Test: AMD FX-6100 und FX-4100

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amd-fx-6Nach dem ersten Test des AMD FX-8150 (Hardwareluxx-Artikel) hatten wir nun auch die Gelegenheit zwei weitere Bulldozer-Prozessoren ausführlich zu testen. Unser Dank geht an dieser Stelle an Alternate, die uns mit den beiden Samples ausstatten konnten, während AMD dazu noch immer nicht in der Lage ist. Nach einem Preview vor ein paar Tagen folgen nun die ausführlichen Benchmarks des FX-4100 (95 Euro im Hardwareluxx-Preisvergleich) und FX-6100 (135 Euro im Hardwareluxx-Preisvergleich) gegen das bisherige Top-Modell FX-8150 (215 Euro im Hardwareluxx-Preisvergleich) sowie die Intel-Konkurrenz. Vielleicht können die folgenden Werte einen Hinweis darauf geben, welches Bulldozer-Modell das richtige ist oder ob nicht Intel die bessere Wahl darstellt. Noch aus steht ein Test des FX-8120 (180 Euro im Hardwareluxx-Preisvergleich), aber auch diesen wollen wir schnellstmöglich nachreichen.

Zunächst einmal ein schneller Blick auf die technischen Daten der beiden Prozessoren:

4100-cpuz

Beim AMD FX-4100 handelt es sich um einen Quad-Core-Prozessor, der mit einem Default-Takt von 3,6 GHz arbeitet und einen maximalen Takt mit Turbo-Core von 3,8 GHz erreicht. Aufgrund der Anzahl von zwei Bulldozer-Modulen kommen insgesamt 4 MB L2-Cache zum Einsatz. Die Thermal Design Power liegt bei 95 Watt.

6100-cpuz

Der Six-Core-Bulldozer FX-6100 arbeitet mit 3,3 GHz Default-Takt und schafft 3,9 GHz unter Turbo-Core. Drei Bulldozer-Module bringen 6 MB L2-Cache mit sich. Die Thermal Design Power beträgt ebenfalls 95 Watt.

In die bisher verfügbaren Modelle ordnen sich die beiden Modelle wie folgt ein:

ModelCoresThreadsFrequenzmax. Turbo-FrequenzL2-CacheL3-Cache
TDPNorthbridge
AMD FX-4100 4 4 3,6 GHz 3,7 /3,8 GHz 4 MB 8 MB 95 Watt 2,0 GHz
AMD FX-6100 6 6 3,3 GHz 3,6 / 3,9 GHz 6 MB 8 MB 95 Watt 2,0 GHz
AMD FX-8120 8 8 3,1 GHz 3,8 / 4,0 GHz 8 MB 8 MB 125 Watt 2,2 GHz
AMD FX-8150 8 8 3,6 GHz 3,9 / 4,2 GHz 8 MB 8 MB 125 Watt 2,2 GHz

Bevor wir uns die Benchmarks anschauen, noch ein paar Worte zum Testsystem:

Alle AMD "Llano"-APUs testen wir auf folgendem System:

Alle AMD AM3(+)-Prozessoren testen wir auf folgendem System:

Alle Intel-Prozessoren mit Sockel 1155 testen wir auf folgendem System:

Kommen wir zu den Messungen des Stromverbrauchs:

strom1

Bereits im Idle-Betrieb zeigt sich: Auch die kleineren Bulldozer mit einer reduzierten Anzahl an Modulen sind keine Stromsparwunder. Sowohl der FX-6100 wie auch der FX-4100 liegen vor den "alten" Phenom-Prozessoren und im Vergleich zu den Intel-Modellen ist der Abstand sogar mehr als deutlich.

strom2

Unter Last bessert sich das Bild dann etwas, jedoch ist der Stromverbrauch alleine nicht wirklich entscheidend, denn erst im Zusammenspiel mit der Performance wird daraus ein Gesamtbild. Zumindest aber können sich der FX-6100 und FX-4100 deutlich vom FX-8150 absetzen, der einen neuen Verbrauchs-Negativ-Rekord aufstellte.


cine1

cine2

cine3


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x264-2

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truecrypt2


sisoft1

sisoft2

sisoft3


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3dmark-vantage-2

3dmark11-1

3dmark11-2


mafia1

mafia2

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metro2


AMD musste für Bulldozer viel Kritik einstecken und das in weiten Teilen auch zurecht. Der FX-8150 als Top-Modell verbraucht zu viel und leistet im Verhältnis dazu einfach zu wenig. Profitieren kann er nur von gut parallelisierten Anwendungen. Nun könnte man den schwarzen Peter eben der Software zuschieben, die einfach noch zu wenig Gebrauch von Multi-Core-Prozessoren macht, doch so einfach kann es sich AMD nicht machen, denn wer einen Prozessor mit acht Kernen auf den Markt bringt, sollte auch darauf achten, dass der Markt entsprechend vorbereitet ist.

Windows 8 soll vermehrt Gebrauch von vier Kernen und mehr machen. Eine explizite Multi-Core-Auslegung könnte es den Programmierern einfacher machen ihre Software entsprechend anzupassen, wovon dann auch der Anwender eines Bulldozer mit vier Modulen und acht Kernen profitiert. In der aktuellen Preview-Version von Windows 8 wird der FX-8150 als Quad-Core-Prozessor erkannt, leider sind die Benchmarks aufgrund der Beta-Stadiums von Windows selbst und auch den Treibern wenig aussagekräftig.

fx-4100-6100-teaser

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Inhalt des Tests und der Frage, ob die abgespeckten Bulldozer-Modelle sich besser schlagen. Auf den Stromverbrauch bezogen lässt sich diese Frage mit einem klaren "Ja" beantworten. Gerade unter Last liegt die Leistungsaufnahme deutlich unter dem Top-Modell und auch den Phenom-Vorgängern.

Bei der Performance müssen einige Einschränkungen gemacht werden. Der FX-4100 arbeitet mit gleichem Takt wie der FX-8150, sodass er in Single-Threaded-Anwendungen in etwa gleichauf liegen sollte, was er aber nicht ganz tut. Jeh mehr die Software auf eine Nutzung von Multi-Core-Prozessoren ausgelegt ist, umso weiter abgeschlagen präsentiert sich der FX-4100. In vielen Benchmarks liegt er nur knapp vor dem derzeit stärksten Llano-Prozessor, dem A8-3850.

In der Performance schon besser sieht es für den FX-6100 aus. In Single-Threaded-Anwendungen muss er zwar dem FX-4100 den Vortritt lassen, da dieser höher getaktet ist, sobald aber mehrere Kerne verwendet werden, platziert sich der FX-6100 entsprechend seines Taktes.

Preislich eine Empfehlung sind der FX-4100 mit seinen 95 Euro (Hardwareluxx-Preisvergleich) und FX-6100 mit 135 Euro (Hardwareluxx-Preisvergleich) allemal. Nicht aus den Augen verlieren sollten man aber auf AMD-Seite die Phenom-Sechskerner (z.B. den AMD Phenom II X6 1090T) und auf Intel-Seite die günstigen Core-i5 (z.B. den i5-2300).

Auch an dieser Stelle geht unser Dank nochmals an Alternate für die Bereitstellung der beiden Samples. 

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