit dem Multiplikator, um nicht durch eine höhere Speicherbandbreite die Ergebnisse zu verfälschen.

Pentium Extreme Edition 955 unter dem Evaporator, der ihn auf -39°C abkühlt.

Starten wir mit den Benchmarks. In den Charts findet man neben dem Core2 Duo E6700 mit 2.66 GHz den Pentium Extreme Edition 965 (3.73 GHz) und die übertakteten Modelle.

In iTunes liegt der Core2 Duo erstmals vorne - mit immernoch fast 10% Vorsprung vor dem 5,06 GHz schnellen Pentium Extreme Edition. Selbst mit unserer übertakteten Version konnten wir den Core2 Duo also nicht einholen. Gegenüber dem Pentium Extreme Edition 965 erreicht Intel eine 68% bessere Performance mit dem Core2 Duo - exzellent. Da dieses Modell noch nicht das Topmodell von Intel ist, könnte man mutmaßen, dass der Core2 Extreme mit 2.93 Ghz hier noch etwas mehr auftrumpfen kann.

Hier liegt der Core2 Duo zwar nicht in Führung, schlägt das bisherige Topmodell, den Pentium Extreme Edition 965 aber trotzdem um knapp 12%, bei deutlich niedrigerem Takt und humanerem Stromverbrauch.

Bei Windows Media Encoder deklassiert der Core2 Duo mal wieder seine Pentium-Vorgänger. Auch hier sind es fast 62% Performancesteigerung gegenüber dem aktuell erhältlichen Topmodell Pentium Extreme Edition 965.

Auch beim Encodieren von Lame ist der Geschwindigkeitszuwachs sehr hoch. Hier liegt eine Performancesteigerung um den Faktor 2.5 vor - bei niedrigerer Taktfrequenz und niedrigerem Stromverbrauch.

Auch PCMark 2005 zeigt die hervorragende Leistung des Core2 Duo: Der mit 2.66 GHz getaktete Conroe kommt auf eine Leistung, die fast dem Pentium Extreme Edition mit 5.06 GHz entspricht.


Wir haben noch mehr - allerdings aufgrund der nicht möglichen Vergleichsbenchmarks aufgrund des CrossFire-Systems ohne Werte für den Pentium Extreme Edition 965 und deshalb in aller Kürze:

Entsprechende Vergleichsbenchmarks reichen wir nach, da derartige Zahlenwerte so noch nicht viel aussagen, sobald ein CrossFire-System zur Verfügung steht.

Recht für sich selbst sprechen sollte hingegen diese Score:

Der erste Eindruck des Core2 Duo ist also recht beeindruckend. Abzuwarten sind hingegen tiefergehende Tests, die aber wohl erst in den kommenden Wochen vor dem Launch für uns möglich sein werden. Woraus der Core2 Duo seine Performnace zieht - Features wie Memory Disambiguation, Smart Cache, Advanced Digital Media Boost oder Intels Wide Dynamic Execution haben wir schon in der aktuellen Ausgabe von Hardwareluxx [printed] ausführlich erklärt - lässt sich dann ebenso herausfinden, wie die Tatsache, ob es Benchmarks gibt, in denen AMD weiterhin überzeugen kann. Bislang ist die Performancesteigerung durch die Bank weg derart bedenklich, dass AMD selbst mit einem FX-62 nur mit einem Mittelklasse-Conroe mithalten könnte.

Zuletzt überzeugt das Core2 Duo-Testsystem auch bei gehörten und gefühlten Werten: Die Geräuschentwicklung wurde nur durch die typisch lauten Radeon X1900-Karten negativ beeinflusst - der CPU-Lüfter drehte auch bei Volllast nicht auf. Auch blieb dieser schön kühl: Fasste man bislang den Boxed-Kühler mit einem Pentium Extreme Edition 965 an, konnte man die Hitze fühlen. Der Boxed-Kühler des Core2 Duo blieb hingegen kühl und wurde noch nicht einmal handwarm.

Das Core2 Duo-Testsystem - diese Systeme konnte die Presse am
Münchener Flughafen vor ein paar Wochen testen

Weiterführende Links: